M 1 - SXV-H9 und C 11

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StHz

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Hallo,

nach dem Ausflug zu den Exoten (JnEr1) nun doch noch ein Standardobjekt, das ich schon lange aufnehmen wollte. Leider waren auch diesmal die Umstände widrig, starker Wind störte die Nachführung erheblich. Hier das Ergebnis:

Link zur Grafik: http://home.tiscali.de/heutz/ds/planetaries/m1_050206.jpg
M 1 mit 11"-SC bei f/10 (2.800mm) und SXV-H9 im 1x1 Binning.
L-Halpha-GB 85:25:10:10 min.

Das Bild ist auf 75% verkleinert.

Ich hoffe, es gefällt. Gerne hätte ich länger belichtet, aber der Wind wusste dies zu verhindern...

Beste Grüße
 
Hui, da legste aber wieder Brennweitentechnisch ordentlich was hin!! Schöne Details. M1 wirkt aber zumindest auf meinem Bildschirm etwas dunkel. Aber genial finde ich das deine Nachführung selbst bei so hoher Brennweite super läuft. Ich muss das unbedingt auch mal ausprobieren, aber dafür muss denke ich mal alles stimmig sein. PEC hundertprozentige ausrichtung,etc. Damit will ich aber noch abwarten bis die Säule kommt! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Hi,
An solche Brennweiten wage ich nicht zu denken,ausgerechnet
bei Winterobjekten flimmern die Heizungen vom Dorf genau
in meiner Blickrichtung.
Ist aber immer wieder schön,solche Resultate zu sehen.
 
Hallo Marcus,

ich habe das Bild noch ein wenig heller gemacht, bei mir war er nun auch zu dunkel. Hoffentlich ist das nun auch noch heute Abend gut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Die Nachführung ist bei dieser Brennweite natürlich schwierig, da muss alles stimmen. Aber die Atlux ist da ziemlich gut. Der Wind störte aber erheblich. Mit PEC habe ich auch experimentiert, kann aber keine Verbesserung finden, eher sogar das Gegenteil. Der PEC kor*entfernt*ert anders als der Guider erwartet, was zu größeren Abweichungen führt. Musst du mal ausprobieren.

Wann kommt denn deine Säule? Ich muss ja jedesmal die ganze Ausrüstung nach draußen tragen und neu aufbauen...

Viele Grüße
 
Bei diesen Brennweiten macht das Ganze aber so richtig Spaß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> , wenngleich natürlich nicht alles auf Anhieb so klappt, wie man sich das wünscht. Die Blickrichtung geht bei mir auch nach Süden über die Stadt, dennoch ist das Seeing nicht so schlimm.

Gruß und cs
 
Hallo Stefan,

das ist ein schönes Bild geworden, wenngleich ich mir ziemlich sicher bin, daß Du unter besseren Bedingungen noch wesentlich mehr rausholen kannst. M1 wollte ich eigentlich auch noch machen, glaube aber fast nicht, daß ich das diesen Winter noch schaffe. Gestern abend hat es mir 15cm Schnee auf die Hütte gehauen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> Nix Astronomie.

Gruß
Andreas
 
Hallo Stefan,

ist trotz Wind ein schönes Bild geworden. Warum hast du denn eigentlich nicht mit verkürzter Brennweite gearbeitet?

Der starke Rotanteil durch den H-Alfa-Filter verleiht dem Bild eine eigene Note. Sonst hab ich M1 etwas gelb-grüner in Erinnerung.

Viele Grüße
Wolfgang
 
Hallo Stefan,
das Bild ist zweifelsohne sehr gut geworden.
Ich frage mich aber, warum nimmst du im 1X1 Bin auf, wenn du bei 1400mm schon bei unter 1"/Pixel bist.
Du verschenkst damit keine Auflösung, jedenfalls in der Regel nicht, und verplemperst drei mal so lange an Zeit.
Man kann das Bild ja nachher entsprechend vergrößern. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ich hätte sowieso nur H-II und O-III gemacht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Nach dem Motto, wenn schon H-II Filamente, warum nicht auch O-III Filamante.
Aber dein Krebs ist wunderschön geworden.
Viele Grüsse!
Matthias

P.S. das mit dem Tod meine ich todernst. Sitzt mir immer noch in den Knochen, wenn ich dran denke. Da habe ich echt [zensiert] gehabt.
Um ein Haar, hätte ich M 1 sehr ähnlich gesehen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hallo Andreas und Manfred,

unter besseren Bedingungen wäre sicherlich mehr möglich. Doch der Wind war schon enorm. Der Leitstern tanzte bei den Böen um bis zu 3 px in jede Richtung, was ungefähr 4" entspricht. Zum Glück waren das seltene Ausschläge. Schnee hatten wir hier nicht, aber vorgestern war es auch hier bewölkt.

Beste Grüße
 
Hallo Wolfgang,

derzeit kann ich nicht mit Reducer arbeiten, weil mein Adapter für den GEG in der Werkstatt ist. Ich lasse mir gerade einen verkürzten Adapter anfertigen, um die auftretenden Koma zu reduzieren. Daher musste ich mit voller Brennweite herangehen.

Viele Grüße
 
Hallo Matthias und Peter,

zunächst auch euch vielen Dank!

Meine (bisher allerdings auf wenigen Gelegenheiten beruhende) Erfahrung ist, dass die Sterne bei höherer Brennweite bessere FWHM-Werte zeigen. Außerdem werden feine Details besser aufgelöst, als das etwa im 2x2 Binning möglich wäre. Die bekannte Aussage vom Oversampling trifft also meiner Ansicht nach bei Objekten, die möglichst viele feine Details zeigen sollen, nicht zu. Daher werde ich Galaxien und Nebel wie diesen auch bei voller Brennweite im 1x1 Binning aufnehmen, was natürlich zu einer Verlängerung der Belichtungszeit führt. Nebel mit großflächigen Strukturen wie etwa JnEr1 können dagegen problemlos im 2x2 Binning aufgenommen werden.

Außerdem habe ich hier - in guten Nächten - Seeingwerte von ca. 1,8-2"/px. Wenn ich dann kleinste Sterne mindestens auf 2 Pixeln abbilden will, ist das 2x2 Binning schon an der Grenze. Bei Seeingwerten wie denen für dieses Bild hätte ich aber in der Tat die Brennweite reduzieren können (siehe dazu aber meine Antwort an Wolfgang).

Eigentlich wollte ich ein L(Halpha)-Halpha-OIII-B-Bild aufnehmen. Das hat der Wind aber verhindert. Die reine Luminanz war mir wichtig, um nicht schwache Sterne zu verlieren. Halpha sollte zur Hälfte in die Luminanz eingehen und gleichzeitig als Rotkanal dienen.

Viele Grüße

PS: Matthias, worauf spielst du mit deinem PS an?
 
Hallo Stefan,
sorry, ich habe dich mit Wolfgang (Ries) verwechselt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Gruss!
Matthias
 
Hallo Stefan,

Eure Diskussion über sinnvolle Brennweiten interessiert mich sehr, da ich gerade versuche, mir und anderen klar zu machen, dass Langzeitbelichtungen mit Brennweiten deutlich über 1 m bei Flachland-Seeing in unserer Gegend wenig Sinn machen. Bei einem Pixelabstand von 7,5 um und 1 Pixel pro Bogensekunde, z.B., kommt man auf maximal 1,5 m Brennweite. Vielfach ist das Seeing viel schlechter als 2". Dann reichen auch Brennweiten unter 1 m. Es wundert mich deshalb wenig, dass sehr viele eindrucksvolle DS-Aufnahmen mit APOs oder Newtons im Brennweitenbereich deutlich unter 1 m gemacht werden.

In den letzten Tagen habe ich für meinen FH 150/3000 ein 90 mm Projektionsokular mit geringer Verzeichnung fertiggestellt (zwei Fernglasobjektive in Plösslstellung) und getestet. Mit Hilfe dieser "Relaisoptik" kopple ich die EOS 20D über das Standard-Zomm bei 18 mm Brennweite afokal an den FH und verkleinere das primäre Gesichtsfeld des FH von z.Z. 43 mm vignettierungsfrei um den Faktor 5, linear! Damit steigt die Lichtstärke des FH von f/20 auf f/4 und ich reduziere die Belichtungszeit um das 25-fache.

Wolfgang Sorgenfrey hat mit dieser Methode schon vor längerer Zeit sein C11 auf f/2,5 gebracht. Du könntest den M1 in 5 Minuten so hell bekommen, wie Du ihn jetzt hast, und noch weitaus schwächere Objekte einfangen, soweit es die Hintergrundhelligkeit zulässt.

Vielleicht hast Du die Methode der afokalen Kopplung ja schon selbst als Alternative zum üblichen Focal Reducer in Betracht gezogen und bist auf Hindernisse gestoßen. Das würde mich interessieren.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,
eigentlich bin ich es müde wieder auf die von Dir angesprochene Thematik einzugehen aber kurz gesagt Deine Argumentation ist falsch. Die lange Version findest Du hier:
http://home.earthlink.net/~stanleymm/pixel_size.htm
und hier:
http://home.earthlink.net/~stanleymm/f_ratio_myth.htm

Auch bei deutschem Flachlandseeing von 2-2.5" profitierst Du ganz erheblich von höherem sampling. Wenn Du magst vergleich diesen M1 aufgenommen mit 930mm Brennweite:
http://www.astro-image.com/images/M1.htm
mit diesem Testbild bei 4600mm Brennweite:
http://www.astro-image.com/temp/crab.jpg

Das letzte Bild war nur ein Test um zu sehen ob ich mit dem FFC und AO-7 überhaupt in den Fokus komme, Kollimation war offensichtlich brachial daneben, Aber nichtsdesto trotz denke ich verdeutlicht es den Punkt.
Das Sampling lag übrigens bei für hiesige Verhältnisse zugegebener Maßen etwas übertriebenen 0.3"/Pixel.

Grüße,
Cord

 
Hallo,

Theorie und Praxis sind halt oft zwei paar Schuhe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> . Wo wäre Rob Gendler wenn er auf die Theoretiker gehört hätte und eine ST9 für seine Bilder benutzt hätte.

CS
Wolfgang
 
Hallo Cord,

Du magst ja ein außergewöhnlicher Experte auf dem Gebiet sein, und es tut mir Leid, Dich mit meinem Unwissen ermüdet zu haben.

Nach der Lektüre der beiden von Dir zuerst genannten Berichte bin ich allerdings zu der Auffassung gekommen, dass Du diese nicht aufmerksam gelesen oder richtig verstanden hast.

Da heißt es doch im Fazit des ersten Berichts: "Thus a pixel size of 0.5 to 1.5 arcsec can be considered ideal for optimizing resolution". Nehmen wir also 1 Pixel pro Bogensekunde. Bei einem Pixelabstand von 7,5 um komme ich damit auf eine Brennweite von 1,5 m.

Am Ende des zweiten Berichts werden zwei offensichtlich gleiche Bilder gegenübergestellt, die mit derselben Optik bei unterschiedlichen Öffnungsverhältnissen, nämlich f/12 bzw. f/4 aufgenommen wurden. Es ist doch klar, dass sich diese Bilder im Maßstab um den Faktor 3 unterscheiden müssten, und dass sich mithin das Licht bei dem mit f/12 aufgenommenen Bild auf eine 9x größere Fläche verteilt. Mit der geringeren Beleuchtung der Sensorfläche wird man bei nicht idealer Kamera, insbesondere also auch bei der aktuellen EOS-Kamerafamilie, vielfach unter dem Rauschpegel des Chips bzw. der Kameraelektronik bleiben.

