Anette_Aslan
Aktives Mitglied
Liebe Sterndlgemeinde,
ich will ja nie wieder jammern! Also schmiß ich mich mutig in die einzig (scheinbar) freie Wolkennacht die sich seit Wochen (!) mal wieder gnädig wie ein Weihnachtsgeschenk über´s Wiener Becken ausbreitete. Alle die Teleskope zum Fest bekommen haben, konnten sich unterhalb einer Isobare, die Europa in einen bedeckten Norden (ihr Ärmsten) und einen wolkenfreien Süden (ihr Fröhlichen)teilte, erfreuen.... aber nicht lange....
als die letzten allerherrlichsten Föhnschiffchen (wir verzeichneten über 15 Grad C zu Weihnachten) verdunsteten und die Sonne im klarsten Blau unterging, wuchtete ich meinen 6 Zoll Fraunhofer auf die Montierung, stellte Tisch und Stühle auf, allerlei andere brauchbare Sachen und trank noch eine Tasse heissen Tee, bevor es bei mittlerweile minus Null gegen 19h in die Dunkelheit ging. Ein kurzes Gerangel und Verbiegen vorm Polsucher um Polaris sinnvoll zu justieren, der 5 Tage alte Mond nervte und bescherte mir nur 4,0 mg und nicht mehr. Doch mir sollte das egal sein, zu lange musste ich mit diesem Freund vorlieb nehmen, damit mir meine Teleskope nicht erlahmen und in Schwung bleiben, bei all dem Dunstgeschwader seit vergangenem Herbst.
Da Orion im Osten noch hinter Nachbars Hausdach in der Schräge lag, steuerte ich zum warm werden die Plejaden an, die sind in Notfall-Abenden stets ein zuverlässiges Freudenobjekt. Im meinem 6 Zöller allerdings sprengen sie das Gesichtsfeld, kleinere und kurzbrennweitige Geräte sind hier ratsamer.
Dafür kommen die beiden Offenen Sternhaufen M36 und 37 im Fuhrmann wie immer schön und kompakt durchs 42er Okular. Fast steil im Zenit kann man bequem auf einem Stuhl vorm Refraktor sitzen und durch das Umlenkprisma warm eingepackt, mit einer Thermoskanne daneben in deren Schönheit versinken.... das sind heilige Nächte für mich!
Da die Gelegenheit für Offene Sternhaufen gegenwärtig die Beste ist, habe ich noch M34 und 35 besucht und dann schritt ich wie die Goldmarie durchs Goldene Sterntaler-Tor von ha und chi im Perseus. Dort wird man wahrhaft überschüttet mit Sternenpower! Immer wieder erzeugt der Anblick dieser beiden Paradestücke des Weltalls ein Herzklopfen. Zum Glück ließ ich den Refraktor mit Goto laufen, sonst hätte ich mir einen Wirbel rausgehängt, denn so steil im Zenit Objekt zu suchen, die ein akrobatisches Bücken erfordern kann riskant sein. Deshalb liebe ich eine gut geeichte Montierung, die die Objekte von selbst sicher anfährt und einen freundlichst zu Tisch bittet ... ich meine vor das Okular zu Stuhl und Tisch mit Weihnachtsleckerli und Tee daneben....festlicher gehts nicht mehr....blingbling pur liefert der Himmel selbst und nicht irgend ein Baum....
Langsam kam Orion hervorgekrochen und richtete sich hoch im Osten auf um sich für seinen Meridiandurchgang vorzubereiten. Ich konnte der Versuchung nicht wiederstehen nun meine Kamera für den M42 vorzubereiten um für das Stacking-Programm ein paar RAWS und Darks zu machen. Während die Kamera arbeitete fror langsam alles zu und ich sah mehr und mehr aus wie Santa Claus mit samt meinem Equiptment. Alles verzuckerte in Eis!!! Die Sicht wurde trüber, ich beendete das ganze Prozedere so gegen 22h und nahm noch schnell den Sirius durch leichten Dunst auf.
