Mond am 26.8.2022

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Löllingit

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Anbei der Mond , mit 1% der sichtbaren Fläche am 26.8.2022 morgens beim Aufgang über dem Harz aufgenommen. CS Löllingit
Mond 26.8.22 B .jpg
 
Sehr geehrter Sternfreund Löllingit,

ich beschäftige mich unverändert mit dem Zusammenspiel des parallaktischen und des Positionswinkels des Mondes in Horizontnähe. Siehe dazu den thread


Falls Sie bei der morgendlichen Photositzung mit extrem schmaler, über dem Harz aufgehender Mondsichel am 2022AUG26 auch Bilder gewann, auf denen Mond UND Horizont (oder irgendwas senkrechtes wie Turm, Baum, Mauer) abgebildet sind, bitte ich um Mitteilung derselben hier im Forum. Auch die Venus muss doch gleich rechts davon gestanden haben...

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen, R.M., südlicher Landkreis Ansbach (-10,52°E+49,02°N, d.i. 8km nördlich des bekannten Ries-Kraters)
 
Guten Tag R.M.,
leider kann ich mit einer solchen Aufnahme nicht dienen da der Mond über dem Wald aufgegangen ist. Außerdem erfolgte das Foto an einem FL 102/920 .
Mit freundlichen Grüßen
Löllingit
 
Sehr geehrter Sternfreund Löllingit,

ich vermute FL102/920 ist ein Objektiv oder gar ein Teleskop, an das sie die Kamera anschlossen. Das bedeutet dann auch mindestens Stativ, wenn nicht ausgewachsene Montierung und ein Transportgewicht von 15kg. 6km Luftlinie von meinem Wohnort ist der Hesselberg. Die Geologen nennen ihn einen "Zeugenberg" der schwäbischen Alb, d.h. ein durch geologische Zufälle von der Alb abgetrenntes Kleingebirge mit den gleichen Gesteinen und den typischen Wacholderheiden, die außer mit dem schlecht Wasser haltenden Kalkstein vor allem mit der Schaf-Beweidung früherer Jahrhunderte zusammenhängen. Auf jeden Fall gibt es dort keinen Wald und man sieht 60km weit bis zur "echten" schwäbische Alb, den markanten Bergen südlich des Remstals. Ich träume schon lange davon, nachts auf den Hesselberg zu fahren und Astrophotos mit Horizontbezug zu gewinnen - eben so etwas wie den Mond am Morgen des 26. AUG. Immer wieder blättere ich im Internet herum auf der Suche nach einer dafür geeigneten Ausrüstung und verdurste nicht etwa im Mangel, sondern ertrinke im Überfluss des Angebots. Man erfährt sofort, was die Maschinen alles können. die Nachteile und Hemmnisse muss man sich dann dazudenken: Was wiegt das alles? Wieviel Strom braucht es? Welcher Software- und Internet-Rattenschwanz ist damit verbunden? 100 angebotene Funktionen, von denen ich 80 sofort als Blödsinn erkenne und bei 15 weiteren die Sinnlosigkeit vermute. Bei mir muss alles in einen Rucksack passen, weil ich mit dem Motorroller herumfahre und der hat keinen Kofferraum. Am Ende mache ich das Internet verärgert wieder zu und lasse es bleiben.

Mit freundlichen Grüßen, R.M.
 
Ja, das FL1027920 ist ein Fernrohr mit 102mm Objektiv und 920 mm Brennweite, das ich mit einer Montierung auf meiner Dachsternwarte einsetze. Wenn ich Ihnen einen Rat geben darf : Ich würde mit einer leichten Ausrüsung anfangen ,also Spiegelreflexkamera, Spiegelobjektiv 500mm oder 1000 mm Brennweite und eine leichte mechanische Nachführung mit Uhrwerk zum Aufziehen. Das würde für Milchstraße, Offene und Kugelsternhaufen und große Nebel schon reichen und wiegt nur max.5 kg. Später können Sie ,wenn es Spaß macht,die Ausrüstung ausbauen. Für meine Milchstraßenaufnahmen mit Vordergrund,Mond usw. benutze ich dieses Equipment heute noch.
Frundliche Grüße
Löllingit
 
Sehr geehrter Sternfreund Löllingit,

ich gebe den Link zu einem über 12 Jahre alten "APOD" (astronomical picture of the day) der Nasa: APOD: 2010 July 31 - Four Planet Sunset und hoffe, dass das urheberrechtlich in Ordnung geht. Ich strebe solche Bilder an und nicht Detailaufnahmen von Nebeln, Sternhaufen, Galaxien oder Mondrillen. Ich versuchte ähnliches mit meiner damaligen digitalen Kompaktkamera auf einem kleinen Tischstativ und es kam nicht viel dabei heraus. 1. konnte ich keine Belichtungszeiten einstellen und musste zusehen, was die Automatik macht, und 2. konnte ich nicht ausreichend zoomen. Bis heute konnte mir niemand den technischen Fachausdruck für das Merkmal nennen, das eine Kamera haben muss, um Mangel 1 abzuhelfen. Wenn die Sensoren ("Vollformat") heute immer besser werden, sollte man Mangel 2 nicht nur durch eine längerbrennweitige Optik abhelfen können, sondern auch durch Vergrößerung "im Labor" - pardon am PC. Da ich keine übermäßigen Anforderungen an Detailtreue stelle, ist letzteres für mich attraktiv, weil es mir das Herumfahren schwergewichtiger Rohre erspart. Nachführung kommt überhaupt nicht in Frage: Ich will nur helle Objekte wie Mond, Planeten oder die LEO-Sterne maximal 3. Größenklasse wie im Bild fotografieren und wenn ich das nicht mit erhöhten "ISO" regulieren kann, lasse ich es lieber ganz bleiben.

Nebenbemerkung: Der englisch-sprachige Text bringt das schöne Wort "mesmerizing", was man deutsch etwa mit "faszinierend" übersetzen müsste. Ein Herr Mesmer machte im ausgehenden 18. Jahrhundert mit Elektrisier- und Magnetisiervorführungen Furore, sein Name kam in den englischen Wortschatz und wird bis heute nicht nur in bildungsaffinen Kreisen gerne wie im Beispiel verwendet.

Mit freundlichen Grüßen, R.M.
 
Sehr geehrter Sternfreund Löllingit,

zu Ihrem schönen Foto der extrem schmalen und quer stehenden Mondsichel am Morgen des 2022AUG26 erstellte ich eine Graphik. Den theoretischen Hintergrund lieferte 2019 Sternfreund hcgreier in folgendem Post
Nein, der parallaktische Winkel ist nicht der gesuchte Winkel. Das Ganze ist ein wenig komplizierter.

Der parallaktische Winkel q ist gegeben durch den Zenitpunkt der Mondscheibe, also den am "höchsten gelegenen Punkt" wie ihn ein Beobachter an seinem Ort von der Mondscheibe sieht, und der Richtung zum nördlichen Himmelspol (HP). Dieser Winkel wird von der Zenitrichtung gezählt und kann positiv oder negativ sein. Genauer gesagt ist er negativ vor dem Meridiandurchgang und positiv danach. Während des Meridiandurchgangs ist q=0.

Den Anhang 100037 betrachten

Den Anhang 100038 betrachten

H... Stundenwinkel
delta... Deklination des Mondes
phi... geogr. Breite des Beobachters

Dann haben wir den Winkel chi, nämlich den Positionswinkel der beleuchteten Mondsichel. Dieser Winkel wird Richtung Osten vom nördlichen Himmelspol (NICHT vom Nordpol/Rotationsachse des Mondes!) bis zum punkt C in der Grafik gezählt, dem Mittelpunkt der Mondsichel. Dieser Winkel berechnet sich mit

Den Anhang 100040 betrachten

alpha0, delta0... geozentrische Koordinaten der Sonne
alpha, delta... geozentrische Koordinaten des Mondes

Man sieht dass dieser Winkel chi überhaupt nicht von der Position des Beobachters auf der Erdoberfläche abhängt, sondern nur von den geozentrischen Daten von Sonne und Mond (RA, DEC)!

Der Winkel, wie sich nun der belechtete Teil des Mondes bezüglich eines Beobachters auf der Erde einstellt ist dann der

Zenitwinkel der Mondsichel = chi - q

gezählt von der Zenitrichtung des Beobachters Richtung Osten. Man sieht, dass die geografische Lage des Beobachters alleine durch die erste Formel (q) berücksichtigt wird, dort stehen Stundenwinkel H des Objekts (somit die geogr. Länge) und die geogr. Breite des Beobachters drin, sowie die Deklination des Mondes.

Der erhaltene Winkel chi - q ist nun der Zenitwinkel der Mondsichel, bezüglich dem Horizont des Beobachters muss man dann noch den gewünschten Ergänzungswinkel berechnen, je nachdem, wie man diesen "Winkel zum Horizont der Mondsichel" sehen möchte.


cs,
harald

--
Ich rechnete für Frankfurt als mittleren deutschen Ort - im Harz ändern sich die Winkel nur geringfügig. q -35,7°; chi +127,4°; chi-q 163,1°; Z -73,1°. Zum Vergleich meine erste abendliche Mondsichtung vier Tage später mit in vielfacher Hinsicht umgekehrten Verhältnissen und steil stehender Sichel: q +39,6°; chi +290,7°; chi-q 251,1°; Z +18,9°. Maßgeblich ist bei mir das Z: Je näher der Absolutwert an 90°, umso "querer" die Sichel, abends im Westen positiv, morgens im Osten negativ. Zuletzt meine Graphik:

Mit freundlichen Grüßen, R.M.
 

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