Marktlage aktuell

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Sebastian_Schmidt

Aktives Mitglied
Moin,
nein nicht noch ein Tread übers liebe Geld sondern mal eine andere Richtung. Als wir letztens so über den att geschlendert sind haben wir eine Beobachtung gemacht zu der mich eure Meinung interresieren würde. Vorne weg, mein insofern vorletzter att ist schon sehr lange her, aber ist denen die dort waren mal aufgefallen das es auffallend wenig Dobsons gab? Also ich meine nicht die kleinen 8", wobei das auch nur eine Handvoll waren sondern Großgerät über 12" oder 16" gar 22" oder mehr? Es geht mir nicht darum was besser oder schlechter ist aber zum Thema klein und gut zum Fotorafieren gab's Gerät und Zubehör ohne Ende. Lag es nur daran das keiner der Händler die "Großen" mitschleift oder bewegt der Markt sich einfach in die Fotorichtung?
Nicht das es aktuell an Großspiegel-Herstellern mangelt, selbst in Europa gibt's zumindest zwei oder drei Optionen. Wie gesagt keine Wertung was nun besser ist. Als langjähriger Dobsonaut bastel ich auch gerade an einem kleinem Fototechnischen setup. Allerdings nicht weil mein BP so schlecht ist das ich nur noch Fotografisch was reißen könnte, eher als Alternative und Spass am technischen umsetzen.
Also war das nicht repräsentativ auf dem att oder korreliert da was? Wo sind die Anbieter eines 20" Obsession äquivalentes?
Grüße Sebastian
 
Ich denke, dass sich der ganze Markt schon längst in die Fotorichtung verschoben hat.
Wenn du einfach mal dieses Forum verfolgst, so ein bis zweimal am Tag auf "neueste Beiträge" gehst, 9 von 10 Themen sind Fotografie.
(könnte auch daran liegen, dass due Jungs ständig klärungsbedürfrige Provleme mit der Technik haben während die Visuellen einfach beobachten gehen statt im Forum zu schreiben)
 
Hallo zusammen,
ich kann die Beobachtung von Olli, dass der Trend bereits seit längerem hin zur Astrofotografie geht, ebenfalls aus meiner Sicht bestätigen und möchte um einen weiteren Trend ergänzen: Digitalisierung.
Die Digitalisierung erhält ebenfalls Einzug: sei es bei der Astrofotografie (#Astroberry, NINA, AsiAir, Stellarmate uvm.) bis hin zu EAA (Electronically Assisted Astronomy). Wobei die Übergänge hier natürlich fließend sind.
Dies ist bitte keine Wertung meinerseits ist- ich mache beides sehr gerne und genieße auch das entschleunigte Spechteln gerne mit klassischen Teleskopen von Zeiss, Intes etc.
CS Thomas
 
Ich habe (natürlich...) auch vor Ewigkeiten mal visuell angefangen. Wie wohl die meisten Menschen lebe ich allerdings in einer relativ lichtverschmutzter Gegend. Entsprechend musste ich mindestens 50 km fahren um einen einigermaßen brauchbaren "Landhimmel" zu haben. Das dauert und ist sehr lästig. Daher habe ich die Astronomie als "aktives Hobby" damals auch erstmal aufgegeben. Astrofotografie lag damals außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten und auch (durchaus nicht zu Unrecht) als kompliziert verschrien. Ein (damals 10 Zoll-)Dobson war das Maß der Dinge und ich habe auch einige sehr schöne Beobachtungen damit machen können. Mit der Zeit habe ich mir den langen Weg, Aufbau, Abbau etc. dann aber immer seltener angetan. Noch mehr Aufwand mit noch mehr Öffnung wäre sinnlos gewesen - da hat einfach auch die Bequemlichkeit gesiegt.

Heute sieht die Situation völlig anders aus als vor 20 Jahren. Brauchbare Montierungen sind für Viele bezahlbar. DSLR (ggf. mit Astromodifikation) sind ausreichend lichtempfindlich und günstig zu bekommen (vor Allem gebraucht). Selbst gekühlte CMOS-Kameras sind mittlerweile in bezahlbare Regionen vorgestoßen (zumindest im Vergleich zu damals) und deutlich leistungsfähiger als die damaligen CCDs (oder gar chemischer Film).

Dazu gibt es jede Menge Software die das Equipement steuert. Vieles davon sogar kostenlos. Und selbst mit relativ kleinen Öffnungen (6" Newton, 70-80mm APO) kann man fotografisch auch unter schlechtem Himmel irrsinnig tief ins All eintauchen. Und kann - bei den meisten Objekten im Gegensatz zur visuellen Beobachtung - auch Farben deutlich sehen. Und man hat "vorzeigbare Ergebnisse". Und mit Schmalband-/Dualbandfiltern kann man nochmal mehr sichtbar machen. Und das Alles geht halt - dank guter Software und guten Youtube-Tutorials - erstaunlich einfach.

Zudem werden wohl bei den Meisten die Augen im Alter auch nicht besser.

Eigentlich also klar das der Markt mehr und mehr in Richtung Astrofotografie umschwenkt. Auch im Interesse der Händler.... Weil es auch unter "schlechtem Himmel" recht ordentliche Ergebnisse gibt ist die Zielgruppe für die Händler größer. Das viele Zubehör hat zudem eine recht ansehnliche Gewinnmarge (Zwischenringe, Adapter, Stromversorgung, Kabel etc.) - was die Händler ebenfalls freuen dürfte.

Klar: Die Einstiegsschwelle für die Astrofotografie liegt natürlich preislich immer noch höher als bei einem 70mm-Kaufhausteleskop oder dem "klassischen" 114mm Spiegel. Aber wenn man anfängt sich etwas ernsthafter mit dem Thema zu beschäftigen, kommt man heute sehr schnell auf die Fotografische Anwendung. Vielleicht zunächst mit einem einfachen Tracker + DSLR + Objektiv. Oder mit einer Handyhalterung hinter einem Billigrefraktor - für Mond und Planeten kann man damit auch schon erstaunliche Dinge erreichen. Damit ist der Einstieg recht günstig machbar und wenn man dann erstmal Blut geleckt hat...

Für 2000-3000 € bekommt man heute eine komplette Astrofotografieausrüstung mit parallaktischer Montierung, Goto und einem 6-8" Newton. Das liegt preislich in einem Bereich den Viele bereit sind im Hobbybereich auszugeben. Und häufig sind bestimmte Komponenten (DSLR, Notebook) ja schon vorhanden.

