Leica Trinovid 10x50 oder Zeiss Victory 10x56

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domsalla

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Hallo,

der Einstieg in die Fernglaswelt fällt mir schwer - welches Gerät ist empfehlenswert?
Wie steht es um die Farbkorrektur beim Victory? Hat sich hier in den letzten Jahren etwas getan so wie beim Leica?

Oder sollte ich ein Fujinon 16x70 nehmen?

Gruss, TJ
 
Hallo,

zur Entscheidung hilft nur eins:

DURCHGUCKEN.

Klaren Himmel und gute Entscheidung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Peter
 
... vielleicht nur als Entscheidungshilfe: Mir ist persönlich 10x bei freihändiger Betrachtung zu viel. Ich hatte bislang drei 10er Gläser vor den Augen und bin nun auf 8fach runtergegangen.

ansonsten: DURCHGUCKEN, würde ich auch empfehlen

grüsse
 
Hallo,

ja noch eine kleine Ergänzung: mit Stativ, oder aufgestützt oder im Liegen bringt enorm viel. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Klaren Himmel und gute Entscheidung.
Peter
 
Ich schon wieder. Um das Thema 'Fernglas' hinsichtlich meiner Kriterien zur Hardwarebeschaffung mal zu beleuchten:

Ich habe mich, um möglichst viel abzudecken, für 2 Geräte entschieden:

A) TS 20x80 für
Mondbeobachtung, Planetenmonde, Sternhaufen, 'weite' Doppelsterne, Nebel, Kometen.
Das Gerät ist auf einem Stativ 'festgenagelt' und somit bei mir eher für Intensivbeobachtung gedacht, auch wenn es sich schnell aufbauen lässt.

B) ein 8x42,
wobei ich mich noch nicht abschliessend für ein Modell entschieden habe.
8fach geht schön freihändig, Lichtstärke ist für meine Zwecke ausreichend. Es ist handlich und wiegt nicht allzuviel, je nach Hersteller. Ich benutze es als Aufsuchhilfe, um mal Planenten in heller Dämmerung aufzuspähen, oder eben für den schnellen Schwenk durch den Himmel. BTW, man kanns auch mal eben mit auf den Ausflug oder in den Urlaub nehmen.

Die Hersteller, die Du in die Wahl genommen hast, bieten dem Vernehmen nach eine perfekte Leistung und Du solltest Dich eher vom persönlichen Eindruck leiten lassen.

Grüsse
Carsten







 
Hallo TJ !

Ich schließe mich der Meinung meiner Kollegen an, durchgucken ist das Beste. Bei beiden Gläsern kannst Du, so denke ich nichts falsch machen. Ganz einverstanden bin ich allerdings nicht mit der Meinung, dass 10x zu groß beim freihändigen Beobachten in der Vergrößerung ist.
Ich habe (ein nicht zu dieser Klasse zählendes) 10x50 Docter Dekarem (Zeiss Ost). Das liegt gut in der Hand, und liefert mit seinem großen Gesichtsfeld (bei zugegebenermaßen sicher schlechterer Randschärfe als Deine Kandidaten) einen hervorragenden Anblick.
Wesentlich wird m.E. der Unterschied zwischen 8x und 10 allerdings dann, wenn Du das Glas auch zur Naturbeobachtung einsetzen willst. 10x bringt bei der Tierbeobachtung meiner Erfahrung wirklich den Tick mehr an Detail. Speziell bei Singvögeln, die ja relativ klein sind.
Aber - das musst Du dann im Einsatzbedarf selbst entscheiden.

CS
Hans
 
Die Qualität beider Gläser ist tadellos. Das Leica hat das größere Sehfeld und den besseren Kontrast, dafür ist das Zeiss deutlich heller (größere Öffnung und bessere Transmission).

Die schweren 10x Gläser eignen sich für die allermeisten Benutzer sehr gut für die freihändige Beobachtung. Die volle Leistung zeigen sie aber erst auf dem Stativ (wie übrigens alle Ferngläser). Mit einem leichten 8x zittert man freihändig eher noch mehr als mit einem schweren 10x; mit einem schweren Glas ermüdet man allerdings schneller.

Mit dem Leica Trinovid 10x50 und dem Zeiss Victory 10x56 kann man nichts falsch machen. Die Wahl eines der beiden Gläser würde ich von rein subjektiven Faktoren abhängig machen.

Gruß
Walter
 
Hallo T. J.,

das Entscheidene hat Walter Wehr bereits geschrieben. Es sei, weil Du danach fragst, noch kurz hinzugefügt: das Leica hat einen geringeren Farbfehler als das Zeiss. Alle älteren (vor FL Ära) Zeiss Victory Modelle zeigen bei Motiven mit hohem Kontrast (in der Astronomie ist das praktisch nur der Mond) Farbsäume. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht wählte Zeiss relativ kurze Objektivbrennweiten, um bei diesen Abbe-König Dachkantprismen enthaltenden Ferngläsern eine noch kompakte Bauform zu erreichen.
Das 10x50 Leica Ultravid ist gegenüber dem Trinovid deutlich leichter geworden. Willst Du das Glas universal (am Tage wie in der Nacht) einsetzen, würde ich das nehmen. Es gibt übrigens noch einen weiteren gleichwertigen Konkurrenten: das Swarovski 10x50 SLC. Die SLC Baureihe wird gerade überarbeitet. Das 10x50 soll ab Juni herauskommen. Laut Swarovski Website hat sich aber am Gewicht des 10x50 (und bei den meisten anderen Modellen) SLC erstaunlicherweise nichts geändert. Es soll immer noch 1160g wiegen. Noch eine Warnung zu solchen Gläsern aus eigener Erfahrung: wenn Du in der Gruppe beobachtest, kann es passieren, dass Du das Glas nach dem Ausleihen so bald nicht zurück bekommst...

Als Stativadapter würde ich übrigens den neuen von Zeiss empfehlen, weil er wirklich sehr universal ist. Da passen Dachkantgläser aller Größen und Formen ebenso rauf wie Porrogläser bis zu mittlerer Größe. Ein 7x50 Zeiss ClassiC (und das ist mit seiner gedrungenen Form und sehr dicken Gummimarmierung ein echter Klopper) markiert ungefähr die Obergrenze.
Das 16x70 Fujinon ist sicher auch ein Traumglas. Es ist aber klar, dass sein Einsatzgebiert immer nur die Astrobeobachtung auf Stativ bleibt. Und da vermisst man dann irgendwann schon den Winkeleinblick. Das 15x50 Canon IS wäre, zumal beim Preisverfall der letzten Zeit, sicher auch interessant. Beobachtet man überwiegend in der Stadt, könnte dieses Glas noch interessanter werden. Doch ein 10x50 ist und bleibt für die meisten der wohl beste Kompromiss aus Gewicht, Universalität, Sehfeld usw. Eine Umfrage auf Cloudynights kam jedenfalls jüngst ebenfalls zu diesem Ergebnis.


Steve
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo an alle,

ich danke Euch allen für Eure guten Ratschläge. Es ist ein gutes Gefühl, in diesem Forum fühle ich mich gut aufgehoben!

Zunächst einmal: Das Glas soll eigentlich hauptsächlich für die astronomische Beobachtung genutzt werden. Dazu käme ich gar nicht auf die Idee, es freihändig zu verwenden. Eigentlich komme ich aus dem Lager der Astrofotografen, aber es reizt mich immer mehr, mich während einer Belichtungsphase in einen vorgewärmten Liegestuhl zu legen und in der Milchstrasse spazierenzusehen.
Dazu benötigte ich allerdings auch einen passenden Adapter, um das Fernglas auf ein Stativ zu befestigen. Steve hat den Adapter von Zeiss genannt. Ich muss einmal im Fachgeschäft danach fragen.

Das Canon hatte ich mir schon einmal angesehen - allerdings konnte ich mich nicht so recht dafür erwärmen. Bei einem Blick durch ein Fujinon beim letzten ITV fielen mir vor allem die Farbsäume auf.
Als mir aber ein Freund zur Beobachtung des Kometen Machholz sein Trinovid in die Hände lag, war ich schlichtweg begeistert. Nun gibt es aber neben Leica noch Zeiss, und deren Optiken sind ja ebenfalls oft gerühmt.

Bei Leica gibt es aber einen Haken: Wie sieht es in der Zukunft aus? Was nützen mir 30 Jahre Garantie, wenn es die Firma nicht mehr geben sollte?

Andererseits höre ich über das Victory immer wieder etwas über Farbsäume - dies wurde ja auch hier bestätigt. Andererseits ist es vielgerühmt beim Dämmerungssehen und Kontrast.

Und dann das Swarowski. Eine Alternative.

Ich werde wohl doch einmal in die Stadt fahren müssen und durchschauen.

