Lohnenswerte Testobjekte für Feldstecher

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JupiterFred

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Hallo!

Da ich neben eines Teleskopkaufs auch die Anschaffung eines Ultraschnellspechtlers in Form eines Fernglases plane, habe ich mit meinem Händler des Vertrauens vereinbart, 3 Canon-IS-Feldstecher am Nachthimmel testen zu dürfen (12x36, 10x42L, 15x50 - alle mit Bildstabi).

Leider habe ich nur eine Nacht für die Tests. Ich will daher auf die Erfahrung der Feldstecherbeobachter zurückgreifen und suche Objekte, welche sich ganz besonders gut zum testen (in den nächsten 2-3 Wochen) eignen? Gut wären Objekte, die die Grenzen der Geräte ausloten könnten und Objekte, die man auf jeden Fall in allen 3 Geräten sehen kann, damit man sich einen Eindruck von der unterschiedlichen Darstellung machen kann.

Vielen Dank schon mal & CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

was hat dich bei der Auswahl der Geräte, die ja recht unterschiedlich hinsichtlich ihrer Parameter sind, bewogen?

Die allseits der Ferngläser relativ geringe AP unter 5mm ist auffällig. Wie groß sind die Gesichtsfelder der Gläser?
 
Hallo Dominique,

auf die Canon bin ich durch einen Bericht im Teleskop-Sonderheft (Interstellarum) 2009 oder 2010 gekommen. Dort wurde die eher kleine AP als stadtlichtverträglich und der Bildstabilisator als sehr großes Plus vermerkt.

Hier im Forum (und auch in anderen Foren) habe ich dann einige positive Kommentare zu diesen 3 Gläsern gelesen. Das Gesichtsfeld beträgt übrigens 60, 65, 67 Grad (Geräte wie oben aufgeführt).

Die 3 Geräte sind aus folgenden Gründen noch alle im Rennen (trotz unterschiedlicher Parameter):
12x36 - klein, leicht, niedriger Preis
10x42 - sehr gute L-Optik, größere AP (aber sehr hoher Preis - Unterschied visuell ggü. den anderen Geräten erkennbar?)
15x50 - größere Öffnung

CS
Jörg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

VDS Grenzgrößenkarten schua mal hier rein. Unten auf der Seite kannst du die Karten des Nordhimmels herunterladen. Sie gehen bis Grenzgröße 8mag. Die rechnerischen Leistungswerte ~ 10,3/12/12,3mag der Gläser hängen ja von deinem Himmel ab, sind also mehr theoretischer Natur. Aber die in den Karten lassen wenigstens einen Eindruck der "bekannten" Grenzgröße zu. Kontrast und Transmission. Ein Leistungsvergleich lässt sich denke ich nicht anstellen, am Ende wird deine persönliche Vorliebe die Wahl treffen. Vornehmlicher Einsatz ist die Himmelsbeobachtung?
PS. Was es alles gibt, Ferngläser mit Batterie ;)

Lass mich wissen, wie du dich entschieden hast - ich tippe auf 10x42.
 
Hallo Dominique,

warum tippst Du auf das 10x42? Super L-Optik oder wegen der AP?

CS Jörg

PS: Einen Bericht zum Test werde ich hier einstellen.
 
Hi,

wenn es denn ein Stabi sein soll,dann wuerde ich das 15x50 nehmen :biggrin:

Das 10x42 hat zwar die Bessere Optik,jedoch wuerde "Ich" bei 10fach kein Stabi nehmen.
Sieht jeder anders..

Gruss

Mike S
 
Das sagt aber nur jemand, der noch nicht durch ein bildstabilisiertes Fernglas mit 10-facher Vergrößerung geblickt hat?
Der Gewinn an Details und auch das wesentlich entspanntere Schauen sind kaum wettzumachen.
 
Zitat von JupiterFred:
Hallo Dominique,

warum tippst Du auf das 10x42? Super L-Optik oder wegen der AP?

CS Jörg

PS: Einen Bericht zum Test werde ich hier einstellen.

geringerer Stromverbrauch :) :)

Wegen der AP und der in der Summe der Eigenschaften m.E. für die Himmelsbeobachtung am besten angepassten Parameter.
Ich kenne die Cannon nicht, mit Stabi und so weiter.
Händling, Feeling u.s.w., Gewicht etc., doch meist bleibt so ein Glas nicht nur in der Nacht, deshalb meine Frage nach dem primären Einsatzzweck.
10x42 und 8x32 (mehr am Tage) setze ich auch ein. 7x42 und 8x56 waren auch schon hier. Es kommt darauf an, was du möchtest. Wie immer, eine sehr individuelle Entscheidung.
Wenn die Variante 8x42 auch zur Verfügung steht - nimm sie mit in dein Vergleichspaket.
 
