Lunar100, los gehts! | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Lunar100, los gehts!

Henning81

Mitglied
Mond, 02.06.2017, ab 20:00Uhr

Guten Abend,

Heute gibts kleine, mühsame Erfolge zu verzeichnen.
Nachdem die Region um den Hadley Crater, die Hadley Apennine, gestern noch im Schatten liegend verschoben werden musste und mir Sorgen bereitete, sie könne heute schon wieder zu flach im fortgeschrittenen Sonnenlicht erscheinen, beschloss ich, sie bereits nachmittags anzufahren. Nur um festzustellen, dass die Stellen, wo ich Hadley Crater und Rille vermutete, immer noch im Schatten lagen -und zwar im Schatten der angrenzenden Berge. Das Seeing war auch zum besoffen werden. Es hiess also weiter warten, bis ich gegen 20:30 Uhr endlich den ersten, halbwegs wissenden Blick auf die Apollo 15 Landestelle werfen konnte. Gleich blinkte nördlich südlich davon auch scharf der Krater auf, noch bei 100x und ohne Filter. Die Sonne stand noch über Horizont. So sass ich da und musste noch geduldig ein Telefonat zuende führen, dabei liess sich schon erahnen, dass es nun endlich in die Hochvergrößerung gehen konnte. Natürlich nicht mit Telefon am Ohr.
Endlich aufgelegt, zoomte ich, wie es einen Anfänger geziemt, rein.
Praktisch gleich blitzte südlich des Kraters die Hadley Rille auf, ich liess die Region mehrmals durchs Okular wandern, um mir sicher sein zu können. Ich hatte gelesen, dass aber der nördliche Bogen, in dessen Nähe Apollo 15 heruntergegangen war, die eigentliche Crux ist. Also richtete ich meine Aufmerksamkeit dorthin und ich dachte schon, es wird nichts, weil die Sonne da praktisch längs in die Rille reinscheint, erschien fein und weiss ein kleiner Bogen, etwas nördlicher als gedacht und verschwand an der Bergseite im Schatten. Erst ab dem Krater südwärts konnte ich den Rest der Rille erkennen, dunkle Schattenränder und viel stärker geschwungen. Mein erstes Lunar100 Ziel. Nummer 66.

Jetzt wollte ich sehen, was geht und schaute über die Rimae Hyginus und Ariadeaus bei den Rimae Triesnecker vorbei, dem Bereich gleich zwischen dem Krater Triesnecker und Triesnecker F. Nahe Triesnecker eine feine Rille Nord-Süd, östlich daneben eine zu Triesnecker F weit geöffnete Rille, etwas stärker sichtbar, alles in allem wie ein Martiniglas mit Olive drin.. Das reichte mir für heute zwecks gutbürgerlicher Ruhezeiten. Muss mal wieder sein.

Der Mond, die potente Ersatzdroge für Deep Sky.

CS,

Henning
 
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Schiefspiegler

Mitglied
Lieber Henning,
ich finde Deine vor Begeisterung überquellenden Beiträge ganz wunderbar. Es ist auch sehr beachtlich, was Du Dir alles gleich am Anfang im Hobby (verstehe ich das Recht?) am Mond vornimmst und erreichst. Klasse!
CS, Christopher
 

Eingehirner

Mitglied
Hallo Henning,

danke für den spannenden Bericht! Ich bin sonst nicht so viel in diesem Unterforum unterwegs, aber deine Stories les ich gern ;-)

Lunar100... darüber bin ich neulich bei meiner Mond-App schon gestolpert und wusste nix mit anzufangen. Guter Tipp, wenn die Nächte zu hell für Kugelsternhaufen und Nebel sind, danke!

Gruss,
Simon
 

Henning81

Mitglied
Hallo Anette,

Die Lunar 100 Liste ist die Antwort auf Beobachtungslisten wie Messierkatalog und so weiter, nur eben für den Mond.
Je höher die Listenzahl, desto anspruchsvoller ist das Objekt.
Es beginnt mit dem Sichten des Mondes selbst, Nr.2 ist das Erdlicht etc.
Nr.66 ist die Hadley Rille. Wie kam ich also dazu, die Hadley Rille beobachten zu wollen? Irgendwo wurde ein gebrauchtes Teleskop damit angepriesen, man könne damit die Hadley Rille sehen. Wort aufgeschnappt, recherchiert und nun beschäftigte ich mich seit ein, zwei Wochen immer wieder mit dieser geschichtsträchtigen Region, in der Apollo 15 gelandet ist.
ENDLICH war der Mond wieder da (WIE BITTE?) und es konnte losgehen. Der Rest steht oben im Beitrag.

CS,

Henning
 

Eingehirner

Mitglied
Hallo Henning,

wie kommst du zu deinen Aussagen, z.B. "Ich hatte gelesen, dass... die eigentliche Crux ist"? Ich hab im Netz nach Erklärungen zu den Lunar100-Objekten gesucht, aber nichts gefunden, was über den vollen Artikel von Sky&Telescope hinaus ging. Ich hätte auch gern ein paar Details zu den Sachen, die man sehen soll, allein aus den Einzeilern werd ich nicht schlau.

Vielleicht die Protokolle der Berliner Mondbeobachter, die an anderer Stelle hier im Forum angepriesen werden?

Und wo wir grad beim Thema sind: Gehst du einfach ans Teleskop und schaust "Welches Lunar100-Objekt sollte denn heut zu sehen sein?" Dein Bericht lässt ja eher vermuten, dass du ein ganz konkretes Ziel hattest (wie du Annette ja erklärt hast), aber woher weisst du dann, wann du schauen musst? Hast du eine Übersicht, welches Objekt in welcher Mondphase sichtbar wird? Schätzt du das einfach ab?

Viele Grüsse,
Simon
 

Henning81

Mitglied
Hallo Simon,

Konkret auf Deine Fragen bezogen:
Den Teil mit der Hadley Rille hatte ich aus einem anderen Beobachtungsbericht erfahren. Ich versuche bei Deep Sky Objekten nach Möglichkeit vorher keine Fotos anzusehen, damit ich mir hinterher nicht zuviel einbilde gesehen zu haben.
Verzeihe den Satzbau.
Bei Mondstrukturen ist das natürlich schwer zu machen.
Gestern ging ich folgendermaßen vor:
Meiner Lunar100-Liste hängt eine Tabelle Tag für Tag (Mondalter)
an, da hab ich einfach geschaut, was es gestern zu sehen gab.
Als einfache Beispiele waren Copernicus, Tycho etc. zu sehen, also habe ich mir die im Field Atlas rausgesucht und mit dem Fernglas gesucht. Gefunden und eingetragen. Weit oben in der Hauptliste stand auch noch Altai Scarp, was einfach exotisch klang, also habe ich da im Virtal Moon Atlas gesucht und bin dann eben doch noch mal raus ans Teleskop, die Cratersequenz Theophylus, Cyrillus und Catharina waren da in der Nähe, also wieder etwas abgehakt.


Ich benutze normalerweise zuerst diese Infoquellen:

Virtual Moon Atlas, Lunar Field AtlasII und eben Lunar100 Liste

In einem anderen Forum wurde mir diese Seite hier empfohlen, die ich sehr hilfreich finde, weil sie gute Fotos enthält:

http://www.buecke-info.de/astrotips/beobacht/mond/matlas.htm.

Das Ziel anfangs war ganz unwissenschaftlich, die Hadleyrille zu sehen. Lunar100 kam da auf dem Weg hinzu.

Die Lunar100 Liste mit dem Tag für Tag (Mondalter) Anhang ist die "Observing the Lunar 100" von Peter Argenziano.

CS,

Henning
 
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Anette_Aslan

Mitglied
Daaaaaaaanke Henning für diesen Link! Absolut genial- das werd ich auch abarbeiten, in dem ich diese Aufnahmen versuche selbst zu machen.....herrlich!

Liebe Grüsse von Anette
 

Eingehirner

Mitglied
Ich kann nach zufälligem Fund auch noch ein paar Informationsquellen beisteuern:

Freie "richtige" Mondkarten, sehr detailliert (ich bin schon dabei, mir die verfügbaren auszudrucken, Wahnsinn, was man alles gratis bekommt):
http://www.lpi.usra.edu/resources/mapcatalog/LAC/index.shtml

Infos zu den Lunar100 mit Rükl-artigen Karten:
http://the-moon.wikispaces.com/Lunar+100

Viele Grüsse und viel Spass am Mond,
Simon

P.S.: Wer Hilfe zum automatischen Runterladen und Drucken als PDF braucht, darf sich gerne melden (unter Linux, nicht Windows/Mac) :)
 

Anette_Aslan

Mitglied
Lieber Henning,

dieser Tage wird ja Wilhelm von Humboldt, dem grossen Schulreformator gedacht, einen Krater ihm zu Ehren wurde auch benannt, er befindet sich aber so weit am unteren östlichen Rand des Mondes (bei - 28 Grad unerhalb vom Mondäquator), dass ihn mein Mondatlas schon gar nicht mehr ins Visier genommen hat, dabei gibt es so imposante Nasaaufnahmen von diesem immerhin 200Km Durchmesser grossen Krater!
Mir ist der noch nie aufgefallen, aber Aufnahmen zeigen unglaubliche interessante STrukutren in diesem Krater und herrliche Terassenwälle.

Vielleicht schaust ihn Dir mal an, ich weis nur nicht, wie die dermaßen gute Fotos von diesem Krater bekommen konnten, der driftet doch total in die Überbelichtung ab, finde ich.

https://de.wikipedia.org/wiki/Humboldt_(Mondkrater)

Er wird in meinem Mondatlas - wie überhaupt diese ganze Region schon gar nicht mehr erwähnt, komisch. Auch nicht in den obigen Links die Simon freundlicherweise eingestellt hat - merkwürdig.

Ich werd den nun mal mehr ins Visier nehmen.

Gruss von Anette
 
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Henning81

Mitglied
Hallo Anette,

Das ist ja spannend, ein riesen Trümmer von Krater mit vielen Rillen und ausgeprägten Mittelbergen.
Ziemlich weit hinten in der Lunar100 Liste, vielleicht weil die Beobachtung so anspruchsvoll ist?
Wirklich schade, dass er so weit östlich liegt, der muss ja eindrucksvoll sein, "von oben".
Scheinbar liegt der heute bereits wieder im Schatten.
Also wäre gestern vielleicht perfekt gewesen oder kurz nach Neumond. Hier wars bewölkt.
Kann sich hier nicht mal ein erfahrener Mondbeobachter einklinken und uns etwas ins Licht führen? Gerade mir fehlen so viele Basics.

Danke für Deine Denkanstöße, wieder ein Puzzleteil gelernt.

Gruss,

Henning
 

Anette_Aslan

Mitglied
Hallo Peter,

absolut genialer Hinweis, tausendfachen Dank. Ich hoffe das Wetter spielt dann mit:

Vom 25.06. 20.30 Uhr bis 25.06. 21.00 Uhr
Vom 26.06. 20.30 Uhr bis 26.06. 22.00 Uhr
Vom 27.06. 20.30 Uhr bis 27.06. 22.30 Uhr
Vom 28.06. 20.30 Uhr bis 28.06. 23.00 Uhr
Vom 29.06. 20.30 Uhr bis 29.06. 23.30 Uhr


Beste Beobachtungszeit Vom 25.06. 20.30 Uhr bis 25.06. 21.00 Uhr
Vom 08.07. 20.30 Uhr bis 09.07. 03.30 Uhr

Ich werd versuchen mich an den Krater ranzuwagen....das wird wirklich sehr spannend!

kanns kaum erwarten - grüsst Anette
 

Anette_Aslan

Mitglied
Hallo Lunatics,

hab mir grad noch mal mit Hilfe meines Mondglobus die genaue Lage des Humboldt angeschaut und dann auf meinem Mondvideo von der Dreitagesichel im Mond-Planeten-Thread alles abgegrast und nach Humboldt gesucht, er müsste leicht abgeschrägt nach unten rechts von Petavius zu finden sein, aber weder auf Mondfotos im Mondguide noch auf meiner Aufnahme kann ich ihn entdecken. Wobei die Aufnahme sehr gut in den von Peter vorgeschlagenen Zeiten liegen. Absolut nix auszumachen!

Am 25.6. währe das Mondalter zur vorgeschlagenen Beobachtungszeit grade mal so um die 17 Stunden, eine extrem schmale Sichel also in tiefster Deklination.....Leute, das ist aber eine knifflige Aufgabe...diese guten Fotos vom Humboldt im Netz sind allesamt wohl Nasa-Aufnahmen, ich wäre sehr gespannt, wer den als Hobbyastronom mal gut erwischt hat?

Gruss von Anette
 
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CaptainKirk

Mitglied
Hallo an Alle,
da Anette ja den Krater Humboldt sucht, habe ich mal alle meine Mondbildordner durchgesehen und bin fündig geworden.
Am 06.03.2014 konnte ich den Krater tatsächlich aufnehmen, aber die Lichtverhältnisse waren nicht mehr perfekt, die Lichtgrenze schon weit fortgeschritten. Besonders die Libration sollte ja sehr günstig sein, damit man diesen Krater gut sehen kann. Aber immerhin mit ein par Einzelheiten aus dem Inneren des Kraters.
Das Bild ist ein starker Bildausschnitt aus dem Original Übersichtsbild, es ist ein Einzelbild mit meiner damaliegen Olympus DSLR E-600 und dem Meade ED 102/920mm Refraktor.
Aber ich bin froh, überhaupt ein Bild von diesem wohl sehr selten fotografierten Krater zu besitzen.
Viele Grüße Olaf.

www.Olaf-Dieme-Naturfotografie.de
 

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Anette_Aslan

Mitglied
Hallo Olaf,

ja absoluten Dank fürs Zeigen! Das ist wirklich Glückssache in diesem speziellen Fall. Wer achtet schon auf diesen meist sehr ausgeleuchteten Mondrand? Wobei ich sagen muss, auf den Nasa-Fotos sieht mir dieser Krater aber im Vergleich zu allen anderen bekannten, gut sichtbaren Kratern am interssantesten aus....solche Dinge müssen wohl immer am höchsten hängen oder im Verborgensten liegen....

ich werde ab sofort immer ein wachsames Auge auf Humboldt haben...

begeisterte Grüsse von Anette und Danke fürs Mitmachen Olaf!!
 

