kompaktes Reise/2.Teleskop

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Hallo zusammen,

je länger man überlegt, desto schwieriger wird die Entscheidung ;)
Irgendwie tendiere ich zu einem Apochromaten. Bin hier im Biete-Forum (ich weiß ist auch ein Händlerangebot) auf folgendes gestossen ED-Apo 80 f6
Mich würde interessieren, inwieweit ihr mir das als 2.Teleskop empfehlen würdet und welche Montierung mindestens nötig dafür ist. Ich weiß, dass ich eigentlich schon über meinem Budget bin, aber vielleicht lohnt es sich, da anders zu kalkulieren

Vielen Dank und eine wolkenlose Nacht
Gruß
Ina
 
Hallo Ina,

f/6 ist gut, 80mm bei hellem Bild zu nah am Feldstecher bezüglich der Vergrößerung.
Ich glaube wenn 100mm f/6 oder lieber ein Achromat, wenn das nicht geht. Oder mit anderen Beobachtern raus und vorher ausprobieren.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

vielen Dank, f/6 fand ich nämlich auch daran gut.
Also tendenziell besser einen Refraktor mit 100mm Öffnung und in Richtung >f/6? Weil Fotographieren möchte ich nicht.
Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit einen Apo mit 100mm gebraucht oder es wird ein Achromat. Als Ergänzung zum Dobson reicht dieser denke ich auch.

Jetzt hoffen wir mal auf gutes Wetter am WE, ich wäre mit meinem Dobson im ländlichen Raum ;)

Gruß
Ina
 
Hallo Ina,

Ich möchte einen Beitrag weiter oben unterstützen. Der Williams FD 72mm ist bzgl. Preis / Leistung sehr gut und zeigt eine Menge am Himmel. Habe ihn gegen meine Takahashi FS-78 und FS-60CB APOs verglichen. Denke da kann man nichts falsch machen und hat was wirklich mobiles. Klar, dass es keine Deep Sky Kanone sein kann, aber es geht so einiges!

CS
Dirk
 
Hallo Dirk,

kannst Du mir ein bisschen beschreiben,was damit möglich ist und welche Montierung und Zubehör Du empfiehlst?
Danke schon mal für Deine Mühe :)


Gruß
Ina
 
Hallo Ina,

Ich kann Dir sagen was mit einem Takahshi FS-78 (78mm Öffnung, 630mm Brennweite) möglich ist, der bei mir aber nicht mehr unter mobil fällt (baut lang, hat eine starre Tauschutzkappe). Siehe hierzu z.B. einmal folgenden Link :


Beobachtungen dieser Art kannst Du für den Williams (72mm Öffnung / 432mm Brennweite) erwarten. Dieses Teleskop hat jedoch eine geringere Brennweite, d.h. die Vergrößerungen und damit die feinsten Details fallen um rund 1/3 geringer aus. Das ist aber immer noch gut und eine Freude. Habe mehrfach neben "snoopy" (s.o.) im Feld gestanden und wir haben die beiden Optiken (und diverse Okulare dabei) verglichen. So sehr viel haben sich die beiden Teleskope bei rund halben Preis im Falle des Williams nicht getan, vor allem bei DeepSky. Bei Planeten hatte der FS-78 aufgrund der Brennweite die Nase meist vorn, aber mit beiden Teleskopen kann man feine Nächte verbringen. Der FS-78 zeigt einen oder zwei Nebel grenzwertig, während des Williams an seine Grenze stieß.

Bei meinem 60mm / 355mm Refraktor liege ich bzgl. Lichtstärke und Brennweite unter dem Williams. Aber selbst hier kann ich Saturn und Jupiter geniessen. Man darf halt nicht meit einer anderen, schwereren Optik vergleichen, das wäre wie bei den Äpfeln und Birnen. Ich packe ihn auf eine Fotostativ von Manfrotto und bin so sehr mobil. Habe nämlich auch das Thema "Fernbeziehung" und dazu als Bonbon "öffentlicher Nahverkehr".

Habe noch einen 120mm / 900mm APO. Es ist klar, das dieser wiederum deutlich mehr zeigt, aber dafür ist er auch schon nicht mehr unter mobil zu verzeichnen. Mobil definiere ich hierbei als: Vom Regal schnappen, rein in den Rucksack, Okulare dazu, Fotostativ unter dem Arm und in 5 Minuten im Garten / auf dem Weg zur Bushaltestelle.
Klar, kann ich auch den großen Refraktor mobil ins Feld nehmen, aber da laufe ich dann dreimal und bringe 35kg mit Montierung in den Garten. Das ist nichts für den Rucksack ;).

Hatte letztens auch das Vergnügen gehabt durch einen William Optics Megrez 90mm f/6.9 FD APO zu sehen. Im direkten Vergleich zum Takahashi TSA-120. Der Megrez ist schon was feines. Aber der liegt ohne Montierung schon bei 1100EUR, also schon auf den Weg in die Takahashi Preissphäre.

CS
Dirk


 
Hallo Ina,

Du fragtest ja noch nach Zubehör: Bei Montierungen muss ich passen. Habe zwei von Takahashi genutzt / in Benutzung und habe andere noch nicht selbst getestet. Da mögen die Kollegen einspringen.

Im Prinzip eine Frage des Budgets für die Montierung. Und eine Frage ob die Fotografie eine Rolle spielen soll.

Beim Zubehör ist das leichter (in der Reihenfolge der Priorität nach meiner Meinung, bei Okularen wird es sicher abweichende Meinungen geben - ist Ansichtssache - hierzu kannst Du ja einen separaten Thread aufmachen):

1 Satz Sternkarten (kostenlos im Internet)
1 den "Karkoschka" (Literatur)
1 Akku oder ander Stromversorgung für die Montierung
1 Sucher (nach pers. Gusto)
1 Zenitspiegel in 2"
1 Reduzierhülse 2" / 1 1/4"
1 Okular mit ca. 30mm mit um die 70-80° Gesichtsfeld, wenn es geht 2"
1 Okular 7mm und mind. 70° scheinbarem Gesichtsfeld
1 Okular 3 bis 3,5mm
1 UHC Filter, wenn es irgendwie bezahlbar ist in 2"
1 Rotlichtlampe (muss nicht sein)

Alles oben genannte darf ruhig vom Gebrauchtmarkt sein. Geduld spart hier viel (wirklich viel) Geld.

CS
Dirk
 
Hallo Ina,

tja, ich werde Dir die Idee zu einem 72er Tak nicht ausreden, nur etwas madig machen.

Ich finde so eine Optik taugt primär, wenn man Fotos machen will. Ansonsten ist es ein sehr kleines Teleskop und wenn man sich nun Weitfeld auf die Fahne schreibt, dann meine ich, dass man das viel mobiler mit einem Fotostativ und einem Großfeldstecher machen kann. Da bekommt man (womöglich günstiger oder für's gleiche Geld, je nach Anspruch) beide Augen bedient. Nutzt man das wirklich nur für Weitfeld, kann der Feldstecher einfach mehr. Nur das Stativ muss höher sein.

Ich persönlich habe für mich als Ziel für Weitfeld gesetzt, dass man mit so einer Optik 4° Himmel überblicken können muss. Das begrenzt die Brennweite auf einen Wert zwischen 650mm und 700mm, wenn man 2" Okulare verwenden kann. Schneller als f/6 sollte die Optik nicht sein, damit man "real existierende Okulare" nutzen kann, die am Rand noch gut abbilden und den 2" Durchmesser (fast) vollständig nutzen. Langsamer als f/6 sollte die Optik nicht sein, damit man die Minimalvergrößerung um 40mm Brennweite mit einem weitwinkligen scheinbaren Gesichtsfeld (65° bis 72° je nach Okular) nutzen kann.
Rechnet man diese Werte auf ein Teleskop zurück, landet man zwischen 100mm und 120mm, ich selbst habe mir immer einen schnellen 120mm Refraktor gewünscht, es ist dann aber ein 110/655 geworden.
In die realen 4° Feld passt die Andromedagalaxie in voller Ausdehnung hinein und auch den Nordamerikanebel kann man überblicken. Auch der California-Nebel passt (mit Filter oder wenn es zappenduster ist). Coma-Haufen, der passt nicht mehr rein. Den guckt man aber wenn, dann mit bloßem Auge oder Feldstecher an.

Einen leichten 100mm Refraktor bekommt man noch oben auf den Dobson drauf. Das machen einige Sternfreunde so. Ein 70mm "Täkchen" als Edel-Optik mag man auf ein Fotostativ packen. Ein schwerer gebauter ED oder mehr Öffnung beim Achromaten fordern dann eben eine Montierung mit dem ganzen Aufwand.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ina,

ich werf mal einen ganz anderen Ansatz ein:

Fuer 500 Euro muesstest du auch einen entsprechenden Gitterrohrtubus fuer deinen Dobson-Spiegel bekommen (oder evtl. selbst basteln). Damit kannst du deine vorhandene Ausruestung weiterverwenden und hast grosse Oeffnung bei trotzdem kleinen Packmassen. Bausaetze fuer solche Reisedobson gibts z.B. bei Dieter Martini oder astromann.

Viele Gruesse,

Martin

 
Hallo zusammen,

danke für eure Geduld erstmal. Ich finde es gut, dass ihr euch die Mühe macht und eure Erfahrungen mit mir teilt

@ Dirk: Danke, ist beeindruckend, was der Tak für Potential hat. Zubehörmäßig hätte ich Literatur, 2" Reduzierhülse, Sucher, UHC (1.1/4"),Rotlichtlampe, 32mm 2" Okular und einige andere (dazu später, anderer Thread dann, bei Gelegenheit mehr)
@ Sven: so fass ich das nicht auf, dass Du mir etwas ausreden willst. Du zeigst nur auf, ob man jetzt wirklich visuell ein so kleines Teleskop braucht, wenn man da auch einen Feldstecher (mit anderen positiven Aspekten, z.B. mit beiden Augen gucken können) nehmen kann. Genau solche Meinungen/Erfahrungen helfen ungemein

Konnte gestern doch mal wieder mit dem Dobson spechteln. Um meinen Freund das erste Mal mit meinem Hobby konfrontieren ;)
Wollte eigentlich auch lieber aufs Feld raus, blieben doch im Garten. Nicht so optimal, da meine Eltern+Nachbarn alles voll "lustiger" Solarlampen zukleisterten (eine Unart...) Die störensten haben wir dann zwar entfernt, aber naja... Befürchtete schon, dass das enttäuschend für einen Erstspechtler wird (man kennt ja die tollen Fotos...), aber Saturn war dann sehr dankbar :) Innerhalb von 2h und anderer Objekte wie M13, M57 habe ich ihn auch infiziert.
Einige Dinge kann man aber als Fazit der gestrigen Nacht ziehen.
1. ich brauch doch mal eine richtige Montierung für den Dobson, das Geschubse ist doch auf Dauer nicht das wahre (dachte an eine HEQ5?)
@Martin: nette Idee mit dem Gitterrohrtubus, aber ich bin kein wirklicher Fan davon.
2. Über meine Standardokulare muss ich nochmal nachdenken (aber das schreib ich dann doch lieber in den Okularbreich des Forums)
3. Die Meinung von meinem Freund, dass ich mir unbedingt was "anständiges" als 2. Teleskop zulegen soll, geldmäßig wird sich beteiligt. Positiv, weil ich jetzt nicht ganz so eingeschränkt bin und etwas mehr ausgeben kann.

Im Moment wäre ich für einen gebrauchten (da sonst nicht erschwinglich im Moment) 100mm-ED f/6.
Ein Achromat mit 100mm würde so wie ich das jetzt verstanden habe, dann nur auch an Planeten gehen, wenn man auf eine längere Brennweite ausweicht, weil die Farbfehler sonst sehr störend sind? Größerer Hebel bedeutet dann aber nochmal mehr Anspruch an die Montierung.
Ich schätze, dass die EQ3 auf jeden Fall mit beiden überfordert sein dürfte?
Wobei wenn es kompakt (1m is ok) und robust ist und so gut ins Auto paßt, reicht mir das für die Transportabilität. Für den Rucksack paßt es dann nicht mehr, aber wenn ich schon Kompromisse mache, dann lieber da als dann an dem Beobachtungsvergnügen. War am Anfang des Threads anders gedacht, aber kompakte Packmaße reichen dann evtl. doch aus.

Ich muss sehen, ob ich da mal bei jemanden Spechteln kann um auch mit eigenen Augen, das Potential dieser beiden Möglichkeiten einzuschätzen (und das Gewicht ;)

Edit: Ganz Alternativ, wäre ja auch ein großer Feldstecher mit Stativ eine Idee? Nur kenn ich mich da noch gar nicht aus. Hat sicherlich schönes, (wenn auch anderes) Beobachtungspotential und wäre transportabler als die Refraktoren

Vielen Dank und hoffentlich habt ihr nicht so ein Regenwetter wie wir heute.

Gruß
Ina
 
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Hallo Ina,

Ein Achromat mit 100mm würde so wie ich das jetzt verstanden habe, dann nur auch an Planeten gehen, wenn man auf eine längere Brennweite ausweicht, weil die Farbfehler sonst sehr störend sind?

