Lange Belichtung vs viele kurze Belichtungen

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Was ich gar nicht beachtet habe: der große Vorteil von CMOS-Kameras ist die Gain-Einstellung. Bei kurzen Belichtungszeiten kann man das Gain hochdrehen, damit vermindert sich offenbar das Rauschen. Das ist hier schön erklärt. Damit gewinnt man sogar Signal zu Rauschen bei kurzen Einzelbelichtungen. Das ist ein echter Vorteil.

Trotzdem keine Option für mich, weil ich nicht dem den riesigen Datenmengen arbeiten will.
 
Was ich gar nicht beachtet habe: der große Vorteil von CMOS-Kameras ist die Gain-Einstellung. Bei kurzen Belichtungszeiten kann man das Gain hochdrehen, damit vermindert sich offenbar das Rauschen. Das ist hier schön erklärt. Damit gewinnt man sogar Signal zu Rauschen bei kurzen Einzelbelichtungen. Das ist ein echter Vorteil.
Das Video ist super, mit geringfügiger Modifikation könnte man auch etliche ISO Diskussionen abkürzen. Allerdings hat die Botschaft einen Beigeschmack : Bei CCDs liegt die A/D Wandlung ausserhalb des Chips, so dass man hohen gain und (!) hohe Kapazität in einer Einstellung vereinen kann. Bei DSLR und gängigen CMOS Kameras sind die on-chip ADCs eben zu klein ausgelegt, deswegen muss man wie bei der DSLR zwischen Rauschen und Kapazität über den Gain abwägen. Eigentlich wird hier eine Krücke als Feature verkauft. Der große Vorteil der CMOS-Kamera ist das geringere Rauschen an sich. Der verstellbare Gain ist doch eher nervig, wie man an den zahlreichen Fragen dazu sieht. Es gibt schon vereinzelte CMOS Kameras, die durch doppeltes Scannen mit unterschiedlichem Gain dieses Problem lösen, aber ob und bis wann das Standard wird, bleibt abzuwarten.
 
Ich finde, er hätte im Video noch auf die Bedeutung und Funktion des Offsets eingehen können. Das ist mir nämlich nicht ganz klar. ich vermute, dass man dadurch noch etwas mehr Signal gewinnen kann bei hohem Gain, wenn man einen Offset anzieht? Dann wäre aber der Offset an das Gain gekoppelt.

Der Nachteil des variablen Gains und Offsets ist, dass man für alle unterschiedlichen Kombinationen eigene Darks (und Flats) braucht.
 
Der Offset dient nur dazu, Nullen zu verhindern. Ein zu hoher Offset kostet etwas Dynamik, am SNR ändert er nichts.
 
Aha. Ich dachte, der Offset würde abgezogen. Denn Nullen kann es doch gar nicht geben wegen des Bias. Und wenn man am Gain dreht, wird der Offset entsperchend mit gestreckt. Das ist mir aber etwas zu ominös. Ich habe den Offset nie verändert, weil ich mir um dessen Bedeutung nicht im klaren bin.

Da ich ohnehin defaultmäßig mit 300s bei f/10 bzw f/7 belichte und 60s mit dem Hyperstar, drehe ich das Gain nicht hoch um nicht Gefahr zu laufen, helle Sternn auszubrennen. Das Gain lasse ich auf Null (ist ja eigentlich 1 gemeint).
 
Hi,

Offset und Bias sind m.E. die exakt gleichen Dinge.

Hallo Norbert

Bei CCDs liegt die A/D Wandlung ausserhalb des Chips, so dass man hohen gain und (!) hohe Kapazität in einer Einstellung vereinen kann.

Das wusste ich noch nicht, also den zweiten Teil des Satzes. Ich hatte bisher angenommen, dass es da keinen großen Unterschied zwischen CMOS und CCD gibt. Mir ist nicht ganz klar wie man mit dem hohen Gain eine hohe Kapazität erhalten kann.

CS Frank
 
P.S.

schönes Video, anschaulich erklärt. Man hätte allerdings den Gain des Mikrofons mal höher drehen sollen:-))) Britisches Englisch inkl. Fachkauderwelsch, und das ganze zu leise ist eine echte Herausforderung.

Es wird dort oft von FullWell gesprochen, wobei manchmal klarer von FullWell Depth gesprochen wird. Die Full well Capacity ändert sich selbstverständlich nicht, das erkennt man ja auch sehr anschaulich. Ich finde es dann etwas unglücklich weiter von FullWell zu sprechen. Das führt wieder nur zu Missverständnissen, da man verbreitet davon liest, das ein hoher Gain zu einer kleinen FullWellCapacity führt, was ja falsch ist.

CS Frank
 
Das wusste ich noch nicht, also den zweiten Teil des Satzes. Ich hatte bisher angenommen, dass es da keinen großen Unterschied zwischen CMOS und CCD gibt. Mir ist nicht ganz klar wie man mit dem hohen Gain eine hohe Kapazität erhalten kann.

Ist auch kein prinzipieller Unterschied, aber wenn ich eine CCD mit 20000 e- Kapazität und 16 bit Wandler ausstatte, und den gain so einstelle, dass die 65.000 ADU eben den 20k entsprechen, habe ich mit ca. 0.3 e-/ADU einen für CCD Verhältnisse vollkommen ausreichend hohen gain, um auch sehr nahe am theoretisch minimalen Ausleserauschen zu liegen.
Es gibt natürlich großpixlige CCDs wo das mit 16bit auch nicht mehr ganz aufgeht, aber man muss nicht die ursprüngliche Kapazität so massakrieren wie bei den CMOS Teilen bzw. DSLRs. Klar gibt es auch CCDs, zb. die 8bit DMKs, bei denen man
mit dem Gain massiv die Bits hin- und herschieben muss.

*entfernt*
 
@frasax: Full well capacity ist ein Begriff, unter dem man sich alles Mögliche vorstellen kann, darum gibt's hier keine trennscharfe Terminologie zu verlieren:

Die maximal vom ADC konvertierbare Kapazität
Die wirklich maximale Menge an speicherbaren Elektronen
Die Kapazität, die inkl. Photonenrauschen (Standardabweichung? 2-fach/3-fach) das Maximum ergibt
Die Kapazität, bis zu der der Pixel noch linear arbeitet

Und vielleicht noch mehr, aber diese fallen mir direkt ein.

Michael
 
Wenn ich auch mal meine bescheidene Erfahrung einbringen darf. Ich kann wissenschaftlich absolut gar nichts dazu beitragen, aber den Fall hatte ich jetzt kuerzlich. Ich hatte meine ueblichen 900s fuer die lights eingestellt und wollte damit den Pferdekopf knippsen. Naja man kann sich denken was passierte. Alnitak war mir dann doch etwas "vieeel zu hell".
Dann ging ich zurück auf 300s und da wars dann ganz ok. Beim stacken von 3x300s "brannte nichts aus".
Dh einen Unterschied scheint es schon zu geben, aber da mir das Hintergrundwissen schlicht fehlt, kann ich sonst nichts dazu beitragen, also lass ichs einfach mal so stehen.
 
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