Hallo Dominique,
hallo Jörg,

Zitat von leicam62003:
Die allseits der Ferngläser relativ geringe AP unter 5mm ist auffällig. Wie groß sind die Gesichtsfelder der Gläser?

das 12x36 hat 5° wahres GF. Deshalb und wegen der 3mm AP benutze ich es zum Aufsuchen. Viele Objekte saufen mir bei gleicher Vergrößerung mit dem Apo bei 6mm AP einfach ab.

Ich finde es das Optimum aus Leistung, Preis und Gewicht, Tag und Nacht.

Noch ein Tip an Jörg: was immer Du kaufst, benutze auser im Sommer immer Lithiumbatterien. Die Entladekurve von Alkali-Mangan-Batterien geht bei 0°C bei dem Stomverbrauch innerhalb von 20min auf 0 zurück, dann stehst Du zitternd auf dem Acker. Die Lithiumbatterien halten bei 0° 2 Stunden durch.

Gruß Uwe
 
Hallo Friedel,

in der Tat kenne ich nur das 18x50..
Ich kann halt ein 10fach Glas noch gut ruhig halten,bzw stabilisieren.
Wenn ich dann schon ein Stabi Glas nehmen wuerde,dann wuerde "Ich" die hoehere Vergroesserung nutzen.


Wie gesagt,sieht jeder anders..

Gruss

Mike
 
Hallo Uwe,

ich dachte eigentlich an die Verwendung meiner guten eneloops. Würden Akkus auch gehen?

Und noch mal zurück zum Thema: Was sind Deiner Meinung nach als Besitzer eines solchen Instrumentes im Moment lohnenswerte Objekte um diese Feldstecher zu testen?


CS
Jörg
 
Hallo Mike,

teste doch einmal ein 10-faches Glas mit Stabi. Du wirst einen deutlichen Gewinn feststellen, behaupte ich einmal - auch wenn Du glaubst, eine ruhige Hand zu haben.
 
Hallo Jörg,

ich glaube nicht, daß Akkus funktionieren. Die haben im vollen Zustand nur 1,25V, d.h. Du hast schon zu Beginn 0,5V " Unterspannung ". Vergleich einfach die Entladekurven, wenn sie nicht mindestens so gut ist wie die von Alkal-Mangan-Batterien dann gehts nicht.

Zum Testen würde ich M13, M31 und M45 nehmen und einen Doppelstern den das schwächste Fernglas theoretisch noch trennen kann. Und natürlich den Mond.

Gruß Uwe
 
Hallo Jörg,

Testobjekte findest du z.B. auf der Seite von Lambert Spix mit schönen Erklärungen:
http://sky-scout.com/Feldstechertipp.htm -> dann einfach aufs Bild klicken

oder http://www.sternenhimmel-aktuell.de/fernglas.htm

PDF mit "Deep Sky Objekte für den Feldstecher" von Lothar Singer:
http://lotharsinger.npage.de/get_file.php?id=7202881&vnr=200091

Und hier noch eine schöne Liste von Doppelsternen für Ferngläser.
 
Ja Friedel..,auch das ist mir bewusst.
Was man natuerlich nicht vergessen darf ist die Tatsache dass man auch ein Stabi "Halten" muss.

Aber bei Gelegenheit werde ichs mal probieren ;)

Gruss

Mike
 
Hallo Jörg,
ich selber bevorzuge das Canon 15x50is aufgrund der höheren Vergrößerung. Deshalb "teste" auch mal Objekte der Jahrezeit (oder später in der Nacht der kommenden Jahrezeit), die von der 15-facher Vergrößerung besonders profitieren, z.B. M 29, Stephenson 1, Cor Caroli, M 52, NGC 1502 (mit Doppelstern), Doppelstern Burnham 536 in den Plejaden, M 11.
 
Zitat von MikeS55:
Das 10x42 hat zwar die Bessere Optik,jedoch wuerde "Ich" bei 10fach kein Stabi nehmen.
Zitat von Friedel:
Das sagt aber nur jemand, der noch nicht durch ein bildstabilisiertes Fernglas mit 10-facher Vergrößerung geblickt hat? Der Gewinn an Details und auch das wesentlich entspanntere Schauen sind kaum wettzumachen.
Habe dieses Stabi noch nicht selber in der Hand gehabt, aber das wundert mich nun doch, zumal das Canon 10x42 IS mit 1120 Gramm erheblich schwerer als ähnlich teure Premium Gläser wie z.B. das Zeiss Victory 10x42 ist, welches nur 68% vom Stabi wiegt.

Die Werbung von ICS dazu

Sehr aufschlußreich ist bei Beobachtungen mit diesem Fernglas der Unterschied zwischen stabilisiert und nicht-stabilisiert, hier kommt wirklich klar zum Vorschein, daß 10fache Vergrößerung eigentlich auf ein Stativ gehört und man bei freihändiger Beobachtung deutliche Wahrnehmungsverluste hat. Es sei denn ein Bildstabilisatorersetzt das Stativ.

ist ja eher irreführend, wenn der Effekt für ein Glas demonstriert wird, das wegen seines hohen Stabi-Gewichts von vornherein ohne IS-Funktion benachteiligt ist. Nach der Logik würde wohl auch ein 7x35 Stabi-Glas nicht ohne IS funktionieren.





 
Zitat von P_E_T_E_R:
Zitat von MikeS55:
Das 10x42 hat zwar die Bessere Optik,jedoch wuerde "Ich" bei 10fach kein Stabi nehmen.
Zitat von Friedel:
Das sagt aber nur jemand, der noch nicht durch ein bildstabilisiertes Fernglas mit 10-facher Vergrößerung geblickt hat? Der Gewinn an Details und auch das wesentlich entspanntere Schauen sind kaum wettzumachen.
Habe dieses Stabi noch nicht selber in der Hand gehabt, aber das wundert mich nun doch, zumal das Canon 10x42 IS mit 1120 Gramm erheblich schwerer als ähnlich teure Premium Gläser wie z.B. das Zeiss Victory 10x42 ist, welches nur 68% vom Stabi wiegt.

Hallö,

Aus: Neue Dimensionen der Freihandbeobachtung mit Ferngläsern.
Dipl.-Phys.Bernd J.L.Kratzer
Adolf Weyrauch
Fa. Zeiss
Sonderdruck aus Deutsche Optikerzeitung
Heidelberg, Nr.9/1990

Liegt mir im Original vor-von Zeiss mir seinerzeit zur Verfügung gestellt. Mit Abbildungen und technischen Zg. aus der Entwicklungsstudie des 20x60S mit kardarnischer Prismenaufhängung.
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Zitat:
"Wenn man Prof. Reiners Buch "Optische Instrumente" von 1956 aufschlägt, so kann man im Kapitel "Die Leistung der Fernrohre" nachlesen, dass die nutzbare Leistung eines Fernrohres bei der freihändigen Beobachtung und auch bei Beobachtung mit dem Stativ deutlich geringer ist als die geometrisch optische Vergrößerung.
Als wirtschaftliche Anwendungsgrenze wird 8-10fache Vergrößerung genannt. Arbeiten zu diesem Thema wurden 1943 an der Universitätssternwarte in Jena von Brunnckow, Reeger und Siedenkopf durchgeführt. Abb. 1 zeigt die Ergebnisse der Untersuchungen graphisch dargestellt.
Schon bei der Beobachtung mit dem Stativ bleibt die nutzbare Fernrohrleistung deutlich hinter der optisch geometrischen Vergrößerung zurück. Als Grund dafür vermuten die Autoren aus Jena die Unvollkommenheit der benutzten Geräte.
Bei freihändiger Beobachtung ergeben sich noch deutlich geringere Leistungswerte, da infolge der Handunruhe-des Zitterns-die geometrisch-optische Vergrößerung noch weniger ausgenutzt werden kann.
Die Absolutwerte dieser Aussagen lassen sich sicher nicht direkt auf moderne Gläser übertragen, aber der relative Einfluss des Zitterns bleibt evident." Zitat Ende.
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Der Artikel geht dann weiter,........mit Messungen, Auswertungen im Hinblick auf die Entwiklung des 20x60S, Vorstellung von Messergebnissen, Technik der Aufhängung etc.

Das im Beitrag angesprochene Diagramm zeigt bei Freihandbeobachtung eines 12fach Glases noch nutzbare 5,5fach. In diesem Wert stecken ja noch die Faktoren der Unvollkommenheit!
Bei 10fach ~ der gleiche Wert.
Interessant sind die Bewegungsdiagramme der neusten (damaligen) Messungen des 20x60S ohne Stabilisator. Interessant m.E. deshalb, das sich die Kurven in horizontaler Richtung immer ausgeprägter darstellen als die der Vertikalen. Wir zittern also in horizontaler Lage mehr als in vertikaler Richtung.

