Mal wieder Winterkleidung | Seite 2 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Mal wieder Winterkleidung

Gerrit Erdt

Mitglied
Hallo an Alle,

Ich grabe diese alte Diskussion hier noch einmal aus.

Die letzten Nächte in der Kälteperiode war ich natürlich auch draußen und konnte meine aktuelle Ausrüstung mal in der Praxis testen.
Dabei war es größtenteils angenehm bei - 10°C für 8h am Stück. Aber eben nur größtenteils, als ich müder wurde, kam auch die Kälte.

Wenn es noch kälter wird, dann wird es eng. Momentan habe ich eine 400 g/m2 Fleecejacke von Decathlon, die ich unter dem overall getragen habe. Es wurde übrigens doch der Jagdoverall von Hart.

Daher bin ich auf der Suche nach einer noch wärmeren Lösung, die ich unter dem Overall tragen kann. In den Alpen kann es in großer Höhe ja durchaus kälter werden.

@Puppeteer kannst du etwas mehr zu den Unterziehern für Trockis (sagt man das so? ) sagen? Ich habe mich mal etwas umgeschaut, finde das Sortiment allerdings doch etwas unübersichtlich.

Ich strebe derzeit noch keine bestimmte Zieltemperatur an, ich will mich nur mal umgucken, was möglich ist und was es kostet. Kannst du daher vielleicht ein paar verschiedene Modelle empfehlen?

Und noch mal eine allgemeine Frage an alle: wie viel wärmer ist Thinsulate bei gleicher dichte eigentlich im Vergleich zu (Polartec) Fleece?

So, ich hoffe mal, ihr könnt mir wieder weiterhelfen.

Freundliche Grüße und CS
Gerrit
 
Hallo Gerrit,

kannst du etwas mehr zu den Unterziehern für Trockis (sagt man das so? ) sagen?
ich habe aus meiner Taucherzeit auch noch einige Sets im Schrank, die ich gerne bei allen kalten Draußen-Aktivitäten, zum Beispiel auch Mopedfahren im Winter anziehe. Meine Unterzieher sind von ODLO und zum Teil auch von Lidl oder Aldi. Eigentlich ist das nichts besonderes. Man könnte es schlicht weg als lange Unterwäsche bezeichnen. Die Wäsche führt die Feuchtigkeit weg von der Haut und dadurch hat man keine Feuchtigkeits- Verdunstung/Kälte auf der Haut. Wichtig ist, dass man diese Teile als "unterste" Schicht direkt auf der Haut trägt. Ich ziehe mich halt nach Prinzip Zwiebel an. Zuerst diese Wäsche. Beim Tauchen kommt dann direkt der Trocki. Der wird zur Isolation mit Luft aufgeblasen und dürfte aber wegen der benötigten Pressluftflasche unkomod zum Sternegucken sein. Im Normalfall nehme ich deshalb ein T-Shirt, danach einen dünnen Pullover, kann Baumwolle sein, ist aber nicht so warm wie Schaf-Wolle und je nachdem was ich bewegungs-technisch vorhabe eine ärmellose gut gefütterte Veste, einen dicken Pullover, Kapuzen-Pulli und/oder Parker.

Aber das wichtigste um warm zu bleiben ist die Mütze am Kopf. Am Kopf kühlt man meisten aus. Ich rate weil dort viel Blut unterwegs ist und es bei Erwachsenen ca. 10% der Körperoberfläche ausmacht! Vermutlich weil in diesem Körperteil viel Energie für's Denken gebraucht wird .... aber wenn ich es mir recht überlege trifft dies nur für einen sehr kleinen Teil der Menschen zu, darum sieht man so viele Leute ohne Mütze auf dem Kopf im Winter ... wo nichts ist , wird nichts durchblutet, muss man nichts warm halten ...;) Echt jetzt! Als Taucher merkst Du das immer sofort. Ohne Haube frierst Du Dir den allerwertesten Hintern ab. Also Kopf immer warm halten!

Meine Frau hat für unsere Astro-Nächte auch Finger-lose, Astro Handschuhe gestrickt, mit Sternen :sternklar: und Planeten :mars: drauf! Da bleibt die Hand noch schön warm und die Finger schauen zum Teil vorne nackig raus. Dies ist halt zum Greifen, Festhalten, Einstellen ideal und es macht trotzdem warme Hände, die sind auch nach hinten so lang, dass sie bis unter die Ärmel der Jacke reichen.

Noch eine Taucher-Weisheit. Kälte addiert sich. Wenn man sich wiederholt, längere Zeit Kälte aussetzt, friert man beim nächsten mal mehr als zuvor, Deshalb soll man zwischen Tauchgängen entsprechend lange Erholungs Zeiten haben. Beim Sterneschauen ist ja zwangsweise immer ein Tag zwischen den Nächten, trotzdem habe ich immer den Eindruck, dass es beim zweiten Mal viel kälter ist als in der ersten Nacht.

Viele warme Gedanken und Grüße MünchenBeiNacht - Ewald
 
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Gerrit Erdt

Mitglied
Hallo,

erstmal Danke an @MünchenBeiNacht für die vielen Informationen. Über den Kopfschutz habe ich mir natürlich intensive Gedanken gemacht, ich habe da (hoffe ich doch zumindest ;) ) einiges zu schützen... Dafür tun es halt eine dicke Mütze mit Thinsulate und die Kapuzze vom Overall plus eine gute Sturmhaube aus Merinowolle.
Aber ich muss sagen, mir schwebt da schon etwas Wärmeres vor, als das von dir verlinkte Produkt. Ich neige halt zu Extremen :D

Ich hab mich noch mal etwas weiter umgeguckt und zwei verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Spezifikationen herausgesucht.

Das wärmste, was ich in meiner Preisklasse finden konnte, ist sicherlich dieser hier: Reactor Trocki Unterzieher Thinsulate Magma XT-400: Amazon.de: Bekleidung
Der hat 400 g/m² Thinsulate verbaut, zum Vergleich, ein Gefrierhausoverall hat 250-650 je nach Modell. Damit hätte ich also eine richtig solide Grundlage für unter den Overall drunter. Allerdings habe ich Zweifel, ob der nicht zu warm wird. Schließlich ist der schon SEHR dick isoliert.

Dann gibt es da noch diesen hier, der zwar teurer ist, dabei aber trotzdem weniger warm sein dürfte: Scubapro K2 Extreme Herren Unterzieher
Der besteht aus etwa 630 g/m² Fleece, wobei an den besonders Kälteempfindlichen Stellen 900g/m² Fleece verarbeitet sind.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das obere Modell zu warm wird. Bei dem unteren habe ich jedoch zweifel, ob der merklich wärmer ist, als meine Fleecejacke mit 400 g/m². Hier kommt auch noch einmal die Frage auf, wie viel wärmer Thinsulate eigentlich wirklich im Vergleich zu Fleece ist. Wikipedia schreibt, Thinsulate sei ein bis zwei mal so warm laut Hersteller. Aber das ist natürlich eine wenig hilfreiche Aussage, da weiß man ja nicht, ob das jetzt genau so warm ist, oder eher doppelt so warm...

Wie macht ihr das eigentlich mit dem Kleidungsmanagment? Zieht ihr so lange mehr an, bis euch gerade so nicht zu warm ist, oder zieht ihr erst dann mehr an, wenn euch langsam etwas frisch wird? Vielleicht habe ich da auch einen kleinen Anwendungsfehler gemacht... Ich habe nämlich, da ich auf keinen Fall schwitzen wollte, immer erst dann mehr angezogen, als ich langsam ein leichtes Kältegefühl im Overall hatte. Vielleicht hatte ich zu dem Zeitpunkt schon zu viel Wärme verloren.

CS Gerrit
 

Puppeteer

Mitglied
Zitat aus der Werbung zur Santi Heizweste Flex 2.0: "Die theoretische Heizzeit mit einem 24 Ah-Akkupack wird bei knapp 5 Stunden liegen". Was ich bisher nicht wußte: Es gibt auch komplette Heiz-Unterzieher. Dann kommt man mit 24 Ah auf 2-3 Stunden. Und sie haben eine Öffnung für einen Urinalventilschlauch ;-) . Aber ist eigentlich klar... Als Berufstaucher oder beim Wracktauchen in größeren Tiefen muß man schon mal länger unten bleiben. Die dürfen je nach Grundzeit und Tiefe schon mal 2 Stunden Dekostop beim Aufstieg 'absitzen'. Und das bei Wassertemperaturen von vielleicht nur 4°C. Ganz billig sind die Sachen aber nicht.
 

Matchbox

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Hiho,

mein limitierender Faktor sind ja die Fuesse, danach die Haende.
Jemand einen ultimativen Tipp fuer Schuhe? Moonboots schaetze ich?

VG
Oli
 

Gerrit Erdt

Mitglied
Hallo Oli,

für die Füße habe ich jetzt nicht so den ultimativen Tipp, aber dennoch einen relativ guten. Guck dir mal folgende Schuhe an: e.s. O4 Neopren Spezialberufsstiefel Fides high schwarz | engelbert strauss

Die verwende ich auch. Bisher war ich damit sehr zufrieden, auch bei meinen kältesten Nächten bisher mit -12°C. Was für mich für die Schuhe spricht, ist, dass sie absolut wind- und wasserdicht sind (man denke nur an die feuchten Herbstwiesen...). Außerdem ist die Sohle sehr robust, was je nach Einsatzszenario schon bedeutend sein kann. Da ich öfter mal von den Alpen aus fotografieren möchte, muss ich mich auf einen steinigen Untergrund einstellen, daher ist die Sohle wichtig. Und so kann man auch immer noch ein paar Spikes am Schuh anbringen.
Zusätzlich sind die Schuhe, auch wenn sie nicht danach aussehen, mehr als ausreichend Atmungsaktiv. Man bekommt also auch keine schwitzigen Schuhe.

Moonboots sind, was die Wärme angeht, aber natürlich besser. Aber ich konnte für mich keine finden, die wirklich Wasser und Windfest sind, und eine robuste, dicke Sohle haben. Daher kamen die für mich nicht infrage. Wenn du dir das bei deinem Einsatzszenario aber erlauben kannst, darauf zu verzichten, dann spricht nichts gegen Moonboots. Wärmer geht es kaum.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen. Wenn du noch Fragen hast, dann melde dich!

CS Gerrit
 

Wolfgang Hofer

Mitglied
Jemand einen ultimativen Tipp fuer Schuhe?
Hi Oli!

Mein ultimativer Tipp ist:

Damit bin ich sehr zufrieden. Seitdem sind bei mir die Schuhe nicht mehr der limitierende Faktor. Leider nicht ganz billig.

Diese Stiefel habe ich auch:

Die sind auch sehr gut, allerdings nicht ganz so warm wie die Kamik, dafür aber billiger und weniger klobig.

Gruß
Wolfgang
 
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