Hmmmm..
Hallo Sabine,
die Szene ist ja wirklich zum brüllen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> So habe ich es wirklich mal gesehen,ich glaube es war Eurosport oder so...
Aber zurück zum Spiegelträger:
Wenn Wolfi statt
H. Rohr, der dieses Material schon getestet hat, vergleicht das "Low Expansion" in seinen Eigenschaften zu Recht mit Zerodur.
zu schreiben geschrieben hätte:
"H. Rohr, der
einen Spiegel aus dieses(m) Material schon getestet hat, vergleicht das "Low Expansion" in seinen Eigenschaften zu Recht mit Zerodur."
...würde ich da keine Probleme sehen.
Nun ist man gerade hier im Forum ja recht sensibel,wenn Namen von Spiegelträgern genannt werden.
Also muß man gerade als Händler jedes Wort auf die Goldwaage legen.
Meine persönliche Ansicht zum Thema Spiegel/Spiegelträger möchte ich kurz noch anfügen.
Da ich neben Deep Sky auch sehr gerne Planeten beobachte steht die optische Qualität des Teleskopes für mich im Mittelpunkt,weil ich bei 8" am Planeten je nach Seeing mit mindestens 200x ,besser aber 240x bis 300x beobachte.Den Saturnring sehe ich mir manchmal mit 400x an,wegen der größe der Abbildung,mehr Details als bei 300x sehe ich dann auch nicht.
Dabei ist eine hohe optische Güte des Teleskopes unumgänglich.
Dafür verantwortlich ist die Spiegeloberfläche.Wenn der Spiegel einen Strehl von 0.98 wie bei meinem BK7 GSO hat ist von der Seite her erst einmal alles in Ordnung.
Aber das Teleskop als ganzes muß diese theoretische Leistungsfähigkeit auch realisieren können.
Da wäre zum einen die mechanische Seite:
Der Spiegel darf nicht stramm in der Zelle sitzen(auch nicht der Fangspiegel),die Kollimation
muß auch mindestens 98% sein,der Auszug muß stabil genug sein um eine vernünftige Laserjustage zu ermöglichen(man kann natürlich am Stern auch mit einem "suboptimalen" Auszug nahe ans Optimun kommen).
Und zum anderen die thermische Seite:
Der Spiegel muß sich an die Umgebungstemperatur angepaßt haben,weil sonst die Luft über dem Spiegel "kocht" und zum anderen der Spiegelträger durch unterschiedliche Abkühlung(Vorderseite/Rückseite,Spiegelkante)seine Form ändert und die Wellenfront des reflektierten Lichtes
erhebliche Deformationen aufweist und das Bild bei höherer Vergrößerung unbrauchbar ist.
Bei diesem letzten Punkt kommt jetzt Zerodur oder auch ULE oder mit kleinen Abstrichen Sital und Quarz ins Spiel:
Der Spiegelträger aus Zerodur zeigt praktisch keine temperaturbedingte Verformung und deshalb ist die Wellenfront nicht gestört.
Wenn es dann noch gelingt die Warmluftschlieren über dem Spiegel wegzubekommen kann man trotz nicht temperiertem Spiegel hochvergrößernd beobachten.
Und genau hier kommt der in einem anderen Beitrag genannte Kurt Schreckling ins Spiel:
Der sagt sinngemäß folgendes:"Ich stecke so viel Arbeit und Mühe in meine selbstgeschliffenen Spiegel um sie so nah wie möglich an 100% zu bringen,da nehme ich keinen suboptimalen Spiegelträger der durch Temperaturausdehnungen beim Schleifen(Wärmeeitrag!)immer erst längere Wartezeiten nötig macht um testen zu können,dann schleifen,testen,....
Da nehme ich lieber Zerodur(10")oder Quarz(12")oder Sital(16"),beim großen Spiegel führt eh kein Weg daran vorbei."
Ich hatte mehrfach die Gelegenheit mit seinem 10" und 12" zu beobachten.
Mit dem 10" Zerodur als Newton haben wir 10 Minuten nach dem herausstellen aus dem ca 19° warmen Keller nach draußen an die ca 3° kalte Luft bei 300x Scharfe Planetenbilder genossen,weil ein spezielles Lüftersystem das Tubusseeing unterdrückte und der Zerodurspiegel halt kein Eigenleben hatte.
Da zeigte sich der Materialvorteil deutlich.
Bei vergleichbaren Bedingungen braucht mein 8" mit Lüfter ca 20 Minuten um richtig scharfe Planeten zu zeigen.
Ohne Lüfter dauerte es früher mindestens 50 Minuten.
Was ich also weitschweifig zu sagen versuche:
Primär zählt die Oberflächenqualität.
Wenn man diese dann mit optimalem Spiegelträger bekommt um so besser.
Müßte ich zwischen meinem BK7 und einem 0.85 Strehl Zerodur wählen würde ich meinen Spiegel behalten.
MfG,Karsten