Mond mit Skylux 70/700 und Skywatcher HR 7mm

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas aro
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

aro

Aktives Mitglied
Guten Abend zusammen,

nachdem ich mir den Mond bisher jahrelang mit den Okularen angesehen habe, die beim Lidlscope dabei waren, wurde es doch Zeit für Nachrüstung.Dieses Jahr habe ich ein Skywatcher HR-Planetary 7mm gekauft. Das hat sich echt gelohnt. Man kann deutlich mehr Details erkennen.

Als sich die Wolken heute hier gegen Abend doch noch verzogen haben, habe ich schnell das Teleskop für zwei Stunden auf die Terasse gestellt und den Mond angepeilt. Den Rükl dazu, um sich zurechtzufinden.

Die Regenbogenbucht war leider heute noch nicht zu sehen, der Terminator verlief westlich vom Promontorium Laplace. Hierdurch waren aber die Rücken im Regenmeer (Dorsum Zirkel, Dorsum Heim) gut sichtbar. Besonders beindruckend kamen sie unmittelbar südlich vom Promontorium Laplace (etwa bei P. Laplace A) zur Geltung.

Jetzt das große Krater-Bestimmen: Helicon und le Verrier waren einfach, ebenso natürlich Copernicus. Auch wenn dieser schon nicht mehr so spektakulär aussieht - der Terminator ist schon zu weit nach Westen fortgeschritten.
Schwieriger sind da schon Landsteiner, McDonald und Lambert. Aber mit dem Rükl zum Nachschlagen hat auch das geklappt.
Besonders gut hat mir T. Mayer gefallen. Er leuchtete als weißer Ring in den Karpaten, unmittelbar westlich des Terminators.

Gegen 22.15 Uhr tauchen aus dem Dunkel die Spitzen des Promontorium Heraclides auf.
Am Ende dann noch etwas, das ich bisher noch nicht beobachtet habe: Südlich von Copernikus ist ein kleiner Krater, der von einer Königskrone umgeben ist. Laut Rükl ist der Krater Euclides und die Krone wird durch das Riphägebirge gebildet. Sieht wunderschön aus - passt aber irgendwie nicht in die Kraterlandschaft, oder?


Grüße,
Achim
 
Hallo Achim,

warum soll das nicht in die Kraterlandschaft passen? Manche Krater nehmen schon mal ungewöhnliche Formen an.

Dein Bericht ist sehr detailliert und für Einsteiger Gold wert: Du demonstrierst, wie wiichtig hochwertige Okulare für gute Ergebnisse sind. Ich habe diese Erfahrung auch schon gemacht. Erst gute Okulare bringen die beachtliche Leistung auch kleiner Geräte voll zur Geltung.
 
Hallo Christian,

natürlich passt diese kronenförmige Formation auf den Mond, es sind halt nur die meisten Krater oder Ringwälle rund.

Ja, ich denke, dass sich der Kauf des 5mm-Okulars wirklich gelohnt hat. Ein Nebeneffekt ist der wesentlich einfachere Einblick: Da kann auch meine 5-jährige Tochter schon mal was sehen.

Eine Frage: Ich quäle mich seit einiger Zeit damit, den GRF auf Jupiter auszumachen. Habe ich da mit dem Lidlscope realistische Chancen? Bestehen Chancen am Stadtrand oder muss ich irgendwo in die Walachei fahren?

Danke,

Achim
 
Moin Achim!

Da ich mich auch sehr gerne mal mit dem Skylux befasse, kann ich Dir zum GRF sagen, daß man zumindest die Ausbuchtung im südlichen Band erkennen kann. Der GRF an sich ist farblich wenig auffällig (das war zu anderen Zeiten anders, er wechselt durchaus die Färbung!).
Ob das nun aus der Stadt heraus oder vom Land aus beobachtest, macht keinen Unterschied. Wichtig ist, daß Du wartest, bis Jupiter im Süden kulminiert und daß dann gleichzeitig auch das Seeing stimmt.
 
Hallo Achim,

zum GRF: als ich Sommer 1995 mit einem Bresser 60/900er anfing, ist der GRF geradezu ins Auge gesprungen, so deutlich hob er sichvon der Umgebung ab. Um 2002 war er im 8'' SCT schon blasser, aber noch gut und mit Andeutungen einer Struktur erkennbar.

In den letzten Jahren ist er stark verblasst, an ihm beiße ich mir derzeit regelmäßig die Zähne aus. So extrem kann sich die Intensitäten ändern. Es gab mal Phasen, da war er völlig verschwunden, vermutlich bedeckte ihn eine Wolkenschicht.

Man erkennt auch auf den regelmäßig geposteten Fotos, dass der GRF derzeit recht blass ist.

CS und VG Christian
 
Ich hatte letztes Wochenende auch den GRF im Okular. Ich finde diese Zeichnung von Michael gibt den Anblick sehr gut wieder.

Der GRF kam mir auch sehr hell vor, allerdings dunkel umrandet wie auf der Zeichnung sodass er sich sehr schön sehen lies.

Ich habe auch nur 100 fach vergrößert, mehr lies das schlechte Seeing leider nicht zu.

CS
MaRKus
 
Hallo,

ja, die Zeichnung gibt auch meine (erste!) Sichtung des GRF prima wieder; hell und nur durch die dunklere Umgebung wahrnehmbar. Spannend auch die Hinweise, dass die Sichtbarkeit des GRF im Laufe der Zeit offenbar stark schwankt und zurzeit eben eher gering ist. Was mich dann auch beruhigt hat...

Thanks

Logi
 
Hallo,

die Zeichung von Michael stellt sehr schön dar, wie sich aktuell der blasse GRF am jupiter zeigt. Vor wenigen Tagen, als Io gerade hinter dem Mond verschwand, war auch der GRF in meinem 4" Maksutov zu sehen. Aber nur mit einem 8mm Radian habe ich ihn entdeckt - ich hatte ihn zwar nicht gesucht, sondern auf Io geschaut, aber zuerst viel die Verdickung des SEB und dann der blasse ovale Fleck auf. Kaum Zweifel, aber ich habe dann trotzdem im internet nachgeschaut, wo der GRF steht.

Als ich wusste, wo er war, habe ich auch andere Okulare ausprobiert. Das 6mm Radian ging so - es litt aber zu sehr unter dem Seeing, das 9mm BGO (festhalten!) ging nicht. Mir persönlich zu wenig Feld, um erst indirekt, dann zunehmend direkt (wenn das wabbern mal weg war) den GRF zu halten. Mein Auge will wandern, selbst wenn der Planet im Gesichtsfeld steht.

Es gibt durchaus Kombinationen, mit denen ein Scope + Okular und sein Nutzer besonders harmonieren. Bei kleinen Geräten entscheidet das halt öfters über sehen oder nicht sehen. Also dran bleiben und ausprobieren.

CS,
Stefan
 
Hallo,

gestern hat es endlich geklappt: Gegen 21.10 Uhr konnte ich den GRF mit dem Lidlscope sehen (mit Skywatcher 5mm HR Planetary). :) Jupiter stand hoch im Süden und die Luft war recht ruhig.

Ich kann bestätigen, dass die Zeichnung von Michael ziemlich genau das wiedergibt, was ich mit dem Lidlscope sehen konnte. Ich musste schon genau hinsehen, aber wenn man vorher weiss, was zu erwarten ist, fällt es deutlich leichter...

Dazu gab es noch die Galileischen Monde wie auf einer Perlenschnur aufgereiht und den Schatten von Io auf Jupiter.

CS,

Achim
 
Na denn Glückwunsch!
Ich selbst habe gestern Abend den GRF einwandfrei als "Aussparung" im SEB sehen können, auch die "Schleppe" dahinter war bei klaren Momenten zu sehen. Ganymed war vor der Planetenscheibe für mich unsichtbar, wohl weil er durch die relativ dunklen nördlichen Polzonen wanderte. (Skylux und 6mm Goldkantenokular)
Viele Grüße und CS
Martin
 
Wenn man den GRF einmal gesehen hat, dann findet man Ihn später fast immer (so dieser nicht auf der Rückseite ist ... ;)).
Das wäre dann Beobachtungserfahrung, mit welcher man sich an weitere Teile des Jupiters heranmachen kann.

CS,
Stefan
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben