kompaktes Reise/2.Teleskop

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas physi
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Hallo Ina,

jetzt wird es doch konkreter, was die Entscheidung natürlich noch nicht einfacher macht.

Ein 80ED ist sehr universell, das stimmt ganz klar. Der 120er Achromat in seiner kurzen Ausführung (f/5) ein Spezialist.

Doch dort wo der 120er ein Spezialist ist, kann der 80ED ihm nicht das Wasser reichen. Den Nutzen daraus zieht man nur, wenn das Spezialgebiet des 120er auch die bevorzugte Art der Beobachtung ist. Ansonsten kann der 80ED sehr gut punkten.

Doch bei Kugelsternhaufen nützt dem 80ED auch seine hohe Vergrößerungsmöglichkeit wenig, da er bedingt durch die kleinere Öffnung (verglichen mit dem 120 Achromat) zu wenig Auflösungsvermögen besitzt.
Vieles an schwächeren Objekten, welche du beim Wandern durch den Sternenhimmel im 120er siehst, wird im 80ED nicht zu sehen sein.
Aber Am Mond oder Planeten kannst du im 80ED auch mal auf 150fache Vergrößerung gehen und dich am Bild erfreuen, genauso bei einem kleinen PN (letzterer sollte nur mit 80mm Öffnung zu sehen sein). Doch für den Urlaub oder die Reise geht in einem 80er schon einiges, wie lange dieses Gefühl anhält,ist individuell. Der Unterschied zum Dobs ist aber groß.

Zu den famosen Taks (Takahashi):
Durch einen 78er Tak durfte ich mal den M3 anschauen und war erstaunt, was mit einer sehr guten 78er Linse geht. Aber der 78er Tak kostet selbst als Tubus keine 800 Euro mehr, fällt also raus. Der 60er Tak hat für DeepSky zu wenig Öffnung, wie ich finde.

Zu deiner Anmerkung, dass der Refraktor etwas können sollte, was der Don nicht kann:
Ich glaube, dass die hier besprochenen Refraktoren nur eines optisch besser können, als der universelle Dobson: Größere Gesichtsfelder im Okular darstellen, bedingt durch die kürzere Brennweite.

Ihr weiterer Vorteil ist auf der mechanischen Seite und in Anbetracht der geringeren GRöße auch besseren Transportfähigkeit zu sehen.

CS,
Stefan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stefan,

ich werde auf Reisen eher der Genussmensch sein und entspannt am Himmel entlangfahren. Deshalb finde ich den 120/600 trotz Farbfehler sehr ansprechend.
Natürlich wäre ein kurzbrennweitiger 100mm oder 120mm Apo universeller, aber da setzt einfach die Bereitschaft, wieviel ich ausgeben möchte, bzw. die Vernunft ;) Grenzen
Das lässt sich aber dann praktisch am Besten herausfinden, ob der Achromat genau die richtige Lösung ist.

Ich denke, ich werde es ausprobieren und mein First Light hoffentlich bald posten können.
Vielen Dank für eure Hilfe und Anregungen.

Gruß
Ina
 
Hallo zusammen,

@ Ina
Ich hoffe es ist OK, wenn ich mich mit einer Frage in den Thread einklinke. Das Thema passt so schön in meine eigenen Gedanken, die mich derzeit bzgl. Teleskopwahl beschäftigen.

Nun zu meiner Frage:
Ein ED 80 liegt preislich ungefähr bei einer Kombination aus 102/500 FH und Mak 102. Mich interessiert, wer bei Deep Sky bzw. am Planaten die Nase vorn hat - der ED oder die Kombi? Gibt es noch eine andere Alternative zur Kombi außer dem ED zum ähnlichen Preis und gleicher Transportabilität?

Danke und CS,
Marcus
 
Hallo Marcus,

kein Problem,passt doch gut hier rein :)
bin auch auf die Antworten gespannt :)
sollte ja meine Entscheidung nicht mehr beeinflussen,oder ;)

Gruß
Ina
 
Hi Zusammen,

tja, also bei Planeten scheidet der FH einfach aus, der bekommt das Licht nicht in den Fokus, außer eben für eine Wellenlänge und dann am besten die, bei der die sphärische Korrektur auch stimmt. Da hilft ein engbandiger Filter generell wenig und auch ein Fringe Killer oder sonstwas ist keine echte Lösung.

Der Mak wird wohl nicht mit 20% Obstruktion hinkommen, daher liegt von der meiner Erfahrung nach griffigen Formel "Kontrastdurchmesser" der ED vorn. Details mit viel Kontrast (Sonnenflecken, harte Mondkontraste) profitieren von der besseren Auflösung des Mak. Der Mak ist bezüglich der Okulare einfach auszustatten. Beim etwas schnelleren ED muss man schon bezüglich Augenabstand und anderer Kriterien überlegen. Beim typischen f/8 ED ist das ganze aber nicht besonders kritisch.

Bei Deepsky und niedriger Vergrößerung liefert der FH noch das meiste Licht ab. Höhere Vergrößerung bekommt dann wieder durch den Farbfehler ihre Probleme. Z.B. Kugelsternhaufen sind einfach nicht so brilliant, wie sie sein könnten.
Der Mak verliert einiges an Licht über die Reflexionen und beim Durchgang durch den Meniskus. Hinzu kommt, dass man keine großen Felder nutzen kann und auch keine große AP, davon ausgehend, dass der 4" Mak nur 1,25" Okulare bedienen kann (auch bezüglich der Feldausleuchtung).
Dem ED fehlt es etwas an Öffnung, man kommt aber mit Tunnelblick an eine große AP und kann auch eine kleine AP gut nutzen, so dass man nah am Optimum für 80mm ist - je nachdem wie persönlich man die einzelnen Kriterien wichtet.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

danke für Deine geduldigen Erklärungen.

Wenn ich das nun richtig verstanden habe, dann liegt der Mak wegen der Obstruktion knapp hinter dem ED was die Warnehmung geringer Kontrastunterschiede anbelangt. Bei Objekten mit großen Kontrastunterschieden liegt dagegen der Mak vorne. Wenn ich das so richtig erfasst habe, wäre dann folgende Aussage korrekt?: Am Jupiter finden sich geringe Kontrastunterschiede und der ED hat die Nase vorn, wogegen die Cassini Teilung oder einige Gebiete auf dem Mond im Mak besser zur Geltung kommen.

Bei Deep Sky habe ich verstanden, daß der FH wegen der größeren Öffnung und des Öffnungsverhältnisses resultierend in größere APs gegenüber dem ED die Nase vorn hat. Korrekt?

Das würde nun bedeuten, ein 90+ f/6 ED wäre hier das Mittel der Wahl, um gegen die Kombi aus FH und Mak zu punkten?

Besten Dank und CS,
Marcus
 
Hallo Marcus,

ich kann deine Gedankengänge gut nachvollziehen.
Ich bin froh, dass ich für Planeten eh meinen 8" Dobson habe.
Am liebsten wäre mir ja ein kurzbrennweitiger 100mm APO gewesen, aber die Vernunft spielt dann bei der Geldausgabe auch eine Rolle ;)

So wie ich das hier auch rauslese, würde ich auch vermuten, dass ein ED mit größerer Öffnung als 80mm die Kombination schlägt.

Ich denke hier kann Dir bei der Entscheidungsfindung gut geholfen werden. Möchte nochmal ein großes Lob aussprechen!

Gruß und schönes Wochenende
Ina
 
Hallo Marcus,

das Mittel der Wahl ist wohl eher ein 6" f/6 Newton, der brät allen dreien ordentlich eins über und ist nebenbei auch nicht teuer und bezüglich der Montierung auch nicht wesentlich anspruchsvoller als ein 100mm f/5 oder ein 90mm f/6.