Genau so ist es, eine 102/500 Achromat wäre kompaktm aber nix für den Mond oder die Planeten. ein 102/1000 Achromat wäre schön eher für Planeten, aber streng genommen noch nicht ganz, er hat aber schon den Weitfeldbereich verlassen.
Ein 100er ED, wenn er bis maximal f/7 geht, wäre eben der Allrounder. Er kann größere Felder, aber auch am Planeten richtig 'aufgedreht' werden.
Der ED kostet aber ein Stück mehr, als der Achromat, egal ob kurz oder lang. Dafür ist er noch in den Grenzen dessen, was als Kompakt bezeichnet werden kann.
Die Montierung sollte aber eher eine EQ5 sein ...

CS,
Stefan
 
Hi Zusammen,

wenn der Achromat auf dem 200/1200 säße, wär's egal mit den Planeten. Und auf Reisen denke ich mir, stehen Planeten auch nicht so im Vordergrund - oder man hätte vom Teleskop her das falsche Konzept. Eine 80mm Öffnung ist da auch schwach auf der Brust. Dann müsste eher ein Mak her. 127mm, 110mm - 100mm ist kritisch, die Dinger sind dann recht obstruiert. Aber ein 100mm Mak ist sehr kompakt. Und kann kein Widefield - wir reden ja über Widefield... oder?

Clear Skies
Sven
 
Einen schönen Sonntag wünsch ich,

vielleicht sollte man Planeten/Mond generell außen vor lassen, da ist mein Dobson nicht zu schlagen (außer man greift tief in die Tasche?). Habe mich mit den Überlegungen nur in Hinblick auf einen mehr oder weniger transportablen Allrounder gehalten. Da wäre dann ein 100mm Apo mit f/6-f/7 auf EQ5 meine Wahl.
Bleibe ich jetzt bei einem reinen DS, wäre dann ein Achromat mit >100mm und bis f/7 ok, oder kann man das nicht so einfach sagen?
Ich muss einfach noch mehr lesen, dann komm ich in Kombination mit euren tollen Anregungen sicher auf einen grünen Zweig.

Gruß
Ina
 
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Guten Morgen zusammen,

dieses Angebot bringt mich auf die Idee, ob ich da die Montierung nicht auch für meinen Dobson nehmen könnte?
Wäre der Refraktor generell für Weitfeld und DS geeignet, oder würdet ihr lieber abraten? Der Farbfehler wird sich ja sicherlich schon bei relativ geringer Vergrößerung bemerkbar machen.
Gewichtsmäßig wird sich jetzt das System nicht wirklich von meinen Dobson unterscheiden, aber ich hab die Hoffnung, dass der Refraktor robuster/justierstabiler ist, als der Newton.

Vielen Dank für eure Meinung!

Gruß
Ina
 
Hi Ina,

dieses Angebot bringt mich auf die Idee, ob ich da die Montierung nicht auch für meinen Dobson nehmen könnte?

Du willst einen 8" Dobson auf eine H-EQ5 schnallen? Vergiss es, das dürfte doch sehr wackelig sein. Habe eine H-EQ5 und m.E. ist die mit ca. 8-9kg visuell am Ende. Eine 8" Dobson wiegt aber um einiges mehr.

Wäre der Refraktor generell für Weitfeld und DS geeignet, oder würdet ihr lieber abraten?

Ja, für Wide Field Deep Sky ist das Teil super geeignet. Vergrößerung dürfte bis ca. 80x-100x noch einigermaßen ohne Kontrasteinbrauch gehen. Viel höher aber nichs. Planeten, Kugelsternhaufen und kleine PN machen da keinen Spaß.

aber ich hab die Hoffnung, dass der Refraktor robuster/justierstabiler ist, als der Newton.

Ein 8" f/6 Newton ist relativ justierstabil. Meinen alten f/6 Dobson habe ich nur alle Vierteljahre mal nachjustieren müssen. Und bin damit sehr viel mit dem Auto unterwegs gewesen

Gruß
Lots
 
Hallo Lots,

danke für Deine Einschätzung. Ich denke, man kann genug am Himmel bis 100fach entdecken :)
Ich werde aber wohl eher zu dem Refraktor 1 Nummer kleiner tendieren 120/600. Der 150er wäre nur eine Idee, wenn ich da die Montierung auch doppelt verwenden kann. Außerdem wollte ich mich nicht so weit von meinen 500Euro bewegen.
Der Dobson braucht eher eine EQ6? Ich hatte am WE das Glück und konnte mal wieder mit dem Dobson beobachten, aber bei hohen Vergrößerungen "rennen" die Planeten sehr schnell aus dem Blickfeld, da ist das Schubsen auf lange Sicht nicht so toll. Das ist aber eine andere Baustelle und ich nutze mal die Suchfunktion (bzw. gucke bei DeepSky Brothers ), das Thema 8" auf eine Montierung zu setzen ist sicher des öfteren durchgekaut worden. :)

