LX200 classic Backlash verringern?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

ManniSausL

Aktives Mitglied
Hallo in die Runde,

...soo, nach "Jahrzehnten" der Planung, "Wochen" der Ausführung und "Nächten" der Ausrichtung hab ich jetzt endlich mein (schon ziemlich in die Jahre gekommenes) 10" LX200 classic stationär in einer Rolldachhütte untergebracht (auf Org. Stativ mit Selbstbau-Polhöhenwiege).

Und jetzt hab ich beim Polar-Alignment ernüchternd festgestellt, dass die DEC-Achse der Gabel ein MEGA Backlash hat.

Ist mir vorher nie so dramatisch aufgefallen (habe aber auch viel zu selten gespechtelt, und dann auch nur visuell + azimutal).

Es dauert ca. 13 (!) Sekunden, bis sich bei Guide-Geschwindigkeit die Dec.-Achse bei N/S-Richtungswechsel in Bewegung setzt. Lt. Anleitung müsste ich in der Handbox den Backlash auf den Wert 195 stellen... mehr als 99 kann man aber nicht eingeben.
Somit ist softwareseitig ein Ausgleich des Getriebespiels nicht möglich.

Hat jemand 'ne Idee, wie ich den Dec-Antrieb "reparieren" bzw. das Backlash verringern kann?
Oder hat jemand soein Problem schonmal erfolgreich lösen können?

Viele Grüße

Manni


 
Hallo Manni,

öffne mal die Abdeckung vom DE-Motor. Dazu die Rändelschraube von der DE-Klemmung ganz heraus drehen und die drei kleinen Innbusschrauben der Kunststoffabdeckung lösen. Dann kannst Du die Abdeckung abnehmen und sieht den gesamten DE-Antrieb. Jetzt die Rändelschraube der Klemmung wieder festziehen. Wenn Du nun den Motor mit den Richtungstasen bewegst, solltest Du erkennen können, was das Spiel verursacht.
Es gibt verschiedene Fehlerquellen für das Problem. Möglicherweise hat sich mit den Jahren die gesamte Motorhalterung gelöst.

CS
Markus
 
Hi Markus,

danke für die Info.

Dann werd' ich mal am WE das "Teil" wieder abbauen (schade um die "halbwegs gelungene" Ausrichtung).
Gibt es denn die Möglichkeit, dass Getriebespiel zu verringern (Einstellschrauben oder so...)?

Gruß
Manni
 
Hallo Manni

dazu muß man das Teleskop doch nicht abbauen und die Polausrichtung geht auch nicht verloren.

Gruß Rolf
 
Stimmt,

nur zum reinschaun sicher nicht, aber wenn's ums "Zerlegen/Reparieren/Rumbasteln" geht....
Aber ich werde sicher 'n Satz Zoll-Inbusschlüssel organisieren müssen?

Gruß
Manni
 
Hallo Manni,

solche Sachen mache ich eigentlich immer an der fest aufgestellten Montierung. Stell Dir einfach einen kleinen Tisch neben das Teleskop wo Du Werkzeug und Schrauben ablegen kannst. Fest montiert kann das Gerät nicht umkippen.
Du brauchst keinen Zoll-Inbussatz. Heute sind Torx Antriebe fast schon Standart. Da dieser Sternkopf aus den USA kommt, passt dieser perfekt in zöllige Inbusschrauben.

Das Vorgetriebe selber hat keine Möglichkeit zur Justage. Du solltest übrigens in keinem Fall den Getriebekasten öffnen. Andernfalls fällt ein kleines gelaisertes Metallplätchen heraus, das mit den Getreibedeckel geklemmt ist. Dieses gehört zum Encoder und darf in keinem Fall dejustiert werden. Sollte das passieren, wird der Encoder und somit die Goto-Steuerung unbrauchbar.

Die gesamte Schnecken/Getriebeeinheit wird mit einer Feder gegen das Schneckenrad gedrückt. Der Drehpunkt dieser Einheit ist kein klassisches Scharnier, sonder eine Lagerung mit zwei Kugeln (Die Konstruktion ist schwer zu beschreiben). Am Drehpunkt entsteht häufig im laufe der Zeit Spiel. Dieses können mit Schrauben justiert werden. Dafür muss aber die Getriebe/Motoreinheit ausgebaut werden (sin nur zwei Schrauben).

