Lunt Blocking-Filter und tiefe Temperaturen

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Dane Vetter

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Hallo zusammen,

ich habe mich gerade direkt bei Bresser informiert, wie sich das bei tiefen Temperaturen und den Lunts verhält, und ob hier gefahren bestehen. Wie es scheint, kann hier bei kälte nichts zu schaden kommen was die Etalon- sowie Blocking-Filter angeht. Einzig was erwähnt wurde, dass bei tiefen Temperaturen der Blocking Filter möglicherweise nicht mehr in die H-Alpha Wellenlänge kommt, und dementsprechend Details nicht mehr dargestellt werden können.

Hierzu wurde mir das Heizmodul empfohlen, welches aber nur für Blocking-Filter in 90° Gehäusen gedacht ist. Bei meinem LS100MT B3400FT sitzt der B3400 Blocking-Filter im Okularauszug. Hier empfiehlt Bresser einfach ein normales Heizband um den den Okularauszug zu wickeln.

Ich habe hierzu generell erst mal gefragt, ob es definierte Temperaturen gibt, bei denen ich dann die Heizung anschmeißen muss. Laut Aussage ist das durch die verschiedenen Konstruktionen der Blocking-Filter nicht genau zu sagen. Bei einigen Blocking-Filtern treten schon bei Temperaturen um 0 Grad Celsius Probleme auf, bei anderen erst ab -10 Grad. Man kann dies bei einem bestimmten Blocking-Filter wirklich nur durch Beobachtung herausfinden. Meine Erfahrung beim Einsatz unter kalten Temperaturen hält sich hier noch in Grenzen, da muss ich noch etwas Erfahrung sammeln, und dabei ein Thermometer mit haben.

Ich wollte jetzt hier einfach mal rein hören, ob hier jemand anderes schon Erfahrungen mit einem Lunt bei kalten Temperaturen gemacht hat? Und wie ihr das mit dem beheizen den Block-Filters handhabt? Habt ihr generell immer eine Heizung im Winter dran, oder macht ihr das erst ab erfahrungsgemäßen Temperaturen? Habt ihr irgendwie ein Richtlinie für euch, wie stark ihr den FBF beheizt? Vielleicht habt ihr schon mal zu stark beheizt, was zu Problemen wie Tubusseeing geführt hat? Und vielleicht hat hier schon mal jemand eine Erfahrung mit dem B3400FT zu diesem Thema gemacht?

Bezüglich Position für ein potenzielles Heizband sehe ich bei mir nur eine Stelle (Grüner Bereich), welche aus meiner Sicht nahe am BF sein sollte. Vielleicht auch hinter der Rohrschelle, wobei der Platz hier recht knapp ist. Vielleicht gibt es hierzu auch einen Erfahrungswert?

203A1712-Heizband.jpg
 
Hallo Dane,
danke für diesen für mich sehr Interessanten Bericht, da ich mir erst vor kurzen diesen BF 3400 gekauft habe und erst vor drei Tagen selbigen das erste Mal einsetzen konnte, kommt dein Bericht genau Richtig;) Ich muss vorherschicken das ich Jahre lang mit einem Solar Spectrum Filter gearbeitet habe, dieser dann Blind wurde und da zur Zeit keine Reparaturen ausgeführt werden, ich einen anderen Weg gehen will, welchen ich schon einmal mit Erfolg vor Jahren gegangen bin. Nun aber zu deiner Problematik, mir ist beim ersten Einsatz des BF 3400 bei einer Temperatur von ca. 5° aber auch mit eisigen Wind ! aufgefallen das das Bild nicht so richtig rüberkam! Die Sonne musste schon genau in der Bildmitte liegen damit ich eine homogene Oberfläche sehen konnte, beim rausfahren verschwand die HA-Struktur! Was mir auch auffiel war, das der BF 3400 ein viel helleres Bild liefert als der 30er Coronado, welchen ich auch mal genutzt habe. Die an dem Tag zu sehenden Protuberanzen waren sehr schön und hell zu sehen. Nun denn, ich werde jetzt wieder einmal auf besseres Wetter warten und dann alles noch einmal in Ruhe angehen, das mit der Heizung hatte ich mir auch schon überlegt, da gibt es diese Okularheizmanschetten, wäre vielleicht etwas....
Ja und ich habe gerade vorher kurz auf deine Website geschaut, was ich sehen konnte, Klasse:y: werde selbige aber später in Ruhe anschauen.....
beste Grüße
Karl-Heinz
www.astrokunstvanheek.de
 
Hallo Dane,

Ich beheize meinem Blockfilter mit dem besagten Heizmodul:


Lunt-Teleskop.jpg


Ich schalte das Heizmodul schon bei kühleren Temperaturen ein, meist wenn diese in einstellige Plusgrade heruntergehen. Ich meine, das Heizmodul verbessert das Bild. Zu warm wird das Heizmodul nicht, es entsteht kein Tubusseeing. Im Sommer wird das Teleskop auf die Temperatur der Umgebung aufgeheizt, was deutlich wärmer ist, als es das Heizmodul schafft.
In deinem Fall mit dem in den Okularauszug eingebauten Blockfilter ist es wohl der einzige sinnvolle Weg, an der grün markierten Stelle ein Heizband herumzuwickeln.

