Miyauchi 5x32 Binon

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Schönes großes Sehfeld. Mit 900g nicht mehr ganz leichtgewichtig ("reasonably light weight" :-). Klingt für ein reines Astroglas jedenfalls interessant.

BTW: Sind das Gummiaugenmuscheln?
 
Oh ja, sehr interessant! Die Bildschärfe ist also, genau wie beim 7x50 Binon, unsymmetrisch, d.h. nach unten etwas schärfer als nach oben. Vielleicht ist das so gedacht, weil man bei der normalen Tagesbeobachtung mehr interessante Objekte im unteren Bildbereich hat als oben am Himmel. Aber andererseits ist Miyauchi doch eher auf Astro spezialisiert, wo so etwas wenig Sinn macht. Daher frage ich mich, ob diese unsymmetrische Schärfeverteilung vielleicht technische Gründe hat und irgendwie mit dem Porro II Prismensystem zusammenhängt?

Naja, vielleicht werde ich ja auch wieder schwach und bestelle mir eines :-)

Viele Grüsse,
Holger
 
Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

Ich werde meine Kaufabsicht wohl revidieren müssen: Wie Walter E. Schön im Jülich-Forum berichtet, hat es in Wirklichkeit nur einen scheinbaren Sehwinkel von 54.5° anstelle der offiziellen 66°. Es ist mir schleierhaft, wie Miyauchi, eigentlich doch nicht als Sprücheklopfer bekannt, eine solch übertriebene Angabe machen kann. Oder anders herum: Wie die es schaffen, bei diesem 900g Brocken mit riesigen Prismen und Okularen ein solch kleines Sehfeld hinzubekommen :-)

Viele Grüsse,
Holger
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

hallo Fernglasfreunde,

Das ist zwar eine andere Klasse als Miyauchi, aber ich bin ganz zufrieden mit meinem Bresser SWA 7x32. Es hat tatsächlich 13 Grad Gesichtsfeld und die ganze Lyra passt rein. Die Randunschärfe ist gewaltig, aber die Mittenschärfe deutlich besser als beim SWA 10x50 (das ich Narr auch habe) - vermutlich wegen der geringeren Vergrösserung.

Dafür habe ich eher das Gefühl eine Art Brille aufzusetzen statt ein Fernglas zu benutzen (Gesichtsfeld 90Grad!). Das ist schon was ganz anderes. Der Himmel eröffnet sich in einem neuen Massstab, man sieht ja fast die ganze Seite im Sternatlas live!

Schade dass diese Gläser nicht mehr hergestellt werden, das Angebot wird immer eintöniger. Die Hersteller sollten wirklich mal etwas Innovationsgeist zeigen, vor 30 Jahren bekam man ja bessere Gläser als jetzt (zb Dekarem mit 7,5 Grad Gesichtsfeld).

Schade dass im Miyauchi 5x32 offenbar keine zeitgemässen Okulare drin sind!

Hat noch jemand Erfahrungen damit?

lg Tommy
 
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Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

Hallo

ich habe ein Nikon Action EX 7X35 mit sehr großem Gesichtsfeld aktuell 9,3° scheinbar 65° 163m / 1000m.

Die Randunschärfe ist nicht erheblich aber doch deutlich merkbar, sodass beim Schwenken am Himmel am Rand immer "Gasnebel" (=unscharfe Sternabbildungen) aufzutauchen scheinen.

Geht Euch das auch so?
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

hallo Dietmar,

jaja geht auch so! Aber wer wie ich ein 2" TSWA 32mm am Newton f/5,7 betreibt ist den Anblick gewohnt, es sind ja eher spaghettisierte Sterne und deutlich von echten Gasnebeln oder Kugelsternhaufen unterscheidbar. Das menschliche Auge hat eine wunderbare "adaptive Optik".

gruss Tommy
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

Hallo Tommy,

bin refraktorverwöhnt, daher geht bei mir am Newton nichts ohne Koma-Korrektor

(Hofheim Dobson 200/F4 und NGT 6 150/5).