Ein anderer Schwachpunkt ist die Verschraubung zwischen Schneckenradträger und Achse. Wenn Du die Kunststoffabdeckung vom DE-Antreib entfernt hast schaust Du auf die Anpressplatte der Achskupplung. Diese Anpressplatte fixiert beim klemmen mit der großen Rändelschraube das Schneckenrad auf der Achse. Ist die Rändelschraube entfernt, kannst Du die Anpressplatte einfach abziehen. Das geht meistens relativ schwer, da sie flächig im Fett pappt. Dahinter sitzen zwei Schrauben. Mit diesen zwei Schrauben ist der Schneckenradträger an der Achse befestigt. Diese Verschraubung kann sich ebenfalls mit der Zeit lösen und so das Spiel verursachen.

Achsiales Spiel in der Schnecke wäre auch noch denkbar. Allerdings halte ich das für sehr unwahrscheinlich. Selbst das kann man nachjustieren.

Wenn Du die Montierung öffnest, wirst du alle beschriebenen Teile sehen. Es ist lange nicht so kompliziert, wie sich meine Beschreibung liest. Mach einfach die Abdeckung wie in meinem ersten Beitrag beschrieben ab, zieh die Achklemmung an und überprüfe mit der Steuerung oder drücken am Tubus wo das Spiel auftritt.

CS
Markus
 
Mensch Markus,

das wir ja immer besser :respekt:

dann werd ich da mal reinschaun und gucken, ob ich die Ursache(n) für das Getriebespiel finde.

Werde berichten

Viele Grüße

Manni
 
Hallo Markus,

vielen Dank für deine genau Beschreibung! Da ist man schon mal gewappnet, wenn mal was sein sollte.

Wie ist das eigentlich in der RA-Achse?
Kommt man da von oben ran in der Gabel oder muss das Teleskop von der Wiege genommen werden und die Bodenplatte aufgemacht werden?

Viele Grüße
Bernd
 
Hallo Bernd,

der Motor in RA ist nur von unten zugänglich. Dafür muss die Montierung von der Wiege und das dünne Bodenblech entfernt werden. Bis auf den Magnetkontakt in der Schnecke, der für die PEC-Funktion notwendig ist, ist der Schneckenantrieb und das Vorgetriebe in RA und DE baugleich.
Um an die Achsklemmung in RA heran zu komme, muss die Gabel aus dem Montierungssockel heraus gezogen werden. Dafür entfernt man die Blechplatte, die zwischen den zwei Gabelarmen sitzt. Darunter findet man das Obere Kugellager der RA Achse. Die Gabel wird lediglich mit einer Unterlegscheibe und zentraler Schraube gesichert. Entfernt man diese Schraube, kann man die Gabel nach oben aus dem Montierungssockel heraus ziehen. Das geht mit etwas Wiederstand, da die Lagersitze sehr genau gearbeitet sind. Außerdem drückt die RA-Schneck über den beschriebenen Federmechanismus gegen das Schneckenrad. Blickt man nun unter die Gabel, sieht man das RA-Schneckenrad. und ein paar Verschraubungen. Gibt es Probleme mit der RA-Achsklemmung, müssen die Verschraubungen gelöst werden um an die Kupplung zu gelangen.
Normalerweise muss man da aber nicht dran. Falls die Gabel doch mal entfernt wird, muss beim Zusammenbau darauf geachtet werden, das man beim einstecken der Gabel die Schnecke nicht beschädigt. Diese wird ja durch die Feder ohne das Schneckenrad viel zu weit nach innen gedrückt und könnte so beim zusammen stecken durch das Schneckenrad beschädigt werden. Die Motorwippe muss also beim Eistecken der Gabel zurück gezogen werden. Das geht am besten, wenn das Bodenbelch entfernt ist, Der Tubus mit Montierung auf dem Kopf steht. Dann den Montierungssockel in die RA-Kugellager führt. Bei dieser Aktion muss selbstverständlich die DE-Klemme festgezogen sein.

Bei den aktuellen LX200-Geräten geht man übrigens fast genau so vor. Erschwerend sind allerdings die zusätzlichen Kabel vom DE-Antreib, GPS-Empfänger und Positions-Sensoren, die durch die Achsen geführt sind. Die Konstruktion der Antriebe hat sich mittlerweile auch deutlich verändert.

