Gerd K
Aktives Mitglied
Kometennacht am 18. Oktober 2025.
Hallo,
Nahezu ein ganzer Monat liegt zwischen meiner letzten ausgiebigen Beobachtungsnacht. Nur einmal konnte ich Anfang Oktober den Mond und den Saturn beobachten:
Eine so lange Schlechtwetterflaute hatte ich schon lange nicht mehr. Wochenlang war der Himmel bewölkt. Selbst für die Nacht vom Samstag den 18. Oktober 2025 sagten die Wettervorhersagen keine klare Nacht voraus. Da ich aber viel Zeit "draußen" verbringe, konnte ich zusehen wie sich die Wolken zum Abend nach und nach auflösten. Ich druckte Aufsuchkarten für die beiden Kometen mit "Cartes du Ciel" aus und packte meine Sachen ein und fuhr hinaus zu einem nahen Platz.
In der Dämmerung zogen am Westhorizont noch einige Wolken umher, die sich aber auflösten.
Abenddämmerung.
Südlich von mir wurde noch ein Feld bestellt. Der Landwirt störte zunächst nicht so sehr, er kam aber wieder...
In dieser Nacht beobachtete ich wieder mit meinem 254/3048mm Cassegrain und einem 110/770mm ED-Refraktor die ich Seite an Seite auf meine Losmandy G11 aufbaute. Die Ausrichtung der Teleskope zueinander erfolgt mittels Leitrohrschellen am Refraktor.
Himmel und Bedingungen:
Klarer, aber aufgehellter Himmel. Hohe Luftfeuchtigkeit die sich auf den Teleskopen niederschlägt. Ab Mitternacht trübt sich der Himmel vom Westen kommend ein.
In dieser Nacht störte ein Landwirt meine Beobachtungen.
Komet C/2025 A6 (Lemmon), im Sternbild Jagdhunde.
Den Kometen konnte ich in der Dämmerung am Himmel finden.
Im Refraktor bei einer Vergrößerung von 19x ist der Komet sehr hell und im Feld nicht zu übersehen.
Die Koma hat ein helles und kleines Zentrum. Das helle Zentrum ist in der Koma nach Süden versetzt. Die Koma wirkt im Süden gestaucht.
An der Koma setzt nach Norden ein heller und leicht breiter werdender Schweif an.
Im Cassegrain kann ich bei einer Vergrößerung von 76x am hellen Kern eine schmale schalenförmige Bugwelle sehen, die den Kern südwestlich umschließt.
Der Schweif setzt in zwei hellen Strahlen an der Koma an. Zwischen diesen Strahlen ist der Schweif dunkler.
Komet C/2025 R2 (SWAN), im Sternbild Schild.
Der Komet stand nahe am Stern γ Sct und konnte dadurch leicht gefunden werden.
Im Refraktor bei einer Vergrößerung von 19x kann ich einen großen und hellen diffusen Fleck sehen. Der Komet ist unübersehbar im Feld.
Die große und diffuse Koma ist etwas oval. Der "Kern" ist sehr undeutlich und im Indirekten Sehen etwas heller. ich meine einen Ansatz von einem Schweif sehen zu können.
Im Cassegrain bei einer Vergrößerung von 76x ist die Koma groß und diffus.
Im Westen wirkt die Koma gestaucht und fächert sich nach Osten auf. Zur Mitte wird die Koma heller. Der "Kern" wirkt klein und neblig. Er hebt sich nicht auffällig von der Koma ab.
Einen auffallenden Schweif kann ich nicht sehen.
Die Teleskope für diese Nacht.
Messier 16 (IC 4703/NGC 6611), ein Offener Sternhaufen mit Galaktischen Nebel im Sternbild Schlange. Beobachtet zum Teil mit einem [OIII] Filter.
Im Refraktor ist bei einer Vergrößerung von 55x der Sternhaufen deutlich zu sehen und fällt im Feld sofort auf.
Die wenigen Sterne sind in einem unregelmäßigen ovalen Ring angeordnet. Innerhalb von diesem Ring stehen nahezu keine Sterne. An der Nordkante vom Ring steht der größte Teil der Sterne vom Sternhaufen. Die Sterne sind schwach mit unterschiedlichen Helligkeiten. Der Hintergrund vom Sternhaufen bleibt neblig.
