"Milchige" Optik in altem Vixen Refraktor

Ursus corpulentus

Aktives Mitglied
Liebe Glaser,

ein neuer - alter- kleiner Japaner hat den Weg zum mir ins Museum gefunden - ein VIXEN 60S (60/420, f/7). Das ist an sich ein richtig hübsches, kleines Spielzeug, doch dummerweise bildet die Optik "milchig" ab. Beim Blick durch das Teil sieht mein Garten aus wie die Kulisse eines Fotos von David Hamilton.
"Zärtliche Zaunpfosten" ...

Gekauft habe ich das Teil gebraucht von einer bekannten Firma mit drei Buchstaben. Es stand daneben: [Zitat] "Artikelzustand: Gebrauchtware Zustand 1 A , heist [sic!] kleinere Gebrauchspuren sind möglich, aber alles funktioniert einwandfrei".
Tut es nur eben nicht; leider.
Da es bereits das zwei Mal ist, dass ich mit dem Laden angegangen bin, spare ich mir die konsequenterweise anstehende Dikussion mit dem Verkäufer und versuche nun, das Problem auf eigene Faust zu lösen. Viel kann es eigentlich nicht sein, aber ärgerlich ist es dennoch.

Im Zentrum ist das Bild leidlich scharf, zum Rand hin wird es irgendwie neblig. Die Optik ist, bis auf ein bisschen Staub, in der Durchsicht klar und augenscheinlich ohne Pilz, und alles scheint dort zu sein, wo es hingehört. Auch die kleinen Abstandsplättchen sind vorhanden und ebenfalls da, wo sie (wahrscheinlich) sein sollen. Ich habe die komplette Optik vom Tubus abgeschraubt und freihändig ein Okular dahintergehalten - mit demselben Ergebnis.

Wäre es möglich, dass ein (unbegabter) "Heimwerker" beim Reinigen die Gläser, beziehungsweise deren Blickrichtung verkehrt herum eingebaut hat?
Oder hat jemand von Euch spontan eine andere Idee?
Und - ultimativ - kann mir jemand helfen, das zu richten? An Altglas traue ich mich nicht ran ...

Danke im Voraus und schöne Grüße,
Ursus bilitis
 
Hallo Ursus,



was genau meinst Du mit milchig, unscharf oder eher trübe wie durch reichlich Streulicht versaut?

Setz doch bitte Mal ein Foto oder zwei von dem Objektiv hier rein, am besten schräg von vorne mit Reflexen einer Lichtquelle. Evtl kann man dann anhand der Reflexe erkennen ob da was unsinnig zusammen gebaut wurde.


Viele Grüße Felix
 
Moin Ursus,
Ich hatte mal Probleme mit einer Barlowlinse.
Neu gekauft bei einem anderen Händler. Das Teil war top ok.
Dann hatte ich mir eine Baader FCC gekauft und nur noch diese benutzt.
Die andere Barlow lagerte Jahre verschlossen in einer Plastikschraubverschlussdose im Haus.
Als ich die alte Barlow verkaufen wollte, stellte ich einen milchigen Belag fest.
Darüber war ich etwas verwundert, da gut Aufbewahrung.
Ich ließ sie reinigen und siehe da, es handelte sich um Feuchtigkeit die durch die Dichtungen gezogen wurde und sich innen ablagerte. Kein Pilz oder andere Verschmutzung.
Die Linse wurde total auseinandergenommen. Wieder richtig zusammengebaut und war wieder perfekt.
Die Vermutung war, dass bei der Produktion die Ringe/Dichtungen nicht 100%ig ordnungsgemäß geschlossen waren.
Vielleicht hilft dieser Hinweis.
Viel Glück bei der Aufarbeitung
Grüsse Markus
 
Moin ins Auenland,
wenn Du die Optik schon auseinander hast, warum nicht den Versuch mit umgekehrtem Einbau wagen und testen? Kann ja nichts kaputt gehen. Die Idee, dass das Glas verkehrt herum drin saß, ist nicht abwegig.
Was hattest Du denn am Auszug? Nur Okular, oder & Prisma/Spiegel?
 
Hallo Urs, klingt fast so wie beim meinem Novalux 415 (siehe meine PN vor einiger Zeit). Hat ja fast die gleichen Daten das Teil. Bei mir tritt das Problem nur bei höheren Vergrößerungen und am Tag auf (20 fach ok. Wenns größer wird, wirds trüber). Nachts nicht. Am Mond ist alles ok. Hast du schon am Sternenhimmel getestet?

VG Mark
 
Liebe Hobby-Glaser,

vielen Dank für die Tipps! Klingt alles interessant und da muss ich mal weiter nachhaken.
Mit Beobachten kann man es bei uns seit ich weiß nicht wie vielen Wochen praktisch komplett knicken. Keine Chance, nicht mal auf den $&%§§-Mond!

Die Suche geht weiter.

Grüße,
Urs
 
Hallo Urs, mein Beileid - vielleicht hilft das Drehen bzw. Wenden der Linsen wirklich. Hatte so etwas bei diversen 80/1200er, wo Vorgänger vermutlich nach Reinigungsversuchen, die Linsen falsch herum wieder eingebaut hatten. Ich hoffe, Du hast für das kleine Leitrohr nicht zu viel bezahlt. Wenn wir denselben Laden meinen : da wird gern in Superlativen getextet;) Als ich noch jung und dumm war ( heute bin ich alt und dumm ) fiel ich dort auf das Angebot eines Meade 127 NT/500 rein, der vollmundig als "Planetenkiller" beworben wurde. Das Gerät hatte einen Spiegel mit 127 mm Öffnung und 1020 mm Brennweite. Im Prinzip nicht schlecht, aber der OAZ war eine mechanische Katastrophe, die Spinne quasi ab Werk 5 mm zu weit im Tubus, der FS schon viel zu klein ( vermutlich habe ich so nur 110 mm Öffnung nutzen können ) und ebenfalls alles flimsig zusammengebastelt. Ich musste das Gerät damals erst einmal mechanisch verbessern um es überhaupt nutzen zu können . War aber natürlich auch als "voll funktionsfähig" beworben worden.;)
 
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