Hallo,
die Mondfinsternis wollte ich mit kleinem Besteck aufnehmen. Angedacht war vor allem auch ein passender Hintergrund, z.B. Bäume.
Dennoch wollte ich den Mond so hoch wie möglich auflösen.
Also habe ich mich für das 400mm Beroflex Objektiv an der Canon Eos 1000D entschieden. Das montiert auf mein selbst gebasteltes Holzstativ:
Ja und so ging es dann kurz nach 20:00 Uhr zu Fuß ca. 1 km raus auf´s freie Feld. Eigentlich wiegt das ja nicht viel aber mit der Zeit ...
Am Zielort angekommen war es noch zu hell und zudem störte eine hohe Wokenschicht.
Naja, Zeit genutzt um schon einmal an Bäumen in der Ferne scharfzustellen.
Kurz vor 20:30 Uhr konnte ich dann den verfinsterten Mond schwach und verschwommen wahrnehmen und schnell kam die Erkenntnis: Der steht ja höher als ich dachte und auch zu hoch über den angedachten Baumhintergrund bei dem knappen Ausschnitt mit dem 400mm Objektiv.
Also schnell wieder zurück und näher an die Bäume ran.
Es folgten die ersten Aufnahmen mit 1 Sek. Belichtungszeit bei Iso800 und F11. Richtig scharf sah das nicht aus, also mehrere Bilder geschossen und dabei immer den Fokus leicht verstellt. Tja und schon war der Mond wieder zu hoch und ich musste meinen Standort erneut wechseln.
Zwischen ca. 20:35 Uhr und 20.45 Uhr konnte ich dann noch einige Aufnahmen machen aber die Wolkenschicht wurde immer dichter und der Mond verschwand fast vollständig. Immer wieder habe ich den Fokus leicht verändert um wenigestens einen Volltreffer zu landen. Es blieb in der Hektik und der kurzen Zeitspanne einfach keine Zeit den in Ruhe und perfekt einzustellen.
Hier nun 2 zwei Ergebnisse, erst unbearbeitet auf 1920 Pixel verkleinert und dann die bearbeitete verkleinerte, gecroppte Version.
Nr. 1
Nr. 2
Fazit: Die hohe Wolkenschicht hat das ganze Vorhaben sehr erschwert aber ich bin dennoch froh, dass ich ein paar Aufnahmen machen konnte.
Ich hatte allerdings mehr erhofft.
Und wieder habe ich Fehler gemacht, allerdings lag es auch an der knappen Zeit. Ich hätte auch nochmal auf 2 Sek. hochgehen können, oder auf Offenblende, war aber zu viel mit dem Fokussieren beschäftigt und habe es einfach versäumt. Als ich das noch machen wollte verschwand der Mond hinter einer dichten Wolkendecke.
Außerdem wäre das 200mm Takumar vielleicht doch besser geeignet gewesen, besonders bei den schwierigen Bedingungen.
So hätte ich mehr Hingtergrund auf dem Bild gehabt, das Objektiv wäre auch lichtstärker gewesen. Die Endergebnisse musste ich ja später verkleinern um ein ansprechenden Anblick zu erhalten. Da hätte ich auch gleich mit weniger Brennweite aufnehmen können.
Ja, im Nachhinein ist man immer schlauer und bei klarerer Sicht hätten sich die 400mm ja vielleicht auch mehr gelohnt.
Ich ärgere mich aber über meine gewählte recht kurze Belichtungszeit. Auf dem kleinen Display sah es halt etwas heller aus wie mit dem bloßen Auge.
Bei der Bearbeitung wollte ich es später aber doch heller haben und schon dreht man an den Reglern und das Hintergrundrauschen wird sichtbar.
Wäre natürlich besser gewesen dies direkt mit mehr Belichtunsgszeit bei der Aufnahme zu regeln als mit der Nachbearbeitung.
Gegen 20:50 Uhr habe ich aufgegeben und bin wieder nach Hause gestiefelt.
Dort angekommen hatte ich noch die Hoffung auf auf weitere Bilder mit Halbschatten aber keine Chance, alles dicht.
Später am Abend klarte es natürlich wieder auf, wie unpassend !
Naja, blieb gegen Mitternacht noch Zeit für ein 23 Teile Farb-Mosaik mit dem 12" F5 Dobson und Asi662mc.
Hier auf 1920px verkleinert:
Eine größere Darstellung hätte sich aber auch nicht gelohnt, die Bedingungen waren furchtbar.
Gruß,
Holger