Der 90mm f/6 ED ist ein schöner Allrounder und wäre sicher ein Gerät, was die drei genannten in "schöner" vereint. Den Auflösungsvorteil des Maks und dessen Farbreinheit kann er nicht ganz einstellen, aber da stimmt dann eben die Gesamtheit der Eigenschaften beim ED eher. Das Ding ist blos bezüglich der Leistung betrachtet zu teuer. Und kompakt dann nur eben gerade noch.

Wenn man sich aus einem 6" f/5 oder 6" f/6 Newton ein Reisegerät bastelt, hat man ganz die Nase vorn. Aber das ist eben keine Lösung von der Stange. Aber ein 6" f/5 oder f/6 als Gitterrohrtubus ist mit Baumarktkrempel durchaus denkbar und verschwindet im Koffer. Ich habe sowas auch schon gesehen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

Warum gibt es eigentlich keinen 6" f/5 von der Stange? Fehlt da der Markt, geht der Kunde gleich auf 8" über, oder woran liegt es?

Deine Aussage weiter oben, daß man beim 80mm beim Tunnelblick landet habe ich noch nicht verstanden. Bei einem 78mm lande ich mit einem 31er 2" Okular nicht in einem Tunnel. Wie meintest Du das?

Hatte heute im Nachbarforum u.a. was zu einem ED mit f/8 geschreiben. Halte so etwas immer noch für ein gutes Kompromiß- und Zweitteleskop. Mit entsprechenden Okularen landet man bei guten 4° Gesichtsfeld und kann dennoch auch ins Detail gehen.

CS
Dirk
 
Hallo Dirk,

beim ED mit f/8 braucht man für 7mm AP also Minimalvergrößerung und maximale Bildhelligkeit ein 56mm Okular. Das jedoch schafft nur tunnelige 50° scheinbares Gesichtsfeld. So um 40mm bis 42mm liegen noch Okulare mit 65° bis 72° scheinbares Gesichtsfeld. Man ist dann jedoch bereits bei 5mm AP angekommen, die Okulare nutzen aber noch den maximalen Himmelsausschnitt - in etwa.
Bei einem 31mm Okular hat man sich auf weniger als 4mm AP heruntervergrößert. Man ist im mittleren Vergrößerungsbereich und hat schon eine deutlich reduzierte Bildhelligkeit.

Ein f/6 Gerät hingegen erreicht seine maximale Bildhelligkeit um 40mm Okularbrennweite und somit nicht tunnelig. Es ist zum Beispiel auch nicht nötig, um mehr Feld herauszuholen, auf Öffnung zu verzichten und eine übergroße AP zu verwenden. Das wäre bei f/5 ein Problem, wo man bei 35mm Okularbrennweite die maximal sinnvolle AP (ohne Öffnungsverlust) findet, aber mit gebräuchlichen Okularen eben noch nicht das maximale 2" Feld nutzt.

Bei einem Zweitteleskop möchte ich eigentlich keine Kompromisse eingehen. Ich habe ein Erstteleskop und das hat ggf. Schwächen. Die kann ich mit einem Zweitteleskop kompromisslos angehen. Daher habe ich mich ja für 110mm f/6 entschieden.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

ich denke hier versteckt sich eine wichtige Information für den Einsteiger: Wenn ich Deinen letzten Beitrag richtig verstanden habe, sollte man bei der Teleskopwahl nicht nur ausrechnen, mit welchem Okular man die gewünschte AP und das gewünschte Sichtfeld erreicht, sondern man sollte auch genau hinschauen, ob man dies mit einem 70° Okular (guter Blick) oder mit einem 50° Okular (Tunnelblick) erreicht. Korrekt?

