leica oder zeiss

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bergfink

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hallo,
will mir ein fernglas anschaffen. sollte nicht zu schwer sein, vergrößerung 10x. gibt es da große unterschiede zwischen leica und zeiss?
gruß Dominik
 
Hallo Dominik -

was das Preisniveau angeht sind die Unterschiede marginal, wenn auch Zeiss gegenüber Leica etwas preisbewusster auftritt. In den Regionen der HighEnd-Fernglashersteller ist dies jedoch m.E. irrelevant, denn eine Entscheidung für ein Premiumglas scheitert nicht an 100€. Ich selbst nutze Leica (10x42BN) für die Tagbeobachtung und bin nur wegen meines Tatterichs auch noch zu einem Canon Stabi (10x42) gewechselt, ziehe jedoch bei aller Qualität des Canons bei Stativbeobachtungen (und auch am Himmel) das Leica vor. Dieses Glas mit Stabi, das wär's - aber da können wir bei den Premiumhersteller LeiZeiSwarikon sicher noch lange drauf warten…

Es sind oft klein(st)e Unterschiede, welche in der Premiumklasse den Ausschlag für den Kauf von Leica, Zeiss, Swaro oder Nikon geben - das kann durchaus auch die Haptik sein oder eine winzige 'Unpraktischheit'; fernoptisch sind sie allesamt auf sehr hohem Niveau. Die Zeiss haben i.a. eine etwas hellere (kühlere) Abstimmung, jedoch brutale Mittenschärfe, sowie die wohl (etwas) bessere Fokussiermechanik. Die Leicas haben den Traumkontrast, jedoch Randunschärfen. Die Swaros (Swarovision) sind wohl die eierlegende Wollmilchsau mit grossem Gesichtsfeld, perfekter Randschärfe und dennoch gutem Einblickverhalten. Die Nikon auch Weltklasse, jedoch etwas schwerer - für den, der sich daran nicht stört sicher eine gute Entscheidung.

Ich kenne nicht alle Gläser aus der Anschauung, und habe auch eher Zugang zu den Spektiven der genannten Hersteller; jedoch setzt sich die Philosophie innerhalb der intraspezifischen Fernoptiksparte bei den 'Großen' fort.

Bedingt durch die Investition sollte die Wahl gut getroffen werden. Ich empfehle da immer das Jülich-Forum ( http://www.juelich-bonn.com/jForum/list.php?9 ), da sind die Premiumoptik-Nutzer in der Mehrheit und tauschen sich auch umfassend aus. Da ist erstmal genug zu lesen, was die Eigenheiten der Gläser und deren daraus begründete teils bevorzugte Nutzung betrifft.
Momentan ist sicher Lesen erst einmal besser, denn durch den Tod des Firmeninhabers und Forenbetreibers sind die fernoptischen Themen verständlicherweise erst einmal in den Hintergrund getreten. Durch die Suchfunktion bekommst du jedoch erst einmal Lesestoff für mehrere Tage - und das lohnt sich auch, wenn man die oft für den Erstinteressenten eher subtilen Eigenheiten der Premiumgläser schon einmal verinnerlichen will. Und schliesslich hat man mit dem Traumglas dann auch einen Partner für viele Jahre gefunden - da kommt es auf ein paar Tage auch nicht an.

Jedoch geht 'danach' nichts über eigenes Anschauen, Anfassen und Durchgucken, wobei der A-B-Vergleich natürlich am geeignetsten ist. Nur ein Geschäft zu finden, welche diesen Vergleich ermöglicht, ist heutzutage nicht ganz leicht. (z.B. www.orniwelt.de) Eine brauchbare Empfehlung sind daher immer Orni-Gruppen, welche zum einen erfahrene Nutzer sind sowie zum anderen oftmals die entsprechenden 'Gerätschaften' sozusagen In-der-Vorführung haben. Und wenn auch nicht das Wunschmodell, so kann auch der Blick durch ein z.B. 8x42 schon eine gewisse Richtung vorgeben, wenn die Präferenz z.B. auf der Randschärfe liegt. Aber auch dies ist nur einer von vielen Parametern, welche für eine Entscheidung zu Rate gezogen werden sollten. Vielleicht sammelst du mal deine Ansprüche in einer Liste, gewichtest sie und kommst in der Summe dann schon mal auf zwei, drei Wunschkandidaten welche dann im direkten Vergleich die Kaufentscheidung herbei führen.

eine gute Wahl wünscht
manne
 
Nein!

In die Hand nehmen und ausprobieren, dann entscheiden!

In der Preisklasse zählt nur die persönliche Präferenz. Absolute Unterschiede sind minimal.
 
Hallo Dominik,

das was Manne und Dietmar geschrieben haben, kann ich unterstreichen. Wenn das Glas nicht zu schwer sein soll dann koenntest du die 10x42 Modelle in betracht ziehen. Lass dir Zeit bei der Auswahl ! Bedenke, dass diese Glaeser eine Menge Geld kosten..

Du koenntest auch noch ein wenig warten, und dir die Neuen "Mittelklassemodelle" der Beiden anschauen. Das Zeiss Conquest 10x42 HD und das Leica 10x42 Trinovid...Evtl. ist man auch damit schon gut bediehnt :gutefrage:


Gruss

Mike
 
Hallo dominik -

das mit der 'Mittelklasse' (allerdings der Premiumhersteller) scheint sich wohl zu bewahrheiten: offenbar wird dieses Segment auch immer besser, da die Features der Spitzenmodelle nach und nach auch in diese Medium-Modelle einfliessen (z.B. Vergütungstechnologien). Schliesslich hatte früher auch nur die Benz S-Klasse ABS und heute jeder Polo…
Nicht zu vergessen ist auch das Kaufverhalten der Nutzer (meist Ornis): die Premiumgläser sind mittlerweile in einem Preisbereich angelangt, bei dem man schon arg schlucken muss. Da bietet sich eine verbesserte Mittelklasse an - so scheint z.B. das früher (z.T. zu recht) 'bespöttelte' Zeiss Conquest sich als HD richtig zu mausern, zumindest wie man es aus den per Newsletter zu spartanisch ausgestatteten Infos heraus liest - durchsehen ist dann was anderes (oder hoffentlich nicht…). Mein Leica Trinovid BN (2002) wäre z.B. heute gehobene Mittelklasse, ruft jedoch bei eher unbedarften interessierten Zeitgenossen z.B. bei Vogelstimmenwanderungen immer noch Aahs und Oohs hervor. So schlecht ist es dann doch noch nicht, jedoch Fortschritt sollte man bei den Nachfolgemodellen sicher erwarten und somit auch sehen können. Ob dies den doch heftigen Mehrpreis wert ist, ist dann eben eine individuelle Entscheidung.

Aber dennoch ist man 'heiss' auf neue Modelle… Es gibt auch die Möglichkeit bei Vogelfestivals Vergleiche zu ziehen, s.a. www.vogelfestival de . Die gibt's ab Mai in München, dann in HH, in Essen, am Dümmer. Dort sind dann auch viele erfahrene Anwender.

Grüße von Medium
manne
 
vielen dank für die info manne, mike und dietmar. werd ich mich mal durch arbeiten. habe ein spektiv von leica und mein bruder das fernglas (12x50). haben wir uns so aufgeteilt und meistens gehen wir dann zusammen zum beobachten, so dass sich die ausrüstung wieder trifft. da mein bruder jetzt weiter weg wohnt und ich ein eigenes glas brauche, wollte ich einen ersten ansatzpunkt haben, ob es ein glas gibt, das über allen steht. ich danke nochmal vielmals für die super infos manne!
gruß dominik
 
Hallo Dominik,

für was willst du das Fernglas denn nutzen? Wenn für die Astronomie, dann 42mm oder besser 50mm Öffnung, wobei die 50mm Variante schon wieder recht schwer für freihändiges Beobachten ist. Wenn es für Tag- oder Vogelbeobachtungen eingesetzt werden soll, wäre ggf. auch ein Glas mit 32mm Öffnung in die Überlegung miteinzubeziehen, da dies doch eine ganze Größenordnung leichter / kleiner ist. Jedoch gibt es eine Menge Beobachter, die auch ein 10x50 Glas freihändig noch gut nutzen können.

Ansonsten denke ich auch, dass sich die drei Großen in der Oberklasse wenig geben werden und es auf das persönliche Empfinden des Benutzers ankommt, welches Glas er bevorzugt.

Viele Grüße

Carsten
 
Hallo Dominik,
ich kann gut nachvollziehen, was du gerade durchmachst. Ich hatte vor einigen Monaten genau den gleichen Entscheidungsprozess. Ich hatte zuvor schon einige Ferngläser und habe mich immer mehr nach oben hochgeschaukelt. Erst für 100 Euro, dann für 400 Euro, und dann sollte es was finales werden. Ich glaube, ich war 3 mal beim Büchsenmacher. Der hatte die High-End Modell aller Hersteller da. Auch in den unterschiedlichen Durchmessern und Vergrößerungen. Ich habe mich dann letztendlich für das Zeiss Victory 7x42 entschieden. Warum? Es gefiel mir am Besten. 7 fach fand ich persönlich am angenehmsten. Optisch tun sich die 3 wirklich nicht viel. Ich fand die Farbkorrektur beim Zeiss am Besten. Meine Frau hat keine Unterschiede gesehen, ein Freund (der auch mal mit musste) hingegen fand wieder die Farbkorrektur des Svaro am Besten. Mein Fazit: Ab zum Büchsenmacher oder in den Fachhandel und ausprobieren. Alle Ratschlage der Welt werden dir leider nicht helfen, sondern können nur eine grobe Orientierung bieten. Ich habe im Victory mein Traumglas gefunden. Da lasse ich jedes Svaro oder Leica liegen.

PS: Im Südafrikaurlaub musste ich meiner Frau das Glas fast schon aus der Hand reißen. So begeisert war sie. Mit dem alten Minox war das nie der Fall.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Anwendung? Brillenträger?

Hallo Dominik mit k,
hier Dominique mit que :)

Die 3-4 Verdächtigen der Spitzenklasse unterscheiden sich wie bereits aufgeführt vll. nicht auf den ersten, jedoch auf den zweiten Blick.

Wenn der Einsatzzweck und die Angabe deiner Sehleistung etwas besser beschrieben wäre, kann man wie bei einem Sportwagen, dessen bevorzugte Strecke bekannt ist, evtl. eine konkretere Empfehlung aussprechen, da dann gewisse Leistungsdisziplinen ein Auswahlkriterium sein können. Vll. das eine oder andere Glas bevorzugt erwähnen.

Ich denke, es ist wichtig zu wissen, ob du Brillenträger während der Beobachtung bist oder nicht.
Oder welcher Sehfehler vorliegt.
 
Re: Anwendung? Brillenträger?

hallo Dominique,
danke für Deine nachricht. ja war sehr allgemein gehalten, da hast du recht. also ich brauche das glas zum vogelbeobachten. meine sehleistung ist uneingeschränkt, keine brille, keine sehfehler.
musst du noch was wissen?
danke für Deine mühen
Schönen gruß Dominik
 
Re: Anwendung? Brillenträger?

Hallo Dominik,
danke für deine Rückmeldung bezüglich der Brillenunabhängigkeit.
Glückwunsch ;)

Ob ich noch was wissen muss? Jaaa, welche Vögel?
Kleine flinke oder große Greife?
Zu welcher Tageszeit?
Für mich stellen beide eine unterschiedliche Anforderung an ein Fernglas. Aber, wir wollen es mal nicht auf die Spitze treiben. Ich bin kein Superspeziallist, aber ich versuche dir, ohne zu sehr in das Detail zu gehen, noch ein paar Informationen mit auf den Auswahlweg zu geben. Ich hoffe sie werden hilfreich sein.

Brillenträgertauglichkeit:
Auch wenn du keine Brille tragen musst, vll. gibt es ja noch einen Angehörigen, der das Glas mit nutzen möchte!
Einige Anmerkungen.
Alle Hersteller bewerben diese Brillenträgertauglichkeit. Jedoch unterscheiden sie sich in der Lage, also die Entfernung der AP hinter dem Okular. Ein Leica 10x32 z.B. hat diese bei 13,2mm, Zeiss FL 10x32 bei 15,2mm und ein Swarovision EL 10x32 bei 20mm. Das kann für den einen oder anderen Nutzer von großer Bedeutung sein. Sollten die o.a. 13,2mm vom Leica nicht ausreichen, wird auch dessen Sehfeld nicht vollständig überblickt. Und gerade Leica ist hier nach Aussage vieler Brillenträgern knapp bemessen. Brillenform, Lage auf dem Nasenrücken und die Gesichtsform sind hier ausschlaggebend. Achte auch auf Abschattungen beim Absuchen des Gesichtsfeldes. Die Swarovision haben m.E. hier die besten Eigenschaften und das beste Einblickverhalten. Also, unter den großen Supergläsern gibt es Unterschiede. Alles andere zu diesem Thema mal außen vor gelassen.

Vergrößerung:
Wie bist du auf die gewählte zehn fache (10x) Vergrößerung gekommen?
Ich kenne deine Auswahlkriterien nicht, möchte dich aber drauf hinweisen, dass z.B. ein Glas mit 8facher V eine größere Schärfentiefe besitzt. Grob um 40%. Dies kann ein Vorteil in der Beobachtung unterschiedlich weit entfernter Objekte in der Schäfenzone sein. Z.B. bei einer Vogelzählung. Außerdem kann sie dir helfen, in der Verfolgung eines fliegenden Vogels oder dem im Geäst hin und her hüpfenden-fliegenden, Richtungswechsel in Blickrichtung, weniger Nachfokusieren zu müssen. Die hält die Konzentration auf den Akteur aufrecht und übermittelt somit mehr Informationen. Ferner kann eine z.B. 8fache V die Bildruhe erhöhen, was in der Natur der Sache liegt. Jede kleine Bewegung wird eben um den Faktor V verstärkt und 8 ist nun mal weniger als 10. Schäfentiefe in Kombination mit Bildruhe ergeben in Summe evtl. einen größeren Sehgenuss und somit höhere Informationsdichten über das begehrte Vogeltier. Das eine 10x V auch von Anwendern ruhig genutzt werden kann bleibt unbestritten.
Auch hier, alle tieferen Details der Sachverhalte nicht vertieft.

Mitteltrieb:
Die einen benötigen 2, die anderen 1,5 und manche vll. nur eine Umdrehung um vom Nahbereich in den Fernbereich zu fokussieren. Die unterschiedlichen Übersetzungen sind nicht zu unterschätzen.
Die vorgenannte 10fach V = geminderte Schärfentiefe in Kombination mit zum Beispiel einen direkten, also schnell ansprechenden Fokus und einem flinken Vogel kann zum Nervenakt werden (Übertreibung)! Dies dann noch im Winter mit dicken Handschuhen kann mehr zu intrafokalen/extrafokalen Sehgenüssen führen :), schön ist das nicht. Verfolgung im Fokus sollte bestehen. Was ich sagen will, darauf achten.
Das Leica einen nicht ganz ruckfreien Trieb besitzt ist richtig, er ist aber auch schmiermittel-und wartungsfrei. Seine Temperaturbeständigkeit und mechanisch sehr hochwertige Ausführung bringt dies nun mal mit sich. Alles geht nicht, noch nicht.
Dafür kann der Zeiss Mitteltrieb auf seiner Anschlagscheibe mal zum Schleifen kommen. Wird auf Wunsch bei Zeiss mittels Distanzscheiben behoben. Ansonsten ist er ein vorzüglich mechanisch ausgeführter Trieb. Ferner bieten die Zeiss FG auf Grund der Anschlagscheibe des Triebes eine weitere Unterstützung der Einhandbedienung. Wenn dich die lose Nierenscheibe am Ende der Knickbrücke am Mitteltrieb der FL Zeiss Gläser und das Kunststoffgehäuse nicht stört, sind die Gläser in die engere Wahl zu ziehen. Persönliche Anmerkung, sie sei erlaubt: Zeiss, tolle Optik schlecht verpackt.
Der Mitteltrieb der Swarovski geht in gegensätzlicher Richtung unterschiedlich "schwer" (übertrieben). Es ist ein Unterschied zu verzeichnen, jedoch wie auch bei Zeiss ist er spielfrei. Er besitzt aber nicht wie die Leica Triebe einen spürbaren Endanschlag. Er verhakt auch nicht, doch macht sich an den Anschlägen beider Richtung ein "Anklemmen" bemerkbar.