Eingehirner

Mitglied
Der Humboldt ist einfach nur bei grosser Libration in die richtige Richtung zu sehen... aktuell "hängt" der Mond in die andere Richtung, das heisst, Grimaldi ist gut zu sehen (wenn er dann mal hell wird), aber dafür das Humboldtian basin nicht, Humboldt nicht, Mare Marginis nicht, Smythii basin und Australe basin auch nicht... Wenn es gegen Vollmond geht, können wir aber mal aufs Orientale basin, das Inghirami-Tal oder Bailly gehen (den hat man beim letzten Vollmond bei ca. 98% Beleuchtung genial sehen können). Drygalski konnte ich aber nicht entdecken.

Die tägliche Libration kann man z.B. bei CalSky wunderbar berechnen lassen, inklusive Schattengrenze. Hab ich gestern erst entdeckt. Ich suche noch eine Librationstabelle, die mir auf lange Sicht die Entwicklung der Libration für jeden Tag (Woche?) angibt, damit ich weiss, wann ich die "äusseren" Krater suchen muss... mal weitersuchen.

Bin jetzt auch im Lunar100-Fieber angekommen, gestern war zwar kein idealer Abend mit vielen Schleier- und Schäfchenwolken, aber entlang des Terminators konnte man
- Petavius mit seinem riesigen Zentralberg anschauen, wie er einen Schatten auf den östlichen Kraterrand wirft;
- Langrenus und Vendelinus mit ihren nur westlich beleuchteten Kratern direkt an der Schattengrenze bewundern,
- Messier und Messier A gut sehen,
- das Rheita-Tal schön ausgeleuchtet und beschattet sehen,
- im Taruntius nach Strukturen suchen (schwierig bei schlechtem Seeing),
- die Cauchy-Region abgrasen und die Rillen suchen,
- die dunklen Flecken im Atlas bewundern
etc. etc.

Tolle Liste, die du mir/uns da "ins Ohr gesetzt" hast, Henning! Danke! Endlich haben "gibbous moon"-Nächte einen Sinn :-D

Zu den "lunar aeronautical charts" hab ich leider gefunden, dass die Karten nie komplettiert wurden. Es wurden nur die "gut" sichtbaren Teile der Mondvorderseite erstellt, aber nicht die Randbereiche oder die Rückseite. Sehr schade, die Karten gefallen mir schon rein ästhetisch extrem gut. (Hab sie jetzt alle in meinem Astro-Ordner immer dabei, mit eingezeichneten Lunar100 ;-) ) Eine extrem gute App ist aber als Ersatz die "Moon Atlas 3D" mit Kraternamen, Terminator-Simulation, Lunar100-Liste etc., wirklich Hammer! Ist anderswo hier im Forum schon erwähnt. Damit braucht man fast keine gedruckte Karte mehr (aber ich hab lieber was Grosses in der Hand).

Kleine Verständnisfrage: Weiss jemand, warum das Procellarum-Basin so weit hinten auf der Liste kommt? So schlecht findet man das jetzt nicht bei Vollmond... oder überseh ich was?

Jetzt muss ich noch rausfinden, wie ich meinen normalen Job mit den Mondbeobachtungszeiten in Einklang bring ;-) Heut nacht hatte ich nur vier Stunden Schlaf, das ist auf Dauer etwas wenig...

Gruss,
Simon
 

Eingehirner

Mitglied
Irgendwie versteh ich das noch nicht so ganz. Humboldt ist weit im Osten, sollte also umso besser gesehen werden können, je grösser die Libration in diese Richtung ist.

CalSky sagt für den 29.6.:
7h47.1m Maximale Libration in Länge: selenografische Ostseite (Mare Crisium) sichtbar (selenographische Länge der Erde: 7.367°, Breite: -2.407°)

www.der-mond.de sagt: Beste Beobachtbarkeit am 25.6.

Wie passt das zusammen? Sollte Humboldt nicht am 29.6. optimal sichtbar sein, weil der Mond da noch weiter "rumkommt", sowohl nach Westen als auch nach Norden? Ich muss ja nicht exakt um 7:47h schauen (wird schwierig), so drastisch ändert sich die Libration in einer Nacht ja nicht.

Hat jemand eine gute Erklärung? Verwendet der-mond.de vielleicht extrapolierte ältere Saros-Perioden? Zitat woanders auf der Seite: "In diesem Bereich finden Sie die Angaben zu den Mondephemeriden der Jahre 2012 bis 2013."

Gruss,
Simon
 

Henning81

Mitglied
Hallo Simon,

die Seite ist der-mond.org , die .de Version führt irgendwo anders hin.

Die einzige unrecherchierte, spekulative Erklärung meinerseits wäre noch die Berücksichtigung des Schattenwurfs bzw. des Terminators.

Damit endet leider meine Weisheit, es freut mich aber, dass Du Dir da mit und für uns Gedanken machst.
Da werden sicher in gut zwei Wochen einige Tuben Richtung Humboldt gehen.

Gruss, danke an alle BeitragerInnen,

Henning
 

Eingehirner

Mitglied
Hast recht, Fehler seinerseits... www.der-mond.org natürlich. Die .de-Version führt auf eine skurrile Heilpraktikerseite :smiley60: - Erzähl ich hier eigentlich Sachen, die euch allen schon komplett klar sind?

Ich bin jedenfalls gespannt auf Humboldt! Der Schattenwurf kann's eigentlich nicht sein, zu dem Zeitpunkt ist etwa erstes Viertel. Mal sehen, ob der 25.6. oder der 29.6. "gewinnt" ;-)

Gruss,
Simon
 
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Eingehirner

Mitglied
Und? Hat jemand gutes Wetter gehabt? Bei mir war erst am 30.6.überhaupt wieder an Fetzchen vom Mond zu denken... einige der Lunar100 haben sich sehr schön präsentiert, Altai Scarp, Valentine Dome (traumhaft nah am Terminator und toll sichtbar), Sabine&Ritter, die Imbrium-Skulptur und die Ariadäus-Rille gingen auch bei schlechtem Seeing und Zirrus- sowie anderen Wolken halbwegs bei 167x (für 333x war's definitiv zu schlierig), danach zog leider eine undurchdringliche Wolkendecke auf. Nichts war's mit Libration ausnutzen :-(

CS (jetzt aber mal wirklich!),
Simon
 

Henning81

Mitglied
Hallo Simon und Andere,

an fehlender Motivation liegt es nicht, nur wird diese eben durch Wolken am Boden gehalten.
Den letzten Blick auf den Mond warf ich Mitte Juni tagsüber in Richtung Aristarchus. Seitdem ruht die Liste und die Chancen auf Humboldt verstreichen fürs Erste.
Ohne zuviel sportlichen Ehrgeiz habe ich nun vierzehn Eintragungen in der Liste. Immer mit dem Anspruch, die Objekte dann auch gebührend kennengelernt zu haben. Ich merke aber bereits, wie meine Erinnerung mangels Wiederholung verblasst.

Gruss,

Henning
 

Eingehirner

Mitglied
Ich bin meistens froh, wenn ich die Sachen gefunden hab. Dann weiss ich beim nächsten Mal (mit mehr Zeit fürs Einzelobjekt), wo es sich besonders lohnt. Alle Lunar100-Objekte sind sehens- oder suchenswert, aber nicht alle gefallen mir gleich gut ;-)

Auf http://the-moon.wikispaces.com/System+of+Lunar+Craters gibt es übrigens eine tolle, frei verfügbare Kartensammlung mit schematischen Krater-Umrissen. Fast alle Lunar100-Ziele sind drauf, natürlich nicht markiert (die Ina-Caldera und der Valentine-Dome fehlen leider). Nord- und Südpolziele sind nicht vollständig, weil die Libration nicht berücksichtigt wurde. Man sieht hier sehr viel besser als auf den LAC-Karten, was eigentlich das interessante Feature sein soll. Leider sind diese Karten ohne Mond-Koordinaten. Besteht Interesse an einem PDF mit allen Karten?

Viel Spass heut abend! Wir sollten folgende Lunar100-Objekte vom Schattenwurf her gut sehen können:

Copernicus
Copernicus H
Copernicus secondary craters
Fra Mauro-Berge
Hesiodus A
Imbrium-Lavaströme
Clavius
W. Bond (recht flach)
vielleicht Pico und Straight Wall (schon ca. 20° weg)
Lambert R
Hortensius-Domes
Kies Pi
Pitatus

Spannende Liste. Mal sehen, was klappt. Hab ich was übersehen?

Die Hortensius-Domes sind quasi exakt am Terminator... ich freu mich schon :) Das Wetter sieht ja in ganz Deutschland und der Schweiz prima aus!

Gruss,
Simon
 
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Eingehirner

Mitglied
War jemand von euch draussen? Ich konnte um 22:00-24:00 am Teleskop stehen, zwar von Mücken attackiert und mit der ständigen Gefahr einer Junikäfer-Invasion im Tubus, aber sonst mit wunderbarer Sicht. Die Luft war etwas unruhig, aber immer wieder mit sehr ruhigen Momenten dazwischen. Anfangs beobachtete ich mit TS Planetary HR 6mm (167x), später bei kälterer Luft mit TS Planetary HR 3,2mm (333x). Einmal nahm ich sogar 3,2mm plus Barlow 2,25x, da war aber a) die Luft zu unruhig, b) die Übervergrösserung deutlich sichtbar, c) der Farbfehler durch atmosphärische Refraktion extrem erkennbar.