CS
Markus

 
Herzlichen Dank, Markus!

Du hast dich mit dem LX200 schon intensiv befasst, wie es aussieht!
Auch sehr gut beschrieben. :super:

Schönen Gruß
Bernd
 
Hallo zusammen,

hier eine kleine Fotostrecke.
Die rot markierten Teile sind in der Form keine Serie und so nur in meiner Montierung vorhanden.

DE-Antrieb

Die Rändelschraube und Befestigungsschrauben für die Abdeckung lösen:
Link zur Grafik: http://squirrel-observatory.de/temp/de1.jpg


Um an die Achsverschraubung zu gelangen wird die Anpressplatte entfernt. Die haftet meinstens sehr fest wegen dem Fett:
Link zur Grafik: http://squirrel-observatory.de/temp/de2.jpg

Da hinter befinden sich zwei Schrauben. Diese dürfen kein Spiel haben.
Um an die Motorwippe zu gelangen, Wird der DE-Antrieb aus der Gabel entfernt. Dazu einfach die zwei markierten Schrauben lösen und die Einheit entnehmen:
Link zur Grafik: http://squirrel-observatory.de/temp/de3.jpg


RA-Antrieb

Hier wird zunächst die Frontplatine entfernt und mit einerm Schlitzschraubenzier vorsichtig das Flachbankabel heraus gehebelt:
Link zur Grafik: http://squirrel-observatory.de/temp/ra1.jpg

Link zur Grafik: http://squirrel-observatory.de/temp/ra2.jpg

Nun die sechs Schrauben der Bodenplatte lösen:
Link zur Grafik: http://squirrel-observatory.de/temp/ra3.jpg

Das Flachbandkabel und den Stecker für den RA-Antrieb von der Hauptplatine lösen:
Link zur Grafik: http://squirrel-observatory.de/temp/ra4.jpg

Um an die Motorwippe zu gelangen, Wird der RA-Antrieb aus dem Montierungssockel entfernt. Dazu einfach die zwei markierten Schrauben lösen und die Einheit entnehmen:
Link zur Grafik: http://squirrel-observatory.de/temp/ra5.jpg


Die Motorwippe sollte kein Spiel aber auch nicht zu fest sitzen. Andernfalls entsteht Spiel zwischen Schnecke und Schneckenrad. Die Schrauben der Motorwippe sind Werksseitig mit Schraubensicherung eingesetzt. Muss man hier ran, ist es sinnvoll die Motoreinheit fest in einem Schraubstock zu fixieren und eine passendes Werkzeug für die Schraube zu verwenden. Sollte das nicht der Fall sein, wird vermutlich die Schraube Irreparabel beschädigt und eine Justage der Wippe ist nicht mehr möglich.

Es gab innerhalb der LX200 Classic Serie minimale mechanische Veränderungen. Die Positionen der Schrauben sind aber überall gleich.
Sollte die Wartung zu kompliziert erscheinen oder das Problem nicht gelöst werden, rate ich den Meade-Europa Service zu kontaktieren.

CS
Markus
 
Toll Markus, :super:

vielen Dank!!!

Bernd
 
Hallo Markus,

danke für die tolle Anleitung :hochachtung:

Ich hab mir das Getriebe mal angeschaut.

Das Spiel scheint sich hauptsächlich im "Getriebekasten" abzuspielen. Da wird man wohl nicht machen können, oder?
Was mich nur wundert, im ausgebauten Zustand ist kein Getriebespiel "sichtbar" (die Schnecke dreht, sobald man am Dec.-Knopf dreht). Nur unter der "Last" des Tubus ist das Spiel da, und war "heftig". Es baucht fast 'ne 1/4 Umdrehung am Dec.-Knopf bis sich an der Schnecke was tut.

Der Getriebekasten selbst scheint aber auch nicht wirklich fest an der Wippe zu sein. Ich kann bei Richtungswechsel beobachten, dass sich der Getriebekasten auf bzw. ab bewegt. Die Schnecke bzw. Wippe selbst gewegt sich nicht hoch bzw. runter.
Der Getriebekasten scheint durch kleine Schrauben am Schneckenlager befestigt zu sein.Bewegung ist aber scheinbar auch gewünscht, weil zwischen Getriebekasten und Wippe ein Gummi-O-Ring ist.
An die kleinen Schrauben kommt man aber nicht ran, ohne den Getriebedeckel zu öffnen.

