Mars und Saturn mit Monden am 18.6.2014

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Starhead37

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Hallo Forum,

vielleicht ist es mein letzter Mars aus dieser Saison, da müsste wirklich nochmal das Wetter mitspielen. Zum Aufnahmezeitpunkt hatte Mars einen scheinbaren Durchmesser von 10,3 Bogensekunden und wurde hier 1,5x gegenüber der Originalaufnahme vergrößert:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/83801678/Mars20140618-Drizzle15_222647_g4_b3_ap4b.jpg

Zwei Aufnahmen mit paar Minuten zeitlichem Abstand gelangen in ähnlicher Schärfe, so dass ich eine kleine Animation basteln konnte:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/83801678/Mars20140618Ani.gif

Weil ich mit dem Seeing an Mars ganz zufrieden war hab ich dann noch auf Saturn geschwenkt und von dort ein bisschen Strahlen zusammengekramt. Ich habe wieder ein "Pretty pic" draus gemacht und aus einer zweiten längeren Belichtung die Monde ausgestanzt. Die Monde sind ... also oben ist der helle Titan, und dann von links nach rechts Rhea, Dione, Enceladus, Tethys und der kleine Mimas. Es wurde ein geringer IR-Anteil untergemischt, so dass der Planet noch etwas kontrastreicher erscheint. Von partieller Bearbeitung habe ich absichtlich abgesehen - ich sehe es zwar als "Pretty pic", aber um partielle Bearbeitung (abgesehen vom Zusammenfügen der Monde zum Saturn) möchte ich dann doch eher Abstand nehmen. Saturn ist hier in 1:1-Aufnahmegröße dargestellt (Rechtsklick und "Grafik Anzeigen" für volle Auflösung):

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/83801678/Saturn20140618-Monde.jpg

Die Daten zu den Bildern:
16" ACF auf G11,
FFC bei ca. 7200mm Brennweite,
Astronomik RGB,
ASI120MM

Für Mars gilt: 1600/5000 Frames pro Kanal, ca. 100 Fr/s, AS2!, Giotto, Photoshop

Für Saturn gilt: Baader IR-Passfilter ca.35% Beimischung, 2000/7000 Frames pro Kanal, ca. 50 Fr/s, AS2!, Giotto, Photoshop

Viele Grüße,
Oliver :cool:

 
Hi Oliver,
tolle Aufnahmen. Saturn mit den Monden am besten, aber auch der Mars Klasse.

Gruesse
Claude
 
Moin Oliver,
ich schließe mich meinen Vorrednern an: Exzellente Aufnahmen!

Wahnsinn, diese Vielzahl an Detals auf dem doch recht kleinen Marsscheibchen mit seiner ausgeprägten Phase.

Der Hammer ist aber Saturn mit seinen Monden :super:
Hier kann man im Norden des Planeten ganz deutlich das Hexagon erkennen.
 
Hallo zusammen, vielen Dank! (-:

@Michael: Gruß zurück! (-:

@Torsten: ich habe noch zu erwähnen, dass ich seit der ASI120MM regelmäßig Firecapture nutze. Inzwischen lässt sich der Ausschnitt aus dem Videofenster bei mehr als 100% ja auch an die relevanten Stellen schieben. Insgesamt ist die Software wirklich super zu bedienen. Ganz großes Lob und vielen Dank für die Weitergabe Deiner Software an uns Amateure!

Viele Grüße,
Oliver
 
Hi Oliver

tolle Bilder!


16" leisten zusammen mit deinen Aufnahme- und Bildbearbeitungskünsten ne ganze Menge! ;)

Ich sehe es eher etwas anders, was die Manupulation der Bilder durch die EBV angeht. Von mir aus könntest Du ruhig richtig IR reinmischen, sodass die Atmosphäre des Planeten so richtig ihre Strukturen zeigt. Ich sehe das gar nicht soo sehr als eine Verfälschung an, eher als ein Sichtbarmachen der inhärenten Strukturen.