Mit dem [OIII] Filter und einer Vergrößerung von 32x sind die Nebel deutlicher zu sehen. Ich kann am aufgehellten Himmel die Nebel nur als diffuse Aufhellung im Sternhaufen sehen.
Im Cassegrain bei einer Vergrößerung von 76x sind deutlich mehr Sterne zu sehen. Der Ring aus Sternen wirkt deutlich "gefüllter" als im Refraktor. Innerhalb vom Ring kann ich einige sehr schwache Sterne sehen.
Mit dem [OIII] Filter sind die Nebel deutlich zu sehen. Sie durchziehen den gesamten Sternhaufen. In den Nebeln erkenne ich unterschiedliche Helligkeiten.
Saturn, im Sternbild Wassermann. Beobachtet am Cassegrain mit einer Vergrößerung von 277x und einem Neodymium-Filter.
Der Ring ist nur noch eine Linie. Vor Saturn kann ich den Schatten vom Ring als schmalen dunklen Strich sehen. Der Schatten ist direkt nördlich am Ring zu sehen.
Auf Saturn kann ich einzelne Wolkenbänder unterscheiden.
Neptun, im Sternbild Fische. Scheinbare Helligkeit: 7m8. Beobachtet am Cassegrain mit einer Vergrößerung von 277x.
Neptun ist ein kleines bläuliches Scheibchen. Neptun steht südlich an einem schwachen Stern.
Um kurz vor 23 Uhr am Samstag Abend begann der Landwirt wieder hell erleuchtet sein Feld in meiner Nähe zu bestellen. Es zogen ohnehin vom Westen Wolken auf, so das ich die Beobachtungsnacht beendete.
Viele Grüße
Gerd
Hallo,
Nahezu ein ganzer Monat liegt zwischen meiner letzten ausgiebigen Beobachtungsnacht. Nur einmal konnte ich Anfang Oktober den Mond und den Saturn beobachten:
Zwei Beobachtungsnächte im September 2025.
Hallo,
Irgendwo in Nordbayern...
Seit der Nacht im Juli 2025 kam ich nicht mehr so richtig zum Beobachten unterm Sternenhimmel:
In der vergangenen Woche habe ich mir wegen der Venusbedeckung freigenommen. Wie durch ein Wunder gab es zu meinem freien Tagen auch mal wieder gutes Wetter, was nicht selbstverständlich ist.
Ich packte meine Teleskope, für diese Nächte kam mein 10" Cassegrain und der 110/770mm ED-Refraktor auf die...
Hallo,
Irgendwo in Nordbayern...
Seit der Nacht im Juli 2025 kam ich nicht mehr so richtig zum Beobachten unterm Sternenhimmel:
In der vergangenen Woche habe ich mir wegen der Venusbedeckung freigenommen. Wie durch ein Wunder gab es zu meinem freien Tagen auch mal wieder gutes Wetter, was nicht selbstverständlich ist.
Ich packte meine Teleskope, für diese Nächte kam mein 10" Cassegrain und der 110/770mm ED-Refraktor auf die...
- Gerd K
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- Forum: Beobachtungen visuell
Eine so lange Schlechtwetterflaute hatte ich schon lange nicht mehr. Wochenlang war der Himmel bewölkt. Selbst für die Nacht vom Samstag den 18. Oktober 2025 sagten die Wettervorhersagen keine klare Nacht voraus. Da ich aber viel Zeit "draußen" verbringe, konnte ich zusehen wie sich die Wolken zum Abend nach und nach auflösten. Ich druckte Aufsuchkarten für die beiden Kometen mit "Cartes du Ciel" aus und packte meine Sachen ein und fuhr hinaus zu einem nahen Platz.
In der Dämmerung zogen am Westhorizont noch einige Wolken umher, die sich aber auflösten.
Abenddämmerung.
Südlich von mir wurde noch ein Feld bestellt. Der Landwirt störte zunächst nicht so sehr, er kam aber wieder...
In dieser Nacht beobachtete ich wieder mit meinem 254/3048mm Cassegrain und einem 110/770mm ED-Refraktor die ich Seite an Seite auf meine Losmandy G11 aufbaute. Die Ausrichtung der Teleskope zueinander erfolgt mittels Leitrohrschellen am Refraktor.
Himmel und Bedingungen:
Klarer, aber aufgehellter Himmel. Hohe Luftfeuchtigkeit die sich auf den Teleskopen niederschlägt. Ab Mitternacht trübt sich der Himmel vom Westen kommend ein.
