Langzeitbeobachtung der Sonne mit Spektroheliografie

Bochumer1981

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe mich entschlossen, ein "Sonnenbeobachtungsjournal" zu eröffnen, in dem ich meine spektroheliografischen Sonnenbeobachtungen langfristig in diesem Beitragsfaden dokumentieren möchte. Folgende Spektroheliografen kommen zum Einsatz:


VIS-SHG

Spektroheliograf für den sichtbaren Spektralbereich (VIS), optimiert für Hα bei 656,28 nm

OptikTakahashi FS-78 (630mm)
Energy Rejection Filter (ERF)Front-ERF: Baader D-ERF 110mm (610 – 690 nm)
Spalt7µm; 7mm (MLAstro)
Beugungsgitter2400l/mm
DetektorIMX 678 Mono

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NUV-SHG

Spektroheliograf für den nahen Ultraviolettbereich (NUV), optimiert für Ca II K bei 393,36 nm

OptikSkywatcher Evolux 62 ED (400mm)
Energy Rejection Filter (ERF)Interner Antlia Solar Discover Dualband Energy Rejection Filter (ERF) (2"; 380 - 405nm)
Spalt7µm; 6mm (Shelyak Instruments)
Beugungsgitter2400l/mm
DetektorIMX 678 Mono


PXL_20260711_070840302.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Beobachtung vom 11.07.2026

Hallo zusammen,
heute konnte ich das Wochenende mit einer morgendlichen Sonnenbeobachtung starten und dabei nochmals mehr Zeit in die Justage und Fokussierung der beiden Systeme investieren. Die Beobachtung fand im Zeitraum von 10:12 MESZ bis 10:59 MESZ statt.

Die Bedingungen waren mit 28 °C und wolkenlosem Himmel zunächst sehr gut. Im Laufe der Beobachtung nahm jedoch das Bodenseeing deutlich zu. Aufgrund der hohen Temperaturen wurden die Spektroheliografen vorsorglich mit Rettungsdeckenfolie gegen direkte Erwärmung geschützt. Die Beobachtung erfolgte zudem unter einem Sonnenschirm.

Der Schwerpunkt der Beobachtung lag auf dem neu aufgebauten NUV-SHG mit dem Ziel, erste optimierte Aufnahmen in der Ca-II-K-Linie bei 393,37 nm zu gewinnen. Dabei wurden insbesondere die Fokussierung des Kollimators sowie die Abstimmung des Systems auf die Spektrallinie überprüft.

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass das System grundsätzlich gut funktioniert und bereits chromosphärische Strukturen in der Ca-II-K-Linie sichtbar macht. Für die Darstellung wurden sowohl eine moderat gestreckte Version als auch eine kontrastverstärkte Darstellung mittels Multi-CLAHE erstellt, um unterschiedliche Strukturdetails hervorzuheben. In der H-alpha Linie zeigte sich eine Ellerman-Bombe als "Moustache". Die entstandene H-alpha-Aufnahme wurde zudem für das BASS2000-Sonnenarchiv aufbereitet und übermittelt.


H-alpha (Linienkern)
10_14_46_copy_20260711_autostretch_0_00.jpg


H-alpha Linienkern: AR 4482
10_14_46_20260711_cropped-0.jpg



H-alpha (Linienflügel)
10_14_46_copy_20260711_clahe2_11_00.jpg


H-alpha Linienflügel: AR4482
10_14_46_20260711_cropped-1.jpg



H-alpha-Linienflügel: Ellerman-Bombe in AR4485
10_14_46_20260711_EB1__.jpg



Ca II K (Linienkern als lineares bzw. moderat gestrecktes Spektroheliogramm (Autostretch)
10_59_06_copy_20260711_autostretch_0_00.jpg



Ca II K (Linienkern als Multi-CLAHE gestrecktes Spektroheliogramm: Contrast Limited Adaptive Histogram Equalization zur Strukturverstärkung)
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Ca II K (Linienflügel)
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CS

Stephan
 
Zuletzt bearbeitet:
Beobachtung vom 12.07.2026


Hallo zusammen,

der Sonntagmorgen startete mit einer Sonnebeobachtung von ca. 09.00 bis 10:00 Uhr MESZ. Blauer Himmel, wenige feine Schleierwolken und 26°Celsius.