Bei den Monden bin ich allerdings skeptisch. Mir gefällt das Bild sehr, es ist toll aufbereitet und zeigt die Situation sehr exakt. Allerdings übt es so die Funktion einer Simulation aus. Das Zusammenfügen der länger belichteten Aufnahme und die perfekt runden Monde wirken künstlich, als wäre es eine Simulation aus einem Astroprogramm. Da wäre mir eine "ehrliche" unveränderte Aufnahme mit überstrahltem Saturn lieber, denn diese erfüllt den gleichen Zweck. Die andere Version sieht natürlich super schön aus, das hat natürlich auch was.



Viele Grüße,
Christian
 
Hi Oliver,

bei der Winkelausdehnung vom Mars ist das ein super Ergebnis und der Saturn ist nun wirklich der Wahnsinn! Die Bearbeitung ist nach meinem Empfinden auch deutlich schöner gelungen als bei der Aufnahme vom 25.5. Die farblichen Abstufungen in den Wolkenbändern sind wiklich klasse und der Ring wirkt natürlich und nicht ausgestanzt.

Viele Grüße,
Jan-David
 
Hallo Oliver,
wunderbar. Beid Bilder sind außergewöhnlich gut, haben viel Details und sehr ausgewogene Farben. Die Saturn-Monde sind das Sahnehäubchen.
 
Hallo Jens, Christian, Jan-David und Carsten, ganz vielen Dank! (-:

@Christian: Danke für Deine Überlegungen zum Thema "Bildbearbeitung". Das Beimischen von IR habe ich ja bereits gemacht, nur zu viel sollte es auch nicht sein, weil sonst die Farbgebung arg von meinem "Soll" abfällt. Wenn es die Auflösung zulässt mache ich am allerliebsten reine RGBs. Mit den Monden, da kann ich gut mit leben. So wie ich es mache kommen letztendlich Informationen aus beiden Aufnahmen zusammen. Durch die deutlich längere Belichtung gegenüber dem kurzbelichteten Saturn haben die Monde natürlich eine ganz andere Schärfe (nämlich gar keine...*heul*!!!), so dass die Bilder ohne weitere Retusche zusammen einfach nur blöd aussehen. Das Originalbild der längeren Belichtung hat natürlich auch seinen Reiz - keine Frage - aber es entspricht halt nicht dem, was ich für mein "Zielbild" verwenden möchte. Hier das Langzeitbild, damit man mal was vor Augen hat: https://dl.dropboxusercontent.com/u/83801678/Saturn20140618Monde-langzeit.jpg

@Jan-David: ich habe etwa gleichstark geschärft. Es ist einfach das Seeing besser gewesen und es wurden minimal mehr Frames gemittelt. Es freut mich, dass auch Dir das jetzt so gefällt.

Viele Grüße,
Oliver
 
Hallo Oliver,

Dank Dir für diese spektakulären Bildergebnisse - mit solchen Anblicken der Planeten erfreust Du gewiss ganz nachhaltig das Herz jedes Astroamateurs!

Erstaunlich finde ich insbesondere die Wiedergabe der filigranen Strukturen auf dem inzwischen ja nur noch winzigen Mars, und die Animation unterstützt in erfreulichem Maße die Glaubwürdigkeit der Detailzeichnung.

Saturn zeigt klar die Encke-Teilung, die Schattierungen des B-Ringes kommen sehr gut, und die Farben sind fein abgestimmt. Bei den Monden wäre es gewiss vermessen, Einzelheiten zu erwarten. Man kann sich leicht ausrechnen, dass das selbst mit 16" nicht geht. Tatsächlich sieht man hier im wesentlichen die durch die entsprechenden Lichtpunkte angestoßenen Beugungsmaxima mit der dem Auflösungsvermögen des Teleskops entsprechenden Breite. Das hatte ich schon einmal anhand einer eigenen Aufnahme in der vorausgegangenen Saturn-Saison analysiert und versucht, die Größenverhältnisse zwischen den Monden und dem Planeten zumindest ansatzweise aufeinander abzustimmen.