3.7.2017, Terminator @ ca. 28°W, 76% beleuchtet, Mondalter 9.75 Tage

Zuerst versuchte ich mich zu orientieren. Mit Copernicus und Tycho ging das recht schnell. Pico war noch hervorragend mit Schatten erkennbar, allerdings konnte ich den zugehörigen "abgesoffenen" Krater, von dessen Rand er einen Teil bilden soll, nordöstlich davon nicht erkennen. Die Imbrium-Lavaströme waren hervorragend mit Schattenwurf zu erkennen (wenn sie das sind, was ich denke). Lambert R war mehr zu erahnen als zu sehen, dafür war der Terminator wohl schon zu weit weg... Copernicus, den kleinen Copernicus H und die vielen, vielen Sekundärkrater schaute ich mir eine ganze Weile lang an. Die Kraterchen waren mit dem Seeing an der Grenze des Machbaren, sie schwammen immer wieder in den sichtbaren Bereich und verschwanden wieder im Wabern.

Danach wurde es etwas konfus. Längere Zeit hielt ich den westlichen Rand vom Mare Cognitum, die Montes Riphaeus, für die Fra Mauro-Formation, was aber irgendwie nicht passte... Irgendwann hatte ich sie dann doch gefunden (sie waren viel kleiner, als ich erwartet hatte... Kartenlesen sollte man können...), stöberte ein wenig darin herum, aber die Schatten fehlten und so blieb vieles unentdeckt. Speziell die Rillen konnte ich nicht erkennen. Ein andermal wieder.

Den Komplex um Ptolemaeus mit Ptolemaeus B (den ich nicht entdecken konnte, dafür braucht's wohl flachere Sonne), dem Gyldén-Tal (gut zu sehen), Mösting A (klein, aber messerscharf und sehr hell) und der Kraterkette um Davy herum hatte ich eigentlich gar nicht geplant, er zeigte sich aber trotz Terminatorferne sehr schön. Wobei ich mir hier gar nicht sicher bin, ob die Kette aus Davy, A, B, K und U besteht oder aus dem, was etwas NE von Davy in Richtung Davy E verläuft... So weiss ich schon, was ich nächstesmal bei Halbmond anschauen kann ;-) Alphonsus hatte ich mir schonmal bei besserem Licht angeschaut, er war gestern nicht sehr spannend. Der Straight Wall zeigte noch eine gaaanz dünne Schattenlinie.

Kies Pi kam als nächstes dran und sprang mir auch ohne Karte förmlich ins Auge, das Licht war einfach perfekt! Ein niedliches, sanft gerundetes Hügelchen.

Dann sprang ich weit nach Norden und schaute mir den steil beleuchteten W. Bond an. Da wir aber mit der aktuellen Libration eher den Südpol sehen und kaum Schatten da waren, war das wenig interessant. Die Plato-Kraterchen konnte ich, wie auch sonst schon mehrmals, nicht erkennen. Im August bin ich mal eine Woche lang in den Tessiner Bergen, vielleicht hab ich da ruhigere Luft und mehr Erfolg...

Wieder nach Süden: Pitatus mit seinen konzentrischen Kraterrillen und Hesiodus A direkt daneben. Letzterer war in ruhigen Momenten sehr schön mit seinem zweiten inneren Ring zu erkennen, der Schattenwurf war dafür ideal. Von Pitatus' Rillen konnte ich I (im NE) gut mit Schatten, II (NW) schwach mit wenig Schatten und III (SE) bestenfalls erahnt beobachten. Nach langem Draufschauen und mehrfachem Augenwechsel meinte ich von III immerhin Teile erkannt zu haben... Nebenan gab es in Mercator noch ein schönes Lichtstrahlphänomen zu beobachten, als die Sonne durch die Scharte im östlichen Kraterrand, die durch Mercator B verursacht wird, einen keilförmigen Schatten auf die westliche Wand warf. Kein Lunar100, aber schön. Könnte Lunar101 werden.

Schlussendlich die ersehnten Hortensius-Dome: Sie waren, wie berechnet, wirklich exakt am Terminator, der Hortensius um etwa 22:30 genau mittig durchlief. Gegen 24:00 war sein Kraterrand dann mehr oder weniger komplett beleuchtet. Die Dome nördlich und NE davon waren gut erkennbar, nur alpha lang im Schatten und wurde nur an den Spitzen besonnt. Überhaupt fand ich "Dom" eine etwas unpassende Bezeichnung für alpha, beta und gamma, die recht zerklüftet erschienen. phi, rho, tau und omega dagegen sind wirklich nette, runde Hügelchen.

Clavius schaute ich mir dann noch ein Weilchen an und bewunderte die Vielzahl an Kratern. Dann wurde ich langsam müde, die Nacht kalt und ich ging nach kurzen Blicken auf Jupiter und Saturn zufrieden ins Bett... Für's Zeichnen hat's gestern nicht gereicht, ich fand die ganzen zwei Stunden über keine wirklich bequeme Sitzposition.

Gruss,
Simon
 

Eingehirner

Mitglied
P.S.: Heute sollten übrigens Gassendi und die Hippalus-Rillen gut zu sehen sein, im Norden Gruithuisen delta und gamma, im Süden Schiller. Der Terminator verläuft genau durch Schiller und Gassendi mit seinen vielen Rissen und knapp an Gruithuisen vorbei.

P.P.S.: Hier ist noch ein sehr nettes Visualisierungstool, das Kraternamen nahe dem Terminator anzeigt:
https://svs.gsfc.nasa.gov/4537

Nochmal Gruss,
Simon
 
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Eingehirner

Mitglied
5.7.2017, 23:00-00:20, Terminator @ 40-41°W, Luft ziemlich ruhig

Gestern war aus den Lunar100 nicht viel zu sehen. Die Hippalus-Rillen konnten gut beobachtet werden, mit 167x und 333x waren drei parallele Rillen konzentrisch zum Mare Humorum sichtbar. Der Kraterboden von Gassendi lag die ganze Beobachtungszeit über komplett im Schatten, so dass er leider nicht betrachtet werden konnte (das hol ich heut abend nach). Gruithuisen gamma und delta lagen exakt am Terminator und wurden im Lauf der anderthalb Stunden mehr und mehr beleuchtet, was recht spannend zu beobachten war. Eigentlich sind sie ja nicht extrem hoch, aber sie wirkten durch die Schatten wie im Hochgebirge. Schiller war uninteressant, da der Boden ebenfalls komplett im Schatten lag. Dafür konnten erste Blicke auf die Leibnitz-Berge am Südpol geworfen werden (die ich heut nochmal bestätigen muss; freies Kartenmaterial für den Südpol unter verschiedenen Librationen scheint rar zu sein und die Orientierung in den Kartern dort ist für mich herausfordernd).

Heut abend stehen dann wieder ein paar Highlights an: Die de Gasparis-Rillen, der Boden von Gassendi, die Leibnitz-Berge, Mersenius (knapp neben der Schattengrenze) und der ganze Prinz/Aristarchus/Vallis Schröteri-Komplex. Der flache Flamsteed P sollte auch zu sehen sein (er hat in meiner Liste der Lunar100 die Koordinaten 25°N, 3°E, was absolut nicht stimmt - dort liegt die Rima Hadley; er liegt an 3°N, 44°W; auch die Bezeichnung "proposed young volcanic crater" macht irgendwie keinen Sinn). Die Marius-Hügel dürften um 23:00 Uhr direkt an der Schattengrenze liegen, mit mehr als der Hälfte im Schatten; um 1:00 Uhr sollten die meisten Hügelchen sichtbar sein. An interessanten Nicht-Lunar100-Zielen bietet sich die Rima Sharp im Norden an.

Gruss,
Simon
 

Anette_Aslan

Mitglied
Hi Simon,

ist doch immer wieder erbaulich bei den visuellen Mondbeobachtern reinzuschauen. Jetzt, seit ich die Knipse und die Kamera habe und mit verschiedenen Bearbeitungsprogrammen herumwürge, zehre ich immer im Nachhinein mittels Resultat der Bilder, die ich gewonnen habe, vom Gesehenen, ganz wie einer der aus dem Urlaub kommt und im Nachhinein seine Fotos genießt, dabei das echte Leben aber verpasst hat, weil er mit der Kamera und dem Motiv beschäftig war.
Die Beobachtungsbeschreibungen hier sind sehr professionell und Schritt für Schritt nachvollziehbar. Ich bin schon die ganze Zeit am Mond, die Mücken sind ne Plage, die Frösche vom nahen Gewässer sollten nicht so quaken sondern eben diese doch mal fressen! Das sind Nächte sag ich Dir, sie erinnern mich an ein Bild von Wilhelm Busch, welches ich als Kind gern und lang betrachten mochte, der Mond spielt in genau diesem Millieu auch eine Rolle....

zerstochene Grüsse von Anette
 

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Eingehirner

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Danke für diese Aufheiterung! Wilhelm Busch kann man immer zitieren, auch grafisch ;-)

5.7.2017, 23:30 - 00:20, Terminator @ 52,5°W, mieses Seeing mit Cirren

So richtig befriedigend war das gestern ja nicht. Allen wetterlichen Jubelrufen zum Trotz zog es sich um 20:00 erstmal ordentlich zu. Zwar verschwanden die dicken Wolken bis 23:00 wieder, es zogen aber immer wieder dicke und dünne Cirren durchs Bild - was zu starker Aufhellung und Kontrastverlust, aber vor allem zu extrem unruhigem Bild führte. Erst gegen Mitternacht wurde das aufgrund der Kälte etwas besser, hohe Vergrösserungen waren vorher nicht tragbar und über 167x zu gehen ging auch dann nicht.

Das erste Ziel war die Gegend ums Mare Humorum. Gassendi lag im vollen Sonnenlicht, aber nur mit Mühe und viel Augenentspannung konnte ich grade so zwei Brüche im Kraterboden erkennen, die auch kaum Schatten hatten. Mersenius zeigte seinen beeindruckend aufgewölbten Kraterboden und auch hier konnte ich nur nach langem Scharfstellen (immer wieder neu, wegen des variierenden Seeings) zwei der kleinen Kraterchen entdecken (Mersenius N und sein südlicher Nachbar ohne Namen). Die de Gasparis-Rillen direkt nebenan zeigten sich auch nur widerwillig und nur für jeweils einige Sekunden. I/II waren am besten zu sehen, III immer nur sporadisch. Hier spielte ich mit verschiedenen Vergrösserungen herum, einmal mit 2,25x Barlow und 6mm (375x), da liess sich auf einmal für ein kurzes Zeitfenster etwas mehr erkennen - und danach verschwamm wieder alles.

Für die Marius-Hügel war ich, wie berechnet, eher zu früh dran. Zwei oder drei lagen jenseits der Schattengrenze mit den Spitzen schon in der Sonne, die nördlich und östlich gelegenen konnte ich auch sehen. Da das Gros aber im Westen liegt, muss ich hier nochmal vorbei.

Aristarchus, das Vallis Schröteri und die Prinz-Rillen waren das nächste Ziel. Frustrierend. Der helle Aristarchus überstrahlte das halbe Gesichtsfeld, durch Wolkenschleier und vielleicht auch die schlechte innere Schwärzung der TS Planetary-Okulare war das Bild sehr hell; die Prinz-Rillen verschwammen gnadenlos im Seeing und nur Bruchstücke waren erkennbar; vom Schröter-Tal konnte nur der östliche Ast gut erkannt werden, der westliche hätte zwar eigentlich direkt am Terminator einen Logenplatz gehabt, verschwamm aber ebenfalls und war neben Aristarchus zu dunkel und kontrastarm. Dafür war das Aristarchus-Plateau durch den Schattenwurf sehr beeindruckend zu sehen. In einer klaren, ruhigen Nacht wäre das eine zweistündige Zeichnung geworden, so aber war daran nicht zu denken.

Überraschend gut zeigten sich dafür diesmal Gruithuisen delta und gamma, die als rundliche, fast halbkugelig wirkende Hügel aus dem umgebenden Gelände herausstachen.

Flamsteed P war erkennbar, zeigte aber keine dreidimensionale Struktur, dazu hätte die Schattengrenze näher dran sein müssen. Der nördlich sich anschliessende Krater war dagegen besser sichtbar und hatte leichte Schatten. Laut http://target.lroc.asu.edu/q3/ ist das aber gar kein Krater, es scheinen eher rund verlaufende Bodenwellen zu sein.

Die Leibnitz-Berge hab ich diesmal mit Sicherheit gesehen - aber die Identifikation ist nichttrivial. In diesem Gebiet stechen viele scharfe, hohe Spitzen hervor. Vielleicht braucht es dafür "ungünstige" Libration, damit sie nicht in 3D, sondern nur als Horizontlinie erkennbar sind.

Eine echte Krönung war das Schiller-Zucchius-Bassin. Bei idealem Schattenwurf war wunderbar die sonst unscheinbare Struktur mit scharf, wenig aufgeworfenem äusserem Rand und dem inneren, wulstig-knubbeligen Ring erkennbar. Interessant war hier vor allem, dass der SE-Teil überlagert ist von einem augenscheinlich gleichwertigen (= gleich stark verwitterten, ähnlich strukturierten) flachen Einschlag (begrenzt etwa durch Schiller S, Weigel, Scheiner B (oder vielleicht sogar bis Scheiner P) und Rost B). Dieser wirkt wie ein kleines Bassin für sich. Der äussere Rand vom SZ-Bassin verläuft durch Weigel G, was vermuten lässt, dass erst das kleine Bassin entstanden ist und dann durch den SZ-Einschlag verändert wurde. Das würde aber heissen, dass der äussere Rand des SZ-Bassins durch erstarrte Wellenbewegungen des Bodens entstanden ist statt durch oberflächliche Wegsprengung des Materials (die das kleinere Bassin im nördlichen Bereich hätte zerstören müssen). Spannend, spannend... kennt sich hier jemand besser damit aus?

Für heut abend sind Wolken angekündigt. Mal sehen. Denkbare Ziele wären bei Schattengrenze @ 65°W der Rümker-Hügel, nochmal Aristarchus&Co., Marius-Hügel (diesmal komplett), Reiner gamma, die Sirsalis-Rille, Schickard und Wargentin.

Gruss und CS,
Simon
 
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