Hi Zusammen,
UFF!
Das braucht man nur insofern zu probieren, wie nicht alle Okulare gleich viel laterale Farbe erzeugen und der Grund für laterale Farbe ist natürlich die ganze normale Dispersion in unterschiedlichen Gläsern, die halt je nach Okulardesign mal mehr und mal weniger gut korrigiert ist. Bei Weitwinkel-Okularen wird sie natürlich deutlicher sichtbar und ist als gängiger Abbildungsfehler geradezu akzeptiert. Bekannt ist der farbige Mondrand im Weitwinkelokular, wenn der Mondrand eben ein Stück abseits der Bildmitte ist.
Dabei ist das ganze kein Trick, den man allemal ausprobieren kann, sondern eine Beobachtungstechnik, die man sich einfach zunutze machen sollte. Anwendbar ist sie bei Okularen, die am jeweils verwendeten Teleskop einen großen Bereich ihres scheinbaren Gesichtsfelds nahezu fehlerfrei, bis auf eben laterale Farbe, abbilden. Typisches Kennzeichen: Blauer Lichtausbruch nach außen oder innen bei hellen Sternen nahe des Feldrandes. Da laterale Farbe keine Sache des Öffnungsverhältnisses ist, geht das an jedem Teleskop. Die Technik ist einfach: Man sollte sein Okular soweit kennen, ob es den blauen Ausbruch nach außen oder innen aufweist. Bei einem Planetenbild mit rotem "AD-Rand" im Bild "unten" schiebt man den Planeten im Bild nach unten, wenn laterale Farbe blau nach außen versetzt. Das muss man eigentlich auch nicht wissen oder ausrechnen, sondern hingucken, in welche Richtung verschoben der Rand stärker oder schwächer wird. Und natürlich gibt es Okulare, die prima bezüglich lateraler Farbe korrigiert sind. Da tut sich dann nichts oder zu wenig.
Funktioniert bei mir hervorragend mit Pentax XW 3,5 und 5, XL 7 und 10,5, mit Vixen HR 3,4 im Rahmen des kleinen Feldes und mit recht großem Bedarf an Versatz auch im Delos 3,5, weiter auch im Nagler 3,5mm T6 und ein paar Taiwan/China-Plössls habe ich dem auch schon unterzogen. Nahezu gar nicht ging das z.B. in einem Vixen SSW 5.
Bevor man also als visueller Beobachter über einen besonders an schnellen Optiken optisch problematischen Einfach-ADC nachdenkt, oder für über 1000 Euro bis hin zu 8000 Euro einen ADC mit Dispersionsplatten anschafft, kann man wirklich einfach mal gucken, was die eigene Okularkiste bereits hergibt.
Was mich daran "verwundert" ist: Wenn man dazu Beobachter befragt, die noch ein paar Jahre Erfahrung mehr haben als ich, dann sagen die mir, dass sie doch schon immer den Planeten an die Stelle im Bild geschoben haben, wo die Abbildungsqualität am besten war. Es soll ja noch Leute geben, denen bekannt ist, dass original Plössls nicht auf der Achse am schärfsten sind - nur ein weiteres Beispiel. Den "Okular ADC" schloß sowas ausdrücklich ein. Also nur ein Rad, was online und für bissel Cashflow gerade neu erfunden wird...
Anders ist das bei der Fotografie. Aber die war schon immer teuer. Dollars zu mir!
Clear Skies
Sven