Ich meine, bei tiefen Temperaturen kommen die Drucktuner an ihre Grenzen, besonders wenn das warme Teleskop in die Kälte gebracht wird. Das Teleskop kühlt dann entsprechend ab, von einer 20°C warmen Wohnung auf zum Beispiel -5°C, ein Gradient von 25°C. Da kommen die Drucktuner an ihre Grenzen und die Abbildung ist nicht mehr so detailreich.
Anders herum ist es im Sommer, wenn das Teleskop aus der kühlen Wohnung nachmittags in die Wärme kommt. Da muss ich während der Beobachtung mit den Drucktunern zurückregeln, wenn sich das Teleskop nach und nach aufheizt. Das ist aber problemlos.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Gerd,

Die Pressure-Tuner sind stark Luftdruckabhängig. Setze, wie von Lunt empfohlen, zurück indem Du die Tuner-Kappe abschraubst und wieder drauf schraubst.
Dann liegt die Halpha-Linie temperaturunabhängig fast auf der gleichen Einschraubtiefe. Das führe ich vor jeder Beobachtung durch.

CS, Ralf
 
Hallo Ralf,

Normalerweise drehe ich die nach der Beobachtung wieder zurück, nicht ganz heraus.
Bei den letzten Beobachtungen als es so kalt draußen war, habe ich die während der Beobachtung ganz heraus gedreht um die wieder anzupassen. Ich habe auch den Eindruck, das eventuell die Dichtringe bei zu tiefen Temperaturen nicht mehr zu hundert Prozent den Druck halten. Eventuell tausche ich nach dem Winter die jeweils beiden O-Ringe aus. Ersatz O-Ringe habe ich schon zuhause.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo zusammen,

danke euch für das Feedback.

aufgefallen das das Bild nicht so richtig rüberkam! Die Sonne musste schon genau in der Bildmitte liegen damit ich eine homogene Oberfläche sehen konnte, beim rausfahren verschwand die HA-Struktur! Was mir auch auffiel war, das der BF 3400 ein viel helleres Bild liefert als der 30er Coronado, welchen ich auch mal genutzt habe. Die an dem Tag zu sehenden Protuberanzen waren sehr schön und hell zu sehen. Nun denn, ich werde jetzt wieder einmal auf besseres Wetter warten und dann alles noch einmal in Ruhe angehen, das mit der Heizung hatte ich mir auch schon überlegt, da gibt es diese Okularheizmanschetten, wäre vielleicht etwas....
Bei diesem Thema bin ich auch noch etwas am experimentieren was die Strukturen angeht. Ich hatte hierzu auch mal einen Thread bei dem ich irgendwie Ungleichmäßigkeiten hatte, was das angeht: Ungleichmäßige Schärfe bei Ha-Alpha Sonnenaufnahme
In meinem Fall aber wohl eher ein Problem, was hinter dem Teleskop steht. Bei mir muss ich vielleicht den dreh raus bekommen, wie ich die beiden Pressure Tuner und den Fokus in eine Einheit bekomme.

Was den BF3400 angeht, spannend das dieser heller wie ein 30er Coronado ist. Ich dachte ich hätte hier irgendwo mal gelesen, dass die Coronados generell ein helleres Bild liefern wie die Lunts. Aber da konnte ich bisher noch selbst keinen Vergleich machen.

Ja und ich habe gerade vorher kurz auf deine Website geschaut, was ich sehen konnte, Klasse:y: werde selbige aber später in Ruhe anschauen.....
Ja vielen Dank auch. Leider sind die Astro Aufnahmen etwas rar, aber da muss ich noch nachliefern. :y:

Hallo Dane,

Ich beheize meinem Blockfilter mit dem besagten Heizmodul:

Ich schalte das Heizmodul schon bei kühleren Temperaturen ein, meist wenn diese in einstellige Plusgrade heruntergehen. Ich meine, das Heizmodul verbessert das Bild. Zu warm wird das Heizmodul nicht, es entsteht kein Tubusseeing. Im Sommer wird das Teleskop auf die Temperatur der Umgebung aufgeheizt, was deutlich wärmer ist, als es das Heizmodul schafft.
In deinem Fall mit dem in den Okularauszug eingebauten Blockfilter ist es wohl der einzige sinnvolle Weg, an der grün markierten Stelle ein Heizband herumzuwickeln.