Ob man die Dec.-Antriebseinheit wohl noch als Ersatzteil bei Meade bekommt?

Viele Grüße

Manni
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Manni,

es besteht die Möglichkeit, dass sich das Zahnrad auf der Schenckenwelle im Getriebekasten gelöst hat. Dieses ist mit einer zentralen Schraube fixiert. Eigentlich kann das nicht sein, da die Schneckenwell im Zahnradbereich abgeflacht und das Zahnrad formschlüssig aufgesteckt ist. Die zentrale Schraube dient nur zur Sicherung.
Alternativ könnte sich das Zahnrad direkt auf der Motorwelle gelöst haben. Dieses ist nur aufgepresst. Ist das der Fall wird es schwierig, da auf der gleichen Welle die Encoderscheibe fixiert ist.

Der Getriebekasten ist an einer Seite mit einem dickem Schaumstoff-Klebeband verschlossen. Dieses Klebeband kannst Du gefahrlos entfernen und in das Getriebe schauen. Vielleicht siehst Du etwas auffälliges. Das Getriebe muss aber wieder lichtdicht ab geklebt werden, da ansonsten der Encoder, Fehler produzieren könnte. Schwarze Isoband reich da völlig aus.

Solltest Du einen Problem sehen, kannst Du das Getriebe öffnen - aber:

Dabei werden sehr empfindliche Bauteile vom Encoder freigelegt. Sollten diese Teile beschädigt werden, ist ein irreparablen Schaden und somit einen Totalausfall der Steuerung nicht auszuschließen !

Ich habe diese OP schon mehrfach gemacht. Hier ein paar Tipps, wie ich dabei vorgehe.
Am Getriebekasten sieht man von außen die Position der zwei IR-LEDs bzw. die zwei Photozellen. Das ist der Encoder des Antriebs. Genau dazwischen in der Fuge zwischen Deckel und Gehäuse sitzt das berüchtigte Metallplättchen. Vielleicht siehst Du sogar dessen Kannte in der Fuge. Sollte das der Fall sein, musst Du die exakte Position vor dem Zerlegen am Getriebekasten markieren. Sobald Du den Getriebedeckel öffnest, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Plättchen heraus fallen. Falls es am Getriebedeckel oder am Kasten hängen bleibt, sollte es umgehend mit einem Stück Klebeband fixiert werden.
Jetzt kommst Du an alle Zahnräder heran:

Hier ist die Position des Metallplättchens gelb Skizziert
Link zur Grafik: http://squirrel-observatory.de/temp/getriebe.JPG

Die Funktion des Plättchens
Das problematische Plättchen ist ca. 8 x 8mm groß und hat zwei Gruppen mit jeweils drei Schlitzen. Durch diese Schlitze fällt das IR-Licht der Dioden. Die Schlitze müssen exakt zu den Photozellen ausgerichtet sein. Andernfalls kann die aktuelle Geschwindigkeit bzw. Drehrichtung nicht ermittelt werden. Ist das der Fall, dreht der Motor beim Einschalten der Montierung mit maximaler Geschwindigkeit in eine Richtung.

Der Zusammenbau
Ist das Plättchen doch heraus gefallen, befestigst Du in dem Bereich wo keine Schlitze im Metall sind eine kleine Fahne aus Klebeband. Dann setzt Du das Getriebe zunächst ohne Plättchen wieder zusammen. Die vier Gehäuseschrauben werden nur an- aber nicht fest gedreht. Jetzt kann man das Plättchen vorsichtig an der Klebebandfahne in den Schlitz zwischen Gehäusedeckel und Gehäuse einführen. Es wird genau an den Dioden platziert. Es muss vollständig im Getriebekasten verschwinden, so das nur noch die Klebebandfahne heraus schaut.
Nun ziehst Du die Schrauben leicht an. Die Fahne muss aber noch beweglich bleiben. Nun alle Stecker und Kabel an der Montierung anschließen und einschalten. Der DE-Motor wird dabei nicht in der Montierung verschraubt.
Sobald die Montierung eingeschaltet wird, drehst mit hoher Wahrscheinlichkeit der DE-Motor mit maximaler Geschwindigkeit. Jetzt braucht man viel Gefühl. Man verschiebt nun das Plättchen mit Hilfe der Klebebandfahne im Bereich des Encoders hin und her. Nähert man sich der korrekten Position, wir der Motor langsamer und bleibt letztendlich stehen. betätigt man nun die DE-Knöpfe an der Handbox, muss der DE-Motor wie gewohnt reagieren. Stellt man Ruckeln oder Aussetzer fest, muss die Position des Plättchens korrigiert werden.
Wenn alles passt, werden die vier Gehäuseschrauben endgültig fixiert.


