Hallo Mathias
Hallo Frank,
Mich würde interessieren: ab welchen Belichtungszeiten wird es hintergrundlimitiert und wovon hängt das ab, welche Faktoren spielen da in der Praxis eine Rolle, bzw. sind entscheidend? Ist ja auch eine Frage des Standorts - ich habe irgendwo mal aufgeschnappt, unter normalen mitteleuropäischen Bedingungen wären 30 sec schon am Limit, stimmt das? Hintergrund der Frage ist auch, inwieweit teure Montierungen für stundenlange Belichtungen sich unter solchen Bedingungen (die ja auch nicht besser werden) noch auszahlen.
Gruß,
Mathias
Das ist eben so ein Problem. Zwei Faktoren spielen hier eine Rolle, dein Himmel bzw. dessen Helligkeit und das Ausleserauschen deiner Kamera. Letzteres kann man aus Datenblättern erfahren oder tatsächlich selber messen. Den Himmel kannst du aus eigenen Aufnahmen bestimmen. In PixInsight gibt es dafür einen Kalkulator, ich meine sowas aber schonmal online gesehen zu haben.
So Pauschalaussagen wie 30s sind am Limit, sind sehr kritisch. Ich schätze mal, dass es unter gutem Landhimmel mit einer DSLR oder gängigen CCD einige Minuten braucht. In Stadtnähe entsprechend schneller.
Ich mache immer 10 Minuten Frames und bin damit sicher Hintergrundlimitiert. Die Filter spielen auch eine Rolle. Ich habe schon Aufnahmen mit Ha Filter bei Neumond in Namibia gemacht, da belichtet man sich dumm und dusselig bis man Hintergrundlimitiert ist. Binning würde dann helfen, aber verringert die Auflösung. Wer will das schon.
Die Montierungen sind IMHO eher bei kurzen, nicht nachgeführten Aufnahmen das Problem. Ich habe es bisher nicht geschafft nicht nachgeführte Aufnahmen mit 30s zu machen, ohne 50% Ausschuss zu produzieren. Und das mit sehr guten Mittelklasse Montierungen (Alt, Fornax etc.).
Aber nochmal, der Vorteil von hintergrundlimitierten Aufnahmen ist ein Vorsprung in einem Bereich von ca. 30 Minuten. 30 min hat man schnell mal aussortiert wenn man bei 10 minütigen Aufnahmen ein paar faule Eier drin hat.
Auf der anderen Seite hat man riesige Datenmengen wenn man kurz belichtet und das Dithering wird zum echten Zeitfresser.
Ihr müsst das selber für euch entscheiden. In der Theorie lässt sich der Vorteil gut erklären, in der Praxis sieht es manchmal anders aus. Die Entscheidung nimmt euch niemand ab.
CS Frank