Diese Spaghetti rufen bei mir immer das Verlangen nach Fokuskorrektur hervor, welches die Beobachterruhe stört.

KK rein - und gut is.
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

Hallo Tommy,

du behauptest, dass es vor 30 Jahren bessere Gläser gab als jetzt.

Das stimmt so natürlich nicht. Sicherlich gab es damals einige Modelle mit erstaunlich großem Sehfeld. Neben dem von Dir erwähnten Dekarem fallen mir noch das Swift Audubon 8,5x44 und das Zeiss West 10x50 Porro mit 148 bzw. 130m Sehfeld ein. Diese schon damals nicht gerade billigen Gläser hatten aber - wenn man sie mit modernen Spitzenmodellen vergleicht - eine Menge Nachteile:

1. Der AP-Abstand war extem klein, man mußte mit den Augen nahezu am Okular kleben, um das volle Sehfeld zu überblicken. Folge: verschmierte Okularlinsen und damit ein unscharfes Bild. Für Brillenträger waren die Dinger völlig unbrauchbar.
2. Die Gläser waren nicht wasserdicht.
3. Das Gewicht und die Handlichkeit waren verbesserungwürdig.
4. Die Abbildung im Randbereich war durchgehend sehr schlecht.
5. Bildhelligkeit und Kontrast waren meilenweit vom heutigen Standard entfernt, da es noch keine hochwertigen Mehrschichtvergütungen gab.

Kurz und gut, die heutigen Spitzengläser sind in so vielen Bereichen deutlich überlegen, dass ich Deine Aussage überhaupt nicht nachvollziehen kann. Übrigens, mein Zeiss Victory 7x42 FL hat immerhin 150m Sehfeld, damit bin ich schon sehr zufrieden.

Beste Grüße

Manfred
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

hallo Manfred,

jaja sie hatten Nachteile, klar, und ich formuliere gerne sehr spitz. Ich frage mich aber wieso mit den heutigen Mitteln zwar sogar günstige FH und APOs mit früher undenkbaren Kennzahlen hergestellt werden, bei 10x50 aber eigentlich nichts mehr was das Dekarem erreicht oder gar übertrifft. Da ist definitiv Wüste mit Namen "114m auf 1000m"!

Gratuliere im übrigen zum Victory! Um das Geld - wenn ichs denn hätt - tät ich mir allerdings lieber einen dieser neuen TeleVue 4" Refraktoren kaufen oder einen Borg. Das Victory ist sicher ein Spitzenglas im Referenzbereich, hat aber auch nicht mehr als 60 Grad Gesichtsfeld im Okular.

Das Ethos von TeleVue hat 100 Grad, und angeblich randscharf. Das ist die Zukunft!

Ich hoffe du nimmst meine Aussage nicht persönlich und verstehst meinen Frust über das magere Angebot besser.

schöne Grüsse Tommy
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

Hallo Tommy,
falls es der Baader KK ist, dann achte genau auf den Abstand
von 55 mmm Bezugsebene KK - Feldblende Okular.
Ein Sternfreund testete den Baader KK mit TeleVue Okus (Feldblende liegt 6 mm weiter innen!) und kam wegen des dadurch bedingten falschen Abstands zu negativen Ergebnissen.
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

Hallo Manfred,

wenn Du Tommy's Lamento

"Schade dass diese Gläser nicht mehr hergestellt werden, das Angebot wird immer eintöniger. Die Hersteller sollten wirklich mal etwas Innovationsgeist zeigen, vor 30 Jahren bekam man ja bessere Gläser als jetzt (zb Dekarem mit 7,5 Grad Gesichtsfeld)"

hier im Zusammenhang mit der Diskussion um das Miyauchi 5x32 Sehfeld und in seiner ja wohl offensichtlichen Intention richtig interpretierst, dann bezieht sich die Kritik auf das vergleichsweise mickrige Gesichtsfeld heutiger Gläser.

Natürlich hast Du recht mit Deinen Punkten 1-5, und Tommy würde das wohl auch nicht bestreiten. Er sagt ja selber über sein Bresser SWA 7x32: "Die Randunschärfe ist gewaltig".

Was Tommy beklagt, und da würde ich ihm voll beipflichten, ist der Stillstand an Innovation. Warum werden die unbestrittenen Fortschritte z.B. bei der Vergütungstechnologie oder bei Okularen nicht an Porrogläsern mit echten Großfeldeigenschaften implementiert?

Wir verlangen ja hier keine Gläser, welche die existierenden Gesetze der Optik ignorieren. Aber es wäre durchaus ein Gewinn, wenn sich die Hersteller mal damit befassen würden, einige von Deinen Punkten auch für echte Großfeldgläser umzusetzen und die modernen technischen Möglichkeiten hier auszuschöpfen.

Und wenn's ganz am Rand ein bisschen unscharf wird, so kann ich gut damit leben. Schließlich haben unsere Augen von vorherein diese Eigenschaft, also was soll dieser "knackscharf bis zum äußersten Rand" Fetischismus? Zum Auffinden und zur Orientierung am Nachthimmel wäre ein Glas mit wirklich großem Feld sicherlich ein Gewinn. Dabei ist mir klar, dass nicht alle Deine 5 Punkte sich damit vereinbaren lassen. Sicherlich wird man sich damit abfinden müssen, dass so ein Glas aufgrund der erforderlichen großen Prismen und Okulare schwerer und voluminöser sein wird.

Diese Diskussion hatten wir übrigens schon mehrmals und ich weiß, dass einige von euch das anders sehen. Siehe u.a.:

Gesichtsfeld heutiger Gläser

Maximal mögliches Sehfeld: wozu?

Immerhin, das Interesse an Sehfeldern oberhalb von 10° scheint nach wie vor lebhaft zu sein, sonst hätten wir ja diese Diskussion nicht. Aber wo sind die entsprechenden modernen Gläser?

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

hallo Peter,

danke für deinen Beitrag und die Links!

Mein Bresser SWA 10x50 wiegt übrigens schlappe 900 Gramm. Das ist schon ein Plastikteil, ja, aber zeigt dass das Gewicht für ein Gesichtsfeld von 166m nicht unbedingt übermässig sein muss. Allerdings hätten sie sich bei der gewagten Okularkonstruktion ein wenig von Onkel Al beraten lassen sollen...

Im Übrigen gehts nicht darum die Gesetze der Optik zu biegen, sondern moderne Methoden der präzisen Oberflächenbearbeitung auszureizen! Da sieht man was früher ohne Computertechnik geleistet wurde! Man ist ja versucht selbst was zusammenzubasteln. Leider haben zwei Ethos einen Minimalabstand der optischen Achse von 65mm, was sie nicht für jedermanns Bino geeignet macht.

lg Tommy
 
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Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

Hallo ihr Liebhaber des weiten Winkels,

es ist ja verständlich, wenn man angesichts der häufig mickrigen Sehfelder bei den aktuellen Ferngläsern etwas frustriert ist. Der Wunsch nach einem Superweitwinkelglas unter Verwendung moderner Technik ist absolut nachvollziehbar.

Entwickeln wir doch mal in Gedanken ein solches Fernglas:

Ausgangspunkt soll das Zeiss Victory 7x42 FL sein. Dieses Glas hat einen Mitteltrieb, 150m Sehfeld, ist wasserdicht, brillenträgertauglich und wiegt knapp 800g. Der Preis liegt bei ca. 1500 €.

So, nun soll ein neues 7x42 entwickelt werden, dass ein erheblich größeres Sehfeld hat, sagen wir mal mindestens 180 m. Da viele potentielle Kunden älter ( Kaufkraft! ) und somit häufig Brillenträger und/oder Naturbeobachter sind, soll das neue Modell wasserdicht sein, einen ausreichenden AP-Abstand haben und über einen praktischen Mitteltrieb verfügen. Wie sieht nun eine solche Konstruktion aus:

1. Im Vergleich zum Victory muss man viel größere Umkehrprismen verwenden, andernfalls passt das Strahlenbündel nicht durch das Prismensystem und man erhält Vignettierung.
2. Es müssen spezielle Ultraweitwinkelokulare entwickelt werden, die trotz des riesigen Sehfelds und des großen AP-Abstands von mindestens 17mm eine sehr gute Mittenschärfe, eine brauchbare Randschärfe, eine im akzeptablen Bereich liegende Verzeichnung und ein gutes Einblickverhalten haben. Dabei muss, wegen zwangsläufigen Verwendung vieler Linsen, auf eine höchstwertige Vergütung aller Glas/Luft-Flächen geachtet werden.
Dieser Forderungskatalog ergibt mit Sicherheit ein Okular, welches nicht nur voluminös und schwer, sondern auch teuer ist.
3. Im Vergleich zum Victory wird für dieses Glas ein größeres und damit schwereres Gehäuse erforderlich sein.

Wenn man nun die o. g. Betrachtungen berücksichtigt, ergibt sich folgendes:

1. Das Superweitwinkelglas wird sehr viel schwerer als das Victory ausfallen. Als Optimist könnte man vielleicht 1200 Gramm erwarten, realistischer ist sicher ein Wert um 1500g.

2. Dieses Fernglas wird richtig teuer, ich wäre überrascht wenn es weniger als 3000 € kosten würde.

Die entscheidende Frage lautet nun: Wer kauft ein solches Fernglas?
Der Naturfreund und Wanderer sicherlich nicht. Hier sind fast ausschließlich Gläser der 500g-Klasse gefragt.
Die ( oft gut betuchten ) Jäger? Eher nicht, ihnen kommt es in erster Linie darauf an, in der Dämmerung ein möglichst helles Bild zu bekommen, das Sehfeld ist ihnen ziemlich egal. Beweis: Das traditionelle Jagdglas ist das Zeiss 8x56 Dialyt mit jämmerlichen 110m Seefeld.
Was ist mit den Vogelkundlern? Die schleppen meist neben dem Fernglas noch ein Spektiv mit Stativ durch die Gegend und wollen sich nicht mit einem so schweren Fernglas belasten, welches den Vogel auch nicht deutlicher zeigt.
Seeleute brauchen das riesige Sehfeld auch nicht, das traditionelle Seefahrerglas ist das 7x50 mit 130m Sehfeld.

Wer bleibt denn nun als potentieller Kunde? Die gut betuchten Amateurastronomen, die möglicht weitwinklig durch die Milchstraße surfen wollen und die raren Fernglasfreaks, die das ( nahezu ) perfekte Fernglas besitzen wollen, werden wohl kaum ausreichen, eine genügende Nachfrage nach einem solchen Fernglas zu sichern. Fernglashersteller wollen und müssen wie andere Unternehmen auch Geld verdienen. Ein solches nur mit hohem Entwicklungsaufwand zu verwirklichendes Projekt wie das Superweitwinkelglas würde nur sinnvoll sein, wenn entsprechende Absatzzahlen zu erwarten wären.

So schade es ist, das Superweitwinkelglas wird wohl für immer ein Traum bleiben!

Beste Grüße

Manfred
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

Lieber Manfred,

einen sehr wichtigen Bereich, der leider sehr im Aufwind ist, hast du vergessen: das Millitär, Triebkraft so vieler Entwicklungen besonders auch im optischen Bereich (Zeiss Jena...). Und da ich auch auf die Jagd gehe, und zwar auf Naturschönheiten wie Vögel und Tiere die ich gerne betrachte, weiss ich auch da den Vorteil des grossen Gesichtsfeldes zu schätzen: Man sieht auch das verborgene Tier im Nebenbusch das sich kurz bewegt. Ist mir schon mehrmals passiert: Was hilft mir hier perfekte Randschärfe wenn ich nicht bemerke was sich knapp daneben abspielt!

Deinen ganzen Überlegungen zum Trotz hat mein 10x50 bei einem scheinbaren Gesichtsfeld von 90 Grad nicht mehr als 900 Gramm (Spiegel und Prismen, also kein monolithischer Block!). Das System funktioniert also im Prinzip, nur die Okulare sind noch nicht das Gelbe vom Ei. Immerhin, als Aufsuchehilfe und zum Tiefflug durch die Milchstrasse hervorragend geeignet. Die richtigen Okulare hat Onkel Al von Televue übrigens soeben konzipiert und gebaut.

Sollte dieses Glas von Zeiss entwickelt werden, wird es sicher einen saftigen Preis haben. Da gibts ja dieses 20x60 Stabi um ich weiss nicht 5000.- Euro oder so. Von mir aus. Sobald es am Markt ist wirds auch günstiger nachgebaut, da bin ich sicher. Und das Millitär leistet sich sowieso das teuerste, warum auch nicht, zahlt ja der Steuerzahler.

Also wie du bemerkst, ist es bei mir wie bei dir: Die Seele wünscht, der Geist muss dann herumstolpern und versuchen alles zusammenzutragen damit es machbar wird. Ich bleibe Optimist!

beste Grüsse Tommy
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

Hallo lieber Tommy,

klar hat der gute Uncle Al kürzlich ein feines Okular vorgestellt, das möglicherweise gut zu unserem Superweitwinkelglas passen würde.

Aber.... hast Du auch gesehen, was es wiegt, wie voluminös es ist und was es kostet? Ein Fernglas mit Ethos - Okularen würde jedenfalls ein rechtes Monster werden.

Davon mal ganz abgesehen glaube ich kaum, dass Uncle Al tatenlos zuschauen würde, wenn irgendeine Fremdfirma seine Okularkonstruktion abkupfert.

Beste Grüße

Manfred

P.S. Frage zu Deinem 10x50: Sind die Austrittspupillen denn 5 mm groß und kreisrund?
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

hallo Manfred,

das Ethos wiegt 500 Gramm und hat ziemlich viel Luft drin laut Sky&Scope, das könne man wohl nicht 1:1 übernehmen, aber Uncle Al hätte vielleicht eine Idee wie man es schrumpfen könnte ohne zuviel Kompromisse. Ich bin auch gegen Designklau denn er hat wirklich tolles geleistet und bahnbrechende Optiken entwickelt.

Das Bresser SWA 10x50 hat 5mm AP, ist aber schon ganz leicht vignettiert. Nicht auf die bei Billigbinos übliche Weise wo man deutlich Rhomben in der AP sieht sondern polygonartig. Nimmt nicht zuviel weg, mir wäre besser Mittenschärfe lieber, wie beim SWA 7x32.

schöne Nacht noch! Tommy
 
Weitwinkel Alternativen

Hallo Manfred,

Deine Überlegungen sind zwar grundsätzlich richtig, solange man sich auf konventionelle Konstruktionen beschränkt, vernachlässigen aber die Alternativen. Vor mir liegt ein altes Leitz Amplivid 6x24, von etwa 1960, mit 212m Sehfeld. Es wiegt ganze 360g! Erreicht wurde das ebenfalls mit einer Spiegel/Prismen Kombination, um die grossen Prismen zu vermeiden. Zugegeben, dieses Fernglas ist nicht wasserdicht und die Okulare (wie damals üblich) noch nicht brillentauglich, aber auf solch eine Konstruktion könnte man doch aufbauen. Es gab damals auch ein 8x40 Trinovid gleicher Bauweise, mit etwa 180m Sehfeld, das ebenfalls nicht schwerer war als die Konkurrenzprodukte. Man hat dieses Konstruktionsprinzip schnell wieder aufgegeben, weil die Spiegel damals nicht gut genug waren (Lichtverlust), und die Justierung des ganzen Systems sich als aufwändig herausstellte.

Ich bin sicher, diese technischen Probleme könnten beseitigt werden, wenn man wollte. Viel billiger, wenn auch mit höherem Gewicht, lassen sich Weitwinkelferngläser des guten alten Porro-Typs bauen. Daher würde ich auch nicht mit einem Zeiss 7x42 starten, sondern mit einem 7x35 Weitwinkel Porro, wie es sie in den 70er Jahren noch gab, dessen Okulare verbessern, die Konstruktion wetterfest machen, und dann halt mit einem 1kg Fernglas, das mit seinen grossen Prismen auch noch gut in der Hand liegt, durch die Gegend laufen.

Wer würde ein solches Weitwinkel Fernglas kaufen? Ich würde gar nicht versuchen, den Käuferkreis auf eine bestimmte Berufsgruppe festzulegen. Es handelt sich eher um eine individuelle Eigenart: Manche Leute geniessen das Weitwinkelsehen, und solche Leute sind potentielle Kunden.

Gruss,
Holger
 
Re: Weitwinkel Alternativen

Hallo Holger,

Dein 7x35 Porro Super-WW mit einem Gewicht von ca. 1 kg ist m. E. ein sehr guter Vorschlag. Wasserdicht, mit Mitteltrieb und Brillenträgerokularen ausgestattet, wäre es sicherlich für viele Nutzer ein verlockendes Angebot.

Das Problem ist nur, dass ich keinen Spitzenhersteller sehe, bei dem ein solches Glas ins Programm passen würde. Leica bietet schon seit längerem keine Porros mehr an, bei Zeiss und Swarovski führen die wenigen verbliebenen Porrogläser ein Schattendasein - Weiterentwicklung findet schon seit langem nicht mehr statt. Nikon hat zwar einige gute Porrogläser im Angebot, diese sind aber - zumindest hier in D - kaum zu bekommen. Offensichtlich ist diese Firma nicht am Verkauf von Spitzengläsern interessiert, warum sollte Sie dann mit hohem Kostenaufwand neue Modelle entwickeln?

Bleiben noch Hersteller wie Fujinon, Swift oder Vixen, die mit der Konstruktion von guten Porrogläsern Erfahrung haben. Vielleicht kommt ja von dort in absehbarer Zeit etwas Passendes, hoffen kann man ja immer.

Ein 7x35 Super-WW könnte man natürlich auch mit Dachkantprismen oder einem Spiegel/Prismen-Umkehrsystem à la Amplivid bauen, der Entwicklungs- und Fertigungsaufwand wäre dann aber beträchtlich höher, was sich natürlich auf den Preis auswirken wird.

Beste Grüße

Manfred
 
Re: Weitwinkel Alternativen

Daher würde ich auch nicht mit einem Zeiss 7x42 starten, sondern mit einem 7x35 Weitwinkel Porro, wie es sie in den 70er Jahren noch gab, dessen Okulare verbessern, die Konstruktion wetterfest machen, und dann halt mit einem 1kg Fernglas, das mit seinen grossen Prismen auch noch gut in der Hand liegt, durch die Gegend laufen.

Hallo Holger,

das sehe ich genauso, und so ein Weitwinkel Porro würde sehr viel günstiger im Preis ausfallen. Aber wo sind die Hersteller, welche die erforderliche bescheidene Innovationslust dafür heute noch aufbringen? Das Miyauchi scheint ja leider eine große Enttäuschung zu sein.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 
Re: Weitwinkel Alternativen

Hallo zusammen,

erfüllt das oben erwähnte

Nikon Action EX 7X35 mit sehr großem Gesichtsfeld aktuell 9,3° scheinbar 65° 163m / 1000m

nicht die geforderten Bedingungen?

Ich habe am astronomischen Fernrohr binokular auch Okulare mit 82° Bildfeld, was sich beidäugig niemals überblicken läßt.

Die angebotenen 65° scheinen mir ideal zu sein.
 
Re: Weitwinkel Alternativen

Hallo Dietmar,

Na klar, das Nikon hatte ich ganz vergessen. Die 65° scheinbar sind ja schon ein guter Ansatz. Wenn es noch ein bischen weiter ginge (75°), und gleichzeitig in bessere Okulare (Randschärfe) investiert würde, dann wäre das perfekt. So ein Fernglas darf dann auch in der oberen Mittelklasse liegen, d.h. im Preisbereich 500-700 Euro wie die Nikon SE Teile.

Gruss,
Holger
 
Re: Weitwinkel Alternativen

Ja, ich hatte den Bericht gelesen. Dieses Fernglas ist, finde ich, auch keine schlechte Alternative. Nur ist es halt eher für den Massenmarkt ausgelegt, da kann man noch keine allzu raffinierten Okulare erwarten. Wenn man sich da richtig Mühe geben würde, so dass mal ein wirklich gutes Weitwinkelfernglas entstünde, dann wäre ich dabei!

Viele Grüsse,
Holger
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

Zitat von Dietmar:
Hallo Tommy,

bin refraktorverwöhnt, daher geht bei mir am Newton nichts ohne Koma-Korrektor

(Hofheim Dobson 200/F4 und NGT 6 150/5).

Diese Spaghetti rufen bei mir immer das Verlangen nach Fokuskorrektur hervor, welches die Beobachterruhe stört.

KK rein - und gut is.

Hallo Dietmar,

verwechselst du nicht Koma mit (Okular)Astigmatismus?
Koma (vom Spiegel produziert) verursacht radial nach außen aufgefächerte Sterne; Astigmatismus produziert konzentrisch zu strichen auseinandergezogene Sterne.
Kann der Baader KK auch Asti korrigieren?

Gruß
Martin
 
Re: Miyauchi 5x32 Binon: Sehfeld kleiner

Hallo Martin,
ich benutze dabei TeleVue Panoptic und Nagler Okulare, die gemeinhin als F4-tauglich bezeichnet werden.
Vielleicht habe ich mit Spaghetti die falsche Beschreibung geliefert. Ich meinte einfach: nicht punktförmige Sterne.

oha, dies war meine Nummer 888 !
 
Re: Weitwinkel Alternativen

Das Miyauchi scheint ja leider eine große Enttäuschung zu sein.


Hallo allerseits,

seit ein paar Monaten besitze ich auch ein Binon 5x30 und moechte nun die negativen Urteile relativieren. Ich war zwar ueber das tatsaechliche scheinbare Gesichtsfeld (sic) auch enttaeuscht, nutze das Glas aufgrund des sehr grossen absoluten Feldes aber dennoch gerne. Letzteres schaetze ich auf etwas 12 Grad: beta und gamma Andromedae (12.5 Grad Abstand) passen nicht zusammen hinein, alpha und epsilon Persei hingegen schon (11.5 Grad).
Wenn die oben angegebenen 54.5 grad scheinbarer Gesichtsfelddurchmesser stimmen, dann kaeme man auf's gesamte Gesichtsfeld bezogen auf eine Vergroesserung von gut viereinhalbfach. Auch die Austrittspupille, die ich auf knapp 7mm schaetze, passt bei 30mm Objektivoeffnung zu diesen Zahlen.

Das riesige (absolute) Gesichtsfeld ist umso nuetzlicher, als das Glas auch einen grosszuegigen Ueberhub hat. Selbst stark Kurzsichtige (grob geschaetzt 6 Dioptrien - leider habe ich 8 ;( ) koennen das Glas ohne Brille nutzen, und fuer einen Himmelsspaziergang ist es nuetzlich wenn man nicht zwischendurch zur Uebersicht die Brille aufsetzen muss.

Fazit: ich kann die Veraergerung ueber die irrefuehrenden Produktangaben vollstaendig nachvollziehen, nicht aber den negativen Eindruck, der hier ueber das Fernglas als solches entstanden ist. Ein siebenfach vergroesserndes Weitwinkelglas habe ich auch, dennoch gibt es oft Situationen, wo ich das Binon 5x30 bevorzuge. Am ehesten waere es noch mit einem guten Opernglas vergleichbar, nur deutlich lichtstaerker. Uebrigens wuerde das Binon auch ein prima Opernglas abgeben..

gruB
bernhard
 
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