Wenn Du sicher bist, das der Fehler im Vorgetriebe zu suchen ist, Dir das öffnen aber zu heikel ist. Frag einfach bei Meade nach, ob man die Reparatur dort machen kann. Dann brauchst Du zumindest nur den Motor und nicht das ganze Gerät einschicken.
Ersatzteile gibt es für die LX200 Classic Serie nicht mehr.

CS
Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
OK Markus,

dann werd' ich mal das OP-Besteck desinfizieren... :/

...und wenn ich schon im OP stehe... sollte ich nicht Schneckenrad und Schecke vom ca. 20 Jahre alten Fett befreien und neu einfetten (Getriebe selbst auch?)? Was meinst Du, Lithium- oder MoS2-Fett?

CS
Manni
 
Hallo Manni,

was soll ich sagen - wenn Du die OP machst, ist das neu Fetten ein Abwasch. Ich persönlich würde zu MoS2-Fett tendieren. Sollte aber auch für tiefe Temperaturen geeignet sein.

Gutes gelingen
Markus
 
Ok,

und die Kunststoffzahnräder im Getriebe? Sollt dort auch 'n Fetzen Fett dran?

CS
Manni
 
Jo,

is klar... bei den Drehzahlen im Goto-Betrieb würd' sich das Fett im ganzen Getriebekasten verteilen...das tut ja nich not, nee... ;)

Danke und CS

Manni
 
Sooo....

folgende Situation im Getriebekasten:
Zahnräder sehen gut aus.
Die Weller des Dec-Antriebsknopfs sitzt etwas lose in seiner Buchse. Ist aber nicht so schlimm.
Aber das 2. Zahnrad (in Deinem Bild, das über der Encoderscheibe zu sehen ist) sitzt etwas locker auf seiner Welle und scheint sich somit manchmal mit der Verzahnung seines "Mitspielers" verkannten zu wollen. Man kann manchmal merken, dass das Getriebe (bei Richtungswechsel am Dec-Knopf) erst gegen diesen "Widerstand ankämpfen" muss, bevor sich alles in Bewegung setzt.
Werd ich aber wohl so hinnehmen müssen.

Hab jetzt mit einem feinen Pinsel etwas Fett auf die Zähne getupft, und 'n Tropfen Öl auf das "Schanier" und die Schneckenlager. Mal schaun, was das bringt.

Altes Fett entfernt - sah gut aus, nicht klumpig, keine Späne, wie neu... egal kommt neu.
Nur das rote Fett der Dec-Klemmung war recht klumpig... macht nichts, kommt auch neu.

So, jetzt erst mal Feierabend, morgen wird mit MoS2 "rumgekleht" :biggrin:

Wie war das? Viel hilft viel? :/

CS
Manni
 
Hallo Manni,

falls das mit der Reinigung/Wartung nicht zum Erfolg führt und Du ein Ersatzgetriebe brauchst, kann ich mal in meiner Fundgrube nachsehen. Mir vor Jahren mal ein Motor durchgebrannt, worauf hin ich die komplette Antriebseinheit auswechselte. Ich bin mir ziemlich sicher, das ich das alte LX200 Getrieb noch habe.

CS
Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Markus,

die OP hat leider keinen Erfolg gebracht (Backlash ist nach ersten Versuchen sogar mehr geworden). Ich hab' aber auch "nur" Schnecke, Schneckenrad und Klemmung neu gefettet und ins Getrieb geschaut (Klebestreifen entfernt), aber den Deckel nicht geöffnet (hab' mich nicht getraut :blush: ).

Ich weiss nicht, ob es Verbesserung bringt, wenn ich das Getriebe "zerlege" und dann die Befestigungsschrauben des Getriebekasten an das Schneckenlager nachziehe (um ggf. die Bewegung des Getriebekasten zu verringern). Oder gleich das Getriebe tauschen. Wieviel Euronen willst Du denn für das Getriebe bzw. Antriebseinheit haben?