CA II K -Beobachtungen
Zunächst wurde die CA II K Linie im Linienkern mit dem NUV-SHG beobachtet. AR4482 zeigt sich weiterhin als magnetisch aktive Region mittig auf der Sonnenscheibe, eingebettet in das chromosphärische Netzwerk:

09_07_52_copy_20260712_clahe2_0_00.jpg


Mit der Autostrech-Prozessierung zeigt sich im Nord-westlichen Quadranten eine größere Protuberanz:
09_07_52_copy_20260712_autostretch_0_00.jpg


Das Flügelbild der Ca II K Linie zeigt die Übergangsschicht von der Photosphäre zur unteren Chromosphäre. AR4482 zeigt sich mit prominentem Sonnenfleck:

09_07_52_copy_20260712_autostretch_11_00.jpg




H-alpha-Beobachtungen
Anschließend wurde die H-alpha-Linie im Linienkern mit dem VIS-SHG beobachtet. AR4482 zeigt sich als magnetisch aktive Region mit feinen Fibrillen. AR4485 zeigt eine deutliche Emission im Plage-Gebiet:

10_07_34_copy_20260712_autostretch_0_00.jpg


Die Flügel der H-alpha-Linie zeigen den Sonnenfleck in AR4482 deutlich mit Umbra und Penumbra und eine starke Emission in der unteren Chromosphäre bei AR4485.
10_07_34_copy_20260712_autostretch_11_00.jpg


Der Blick auf AR4485 brachte zum Aufnahmezeitpunkt (10:07 MESZ) einen M1.2-Flare mit zwei Flare-Kernen, zu erkennen an der Aufhellung des Linienkerns sowie den starken Emissionen im Linienflügel:

AR4485 M1.2 Flare.jpg


Zusätzlich zeigte sich auch eine begleitende Ellerman-Bombe:

EB.jpg



Ergänzend zu den heutigen H-alpha-Aufnahmen wurde ein verfolgender Rückblick auf AR4482 erstellt, der die letzten 8 Tage umfasst und die zeitliche Entwicklung der Region anschaulich dokumentiert, wenngleich das Seeing in die heutige Aufnahme voll reingeschlagen hat.

ar-4482ar-4482 (3).jpg



05. Juli – Der Eintritt am Ostrand: AR 4482 rotiert gerade erst auf die sichtbare Sonnenseite. Durch den extrem flachen Blickwinkel und atmosphärische Störungen ist das Bild links stark verzerrt. Dennoch zeigt sich sofort ein markantes, helles Plage-Gebiet und ein erster dunkler Sonnenfleck.

06. & 07. Juli – Durch die Eigenrotation der Sonne wandert die Region weiter zur Scheibenmitte. Der Sonnenfleck wird deutlicher, und das ihn umgebende helle Plage-Feld zieht sich länglich nach links unten. Am 7. Juli formiert sich das heiße Plasma spürbar kompakter und intensiver um den Fleck.

08. Juli - Die Region wirkt temporär etwas diffuser – das lokale, städtischen Seeing hat zugeschlagen.

09. Juli – Der Sonnenfleck sitzt im Zentrum der Aktiven Region. Die fadenförmigen Fibrillen breiten sich radial aus, während das Plage-Gebiet den Kern fast C-förmig umschließt.

10. & 11. Juli – Die Region erreicht ihre optimale Position auf der Sonnenscheibe. Am 11. Juli zeigt AR 4482 eine hochentwickelte Struktur: Die Umbra des Sonnenflecks ist messerscharf abgegrenzt, flankiert von einem extrem verdichteten, leuchtenden Plage-Zentrum. Die fein gezeichneten Fibrillen deuten auf eine enorme magnetische Spannung hin – AR 4482 ist zu diesem Zeitpunkt ein heißer Kandidat für solare Flares.

12.Juli -Das Seeing verschlechtert die Abbildungsqualität deutlich - feine Veränderungen sind zum Aufnahmezeitpunkt leider nicht ersichtlich.


Fazit - heute war ganz schön was los. Leider ist die Qualität der Halpha-Aufnahmen begrenzt. Die CA II K Aufnahmen sind m.E. deutlich hochwertiger. Die Ca II K Aufnahmen konnte ich am frühen Morgen durchführen. Die Hunderunde und das Frühstück bis zu den Halpha Aufnahmen verschlechterten das Seeing bereits deutlich. Mir kam noch die Idee die leichte Unschärfe in den CA II K Aufnahmen abseits der Sonnenmitte durch ein Abblenden des Objektivs am NUV-Instrument zu begegnen. Das teste ich dann beim nächsten Mal.

CS Stephan
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Stephan
Das ist mir bei meinen Aufnahmen auch schon aufgefallen.
cak ist nicht so Seeing anfällig wie ha.
Ich dachte das wäre umgekehrt.
Vom 10 und 11 sind top. Liegt es daran das die Lage der Flecken Gruppe genau in der Mitte ist.
Bei mir spielt das keine große Rolle da ist nur das Seeing wichtig.
Bei Weißlicht sieht es anderes aus . Da sollte die Fleckengruppe genau in der Mitte sein . Dann kommt auch die Granulation besser raus .

Gruß Frank
 
Hallo Frank,

ja seltsam, da man ja überall liest, dass langweiliges Licht weniger seeinganfällig ist.
Ich werde das im Blick behalten.
Am Ende ist die individuelle Situation am Beobachtungsplatz sicherlich auch schwer vorherzusagen. Ich war aber auch verwundert, weil ich bewusst dachte, dass ich mit etwa 1 Stunde Pause zwischen den Aufnahmen noch keine Probleme in der H-alpha-Linie Beobachtung bekomme...

CS
Stephan
 
Hallo Frank.

Das Seeing hat in der Stunde zwischen Kalzium und Halphaaufnahme mutmaßlich zugenommen, durch Erhitzung der städtischen /bebauten Flächen bei zunehmend höherstehender Sonne. Das war heute mein vermutetes "Problem" mit scharfen Halpha Aufnahmen. Hätte direkt in einem Durchziehen sollen ohne Frühstück und Gassirunde ;)...aber das gehört zum Sonntag ja ebenso dazu.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gassirunde ist bei mir an erster Stelle.
Dann frühstücken dann kann ich mir etwas Zeit für mein Hobby nehmen.
Aber dann meistens ohne Unterbrechung für 2std .

Alles klar ist ja verständlich.

Gruß Frank
 
Beobachtung vom 14.07.2026


Hallo zusammen,

ich habe meine Verarbeitungskette zur Erzeugung von Spektroheliogrammen an meine beiden Spektroheliografen angepasst und mich erstmals an die Programmierung automatisierter Skripte für JSol'Ex herangewagt. Diese Skripte erzeugen nun standardisiert und zeitsparend Bildcollagen meiner Spektroheliogramme der Ca-II-K- und H-alpha-Linie, ergänzt um Informationen zum Aufnahmezeitpunkt und zum verwendeten Instrument. Sollten sich besondere Phänomene auf der Sonne zeigen, werden die beiden Bildcollagen um weitere Beobachtungen ergänzt. Das war heute nicht der Fall. Das Seeing war stark begrenzend, da ich leider gezwungen war die Mittagssonne bei 28°C zu nutzen.


H-alpha-Spektroheliogramme:

13_37_04_20260714_Übersicht.jpg


Ca II K-Spektroheliogramme:

13_07_55_20260714_CLAHE_CaK_profile_im_Vergleich.jpg




Zum Hintergrund / zur Interpretation der neuen Verarbeitungskette

Der NUV-SHG liefert mit jedem Scan einen Spektralwürfel der Ca-II-K-Linie. Dieser wird an den Linienkomponenten K1V (violettes Absorptionsminimum), K2V (violetter Emissionspeak) und K3 (Linienkern bzw. zentrales Absorptionsminimum) ausgewertet.

Diese Wellenlängen sind überwiegend für unterschiedliche Höhenbereiche der Chromosphäre empfindlich: K1V repräsentiert die untere Chromosphäre, K2V die mittlere und K3 die obere Chromosphäre. Die Bildverarbeitung ist auf Plages und das chromosphärische Netzwerk optimiert und nutzt adaptives CLAHE. Protuberanzen treten dabei etwas in den Hintergrund, werden jedoch durch den VIS-SHG erfasst.

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Der VIS-SHG liefert mit jedem Scan einen Spektralwürfel der H-alpha-Linie. Ausgewertet werden der Linienflügel bei Δλ =−1,0 Å, der Linienflügel bei Δλ =−0,5 Å sowie der Linienkern. Auch diese Wellenlängen erlauben Einblicke in unterschiedliche Höhenbereiche der Chromosphäre: Der Flügel bei Δλ =−1,0 Å zeigt überwiegend tiefere Schichten, der Linienflügel bei Δλ =−0,5 Å die mittlere Chromosphäre und der H-alpha-Linienkern die obere Chromosphäre. Die Bildverarbeitung ist für diese Daten auf die Darstellung von Protuberanzen, aktiven Regionen und Filamenten optimiert.


CS
Stephan

PS: Vielleicht sollte ich die Bilder doch nicht als horizontale Collage anordnen, das verschenkt Auflösung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beobachtung vom 14.07.2026


Hallo zusammen,

... mich erstmals an die Programmierung automatisierter Skripte für JSol'Ex herangewagt. Diese Skripte erzeugen nun standardisiert und zeitsparend Bildcollagen meiner Spektroheliogramme der Ca-II-K- und H-alpha-Linie, ergänzt um Informationen zum Aufnahmezeitpunkt und zum verwendeten Instrument.

PS: Vielleicht sollte ich die Bilder doch nicht als horizontale Collage anordnen, das verschenkt Auflösung.
Hallo Stephan ...
ich finde die Anordnung gut. So lassen sich die einzelnen Auswertung prima " miteinander " vergleichen.
... aussedem ist es immer gut ( wo , wann und wie ) rationell zu arbeiten.
Damit bleibt dauerhaft Zeit für das wesentliche. Zumindest ist dieses meine Erfahrung in vielen bereichen um dauerhaft an einer Erfassung ( interessiert ) zu bleiben.
Gruss
Marco
 
Hallo Marco,

danke dir für deine Rückmeldung! Die selben Argumente hatten mich auch dazu bewegt es so anzuordnen. Die Auflösung und Details in den Spektroheliogrammen sind ja eh nicht so toll wie auf Fotografien, aber jetzt gerade in der Forumansicht war es dann doch deutlich reduziert. Ich lasse es jetzt erstmal so laufen und ergänze dann bei besonderen Ereignissen und Phänomen und kann dann ja größere Einzelbilder zeigen.

CS
Stephan
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Stephan,

Zunächst Respekt von mir für dein Projekt.
Fachlich kann ich nichts dazu beitragen. Für mich sind die unterschiedlichen Ansichten der Sonne in der verschiedenen Wellenlängen doch sehr interessant. Deine Erläuterungen helfen mir, das Gesamte besser zu verstehen.

Aufgrund der hohen Temperaturen wurden die Spektroheliografen vorsorglich mit Rettungsdeckenfolie gegen direkte Erwärmung geschützt.

Ich kann mir recht gut vorstellen, dass das schwarze Gehäuse recht viel absorbiert und sich dabei aufheizt. Gibt es dann ein bemerkbares "Instrumentenseeing"?

Zum Problem der Luftunruhe (Seeing):
Meiner Erfahrung nach ist das Kalziumbild oder die Aufnahme in der Kalzium-Linie deutlich anfälliger auf unruhige Luft als die Aufnahme in H-alpha. Das Kalzium Bild ist meist mehr in Bewegung als das H-alpha Bild.
Es kommt auch der zeitliche Abstand zwischen den Aufnahmen dazu. Eine Stunde Abstand kann die Luft gerade im Sommer deutlich unruhiger werden lassen. Das bemerke ich immer wieder beim aufnehmen der Sonnenbilder.

Mit der Kalzium-Fotografie und der H-alpha Beobachtung möchte ich mich noch etwas verändern. Protuberanzen in der Kalzium Linie abzubilden werde ich ebenfalls versuchen.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo zusammen,
Hallo Gerd @Gerd K ,

Ja, du hast vollkommen Recht, aber die möglichen Beobachtungszeitfenster richten sich nicht immer nach den astronomischen Beobachtungsprinzipien - wir hatten ja beide schon dazu geschrieben: zwischen Berufs- und Familienalltag...
Die Wärmestrahlung, insbesondere am kleinen Kunststoff-Sol'ex wirkt sich auf jeden Fall aus. Ich muss beide Geräte nachfokussieren auf allen drei Ebenen. Ich nutze hauptsächlich einen Sonnenschirm - die Rettungsdeckenfolie nutze ich erst das zweite Mal, ich kann deren (Nicht-)Wirkung noch nicht Einschätzen. Aber auch der Laptop und die Kamera werden dann zunehmend heißer...es gibt wohl so USB-Smartphonekühler - die wollte ich mal Ausprobieren. Und für Laptops gibt es Lüfter-Unterlagen...Die Stunde Unterschied hat mir in den letzten Tagen immer wieder gezeigt wie schnell das Seeing zunimmt... Ich mache ja "Lucky-Scanning" und scanne jede Linie etwa 10-15 Mal in der Hoffnung, dass was schönes dabei ist :)

CS
Stephan
 
Hallo Stephan,

Ich habe mir dieses Jahr ebenfalls einen Sonnenschirm angeschafft, unter dem ich den Tisch für dem Laptop aufbaue. Ich habe mir allerdings einen Laptop mit eingebauten Lüfter zugelegt, der fiel bisher nicht aus. Bei mir fiel in der Tat immer wieder die Computermaus aus, als die in der Sonne zu heiß wurde.
Unter dem Sonnenschirm ist auch das fokussieren bzw. die Fokuskontrolle am Monitor vom Laptop deutlich einfacher, da das Sonnenbild besser zu sehen ist. Ich werde mir noch eine aktiv gekühlte Kamera zulegen. Ich habe den Eindruck das bei Chiptemperaturen von 30 bis 40°C die Kamera sehr zum rauschen anfängt. Diese Kamera möchte ich neben der Sonnenfotografie auch in der Nacht einsetzen.

Eventuell hilft es, für das Sol'ex eine Blende, ähnlich den Baader-Blenden zu bauen, damit das Gerät im Schatten liegt. Ich kann mir vorstellen, das sich nur die Teile aufheizen die den Sonnenlicht direkt ausgesetzt sind. Im Schatten dürfte sich der Sol'ex nur auf die Temperatur der Umgebung aufheizen und ist somit mit der Umgebung ausgewogen.


Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Gerd,

ich hatte mal eine Blende gebaut, die war mir damals mutmaßlich zu windanfällig und zu sperrig für die Lagerung, aber das war noch im Frühjahr und jetzt in Sommer ändern sich die Bedingungen doch deutlich - das Schöne ist: man hat immer was zu basteln und zu optimieren!

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CS
Stephan
 
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@ Stephan ...
Ich nutze auch visuell einen Sonnenschutz direkt am Teleskop ( aus Kunststoff, vergleichbar Deiner Holzscheibe, jedoch nur halb und sehr leicht ). Er ist einfach anzubringen und auch via Kugelkopf , z.B im Sucherschuh , jeder situation anzupassen.

Visuell ein Unterschied wie Tag und Nacht, im Okular kein Lichreflexe mehr des eigenen Auges, mehr Kontrast und keine " Brandblasen " auf dem Kopf =>> ;)

Gruss
Marco
 
Beobachtung vom 15.07.2026

Hallo zusammen,

bei 21°C zwischen 08:27 und 09:14 Uhr MESZ zeigt die Sonne keine größeren Auffälligkeiten. Als Ergänzung zu den Übersichten gibt es heute eine schwebende Protuberanz vom nordwestlichen Rand als Protuberanzenbild.


CA II K - Spetroheliogramme

08_27_14_20260715_CLAHE_CaK_profile_im_Vergleich.jpg




H-Alpha-Sepktroheliogramme
09_14_03_20260715_Übersicht_horizontal.jpg



Schwebende Protuberanz
09_14_03_copy_20260715_protus_0_00.jpg


CS

Stephan
 
Hallo Stephan
Die schwebende war sehr interessant . Konntest du die noch länger beobachten . Ich habe Sie nur bis 9.30Uhr beobachtet und ein Video von gemacht .
Hat Sie sich noch stark verändert .

Gruß Frank
 
Hallo Frank,

ich hatte noch mehr Videos und sie leider direkt wieder gelöscht, bevor ich auf die Idee kam so eine Bilderanimation anzufertigen. Tatsächlich kommt bei mir ja nicht "Lucky Imaging" , sondern "Lucky Scanning" zum Einsatz (pro Scan etwas 1,5 bis 4 GB) und da habe ich dann nach einer Session gut mal 100GB pro Linie zusammen und muss dann gut Haushalten und verwahre dann nur so zwei bis drei Scans. Mittlerweile stapeln sich hier die Festplatten...insofern habe ich die Folgevideos schon wieder entsorgt und Platz für morgen zu haben, bevor die nächste Platte bestellt wird. Wie handhabst du es mit dem Datenvolumen?

CS
Stephan
 
Hallo Stephan
Da kommt schnell eine Unmenge an Daten zusammen.
Von den Bildern die Videos behalte ich nicht .
Nur die Animationen behalte ich und die einzelnen Bilder. Werden aber aussortiert nach Qualität.
Ich mache ja nicht nur Sonne. Ich bin ein leidenschaftlicher Fotograf.
Ich fotografiere und drehe Videos am liebsten Vögel. Da habe ich noch mehr Daten. Über 400 verschiedene Vogelarten hier in Deutschland habe ich schon entdeckt. Mond , Planeten, Deepsky usw. Seid 1984 bin ich angefangen mit der Fotografie.
Unmengen an Bilder viele auch noch in Fotoalben.
Zum Glück werden die Festplatten immer kleiner und es passen immer mehr Daten drauf.

Gruß Frank
 
Beobachtung vom 16.07.2026

Hallo zusammen,

heute Morgen konnte ich zwischen 09:00 und 10:30 MESZ bei 24 °C und leichter Bewölkung spektroheliografische Beobachtungen durchführen, bevor sich der Himmel vollständig zuzog.

Die Sonne präsentiert sich derzeit sehr ruhig. Weder im Spektrum noch auf der Sonnenoberfläche waren besondere Auffälligkeiten zu erkennen. Die Aktivitätsregion AR4482 verabschiedet sich inzwischen am Westrand der Sonnenscheibe.


CA II K - Spektroheliogramme
10_13_52_20260716_CLAHE_CaK_profile_im_Vergleich_klein.jpg



H-Alpha-Spektroheliogramme
10_27_04_20260716_Übersicht_horizontal_kleiner.jpg


Zur Verabschiedung von AR4482 ein Rückblick:
ar-4482ar-4482.jpg



Zwischenzeitlich konnte der NUV-SHG erfolgreich in das Citizen-Science-Projekt SOLAP (Solar Amateur Professional) eingebunden werden. Die ersten Spektroheliogramme wurden bereits erfolgreich an das BASS2000-Archiv übermittelt und akzeptiert. Damit trägt die Arbeitsteilung der beiden Spektroheliografen nun auch zur systematischen Datensammlung des BASS2000-Archivs bei.


CS
Stephan
 
Zuletzt bearbeitet:
Beobachtung vom 17.07.2026

Hallo zusammen,

heute Nachmittag konnte ich zwischen 15:20 und 15:44 MESZ bei 27 °C und durchziehender Bewölkung spektroheliografische Beobachtungen durchführen.

Die Aktivitätsregion AR4482 ist nur noch in einem sehr kleinem Teil am Westrand sichtbar. Dafür erscheint AR 4491 am Ostrand der Sonne mit ausgedehnten Fackelgebieten. Im nordwestlichen Quadranten zeigt sich AR4490 mit kleineren Sonnenflecken. Zum Aufnahmezeitpunkt zeigten sich nur wenige, sehr kleine, Protuberanzen und keine Auffälligkeiten in der Spektrallinien.


CA II K - Spektroheliogramme
15_20_28_20260717_CLAHE_CaK_profile_im_Vergleich_klein.jpg



H-alpha-Spektroheliogramme
15_44_48_20260717_Übersicht_horizontal_klein.jpg



Neben der Sonnenbeobachtung wurde weiter am Setup gearbeitet. Beide Spektroheliografen wurden gemeinsam gewogen (ca. 9kg) und mit einer Doppelschiene zusammen auf der Vixen SX2 montiert. Getestet werden sollte die Balance und die Gewichtsverteilung im Hinblick auf einen ruhigen Lauf der Montierung während des Scans. Leichte Ungleichmäßigkeiten im Lauf zeigen sich leider sofort im Scan als Zeilenversatz. Ich finde die Spektroheliogramme zeigen diesbezüglich keinen Qualitätsunterschied zu den vergangenen Aufnahmen - so dass die Idee einer Parallelmontierung von mir weiter verfolgt wird.

Testaufbau einer Parallelbeobachtung:

29872.jpg



CS
Stephan
 
Beobachtung vom 21.07.2026

Hallo zusammen,

heute konnte ich zwischen 09:00 und 10:00 MESZ bei 16 °C und durchziehender Bewölkung spektroheliografische Beobachtungen durchführen.

Die Ca II K-Aufnahmen zeigen ausgedehnte Plages auf der Südhemisphäre. Besonders markante Plagegebiete befinden sich zudem am Ostrand der Sonne.

Die H-alpha-Flügelaufnahmen zeigen anhand der abgebildeten Sonnenfleckengruppen fünf aktive Regionen. Die Aktivitätsregion AR4493 liegt zum Aufnahmezeitpunkt nahezu zentral auf der Sonnenscheibe. Im H-alpha-Flügel sind dort deutliche Linienaufhellungen zu erkennen, die mit Ellerman Bombs vereinbar sind und auf eine erhöhte chromosphärische Aktivität hindeuten. Auch die komplexe Struktur der Sonnenfleckengruppe von AR4493 tritt im H-alpha-Flügel deutlich hervor. Die Protuberanzen präsentieren sich überwiegend klein und unauffällig.


CA II K - Spektroheliogramme
09_17_20_20260721_CLAHE_CaK_profile_im_Vergleich_klein.jpg


H-alpha - Spektroheliogramme

09_46_16_20260721_Übersicht_horizontal_klein.jpg



AR4493 im Detail
AR4493_bearbeitet.jpg



Drei Ellerman-Bomben in AR4493 09:43 MESZ (helle Emissionen in den H-alpha-Linienflügeln)
EB1.jpg


EB2.jpg


EB3.jpg



CS

Stephan
 
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