Besonders erfreulich finde ich, dass wir hier teilhaben können an der Leistung eines 16" Teleskops, die ja nur bei angemessen guten Sichtbedingungen zur Wirkung kommen kann. Vielleicht könntest Du mit der ASI bei optimaler Brennweitenankopplung noch einen Faktor 3 in der Belichtungszeit zugunsten der Abbildungsschärfe gewinnen. 4 m sollten nach meiner Einschätzung bei der hohen Kameraauflösung von 3,75 µm bei 16" voll ausreichen.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan, Danke!

Zu dem Thema möglichst wenig Brennweite zwecks Lichtkonzentration zu nutzen: ich bin da mit eigenen Versuchen ziemlich mit durch. Man hat zwar mehr Licht, und damit weniger Rauschen, jedoch brachte es mir nie einen Vorteil. Durch eine größere Darstellung des Planeten bereits bei der Aufnahme habe ich insgesamt eine höhere Dynamik und somit mehr Vorteile bei der Bearbeitung. Mars ist ja bereits um den Faktor 1,5x digital nachvergrößert, und kleiner soll er nicht werden. Bei kleinerer Darstellung auf dem Bildschirm habe ich trotz Nachvergrößerung des Livebildes in Firecapture mehr Schwierigkeiten, die wahre Schärfeebene zu finden. Naja, wie gesagt: einige Versuche in den letzten Jahren haben mir gezeigt, dass ich eher Nachteile kriege. Leider. Die laut Dir idealen 4,5m Brennweite sind dazu noch optisch problematisch. Eine solche Barlow lässt sich da nur schwer finden, vielleicht ein Glaswegkorrektor mit 1,2x?
Bei den Monden beziehst Du Dich hoffentlich auf das verlinkte länger belichtete Bild? Die Monde oben sind ja im ganz oben gezeigten Bild im Prinzip nur ausgestanzt und erhalten dadurch eine perfekt runde Form, die deutlich ästhetischer aussieht als das Langzeit-Wackel-Summenbild.

Zur Belichtungszeit: Bei 1/50 Sekunde ist das Seeing bereits gut "eingefroren". Viel schärfer kann es nicht werden, da letztendlich ja doch die verschieden verschwommenen Figuren gemittelt werden. Wir können da eigentlich nur auf besseres Seeing hoffen... aber das ist meine Ansicht. (-:


Viele Grüße,
Oliver
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Starhead37:
Bei 1/50 Sekunde ist das Seeing bereits gut "eingefroren".
Hallo Oliver,

da stimme ich Dir allerdings zu. Du musst dann also neben dem guten Seeing eine ganz hervorragende Transparenz der Atmosphäre gehabt haben, denn ich brauchte mit der ASI bei der verlinkten Aufnahme im vergangenen Jahr trotz f/11 und größerer Höhe des Planeten über dem Horizont 1/25 s, also glatt die doppelte Belichtungszeit wie Du mit f/17. Oder hattest Du hier absichtlich stark unterbelichtet?

Aber mal abgesehen von diesem Detailaspekt: Wenn Du aufgrund Deiner praktischen Erfahrung mit der gegebenen Hardwareaustattung derart hervorragende Ergebnisse erzielst, dann gibt es an der Dimensionierung und an dem Verfahren gewiss nichts zu "meckern", auch wenn ich meine Bemerkungen hier eher aus Neugierde gestellt hatte, d.h. um diesbezüglich Näheres von Dir zu erfahren.

Vielen Dank also für die ausführliche Beschreibung Deiner Vorgehensweise und weiterhin viel Erfolg mit Deinem "Großauge"!

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

das Histogramm war "absichtlich" auf ca. 50%. Mit Autostakkert2 kann man ja hervorragend normalisieren. Mein Ziel war es, kürzer als 1/30 Sekunde zu belichten, und das klappte dann noch so gut, dass ich auf 1/50 Sekunde runter bin. Da ich manchmal Farbprobleme hatte mit unterschiedlich lang belichteten Farbkanälen versuche ich immer alle Kanäle (also auch Blau) mit der gleichen belichtungszeit zu belichten wie Rot. Der Blaukanal wird dadurch zwar etwas rauschiger, dafür sieht er aber noch verhältnismäßig scharf aus, sofern man das so nennen kann. Vor vielen Jahren habe ich am Saturn mit der Belichtung rumgespielt. Dabei kam heraus, dass ein Bild mit Histogramm von nur so 20% oder sowas um den Dreh Belichtung nicht wesentlich schlechter aussah als ein Bild mit 50% Histogramm. Da war dann schnell entschieden wie "wichtig" es mir ist, das Histogramm möglichst voll auszunutzen. Beachte immer bei den Rohframes: wir haben nur 8 bit Kontrasttiefe. Verteilen wir die 8 Bit auf eine größere Fläche, dann haben wir da durchaus mehr von, auch wenn das Bild (im Verhältnis) unschärfer wird. Dass es anders natürlich auch geht zeigst Du uns ja regelmäßig mit Deinen nachvergrößerten Bildern. Ich fühle mich aber gerade beim Verarbeiten der Daten mit den größeren Aufnahmen sicherer. Nachvergrößerung mache ich sehr ungern. Am Mars muss ich es, damit man die Details noch besser sieht und eben weil er momentan ja wirklich [zensiert] klein ist. Für Saturn und demnächst auch Jupiter habe ich einen stimmigen Abbildungsmaßstab gefunden (diese ca. 7,2m). Deine Versuche finde ich teilweise durchaus interessant. Es macht Sinn "andere" Wege zu probieren als der Durchschnitt. Nur so kommt man weiter.

"und weiterhin viel Erfolg mit Deinem "Großauge"!" ...ja, es kommen immer wieder mal Beschwerden, dass das Teleskop zu viel Platz auf dem Balkon einnimmt und zu groß ist. Ich sehe das aber eher so, dass der Balkon zu klein ist....hihihi! (-;

Viele Grüße,
Oliver
 
Hallo Oliver,

schön, dass Du die technische Diskussion nochmal aufnimmst. Das gibt mir einmal Gelegenheit zu einer Korrektur: Die Belichtungszeit bei meinem f/11-Saturn war nämlich 1/41 s, nicht 1/25 s, aber jedenfalls länger als bei Deiner f/18-Aufnahme, obgleich man es eher umgekehrt erwarten sollte.

Ebenso wie Du habe auch ich die Erfahrung gemacht, dass die Farbabstimmung der aus den Summenbildern von AutoStakkert gebildeten RGBs weniger Nachkorrektur erfordert, wenn man alle drei Farben mit der gleichen Belichtungszeit aufnimmt, auch wenn dann der Blauauszug meistens schon recht dunkel herauskommt.

Mit der Nachvergrößerung habe ich mich auch deshalb angefreundet, weil mir inzwischen klar ist, dass das Thema Sampling-Rate nicht nur bei der Aufnahme mit gerasterten Sensoren, sondern ebenfalls bei der Wiedergabe über einen gerasterten Bildschirm von Bedeutung ist. Nach meiner Erfahrung ist ein Nachvergrößerungsfaktor von 1,5 jedenfalls hilfreich, um visuelle Beeinträchtigungen der Detailzeichnung eines Rasterbildes zu vermeiden. Ich hatte darüber anhand der Gegenüberstellung einer älteren 6"-Saturnaufnahme mit und ohne Nachvergrößerung anderswo schon einmal ausführlicher berichtet. Nach meiner Auffassung sollte man die für die Überwindung des Bildschirmrasters erforderliche Nachvergrößerung nicht bereits bei der Aufnahme mittels Barlow und unter Inkaufnahme unnötig langer Belichtungszeiten bewerkstelligen.

Deiner Bemerkung im Hinblick auf "andere Wege" kann ich nur zustimmen.

Dank und Gruß, Jan
 
Zitat von Jan_Fremerey:
Nach meiner Erfahrung ist ein Nachvergrößerungsfaktor von 1,5 jedenfalls hilfreich, um visuelle Beeinträchtigungen der Detailzeichnung eines Rasterbildes zu vermeiden. Ich hatte darüber anhand der Gegenüberstellung einer älteren 6"-Saturnaufnahme mit und ohne Nachvergrößerung anderswo schon einmal ausführlicher berichtet.
Hallo Oliver,

unsere Diskussion hat mich jetzt nochmal veranlasst, etwas genauer hinzuschauen mit dem folgenden Ergebnis:

Dieses Bild im 200%-Maßstab aus der verlinkten Gegenüberstellung

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/saturn_20050124-230629_AS536v1072md5_dSinc200itGr179x10Gr125_45e6-9e8g075_PPkhA.jpg

entstand durch 2-fache Nachvergrößerung aus dem Bild, welches im Originalmaßstab (100%) am Bildschirm in Lupendarstellung (Makroaufnahme) so aussieht:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/DSCF4690_cr_frei.jpg

Der Bildschirm ist also offensichtlich gar nicht in der Lage, ein Bild im 100%-Maßstab adäquat wiederzugeben. Denn die im 200%-Maßstab erkennbaren Bilddetails sind ja offensichtlich in der 100%-Datei vorhanden. Anderenfalls könnten sie in der nachvergrößerten Version nicht realitätskonform dargestellt werden.

Mit dieser Demonstration scheint mir die Zweckmäßigkeit einer datentechnischen Nachvergrößerung gegenüber einer optischen Nachvergrößerung mittels Barlow hinreichend begründet.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

ich musste mir bisher weder bei Aufnahmen (fokal oder verschieden verlängert) mit dem C8, dem Intes MK-91 noch mit dem jetzigen Gerät über die Bildschirmrasterung den Kopf zerbrechen. Sollte durch eine zu harte und feine Bearbeitung ein "Rastereffekt" auftreten, dann kann man den mit sehr einfachen Mitteln wieder entfernen (z.B. Gauss Radius 0,4Px 100%), denn die vorige optische Vergrößerung bis etwas in den "Leerbereich" ermöglicht ein solches Entfernen eines evtl. entstehenden Rasters nahezu (oder sogar komplett) "Echtdetailverlustfrei".
Die Praxis hat mir insgesamt immer nur eins gezeigt: nicht zu klein aufnehmen, dafür lieber das Histogramm weniger auffüllen = weniger Probleme und mehr Möglichkeiten in der Bearbeitung.

Viele Grüße,
Oliver
 
Hallo Oliver,

wieder zwei sehr eindrucksvolle Aufnahmen. Du scheinst echt Glück zu haben mit dem Seeing und konntest ordentliches Material sammeln.
Die Bildbearbeitung hat dann noch richtig gute Ergebnisse hervorgebracht.

CS
 
Hallo Oliver,

mit dem größeren Ausgangsmaterial bist Du natürlich immer auf der sicheren Seite und vermeidest Manipulationen zur Beseitigung von Rastereffekten. Andererseits verzichtest Du bei optischer Nachvergrößerung natürlich auf die Möglichkeit einer weiteren Reduzierung der Belichtungszeiten im Hinblick auf das Einfrieren von atmosphärisch bedingten Bewegungsunschärfen, und das gewinnt ja erheblich an Bedeutung, je größer das Teleskop ist, 16" sind diebezüglich schon nicht zu unterschätzen.

Gelegentlich denke ich auch über eine Aufrüstung nach, und gerade diese Überlegungen veranlassen mich zur Suche nach technischen Möglichkeiten zur Überwindung der mit der Öffnung zunehmenden Anforderungen gerade auch im Bereich der Aufnahmetechnik.

Gruß, Jan
 
Vielen Dank auch Mounty! (-:

@Jan: "natürlich auf die Möglichkeit einer weiteren Reduzierung der Belichtungszeiten im Hinblick auf das Einfrieren von atmosphärisch bedingten Bewegungsunschärfen"

--> ich: "Zur Belichtungszeit: Bei 1/50 Sekunde ist das Seeing bereits gut "eingefroren". Viel schärfer kann es nicht werden, da letztendlich ja doch die verschieden verschwommenen Figuren gemittelt werden. Wir können da eigentlich nur auf besseres Seeing hoffen... aber das ist meine Ansicht. (-:"
Mehr gibt es von meiner Seite gar nicht dazu zu sagen. Ich weiss nicht ob das jetzt gut oder schlecht ist. Wahrscheinlich eher schlecht, da ich bei den Belichtungszeiten jenseits 1/50 Sekunde kaum bis gar kein Potential sehe.

Viele Grüße,
Oliver
 
Hi Oliver

vielen Dank fürs Zeigen des originalen Mondbildes. Die Monde kommen da sehr gut durch. Mit der Retusche hat man dann lediglich nur noch die Position festgenagelt. Das ist recht viel Arbeit, also Hut ab! :-)




Dass man mehr Möglichkeiten in der Verarbeitung hat, wenn man nicht zu klein (was auch immer das heißen mag) aufnimmt, kann sehr gut sein. Ich versuche das Histogramm immer maximal auszunutzen. Ob das nun gut oder schlecht ist, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht genau :-). Jedenfalls bin ich aus reiner Bequemlichkeit in meinen letzten beiden Aufnahmen mal auf f/10 am C8 herunter gegangen mit wirklich passablem Ergebnis. Ich sehe am Saturn keinen echten Unterschied zu f/16 und größer und ich bin in der Lage am Saturn kurz zu belichten, was mir vorher nicht gelungen ist. Am Mars zeigte der Blaukanal viele Strukturen, denn da konnte ich so um die 3ms Verwenden! ;-) Meine These: Bei mäßigem Seeing und geringem Horizontabstand des Planeten nutzt mehr Brennweite nur bedingt. Ich empfinde 20ms ehrlich gesagt noch als zu lang. Meine bisher besten Ergebnisse am Jupiter habe ich bei 7ms erzielt mir sehr hoher Bildfrequenz (120fps) und sehr hohen Bilderzahlen > 20000 unter Verwendung eine Farbkamera. Ich denke, jeder hat so seine Mittelchen und Wege. Gut das nicht jeder das Gleiche macht, das wäre ja langweilig.




Beste Grüße,
Christian
 
Zitat von Starhead37:
... da ich bei den Belichtungszeiten jenseits 1/50 Sekunde kaum bis gar kein Potential sehe.
Hallo Oliver,

es macht gewiss wenig Sinn, in dieser Frage zu insistieren, weder in der einen noch in der anderen Richtung, solange Du derart überzeugende Ergebnisse mit den aus meiner Sicht relativ langen Belichtungszeiten erzielst, und wir keine unmittelbaren Vergleiche zur Hand haben.

Da sich hier möglicherweise außer uns beiden auch andere Leser für das Thema interessieren, möchte ich an dieser Stelle doch gerne noch auf eine vergleichende Belichtungs-Studie am Mars hinweisen, siehe dortige Eingabe #902420 - 2012-03-11 23:50:31, die anhand eines praktischen Beispiels deutlich macht, dass Belichtungszeiten um 5 ms bereits bei 10" Öffnung durchaus sichtbare Vorteile gegenüber 30 ms bieten können.

Ich werde der Frage weiterhin versuchen auf den Grund zu gehen, nach Möglichkeit auch wieder durch geeignet erscheinende Vergleichsexperimente.

Dank Dir jedenfalls, dass Du Dich hier auf solche Diskussionen einlässt, und verstehe mich bitte recht, dass ich meine Gedanken nicht im Sinne einer negativen Kritik an Deinen zweifellos hervorragenden Ergebnissen anbringen will, sondern - im Gegenteil - auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten zur Ausnutzung des Leistungsvermögens insbesondere von Teleskopen mit überdurchschnittlich großer Öffnung. Da betrachte ich Deinen 16-Zöller naheliegenderweise als ein willkommenes Zielobjekt. :/

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

@Christian:
"Dass man mehr Möglichkeiten in der Verarbeitung hat, wenn man nicht zu klein (was auch immer das heißen mag) ..."
--> ich meine damit immer etwas über der theoretisch sinnvollen Minimalvergrößerung zu liegen. Jan hat hier irgendwo einen Wert für 16" von 4,5m genannt, und ich liege hier bei 7,2m z.B.. Ich würde mich aber auch noch mit 6m zufrieden stellen lassen, kürzer aber wirklich nicht mehr. Ich hoffe das beantwortet Deine Klammer ein wenig (?!). Mit einem C8 am Saturn muss man mit der Brennweite ziemlich runter gehen, ja. Die Abbildung wird dann zwangsweise kleiner. Ich habe Saturn oft mit dem MK-91 erwischt, und da ist der Blaukanal regelmäßig ziemlich abgesoffen. Ist halt ein Kompromiss dann.


@Jan:
"und verstehe mich bitte recht, dass ich meine Gedanken nicht im Sinne einer negativen Kritik an Deinen zweifellos hervorragenden Ergebnissen anbringen will, sondern - im Gegenteil - auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten zur Ausnutzung des Leistungsvermögens..."
--> genau so verstehe ich es und nicht anders, keine Sorge!!! (-:

Übrigens solltest Du Dir für Deine Vergleichsexperimente unbedingt mal einen 50/50 unpolarisierten Strahlteiler anschaffen und zwei identische aktuelle Kameras (SW). Nur so kannst Du sicher zwei unterschiedlich belichtete Bilder vergleichen. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass auch unmittelbar nacheinander aufgenommene Videos völlig unterschiedliche Qualität haben können. Daher ist dann eine große Unsicherheit vertreten. Oder man müsste wirklich abswechselnd je 10 Aufnahmen länger belichten/kürzer belichten im Wechsel.

Viele Grüße,
Oliver
 
Zitat von Starhead37:
Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass auch unmittelbar nacheinander aufgenommene Videos völlig unterschiedliche Qualität haben können.
Hallo Oliver,

der oben zitierte Belichtungsvergleich am Mars basiert auf ein und derselben Sequenz von 10 aufeinander folgenden Frames, die ich mit jeweils 5 ms Belichtungszeit im Abstand von 30 ms aufgenommen hatte. Ich habe dann jeweils 2 bzw. 3 aufeinanderfolgende Frames aus dieser Serie aufaddiert, um zumindest ansatzweise den Verlust an Detailschärfe zu simulieren, der sich bei Belichtungszeiten von 30 bzw. 60 ms durch Überlagerung ergibt.

Bei einer durchgängigen Belichtung von 30 bzw. 60 ms wären die Bilder vermutlich noch erheblich unschärfer herausgekommen als bei der Überlagerung von lediglich 2 bzw. 3 kurz belichteten Frames. Innerhalb von 30 ms bekommt man ja mit einer schnellen Kamera 6 mit 5 ms belichtete Bilder übereinander. Meine damalige Kamera konnte leider nur 30 fps, mit der ASI könnte man solch einen Test heute bei 200 fps gewiss sehr viel realitätsnäher wiederholen.

Ich gehe mal davon aus, dass ich bei dem gewählten Überlagerungsverfahren "wissenschaftlich" auf der sicheren Seite gelegen habe. Der Aussagewert des Vergleichs erscheint mir mindestens ebenso hoch, wie wenn ich mit zwei voneinander unabhängigen Kameras aufgenommen hätte. Wie siehst Du das?

Gruß, Jan
 
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Hallo Jan,

"Wie siehst Du das?"
--> bei 1/30 Sekunde ist noch was zu holen, das ich richtig und das habe ich beim Intes MK-91 z.B. bei Jupiteraufnahmen gemerkt. Aber mach doch den gleichen Test mal mit 1/50 Sekunde vergleichend zu 1/100 Sekunde. Da wird sich kaum bis gar nichts mehr bessern. Wenn wir mehr Schärfe wollen müssen wir das Seeing auf anderem Wege "überlisten" als mit den Belichtungszeiten.

Viele Grüße,
Oliver
 
Zitat von Jan_Fremerey:
... das werde ich gerne bei nächster Gelegenheit versuchen. Mit einer 200 fps Bildfolge aus der ASI sollte sich das leicht bewerkstelligen lassen.
Hallo miteinander,

das ging nun schneller als erwartet, da ich nämlich auf das vorhandene, mit 216 fps aufgenommene Rot-Video zurückgreifen konnte, aus dem dieser Mars vom 17.04.2014 entstand. Hier ist zunächst ein 32 Frames umfassender Ausschnitt in GIF-Form und 40-facher Zeitlupe aus dem Original-Video:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Mars_140417_fr55-87_32x200ms.gif

Von den 32 Originalframes habe ich jeweils 4 aufeinanderfolgende aufsummiert und daraus eine 4x langsamer laufende GIF-Datei zusammengestellt:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Mars_140417_fr55-87_je4_8x800ms.gif

Die zweite Animation sollte also weitestgehend die Bildqualität wiedergeben, wie ich sie mit 54 statt 216 fps erhalten hätte. Man erkennt bei genauerem Hinschauen, dass das schnelle Originalvideo blickweise viel feiner durchgezeichnete Frames enthält. Diese wären in einem zur gleichen Zeit mit 54 fps aufgenommenen Video infolge der 4-fach längeren Integrationszeit unwiderruflich "vergraben" worden ohne jede Chance, von einem Stackprogramm erkannt und herausgefischt zu werden.

Gruß, Jan
 
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Hallo Jan,

so ganz sicher wäre ich mir bei den Details nicht. Die kürzeren Belichtungen enthalten einfach sehr viel mehr Rauschen gegenüber den gemittelten Frames. Ich denke es wäre interessanter hier ganze Summenbilder von z.B. 2000 gemittelten Frames zu vergleichen. Und dann sind wir sehr schnell wieder beim alten Thema Seeing. Das Problem unserer Stackingprogramme ist, dass sie die sehr kurz belichteten Frames nunmal irgendwie überlagern müssen. Das tun sie dann auch einfach, ohne jedoch die Strukturen vorher zueinander zu "entzerren". Klar kriegen unsere derzeitigen Programme das einigermaßen raus durch das Setzten sehr vieler kleiner Referenzpunkte. Doch je kleiner die Referenzpunkte werden, desto mehr Unsicherheit haben die Programme beim Ausrichten der Framesschnippsel zueinander. Programmtechnisch könnte ich mir daher eher einen Fortschritt bei sehr kurzen Belichtungen vorstellen, wenn man jeden Einzelframe aus einem Video nicht - wie momentan - zerhackt, sondern ihn zu einem vorher berechneten Mittelwertbild ENTZERRT (und dann erst zerhacken und die scharfen Bereiche Stacken).
Mittel mal ein ganzes Video. Dann wird der Unterschied zwischen 1/50 und 1/200 wieder sehr klein. Problem bei Deiner obigen Darstellung ist, dass direkt aufeinander folgende Frames überlagert werden. Unsere Programme überlagern jedoch die zueinander am besten passenden Frames. Das macht den Unterschied.

Viele Grüße,
Oliver
 
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