Andere Idee (oder Herumspinnerei :gutefrage: ):
Wenn das Problem der Hardware nicht gelöst werden kann... kann man ggf.
1. die "Software" des LX200 "manipulieren" (um einen höheren Wert als 99 bei Backlash eingeben zu können)?
oder
2. das LX200 Autostar Upgrade Kit ( http://tech.groups.yahoo.com/group/LX200Autostar/ ) einbauen?
Wenn ich mich richtig (an mein ETX-70) erinnere, kann man da ja die RA und Dec.-Antriebe "trainieren")

CS
Manni
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Manni

bei mir war es so ähnlich, aber es ist schon fast 10 Jahre her. Es war bei mir die Übertragung Schneckenrad zur Wippe. Diese Schrauben hatten sich gelockt und konnte am Fernrohr aber auch ertastet werden. Fernrohr hatte etwas spiel in Dek und ich vermutte zunächst Schneckenradspiel. Es waren dann doch nur die 2 Schrauben unter der Andruckplatte und diesen Fehler konnte aber schnell mit dem Auge erkannt werden bei geöffneter Abdeckplatte.
Ein so großes spiel im Vorgetriebe müßten ja dann die Zahnräder fast schon zerstört sein.
Also nehme die seitliche Abdeckung ab und versuche leicht ob das Fernrohr nach oben und unten spiel hat und beobachte das Schneckenrad, geht es gleich mit oder mit etwas Verspätung wie bei mir.
Als zweitest ohne Strom am Handrad drehen und beobachten ob hier spiel vorhanden ist.

Gruß Rolf
 
Hallo Rolf,

hab' ich alles schon geprüft.
Das einzig Auffällige ist das Spiel des einen Zahnrad auf seiner Welle (im Getriebekasten) und eben die Bewegung des Getriebekasten (um die Achse der Schnecke) auf und ab (je nach Richtung). Zweiteres halte ich für die Ursache des Backlash.

Gruß
Manni
 
Hallo Manni

bei dem letzten Bild von Markus sieht es so aus, als ob hinter dem linken Zahnrad die Schrauben zur Schneckenwellenlagerung sind, ob die wohl locker sind ?

Gruß Rolf
 
Jo,

genau das denke ich. Dort findet bei Richtungswechsel die meiste Bewegung statt. Es scheint so, als wenn sich das Drehmoment erst auf die Schnecke überträgt, wenn sich hier genug "Spannung" aufgebaut hat.

Da kommt man aber nur 'ran, wenn man das Getriebe zerlegt (irgendwas is ja immer...)

Hm... Getriebe zerlegen war früher eine meiner leichtesten Übungen... aber die waren 'n bischen größer und waren vorher am Motor eines Golf oder Bulli angeflanscht :schwitz:

Aber ich denke da werde ich mich demnächst mal mit beschäftigen. Dank der Anleitung von Markus sollte das gelingen.

CS
Manni
 
Hallo Manni,

Du kannst ausprobieren, ob es an den vier Schrauben liegt. Zieh diese aber nicht zu stark an, da es ansonsten eine Kollision zwischen dem Linken und dem nächsten Zahnrad gibt. Die Position vom linken Zahnrad wird von der Schnecke vorgegeben. Die Position vom nächsten Zahnrad vom Getriebekasten.
Wie Rolf schon richtig sagt, kann es das Spiel zwischen den Zahnrädern nicht sein.

Zu 1: Die Software kann man nicht verändern oder tunen.
Zu 2: Man kann eigentlich alles einbauen. Nur stellt sich die Frage, ob Kosten/nutzen gerechtfertigt ist.

Ich habe das Gerücht gehört, das eine Ersatzsteuerung von Meade Europa (bzw. Explore Sientific) für die alten LX200 Geräte in Planung ist. Genaue Infos dazu habe ich nicht und wird es vorerst auch nicht geben.

Wenn Du gar nicht weiter kommst, bleibt immer noch der Meade-Service.

CS
Markus
 
Hi Markus,

das Upgrade Kit ist ja quasi eine Ersatzsteuerung (nur eben nicht vom Hersteller).