Jedenfalls habe ich bei meinen Testaufnahmen mit der EOS 20D im Primärfokus meines FH bei f/20 nur Sterne bis 11 m vom Hintergrundrauschen trennen können, während dieselbe Kamera an derselben Stelle desselben Himmelsobjekts nach Zwischenschaltung der genannten Optik Sterne bis 15 m noch klar erkennbar wiedergibt, gewiss auch auf einer entsprechend, d.h. 25x kleineren Fläche.

Die Lektüre Deiner weiteren wichtigen Zitate habe ich erstmal zurückgestellt.

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jan,

"Da heißt es doch im Fazit des ersten Berichts: "Thus a pixel size of 0.5 to 1.5 arcsec can be considered ideal for optimizing resolution". Nehmen wir also 1 Pixel pro Bogensekunde. Bei einem Pixelabstand von 7,5 um komme ich damit auf eine Brennweite von 1,5 m."

Einen Satz drüber kannst Du nachlesen: "As theory predicts, there is actually slight resolution degradation when FWHM = 3.0 pixels "
Und weiter oben schreibt der Autor: "My experience has repeatedly confirmed that a sampling FWHM = 3.5 pixels (or more) is optimal for high-resolution images. Furthermore I recently completed a rigorous experimental examination of this issue, which repeatedly confirmed this criterion (reported below)."

Ausgehend von einem Seeing von 2.0"-2.5" gelangt man zu einem optimlen sampling von ~0.57"-0.71"/Pixel.

"Mit der geringeren Beleuchtung der Sensorfläche wird man bei nicht idealer Kamera, insbesondere also auch bei der aktuellen EOS-Kamerafamilie, vielfach unter dem Rauschpegel des Chips bzw. der Kameraelektronik bleiben."

Genau das ist der Punkt, Du verallgemeinerst fälschlicherweise was für Deine Kamera gelten mag wenn Du schreibst: "Du könntest den M1 in 5 Minuten so hell bekommen, wie Du ihn jetzt hast, und noch weitaus schwächere Objekte einfangen, soweit es die Hintergrundhelligkeit zulässt."

Sofern die Aufnahmen nicht readout noise limitiert sind (was bei Deiner Kamera durchaus der Fall sein kann) würde durch eine Verkürzung der Brennweite keine schwächeren Objekte detektiert.

Grüße,
Cord








 
Hallo Wolfgang,

bin noch nicht so lange beim DS-Thema und freue mich sehr, durch Deine Bemerkung Bekanntschaft mit Rob Gendlers beeindruckender Website gemacht zu haben. Willst Du uns denn verraten, was es mit Deiner Bemerkung bezüglich der ST9 auf sich hat?

Gruß, Jan


P.S.

Bin eben über Google auf den Artikel von Peter Bresseler zur ST9 gestoßen: Klar, mit 20 um Pixelgröße braucht man nach meiner Rechnung schon eher 4 m Brennweite und Rob Gendler hat nur 2.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jan,

deine Methode der verzeichnungsfreien Brennweitenreduktion kannte ich noch nicht. Sie klingt aber interessant, wenngleich zunächst nur für afokale Fotografie, also mit einem eigenen Objektiv vor der Kamera, was es ja bei echten Astro-CCD-Kameras in der Regel nicht gibt. Für die SLR-Besitzer dürfte das aber eine hoch interessante Sache sein.