Einen schönen Gruß,
TJ


 
Hallo TJ,

mit den Farbsäumen ist das so eine Sache. Wenn man sie noch nicht bewußt gesehen hat stören Sie nicht - hat man sie dann mal bewußt empfunden, dann sieht man sie immer. Fragt man bei den Entwicklern (nicht bei Marketing-Leuten) nach, dann bekommt man gleichlautende Antworten (Leica, Zeiss, Nikon, Pentax):

Jedes Fernglas zeigt Farbsäume, es sei denn, die Optik ist sehr flau und kontrastlos. Man ist nicht bestrebt, die Farbsäume ganz zu vermeiden, sondern man strebt an, sie nicht so breit erscheinen zu lassen (mit ED, oder den moderneren SD Gläsern, auch mit der Vergütung).
Die komplette Eliminierung der Farbsäume würde die Optik dramatisch verschlechtern (läßt sich lt. Pentax selbst bei APO-Refraktoren nachweisen, die aber optisch, im Vergleich zu einem hochwertigen Fernglas, sehr viel einfacher aufgebaut sind).

Je brillianter das im Fernglas gebotene Bild erscheint, desdo eher stören natürlich auch die Restfarbfehler. Man sollte also lernen, damit zu leben. Wie gesagt zeigen auch alle Leicas, Nikons, Swarovskis usw. Farbe.

Leica wird wohl so oder so in irgendeiner Form weiterleben, deshalb würde ich mir über die Gewährleistung keine großen Gedanken machen.

Übrigens ist Sportoptiksektor von Zeiss (auch der von Swarovski) mindestens so defizitär wie der von Leica. Ob die anderen Sparten von Zeiss diesen Sektor bis in alle Ewigkeit mitfinanzieren müssen ist nicht garantiert. Hier überspielt das Image und die Reputation bislang noch die wirtschaftlichen Zwänge.

Andere, wie Nikon und Pentax, machen ihr Geschäft, im Gegensatz zu den europäischen Herstellern, mit Unmengen an minderwertiger und billiger Fernglasoptik und haben dadurch die Mittel für einige wenige hochwertige Modelle. Bei einer derartigen Mischkalkulation blickt man von außen natürlich nicht durch.

Walter Wehr

 
Hey,

ich noch mal:
- zum Thema Farbsäume bei Fujinon:
ich habe ein 7x50 und ein 16x70, klar beide sind manchmal etwas farblich besäumt, fällt aber kaum auf.
- zum Thema Leica:
ich habe seit 10 Jahren ein Trinovid 10x50, das ich manchmal im Rucksack transportiere, weil ich auch ornithologisch beobachte, Ist nichts dran, nichts dejustiert, wird schon mal feucht. Ich denke, ich werde die dreißig Jahre Garantie (hoffentlich!) nicht in Anspruch nehmen müssen.
Trotzdem, die Gläser mal in der Handzu halten und durchzugucken, ist der einzige Weg um das für einen selbst passende zu finden.
Klaren Himmel und gute Entscheidung

Peter
 
Hallo,

ich hab's tatsächlich in die Stadt geschafft und bin durch die Optikläden gestrichen. Was soll ich sagen: Ich habe meinen persönlichen Favoriten gefunden: Das Swarovski 15x56. Das Ultravid 10x50 war gar nicht übel, aber das Swarovski ... whow!

Nur: Über 1.700 Euro - das tut schon weh. Wenigstens ist dann der Stativadapter auch gleich dabei. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Danke Euch allen und schöne Grüsse,
TJ
 
Hey,
na prima- hoffentlich bald große Lücken in den Wolken, Neumond, ruhige Atmosphäre, kein Wasserdampf, kaputte Beamer und genügend Zeit

Klaren Himmel
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,
ich hatte vor Jahren die gleiche Entscheidung zu treffen und hatte das Zeiss 8x56 aus der Serie Design Selection ausgewählt. Am Tage super Testergebnis, sehr brilliant. Aber Nachts beim Sterntest kam die Enttäuschung, nur in der Mitte scharfe Sterne, nach außen nur strichförmige Sterne. Zeiss antwortete auf meine Beschwerde, dass das Glas für Naturbeobachtungen am Tage und in der Dämmerung gemacht ist.
Ich habe mir daraufhin das Zeiss-Glas 15x60 (mit Porroprismen) gekauft, damit war und bin ich auch heute noch sehr zufrieden. Als leichtes Glas besitze ich noch das Nikon 10x42 SE, ebenfalls ein sehr gutes Glas und dabei noch wesentlich preiswerter (wird z.Z. auch im Biete-Forum angeboten).

Gruß, Manfred
 
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