Und, naja...
Kosten: deutlich weniger als eine für 10" SC geeignete Monti.
Nutzen: die Gabel ist für meine 2x2 Meter Hütte sehr komfortabel (und sie ist da und funktioniert noch immer)

Kennst Du jemanden, der dieses Upgrade Kit eingebaut hat?

Aber was quatsche ich hier...

hab' mal wieder den Dec.-Antrieb ausgebaut und.... jaaaa ich hab's getan...

Ich hatte zur Sicherheit vorher das Plättchen mit etwas kleber fixiert. Es was aber scheinbar vom Werk aus fixiert (da hat sich nix bewegt :biggrin: ).
Zahnräder 'raus (war ganz schön tricky) und Schrauben nachgezogen (nur 'n bischen). Die waren wirklich lose.
Antrieb wieder zusammen- und eingebaut.
Mit etwas "Angst" wieder eingeschaltet... ja es geht :applaus:

Die Auf- Abbewegung des Getriebekasten ist weg, Backlash ist noch immer da (aber "gefühlt" weniger geworden, statt 1/4 nur noch 'ne 1/8 Umdrehung des Dec.-Knopf?)

Naja, der nächste Test am Stern wird's zeigen

CS
Manni
 
Hallo Minni,

ich würde deine Steuerung noch nicht abschreiben. Ich kenne niemanden der dieses Kit einsetzt. Erfahrungsgemäß gehe solche Umbauten aber auch nicht Problemlos.
Häufig kommt es vor, das sich kleine Probleme an verschiedenen Stellen addieren. Die Motorwippe kann aus zu schwer gehen. Dann schafft es die Feder nicht die Motoreinheit gegen das Schneckenrad zu drücken. Das Resultat ist dann Spiel zwischen Schnecke und Schneckenrad. Das würde dann auch die Größe des Spiels erklären. Probiere mal aus, ob das Backlash bei veränderter Deklination (Zenit / Horizont) gleich groß ist. Dabei den Tubus nur mit dem Motor und nicht per Hand bewegen.
Übrigens ist es auch wichtig, das der Tubus möglichst im Gleichgewicht ist. Das heißt, wenn die DE-Klemme gelöst ist, darf der nicht nach Vorne oder Hinten kippen. Ist das der Fall, wird der DE-Antrieb vom Schneckenrad weg gedrückt.

Die ganze Prozedur ist recht langwierig, da man nach einer OP wieder alles zusammen setzten und Testen muss. Gib aber nicht auf. Bis jetzt konnte ich das Problem immer lösen.

CS
Markus

PS: Ich habe gestern von meinem LX200GPS den DE-Motor ausgebaut. Der Grund: Backlsh zu groß. ;) Bei mir hat die Wippe (trotz Kugellager) geklemmt.
 
Tja Markus,

was ich auch mache, es wir nicht besser.
Die Wippe ist "gefühlt" nicht zu schwergängig. Wenn ich die Antriebseinheit herunter drücke (nach ca. 2-3mm sitzt sie auf der Anschlagsschraube, drückt die Feder das Ganze auch schön wieder hoch.
OK, die Balance ist nicht optimal (leichtes Übergewicht in Richtung Schmidt-Platte). Hab' mal 'ne 1Kg Hantel am hinteren Bügel aufgehangen. Dadurch ist der Tubus im Gleichgewicht. Aber Trotzdem weitehin MEGA-Backlash (z. Zt. ca. 19 Sekunden bis Richtungswechsel).
An Sternen mit verschiendener Dec. getestet (Wega, 'n Zenit-Stern im Schwan und Altair)... keine merklichen Unterschiede.
Ich hatte schon den Verdacht, dass die Dec.-Lager zu schwer laufen. Ist nach meinem empfinden aber auch nicht der Fall.

Mach ich denn beim einbau der Antriebseinheit was falsch? Da kann man aber nichts "justieren" oder ausrichten bzw. "schief" einbauen...
Ich bin aber der Meinung, dass kuz vor Richtungswechsel ein kaum höhrbare knackendes Geräusch aus Richtung Dec.-Antrieb kommt.

Ich hab das Ganze mal wieder ausgebaut und versuche mal das Wippenlager neu einzustellen... d.h. wenn das überhaupt geht, die Schraube schein gut mit Schicherungsmitte "zemenziert" zu sein.

werde weiter berichten :confused:

CS
Manni
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben