Meade Newton 114/1000: lohnt sich?

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Hi Alexander,
Da wäre man mal wieder bei der GoTo-Frage ;-). Meine persönliche Meinung ist, dass GoTo nicht notwendig ist. Für diese 400 Euro könntest du einen guten Dobson mit viel Öffnung oder auch einen "normalen" 114/900er mit allem nützlichem Zubehör kaufen, d.h. ohne GoTo könntest du deutlich mehr Optik haben. Du musst dich also entscheiden, ob dir der Bedienkomfort oder die Qualität der Optik wichtiger ist.
Gruß, Gardalon
 
Hi Alex,

die 114/1000 Optiken mit dem kurzen Tubus sind keine reinen Newtons. Da sie sehr schwer zu justieren sind, sind sie für Einsteiger gänzlich ungeeignet.
Auch wenn die Optik justiert ist, hat sie es schwer mit einem Newton 114/900 mit voller Baulänge mitzuhalten.
Immer drauf achten: Beim Kauf von Newton-Teleskopen sollte der Tubus immer auch in etwa so lang wie die Brennweite sein. Vielleicht etwas kürzer, aber niemals nur halb so lang wie bei diesem Gerät. Erst in einer anderen Preisklasse wird diese Optikbauart etwas besser, und bei diesem Gerät geht ja leider eine Menge Geld in das Goto-System.
Ich habe diesem Erfahrungsbericht über ein Gerät geschrieben, das mit hoher warscheinlichkeit eine identische Optik hat. Daß dieses Gerät zu 2001 für 300,- DM zu haben war (als Paket mit Montierung+Zubehör aber ohne Goto), zeigt wieviel Geld in die Computersteuerung fliesst.

Hier auf dem Board sind ja die Goto-Diskussionen noch ganz oben. Kein Grund, das hier zu wiederholen. Aber lesen solltest Du diesen Thread auf jeden Fall mal.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

es handelt sich bei dem Teleskop um eine "Kombination" von Spiegel und Linsen, so dass es hierbei nicht um einen "echten" Newton handelt. Nur unter dieser Voraussetzung können 1000mm Brennweite in den kurzen Tubus untergebracht werden. Diese Tatsache macht vor allem das Justieren nicht ganz einfach. Auch solltest Du darauf achten, dass das Teleskop nicht allein die Nachteile von Spiegeln und Linsen summiert. Das soll selbstverständlich keine Wertung dieser Optik sein! Es ist wie immer die Frage, was sucht man? Ich würde die 400 Euro anders investieren aber das ist eine Einstellungssache. Für den gleichen Geldbetrag bekommst Du 8" Dobson Öffnung oder die Optik auf einer soliden parallaktischen Montierung (ohne Goto). Wenn es Goto sein soll, würde ich mehr Geld investieren.

Grüße, Christoph Lohuis.

NightSky - Zeitschrift von Amateuren für Amateure
 
Hallo Alex

Also um deine Frage auch noch mal kurz zu beantworten:
Nein, ich würde sagen, dass sich dieses Gerät nicht wirklich lohnt.
Ein Newton Spiegelteleskop mit 114mm Öffnung ist schon ein feines Gerät, aber dann nur ein klassisches mit längerer Bauweise. Diese Geräte sind dann mitunter auch schon verdammt leistungsfähig.
Hinzu kommt eben, dass bei dem von dir vorgeschlagenen Gerät zuviel Geld in die Elektronik fließt, hinzu kommt noch ein wackelkandidat als Stativ.
Im Prinzip ist eine stabile Einheit aus Stativ und Montierung wichtiger als das Fernrohr da drauf! Ist gerade für einen Anfänger wohl schwierig zu begreifen, aber wenn du mal an einem tollen Fernrohr auf Wackelstativ gearbeitet hast wirst du mir zustimmen.
Willst du einen schönen 114er Newton haben, der dir schon eine Menge zeigt und auch über schon robustere Mechanik verfügt, dann könnte ich dir z.B. SOWAS HIER empfehlen!

Das ist eben ein klassischer 114mm Newton, mit 910mm Brennweite auf einer aufrüstbaren Montierung. Damit ist am Planeten schon eine Menge zu sehen und auch im Deep Sky Bereich kommt da schon was, wenn der Himmel nicht allzu stark aufgehellt ist. Auch die Montierung trägt das Gerät schon mit vernünftiger stabilität.

Ist also wohl in allen Belangen dem überlegen was du dir da son agedacht hattest und dazu auch noch deutlich günstiger, wenn ich die Preise noch richtig im Kopf habe.

Über den Sinn der nicht immer zuverlässig arbeitenden elektronischen Positioniuerungshilfe (Goto) bei diesem Meade Gerät kann man sich streiten, aber glaub mir, du kommst auch ohne aus.


gruß,
André
 
klartext

Hi Alex!

Ich kann den Vorrednern nur zustimmen - hätte noch ein paar Erläuterungen der verwendeten Begriffe...:

"katadioptrisch" heisst ist das Wort, dass auf einen "Newton mit fest eingebauter Barlowlinse" hindeutet. Dass muss nicht schlecht sein, aber bei Geräten der unteren Preisklassen hald ein Element mehr, was seinen Fehler zum Bild beiträgt. Und: Ein Element, was eigentlich nicht unbedingt benötigt wird...
(KEIN optisches Element ist 100,0% perfekt, nicht mal die unzahlbar teueren!)

"Barlowlinse" ist eine Linse in einer Fassung (oder auch mehrere, in Kombination), die die Brennweite des Spiegels um einen bestimmten Faktor verlängert (meist 2x oder 3x) dadurch ergibt sich bei gleicher Okularbrennweite eine um den selben Faktor multiplizierte Vergrösserung.


Bei dem von Dir gelinkten Gerät ist wahrscheinlich ein 114/500-Spiegel drin, also f/4,4 ("f/" ist das Verhältnis von der Brennweite zur Öffnung) und die im Okularauszug fest eingebaute Barlowlinse verlängert um Faktor 2.

Wenn Du nicht unbedingt auf einen kurz bauenden Tubus angewiesen bist, ist ein "echter" Newton (wie z.B. der besagte 114/900) eigentlich immer zu bevorzugen.

Und wenn Du nicht unbedingt "GoTo" willst/brauchst steckst Du Dein Geld lieber in eine grössere Optik, oder in eine gleichgrosse Optik &eine stabilere, nicht computerisierte Montierung. (ist nämlich auch nur ein Teil, was kaputt gehen kann & es auch meiner Meinung nach nicht braucht...)

Fotografieren kannst Du mit DIESEM Stativ & der kaum zusätzlich belastbaren Montierung eh nur sehr begrenzt.


Stimmt schon: bei "normalen" Teleskopen ist eine gute (wackelfreie) Montierung z.T. teurer, als das Gerät, welches sie trägt!
Die "abnormalen" Geräte sind in dem Fall die Dobsons. Teleskop pur: Viel Öffnung auf einer einfach konstruierten Montierung.

Ein Gedanke zu kleinen GoTo geräten: "Was bringt eine Montierung, welche zwar exakt auf die richtige Stelle am Himmel zielt, aber die drauf montierte Optik lässt nicht viel Erkennen,
oder das Stativ zittert dermassen, dass Du beim Reinblicken den Atem anhalten musst, um keie Vibrationen in die Luft abzugeben...?"


Meine Meinung: dann lieber eine Optik, die mir vieles zeigt, wo ich z.T. sogar bei einem langsamen Schwenk zufällig drüber stolper'...
Genau das macht ein feines Dobson!
(oder auch ein gut montierter, "normaler" Newton)


Meine Einstellung zu GoTo: ICH will den Himmel geniessen, nicht "abgrasen". Ist hald Geschmackssache - ein anderer will vielleicht 2-3 duzend Objekte innert einer halben Stunde anschauen...

Grüsse, Silvio


p.s. ich habe mir aber auch schon überlegt, ein kleines, günstiges GoTo-Gerät anzuschaffen (Meade ETX70).
Dieses kann mir nämlich die Richtung zum Objekt (&mindestens die helleren Sterne in der näheren Umgebung) zeigen, damit ich meine Dobsons dann in die richtige Richtung schubsen kann... Dazu braucht es keine Spitzenoptik, ist ja nur ein "sich selber ausrichtender Sucher"...
 
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