Allein die Aussage auf der verlinkten Seite der Cannon Gläser, bei 10fach wird die Hälfte der Optischen Leistung übertragen, kann so nicht ganz stimmen. Das ist eine ganz individuelle Angelegenheit, die auch von jeweiliger Verfassung des Beobachters abhängt und die o.a. Unvollkommenheit heute nicht mehr zum Tragen kommt. Verluste von 30%-35% würde ich als realistisch ansehen. (10x)

Doch evtl. wirkt die Masse 1120gr. als Schwingungsdämpfer.
Wenn die Beobachtungsspanne dadurch mal nicht kürzer wird, durch vorgezogene beschleunigte Ermüdungserscheinung?
Solche Gläser sind nur für echte Männer ! :-)

Zur Kompaktklasse kann man solche Gläser nicht zählen, ergonomische Gesichtspunkte außen vor. Das Gewicht spricht keineswegs gegen die an sich angestrebten Verhältnismäßigkeiten von FG-Parametern und Masse. Die Schwerpunktlage wäre auch zu beachten.

Doch wie jedes Fernrohr seinen Himmel hat, so auch hat jedes FG seinen Besitzer. Der persönliche Einsatzzweck muss von jedem einzelnen abgewogen werden. Sicher haben diese Gläser ihre Berechtigung, jedoch nicht in jedem Anwendungsfall. Mich würde mehr die Leistung der Gläser ohne Stabi interessieren, die ja mit den aufgeführten Spitzengläsern verglichen wird. Angesichts des Preise ohne Stabi bleibt ja lt. Aussage ein recht konkurenzfähiges Produkt.

Ich hoffe, ein wenig interessante Theorie zu diesem Beitrag geleistet zu haben.

PS: ich grübel immer noch über den Sinn von "12x36" :gutefrage:
 
Hallo Dominique,

ich habe mal einen Astroindex zur Beurteilung von Ferngläsern gelesen: Wurzel aus Durchmesser x Vergrößerung. Bei 6 (Wurzel aus 36) x 12 ergibt das 72. 6,5 (42) x 10 = 65. Also wird das 12x36 astronomisch "brauchbarer" eingeschätzt. Das ganze stammt aus Interstellarum (also bitte mich nicht steinigen ;-).

Aber es deckt sich mit Uwe (Radfahrer): "...und wegen der 3mm AP benutze ich es zum Aufsuchen. Viele Objekte saufen mir bei gleicher Vergrößerung mit dem Apo bei 6mm AP einfach ab...."

Es scheint, das AP & Öffnung nicht alles sind. Aber genau das will ich im praktischen Beispiel testen. Und: Es kommt ja zur ganzen Theorie auch noch das subjektive Empfinden des Betrachters dazu.

CS
Jörg
 
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Zitat von JupiterFred:
Hallo Dominique,

ich habe mal einen Astroindex zur Beurteilung von Ferngläsern gelesen: Wurzel aus Durchmesser x Vergrößerung. Bei 6 (Wurzel aus 36) x 12 ergibt das 72. 6,5 (42) x 10 = 65. Also wird das 12x36 astronomisch "brauchbarer" eingeschätzt. Das ganze stammt aus Interstellarum (also bitte mich nicht steinigen ;-).

.......
CS
Jörg

Hallo Jörg, nun ist das FG ja nicht allein für den deinen Ensatzzweck entworfen worden, sondern wird zu diesem von dir und anderen verwendet.
Doch betrachte ich das FG unter dem Aspekt der praktischen Anwendungen aller bekannten und da erschließt sich mir nicht der Sinn.

Die Berechnung, die du oben aufführst ist die Dämmerungsleistung. Doch gerade eben in dieser - ich zitiere mal:

"Nach meinem Dafürhalten ist diese Zahl nicht besonders gut geeignet, um die Leistungsfähigkeit eines Fernglases in fortgeschrittener Dämmerung zu beschreiben.

Um zu verstehen, warum ich meine Zweifel habe, muß man sich die Entstehungsgeschichte dieser Dämmerungszahl vor Augen halten: Köhler und Leinhos hatten damals Tests durchgeführt, mit Landoltringen auf Testtafeln. Dabei war ihnen aufgefallen, daß auch in fortgeschrittener Dunkelheit ein 10x50 besser abschneidet als ein 7x50. Angesichts dieser extrem spezifischen Testsituation ist das auch kein Wunder: Um die Landoltringe auflösen zu können, muß man sie heranholen, insbesondere in der Dunkelheit, wenn das foveale Sehen in den Hintergrund tritt und dabei die Auflösung des Auges abfällt. Der Nachteil der höheren Vergrößerung ist ein allgemeiner Verlust an Helligkeit, aber bei den Hochkontrastobjekten (schwarze Markierungen auf weißem Papier) ist das nicht von Belang. In diesem speziellen Test wird Vergrößerung also extrem begünstigt.

Der Alltag sieht ganz anders aus: Es gibt diese Hochkontrastobjekte normalerweise in der Natur nicht, und bei zunehmender Dämmerung spielt das Detailsehen auch keine wichtige Rolle mehr. Hier braucht man Licht, um möglichst noch viele Konturen ausfindig machen zu können und sich auf diese Weise zu orientieren.

Der Köhler/Leinhos Test ging auf diese Bedürfnisse gar nicht ein - sie haben lediglich auf Detailsehen getestet, in ihrem hochspeziellen Testaufbau ist Vergrößerung daher gleich hoch gewichtet wie die Öffnung. Im Beobachtungsalltag ist in der Dämmerung die Öffnung aber weit wichtiger: Man will das Wildschwein, das sich kaum vom Hintergrund abhebt, erkennen, und nicht seine Borsten zählen. Man braucht möglichst viel Austrittspupille (Signal-zu-Rausch-Verhältnis), ein großes Sehfeld, und vermutlich auch eine gute Plastik (stereoskopischer Effekt).
H.M. aus dem J.Forum

Doch wie du schon bereits richtig geschrieben hast. Selber probieren.

Ich mache die DZ auch vom Alter des Beobachters abhängig.
 
Zitat von leicam62003:
Zitat von JupiterFred:
Hallo Dominique,

ich habe mal einen Astroindex zur Beurteilung von Ferngläsern gelesen: Wurzel aus Durchmesser x Vergrößerung. Bei 6 (Wurzel aus 36) x 12 ergibt das 72. 6,5 (42) x 10 = 65. Also wird das 12x36 astronomisch "brauchbarer" eingeschätzt. Das ganze stammt aus Interstellarum (also bitte mich nicht steinigen ;-).

.......
CS
Jörg
Die Berechnung, die du oben aufführst ist die Dämmerungsleistung. D

Hallo,
ich möchte noch ergänzen, das mit dem Astroindex nicht die Dämmerungszahl gemeint ist. Der Astroindex von dem hier vermutlich gesprochen wird, ist von einem kanadischen Beobachter namens Alan Adler. Die Berechnung erfolgt auch anders als die Dämmerungsleistung - nämlich:
Vergrößerung multipliziert mit (Wurzel aus Öffnung)

Die Vergrößerung wird also stärker bewertet als die Öffnung und das kann man gut nachvollziehen. Die meisten Sternhaufen und andere - vor allem kleinere - Deep-Sky-Objekte erscheinen halt bei höherer Vergrößerung detaillierter und auch die Grenzgröße nimmt im Prinzip zu.
Wenn ich mir z. B. M 39 im 6,5x42 und 12x36 ansehe, werde ich den Sternhaufen im 12x36 besser aufgelöst sehen und nach Interpretation des Astroindex "mehr" sehen und das Fernglas in dem Sinne als astronomisch geeigneter betrachten.
 
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Zitat von L_Spix:
Wenn ich mir z. B. M 39 im 6,5x42 und 12x36 ansehe, werde ich den Sternhaufen im 12x36 besser aufgelöst sehen und nach Interpretation des Astroindex "mehr" sehen und das Fernglas in dem Sinne als astronomisch geeigneter betrachten.
Man muss hier grundsätzlich unterscheiden zwischen Punktlichtquellen, also auflösbaren einzelnen Sternen, und flächigen Objekten wie Galaxien oder Nebeln.

(1) Die Grenzgröße für die Sichtbarkeit von Sternen verbessert sich bei zunehmender Vergrößerung, weil die Flächenhelligkeit vom Himmelshintergrund mit dem Quadrat der Vergrößerung abnimmt (1/V²), während die der Punktlichtquelle (jedenfalls unterhalb der maximal sinnvollen Vergrößerung) unverändert bleibt. Dadurch ergibt sich eine enorme Kontrastverbesserung bei höherer Vergrößerung. Man kann auf diese Weise mit dem Teleskop sogar am Tage hellere Sterne sehen!