Und visuell? Selbst wenn man gute Beobachtungsbedingungen "vor Ort" hat: Was kostet ein 20" Dobson? Wie "handlich" ist der? Und was gibt man zusätzlich noch für Okulare aus? Da wird man sehr schnell bei fünfstelligen Preisen landen und sieht immer noch viel weniger als eine DSLR an einem 6" Newton...

Ciao, Udo
 
Und visuell? Selbst wenn man gute Beobachtungsbedingungen "vor Ort" hat: Was kostet ein 20" Dobson? Wie "handlich" ist der? Und was gibt man zusätzlich noch für Okulare aus? Da wird man sehr schnell bei fünfstelligen Preisen landen und sieht immer noch viel weniger als eine DSLR an einem 6" Newton...
Weg von Deep Sky, hin zum Sonnensystem.
Da stört auch die Lichtverschmutzung nicht.
Aber 5stellig für Visuell ist m.E. schon hart übertrieben, wenn man nicht unbedingt gleich auf Tec Apo und TeleVue losgeht.
Nur seltenst schaffen es die Fotografen am Sonnensystem die selbe Detailtiefe einzufangen, die man da visuell mit dem Auge sieht.
 
Ich habe damals mit einem 76mm Newton angefangen und bin jetzt bei einem 20“ Dobson gelandet mit dem ich unter einem 5,5mag -6mag Himmel auf dem heimischen Hof beobachten kann .

Ich hatte damals auch versucht in die Astrofotografie einzusteigen ( ED80, 6“ Newton ) und habe dabei für mich tolle Fotos gemacht . Aber die ganze Sache wurde mir dann irgendwann zu komplex mit Autoguiding usw. und ein Hobbyastronom der mehr vorm PC sitzt und Bilder bearbeitet als unterm Sternhimmel wollte ich auch nicht werden.

So mache ich heute nur noch ab und zu Bilder wie z.B bei Finsternissen oder der großen Konjunktion zwischen Jupiter und Saturn.

Mein Equipment habe ich jetzt also zu 95% auf das visuelle ausgelegt. Mir macht es einfach mehr Spaß Objekte im Atlas zu suchen , die Beobachtungen vorzubereiten und dann erfreut zu sein wenn man etwas ohne elektronische Hilfe gefunden hat. Denn von der Elektronik und Computern sind wir heute ja mehr als genug umgeben .

Aber auch ich habe auf Teleskoptreffen die Erfahrung gemacht, das es sich mehr und mehr in Richtung Astrofotografie verschiebt .Eigentlich schade.

Gruß Stefan
 
Nur seltenst schaffen es die Fotografen am Sonnensystem die selbe Detailtiefe einzufangen, die man da visuell mit dem Auge sieht.
Zugegeben: Nicht nur am Sonnensystem. Auch z.B. an planetarischen Nebeln kann man visuell oft mehr Details sehen als man fotografisch festhalten kann. Aber halt nur wenn man ein wirklich geübter Beobachter ist mit perfekter Dunkeladaption, indirektem Sehen etc. Dann kann man "zwischen dem Seeing" häufig mehr Details sehen als eine Kamera. Aber meist immer noch keine Farben ;-)

Und wie gesagt: Astrofotografie ist heute doch wirklich "einfach" geworden. ASIAIR Stellarmate, Astroberry, NINA, APT etc. machen das so einfach wie nie zuvor. Inklusive Polar-Alignment, Plate-Solving, Guiding und hunderter Anleitungsvideos auf YT. Wobei sich gerade bei den Videos natürlich die "technische" Astrofotografie wesentlich besser vermitteln lässt als die visuelle Astronomie. Entsprechend sieht dann auch die Häufigkeitsverteilung der YT-Videos aus.

Ciao, Udo
 
Ich habe vor etwa 9 Jahren visuell angefangen und bin dann vor zwei Jahren zur Fotografie gekommen.
Ich muss sagen, dass ich Beides mag. Das Fotografieren liefert tolle Ergebnisse und an der Technik zu tüfteln, macht auch Spass.
Das Visuelle finde ich aber auch sehr entspannend. Einfach mal den 10-Zöller nehmen und den Mond abgrasen. Der geht ja gottseidank auch unter unserem Himmel.
Insofern werde ich zukünftig zweigleisig fahren. Der Schwerpunkt wird wohl auf der Fotografie liegen, weil man da, wie bereits gesagt wurde, hierzulande mehr rausholen kann. Visuell werde ich aber mit Sicherheit auch noch eine reisetaugliche Ausrüstung anschaffen, dass man mal unter gescheitem Himmel, wie in Portugal, Frankreich oder Spanien beobachten kann.

CS Johannes
 
Ich denke, dass sich der ganze Markt schon längst in die Fotorichtung verschoben hat.
ich habe jetzt hier nicht alles gelesen. Aber die Fotografen sind anteilig in der Astrogemeinde stärker vertreten als die visuellen.

Wenn du einfach mal dieses Forum verfolgst, so ein bis zweimal am Tag auf "neueste Beiträge" gehst, 9 von 10 Themen sind Fotografie
Dazu ergänze ich mal, dass die visuellen Kollegen, die sich - wenns wieder geht - jährlich zum deepsky-meeting rund um HaJü Merk, Uwe Glahn, Reiner Vogel, Statis Kalafatis et.al. treffen sind mehr im Nachbarforum unterwegs. Daher kann das hier etwas unterrepräsentiert sein. Wobei "drüben" die Fotogemeinde auch sehr groß ist.

Der Eine fummelt gerne mit der Technik und holt nach langen Stunden das letzte am PC aus dem Bild, der Andere interessiert sich eben dafür, was man wirklich live sehen kann. Fein, das es beide Varianten gibt.
Bei der zunehmenden Lichtverschmutzung ist "visuell" über die Jahre immer eineschränkter geworden, ich mach es trotzdem :)

CS
Uwe
 
Hallo!

bei uns. also meiner Frau und mir ist es ähnlich wie ...
Ein (damals 10 Zoll-)Dobson war das Maß der Dinge und ich habe auch einige sehr schöne Beobachtungen damit machen können. Mit der Zeit habe ich mir den langen Weg, Aufbau, Abbau etc. dann aber immer seltener angetan. Noch mehr Aufwand mit noch mehr Öffnung wäre sinnlos gewesen - da hat einfach auch die Bequemlichkeit gesiegt.
unser 10" "Rossone" (= großer Roter) bekommt immer weniger Ausgang, obwohl inzwischen ein optimierter Dobson gebaut und ein gute EQ-Plattform vorhanden. Die ersten zwei Jahre waren wir praktisch jede klare Nacht an unserem für Münchner Verhältnisse perfekten Beobachtungspunkt, 25 Minuten hin, 25 Minuten zurück, Ausrüstung beständig im Transporter, Aufbau 10 Minuten, Abbau 10 Minuten, also zusammen Rüstzeit gut 70 Minuten. Wenn man außerhalb der Urlaubszeit, ja es gibt auch heute noch Leute die arbeiten, nicht die ganze Nacht durchmachen kann, ist halt auch gerade im Sommer wenn es nur noch ganz kurz dunkel wird, der tatsächliche Beobachtungszeitraum, von Mücken abgesehen mit ein oder zwei Stunden und einer guten Stunde Rüstzeit das Maximum was für uns möglich ist.

Und das bei welchem Ergebnis? Abgesehen von Planeten und Sternhaufen bei DSO: Maus-graue, diffuse Wattebauschen .... wir hatten nie die Möglichkeit durch mehr Zoll selbst zu beobachten ... aber aus allen zugänglichen Berichten sind halt bei 20", 24" und länger die DSO diffusen Wattebauschen entsprechend größer, aber immer noch Maus-grau! :beobachten:

Irgendwann war dann Corona, Ausgangssperre, ein 5" Skywatcher 130PDS, ASI294MC, Sharpcap im eigenen Garten ...

M51_ALL_Stack_356frames_2848s.jpg


ganz ohne Zeitaufwand vor und nach der Beobachtung ...

ein Hobbyastronom der mehr vorm PC sitzt und Bilder bearbeitet als unterm Sternhimmel wollte ich auch nicht werden.
... sondern live und in Farbe während der Beobachtung! Dass man am Ende den beobachteten Stack als JPG-Souvenir an die Beobachtung und zur Dokumentation aufheben kann, ist natürlich schön und wird gemacht ist aber nicht das eigentlich Ziel der Nacht. Ich stimme da Stefan 100%ig zu. Ich will auch nicht tagelang vorm PC sitzen und nacharbeiten. Genau das ist das Tolle an EAA, dass es dies eben nicht braucht sondern alles Live-Beobachtung ist!

Und dass EAA mückenfrei und im warmen Wohnzimmer bei Chips, Pizza, Wein, Bier oder was auch immer die Beobachtungsnacht angenehm gestaltet stattfinden kann und auch zusammen mit vielen anderen Freunden/Freundinnen gemeinsam über einen großen Fernseher / Beamer vor Ort oder zeitgemäß über Online Sitzungen weltweit geteilt werden kann, ist einfach eine andere, neue Beobachtungsmöglichkeit für astronomische Beobachtungen.

Ich bin überzeugt große Spiegelteleskope können mir in Großstadt-Umgebung nicht ansatzweise das bieten das ich mit EAA mit viel weniger Zeitaufwand für Anreise, Aufbau, Abbau erreichen kann.

Kollegen die Lichtmäßig besser aufgestellt sind ....
bin jetzt bei einem 20“ Dobson gelandet mit dem ich unter einem 5,5mag -6mag Himmel auf dem heimischen Hof beobachten kann .
... mögen es anders sehen und freuen sich mit Ihrer XXL-Ausstattung in die Nacht zu sehen. Das ist auch gut so und wird immer eine Daseins-Berechtigung haben, aber wird nach meiner Beurteilung weniger werden. Auch weil die Mehrheit der Menschen keine solchen tollen Voraussetzungen haben und wenn man ein Mal an Plate-Solving und Goto Komfort geschnuppert hat, will man vermutlich und ich sicher nicht mehr in manuelle Handhabung zurück.

MünchenBeiNacht - Ewald
 
Hallo,
das es auffallend wenig Dobsons gab? Also ich meine nicht die kleinen 8", wobei das auch nur eine Handvoll waren sondern Großgerät über 12" oder 16" gar 22" oder mehr?
vielleicht ist der Markt gesättigt, die Nachfrage hat nachgelassen oder es hat mit Lieferproblemen zu tun. 16er oder 22er werden vielleicht seltener gekauft, weil sie relativ schwer oder teuer sind.
Gruß
Ronald
 
Plate Solving und Goto ist für Fotografie meines Erachtens unverzichtbar, und es sind tolle Errungenschaften. Ich persönlich finde es aber auch mal erfrischend, ganz ohne Technik, nur per Starhopping mit einem Atlas Objekte aufzuspüren.
Was einen großen Dobson angeht, finde ich sowas dann reizvoll, wenn man den im Auto mitnehmen kann. Dann gibt es zumindest noch die Möglichkeit, mal zu einem gescheiten Himmel zu fahren. Südfrankreich und Portugal (ja, das war verrückt, dahinzufahren) war jeweils fantastisch...
Wenn ich mir da vorstelle, mit 16 Zoll oder gar noch größer zu beobachten... Das ist defintiv noch ein Traum von mir.

CS Johannes
 
Man darf auch nicht vergessen: Dieser ganze technische "Kram" hilft dabei das unser Hobby nicht zu einem reinen Alt-Herren-Sport mutiert. Insofern ist diese Entwicklung für die Amateur-Community nicht schlecht. In vielen anderen Hobbies gibt es große Probleme Nachwuchs zu interessieren. Bei der Astronomie - und insbesondere bei der Astrofotografie - sieht es da (zumindest habe ich diesen Eindruck) deutlich besser aus.

Ciao, Udo
 
Moin,
vielen Dank für die Wortmeldungen bis hierher, es ist also so wie ich es mir schon selbst gedacht habe, was nach wie vor keine Wertung ist. Jeder macht was ihm gefällt,
der eine guckt gern graue Wölkchen, der andere direkt aufs Display, der nächste sitzt noch lange am Recher und kitzelt den letzten Rest raus. Schön divers, so soll es sein. Manchmal ändern sich ja auch die Lebensverhältnisse und dann mag man lieber das kleine Fotosetup in der Stadt als den Dobson auf´m Feld, geht mir nicht anders.
das unser Hobby nicht zu einem reinen Alt-Herren-Sport mutiert
Ja da sagst Du was, aber wenn ich da nochmal den ATT als Versuchsfeld anführen darf. Da waren ziemlich viele genau diese Herren da, incl. mir mit 42 Lenzen.
Vielleicht waren auch nur die da nicht wissen das es Internet gibt aber das würde ich mal nicht glauben wollen:) Kinder oder jugendtliche habe ich nicht wirklich bemerkt. Frauen waren incl. meiner Freundin, ich würde schätzen... eine Hand voll da? Also im Publikum. Im übrigen immer wieder lustig zu beobachten wenn Sie um Geräte schleicht und dann den Verkäufer löchert. Nicht wenige sind (positiv) überrascht. Aber das zeigt auch was so manch andere Hobbys mit Astronomie gemeinsam haben.Was meint Ihr wie viele Frauen bei uns aufm Modellflugplatz stehen... aber anderes Thema.

Ich wollte nur mal nachhaken wie Ihr das seht, man kann ja auch beobachten das gewisse Sorten von Teleskopen auch einfach zu Verschwinden scheinen (in Neuauflagen), was sicher nicht wenig mit der Fotografie zu tun hat. Lange Refraktoren mag keiner mehr, Mak-Newtons sehe ich auch keine neuen, da reiht sich der Großdobson wohl auch rein. Zumindest im fixundfertig Segment. Einen deutschen 20" Spiegel kaufen und in der Werkstatt Multiplex quälen geht ja immer noch sehr gut. Einzig die Auswahl bei niedrigen OKZ´s ist ehrlich gesagt mies, was aber auch nicht wirklich überrascht.

Grüße
Sebastian
 
Genau das ist das Tolle an EAA, dass es dies eben nicht braucht sondern alles Live-Beobachtung ist!

Und dass EAA mückenfrei und im warmen Wohnzimmer bei Chips, Pizza, Wein, Bier oder was auch immer die Beobachtungsnacht angenehm gestaltet stattfinden kann und auch zusammen mit vielen anderen Freunden/Freundinnen gemeinsam über einen großen Fernseher / Beamer vor Ort oder zeitgemäß über Online Sitzungen weltweit geteilt werden kann, ist einfach eine andere, neue Beobachtungsmöglichkeit für astronomische Beobachtungen.

chenBeiNacht - Ewald

Hallo,

bitte nicht missverstehen, jeder so, wie es ihm Spaß macht, keine Frage :)
Für mich gehört allerdings zur Live-Beobachtung das Erleben der Umgebung, das in der Natur stehen und den Sternenhimmel über mir, die Umgebung in ihrer Gesamtheit zu erfassen zur Beobachtung dazu, sonst ist ist es für mich(!) nicht das vollständige Liveerlebnis.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei mir jemals elektronische Hilfsmittel die unmittelbare Beobachtung, direkt mit dem eignen Auge durch das Teleskop, ersetzen könnten. Mir würde da einfach ein entscheidender Faktor bei der Beobachtung fehlen, wenn ich mir im warmen Kämmerchen ein von einer Maschine künstlich erzeugtes Bild angucken täte. Da kann ich gleich einen Bildband aus dem Regal ziehen und mich an den noch schöneren Fotos erfreuen.
Das ist aber nur meine persönliche Einstellung dazu. Ich möchte vorsichtshalber nochmal betonen: ich sehe weder das Eine noch das Andere als den einzig wahren Weg an, das Hobby zu betreiben, jeder Weg, der zum persönlichen Glück führt, ist gleichberechtigt. Der/die Eine so, der/die Andere so.

VG
Günter
 
Moin,
(...)

Ja da sagst Du was, aber wenn ich da nochmal den ATT als Versuchsfeld anführen darf. Da waren ziemlich viele genau diese Herren da, incl. mir mit 42 Lenzen.
Vielleicht waren auch nur die da nicht wissen das es Internet gibt aber das würde ich mal nicht glauben wollen:) Kinder oder jugendtliche habe ich nicht wirklich bemerkt. Frauen waren incl. meiner Freundin, ich würde schätzen... eine Hand voll da? Also im Publikum. Im übrigen immer wieder lustig zu beobachten wenn Sie um Geräte schleicht und dann den Verkäufer löchert. Nicht wenige sind (positiv) überrascht. Aber das zeigt auch was so manch andere Hobbys mit Astronomie gemeinsam haben.Was meint Ihr wie viele Frauen bei uns aufm Modellflugplatz stehen... aber anderes Thema.

(...)

Grüße
Sebastian
Kann ich so nicht bestätigen. In unserem Club sind vier sehr aktive Frauen, wenn wir unser Treffen (ATO) im Herbst haben sind noch viel mehr dabei. Auch der Altersschnitt ist bei uns nicht so hoch wie du es hier darstellst. Jede Menge Leute zwischen 14 und 40 dabei.
Schau vor allem mal in die entsprechenden Facebook-Gruppen, du wirst dich wundern wieviel Nachwuchs, auch vor allem weiblich, da mit Hochdruck zu Gange ist.

Hier das Forum ist natürlich der berühmte Mikrokosmos, eine große Anzahl hochqualifizierter Leute, die aber im Grunde unter sich ist. Viel bleibenden Nachwuchs kann ich jedenfalls nicht erkennen.

LG
Dave
 
Eben. Bei Facebook und auch Youtube sind etliche jüngere Hobbyastronomen vertreten (meist halt im Bereich Astrofotografie) und auch etliche Mädels. Foren sind halt ziemlich Old-School, das ist für die meisten jüngeren Menschen keine Plattform mehr die regelmäßig genutzt wird. Da gibt es mittlerweile andere Plattformen die aber meist eher auch kurzfristige Aufmerksamkeit setzen. "Wissensarchive" wie Foren sie darstellen kommen mehr und mehr aus der Mode. Zu meinem großen Leidwesen. Die "aktuellen" Plattformen finde ich persönlich gruselig. Da werden NOCH HÄUFIGER als im Forum die selben Fragen immer und immer wieder gestellt (und diskutiert) weil ältere Diskussionen nicht mehr sinnvoll auffindbar (oder gar nicht mehr vorhanden) sind.

Bei meinen anderen Hobbies (Modellflug und Modellbahn) sieht es in Sachen Forennutzung ähnlich aus. Wobei da der Anteil der Jüngeren wirklich Sorgen macht. Da ist die Astronomie mit Astrofotografie und natürlich EAA deutlich besser aufgestellt.

Die visuelle Astronomie dürfte allerdings langsam aussterben. Die "Profis" haben es ja vorgemacht. Visuell beobachtet wird doch da praktisch gar nicht mehr. Und warum soll man sich im Winter den A... abfrieren und im Dunkeln um ein Teleskop herumstolpern? Das braucht eine gewisse LEIDENschaft die man heute eher selten findet. Klar hat das auch seinen Reiz (hatte es für mich ja auch mal), aber den Kampf mit meinem inneren Schweinehund hat die visuelle Astronomie klar verloren.

Ciao, Udo
 
Naja die Welt digitalisiert sich seit Jahrzehnten immer mehr. Nahezu überall steckt Digitalisierung drin. Ob ich nun meine Kanurouten digital vorbereite, beim Golf meinen digitalen Assistenten habe, oder sogar beim Angeln digitale Helferlein habe. Zusätzlich werden Computer und Assistenzsysteme immer Autonomer und bringen die Astronomie und auch die Astrofotografie auf Level, die früher nur den "Profis" vorbehalten waren. Und natürlich geben die jüngeren Generationen dem ganzen meist den Vorzug. Sind sie doch damit aufgewachsen. Ich würde also mal behaupten, dass es einfach eine natürliche Weiterentwicklung ist.
 
Lange Refraktoren mag keiner mehr, Mak-Newtons sehe ich auch keine neuen, da reiht sich der Großdobson wohl auch rein.
Ich bin 21 hab mit 18 mit dem Hobby angefangen gehör damit wohl zum Nachwuchs und als ich im Verein den 6zoll f15 refraktor das erste mal sah wusste ich so einen möchte ich unbedingt später wurde das durch den lange Refraktoren Thread hier im Forum verstärkt. Also hab ich hier eine Suche aufgemacht und so nach 2 Monaten vlt auch kürzer bekam ich von einer Sternwarte günstig mit Restauration einen 125/1560 Lichtenknecker, der bei ihnen nicht mehr im Einsatz war ein wahnsinns Teil mit irre Kontrast. Selbst bei Deepsky hat er mir schon viel Freude bereitet.

Zum Thema große Dobsons, ich kenne aus meiner Vereinssternwarte den Blick durch unseren 18 Zoll Newton absoluter Wahnsinn was man da sieht, wie selbst lichtschwaches deutlich hervortritt und Objekte wie die Monde des Uranus... Beobachtbar werden. Selbst hab ich mit einem 8 Zoll dobson Visuell angefangen. Ich Träume von einem 16 zoll Gitterrohr, der wird meinen Lichtenknecker von dem ich schon begeistert bin um einiges übertreffen und an den 18 zoll rankommen. Leider ist das sehr Teuer aber ist geplant.

Was EAA angeht seh ich es wie Günter
sonst ist ist es für mich(!) nicht das vollständige Liveerlebnis.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei mir jemals elektronische Hilfsmittel die unmittelbare Beobachtung, direkt mit dem eignen Auge durch das Teleskop, ersetzen könnten.
Ich liebe es draußen zu sein und mit einem Telrad Lichtschwache Objekte zu entdecken. Und sie so zusehen wie man es vor der ganzen Technik unsere Uhr Väter Newton, Herschel... getan hat, es ist ein ganz anderes Gefühl und irgendwie ein ganz anderes Bild, nicht mit einer Kamera zu vergleichen meine Ansicht.

Ich hab mich auch schon im Sommer in einer sehr warmen Nacht auf den Balkon mit ner Wolldecke auf ne liege gelegt und bin unter der Milchstraße eingeschlafen das war fantastisch und durch das lange betrachten sah ich die Milchstraße mit vielen Details (hab bortle4).

Ich trenne Visuelles ganz klar von Fotografie, hab aber auch hier den Reiz erkannt, deshalb fotografiere ich auch mit nen 8 zoll f4 carbon newton, mit voller Nina Kontrolle und plate solving mit trennen meine ich auch, das ich das Hobby hier ganz anders angehe so viel Technik wie möglich, möglichst alles automatisieren Plate solving aber hallo. Motorfocus DIY alles geht noch einfacher von drinnen, von wo ich alles überwache, durch meine Allsky DIY prüfe ich die Bewölkung ohne rauszugehen und dan möglichst lange belichten und schauen was man selbst schaffen kann und mit der immer besseren Technik geht hier inzwischen unfassbares.

Einen entscheidenden Nachteil den die Visuelle Astronomy gegen über der Fotografie hat, ist die Präsentation nach außen. Ich lade meine sachen zumbeispiel auf Instagram hoch Visuell schreib ich zumindest dazu wie ich das Objekt, wenn der Fall in welchem Gerät gesehen habe. Viel mehr geht aber nicht, Zeichnen vielleicht noch. Finde ich auch interessant, da beschäftigt man sich dan noch länger Visuell mit einzelnen Objekten, kann leider nicht zeichnen, hab aber überlegt vielleicht ne Zeichenkurs im Studium Abseits des Studiums zu besuchen. Mit YouTube, Instagram, ... hat Fotografie eben einen riesen Vorteil und es stimmt wohl, das Kinder heute mit Interesse an Technik aufwachsen Informatik ist zum Beispiel ein sehr beliebter Studiengang natürlich finden viele, sich dann mit der Technik gut zurecht.

Clear skies
Felix
 
Zuletzt bearbeitet:
Nabend,
@ Dave, da freue ich mich das Ihr da wohl einen besseren Mix habt als ich es gewohnt bin. Und sicher ist der ATT auch keine Referenz für das aktuelle Sprektrum der wirklich Astronomie betreibenden. Aber eine Tendenz war schon zu sehen. Aber letztendlich ist das auch egal, jeder darf ja machen was er will.
Und wenn das für jemanden bedeutet sich hinter eine Kameras/Bildschirm zu klemmen weil ihm das mehr bringt oder sich freut mit der Technik dem Himmel ein Bild abgerungen zu haben ist das doch auch was schönes.
Ich kämpfe mich ja auch gerade durch die Bits/Bytes/Kabel/Rechner/Kameras um dem Teleskop ein paar Fotos zu entlocken,das macht schon Spass. Gleichzeitig will ich nicht die schönen Nächte aufm Acker beenden wenn man dann doch endlich mal das gefunden/gesehen hat was man sich vorgenommen hat. Da hats einfach eine ordentlich Portion Naturerlebniss. Und letztlich ändern sich die Vorlieben ja auch. Ein Kollege der nun schon ewig Astronomie macht, erzählte mir letzt das er auch lange Pausen hatte und was ganz anders gemacht hat. Also vom kleinen Refraktor in den 60er über Meade LX200 8" SC über ein Fernglas runter auf null. Jetzt hat er wieder einen schönen Refraktor gekauft weil ich ihn seinem alten Schiefspiegler angefixt habe den ich Hinterhältigerweise mal mit zum Spechteln genommen habe :LOL:
Ob man das eins zu eins auf alle übertragen kann sei dahingestellt. Aber letztenendes sollte man froh sein wenn man überhaupt noch einen Himmel hat der zu irgendwas gut ist. Und da es draußen gerade recht klar ist und ich keinen Bock auf Dobson schleppen habe werde ich jetzt in der Stadt ein paar Doppelsterne trennen!:)
Guten Nacht
Sebastian
 
Hi!

Zwei Dinge dürften hier für eine gewisse Wahrnehmungsverschiebung hin zur Fotografie sorgen:

Erstens: Auf einer Messe werden wohl die meisten Händler entweder die Neuheiten mitbringen, die man präsentieren will, oder die Sachen, die man pushen will, um sie loszuwerden ;) Und gerade ein Volltubus-Dobson nimmt doch viel Platz weg im LKW. Mal ehrlich: Wie viele Neuerungen gibt es denn bei den Dobsons, oder kann es noch geben? Eine etwas bessere Bremse? Ein etwas billigerer Fokussierer? Ein halbes Prozent mehr Strehl? Da langt es doch, wenn man das Topmodell mitnimmt, falls sich doch mal jemand auf den ATT verirrt, der noch keinen Dobson kennt. Bei Foto-Zubehör kann noch mehr entwickelt werden. Die einzige Neuheit, die mir einfällt, wäre, dass es das StarSense-System jetzt auch direkt für Dobsons gibt und man ein Billigteleskop dafür mehr schlachten muss. Was soll es sonst noch geben? Okulare mit 150°Gesichtsfeld? Vielleicht Filter gegen LED-Streulicht oder ein einfacheres Kollimations-Tool, was gäbe es denn sonst neues, was man den visuellen anbieten könnte? Und die kleinen Dobsonmanufakturen sind eher gut ausgelastet und müssen erst mal mit der Produktion hinterherkommen – die schreiben von langen Lieferzeiten oder fehlenden Rohmaterialien, da braucht es keinen teuren/zeitaufwändigen Messeauftritt, um Aufträge zu generieren, die nicht bedient werden können. Die profitieren eher davon, wenn ihre Geräte auf Teleskoptreffen auftauchen. Und so leer, wie die Lager gerade überall sind, war es eher ein Wunder, dass überhaupt was ausgestellt wurde…

Und zweitens: Die Repräsentation von visuellen Beobachtungen beschränkt sich auf Beobachtungsberichte. Wenn ich visuell unterwegs bin, dann zum Entspannen. Einen Bericht schreibe ich allenfalls für mein Blog, wenn es mal was besonderes zu sehen gibt – einen Komet (und dann läuft die Kamera mit), eine enge Planetenkonjunktion (dann läuft auch die Kamera mit, und sei es für einen Schnappschuss durch das Okular), oder eine Finsternis (dann läuft ggf. sogar der Livestream von der örtlichen Sternwarte), oder Sterne/Planeten bei Tag. Beobachtet werden mehr oder weniger die Standardkerzen – und da könnte ich dann nur eine Textwüste verfassen, dass NGC0815 mit 80mm Öffnung immer noch nicht mehr her gibt, aber immer wieder schön ist. Die Mühe mache ich mir nicht mehr, das steht eh schon in meinen Büchern;) (Zeichnen wäre noch eine Option – aber wer macht das schon? So sinnvoll zeichnen auch ist, um die Wahrnehmung zu schärfen, das widerspricht dann meinem Entspannungsgedanke beim Beobachten. @Kusifu : Keine Scheu vorm Zeichnen. Dabei geht es nicht darum, ein möglichst schönes, realisitisches Bild zu gewinnen, sondern die Eigenheiten des Objekts zu sehen und zu bemerken, und anschließend zu dokumentieren. Also letztlich zu beobachten statt nur anzuschauen.)

Einen Beobachtungs-/Erfahrungsbericht schreibt man, wenn's was tolles, neues gibt. Was für die meisten hier wohl das First Light eines neuen, tollen Teleskops bedeutet, oder dass man sich anderes neues Spielzeug geleistet hat. Danach wird das Zeug (hoffentlich) benutzt, aber nicht drüber geschrieben. Und für einen Youtube-Channel eignet sich visuelle Astronomie auch nicht.

Früher gab es hier auch regelmäßig Berichte vom ATT. Da hatten auch die Daheimgebliebenen einen Eindruck davon, was es alles auf der Messe an Neuheiten gab. Das schreibt heute auch keiner mehr, und auch auf Youtube findet sich nichts brauchbares (zumindest vor zwei Wochen, vielleicht kam noch was nach). Ein hübscher Zeitraffer, ein relativ uninformativer Rundgang und ein verwackelter Handyfilm. Damit und mit der wir-sind-systemrelevant-Einstellung des ATT lockt man kaum neue Besucher auf eine Messe. Allein der Messerückblick auf der Veranstalter-Webseite ist ein Witz. "Alle waren begeistert". Keine Bilder, keine Besucherzahlen, keine Eindrücke von der Messe. Marketing geht anders. Bei uns im Verein (Süddeutschland) habe ich auch nicht den Eindruck, dass der ATT noch groß jemanden interessiert – das war vor 25 Jahren anders, aber deshalb heute 400km fahren? Wozu? Wer dahin gefahren war, war "aus Gewohnheit" da.

Abgesehen davon kriegt man die Messepreise mittlerweile eh das ganze Jahr über, Neuheiten werden auch präsentiert, sobald sie da sind. Die Messen sind für die langjährigen Astros in meiner Wahrnehmung eher als soziales Ereignis relevant – und das geht auf Teleskoptreffen auch besser. Und welcher Einsteiger will mit dem Teleskopkauf schon warten, bis einmal im Jahr eine Messe stattfindet? Bis es soweit ist, hängt man entweder auf der nächsten Sternwarte fest, oder hat schon das zweite Einsteigerteleskop wieder zurückgeschickt.

Beste Grüße,
Alex
 
Moin,
klar, eine Messe ist nicht mehr so wichtig wie früher, vor allem ohne Internet. Ich für meinen Teil bin auch auf den ATT gefahren um mal wieder ne Masse Verrückter zu sehen die um sauteure Gerätschaften schleichen :-). Ein guter Händler Berät/verkauft mir nach wie vor auch ohne ATT das richtige.Das war ja früher auch nicht anders.
Ich muss aber trotzdem mal sagen das ich solche Events schon mag weil man einfach mal nicht vorm Rechner sitzt. In meinem Fall sind zwei Stunden Fahrt auch noch OK. Aber nur noch vorm Bildschirm hocken und sich selbst informieren finde ich generell immer anstrengender.
Im Astrobereich ist es nett einen aktuellen Onlinekatalog zu haben (vs. Print) aber ehrlich gesagt, erstens ändert sich da ja kaum was in den entscheidenden Kategorien und wenn ich Geld ausgebe komme ich um ein ausführliches Telefonat auch nicht rum. Schonmal 1000 Astrodollar ohne Beratung ins Netz geworfen? Ich jedenfalls nicht. Da vertraue ich lieber jemanden der Ahnung hat auch wenn er mir was verkaufen will. Wenn es hinterher nämlich nicht funktioniert kann ich den nämlich fragen warum. Insofern, ja, ATT braucht man nicht unbedingt.

Aber ich denke die Antwort auf meine Eingangsfrage ist gefühlt beantwortet. Es gibt die Visuellen noch, und große Dobsons gibts bei den Manufakturen auch noch.
Ein Geschäft für die Großen Händler ist es eher nicht mehr, was ich auch verstehen kann (Wirtschaftlichkeit). Fotografieren ist weiter auf dem Vormarsch.
Und letztlich sind die die mit großen Dobsons beobachten auch nicht so Mitteilungsbedürftig wie der Rest.

Im Übrigen möchte ich nochmal auf einen schönen tread hinweisen. Wenn man visuell sich mal batteln will. Einfach mal eine Miniscope schnappen und gucken was man noch so sieht. Der PDf Artikel ist insofern interresant als das man mal sieht wo wir herkommen. Gerade das blaue Zitat von Peter weiter unten fnde ich interresant.

CS
Sebastian
 
Hi,

also ich hab beides. Während das Fotosetup in der Sternwarte rödelt, schau ich mir irgendwas im Dobson oder mit dem Refraktor - je nachdem was das Ziel ist, an.

Grüße Alex
 
Ich denke es wurden sehr viele Themen schon genannt. Ich denke auch das „selber machen Thema“ ist eins was dieses Hobby umgibt. In der Zeit wo man nicht unter dem Sternenhimmel steht, feilen viele an ihrer Ausrüstung; um es in der kostenbaren Phase schöner, schneller, einfach und auch billiger zu haben. Wenn man jetzt kein Spiegel schleift, lässt sich natürlich in Richtung Fotographie deutlich mehr an den Komponenten basteln und optimieren. Für mich persönlich ist das ein unheimlicher Bonus dieses Hobbys und ein möglicher Grund warum Fotographie dominiert.

Viele Grüße

Basti
 
Die Repräsentation von visuellen Beobachtungen beschränkt sich auf Beobachtungsberichte.
Und damit kann man halt nur wenig angeben. Was die Bilderflut anrichtet, sehen wir an schöngeschnippelten Vierzehnjährigen, weil nur Bilder von schöngeschnippelten Halbpavianen auf den asozialen Medienplattformen Gefallen finden.

Hans
 
Ich bin erst seit Januar dabei und bezeichne mich immer noch als totalen Anfänger. Aber was ich hier in den Foren und auf youtube bereits gelernt habe, hätte ich nicht für möglich gehalten. Im Januar ging es mir eigentlich nur darum, ein Teleskop zu erwerben, um mal die Planeten so vergrößert zu sehen, dass man bei Jupiter und Saturn mal ein paar Details erkennen kann. Und gerne auch mal fotografieren, wie auch immer das gehen mag. Nun, bevor ich schon fast einen Dobson gekauft hätte, habe ich hier von EAA gelesen und das hat mich halt total geflashed, weil es beide Welten vereint. Die Visuelle und die Fotografische. Die pure Astrofotografie war und ist mir zu hoch, ich verstehe nichts von Fotografie im Allgemeinen und habe auch keine große Lust, mir das draufzuschaffen. Es geht mir auch nicht darum, Fotowettbewerbe zu gewinnen. Ich will auch nichts vorzeigen können. Ich will beobachten und dabei möglichst viel sehen, aber möglichst von zuhause aus und gerne in Farbe. Mit zuhause meine ich aber nicht, dass das Equipment im Garten steht und ich sitze im Wohnzimmer. Da würde mir auch was fehlen, ich will schon live dabei sein, auch mal den Blick mit bloßem Auge in den Himmel richten, während ich elektronisch beobachte. Aber wenn dann das Teleskop das Bild nicht in ein Okular projeziert, sondern auf mein Ipad, ist das nicht nur megabequem, sondern ich sehe auch mehr als durchs Okular und ich sehe es größer als durchs Okular. Daher ist das genau das, was ich machen möchte. Dass ich nebenbei noch viel mehr Ziele anvisieren kann als ich im Januar noch gedacht habe, kommt dazu. Trotzdem schau ich auch gerne fast jeden Tag durchs Okular in den Himmel und kann auch verstehen, wenn man für den ganzen Technikkram nichts übrig hat und einfach nur mit größtmöglicher Öffnung beobachten will, ohne sich über Strom, Software und GoTo Gedanken machen zu müssen. Da habe ich auch schon oft geflucht und bisher auch mehr Zeit damit verbracht, die Technik richtig anzuwenden und zu beherrschen, als zu beobachten. Ich hab aber auch schon frustrierende Nur-Beobachtungen gehabt. Ich lerne jeden Tag dazu und ich bin sicher, dass sich das Verhältnis bald umkehren wird. Alles hat seine Berechtigung und jeder soll Astronomie so betreiben, wie es ihm Spaß macht.

LG und CS Olaf
 
Hallo zusammen,

ich habe hier ein wenig quergelesen. Nachdem was ich oben mitbekomme finde ich es toll, dass unser Hobby so mannigfaltige Möglichkeiten bietet. Für die Einen ist es die Fotografie, für die Anderen visuelle Beobachtung und manch einer versucht sich irgendwie an beiden.

Ob sich alles eher in Richtung Fotografie hinbewegt oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen. Auf großen Teleskoptreffen wie ITV, ITT oder WSP in Florida meine ich doch einen erheblichen Anteil visuell beobachtender Sterngucker gesehen zu haben. Wahrscheinlich sogar eher mehr als 50%.

