Hallo Eichi,
da musst Du zwei Dinge unterscheiden.
1. Das Tool in Sharpcap bestimmt die Kameraparameter Ausleserauschen und Kapazität
für verschieden Gainwerte. Das braucht man nur einmal machen, wenn man nicht ohnehin den Datenblättern vertraut.
Da sollte sich ja normalerweise nichts ändern.
2. Die verlinkte Tabelle gibt die benötigte Intensität für die Erfüllung der Hintergrundlimitierung in ADU an. Das ganze Gedöns mit Bortle usw dient nur als grobe Abschätzung um die typischen HIntergrund-Intensitäten für verschiedene Szenarien darzustellen. Für die praktische Verwendung ist die Tabelle eher ungeeignet, weil viel zu viele Schätzparameter eingehen. Da ist es einfacher, den Himmelshintergrund durch eine Testaufnahme zu ermitteln.
Der Zusammenhang mit den Tabellenwerten ergibt sich aus der angeführten 5% Regel, die ihren Namen folgendem Sachverhalt verdankt: Wenn die Hintergrundintensität H gleich 10mal so hoch ist, wie das Quadrat des Ausleserauschens Nread, kann man bei Vernachlässigung des Dunkelstroms für eine Bildregion ohne Signal folgendes Rauschen berechnen:
N total = Wurzel (Nread^2+H) wobei H ja jetzt per Definition als 10xNread^2 groß sein soll, also :
N total = Wurzel (11 Nread^2) . Jetzt vergleicht man dieses Rauschen mit dem Wert, den man bei einem Detektor ohne Readnoise hätte, für diesen gilt bei gleichem Hintergrund N total = Wurzel (10 Nread^2)
Für die des Radizierens mächtigen ergibt sich dann ein Verhältnis Wurzel (11/10) = 1.048 , also etwa 5%
Der Autor der Tabelle hat nichts anderes gemacht, als diese Bedingung "H=10xNread^2" für verschiedene gegebene Himmelshelligkeiten in eine Tabelle einzupflegen.
Hat man eine Testaufnahme (zB 1 minute, natürlich korrigiert mit einfacher Dunkelaufnahme), kann man ja die Regel direkt anwenden, wenn man den Readnoise für den eingestellten Gain kennt:
Beispiel: bei gain 50 hat die ASI1600 etwa einen gain von 2.8 e- /ADU, der readnoise liegt bei 2.5 e-
Nach Formel benötigen wir 10 x 2.5^2 = 62.5 e-, die jetzt wieder in ADU umzurechnen sind: 62.5 / 2.8 = 22.3 ADU
Ein Hintergrundsignal von 23 ADU sollte somit für Hintergrundlimitierung reichen. Warum ist das jetzt noch falsch ?
Weil die Daten der ASI ja alle nochmal mit 16 hochmultipliziert werden (je nach Programm und Treiber). Somit landet man bei 368 ADU.
Man beachte aber, dass der 5% Regel (ich würde sie lieber 10xQuadrat Regel nennen) natürlich auch eine gewisse Willkür innewohnt.
(Den Dunkelstrom könnte man natürlich mit in die Formeln nehmen, oder man misst ihn gleich mit, wenn man bei der Testmessung statt Dunkelabzug nur einen Biasabzug macht.)
Gruß
*entfernt*