Nach langer Abstinenz war dieser kurze Trip in die Weiten des Alls trotz schlechtem Seeings ein wahrer Wermutstropfen. Nun liegen wir wieder eingelullt in Wiener-Becken- Watte - was soll man machen? Ein Kurztrip auf die Hohe Wand (über 1000m) zeigte mir heute Nachmittag, dass es auch noch eine andere Wahrheit gibt, die Nächte dort oben sind sternenklar....doch dann fährt keiner mit mir dahin....
aufgetaute Grüsse von Anette
ich will ja nie wieder jammern! Also schmiß ich mich mutig in die einzig (scheinbar) freie Wolkennacht die sich seit Wochen (!) mal wieder gnädig wie ein Weihnachtsgeschenk über´s Wiener Becken ausbreitete. Alle die Teleskope zum Fest bekommen haben, konnten sich unterhalb einer Isobare, die Europa in einen bedeckten Norden (ihr Ärmsten) und einen wolkenfreien Süden (ihr Fröhlichen)teilte, erfreuen.... aber nicht lange....
als die letzten allerherrlichsten Föhnschiffchen (wir verzeichneten über 15 Grad C zu Weihnachten) verdunsteten und die Sonne im klarsten Blau unterging, wuchtete ich meinen 6 Zoll Fraunhofer auf die Montierung, stellte Tisch und Stühle auf, allerlei andere brauchbare Sachen und trank noch eine Tasse heissen Tee, bevor es bei mittlerweile minus Null gegen 19h in die Dunkelheit ging. Ein kurzes Gerangel und Verbiegen vorm Polsucher um Polaris sinnvoll zu justieren, der 5 Tage alte Mond nervte und bescherte mir nur 4,0 mg und nicht mehr. Doch mir sollte das egal sein, zu lange musste ich mit diesem Freund vorlieb nehmen, damit mir meine Teleskope nicht erlahmen und in Schwung bleiben, bei all dem Dunstgeschwader seit vergangenem Herbst.
Da Orion im Osten noch hinter Nachbars Hausdach in der Schräge lag, steuerte ich zum warm werden die Plejaden an, die sind in Notfall-Abenden stets ein zuverlässiges Freudenobjekt. Im meinem 6 Zöller allerdings sprengen sie das Gesichtsfeld, kleinere und kurzbrennweitige Geräte sind hier ratsamer.
Dafür kommen die beiden Offenen Sternhaufen M36 und 37 im Fuhrmann wie immer schön und kompakt durchs 42er Okular. Fast steil im Zenit kann man bequem auf einem Stuhl vorm Refraktor sitzen und durch das Umlenkprisma warm eingepackt, mit einer Thermoskanne daneben in deren Schönheit versinken.... das sind heilige Nächte für mich!
Da die Gelegenheit für Offene Sternhaufen gegenwärtig die Beste ist, habe ich noch M34 und 35 besucht und dann schritt ich wie die Goldmarie durchs Goldene Sterntaler-Tor von ha und chi im Perseus. Dort wird man wahrhaft überschüttet mit Sternenpower! Immer wieder erzeugt der Anblick dieser beiden Paradestücke des Weltalls ein Herzklopfen. Zum Glück ließ ich den Refraktor mit Goto laufen, sonst hätte ich mir einen Wirbel rausgehängt, denn so steil im Zenit Objekt zu suchen, die ein akrobatisches Bücken erfordern kann riskant sein. Deshalb liebe ich eine gut geeichte Montierung, die die Objekte von selbst sicher anfährt und einen freundlichst zu Tisch bittet ... ich meine vor das Okular zu Stuhl und Tisch mit Weihnachtsleckerli und Tee daneben....festlicher gehts nicht mehr....blingbling pur liefert der Himmel selbst und nicht irgend ein Baum....
Langsam kam Orion hervorgekrochen und richtete sich hoch im Osten auf um sich für seinen Meridiandurchgang vorzubereiten. Ich konnte der Versuchung nicht wiederstehen nun meine Kamera für den M42 vorzubereiten um für das Stacking-Programm ein paar RAWS und Darks zu machen. Während die Kamera arbeitete fror langsam alles zu und ich sah mehr und mehr aus wie Santa Claus mit samt meinem Equiptment. Alles verzuckerte in Eis!!! Die Sicht wurde trüber, ich beendete das ganze Prozedere so gegen 22h und nahm noch schnell den Sirius durch leichten Dunst auf.
Nach langer Abstinenz war dieser kurze Trip in die Weiten des Alls trotz schlechtem Seeings ein wahrer Wermutstropfen. Nun liegen wir wieder eingelullt in Wiener-Becken- Watte - was soll man machen? Ein Kurztrip auf die Hohe Wand (über 1000m) zeigte mir heute Nachmittag, dass es auch noch eine andere Wahrheit gibt, die Nächte dort oben sind sternenklar....doch dann fährt keiner mit mir dahin....
aufgetaute Grüsse von Anette