Hallo Jochen,
Irgendein Sternfeld in Zenitnähe anpeilen und um einige Sterne, die noch nicht gesättigt sind, ein ROI ziehen und dann Einzelbilder mit immer niedrigeren Belichtungszeiten machen. So ab ca. 3/10 Sekunden fängt die Sternform von dem gewohnten Deepsky-Klecks in eine definierte Sternform überzugehen mit mehr oder weniger Gezappel drum herum. D.h. ab da kommt man in den Bereich, wo die Auflösung sich deutlich verbessert. Allerdings zappelt der Stern nun hin und her. Man braucht also eine Stackingsoftware, die in der Lage ist, das zu komponensieren. Autostakkert kann das. Nur hab ichs leider noch nie hinbekommen damit erfolgreich ein Deepsky-Bild zu stacken. Für Tipps wäre ich dankbar.
Das mach ich eigentlich immer, wenn ich mir den Leitstern aussuche. Ich arbeite mit einenm OAG, habe also immer die gleiche Optik zum Bilder aufnehmen und zu guiden. Dann erhöhe ich die Belichtungszeit der Guiding-Kamera so lange, bis das Sternbildchen stabil bleibt. Das ist nach wenger als 5s der Fall.
Aber auch eine Reduktion der Belichtungszeit von bei mir 120s auf 10 bewirkt schon einen Rückgang der FWHM Werte. Allerdings kann man da keine Wunder erwarten. Es sind weniger als 10%, aber es ist messbar, auch wenn es deutlich weniger ist als die normale Fluktuation des Seeings über eine einzige Nacht. Deswegen verwende ich kurze Belichtungszeiten weniger wegen der Auflösung und eher um windige Nächste nutzen zu können.
Das habe ich auch schon probiert, bring aber nicht wirklich mehr Auslösung. Wie man auch am Bildvergleich mit Carstens M109 sehen kann. Der Unterschied in der Belichtungszeit ist ja extrem (60x).
Die Störung durch Phecda ist extrem. Ich arbeite mit einem Apo, habe letzte Woche auch M109 aufgenommen. Der Apo steht schon seit 3 Wochen draußen und ist ordentlich zugestaubt und mit Pollen belegt. Bei mir erzeugt Phecda überhaupt keine Störungen. Also gar nichts. Kann das nicht eher an Straßenlampen liegen?
Nein, meine Dachterrasse liegt an der straßenabgewandten Seite. Da sind keine Laternen. Du hast aber sicher eine Tauschutzkappe vor Deiner Linse sitzen. Ich denke mal, das macht den Unterschied.
Wenn man Vor- und Nachteile von Langzeit- und Kurzzeitbelichtung gegeneinander stellt, finde ich, es ist effektiver, mit langer Belichtungszeit zu arbeiten. Der einzige Nachteil, der mir einfällt, ist die sehr genaue Nachführung, die absolut Notwendig ist. Das ist auch gleich ein Ausschlußkriterium für die Langzeitbelichtung. Ansonsten wird die Gesamtbelichtungszeit effektiver genutzt, weil bei Kurzzeitbelichtungen die Auslesezeit in der Größenordnung der Belichtungszeit liegt. Hat man 8h Zeit zur Verfügung, bekommt man effektiv nur 4h genutzt. Das ist bei Langzeitbelichtungen anders, da fällt die Auslesezeit nicht so sehr ins Gewicht.
Zusätzlich hat man weniger Einzelbilder, was weniger Plattenplatz und viel weniger Auswerte- und Bearbeitungszeit braucht, bis man das kalibrierte, gemittelte Ergebnis erhält.
Gruß,
Peter