Zu deiner Aussage bzgl Pixelgröße:
Natürlich gewinnst du mit einer großen Blende enorm an Lichtstärke und verkürzt die Belichtungszeit. Das ist für mich allerdings kein Punkt von erheblicher Bedeutung: Das Teleskop muss so oder so nachgeführt werden, alles läuft bei mir automatisiert, so dass ich mich theoretisch zwischendurch schlafen legen könnte. Es ist also zunächst einmal gleichgültig, ob ich eine Stunde oder fünf Stunden belichte. Anders sieht das natürlich aus, wenn man die Anzahl der klaren Nächte berücksichtigt, dann gebe ich dir Recht, kann die Belichtung nicht kurz genug sein. Mein Interesse gilt allerdings besonders der hochauflösenden Fotografie auch im DS-Bereich. Und dieses Ziel kann ich besser mit längeren Brennweiten erreichen (dazu sogleich).

Zum Abbildungsmaßstab kann ich nur sagen, dass die von dir angegebenen Werte mit der Theorie übereinstimmen. Nur bin ich der Ansicht, wie Cord offensichtlich auch - und wie es von vielen guten CCD-Fotografen mit ihren Bildern bestätigt wird -, dass die Theorie den Praxiskontakt nicht übersteht (das ist natürlich überspitzt ausgedrückt). Nimm als Beispiel die Planetenfotografie. Nach der Theorie dürfte auch dort eine Brennweite von 1-2 m ausreichend sein, um alle Details abzubilden. Denn die TouCam hat soweit ich weiß Pixel von ~5,7 my, und das Seeing ist auch dabei nicht besser als vielleicht 2". (Wobei man natürlich berücksichtigen muss, dass die Bewegung während der 1/25 s der Belichtung geringer sein mag). Nehmen wir also großzügig einen Wert von 4 m an. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass man mit 4 m zwar interessante Planetenbilder erhalten kann, dass aber aus meiner Sicht schon 8 m im Grunde zu wenig sind. Ab 10 m aufwärts wird es richtig interessant. Der Detailzugewinn ist evident. Der Theorie nach dürfte das gar nicht sein.
Ebenso, wenngleich in geringerem Maße, ist meine Erfahrung bei der DS-Fotografie. Ein FWHM von ca. 4 px, wie ich ihn bei durchschnittlichem Seeing (2") mit der SXV am C11 erhalte, ist optimal geeignet, um noch feinste Strukturen zB in Galaxien wiederzugeben.
Du hast aber selbstverständlich völlig Recht, dass mit dieser Samplingrate das Bild erheblich! länger belichtet werden muss, als etwa im 2x2 Binning. Deshalb habe ich ja zB JnEr1 auch im 2x2bin aufgenommen.

Eins noch: Hinsichtlich der Brennweiten im DS-Bereich gibt es natürlich noch einen Parameter, der nicht außer Acht gelassen werden darf: Die Nachführung. Je kürzer die Brennweite, desto leichter und besser die Nachführung und desto geringer die durch Fehler hinzugefügte Abbildungsverschlechterung. Bei großen Brennweiten ist das ein Problem, das merke ich zT schon bei den 2,8 m. Meiner Ansicht nach dürfte unter unseren hiesigen Bedingungen knapp über 3m eine Grenze des Sinnvollen liegen. Aber das mag im Einzelfall und bei guten Bedingungen anders sein. Wenn ich mir die Bilder der Capella-Kollegen mit 4,8 m anschaue...

Meine Antwort ist etwas länger geworden, aber ich hoffe, meine Erfahrung (und genau das und nicht mehr ist es ja, die "praktische" Seite) ist deutlich geworden. Vielleicht hilft dir das in deinen Überlegungen und du kannst darauf aufbauend weiter kommen.

Beste Grüße
 
Hallo Jan, Stefan und Cord,

also ich kann Stefans und Cords Aussagen aus eigener Erfahrung bestätigen. Was noch nicht gesagt wurde ist, daß auch die gängigen Deconvolution-Algorithmen besser funktionieren, wenn man mit Oversampling arbeitet.

Gruß
Andreas
 
Hallo Stefan,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Deine doch schon recht ansehnliche praktische Erfahrung auf hohem experimentellen Niveau ist für mich als relativen Neuling schon sehr wertvoll.