Den gravierenden Unterschied zwischen f/5 und f/6 verstehe ich nicht so recht. Am 110/655 f/6 errechnet sich für ein 40 mm 68° Okular eine AP von 6,7 mm und ein Sichtfeld von 4,8°. Beim 102/500 f/5 errechnet sich für ein 32 mm 70° Okular eine AP von 6,5 mm und ein Sichtfeld von 4,5°. Werde ich den Unterschied sehen?

Noch eine andere Zwischenfrage: Sind schnelle FHs ebenso wie schnelle Newtons okularkritisch?

Danke und CS,
Marcus
 
Hallo Sven,

in
Zitat von Sven_Wienstein:
beim ED mit f/8 braucht man für 7mm AP also Minimalvergrößerung und maximale Bildhelligkeit ein 56mm Okular. Das jedoch schafft nur tunnelige 50° scheinbares Gesichtsfeld.
halte ich das "tunnelige" für etwas hart. Zwar zieht es mich inzwischen auch zum (gemäßigten) Weitwinkel, aber 50° würde ich einfach als normal bezeichnen.

Grüße

fquadrat
 
Hallo zusammen,

ermuntert durch diesen Thread habe ich mir auch den FH 120/600 zugelegt (steht bereits im Garten und wartet auf sein first light).

Da ich den SW MAK 127/1500 ebenfalls besitze, hier ein kurzes statement von mir.

Der Farbfehler ist mir sofort, beim ersten Blick durch das Teleskop aufgefallen. Ich hatte das Seben Zoom 8-24 verwendet. An Hauskanten tritt ein ziemlich starker Blausaum ab 40-fach auf. Noch stärker würde ich nur ungern vergrössern wollen, da das Ergebnis einfach 'nicht optimal' scharf ist. Mit einem 32 mm Plössl erhielt ich ein sehr fein gezeichnetes Bild. Der Blausaum erschien und verschwand jeweils mit unterschiedlichem Einblick ins Okular. Zeitweise hatte ich den Eindruck, ihn nicht zu bemerken.
Ich hatte auch den MAK parallel dazu in Betrieb. Dessen Bild ist zwar farbneutral, aber ich vermisste diese exzellente Schärfe des FH. Auch war das Bild im 32mm Plössel viel dunkler und weniger kontrastreich. Und das Fokusieren ist mit dem FH angenehmer, da schneller. Der MAK hat zwar kein seitliches Spiegelshifting, aber irgendwie eine Spiel, was sich darin äussert, dass man den Schärfepunkt erst einkreisen muss.

Mein Fazit bisher ist folgendes: Die Beobachtung im FH ist trotz Farbfehler angenehmer (insbesondere, wenn man 2" Okulare benutzt). Da ein 127er MAK auch kein richtiger Planetenkiller ist, würde ich wohl einen 127er ED kaufen, wenn ich nochmal vor die wahl gestellt würde.

Andererseits muss ich sagen, dass mein Low Cost Equipment trotzdem Freude bereitet, und ich die Lösung, dass ich mir 2 Spezialisten gekauft habe, bisher nicht bereue.


Viele Grüsse,
Franz



 
Hallo Franz,

... habe ich mir auch den FH 120/600 zugelegt ...
Mit einem 32 mm Plössl erhielt ich ein sehr fein gezeichnetes Bild.

...

Ich hatte auch den MAK parallel dazu in Betrieb. Dessen Bild ist zwar farbneutral, aber ich vermisste diese exzellente Schärfe des FH. Auch war das Bild im 32mm Plössel viel dunkler und weniger kontrastreich.

bitte bedenke daß du ein f/5 Teleskop mit einem f/12,1 Teleskop vergleichst,
mit dem selben 32mm Okular! Am FH hast du damit eine AP
(Austrittspupille) von 6,4mm bei einer Vergrößerung von knapp 19x.

Am Mak hast du eine AP von 2,64mm bei einer Vergrößerung von 48x.
Das ist natürlich ein großer Unterschied.