Gruß
Ina
 
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Hallo Ina,

jetzt waren wieder einige Ideen im Umlauf, aber deine Eingangsgrundlage, nämlich ein Reiseteleskop oder Zweitteleskop, setzt ja voraus, dass sich das Gerät irgendwie transportieren lässt und zwar besser, als dein großer Dob.
Nun sehe ich persönlich dort immer einen Refraktor auf einer azimutalen Montierung - das müsste der 120/600 prima können, wenn Weitfeld und DS die Hauptziele sind. Mit diesem Gerät haben einige schon vieles sehen können ...
Um einmal konkret zu werden sieh dir das mal an. Die AZ4 habe ich selbst und finde sie für den Preis in Ordnung. Schwer ist sie, aber einen 120er Refraktor muss sie ja halten können. Und im Budget ist sie auch. Einen Wehrmutstropfen hat das Ganze: Ein langbrennweitiges Weitwinkelokular ist vermutlich teuer.

CS,
Stefan
 
Guten Morgen zusammen,

ja da komm ich auch immer wieder zurück, dass ich was transportables haben möchte. Reicht denn visuell eine azimutale Montierung nicht sowieso?
@Stefan: Danke für den Link, sieht gut aus und ein gutes Übersichtsoku brauch ich sowieso, damit hab ich auch gerechnet und kommt zusätzlich zum Budget dazu.
Mein Freund hat jetzt eingewendet, wieso man keinen 150/750mm Newton nimmt. Darüber hab ich nicht nachgedacht, weil ich davon ausgehe, dass da die Obstruktion einfach zu heftig ist und es zum 120/600 Refraktor weniger transportabel/robust ist. Vielleicht irre ich mich da ja auch.
Persönlich würde ich den Refraktor vorziehen, weil er dann auch eine schöne Ergänzung zum Dobson ist, das sehe ich bei einem 150/750mm Newton dann doch nicht ganz so.
Aber ihr seht, das ist jetzt gefährliches Halbwissen ;)
Werde mich in den 6" Newton einlesen, damit ich meinem Freund erklären kann, wieso es lieber ein Refraktor sein sollte.

Irgendwie war die Entscheidung mit dem 8" Dobson damals leichter ;)

Vielen Dank für eure Geduld!
Gruß
Ina
 
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Ein Fraunhofer 120/600? ?) Das ist doch nicht ernst gemeint der Tipp, oder? - So meine erste Reaktion. Aber mit dieser Reaktion war ich vielleich vorschnell. Wenn Du Mond und Planeten aus Deiner Beobachtungsliste streichst ist das OK.

Ich finde die Werbung immer so lustig: Frei zitiert: "mit moderatem Farbfehler der durch geeignete Filter reduziert werden kann". Hört sich an wie "Bin ein Auto was fährt wie mit einem Platten, aber wenn Du die Straße vorher mit Seife einschmierst und dafür sorgst, daß es stetig berab geht, kommen wir schon irgendwie vorran."

Bei DS ist das kein gravierendes Thema. Ist halt ein Teleskop mit speziellem Einsatzbereich. Einsteigern sollte man davon abraten, denn diese wollen i.d.R. auch Planeten sehen. Aber Du suchst ja ein Zweitgerät. Paßt also.

Wenn Du kaufst, will ich hier einen ordentlichen Erfahrungsbericht sehen. Bin gespannt.

Gruß
Dirk

PS: Und ich würde trotzdem einen ED nehmen, 100mm wenn es ginge. Ich finde einen Planeten am Abend sollte man schon haben :-)
 
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Hallo Ina,

Du musst wissen, welche Fähigkeiten Du im Teleskop haben willst und dann gucken, welches Teleskop das umsetzt!

Im Moment guckst Du, welche Teleskope nett sind und fragst Dich dann, was Du damit machen kannst. Sorry, aber das ist so ein "das gefällt mir, deshalb will ich das haben" und nicht "ich brauche eine Fähigkeit und kaufe deshalb ein Teleskop dazu".
Dreh das um, dann wird's auch was. Du hast ja doch eigentlich den Ansatz. Der 150/50 ist jedenfalls wirklich keine Ergänzung, aber genauso ist sicher die Einstellung zum Refraktor auch eher eine gefühlte als eine leistungsbezogene. Der Refraktor sieht einfach mehr nach Teleskop aus und von der Einblickposition her usw. ist das halt so, wie man sich das immer vorgestellt hat. Dazu haftet dem Refraktor das Edel-Flair an. Ich glaub wenn mein Newton die Macken hätte, die der Vor-Vorbesitzer meinem 80/1200 mit einer Rohrschellen Klemmschraube x-fach beigebracht hat, würde mich das nicht so ärgern, wie bei diesem langen Refraktor-Lulatsch. Dabei ist der Refraktor das vielfach günstigere Teleskop...