Augenmuscheln:
Diese sind in Raststufen einstellbar, auf den Augenabstand den du benötigst, dass Sehfeld einwandfrei zu überblicken. Die Zeiss Hülsen können an der Armierung schleifen und mit der Zeit Spuren ästhetischer Natur hinterlassen. Sie sollten sauber ihre Position behalten. Bei plötzlichem Ansetzen des Glases an das Auge kann es vorkommen, im Eifer des Gefechts das FG an die Augenhöhle zu stoßen und die Augenmuscheln zu versenken, Swarovski. Die Leica Hülsen könnten in manchen Situationen zu laut sein. Dafür besitzen sie eine sehr gute Ergonomie. Allein die Pufferzone im oberen Rand der Muschel, Leersektor, ist sehr angenehm.
Aber, auch hier........... alles andere nicht erwähnt.

Armierung:
Die musst du, wie auch ALLES ANDERE, selbst erfühlen.
Achte bei Zeiss bitte auf eine einwandfreie Verarbeitung. Spaltmaße, Klebereste.
Beide, Leica und Zeiss sind meines Erachtens recht gut in der Handhabung. Die längsgerichtete Zeiss Armierung ist wie vieles Geschmackssache. Nimm diesbezüglich auch mal ein Swaro in die Hand. Und wie immer, alles weiterführende nicht erwähnt.

Auch Knickbrücke und Dioptrienwerte, Überhub und vll. für dich wichtiger Nahbereich........... außen vor.

Offnung:
Schwierig. Weil, zu welcher Zeit beobachtest du? Menschen, die in Arbeit und Brot stehen kommen ab und an auch spät nach Haus. Im Winter mit fortgeschrittener Tageszeit benötigt man evtl. für dein Nachfeierabendhobby Reserven für die Dämmerung. Diese Reserve kann aber auch notwendig werden, wenn du z.B. am gut Licht durchzogenen Taghimmel Vögel im Wald, im Dickicht beobachten möchtest. Da kann sich die Eintrittspupille des Auges schon auf 3-4mm öffnen. Da weitläufig die 4mm für die Tagbeobachtung mit Dämmerungsreserve anerkannt sind, kämen wir also bei die von dir gewählten 10fach auf ein Fernglas mit den Daten 10x40, sprich 42mm. Oder bei 8x entsprechend 32mm.
Nun soll das Fernglas auch noch leicht sein.
Das Swaro z.B. 8x32, kann mit 580gr bei den Abmessungen 138 x 110 x 57 nicht mit den Maßen des Leicas 535gr und 116 x 116 x 56mm mithalten. Zeiss 550gr mit 117 x 116mm.
Vergleiche am besten selbst. Das Leica ist sehr kompakt und kann für große Hände zu klein sein. Das Swaro ist fast so groß wie das 8x42 von Leica. Kompakt ist anders, große Hände mögen es aber.

Sollte es unbedingt ein 10fach sein, sollte es dann wohl auf Grund von einer Dämmerungsreserve das 10x42 sein.

Was nun?
Das sind zum 32er ca. 200-250gr und die sind meines Erachtens nicht zu unterschätzen. Sie wiegen nach langer Tragezeit auf.

Um es ein wenig abzukürzen:
Ich empfehle dir ein 8x32 Glas, da ich selber 8x20 / 8x32 / 10x42 / 10x50 der Oberliga besitze. Das 8x32 ist für die Vogelbeobachtung mit das universellste Glas in Kombo mit den Leistungsdaten und dem Gewicht/Packmaß mit Beobachtungskomfort. Vor allem im Urlaub auf langen Touren. Da kann ein 42er Glas nach 3h Fußmarsch das Gefühl von Zentnern vermitteln.

Optische Leistung:
Die brutale Schärfe der Zeiss Gläser ist wohl sprichwörtlich, doch ich mag das Wort brutal nicht. Zeiss ist sehr konturentreu. Die Fähigkeit der Mittenschärfe zu beurteilen obliegt wem wie? Aber wie erwähnt kühler in der Farbe. Randscharf sind sie alle nicht, außer Swaro und Nikon EDG. Leicabilder sind "dunkler", wenn man das so sagen möchte. Zeigen auch den etwas stärkeren Tick Farbsaum.
Nur keiner erwähnt auch in diesem Zusammenhang, dass dieser eben auch durch den stärkeren Kontrast hervorgerufen wird (????)
Die sehr ausgewogene Farbsättigung der Leicagläser kann in der Vogelbestimmung große Freude bereiten. Die Randschärfe der Swaros ziehen aber den Globus-/Zylindereffekt mit sich. Dieser kann beim Abglasen, Verfolgen für den eine oder anderen als unangenehm empfunden werden.

So, Futter für die Zellen und sortiert hoffe ich dir ein paar Hilfen zur Verfügung gestellt zu haben.

Fazit:
Alle 3 Luxusgläser haben in ihren Disziplinen ihre Stärken und Nachteile. Wie auch aufgeführt wurde, du musst die Gläser selber in die Hand nehmen und nach deinem Ermessen beurteilen.
Meine oberflächlichen Anregungen sollten nur nochmals eine Hilfestellung sein. Man kann die Angelegenheit noch tiefer betrachten, verwirrt vll. mehr als sie hilft. Hoffe mich nicht verstrickt zu haben und erlaube dir anzuraten:

Überdenke bitte nochmals deine Vergrößerung und die somit in Anhängigkeit stehende Öffnung. Und die aufgeführten Unterschiede der Leistungen sind wirklich gering aber sichtbar.

Und mit deinem Einverständnis füge ich den Favoriten Leica Ultravid HD 8x32, bei erweiterten Dämmerungswunsch das HD 8x42 auf.

(Kowa 8x33 Prominar / Nikon Porro SE 8x32 / Nikon Porro 8x30 EII, andere Baustelle, betreten erlaubt)
 
Re: Anwendung? Brillenträger?

Hallo Dominik,

mein Vorredner hat schon das Wichtigste gesagt, ich kann ihm da nur zustimmen. Auch ich würde Dir eher ein 8x-Glas empfehlen, es sei denn, du beobachtest fast ausschließlich in offener Landschaft, wo die Vögel meist weit entfernt sind. Mein meistbenutztes Orniglas ist ein 7x42 Victory FL!

Zu den Vorzügen der verschiedenen Marken noch einige Ergänzungen.

Zeiss Victory FL: Beste Bildhelligkeit, sehr geringe Farbsäume, präzise und leichtgängige Fokussierung

Leica Ultravid: Satter Farbkontrast, wertiges und sehr kompaktes Gehäuse

Swarovski Swarovision: Beste Randschärfe, Farben werden sehr neutral wiedergegeben

In der gleichen Liga spielen auch die Nikon EDG-Modelle, allerdings sind die 32er-Gläser etwas schwer.

Beste Grüße

Manfred
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Anwendung? Brillenträger?

Hallo Dominik,

Dominique hat es sehr ausführlich erklärt. Für längere Touren, z.B. beim Vögel beobachten, ist ein Glas mit 32mm Öffnung in den Punkten Gewicht und Abmessungen im Vorteil. Auf eine möglichst hohe Lichtsammelleistung kommt es hierbei ja nicht unbedingt an, es sein denn, du beobachtest die Tiere vorwiegend in der Dämmerung.

Bei einer Anschaffung in diesem Preissegment wäre ein persönlicher Vergleich in einem Fachgeschäft sicher die beste Wahl.

Viele Grüße

Carsten
 
Sehfelder und Zubehör

Dominik,
kleiner Nachtrag:

Sehfelder:

Ohne große wissenschaftliche Ausführung, die 32er Klasse kann gegenüber der 42er Klasse im selbigen V-Bereich größere Sehfelder besitzen.

Zeiss 8x32 = 140m / Subjektiver Sehwinkel 64,0°
Zeiss 8x42 = 135m / Subjektiver Sehwinkel 61,8°

Leica 8x32 = 135m / Subjektiver Sehwinkel 61,7°
Leica 8x42 = 130m / Subjektiver Sehwinkel 59,4

Felder ab ~60° werden als Weitwinkel bezeichnet-empfunden.