Wenn du das 32mm Plössl Okular am Mak verwendest solltest du
ein 13mm Plössl Okular am FH verwenden um auf die gleiche AP zu kommen.
Auch die Vergrößerung ist dann vergleichbar: 46x

Oder ein 12,5mm Okular, damit kommst du am FH auf 48x, die AP beträgt dann 2,5mm.

Da ein 127er MAK auch kein richtiger Planetenkiller ist, würde ich wohl einen 127er ED kaufen, wenn ich nochmal vor die wahl gestellt würde.

Das ist sicher keine schlechte Idee, aber teurer.
Achte dann aber darauf daß der ED sauber zentriert ist
und auch die Justage stimmt!

CS,Karsten
 
Hallo Marcus,

ja, man sollte ruhig mal ausrechnen, was für Okulare man braucht und was für Einschränkungen es gibt, weil man keine wunschgemäßen Okulare bekommt oder bauen kann.
70° oder 50° scheinbares Feld sind entscheidend, wenn es um die Bildästhetik geht, also bei Objekten, die dann auch das Bildfeld füllen bzw. die innerhalb ihrer Umgebung wirken (Sternhaufen, Nebel, etc).

Zwischen f/5 und f/6 ist entscheidend, dass mangels passender Okulare das wahre Gesichtsfeld kleiner wird, obwohl die Teleskopbrennweite kleiner wird. Man kann nämlich bei f/5 kein Okular finden, was mit 7mm AP oder weniger die volle 2" Feldblende von 46mm nutzt. Je nach Okularwahl an dem einen oder anderen Gerät kommt so ein Effekt zum Tragen.

Schnelle FHs sind okularkritischer als der Newton. Sie erzeugen zunächst denselben Okularastigmatismus (bei gleichem Öffnungsverhältnis) haben aber eine stärkere Bildfeldkrümmung und dadurch die Tendenz zu noch mehr Unschärfe am Bildrand. Es hängt aber davon ab, wie die Schärfeebene des Okulares mit der des Teleskopes harmoniert.

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen,

ja spannend, was ein Thread so alles nach sich zieht :)
Habe jetzt durch das Forum die Möglichkeit an einen gebrauchten Williams 110ED zu kommen.
@Sven, Du hast doch Erfahrung mit der Optik? Wenn es Dir keine zu große Mühe macht, kannst Du mir kurz schreiben, was für Vorteile ich gegenüber dem 120/600 hätte. Der William kostet mehr, aber vielleicht überzeugen mich dann die Argumente für das teurere Gerät.

Vielen Dank schonmal und einen schönen Sonntag
Gruß
Ina
 
Hallo Ina,

also der William ist ja ein ED. Dadurch ist der Farbfehler gegenüber dem normalen Achromaten deutlich reduziert. Das hat so einiges an Auswirkungen. Wo fange ich an?
Also der Farbsaum eines Achromaten ist violett-blau, liegt daran, dass man das Bild auf Grün fokussiert am schärfsten empfindet, bzw. dass man bei Deepsky grünes Licht zwar grau aber am deutlichsten wahrnimmt. Dadurch ist dann blaues, violettes und rotes Licht nicht richtig fokussiert und das gibt einen violett-blauen Saum der an hellen Objekten bzw. an starken Kontrasten sichtbar wird. Beispiele: Sterne, Mondrand, Mondkrater, Sonnenflecke, Sterne. Aber auch wo der Farbfehler nicht sichtbar wird oder mangels Helligkeit nur grau sichtbar ist, kostet das Kontrast.
Das bekommt der ED besser hin. Mein Megrez zeigt bei für mich optimalen Fokus einen roten Farbsaum, der kleiner ist als bei einem vergleichbaren Achromaten. Aber dadurch dass er kleiner ist, ist er auch etwas heller - die Helligkeit ist quasi schon stärker konzentriert.