Es kann aber natürlich auch sein, dass all diese Umstände zum glücklich werden mit dem Teleskop dazu gehören. Dann muss es eben ein 100mm ED-Refraktor sein, der als Ergänzung vielleicht sogar vorn auf dem Dobson (hinten ein Gegengewicht) montiert werden kann. Wenn der weniger als 700mm Brennweite hat, ist er eine schöne Weitfeld-Ergänzung zum Dobson. Bekommt der dann mal auf Reisen eine einfache azimutale Montierung (googlen: Giro-Mini auf stabilem Fotostativ), so darf er wegen des reduzierten Farbfehlers auch mal Planeten futtern. Dann sind sicher die Fragestellungen die hier den Anfang darstellten beantwortet.
Meiner Meinung nach ist für den Zweck ja der William Optics Megrez 110/655 ideal, der wird aber leider nicht mehr Hergestellt. Trotzdem bekommt man noch lagernde Reste. Steht Apo drauf, auch ED, nur gibt's an ersterem Zweifel. Es gibt wegen des (für den Zweck notwendigen) f/6 halt einen sichtbaren Restfarbfehler. An hellen Sternen und an Planeten und Mond. Ist halt nicht dafür gebaut - und das ist ja auch genau Deine Frage gewesen. Muss natürlich nicht der Megrez sein. ED, f/6 und 100mm bis 110mm Öffnung ist, was zählt.

Schreib also mal die gewünschten Leistungen auf und schau, ob Du bei der Gerätart ankommst. Wenn ja: Dann isses so. Wenn nein - dann schauen, welches Gerät es umsetzt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ina,


im 150/750 sehe ich ehrlich gesagt keine ideale Ergänzung zum vorhandenen Newton: er hat ein schnelleres (= okularkritischeres) Öffnungsverhältnis, ist auch nicht sooo viel kleiner und kompakter, und bei 750mm Brennweite braucht es schon sehr langbrennweitige Okulare um große Felder am Himmel zu erreichen. Wäre in meinen Augen ein Gerät das alles etwas schlechter kann als der 8"f6.

Als Alternative zum kurzen Achromaten als Riechfielder fällt mir aber noch ein großes Fernglas ein, ideal wäre eines mit Schrägeinblick und wechselbaren Okularen um verschiedene Vergrößerungen abzudecken. Gerade bei niedrigen Vergrößerungen ist das beidäugige Beobachten unter dunklem Himmel genial. Warum ich darauf komme? Bei den schon angesprochenen Geräten ist bei ca. 600mm Brennweite Schluß, kürzer heißt weniger Öffnung. Bei einem Bino sind die einzelnen Objektive kleiner und damit auch die Brennweite, es lassen sich unter Umständen extrem weitwinklige Beobachtungen realisieren. Bei mir haben sich mittlerweile alle möglichen Teleskope angesammelt, wenn es nicht gerade um Sonnenbeobachtung geht sind bei mir zwei Geräte nebeneinander in einsatz: ein 8"f6 (was sonst :/ ) und ein altes Flakglas. Das Flakglas ergänzt den Newton optimal da es eigentlich genau das Gegenteil von diesem ist: Vergrößerungen liegen je nach Okularen bei 10x :nur unter dunklem Himmel sinnvoll, aber mit 7,5° echten Feld dann der Hammer wenn man z.B. die Milchstraße entlangschaut oder 23x, damit habe ich mir in einer Nacht mit sehr guter Durchsicht (Herbst 2008) Stundenlang nur die Sternhaufen im Fuhrmann angeschaut, die erste Stunde habe ich kaum glauben können was da alles zum Vorschein kam! Dank schöner weitwinkliger Okulare ein Anblick als wäre man mittendrin.

Wenn das anfängliche Budegt noch etwas aufgestockt wird sollte das zumindest als gebrauchtes gerät eine Alternative sein.