Eventuell ist das mitgelieferte Zubehör auch von interesse.
Achte darauf, dass die Zubehörtasche eine Gürtelschlaufe hat.
Die Leica Ausstattung hat diese seinerzeit nicht gehabt, auch hatte sie einen fummeligen Verschluss. Die Zeisstasche ist an sich die beste Lösung von beiden, aber auch hier gilt-Geschmackssache. Ich lobe die sorglos Pakete von Swaro, Geschmackssache.

Für das Leica bekommt man aber auch noch bei einigen Händlern ein Holster, den Leica aus dem Programm genommen hat. Bei langen Spaziergängen hat man das Glas am "Mann/Frau", einen schnellen Zugriff und erhöhte Einsatzbereitschaft. Man muss das Glas also nicht ständig am Hals tragen, was auch ab und nervig sein kann. Diesen Holster gibt es auch noch für das 42er Modell. In Berlin gibt es einen lederverarbeitenden Betrieb, der solche Holster für jedes Glas anfertigt-seine Verarbeitung ist vom feinsten.

 

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Re: Sehfelder und Zubehör

vielen dank euch allen, besonders Dir Dominique.
das mit 8x hat mich glaub ich überzeugt. hab ja auf größeren beobachtungstouren eh mein spektiv dabei, für den fall, dass der vogel doch weiter entfernt ist. werde das mal durcharbeiten und dann entscheiden. danke nochmal
gruß Dominik
 
Re: Sehfelder und Zubehör

Super Beiträge. Wie so oft ist es schlussendlich wohl mehr eine Glaubensfrage. Ich denke beide haben ihre Vorteile. Bitte in diesem Zusammenhang Svarowski nicht vergessen :)
 
Re: Sehfelder und Zubehör

Nee...Swarovski ist im Grunde doch nur ein Nachzuegler der Ur - Edelschmieden Leitz und Zeiss... :erschreck: ...
Kleiner Witz :biggrin:

Gar keine Frage, die Tiroler gehoeren auf jeden Fall dazu.

Mike
 
Re: Sehfelder und Zubehör

Glaubensfrage?
Ja, sicher ist es immer eine Abwägung persönlicher Präferenzen.

Innerhalb der Modelle gibt es m.E. Entscheidungen, die oftmals das Händling gewichten. Nicht jedes FG passt auch in jede Hand. Alle haben mehr oder minder ihre Stärken und Schwächen, sofern man diese als solche überhaupt bezeichnen darf. Größe und Gewicht spielen hier auch mit ein. Nicht jeder kommt mit den teils engen Abständen ohne Brille zurecht. Aber auch hier gilt, selbst probieren.
Der angedachte Einsatzzweck kann ein Auschlusskriterium sein, wenn es z.B. um Randschärfe oder Globus/Zylindererscheinungen geht. Demnach, wieder pers. Vorlieben ;)

Ja, Swaro, sie haben gelernt, wie man einen Vorsprung aufholt, beschleunigt.

Ich erwähnte es an anderer Stelle, wir sollten dankbar sein, FG´s genießen zu dürfen, die einen derart hohen Sehkomfort bieten. Forschung und Technik sein Dank. Sie bringen uns doch die Anblicke, die uns immer wieder staunen lassen. Über die Fehden in der FG Diskussion sollten wir dies nicht vergessen.
Luxusprobleme ?
 
Re: Sehfelder und Zubehör

Hallo Dominique,

ich hoffe Du hast das nicht falsch verstanden, war bezueglich Swaro nicht ernst gemeint.

Swarovski gehoert schon lange zur absoluten Spitze!
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich vor der Wahl stand das alte SLC 10x50 zu nehmen oder das Leica Trinovid BA 10x50. Ich konnte mich damals nicht entscheiden, es wurde dann das Leica, weil mein Bruder aufgrund Beziehungen billiger drankam ;)

In Deinen Ausfuehrungen kann ich Dir in jedem Punkt recht geben. Und bis zum heutigen Tage hat sich fuer mich in einem Punkt nichts geaendert, naemlich dass bei den Dachkanten kein Weg an den grossen Drein vorbeifuehrt :/

Gruss

Mike
 
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