Hallo Wolf
Vielleicht noch etwas zur Klärung dieser anomalistischen Geschichte: Die mittlere Anomalie sagt eigentlich nur aus, wie gross der Winkel Perihelort-Sonne-Komet wäre, wenn der Komet mit konstanter Geschwindigkeit um die Sonne flitzen würde. Dies macht er natürlich nicht, da er sich nicht auf einer Kreisbahn bewegt. Daher weicht hier die mittlere immer von der wahren Anomalie ab. M ist daher nur eine Hilfgrösse bei der Keplerschen Gleichung und bezieht sich immer auf einen bestimmten Zeitpunkt.
Wenn Du in GUIDE bei den Kometen-Bahnelementen schaust, dann siehst Du, dass dort ein Perihelzeitpunkt angegeben wird. Da zum Zeitpunkt des Perihels der oben besagte Winkel exakt Null ist, muss dieser logischerweise auch nicht angegeben werden. Dies könnte man natürlich auch bei den Kleinplaneten so handhaben, nur spricht man dort weniger von einem Perihelzeitpunkt, sondern eher von einer Epoche der Elemente und das kann irgendwann im Laufe seiner Umrundung um die Sonne sein (also nicht zwingend im Perihel). Daher muss in diesem Fall noch M angegeben werden, damit klar ist, wo das Objekt beim Datum der Epoche stand. Schau Dir einmal die Bahnelemente eines Kleinplaneten in GUIDE an und vergleiche sie mit den Feldern bei den Kometen.
Bei Kometen die nicht periodisch sind (also Exzentritäten >= 1 haben), könnte man M überigens gar nicht bestimmen. Gleiches gilt für die Halbachse a.
Auf der Seite beim JPL wird nun im Kasten M für die elliptischen Kometen trotzdem angegeben. Das kommt daher, dass hier das selbe Format wie bei den übrigen Himmelskörper angegeben wird und so nicht zwischen Kometen und Kleinplaneten unterschieden wird. Dies erklärt auch, warum M dort fast 360 Grad oder eben 0 Grad gross ist. Die winzige Differenz kommt daher, dass zwei leicht unterschiedliche Daten für Perihel und Epoche angegeben werden. Für die Berechnung ist M also eigentlich überflüssig, wenn man sein Perihel genau kennt.
Hoffe damit alle Klarheiten beseitigt zu haben. :ironisch:
Gruss
Stefan