Die Idee die dahintersteckt: wenn Du mit dem 8"f6 beobachtest würde ein 150/750 Newton im Keller bleiben, ein Achromat mit 600mm Brennweite vermutlich auch da er zwar ein größeres Feld liefern kann aber ansonsten dem Newton hinterherhinkt. Ein Fernglas wäre "anders genug" um als Ergänzung direkt daneben zu stehen. ganz grob denke ich an so etwas:

http://www.apm-telescopes.de/100-mm-fernglas_proinfo_96965.html

oder:

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p3673_TS-APO-Bino---70mm-Oeffn----3-Vergroe-erungen---1-25----45--Einbl-.html


Viele Grüße Felix
 
Hallo Ina,

Mein Freund hat jetzt eingewendet, wieso man keinen 150/750mm Newton nimmt. Darüber hab ich nicht nachgedacht, weil ich davon ausgehe, dass da die Obstruktion einfach zu heftig ist...

Aber ihr seht, das ist jetzt gefährliches Halbwissen

perfekt erkannt :super:

Wenn man mal davon ausgeht daß sowohl der 150/750mm Newton
(mit seiner ach so bösen 33% Obstruktion) und der 120/600mm Pseudo-FH
mit seinem oh so grauenhaften Farblängsfehler beide 100%ig
perfekt ausgeführt wurden, dann schlägt der Newton den FH
bei allen Anwendungen wo im Weißlicht bei höherer Vergrößerung
beobachtet wird um Längen, denn der Newton hat das weit bessere
Kontrastübertragungsvermögen.

Wenn du alles was über so etwa 50x hinusgeht nicht nutzt, dann
kann der 120mm zu-kurz-FH mit dem Newton annähernd mithalten.

CS,Karsten
 
Hallo Karsten,

du sprichst indirekt aus, worum es am Dringensten geht. Um den tatsächlichen Einsatzzweck und die daraus resultierenden Fähigkeiten, welches das Teleskop/Fernglas dafür optisch und mechanisch mitbringen sollte.

@Ina:

- Wofür käme das Gerät bei dir zum Einsatz?
- An welchen Objekten käme das Gerät zum Einsatz?
- Welche Transportmöglichkeiten/-willen bestehen für die speziellen Einsätze?

Beispiel: Ins Urlaubsgepäck kann ich meinen kleinen Mak und eine AZ4-Montierung mischen, die EQ5 und der 114/900-Newton könnten das nicht.

CS,
Stefan
 
Hallo zusammen,

ja richtig, ich vergesse sehr gern, was ich eigentlich wollte, wenn ich dann die verschiedenen Teleskoparten sehe. :blush:

Also zusammenfassend:

-Transportabel und robust
um es auch mit in den Urlaub in die Berghütte mitnehmen zu können oder auch zu meinem Freund. Transportmittel ist das Auto, wobei es schön wäre, wenn dann in den Kombi auch noch Reisetaschen gingen ;)

Beobachtungsobjekte:
-DeepSky und wandern am Sternenhimmel
(so wie ich rausgelesen habe, kann ich systembedingt beim Achromaten nicht so hochvergrößern, weswegen er für Betrachtung von Kugelsternhaufen und kleinen planetarische Nebeln ungeignet sind, alles andere sollte gehen)
-keine Planeten/Mond, keine Fotographie

-Optik+Montierung im Preisrahmen von ca. 500 Euro (gern auch gebraucht), wenn es "perfektere" Lösungen gibt dann würde ich noch sparen, aber bei so 800 Euro wäre schon meine Obergrenze, ansonsten bleibt für das Zubehör einfach zu wenig übrig.

-nett wäre es, wenn es auch etwas abdeckt, was mit dem Dobson so nicht möglich ist, aber das ist keine Bedingung

Und nun die Frage, welches System am Besten dazu paßt, bzw. wo man dann Abstriche machen müsste.
Vielen Dank für eure Hilfe und Geduld!

Gruß
Ina
 
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Hallo Ina,

(so wie ich rausgelesen habe, kann ich systembedingt beim Achromaten nicht so hochvergrößern, weswegen er für Betrachtung von Kugelsternhaufen und kleinen planetarische Nebeln ungeignet sind, alles andere sollte gehen)

planetarische Nebel strahlen nicht im Kontinuum, sondern auf einzelnen Wellenlängen.
Das kann das Licht des angeregten Sauerstoffes oder das Licht
des angeregten Wasserstoffes, oder beides sein.
Wenn du mit einem O-III Filter beobachtest, dann läßt dieser
Filter im Idealfall nur ein ganz schmales Wellenband durch.
Dann spielt der Farblängsfehler des Teleskopes natürlich
überhaupt keine Rolle. Du kannst dann locker hochvergrößern,
sofern das Licht des Objektes aureicht.