Mit Deinen Aussagen über die Planetenfotografie bin ich voll einverstanden. Wegen der Kurzzeitbelichtung herrschen aber dort - wie Du richtig bemerkst - ganz andere Bedingungen. Man kann selbst bei einer Luftunruhe von 5", wenn sie nur genügend "langsam" ist (wabernd, mit tanzenden Planeten) im Vergleich zur Belichtungszeit, an der Beugungsgrenze des Instruments arbeiten, und da gilt für mich die Faustformel f/20 bei 7,4 um Pixeln, monochrom bzw. Filterrad, oder f/30 bei gleicher Pixelgröße mit Farbmaske. Für Dein C11 bedeutet das 5,6 bzw. 8,4 m Brennweite.

Bei Langzeitbelichtung schlägt die Luftunruhe aber voll durch: Das Bild eines tanzenden Planeten, den man mit hohem Genuss beobachten und im Stackverfahren zu detailreichen Fotos verarbeiten kann, wird auf dem Chip erbarmungslos und unwiderruflich entsprechend der Bewegungsamplitude verschmiert. Entsprechendes - hätte ich gedacht - müsste auch für DS-Objekte gelten und unter hiesigen Bedingungen zu der Grobformel 1 px/arcsec führen. Wenn Du mit 2 px/arcsec deutlich bessere Ergebnisse erzielt hast, dann nehme ich das durchaus ernst und werde mir DS-Arbeiten demnächst unter diesem Gesichtspunkt noch aufmerksamer ansehen.

Über meinen "Lichtstärkegewinn" am f/20-Refraktor bin ich erstmal ganz froh, da er mir mit vergleichsweise einfachen Mitteln den fotografischen Einstieg in die DS-Welt eröffnet.

Vielleicht sollte man vermeiden, von Lichtstärkegewinn zu sprechen; denn man bekommt ja mit dieser Maßnahme keine größere Optik - da hat auch Cord recht. Aber man gewinnt an Beleuchtungsstärke am Chip, und das ist in der Praxis - zumindest mit ungekühlten Consumerkameras - offensichtlich, wie die Ergebnisse von Wolfgang Sorgenfrey (M13 am C11 in 15 s ausbelichtet) und meine eigenen bestätigen.

In Sachen Deep Sky seid Ihr - natürlich auch Cord - durch Eure Ergebnisse schon eine gewisse Referenz für mich, und ich freue mich, dass Ihr Euch auf diese Diskussion eingelassen habt.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

da ich gerade versuche, mir und anderen klar zu machen, dass Langzeitbelichtungen mit Brennweiten deutlich über 1 m bei Flachland-Seeing in unserer Gegend wenig Sinn machen.

ob sich Rob Grandler von deinem missionarischen Eifer anstecken lässt und seinen 12" F/9 = ca. 2,8 m Brennweite sammt 6,8µm Pixel ST10 in den Müll wirft, bezweifle ich, obwohl er ja in einer vorstädtischen Gegend lebt wo Aufnahmen mit solch einer Ausrüstung


7,5 µm Pixelgröße pro Meter Brennweite scheinen ja für dich genug zu sein, da man ja darüber schon sehr schnell in den Bereich des Oversampling (Sünde <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> ) kommt. Daher hab ich mir überlegt, wie wohl die Aufnahmen von Rob aussehen würden, wenn er den heeren Glaubensgrundsätzen treu geblieben wäre, und eine ST9 (20 µm Pixel) für seine Aufnahmen benutzt hätte. So aber finde ich, dass Sünde durchaus was gutes hervorbringen kann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .

Jedenfalls freu ich mich schon über deine sicher bald gepostete Aufnahme mit 1m Brennweite von M51, damit ich sie mit Robs vergleichen kann. Du kannst natürlich auch jedes andere Motiv aus seiner Gallerie wählen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .

Viele Grüße
Wolfgang
 
Hallo Jan,

Ziel unserer Diskussionen hier ist ja schließlich, jedem Beteiligten einen Gewinn zu bringen. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, von den Erfahrungen der anderen zu profitieren.

Deine Überlegungen bzgl. der Pixelgröße sind berechtigt. Nur zeigt eben die Erfahrung noch einige andere Aspekte, die zu beachten sind. Darüber ist schon ausführlich gesprochen worden.

Zwei Dinge möchte ich noch hinzufügen:
Zum einen ist es natürlich normalerweise Unsinn, bei schlechtem Seeing mit zu hohen Brennweiten zu arbeiten. Das gilt vor allem für Wind. Der macht mir (mobile Ausrüstung ohne Kuppel oder sonstigen Windschutz) schnell zu schaffen.
Zum anderen möchte ich Andreas Hinweis noch dahingehend bekräftigen, dass die Schärfungsfilter deshalb besser funktionieren müssen, weil sie einfach mehr Pixel zur Verfügung haben. Stell dir vor, durch das Seeing (Gauss'sche Verteilungskurve!) wird der Stern über 2 Pixel verteilt. Da bleibt kein Spielraum, um noch zu schärfen. Bei einem Pixel ist Schluss (und es sieht noch künstlich aus). Anders bei einem 2fach-Oversampling. Wird hier der Stern auf 4 Pixel verschmiert, kann die Software noch einiges ausgleichen. Das Ergebnis wird nicht dasselbe sein wie bei gutem Seeing. Aber dennoch wirst du mehr Details herausholen können, als bei der niedrigeren Samplingrate.

Dein "Lichtstärkegewinn" ist natürlich eine feine Sache, f/20 wäre für Deepsky schon jenseits von Gut und Böse, meine ich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Beste Grüße
 
Hallo Wolfgang,

Du hattest offenbar meine letzten Eingaben noch nicht gelesen. Trotzdem möchte ich gerne antworten.

Zunächst mal was Grundsätzliches: An dieser Diskussion und überhaupt am Forum nehme ich gerne teil, nicht um andere zu belehren, schon gar nicht einen Rob Gendler, sondern, um selbst etwas zu lernen. Ich berufe mich dabei nicht blind auf Autoritäten, sondern führe selbst Experimente durch und mache mir eigene Gedanken, mit denen ich mich der kritischen Diskussion stelle, um meine Sicht der Dinge weiterzuentwickeln.

Zur Sache selbst: Rob Gendler arbeitet inzwischen fast ausschließlich mit relativ großflächigen Chips, STL11000 bzw. STL6303, und in beiden Fällen mit einer Pixelgröße von 9 um. 20 um (ST9) wären sicher zu groß, darüber waren wir uns schon einig, aber dazwischen gibt es nicht viel Auswahl.

Im übrigen setzt Rob recht häufig auch seine APO-Refraktoren mit Brennweiten von 1085 bzw. 530 mm in Verbindung mit denselben 9-um-Kameras ein. Er schreibt ja, dass er bezüglich des Seeings an einem günstigen Ort wohnt. Aber selbst dort werden die Bedingungen nicht immer ausreichend für den 12,5" RC sein. In seiner Galerie hatte ich auch 12,5" RC bei f/6 angegeben gesehen, also 2 m Brennweite, das hatte ich oben zitiert.

Also: Bitte nicht zu früh schimpfen!

Gruß, Jan
 
Hallo Runde,

ein aktuelles Beispiel zum "Lichtstärkegewinn" am selben Objekt bei vergleichbarer Optik aber geringerem Abbildungsmaßstab findet Ihr hier : Optik 10", Brennweite 1,2 m, Belichtung (L) jeweils nur 6 min.

Gruß, Jan
 
Hallo, Stefan,
dein zuerst eingestelltes Foto von M1 hatte mich bereits sehr beeindruckt. Hatte es gleich mal in meine "Referenzfoto-Galerie" geladen.
Als ich dann heute nochmal ins Forum schaute, fiel ich vom Hocker, als ich die neue Version sah, die ungleich besser als die erste geworden ist. Mir scheint, die Details im H-Kanal gegenüber der Ursprungsversion sind kaum mehr durch weitere Schärfung erklärbar - hast du nochmal Belichtungszeit nachlegen können?
Das Objekt lebt ja eigentlich ausschließlich vom Ha-Kanal, die anderen Farben geben fast kleinerlei Struktur her. Und Ha braucht dann excellentes Seeing und genug Zeit (und du hattest ja auch noch Probleme mit dem Wind...). Welches Filter hast du?

Ich hatte, um auch meine bescheidene Aufnahme
M1

einreihen zu können, mich mal bei anderen umgeschaut:
Einen Vergleich deines Bildes mit dem M1 von Cord Scholz kann man gleich sein lassen, Russel mit seinem 16" RC hat dagegen auch nur Mist abgeliefert, die Ha-Aufnahme mit dem Pollux ist zwar tiefer, aber viel detailärmer - also bleibt als Vergleich nur DAS Spitzenbild von Block mit dem 20" RC. Sonst nix.

Deswegen: Absolute Spitzenklasse, das beste, was du je vorgelegt hast!
Gruß,
Martin
 
Hallo Martin,

eigentlich dachte ich, ich hätte die überarbeitete Version als neues Posting abgeschickt, auch um die Veränderungen zu dokumentieren. Das hat aber offenbar nicht funktioniert. Dann kann ich ja jetzt noch etwas dazu schreiben, da deine Frage auch in dieselbe Richtung zielt:

Die neue Version, die nun oben zu sehen ist, besteht aus denselben Rohdaten, wie die ursprüngliche. Ich konnte leider keine Belichtungszeit nachlegen. Der Unterschied besteht lediglich in dem angewandten Schärfungsfilter. Beim ersten Mal habe ich nur mit dem Smart Star Bloat Filter vorsichtig geschärft. Diesmal kam ausschließlich eine leichte (5 Iterationen) Richardson-Lucy-Deconvolution zum Einsatz. Der Unterschied ist verblüffend, finde ich. Zum Vergleich ist hier nochmal die erste Version
Mir fiel auf, dass mit dem RL-Filter das Hintergrundrauschen enorm verringert wurde. Dass die neuen Strukturen wohl (übberwiegend) keine Artefakte sind, wird, meine ich, an den schwachen Sternen deutlich, die nun auch sehr viel schärfer und besser definiert sind.

Natürlich hätte die Aufnahme noch mehr Belichtungszeit vertragen können, doch wurde der Wind so stark, dass ich abbrechen musste.

Dein Vergleich mit den hervorragenden Fotografen, die du angeführt hast, ehrt mich! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Doch auch deine Version von M1 kann sich sehen lassen! Ich finde lediglich die Farbe etwas zu sehr in pastellfarbene, doch das mag an meinem Monitor liegen. Er ist ja zudem mit weit geringerer Brennweite aufgenommen worden.

Beste Grüße <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
 
Hallo Martin,

habe ich doch glatt deine Frage nach dem Filter übersehen!

Ich nutze einen Filtersatz von Astronomik, Typ II.c. Das H-alpha-Filter soll laut offizieller Angaben ca. 13nm HWB haben. Das habe ich aber nie überprüft, man hört gelegentlich auch von 11 bzw. 16 nm.

Wenn ich es recht verstehe, stammen die H-alpha- und die OIII-Strahlung von den Materieresten der Supernovaexplosion, daher die Strukturierung, während im Blauen die Syncrotronstrahlung registriert wird, die vom Pulsar ausgeht und diffus ist. Daher wohl die starken Unterschiede in den jeweiligen Wellenlängen.

Viele Grüße
 
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