Ich meine, bei tiefen Temperaturen kommen die Drucktuner an ihre Grenzen, besonders wenn das warme Teleskop in die Kälte gebracht wird. Das Teleskop kühlt dann entsprechend ab, von einer 20°C warmen Wohnung auf zum Beispiel -5°C, ein Gradient von 25°C. Da kommen die Drucktuner an ihre Grenzen und die Abbildung ist nicht mehr so detailreich.
Anders herum ist es im Sommer, wenn das Teleskop aus der kühlen Wohnung nachmittags in die Wärme kommt. Da muss ich während der Beobachtung mit den Drucktunern zurückregeln, wenn sich das Teleskop nach und nach aufheizt. Das ist aber problemlos.

Viele Grüße
Gerd

Ja ich denke ich werde mir das einfach mal so angewöhnen, falls ich im Winter schon bei einstelligen Temperaturen arbeite, dass ich hier einfach ein Heizband an besagter Stelle dran mache und mal direkt zu Beginn etwas wärme. Dann sollte ich schon mal auf der sicheren Seite sein. Ich stelle mir das etwas schwierig vor, ob man ein leichtes nachlassen der Strukturen aufgrund Temperatur immer gleich erkennt, und man dann auch direkt darauf reagieren kann. Bis die Temperatur vom Heizband über den OAZ zum BF kommt, geht sicher nicht so schnell. IN deinem Fall ist das schon besser und direkter gelöst, wie es mir scheint.

Was die Pressure Tuner angeht, habe ich eher sorge, dass diese bei kälteren Temperaturen durch Verhärtung des Fettes noch schwerer gehen. Ich finde nämlich, das meine, besonders das vom DS Moduls echt schwer laufen. Laut Bresser ist das wohl so, und lässt sich nicht optimieren. Ich habe da immer etwas Mitleid mit der Montierung, wenn ich daran rumschraube bzw. rumreiße. Neu einfetten mit dem originalen Fett hat leider keine Besserung verschafft...
 
Hallo,

Was die Pressure Tuner angeht, habe ich eher sorge, dass diese bei kälteren Temperaturen durch Verhärtung des Fettes noch schwerer gehen. Ich finde nämlich, das meine, besonders das vom DS Moduls echt schwer laufen.

Im originalen Zustand liefen die bei mir auch sehr schwer.
Ich habe das Ganze dann zerlegt und gereinigt:


Lunt-Reinigung.jpg


Ich habe das ganze alte Fett vom Kolben und dem Zylinder sauber entfernt und auch die Gewinde von den Kolben und den Zylindern gereinigt. Ich habe mir das originale Fett bestellt, dieses hier:
Und alles wieder mit sehr wenig (!!!) Fett eingefettet. Seitdem laufen beide Drucktuner deutlich leichter.
Das originale Fett war so ein dunkles klebriges Zeug. Das neue von Lunt ist heller und weit weniger klebrig.

Allerdings wurde das neue Fett ziemlich zermatscht geliefert, nicht so schön wie auf der Abbildung der Bresser-Seite. Ich weis nicht was man als Alternative zu dem Lunt-Lihtiumfett nehmen kann, da kenne ich mich leider nicht aus. Gäbe oder gibt es eine passende Alternative, würde ich das Lunt-Fett nicht noch einmal bestellen.

Bis die Temperatur vom Heizband über den OAZ zum BF kommt, geht sicher nicht so schnell.

Meine erste Tätigkeit nach dem heraus nehmen aus dem Transportkoffer ist die Heizung einschalten. Dann kann die schon mal das aufheizen anfangen, bis ich alles aufgebaut habe. Recht viel näher ist die bei mir auch nicht am Blockfilter. Die muss auch erst das Gehäuse erwärmen, den Zenitspiegel erwärmen bevor der Blockfilter etwas abbekommt. Bei zu tiefen Temperaturen wirkt die auch irgendwann nicht mehr.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Gerd,

ja das Fett habe ich auch gekauft. Ich habe es so erhalten wie auf den Fotos! Platt wie eine Flunder! :D

fett01.jpg
fett02.jpg


Das war echt kein Spaß es aus der Tüte zu kratzen. Glücklicherweise brauchte es nur einen kleinen Teil davon.

Vielleicht muss ich bei mir auch mal richtig zerlegen. Ich habe nur das Messinggewinde gereinigt, aber nicht die schwarze Hülse. Da muss ich vielleicht doch noch etwas ausführlicher machen. Ich habe auch überlegt, ob es vielleicht eine leichtgängigere Alternative gäbe, aber ich kenne mich da ebenfalls nicht aus. Und ich möchte auch vermeiden, dass bei zu hohen Temperaturen was wegläuft oder die Dichtigkeit nicht mehr gegeben ist.

Was deine Heizung angeht, ich dachte eben, dass diese eben direkt am Zenitspiegel dran ist, und dass der BF ja auch direkt im Zenitspiegel mit integriert ist. Ich habe mir das irgendwie näher beieinander vorgestellt. Aber in dem Fall gehe ich von der Annahme, dass bei deiner Konstruktion der BF noch vor dem Zenitspiegel sitzt. Wäre ja auch logischer, wie soll das mit dem Spiegel auch kombinierbar sein.
 
Hallo Dane,

So wurde das Fett auch zu mir geliefert. Eigentlich ist das eine Frechheit, Fett in einem Plastikbeutel zu verpacken.

Bei meinem Teleskop habe ich:
  • Das Gewinde der Messingzylinder gereinigt.
  • Die Messingzylinder innen gereinigt.
  • Das Gewinde vom Drehzylinder gereinigt.
  • Den Kolben aus dem Drehzylinder ausgebaut und gereinigt.
Danach eben alles mit neuen Fett "eingerieben" und darauf geachtet, das innen auf die Messingzylinder nur sehr wenig Fett gelangt. Bresser schreibt hier:

Nicht zu viel Fett im Inneren des Messing-Zylinders verwenden. Das Fett darf nicht in den Luftkanal am Boden des Messing-Zylinders gelangen, sonst könnte im schlimmsten Fall der Etalon beschädigt werden.

Quelle:

Um dem Kolben heraus zu bekommen, muss die Abdeckung auf dem Drehzylinder abgeschraubt werden und der Kolben mit einem Inbusschlüssel gelöst werden.

Viele Grüße
Gerd
 
2,50 Euro für das Fett und 6,90 Versand
RESPEKT
Ich habe mir von Fa. Fuchs ein Lithiumfett gekauft.
Da bekommt man eine ganze Katusche für 9,80 Euro (Versandkostenfrei)
Reicht fürs ganze Leben.
Damit habe ich meine EQ6 komplett neu gefettet.
Die läuft seitdem wie geschmiert (-:

Grüße
Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:
Und dann noch so vermatscht das die hälfte in der Tüte bleibt.
Wie bereits geschrieben hab mir ein Lithiumfett von Fuchs gekauft. Das macht das gleiche.
Werde heute Abend auch mal meinen Drucktuner zerlegen und reinigen.
 
Lithiumseifen ... der garantierte Weg seinen Pressure Tuner zu ruinieren. ;)
 
Ok, also das Original ist ein Lithiumfett mit Teflon-Anteil, und das hier vorgeschlagene von der Firma Fuchs ist eine Lithiumseife? Ist das der Unterschied welcher der Name schon sagt, also wirklich eine Art von Seife? :unsure:
 
Zudem der kleine Beutel auch für 2 pressure Tuner ausreichen sollte.

Nebenbei weshalb solche kleinen Mengen verteilt werden, hat mir der Support erklärt. Und zwar kommt das daher, dass sie die Erfahrung gemacht haben, dass Kunden oft viel zu viel Fett verwendet haben. Und oft sogar auch im inneren des Kolbens. :)

Und auch hier der Hinweis wenn dann das Fett im schlimmsten Fall durch die kleine Öffnung in die eigentliche Druckkammer mit dem Etalon fließt, führt das zu extrem teuren Reparaturen, welche nur beim Hersteller in den USA durchgeführt werden können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Ich habe mir von Fa. Fuchs ein Lithiumfett gekauft.

Mir persönlich wäre es zu unsicher denn ich kenne die Eigenschaften von anderen Fetten nicht.
Es muss halt auch gewährleistet sein, das aus dem Fett nichts ausgast, oder sich mit der Zeit Öltröpfchen bilden die in das Etalon gelangen können. Sicher sind die knapp 10 Euro zu viel für ein Fett. In der Relation das so ein 80er Lunt mit zwei Etalons durchaus eine fünfstellige Summe kostet, sind die 10 Euro für das Fett, das alle paar Jahre mal gebraucht wird zu verkraften.

Viele Grüße
Gerd
 
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