Das geht bei einem O-III Objekt natürlich auch ohne O-III Flter!
(Nur stört dann eventuell Streulicht von nahen Städten.)

Bei einem Objekt welches im roten und im grünen Wellenlängenbereich strahlt
bekommst du aber eine lustige Fokusdifferenz zwischen um 500nm
H-Beta, O-III) und rot (H-Alpha). Zu Nebelfiltern schau mal dort:

http://www.svenwienstein.de/HTML/nebelfilter.html

Kugelhaufen werden vom kurzen FH aber vergleichsweise schlecht aufgelöst.

MfG,Karsten
 
Hallo Karsten,

wieder etwas dazugelernt, vielen Dank.
Also planetarische Neben können je nach Wellenlänge (bzw. mit OIII-Filter) hochvergrößert werden, sofern die Helligkeit noch ausreicht.
Habe Svens Hompepage schon öfter studiert, aber lesen und dann verstehen/umsetzen sind oft 2 Paar Stiefel.

Gruß
Ina
 
Hallo Ina,

ich bemüh mich ja!
Bei den PNs kommen zwar mehrere Wellenlängen vor, aber in dem Bereich in dem das dunkeladaptierte Auge für flächige Objekte empfindlich ist, zählt eh nur der Wellenlängenbereich um 510nm. H-Beta mit 486nm liegt noch nah genug dran, aber der Farbfehler hält sich dann in Grenzen, so dass man sicher noch gut einen ausgeglichenen Focus findet.
Ein ED ist halt leckerer, kostet aber mehr und deshalb ist auch die Ausführung gern robuster und vielleicht auch schon an mancher Stelle unnötig schwer.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

also ich weiß ja nicht wie es anderen geht, aber Deine Seite ist echt gut! Und ich bemüh mich alles zu verstehen und querzulesen, aber es ist ein regelrechter Info-Overflow ;)

Preislich bewege ich mich zwischen 120/600 Achromat (so wie Stefan auch schon angemerkt hat) und 80er Apo auch auf einer AZ4, falls die Montierung da reicht.
Habe auch dazu einen netten Nachbarthread gefunden, wo jemand genau das in den Raum warf, aber die Infos muss ich auch erstmal verdauen.

Gruß
Ina
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ina,

Die Entscheidung kann Dir letztendlich keiner abnehmen. Jede der hier diskutierten Varianten hat seine Berechtigung unter der einen oder anderen Randbedingung.

Der 120/600 ist ein Spezialist, der ED 80 ein Allrounder. Ein Fernglas hat seinen eigenen Reiz.

In welcher Gegend wohnst Du denn? Vielleicht kann Dir ja jemand aus dem Forum eines der beiden Geräte in der Nähe vorführen. Ansonst bestelle eines davon zur Ansicht und teste.

Habe gerade mal im Biete-Board geschat. Gerade nichts passendes drin. Bleibe dort am Ball, dann geht ggf. auf ein 100mm ED.

Ich habe meinen 78mm Refraktor zugunsten eines 120mm Refraktors verkauft. Das hätte ich nicht getan wenn ich nicht das Geld gebraucht hätte, denn beide habe ihre Berechtigung. Mit den 78mm Öffnung und den 630mm Brennweite hatte ich ein Jahr lang einfach nur tolle Beobachtungabende. Deswegen halte ich einen 80 ED + u.a. einem 40mm Okular durchaus für ein empfehlenswertes Reiseteleskop. Die TS Variante sieht schön kompakt aus. Mit dem FS-78mm bin ich bis auf 180fach gegangen. Mit dem noch wesentlich kürzen bauenden FS-60CB (60mm/355mm) gehe ich auf 142fach. Ist zwar zum Teil leere Vergrößerung, aber angenehm zum beobachten. Selbst so ein Stummelteleskop bringt dauerhaft Freude. Und ein ED80 bringt eine ganze Ecke mehr.

LG
Dirk
 
Hallo Dirk,

das stimmt, entscheiden muss ich dann leider selbst ;)
Ich wollte demnächst sowieso erstmal in die Sternwarte Coburg, die haben nämlich einen 80mm ED.
Ich muss es jetzt nicht auch noch übers Knie brechen, ich guck im Biete Board, gebe vielleicht im Suche Board auch noch eine Anzeige auf (bzgl. 100mm ED) und dann lass ich es die Infos ertmal sacken.

Gruß und wolkenlose Nächte
Ina
 
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