In dieser Nacht störte ein Landwirt meine Beobachtungen.
Komet C/2025 A6 (Lemmon), im Sternbild Jagdhunde.
Den Kometen konnte ich in der Dämmerung am Himmel finden.
Im Refraktor bei einer Vergrößerung von 19x ist der Komet sehr hell und im Feld nicht zu übersehen.
Die Koma hat ein helles und kleines Zentrum. Das helle Zentrum ist in der Koma nach Süden versetzt. Die Koma wirkt im Süden gestaucht.
An der Koma setzt nach Norden ein heller und leicht breiter werdender Schweif an.
Im Cassegrain kann ich bei einer Vergrößerung von 76x am hellen Kern eine schmale schalenförmige Bugwelle sehen, die den Kern südwestlich umschließt.
Der Schweif setzt in zwei hellen Strahlen an der Koma an. Zwischen diesen Strahlen ist der Schweif dunkler.
Komet C/2025 R2 (SWAN), im Sternbild Schild.
Der Komet stand nahe am Stern γ Sct und konnte dadurch leicht gefunden werden.
Im Refraktor bei einer Vergrößerung von 19x kann ich einen großen und hellen diffusen Fleck sehen. Der Komet ist unübersehbar im Feld.
Die große und diffuse Koma ist etwas oval. Der "Kern" ist sehr undeutlich und im Indirekten Sehen etwas heller. ich meine einen Ansatz von einem Schweif sehen zu können.
Im Cassegrain bei einer Vergrößerung von 76x ist die Koma groß und diffus.
Im Westen wirkt die Koma gestaucht und fächert sich nach Osten auf. Zur Mitte wird die Koma heller. Der "Kern" wirkt klein und neblig. Er hebt sich nicht auffällig von der Koma ab.
Einen auffallenden Schweif kann ich nicht sehen.
Die Teleskope für diese Nacht.
Messier 16 (IC 4703/NGC 6611), ein Offener Sternhaufen mit Galaktischen Nebel im Sternbild Schlange. Beobachtet zum Teil mit einem [OIII] Filter.
Im Refraktor ist bei einer Vergrößerung von 55x der Sternhaufen deutlich zu sehen und fällt im Feld sofort auf.
Die wenigen Sterne sind in einem unregelmäßigen ovalen Ring angeordnet. Innerhalb von diesem Ring stehen nahezu keine Sterne. An der Nordkante vom Ring steht der größte Teil der Sterne vom Sternhaufen. Die Sterne sind schwach mit unterschiedlichen Helligkeiten. Der Hintergrund vom Sternhaufen bleibt neblig.
Mit dem [OIII] Filter und einer Vergrößerung von 32x sind die Nebel deutlicher zu sehen. Ich kann am aufgehellten Himmel die Nebel nur als diffuse Aufhellung im Sternhaufen sehen.
Im Cassegrain bei einer Vergrößerung von 76x sind deutlich mehr Sterne zu sehen. Der Ring aus Sternen wirkt deutlich "gefüllter" als im Refraktor. Innerhalb vom Ring kann ich einige sehr schwache Sterne sehen.
Mit dem [OIII] Filter sind die Nebel deutlich zu sehen. Sie durchziehen den gesamten Sternhaufen. In den Nebeln erkenne ich unterschiedliche Helligkeiten.
Saturn, im Sternbild Wassermann. Beobachtet am Cassegrain mit einer Vergrößerung von 277x und einem Neodymium-Filter.
Der Ring ist nur noch eine Linie. Vor Saturn kann ich den Schatten vom Ring als schmalen dunklen Strich sehen. Der Schatten ist direkt nördlich am Ring zu sehen.
Auf Saturn kann ich einzelne Wolkenbänder unterscheiden.
Neptun, im Sternbild Fische. Scheinbare Helligkeit: 7m8. Beobachtet am Cassegrain mit einer Vergrößerung von 277x.
Neptun ist ein kleines bläuliches Scheibchen. Neptun steht südlich an einem schwachen Stern.
Um kurz vor 23 Uhr am Samstag Abend begann der Landwirt wieder hell erleuchtet sein Feld in meiner Nähe zu bestellen. Es zogen ohnehin vom Westen Wolken auf, so das ich die Beobachtungsnacht beendete.
Viele Grüße
Gerd