(2) Bei flächigen Objekten, also insbesondere Galaxien, gibt es keinen entsprechenden Kontrastbonus, weil die Flächenhelligkeit von Objekt und Hintergrund beide in gleicher Weise mit 1/V² skalieren. Hier entscheidet einzig und allein die Himmelsqualität und die darauf abgestimmte Austrittspupille, also das Verhältnis D/V von Öffnung und Vergrößerung.

Ein 10x50 und ein 20x100 Glas haben beide eine AP von 5 mm und dieselbe Flächenhelligkeit. Das größere Glas hat aber eine bessere Grenzgröße für schwache Sterne, einmal wegen seiner größeren Lichsammlung und zum anderen wegen seiner höheren Vergrößerung.


 
Zitat von P_E_T_E_R:
(2) Bei flächigen Objekten, also insbesondere Galaxien, gibt es keinen entsprechenden Kontrastbonus, weil die Flächenhelligkeit von Objekt und Hintergrund beide in gleicher Weise mit 1/V² skalieren. Hier entscheidet einzig und allein die Himmelsqualität und die darauf abgestimmte Austrittspupille, also das Verhältnis D/V von Öffnung und Vergrößerung.

...tatsächlich "einzig und allein" die Himmelsqualität und abgestimmte AP, oder - einschränkend - diese beiden Faktoren in (aller)erster Linie?

Erweitert gefragt: Profitiert die Erkennbarkeit von Galaxien nicht doch auch von höheren Vergrößerungen, zumindest bis zu dem Punkt, an dem die AP ihre ideale Größe noch nicht unterschreitet (praktisches Problem im Verhältnis Öffnung/Vergrößerung bei Fernglasoptiken)?

Nur insoferne als die Auflösung steigt?
 
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Zitat von lestrade:
Profitiert die Erkennbarkeit von Galaxien nicht doch auch von höheren Vergrößerungen ...

Hallo Herbert,

sicher, wenn man die Galaxie nicht nur als verschmierten Lichtfleck, sondern als Objekt mit Struktur sehen will, dann ist natürlich auch Vergrößerung gefragt. Leider gelingt selbst dann die Wahrnehmung von Details nur mit großer Mühe. Deshalb ist ja M31 für Neulinge immer so eine große Enttäuschung.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Peter,

(auch wenn es vom Thema einigermaßen wegführt:)
Die "große Enttäuschung" resultiert natürlich auch aus der Erwartungshaltung, die durch Fotografien geweckt wird.
Es ist aber ein unvergleichliches Erlebnis, bei halbwegs gutem Himmel (leider in Mitteleuropa nicht allzu häufig) "live" in unsere 2,5 Mio. Lichtjahre entfernte Nachbarwelt zu blicken und ab 10-facher Vergrößerung(?) schon ganz schön viel von den zarten Randbereichen "abgrasen" zu können. Das kann einem kein Foto geben (es sei denn, man hätte es selbst mit einigem Aufwand gemacht?).
(Mühte mich selbst erst gestern, nachdem der Mond weg war, im Zenit um die kleinen Begleitgalaxien.)

---
In der Beziehung wäre wohl das 10x"42" eine gute Wahl, obwohl schon schwer, oder auch das 15x50, wenn man das - sicher nicht sehr lange - halten kann (noch schwerer)? Das 12x36 wäre sicher das freihandtauglichste Glas, weil leicht, aber mit kleiner AP.
---

Freundliche Grüße und CS
Herbert
 
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Hi,

es ist allerdings nicht nur von der Vergroesserung abhaengig,was man als sehr gutes Beispiel bei M31 erkennen kann..

Es gibt 10fache Fernglaeser,die auch bei gutem Himmel an der Andromeda nicht mehr als einen ovalen Lichtfleck zeigen.
Nimmt man hingegen als Beispiel ein 7x42 Zeiss Victory,so lassen sich schon Strukturen beobachten..und das hat dann nichts mit der Vergroesserung oder der AP zu tun,sondern mit der Qualitaet der Optik.

Gruss

Mike
 
Hallo Mike,

ich gehe davon aus, dass auch die Canon IS-Gläser, von denen hier ausgegangen wurde, eine gehobene Qualität bieten.

Gruß
Herbert
 
Hallo Herbert,

da kannst du schon von ausgehen,das 10x42 soll sogar sehr gut sein.
Es bezog sich nicht auf die Canon.

Gruss

Mike
 
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