Wo wirkt sich das aus? Bei der Deepsky-Beobachtung sieht man den Farbfehler um helle Sterne. Wie hell ist hell? So etwa 2. Größenklasse. Dann kommt bei mittleren bis hohen Vergrößerungen der Farbsaum hervor, erst als Sternfarbe, dann sichtbar als Saum. Darin aber sitzt ein bläulich-weisses Airy-Scheibchen, das gut definiert ist. Ansonsten ist der Farbsaum schon da und ich sehe auch, wie er bei Jupiter stört. Aber es ist eben kein Jupiter mit einem violetten Saum wie hier: http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_jupiter.htm
sondern man sieht halt je nach Fokus etwas rot und grün blitzen, von dem man weiß, dass es da nicht hingehört. Es fällt mir auf, weil ich von farbreinen Teleskopen verwöhnt bin.

Bei sehr hellen Sternen, zum Beispiel Arkturus, wird der Farbfehler auch bei 30x sichtbar, aber nicht als Saum sondern man nimmt das eher wie eine Färbung des Sterns wahr. Der Saum wird eh überstrahlt von der Helligkeit.

Mehr habe ich ja hier geschrieben: http://www.svenwienstein.de/HTML/william_optics_megrez_110.html

Noch zum 120/600. Der hat natürlich etwas mehr Öffnung und bei der Deepsky-Beobachtung kommt das auch zum Tragen. Es ist aber nicht viel und es gibt die Problematik, dass der mit f/5 ja nochmals anspruchsvoller bezüglich der Okulare ist. 35mm als maximale Okularbrennweite - da ist dann nicht das volle Feld was im 2" Auszug drin steckt nutzbar, weil es eben kein Okular gibt, was das aufnimmt. Beim Megrez mit f/6 hingegen gibt es einige Okulare, die mit voller Feldblendengröße das Maximum herausholen. Sie sind allerdings auch nicht ganz billig.

Ansonsten schau auf die Verarbeitung. Pick Dir einen 120/600 heraus - kommt der im Koffer? Stabiler Crayford? Solider Tubus? Taukappe ausziehbar oder fix montiert?
Ah, da fällt mir ein Nachteil des William ein. Der hat so eine spezielle Befestigung für die Sucherhalterung, so dass man Standardsucher nicht so einfach verwenden kann. Ich selbst habe mir einen einzelnen Sucherschuh gekauft und den auf eine Rohrschelle geschraubt (die haben je 2 Auflageflächen), so dass ich meinen Skysurfer Leuchtpunktsucher verwenden kann. Ein 120/600 wird wohl schon so eine Standard-Sucheraufnahme haben... Jedenfalls: Nachgucken. Bei William ist der Sucher zusätzlich zu kaufen, bei anderen Herstellern ist meist einer dabei, und wenn's nur ein 6x30 ist.

Clear Skies
Sven
 
Hallo nochmal

@Sven vielen, vielen Dank! Lese mir das noch ein paar Mal in Ruhe durch. Der Hinweis auf den Sucher ist sehr wertvoll!

Viele Grüße und angenehmen (Fußball-)Nachmittag
Ina
 
Also eigentlich will ich den Thread nicht unendlich aufblähen, aber ich habe einen 100/640 von Vixen angeboten bekommen und der hätte ein etwas gefälligeres Öffnungsverhältnis, da dürfte man auch das Maximum herausholen können.
Kennt jemand zufällig das Gerät? Ich habe darüber weder in der Suche, noch im Netz was gefunden (evtl. falsch gesucht?)

Danke und einen schönen Abend :)
Gruß
Ina
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ina,

ohne jetzt nachzuschauen, aus welcher Zeit der ist, wenn es ein Vixen mit 2" Anschluss ist, dann wird das Gerät bezüglich Farbfehler mindestens etwas besser abschneiden als der Megrez, aber natürlich ist er bezüglich Deepsky nun schon spürbar vom 120/600 Achromaten weg. Ist so ein Mittelweg. Für Widefield dominiert sicher die größere Öffnung des Megrez (zumindest auch bei ähnlichem Preis).
Der alte ED 102 SS hatte jedenfalls 660mm Brennweite. Der ED 100 Sf hat f/9 - wie heißt das Ding genau? Oder soll das ein Achromat sein und eben kein ED? Dann würde das die Nachteile beider Geräte geschickt kombinieren...
Ich müsste daheim mal in die alten Prospekte schauen, welcher von den alten Vixen da ggf. in Frage kommt.

Übrigens, ich hatte mich explizit für das (kleine) Plus an Öffnung entschieden, als ich über 100mm Alternativen zum 110mm Megrez nachgedacht habe. Auch deshalb, weil ich lieber 120mm Öffnung gehabt hätte - nur nicht als Achromat. Aber gegen einen feinen Vixen ED mit Japan-Optik wird ein Megrez in Punkt Feinabstimmung der Optik schlecht aussehen. Ist bei Widefield dann aber wieder unerheblich.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

also 2" ist wohl möglich, Klemme dafür würde ich bekommen.
Bezeichnung auf dem Tubus lautet Shuttle Scope 100S.
Nur wenn er natürlich beide Nachteile geschickt kombiniert... dann ist das natürlich ungünstig ;)
Ich schätze, dass es dann doch ein 120/600 wird auch wenn es dann so ist, dass man nicht das volle Feld im 2" nutzen kann. Wobei ich da nochmal über Feldblenden etc. lesen muss, denn das hab ich noch nicht ganz verstanden, muss ich zugeben.

CS
Ina
 
Hallo zusammen,

also ich habe nun herausgefunden, dass das Vixen ein Spective ist (2linsiges Fraunhofer Objektiv).
Dann würde ich jetzt vermuten, dass es so ist, wie Sven sagt, dass ich da wohl dann die Nachteile beider Geräte "geschickt" kombiniere, oder seh ich das jetzt falsch?

Habe jetzt auch noch einen netten Skywatcher ED100/900 auf Vixen New Polaris Montierung angeboten bekommen. Allerdings bin ich da wieder bei f/9 da verliere ich schon Weitfeld, oder? Muss mir das mal durchrechnen mit meinem 2" Übersichtsokular, da geh ich ja von einer Feldblende von 47,5 mm aus.

Viele Grüße
Ina
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

mir kommt noch etwas anderes in den Sinn: Ein 130/650 Newton mit 2" OAZ auf einer AZ4 o. ä. Montierung. Der ist vermutlich nicht weniger transportabel als ein 120/600 FH und mit Sicherheit mehr transportabel als eine Kombination aus FH und Mak oder ein großer ED. Dabei dürfte der Newton auch einigermaßen universell einsetzbar sein und gleichzeitig preiswert. Oder täusche ich mich da?

Viele Grüße und CS,
Marcus
 
Hallo Ina,

Muss mir das mal durchrechnen mit meinem 2" Übersichtsokular, da geh ich ja von einer Feldblende von 47,5 mm aus.

geh lieber von 46mm Feldblendendurchmesser aus. Mehr scheint
nicht in die 2" Stechhälse hineinzupassen. Siehe auch die
Angaben zum Feldblendendurchmesser (Field Stop) bei Televue:

http://www.televue.com/engine/page.asp?ID=144

Auch dort geht es nicht über 46mm hinaus. Damit erhältst du
am Teleskop mit 900mm Brennweite per arctan Formel gerechnet
2.93° am Himmel.

MfG,Karsten
 
Hallo Karsten,

vielen Dank! Da war ich jetzt gerade etwas zu langsam ;)
Außerdem hat das Sven auch vorher schon geschrieben, das war mir nur leider entfallen...
Wenn sich jetzt noch jemand zu der Vixen Optik äußern kann, bin ich zumindest was die Forums-Angebote durch :)
Ich denke, dass ich diese Woche auf die eine oder andere Weise bestellen werde, die Zeit ist langsam reif.

Viele Grüße und ein herzliches Dankeschön!
Ina
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben