Beobachtung vom 14.07.2026
Hallo zusammen,
ich habe meine Verarbeitungskette zur Erzeugung von Spektroheliogrammen an meine beiden Spektroheliografen angepasst und mich erstmals an die Programmierung automatisierter Skripte für JSol'Ex herangewagt. Diese Skripte erzeugen nun standardisiert und zeitsparend Bildcollagen meiner Spektroheliogramme der Ca-II-K- und H-alpha-Linie, ergänzt um Informationen zum Aufnahmezeitpunkt und zum verwendeten Instrument. Sollten sich besondere Phänomene auf der Sonne zeigen, werden die beiden Bildcollagen um weitere Beobachtungen ergänzt. Das war heute nicht der Fall. Das Seeing war stark begrenzend, da ich leider gezwungen war die Mittagssonne bei 28°C zu nutzen.
H-alpha-Spektroheliogramme:
Ca II K-Spektroheliogramme:
Zum Hintergrund / zur Interpretation der neuen Verarbeitungskette
Der NUV-SHG liefert mit jedem Scan einen Spektralwürfel der Ca-II-K-Linie. Dieser wird an den Linienkomponenten K1V (violettes Absorptionsminimum), K2V (violetter Emissionspeak) und K3 (Linienkern bzw. zentrales Absorptionsminimum) ausgewertet.
Diese Wellenlängen sind überwiegend für unterschiedliche Höhenbereiche der Chromosphäre empfindlich: K1V repräsentiert die untere Chromosphäre, K2V die mittlere und K3 die obere Chromosphäre. Die Bildverarbeitung ist auf Plages und das chromosphärische Netzwerk optimiert und nutzt adaptives CLAHE. Protuberanzen treten dabei etwas in den Hintergrund, werden jedoch durch den VIS-SHG erfasst.
Der VIS-SHG liefert mit jedem Scan einen Spektralwürfel der H-alpha-Linie. Ausgewertet werden der Linienflügel bei Δλ =−1,0 Å, der Linienflügel bei Δλ =−0,5 Å sowie der Linienkern. Auch diese Wellenlängen erlauben Einblicke in unterschiedliche Höhenbereiche der Chromosphäre: Der Flügel bei Δλ =−1,0 Å zeigt überwiegend tiefere Schichten, der Linienflügel bei Δλ =−0,5 Å die mittlere Chromosphäre und der H-alpha-Linienkern die obere Chromosphäre. Die Bildverarbeitung ist für diese Daten auf die Darstellung von Protuberanzen, aktiven Regionen und Filamenten optimiert.
CS
Stephan
PS: Vielleicht sollte ich die Bilder doch nicht als horizontale Collage anordnen, das verschenkt Auflösung.