Zitat von P_E_T_E_R:
Zitat von MikeS55:
Das 10x42 hat zwar die Bessere Optik,jedoch wuerde "Ich" bei 10fach kein Stabi nehmen.
Zitat von Friedel:
Das sagt aber nur jemand, der noch nicht durch ein bildstabilisiertes Fernglas mit 10-facher Vergrößerung geblickt hat? Der Gewinn an Details und auch das wesentlich entspanntere Schauen sind kaum wettzumachen.
Habe dieses Stabi noch nicht selber in der Hand gehabt, aber das wundert mich nun doch, zumal das
Canon 10x42 IS mit 1120 Gramm erheblich schwerer als ähnlich teure Premium Gläser wie z.B. das
Zeiss Victory 10x42 ist, welches nur 68% vom Stabi wiegt.
Hallö,
Aus: Neue Dimensionen der Freihandbeobachtung mit Ferngläsern.
Dipl.-Phys.Bernd J.L.Kratzer
Adolf Weyrauch
Fa. Zeiss
Sonderdruck aus Deutsche Optikerzeitung
Heidelberg, Nr.9/1990
Liegt mir im Original vor-von Zeiss mir seinerzeit zur Verfügung gestellt. Mit Abbildungen und technischen Zg. aus der Entwicklungsstudie des 20x60S mit kardarnischer Prismenaufhängung.
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Zitat:
"Wenn man Prof. Reiners Buch "Optische Instrumente" von 1956 aufschlägt, so kann man im Kapitel "Die Leistung der Fernrohre" nachlesen, dass die nutzbare Leistung eines Fernrohres bei der freihändigen Beobachtung und auch bei Beobachtung mit dem Stativ deutlich geringer ist als die geometrisch optische Vergrößerung.
Als wirtschaftliche Anwendungsgrenze wird 8-10fache Vergrößerung genannt. Arbeiten zu diesem Thema wurden 1943 an der Universitätssternwarte in Jena von Brunnckow, Reeger und Siedenkopf durchgeführt. Abb. 1 zeigt die Ergebnisse der Untersuchungen graphisch dargestellt.
Schon bei der Beobachtung mit dem Stativ bleibt die nutzbare Fernrohrleistung deutlich hinter der optisch geometrischen Vergrößerung zurück. Als Grund dafür vermuten die Autoren aus Jena die Unvollkommenheit der benutzten Geräte.
Bei freihändiger Beobachtung ergeben sich noch deutlich geringere Leistungswerte, da infolge der Handunruhe-des Zitterns-die geometrisch-optische Vergrößerung noch weniger ausgenutzt werden kann.
Die Absolutwerte dieser Aussagen lassen sich sicher nicht direkt auf moderne Gläser übertragen, aber der relative Einfluss des Zitterns bleibt evident." Zitat Ende.
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Der Artikel geht dann weiter,........mit Messungen, Auswertungen im Hinblick auf die Entwiklung des 20x60S, Vorstellung von Messergebnissen, Technik der Aufhängung etc.
Das im Beitrag angesprochene Diagramm zeigt bei Freihandbeobachtung eines 12fach Glases noch nutzbare 5,5fach. In diesem Wert stecken ja noch die Faktoren der Unvollkommenheit!
Bei 10fach ~ der gleiche Wert.
Interessant sind die Bewegungsdiagramme der neusten (damaligen) Messungen des 20x60S ohne Stabilisator. Interessant m.E. deshalb, das sich die Kurven in horizontaler Richtung immer ausgeprägter darstellen als die der Vertikalen. Wir zittern also in horizontaler Lage mehr als in vertikaler Richtung.
Allein die Aussage auf der verlinkten Seite der Cannon Gläser, bei 10fach wird die Hälfte der Optischen Leistung übertragen, kann so nicht ganz stimmen. Das ist eine ganz individuelle Angelegenheit, die auch von jeweiliger Verfassung des Beobachters abhängt und die o.a. Unvollkommenheit heute nicht mehr zum Tragen kommt. Verluste von 30%-35% würde ich als realistisch ansehen. (10x)
Doch evtl. wirkt die Masse 1120gr. als Schwingungsdämpfer.
Wenn die Beobachtungsspanne dadurch mal nicht kürzer wird, durch vorgezogene beschleunigte Ermüdungserscheinung?
Solche Gläser sind nur für echte Männer !
Zur Kompaktklasse kann man solche Gläser nicht zählen, ergonomische Gesichtspunkte außen vor. Das Gewicht spricht keineswegs gegen die an sich angestrebten Verhältnismäßigkeiten von FG-Parametern und Masse. Die Schwerpunktlage wäre auch zu beachten.
Doch wie jedes Fernrohr seinen Himmel hat, so auch hat jedes FG seinen Besitzer. Der persönliche Einsatzzweck muss von jedem einzelnen abgewogen werden. Sicher haben diese Gläser ihre Berechtigung, jedoch nicht in jedem Anwendungsfall. Mich würde mehr die Leistung der Gläser ohne Stabi interessieren, die ja mit den aufgeführten Spitzengläsern verglichen wird. Angesichts des Preise ohne Stabi bleibt ja lt. Aussage ein recht konkurenzfähiges Produkt.
Ich hoffe, ein wenig interessante Theorie zu diesem Beitrag geleistet zu haben.
PS: ich grübel immer noch über den Sinn von "12x36" :gutefrage: