Meine "Monti 3-1-1" ist fertig !

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emmuttersbach

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Hallo,

nach etlichen Arbeitsstunden in meinem Keller ist meine Montierung nun fertig und bereit zum First Light. Aber genau heute musste es ja bewölkt sein :-(

Eine "kurze" Beschreibung der Monti gibt es hier

Viele Grüße
Matthias
 
Hallo Matthias,
da ist es Dir gelungen, eine leichte und sehr kompakte Monti mit kurzen Hebeln zu bauen. Die Monti sieht jedenfalls so sehr gut aus!

CS. Frank
 
Hallo Matthias,

ein sehr schönes Selbstbauprojekt ! Macht einen soliden Eindruck und scheint gut durchdacht zu sein... Bin mal auf dein First-Weight gespannt !

Gruß
Torsten
 
Hi,

Astro-Wetter ist ja nun nicht gerade. Trotzdem konnte ich schon mal kurz ein paar Sternchen und Jupiter anpeilen - zwischen den Wolkenlücken.

Natürlich fallen einem gleich mal die Schwächen auf und die Fehler, die man so gemacht hat. ZB ist das Schneckenlager RA etwas unterdimensioniert.
Und durch die kompakte Bauweise bleibt es auch nicht aus, dass man hier und da aneckt, wenn man nicht aufpasst.

Aber im Großen und Ganzen bin ich sehr, sehr zufrieden (ich schreibe ganz bewusst nicht "begeistert" - wer weiß was noch kommt!). Die Nachführung läuft exakt (muss die Monti allerdings noch einscheinern).

Und Schwingungen - was ist das? :cool: :
Die Monti bestückt mit einem SKM 127, einem MAK 90/500 + EOS 300D auf einer Doppelschiene (Nutzlast ca. 8kg) und 4kg Gegengewicht (musste ganz ans Ende der Stange, da ich nur die 4kg habe!) wollte ich mal die Ausswingzeit "messen". Aber ich bin beim Zählen immer gerade mal bis "Ei" von "Einundzwnzig" -also weniger als 1/4 Sekunde- gekommen - dann stand alles wieder vollkommen still.

Natürlich ist das noch nicht DIE Last, die angepeilt ist:
Es soll in nächster Zukunft ein 8" F/4,5 Newton von Orion UK raufgeschnallt werden (hat vielleicht jemand einen "übrig"?) + Leitrohr oder Aufnahmeoptik, auf einer Doppelschiene. Der Newton hat eine Baulänge von 860mm (länger geht leider nicht, sonst muss ich mich zum Beobachten mit einem Sicherungsseil über die Balkonbrüstung lehnen :biggrin:) und wiegt ca 7,5kg. Dazu die maximal ca 4,1kg Leitrohr/Aufnahmeoptik und 0,6kg Kamera - macht dann mit Kleinkram ca 13kg, was an Nutzlast zu erwarten ist. Die Gegengewichte peile ich mal mit 10kg an.

Wenn das alles mal soweit ist, wird sich zeigen, wie gut meine Monti wirklich ist und ob evtl noch mehr geht ?)

Soweit erst mal,
Gruß
Matthias

PS.: Wer hat denn da seinen Teller nicht leer gegessen..., das ist doch kein Wetter nich :mauer:
 
Hallo Matthias,
sehr schöne Monti ist dir da Gelungen! :super:
Auf jeden Fall scheinst du deine Drehbank im Griff zu haben.
Mal ein Frage:
Ist die Polhöhenverstellung mittels der "Langlöcher" und den 2 Schrauben/Bolzen praktikabel?Sieht etwas fummelig aus - andererseits setzt du die Monti meistens(immer?)am selben Standort ein,dann spielt das natürlich keine Rolle.
Andererseits wäre es schade dieses schöne Stück vor dem Rest der Astrowelt zu Verstecken ;)
Grüße Rainer
 
Hallo Rainer,

DANKE! -

- aber ich verstecke doch gar nichts ;)
Immerhin habt Ihr sämtliche Optionen offen, mich nach Zeichnungen usw zu fragen.
Ich wäre auch bereit, ein paar Teile zu fertigen (wenns nicht überhand nimmt - versteht sich).

Schließlich habe ich ganz bewusst das gesamte Projekt zur Nachahmung im privaten Bereich freigegeben. Kommerziell schiebe ich aber einen Riegel vor - es sei denn, ein Hersteller zahlt einen Obolus.

Die Polhöhenverstellung ist wirklich nicht der Reißer. Die Monti ist aber auch stationär aufgebaut auf eine Säule. Bin gerade dabei sie einzuordnen (wenns Wetter mal mitspielt und ich nicht zu müde bin).
Natürlich könnte man jetzt eine Feinverstellung anbauen. Aber ich brauche die nicht, wenn das Ganze einmal steht :biggrin:

Die 4 (2 auf jeder Seite!) Klemmschrauben sind Pflicht, wegen der Stabilität - was sich bis jetzt auch richtig gut bewährt hat.
Die entscheidendsten Stellen, die die Stabilität beeinflussen, sind gerade zuerst in der Lagerung der Polhöhe zu finden. Das gilt für fast alle Montierungen, die ich kenne. Wenn man hier knausert, ist der ganze stabile Überbau umsonst. Deswegen habe ich mich für diese Variante entschieden.

Das Resultat ist, dass ich gegen die Stange oder das Teleskop "donnern" kann, ohne nennenswerte Schwingungen aufzubauen. Und im Mess-Okular ist der Stern genau dort, wo er vor dem "Donnern" war.
("Donnern" meint: mit 3 Fingern sehr kräftig anschlagen.)

Was mir auch noch nicht gefällt ist die Klemmung in RA. Hier sind deutliche Verbesserungen notwendig.
Sie funktioniert, aber nicht so, wie ich es haben möchte.

Gruß
Matthias
 
Hallo Matthias,
wenn du die Monti mal "richtig" (also im Einsatz) Testen konntest wäre ich an deinem Eindruck sehr Interessiert.
Grüße Rainer
 
Hallo Rainer,

lass mich doch die Monti erst mal einordenen. Ich bin noch nicht so weit.

Was ich schon weiß ist, dass die Motoren der EQ6 zu schnell laufen. Vielleicht nur bei mir.

Des weiteren ist das Getriebespiel der EQ6-Antriebseinheit sehr viel zu groß. Die haben dort im "Gear" x-Zahnräder verbaut mit einem Schrittmotor von 3.75°/Step.

Das ist selbst fürs Autoguiding zu viel.

Soweit erst mal.

Viele Grüße
Matthias
 
Hallo Matthias,

Genial! Sieht sehr professionell aus Deine Montierung. Leider habe ich in meinem Keller noch keine Drehmaschine gefunden.:-)

Kannst Du noch in Deinem Bericht anfügen, wo Du das übrige Material herbekommen hast? Also die Zahnräder und das Aluminium? Ich spiele zumindest mit dem Gedanken, mir auch eine Montierung zu bauen, allerdings gehts mehr in Richtung englische Rahmenmontierung oder Hufeisenmontierung, wobei ich noch in der Ideen-Sammelphase und Machbarkeitsstudie bin.

Weiterhin hast Du anscheinend die Tragfähigkeit der Montierung vorab zumindest abgeschätzt. Gibts dafür irgendwelche einfachen Regeln/Rechnungen, die man ohne vorheriges Maschinenbaustudium durchführen kann, um eine Montierung entsprechend dimensionieren zu können? Ich stelle mir das etwas schwierig vor, solche Hebelwirkungen in entsprechende Materialstärken umzusetzen.

Gruß
Jürgen
 
Hallo Matthias,

zu deiner gelungenen Selbstbaumontierung kann man nur gratulieren. Endlich haben die Schnecken und Schneckenrader einen entsprechenden Umbau bekommen. Durch die kurzen Hebel
ist die Montierung sicher superstabiel und bei deinen geplanten Geräten hast du sicher noch Reserven, die vom Praxistest bestätigen werden. Ich arbeite selbst im Maschinenbau und bin immer wieder begeistert, was in so mancher Hobbywerkstatt an tollen Selbstbauprojekten entsteht.
Deine Motive zum Selbstbau kann ich sehr gut nachvollziehen.
Ich habe selbst zwei Chinaklone optimiert und war immer erschrocken von der mäßigen Verarbeitungsqualität.Warum muß da immer mit minimalsten Materialeinsatz gearbeitet werden, was nur zu Lasten der Stabilität geht. Da werden Stege, Verstrebungen und Auflageflächen unnötig klein gehalten, obwohl ein wenig mehr die Funktionalität gewaltig erhöhen würde. Naja irgendwann kappieren das auch mal die Chinesen.
Ich würde vielleicht noch zwei Sachen ändern. Die Polhöhenverstellung würde ich noch mit einer Gewindspindel oder ähnichem stützen und einen anderen Namen, der die hohe Qualität wiederspiegelt, würde ich mir noch ausdenken.
Ich freue mich schon auf deine Praxisberichte und die ersten Bildergebnisse.

Gruß
Thomas
 
Hallo Jürgen,

das Alu-Material habe ich von Heinemeyer in Rastatt (in Rastatt arbeite ich) bezogen. Gibt es aber auch bei Wilmsmetall oder bei Alu-Verkauf auch in kleinen Mengen und für Privatpersonen online zu bestellen. Wobei "Alu-Verkauf.de" Alu-Rundmaterial nur bis 90mm Durchmesser anbietet - ich brauchte 100mm.
Bei Wilmsmetall gibt es außer Alu auch div. andere Materialien.

Die Zahnräder habe ich von Kremp-Wetzlar. Dort gibt es übrigens auch komplette Schneckentriebe. Dort einfach mal online einen Katalog anfordern - der ist in wenigen Tagen bei Dir.

Die Bestellungen - auch an die Firma Franke GmbH - gingen einfach per E-mail raus (mit dem ausdrücklichen Vermerk "verbindlich"). Die genannten Firmen schicken dann per Post eine Bestätigung mit Liefertermin. War alles sehr professionell abgelaufen.
!Achtung!: die Firma Franke GmbH liefert eigentlich ausschließlich ans Gewerbe. Hier vorher nachfragen.

Die Firma Franke GmbH war es auch, die mir bei den Berechnungen mehr oder weniger geholfen hat. Mehr dazu weiter unten.

Alle anderen verwendeten Materialien (Messing und Edelstahl) hatte ich im Haus - als Nachlass aus einer Firmenauflösung, wo auch die Drehbank herkommt, die Du so vergeblich in Deinem Keller suchst... :)

Und nun noch was zur "Berechnung":
Also ich habe die Monti nicht vollkommen durch gerechnet.

Als Grundlage diente zunächst nur die komplette Lagerung in RA, d.h. inklusive der an der Lagerung beteiligten Elemente - und hier speziell das Schneckenrad, das einen Einstich bekommen sollte.
Hier gilt der Wert der (Zug)Festigkeit in N/mm². Für legiertes Aluminium (davon gehe ich bei den Schneckenrädern aus!) gilt ein Wert von ca 500 N/mm², wobei 10N einer Belastung von ca 1kg entspricht. (Reines Aluminium dagegen hat einen Wert von nur 100 N/mm².)
Das heißt, dass Du an einen Draht aus legiertem Alu mit einem Querschnitt von 1 mm² ein Gewicht von 50 kg hängen kannst, ohne dass der Draht reißt (theoretisch). Die Schneckenräder haben in der Höhe des Einstichs und an der am meisten belasteten Stelle einen Querschnitt von ca 60 mm² - also 500 N/mm² x 60 mm² = 30.000 N (!) - also ca 3 Tonnen an Zugfestigkeit!

Vielleicht kannst Du Dir nun vorstellen, warum ich mit dem Rechnen aufgehört habe... . Für eine englische Gabelmontierung sollte ein dünnwandiges Rohr mit Durchmesser 60 mm ein Teleskop von 30 kg locker tragen können.

Natürlich müssten hier nun eigentlich noch vielmehr Biegemomente, Schermomente und auch Torsion (oft immer noch Torrosion genannt) beachtet werden, die auch mit dem sogenannten "E-Modul" (bei legiertem Alu 60.000 - 80.000 N/mm²) berechnet werden. Aber das konnte ich mir bei diesen zuvor ermittelten Werten dann echt sparen.
Wenn Du aber spezielle Fragen zu Deinem Projekt hast, würde ich Dir gerne zur Seite stehen und Berechnungen anstellen. Regeln gibt es nicht. Außer die, die uns die Physik vorschreibt.
Die Berechnung für die maximale Belastung des Lagers selbst hat für mich kostenlos die Firma Franke erledigt - mit Protokoll.

Immer wichtiger während der Konstruktion wurde nun auch vielmehr die Konstruktion selbst - besonders, was die Polklemmung betraf. Und wie Du siehst, bin ich da keine Kompromisse eingegangen. Das "labilste" daran ist die Klemmung... :biggrin:

Noch was zum Material:
Aluminium ist ein "Schwingungskiller" - also nicht nur wegen des geringen spezifischen Gewichtes ideal für Montierungen.
Das liegt daran, dass Aluminium kaum "fließt", also kaum elastische Verformung zulässt, wie es zB Stahl tut. Stahl ist zwar sehr fest, neigt aber viel mehr zu Schwingungen als Alu. Ähnliches - wenn auch nicht in diesem Maß - gilt auch für Edelstahl, woraus meine Gegengewichtstange gefertigt ist.

Vielleicht hab ich jetzt zum Teil an Deinen Fragen vorbei geantwortet.
Ich kann Dir ein Buch empfehlen, wo Du sehr vieles "rauslernen" kannst - ganz ohne Studium: Tabellenbuch Metall
Das habe ich auch hier und war mein ständiger Begleiter während der Fertigung der Monti. Da steht nochmal alles über Kräfte, Gewinde und (auch wichtig!) Belastbarkeit von Gewinden usw drin. Kann ich jedem nur empfehlen, ist wirklich hilfreich.

Viele Grüße
Matthias
 
Hallo Thomas,

ich muss gestehen, dass ich selbst etwas überrascht bin, wie mir die Arbeiten von der Hand gingen. Ich bin auch beeindruckt, dass sich hier ein Maschinenbauer zu Wort meldet. Das ermuntert mich auch zu neuen Taten :biggrin:
Aber es ist konkret noch nichts angedacht.

Mit der Weile trägt die Monti ein C8 mit Zubehör + einen Skywatcher 127/1500 (auf Doppelbefestigung) nebst Kamera (EOS 300D) -gesamt ca 11 kg- + 9,2 kg Gegengewicht ohne Probleme.
Aber es ist leider kein Wetter, um diese Kombi mal so richtig auf Herz und Nieren zu prüfen. :(

Was mir wirklich Sorgen bereitet ist die Gleitlagerung in DEC, die mit diesem Gewicht in Schwierigkeiten kommen könnte(!) - zumal sämtliche Bauteile aus Alu bestehen. Es gab bis jetzt wirklich noch keine Probleme - aber irgendwie traue ich der Sache nicht so recht.

Ich habe die Schneckenantriebe zunächst als "schwächstes Glied" eingestuft - vergiss es. Bei "normaler und guter" Austarierung sind sie wirklich überhaupt kein Problem und somit bestens geeignet! - wenn es um eine kompakte und doch tragfähige Montierung gehen soll.

Einen klangvollen Namen habe ich leider noch nicht gefunden - wobei mir ehrlich gesagt "Monti 3-1-1" auch nicht wirklich gefällt. Hast Du eine bessere Idee? (Aber bitte nix englisches :biggrin:)


Und nun noch was zum Thema Polhöhenverstellung:
Ich weiß, da ist keine. Die Monti wird bei mir stationär aufgestellt. Soll aber nicht heißen, dass da keine dran passt. Natürlich ist es möglich, eine Feinverstellung in Polhöhe zu realisieren. Diese wird aber nur dann notwendig, wenn die Monti flexibel eingesetzt wird - was ja gar nicht so abwegig ist!
Vorschläge und Ideen sind herzlich willkommen!

Und damit meine ich nicht nur Dich, Thomas, sondern auch alle anderen Mitleser :biggrin:

Viele Grüße und vielen Dank für Dein Feedback!
Matthias
 
Hallo Matthias,

Danke für die Material-Quellen, ich hätte nicht gewusst, dass Aluminum als Schwinungsdämpfer dienen kann, aber klar, physikalisch ist das logisch, Stahl hat ein wesentlich festeres (und damit starreres) Gitter, wodurch Schwingungen natürlich besser übertragen werden können.

Wie gesagt, mein "Projekt" ist noch in der frühen Sondierungsphase, also für eine konkrete Planung ist es noch etwas zu früh, obwohl ich schon mal versucht habe eine entsprechende Untersetzung mit anderen Zahnrädern zu errechnen. Vielen Dank für Dein Hilfeangebot, bei dringenden Problemfällen komme ich notfalls gern darauf zurück. Erstmal die verfügbaren Materialien sichten...

Noch ein gut gemeinter Rat für Deine Montierung. Ob Du eine Feinverstellung der Polhöhe brauchst kommt natürlich auf Deine Vorlieben an. Wenn Du die Montierung nur für visuelle Zwecke und Planetenfotografie einsetzen willst, dann lohnt sich der Aufwand sicher nicht. Willst Du aber auch mal etwas DeepSky fotografieren, dann rate ich Dir aus eigener Erfahrung dringend dazu, eine Feinverstellung der Polhöhe in Erwägung zu ziehen, auch wenn Du die Montierung nur an einem Ort verwenden willst. Erstens wirst Du die Montierung sicher auch mal an einen schützenden Ort lagern wollen um sie vor Witterungseinflüssen zu schützen. Bereits dabei kann man die Polhöhe versehentlich geringfügig verstellen. Zweitens ist bereits das "einmalige" Einscheinern ansonsten so schwierig, dass Du nur mit viel viel Glück die richtige Justierung erwischen wirst. In diesem Punkt habe ich jahrelang schlechte Erfahrung mit meiner (ansonsten sehr guten) Ib-Montierung machen müssen. Eine Feinverstellung für die Polhöhe ist beim Einscheinern Gold wert. Wie gesagt, für kurze Belichtungszeiten oder rein visuell kann man darauf auch verzichten.

CS
Jürgen
 
Wichtige Info zur Lagerung RA

Hallo zusammen,

es gibt wichtige Informationen, die die Lagerung betreffen.

Nachdem ich schon ein wenig rumgespielt habe und auch Lastmomente erzeugt habe, bemerkte ich plötzlich Lagerspiel in RA. Zunächst dachte ich an Wärmeausdehnung (die Monti stand in der Sonne und war warm), verwarf das dann aber wieder, weil unlogisch.
Dann habe ich mir die Zeichnungen nochmal genau angesehen.

Überlegung:
Die 4 Laufringe des Lagers sind ja rund. Aber meine Einstiche haben nicht den gleichen Eckenradius, wie die Ringe (das habe ich nicht hinbekommen). Das heißt, dass ich keine flächige, sondern quasi eine linienförmige Auflage der Ringe fabriziert habe. Dadurch können sich die Ringe in das weiche Alu eingearbeitet und damit "gesetzt" haben - was dann zum Spiel führt.
Also alles auseinandergebaut und kontrolliert und siehe da: sauber eingearbeitete Ringe und deutliche Abdrücke in den Auflageflächen der Lagerhälften.

Ich konnte das beseitigen, indem ich von der oberen Lagerhälfte 2/100 mm abgedreht habe. Jetzt läuft alles wieder spielfrei.

Man kann das mit mehreren Möglichkeiten umgehen.
1. Man nimmt die Lager mit rechteckigen Ringen (bei Franke "Serie LER"), um die Auflagefläche zu erhöhen. Man muss dann aber einen wirklich rechteckigen Einstich fertigen können.
2. Anderes, härteres Material (Stahl) für die Lager. Hier wird aber eine evtl(!) unterschiedliche Wärmeausdehnung ein Problem. Außerdem wirds wieder schwerer.
3. Man fertigt die Einstiche mit exakt dem gleichen Radius (was auch nicht so einfach wird, wenn man nicht das richtige Werkzeug hat).
4. Man gibt dem Lager von vorn herein eine gute bis "ordentliche" Vorspannung, sodass die Ringe sich richtig setzen und so die Auflageflächen grösser werden.

Ich denke mal, dass ich jetzt erst mal Ruhe habe. Es kann aber sein, dass ich nach gewisser Zeit wieder ran muss, wenn sich die Ringe weiter setzen sollten (was ich fast vermute).

Im allgemeinen bin ich trotzdem hoch zufrieden, vor allem, was die enorme Stabilität betrifft. Sicherlich ist das auch der Säule zu verdanken, auf der das Ganze steht. Aber auch durch die kurzen Hebel und die kompakte Bauweise gibt es so gut wie keine Schwingungen.

Wetterbedingt und weil ich eine 2. Baustelle namens C8 habe, sind Testaufnahmen bis jetzt flach gefallen. Aber visuell war schon ein paar mal was drin. Das C8 wird locker getragen. Wenn man aus Versehen (oder mit Absicht ;) ) an das Teleskop stößt, gibt es einen kurzen Ruckler in einem Bereich von 2 - 3/10 Sekunden, ohne dass sich das Objekt bei 400-facher Vergrößerung aus dem Sehfeld bewegt - das wars. Kein Nachschwingen, kein Vibrieren - nichts. Einfach nur weiter gucken :)

Was die Polhöhenverstellung betrifft:
Ja, da sollte dringend was passieren. Ich bin auch schon dran, was zu Überlegen. Jürgen hat Recht, ohne gehts nicht. Ich habe versucht es "so" einzuscheinern - ist bei dem Gewicht reine Glücksache. Also beim nächsten Mal gleich mit konstruieren.

Anbei noch 2 Bildchen vom Setup. Leider sind die nicht so toll geworden und der Hintergrund ist etwas irritierend.

Link zur Grafik: http://www.muba.de/bilder/Setup1.jpg

Link zur Grafik: http://www.muba.de/bilder/Setup2.jpg

Viele Grüße
Matthias
 
Re: Wichtige Info zur Lagerung RA

Hallo Matthias,

wahnsinn, was man mit noch relativ einfachen Mittel alles hinbekommten kann...gratuliere zu diesem gelungenen Projekt !

Mal so aus Interessen, welche Schrittmotoren setzt Du ein ? Interessant wäre die Kraft und ob diese das auf Dauer schaffen.

Wie funktioniert das mit der Steuerung der EQ 6 ? Die ist doch sicher von der Nachführgeschwindigkeit auf die EQ6Monti abgestimmt oder? Wie hast Du das umgerechnet und dann vor allem praktisch umgesezt? Getriebe? Weil eine Umdrehung des EQ6 Motors / Schneckengetriebes ist doch sicherlich nicht gleich einer Umdrehung bei deinem Getriebe oder?

Ich bin was Astronomie angeht Anfänger vll. mache ich hier einen Denkfehler ?

Bin Brand Neugiereig !

Gruß, Jens
 
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Steuerung an Selbstbau-Monti

Hallo Jens,

wenn man relativiert, sind meine Mittel wirklich "relativ einfach" :/

Verbaut ist zur Zeit die komplette Steuerung einer "normalen" EQ6 incl. Motoren (kein GOTO).
Der Unterschied zwischen den Schneckenantrieben der EQ6 und der Vixen GP-xx besteht in der Anzahl der Zähne. Die EQ6 hat deren 180 und die GP 144 (1,25/1). Das bedeutet, dass ich für eine korrekte Nachführung eine Übersetzung mittels Zahnräder realisieren musste. Bei mir ist es in RA ein Zahnrad mit 32 Zähnen am Antrieb und eines mit 40 Zähnen an der Schnecke geworden (1/1,25). So passt das Ganze wunderbar.
In DEK habe ich (noch!) keine Übersetzung, da diese "nur" der Korrektur dient.

Das Getriebe in RA ist original EQ6, das in DEK wurde durch ein Conrad-Getriebe ersetzt (weniger Spiel). Allerdings hat dieses eine Übersetzung von 1:100, statt der "1:131,876" der originalen Getriebe.

Die Motoren sind stark genug - auch bei schlechter Austarierung, aber nicht wirklich GOTO fähig.

@ All,
dabei habe ich sowieso noch eine Frage:
Ich will nun das Ganze autoguiding fähig machen und habe gestern den ganzen Tag versucht mich schlau zu machen. Leider mit mäßigem Erfolg.
Ich denke über die Frontplatte von VTSB nach, aber da bin ich wohl wieder an die Boxdörfer SDI gebunden - oder?
Ich sehe da nicht ganz durch als, was ich wirklich brauche. Ich habe bis dato hinter dem Fadenkreuz-Okular gehangen - was mit der Weile wirklich körperlich weh tut.

Auf dem Gebiet Autoguiding bin ich völlig grün. :confused:

(Auch interessant wäre ja "die Kleinfüßige". Aber über die werde ich mich bei denen erkundigen.)

Kann da jemand Erfahrungen mit der VTSB-Steuerung vermitteln, und mir sagen, ob ich die mit meinem Setup verwenden kann, ohne wieder neue Motoren etc. verbauen zu müssen?

Viele Grüße
Matthias
 
Die (fast) erste DS-Aufnahme mit Selbstbaumonti

Hallo zusammen,

wen es interessiert: Ich hatte endlich die Möglichkeit, mit der Monti die ersten DS-Fotos zu schießen. Natürlich musste M42 herhalten :biggrin:

Aufnahmedaten:
Datum 30.12.2008, 2 Bilder mit 122 und 553 Sekunden via EOS 350D unmod. im RAW-Format. Verarbeitet mit RWA-Shooter, Fitswork und PS7. Aufnahmegerät war ein SKM 127 mit 1540 mm Brennweite, parallel zum Leitrohr (C8). Guiding manuell.
Gewicht mit allem Drum und Dran ca 10kg.

Erste Eindrücke fotografisch: Da geht noch mehr :D

Und hier ein Bildchen:

Link zur Grafik: http://www.muba.de/Astroseiten/Bilder/M42_30122008_3-01_7_klein.jpg

Und hier bits die größere Variante.

Viele Grüße und guten Rutsch!
Matthias
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Die (fast) erste DS-Aufnahme mit Selbstbaumon

Hi Matthias,

selbstgebautes Equipment ist was schönes, finde es klasse daß deine Mühe auf diese Weise von Erfolg gekrönt wurde!!! :super: :respekt:
Hast Du schonmal überlegt als nächstes ein Teleskop zu bauen um komplett selbstgebaut zu astrofotografieren? Nach meinem Eigenbau-Newton kommt jetzt eine Monti, geht nicht gibts nicht...
Vom Fotografieren habe ich null Ahnung, mir gefällt dein Bild! Bin gespannt was uns da noch erwartet....

Viele Grüße Felix
 
Re: Die (fast) erste DS-Aufnahme mit Selbstbaumonti

Hallo Matthias,

schönes Bild. Die Monti scheint ja wirklich gut zu funktionieren.
Ich wünschte ich wäre mit meinem ganzen ganzen Selbstbaugeraffel auch schon so weit. Na ja, wenn die Steuerung erst fertig ist.

Gruß
und frohes neues Jahr!
Hans
 
Re: Die (fast) erste DS-Aufnahme mit Selbstbaumonti

hallo Matthias,

wow, ich gratuliere zu dem gelungenen Selbstbau!

Am Orionnebel fehlt mir irgendwie der Gelbanteil, hattest du einen UHC drinnen?

Oben erwähnst du dass Aluminium ein "Schwingungskiller" ist. Das sehe ich als Vibraphonist, der ja ständig auf Alulegierung rumhaut, natürlich etwas anders :-) Wir brauchen sogar einen Dämpfer wie beim Klavier, damit das nicht durcheinanderdröhnt. Aber ich weiss schon was du meinst, und besonders freut mich deine musikbezogene Signatur!

lg und klares neues Jahr,

Tommy
 
Re: Die (fast) erste DS-Aufnahme mit Selbstbaumonti

Hallo zusammen,

freut mich, dass es einigermaßen gefällt.

Den M42 habe ich "schnell mal" entwickelt. Ich bin gerade am Feinschliff. Der Gelbanteil fehlt wirklich etwas, aber ich hatte keinen Filter drin. Alles blank sozusagen.

Hier ging es ja primär um die Monti, trotzdem soll das Bild natürlich noch besser werden :D

Viele Grüße und auch von mir ein frohes und klares neues Jahr
Matthias
 
Re: Die (fast) erste DS-Aufnahme mit Selbstbaumonti

Hallo, ich nochmal,

also ich habe jetzt auch Fotos durch das C8 fokal machen können - das sieht alles sehr sehr gut aus.

Problem:
Das Guiden mit der Handbox manuell ist absoluter Mist. Es muss ein Autoguiding her. Aber wie?

Die Steuerung ist ja von einer normalen EQ6.
Laptop ist da, Webcam ist da, Conradgetriebe ist dran (RA - sollte reichen).

Kann mir mal jemand auf die Sprünge helfen, wie ich das am günstigsten realisieren kann?

Bin über jeden Tipp froh.

Viele Grüße
Matthias
 
Re: Die (fast) erste DS-Aufnahme mit Selbstbaumonti

Hallo Matthias,

Sehr schönes Ergebnis mit deiner neuen Selbstbau-Monti.
So viel Muse hätte ich leider nicht :schwitz:

Nun zu deiner Frage wie ein Autoguiding zu relisieren ist.

Ich bin mir nicht sicher ob Autoguiding in einer Achse wirklich gut funktioniert. Aber wenn du die Monti genau einnordest, warum nicht.

Wie ich in deiner PDF Präsentation sehen konnte hast du die Skywatcher Steuerung ohne Autoguider Port.

Somit brauchst du einen "externen" Autoguider Port.
http://www.teleskop-austria.at/prod.php?tid=15&lng=de#ccd-autoghb-hu
Ich habe da was bei Teleskop Austria gefunden, wobei ich nicht sicher bin ob die Box inklusive Autoguider Port auch mit eine EQ6 Steuerung funktionieren würde. Möglicherweise gibt es auch eine elegantere Möglichkeit.

Der selbe Händler bietet auch ein Autoguider Interface an, mit dem du den Autoguider Port per Notebook und Webcam ansteuern kannst.
http://www.teleskop-austria.at/prod.php?tid=15&lng=de#ccd-autoguider-hu

viel Spass mit dem Schätzchen
 
Re: Die (fast) erste DS-Aufnahme mit Selbstbaumonti

Hi Matthias!

Alle Achtung und herzliche Gratulation zu Deiner Montierung!

Nun zu Autoguider (wenn schon ein Link zu uns gesetzt wurde):

Wir haben bereits funktionierende Bluetooth Port für Merlin und Autotrack Montierung, welche sowohl den Handbox, auch den Autoguider Port Eingang simuliert.
Die nächste Schritt wäre diese Bluetooth Box sowieso an parallaktische Montierungen anzupassen.
Info: http://www.teleskop-austria.at/prod.php?lng=de&tid=15#montz-blt-hu

Alternativ Möglichkeit ist (wie Jadran empfohlen hat) die modifikation von EQ6 Handbox. Wenn Deine Steuerung mit EQ6 wirklich equivalent, dann ein Umbau geht ganz problemlos (ich glaube, das schaffst Du auch, und ich muss dazu nicht assisitieren... wenn doch, einfach fragen)

LG: lajos
 
Re: Die (fast) erste DS-Aufnahme mit Selbstbaumonti

Hallo Matthias,

ich kann nur noch staunen über Deine Aufnahme von M42 wegen der bereits erreichten Nachführgenauigkeit - super! Wie hast Du es geschafft, Deine Montierung so gut einzuscheinern? Klingt blöd, die Frage, ich weiß. Habe meine Ib-Montierung ca. 2 Stunden lang eingescheinert (leider habe ich kein Fadenkreuz-Okular, daher habe ich mit maximaler Vergrößerung gearbeitet). Trotzdem war es mir in den 2 Stunden unmöglich, die Einstellung so genau hinzubekommen, dass über eine längere Zeitspanne keine Abweichung mehr auftrat wegen der großen Hebelwirkung des 1m langen Refraktors darauf und weil dadurch natürlich die Montierung sich nicht sehr feinfühlig justieren ließ. Meine fotografischen Erfahrungen mit M42 haben sich daher bisher auf ein 200er Teleobjektiv beschränkt, mit welchem ich aber auch nur maximal 20 Sekunden ohne Guiding belichten konnte. Ab wann musstest Du bei der Belichtung eingreifen und wie lange hast Du zum einscheinern gebraucht? Irgendwo muss da doch noch ein Trick sein? :-)

Gratuliere zu diesem Erfolg!

CS
Jürgen
 
Re: Die (fast) erste DS-Aufnahme mit Selbstbaumonti

Hallo Jürgen,
Ab wann musstest Du bei der Belichtung eingreifen und wie lange hast Du zum einscheinern gebraucht?
das Einscheinern war ja das erste Problem das ich hatte.

Die Monti steht seit etwa Juli 2008 fest auf dem Balkon auf der Säule. Das Einscheinern dauerte Wetter- und auch Zeitbedingt bis Ende Dezember. Ich habe ein Fedenkreuzokular - das mach die Sache wesentlich einfacher. Ich würde an Deiner Stelle mal darüber nachdenken, eins zu besorgen.
Das Programm WCS (Einscheinern ohne Fadenkreuzokular aber mit WebCam) habe ich nur kurz benutzt als Demo. Hat mir aber schon gut die Richtung gezeigt. Das Feintuning war dann (als die Demo abgelaufen war) halt echt fummelig.

Eigentlich ist da kein wirklicher Trick dabei, aber einen Tipp hätte ich veilleicht:
Ich würde immer damit anfangen, zuerst die Polhöhe einzustellen. Das hat folgenden Grund:
Wenn die Polhöhe nicht exakt stimmt, beschreibt das Teleskop am Himmel einen anderen Radius als der Stern am Himmel, den man beobachtet. Das bedeutet, dass die radiale Geschwindigkeit entweder zu langsam oder zu schnell ist. Auf Deutsch: Ist die Polhöhe zu hoch eingestellt und Du stellst einen Stern genau im Süden und auf dem wahren Himmelsäquator ein (90° zur Erdachse), dann scheint die Monti "zu langsam" zu laufen, weil das Teleskop nicht 90° sondern vielleicht nur 88° zu der Achse der Monti steht (wenn die Achse der Monti um 2° in Höhe abweicht), wogegen der Stern ja 90° zur Erdachse steht.
Das ergibt unnötige Fehler bei der Ermittlung der wahren Drift in DEC. Also zuerst Polhöhe ermitteln und einstellen.

Natürlich gibt es diese Abweichungen der Geschwindigkeit auch, wenn die N-S Richtung nicht stimmt. Aber diese kann man "grob" -und sogar bei Tage (Sonne im Meridian!)- viel besser einstellen, als die Polhöhe (wenn man den Polarstern nicht sieht).

Mir hat es jedenfalls sehr geholfen :)

Wenn ich in West oder Ost beobachte oder fotografiere muss ich DEC "fast" gar nicht korrigieren. Die Zeit habe ich noch nicht gemessen, bis eine Abweichung in DEC zu verzeichnen ist - dauerte mir zu lange :biggrin:

Die längste Belichtungszeit für das Bild von M42 oben betrug ja 553 Sekunden (ca 9 Minuten). Während der Belichtung wurde nur in RA korrigiert.
Was bei mir jetzt noch nicht stimmt ist die Nord-Süd-Ausrichtung. Da habe ich nach ca 8 Minuten eine solche Abweichung in DEC, die unbedingt korrigiert werden muss (bei Brennweite = 1540mm fotografisch).
Trotzdem ist mir durch das C8 fokal folgendes Foto eines Ausschnittes der Plejaden gelungen:

Link zur Grafik: http://www.pic-upload.de/thumb/04.01.09/nyfg23.jpg

Diese Aufnahme besteht aus 5 Einzelaufnahmen (185, 205, 400, 169 und 196 Sekunden) ebenfalls mit EOS 350D unmodifiziert. Nachgeführt wurde manuell durchs MAK 127/1540.
Man sieht deutliche Eier in Richtung RA - aber in DEC scheint alles IO (Norden ist oben).

Das ist wirklich nur ein Testfoto - also bitte nicht so auf die Rauschqualität schauen, Darks gibts nicht ;) Ich weiß dass es von M45 wesentlich bessere Bilder gibt.

@ All
Noch was zum Thema Steuerung: Vielen Dank für die Hinweise. Ich schaue mich gerade bei LF um. Mal sehen was da so drin ist für mich.

Viele Grüße und CS
Matthias
 
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