Letztendlich ist es aber egal. Hauptsache die Sache macht Spaß und bedeutet Erfüllung.

Für mich gab es da in Jahrzehnten mehrere Schwenks in der Interessenlage. Zunächst visuell unterwegs, dann starker Schwerpunkt auf Fotografie, wobei sich hier die Planetenfotografie herauskristallisierte. Seit einigen Jahren bin ich fast ausschließlich wieder visuell unterwegs.

Die lange Zeit am PC sitzend wurde mir zu viel, zumal ich auch beruflich bedingt bereits 8-10 Stunden täglich vor dem Monitor saß. Sicherlich ist es nicht immer einfach, den inneren Schweinehund zu überwinden, um mindestens 30 Minuten Fahrzeit für einen brauchbaren Himmel zu bekommen, aber jedes Mal bin ich dankbar, wenn ich die frische erdige Luft draußen atmen kann, alles ruhig und friedlich um mich herum ist und der erhabene Sternenhimmel zur Beobachtung einlädt. Mir geht es da wie anderen oben um das gesamte Naturerlebnis bei der Sternguckerei. Dieses Gefühl kann mir keine Fotoausrüstung der Welt ersetzen. Zudem ist mir hin und wieder auf Treffen aufgefallen, dass manch ein Fotograf den halben Abend an der Ausrüstung schraubt und dann doch kein anständiges Foto zustande kommt. Nun ja, das mag auch am Equipment und/oder der Erfahrung liegen. Jedem das Seine, für mich ist das nix mehr.

Natürlich muss beim Visuellen nicht unbedingt auf Technik verzichtet werden. Goto ist auch erlaubt... ;)

Viel Spaß weiterhin am Hobby und der Beobachtung, sei es nun fotografisch oder visuell.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo,

mir ist auch schon lange aufgefallen, dass sich der Trend - zumindest der wahrnehmbare - in Richtung Fotografie verschiebt.

Ich denke, das liegt besonders daran, dass die Astrofotografie dank der Digitaltechnik, der automatischen Nachführung, der heutigen Rechenleistung und den gesunkenen Preisen in diesen Bereichen viel einfacher und effizienter geworden ist als vor 20 Jahren. Die Lust, in einer kalten Nacht stundelang am Nachführokukar zu sitzen und per Hand nachzuführen, um die 15 Minuten Aufnahme auf analogem Film sauber hinzubekommen, hatten doch nur wenige. Heute wird aufgebaut, die Nachführung und das Belichtungsprogramm gestartet und nach vier Stunden im warmen Wohnzimmer schaut man, was daraus geworden ist und bearbeitet die Bilder. Diese Bilder sind dann - auch bei einfacher Ausrüstung - oft um Welten besser als das, was man früher mit viel Mühe analog zustande gebracht hat.

Dies führt natürlich dazu, dass solche Bilder vermehrt gepostet werden und auch ein kleiner Wettbewerb entsteht.

Wie schon geschrieben wurde, kann der visuelle Beobachter - auch wenn er 20" oder mehr zur Verfügung hat - nichts annähernd vergleichbares Darstellen. Daher vermute ich, dass viele visuelle Beoachter - wie z.B. ich - einfach beobachten und schweigen. Was ja auch nichts schlimmes ist, da - zumindest bei mir - der persönliche Spaß im Vordergrund steht.

Gruß

Carsten
 
Wie schon geschrieben wurde, kann der visuelle Beobachter - auch wenn er 20" oder mehr zur Verfügung hat - nichts annähernd vergleichbares Darstellen. Daher vermute ich, dass viele visuelle Beoachter - wie z.B. ich - einfach beobachten und schweigen. Was ja auch nichts schlimmes ist, da - zumindest bei mir - der persönliche Spaß im Vordergrund steht.
Carsten und alle,

Knipsen gegen Beobachten (nur nebenbei, was soll das mit dem "visuell Beobachten"? Wie denn sonst? haptisch, akustisch? Ich weiß es nicht und halte das "visuell Beobachten" für eine weitere Gewalttat, begangen an der deutschen Sprache. Darf ich eine weitere Steigerungsform vorschlagen: visualistisch Beobachten?) scheint mittlerweile ein Riesenthema zu sein. Mir ist es egal, ich beobachte ("ich sehe mir die Dinge lieber gleich vor Ort an"), was der Rest der Welt tut, muß mir egal sein.

Deiner Argumentation folge ich völlig. Im US-Forum ging es kürzlich um dieses Thema, lustigster Beitrag war, die Knipserei sei wohl etwas für die ältere Bevölkerung. Rasche Antworten zeigten, daß das Umgekehrte der Fall sei. Ältere Säcke wie ich haben wohl kein Interesse daran, sich mit Laokoon-gleicher Technik herumzuschlagen. Die zentrale Frage dürfte ja auch sein, für wen man das 300.000ste mittelmäßige Foto des Orion-Nebels aufnehmen möchte. Egal, Hauptsache, die Leute sind von der Straße weg.

Deshalb dann doch lieber gar keine Meinung zum Knipsen, sonder zur Benutzbarkeit dieses Forums. Meinem Gefühl nach beschäftigen sich mittlerweile ungefähr 80 % bis 90 % mit der Knipserei. Auch das ist kein Schaden. Für mich schlecht dabei ist, daß die mich interessierenden Beiträge Gefahr laufen, unterzugehen. Zumal viele Fotografen nicht in der Lage sind, ihre Fragen korrekt zu formulieren. Wenn man dann, wie ich, erst einen Beitrag aufrufen muß, um zu erfahren, daß es um irgendwelche technischen Schwierigkeiten beim Anschluß von Kabel a an Dose b geht, steigt der Genervtseinsfaktor alsbald.

Abhilfe zu schaffen wäre leicht. Das wesentlich größere und für mich angenehmere Forum von cloudy nights stuft feiner ab. Da hätten wir zum Beispiel
- Beginners forum (No astrophotography)
- Equipment (No astrophotography)
Der Rest der möglichen Themen ist dann auch dermaßen feingranuliert, daß man (= ich) nicht gefahr läuft, irgendwo zu landen, wo einen nichts interessiert, wo man nichts wissen will und wo man nichts zu sagen hat.

Meiner bescheidenen Meinung nach würde es diesem Forum gut anstehen, der veränderten Interessenslage rechnung zu tragen und seine Themenorganisation entsprechend anzupassen.

Schönen Gruß

Hans
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben