Mondfilter notwendig?

klaugee

Mitglied
Hallo zusammen!
Ich bin in Sachen Astronomie ein Laie und möchte meinem Sohn ein Teleskop schenken und habe mich für ein Skywatcher 80/400 Startravel entschieden.
Bei meiner Recherche hatte ich auch Skywatcher Heritage 130 in der engeren Wahl. Dieses ist ein Dobson Teleskop und es wurde auf einer Seite empfohlen sich zur Beobachtung des Mondes einen Mondfilter zu besorgen, da der Mond zu hell ist.
Was natürlich einleuchtet
Kann mir jemand sagen, ob man einen solchen Mondfilter auch für das Skywatcher 80/400 brauch oder ob ein solcher ratsam ist?
Der Mond wird wohl das Objekt sein, welches wir am Nachthimmel ganz bestimmt als erstes finden werden, und um dann die Begeisterung auch aufrechtzuerhalten, wäre es gut, wenn es auch schmerzfrei möglich ist ihn zu bepbachten.
Danke für Antworten.

Klaus
 

UwePilz

Mitglied
Nur der Vollmond ist wirklich hell und kann ein wenig blenden. "Wirklich brauchen" tust du das nicht. Du kannst das auch später noch kaufen, falls es wirklich oft stört.

Vom hellen Mond geht auch keine Gefahr für die Augen aus, es kann eben bloß ein wenig blenden.
 

Spunti

Mitglied
Hallo,
ich brauche keinen Mondfilter, wenn ich irgendwo Licht anmachen kann. Z.B. ich bin auf dem Balkon und mache in der Wohnstube etwas Licht. Wenn der Mond klein ist, dann auch nicht.

Grüße
Spunti
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Klaus,

es hängt im Prinzip von der Öffnung und der Vergrößerung ab. Vermutlich deshalb der Hinweis beim Heritage.

Je höher man vergrößert, desto weniger Licht bekommt man ab und damit besteht bei hohen Vergrößerungen keine Gefahr mehr, dass es unangenehm oder gar schädlich sein könnte.

Ob es überhaupt schädlich fürs Auge sein kann, darüber gibt es keine eindeutige Aussage. Bei den genannten Geräten wohl eher nicht.

Trotzdem würde ich ein Grünfilter oder ein schwaches Graufilter empfehlen. Das hebt die Kontraste und verhindert auch, dass die Helligkeit evtl unangenehm werden könnte.

WICHTIG: bei der Sonne natürlich nur mit geeigneten Filtern beobachten! Auch das Teleskop aus Versehen ungeschützt in die Sonne gehalten ist fatal. Tagsüber solltest Du Deinen Sohn, je nach Alter, mit dem Teleskop deshalb nicht alleine spielen lassen!

CS.Oli
 

klawipo

Mitglied
Hallo Klaus,

wenn du noch nicht bestellt hast und dies bei zB Astroshop oder TS oder dergleichen vorhast, kannst du auch telefonisch um einen Mondfilter als vergünstigten Dreingabe im Komplettpaket feilschen.

Ich weiß, ist nicht jedermanns Sache (meine auch nicht), aber weh würde es dem Anbieter nicht tun, und solche individuellen Deals sind gar nicht unüblich.

Brauchen tut man ihn nicht, aber es ist schon angenehmer. Das mit dem Umgebungslicht ist allerdings auch ein guter Tipp. Nur nicht für denjenigen für den das Rausfahren aufs Feld Teil des Hobbys ist.

VG Klaus
 

mbba18

Mitglied
Hallo Klaus,

ich denke das es persönliches Empfinden ist, ob einen der Mond blendet.
Kommt auch drauf an, welches Teleskop, wieviel Mond "sichtbar" ist usw..

Ich habe gerade eben mit meinem Maksutow 127/1500 den Mond, im Moment knapp 60% "beleuchtet", ein bisschen beobachtet und da störts mich persönlich nicht.
Wenns dann mehr wird an Helligkeit und an meinem Refraktor verwende ich dann schon einen variablen Filter.

Der Vorschlag mit dem leichten Graufilter ist ein guter Tipp.
Dein Empfinden ob es zu hell ist und das Deines Sohnes wird auch unterschiedlich sein.

!! Und BITTE das beherzigen was Oli zur Sonnenbeobachtung gesagt hat.
NIE ohne geeigneten Sonnenfilter und den Sucher vom Teleskop entfernen.
Auch Deinen Sohn Tagsüber, wenn die Sonne scheint, NIE alleine am Teleskop werkeln lassen.
Es kann wirklich die letzte Beobachtung sein !!
 

Fernrohrland

Mitglied
Hallo miteinander,

es ist sehr individuell, ob man einen Mondfilter "braucht" oder nicht. Der Blendeffekt ist nach wenigen Minuten weg. Wie schon geschrieben hilft eine diffuse Beleuchtung in der Nähe des Teleskopes. Dadurch öffnet sich die Augenpupille nicht ganz und man ist weitaus weniger geblendet.
Wenn man mit Mondfiltern arbeiten will, benötigt man unterschiedliche Dichten von Filtern, je nach Vergrfößerung ( Austrittspupille des Okualeres) und Mondphase.
Hier gibt es einen neuen, gut abgestuften Filtersatz:

Mondfiltersatz

Die Verwendung eines Doppelpolfilters wäre auch eine Möglichkeit, die Helligkeit in einem großen Bereich stufenlos zu verstellen.
Die Schärfe von guten Neutralglas Filgtern ist jedoch meist weitaus besser als wie bei Polfiltern.

Es ist übrigens egal wie groß die Öffnung des Teleskope ist, bei der Helligkeit kommt es lediglich auf die Austrittspupille an.

Ein Fernrohr mit 1 m Durchmesser zeigt den Mond auch nicht heller, als ein 10 cm Fernrohr, vorausgesetzt bei gleicher Austrittrspupille.

Beste Grüße
Rudolf Idler
Fernrohrland
 

Christian_S2

Mitglied
Es ist übrigens egal wie groß die Öffnung des Teleskope ist, bei der Helligkeit kommt es lediglich auf die Austrittspupille an.

Ein Fernrohr mit 1 m Durchmesser zeigt den Mond auch nicht heller, als ein 10 cm Fernrohr, vorausgesetzt bei gleicher Austrittrspupille.
Hallo Rudolf,

meine Erfahrung ist da eine ganz andere. Je größer die Öffnung desto unangenehmer empfinde ich den Mond.

Ich denke, es kommt jnicht nur auf die AP an, sondern auch auf die Größe der hellen Fläche, die ich im Okular sehe. Wenn ich den Mond mit einem 50mm- und einem 200 mm-Teleskop beobachte, jeweils mit 2 mm AP, dann habe ich bei dem kleinen Teleskop deutlich weniger Licht und Blendung.

Das kleine Teleskop hat dann eine Vergrößerung von 25fach, das große eine von 100fach. Somit ist die im Okular des 200mm-Teleskops zu sehende Fläche 16 mal so groß!

Im Achtzöller tut mir die Beobachtung des Mondes bis 200fach wirklich weh, bei meinem 50mm-Teleskop ist die Beobachtung immer schmerzfrei, egal welche Vergrößerung bzw. AP ich habe.

Freundliche Grüße von
Christian

PS: Mit "unangenehm" meine ich nur die Blendung durch den Mond. Natürlich ist die Beobachtung des Mondes mit zunehmnder Öffnung immer beeindruckender! :D:D
 
Zuletzt bearbeitet:

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Christian,

wenn man ins Mond-Detail einsteigt, hat man den Mond immer bildfüllend, so dass dies für das Bild egal ist. Die Flächenhelligkeit variiert etwas mit der Mondphase, was der Blendung keinen Abbruch tut. Dass die Flächenhelligkeit bei gleicher AP mit egal welchem Teleskop gleich groß ist, ist reine Physik, da kann man nicht dran rütteln.
Womit wir beim Blend-Empfinden ankommen. Und das ist eher umgekehrt größer, wenn man versucht, Details in einer kleinen, hellen Fläche wahrzunehmen (Jupiter-Problem). Dagegen gewöhnt man sich ganz gut, wenn ein ordentliches Weitwinkel-Gesichtsfeld nahezu komplett hell ist. Dann kann man darin auch Details erkennen. Darauf zielt der bereits gegebene Hinweis mit dem Umgebungslicht ab. Das nützt natürlich nur, wenn man sich nicht mit einer Augenmuschel total davon abschirmt. Man sollte sich nicht vom Blendempfinden verleiten lassen, Rückschlüsse auf wirkliche Flächenhelligkeit zu ziehen. Klar allerdings: Wenn ich den Mond nicht bildfüllend sehe, dass ich dann weniger Lichtmenge insgesamt habe, als wenn ein anderes Teleskop bei gleicher AP den Mond bildfüllend oder zumindest größer zeigt. Die Lichtintensität pro Flächenteil des Mondbildes bleibt aber gleich. Die Netzhaut wird nicht heller beleuchtet.

Das ist bei der Mondbeobachtung sehr praktisch, bedeutet aber bei der Deepsky-Beobachtung im Gegenzug, dass man das Bild mit dem Teleskop niemals heller bekommt, als man es mit bloßem Auge bei voll geöffneter Iris aufnehmen kann. Allein die Vergrößerung macht den Unterschied. Ein Teleskop mit 100 mal mehr Lichtsammelvermögen kann ein Detail 10x so groß bei gleicher Bildhelligkeit wiedergeben, oder 14x so groß bei halber Bildhelligkeit (ergibt sich aus 10 mal Wurzel 2, immer von Durchmesser auf Fläche umrechnen), usw. Mehr Helligkeit als mit der auf 7mm voll aufgezogenen Iris, bekommt man visuell nicht geliefert. Gilt auch für den Mond - und ich sag es gleich dazu: Wer mit bloßem Auge in die Sonne starrt, verbrennt sich die Netzhaut auch, das muss man unbedingt bleiben lassen! Im Alltag ist nur keiner so drauf, die Sonne auch nur in die Nähe der Gesichtsfeldmitte zu bringen und schon gar nicht, da länger auf einen Fleck zu schauen, so dass die Sonne genau eine Stelle im Auge brät. Schmerzbefreite können das aber, da gab es nach der Sofi 99 eine recht eindrucksvolle Aufnahme einer sichelförmigen Netzhautverbrennung... der glaubt's jetzt. Apropros Schmerz: Tut nicht weh, die Netzhaut hat keine Schmerz-Rezeptoren, nur das Blendempfinden ist (zu recht) irrsinnig unangenehm. Für normale Lebewesen reicht das als Schutz völlig aus.

Clear Skies
Sven
 

Christian_S2

Mitglied
Hallo Sven,

danke für Deinen Versuch, Licht ins Dunkle zu bringen. :cool:
Trotzdem sind mir die Zusammenhängen nun noch unklarer geworden.

wenn man ins Mond-Detail einsteigt, hat man den Mond immer bildfüllend, so dass dies für das Bild egal ist. Die Flächenhelligkeit variiert etwas mit der Mondphase, was der Blendung keinen Abbruch tut. Dass die Flächenhelligkeit bei gleicher AP mit egal welchem Teleskop gleich groß ist, ist reine Physik, da kann man nicht dran rütteln.
Dass die Flächenhelligkeit (d. h. die Helligkeit bei gleichgroßer Fläche) bei gleicher AP gleich ist war mir bewusst. Mein Erklärungsversuch für mein Blendempfinden war, dass die gesehene bzw. wahrgenommene Fläche bei dem großen Teleskop größer ist. Wenn Du von bildfüllenden Vergleichen ausgehst, ist das dann natürlich anders. Da wäre die Blendwirkung nach meinem Verständnis immer dieselbe.

Womit wir beim Blend-Empfinden ankommen. Und das ist eher umgekehrt größer, wenn man versucht, Details in einer kleinen, hellen Fläche wahrzunehmen (Jupiter-Problem). Dagegen gewöhnt man sich ganz gut, wenn ein ordentliches Weitwinkel-Gesichtsfeld nahezu komplett hell ist.
Aber das würde bedeuten, dass ich bei gleicher AP wie in meinem Beispiel bei 25xfach Vergrößerung im 50mm-Rührchen stärker geblendet werde als bei 100fach im Achtzöller. Ich empfinde es aber genau umgekehrt.

Man sollte sich nicht vom Blendempfinden verleiten lassen, Rückschlüsse auf wirkliche Flächenhelligkeit zu ziehen. Klar allerdings: Wenn ich den Mond nicht bildfüllend sehe, dass ich dann weniger Lichtmenge insgesamt habe, als wenn ein anderes Teleskop bei gleicher AP den Mond bildfüllend oder zumindest größer zeigt. Die Lichtintensität pro Flächenteil des Mondbildes bleibt aber gleich. Die Netzhaut wird nicht heller beleuchtet.
Das ist genau das, was mir nun nicht klar ist. Für mein Beispiel (Mondbeobachtung mit 50 und 200 mm Öffnung bei niedriger Vergrßerung) heißt das für das größere Teleskop:

  1. die Lichtmenge wird größer (wie Du oben selbst schreibst)
  2. die Blendwirkung nimmt ab (wie Du unten schreibst)
  3. die Netzhaut wird gleich hell beleuchtet
Punkt 1 ist verständlich.
Punkt 2 widerspicht meinem Empfinden.
Punkt 3 bedeutet, dass die Fläche der beleuchteten Netzhaut keine Rolle für die Blendung hat?

Natürlich kann es auch eine Wahrnehmungstäuschung von mir sein, dass eine kleinere Fläche bei gleicher Helligkeit weniger blendet als eine größere Fläche.

Wie ist es zu interpretieren, wenn ich im 50mm Teleskop die Vergrößerung reduziere von 25x auf 10x (wie beim Fernglas). Dann wird die Fläche kleiner und die AP steigt. Ich vermute, dass ich mich dann weniger geblendet fühle, obwohl die Blendung größer ist??

Freundliche Grüße
Christian
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Christian,

wenn Du ein Bild hast mit einem "blendend hellen Teil" ist halt relevant, ob es eine dunkle Fläche gibt, in der das Auge "Detail sucht", so dass dann Detail im hellen Teil des Bildes kaum wahrnehmbar ist. Ist das ganze Bild hell, dann stellt sich das Auge darauf ein.
Bei 25x ist der Mond scheinbare 12,5° groß und das ist nicht so viel. Da ist viel schwarz drumrum. Reduzierst Du auf 5x wird es heller und eine kleine 5° Murmel - das kann nur blenden.


Clear Skies
Sven
 

dkracht

Mitglied
Hey Klaus,
einen "Mondfilter" braucht der Amatuerastronom eigentlich nicht, denn er betrachtet im Teleskop ja nicht die hellen Teile des Mondes, sondern die interessanten Objekte am Terminator, weil da ein schöner Schattenwurf ist.
Wenn man so selektiv vorgehen will, braucht man ein kleines Gesichtsfeld, also etwas mehr Vergrößerung (80x oder mehr) - dann hat man erstens die sehr hellen Teile des Mondes garnicht im Gesichtsfeld und zweitens geht die Helligkeit mit steigender Vergrößerung abwärts.
Für Anfänger und Laien könnte ein Mondfilter (neutral grau) schon hilfreich sein, um die Blendung an den Stellen, die eigentlich uninteressant sind, aber trotzdem im Gesichtsfeld erscheinen, zu dämpfen.
Ich hab' mir so einen Graufilter für den Mond auch zugelegt, weil ich meinen Nachbarn mal den Mond im Teleskop zeigen will.
Clear Skies
Dietrich
 

Fernrohrland

Mitglied
Hallo Christian,

ich mußte gestern beenden, da Kundschaft kam.
Eigentlich wollte ich genau zu dieser Problematik, die du ansprichst , noch was schreiben.
Sven hat es ja eigentlich schon alles, perfekt wie immer, beantwortet.

Ich beschreibe es meinen Kunden und bei Sternwarten Führungen immer so, daß ein flächenhaftes Objekt wie z.B. der Mond mit dem bloßen Auge nur einen winzig kleinen Bereich der Netzhaut bedeckt, beim Mond entspricht das einem Winkel von 0,5 Grad, der Blendeffekt ist dabei sehr gering.
Bei einer 50x Vergr. und einer entsprechend größeren Optik wird eine größere Fläche der Netzhaut "ausgeleuchtet". Der Blendeffekt ist stärker, aber nicht, weil mehr Licht vorhanden ist, sondern nur deswegen, weil mehr Netzhautzellen beleuchtet werden. Usw.
Beste Grüße
Rudi
Fernrohrland
 

UwePilz

Mitglied
> Ob es überhaupt schädlich fürs Auge sein kann, darüber gibt es keine eindeutige Aussage

Der Mond ist eine normale sonnenbeschienene Landschaft, und zwar eine eher dunkle, wie Asphalt. Wenn das Betrachten des Mondes schädlich ist, dann ist es auch das reine Umherschauen am Tage.

Ich denke schon, dass es darüber eindeutige Aussagen gibt (die auch glaubwürdig sind).
 

Christian_S2

Mitglied
Hallo Rudi,

danke für Deine Antwort. Du schreibst, dass Sven alles richtig erklärt hat, aber dann erklärst Du den Sachverhalt genau gegensätzlich. Sven schreibt, dass die Blendung abnimmt je größer die helle Fläche ist (bei gleicher AP). Du schreibst sie nimmt zu mit größerer Fläche.

Dass die Blendung zunimmt, ist ja auch mein Empfinden, das ich im ersten Posting geschildert habe.

Ich beschreibe es meinen Kunden und bei Sternwarten Führungen immer so, daß ein flächenhaftes Objekt wie z.B. der Mond mit dem bloßen Auge nur einen winzig kleinen Bereich der Netzhaut bedeckt, beim Mond entspricht das einem Winkel von 0,5 Grad, der Blendeffekt ist dabei sehr gering.
Bei einer 50x Vergr. und einer entsprechend größeren Optik wird eine größere Fläche der Netzhaut "ausgeleuchtet". Der Blendeffekt ist stärker, aber nicht, weil mehr Licht vorhanden ist, sondern nur deswegen, weil mehr Netzhautzellen beleuchtet werden. Usw.
Das ist mir nicht klar. Du vergleichst das unbewaffnete Auge mit dem Blick durchs Teleskop. Das Teleskop sammelt Licht, je größer desto mehr. In jedem Fall hat man mehr Licht als ohne Teleskop. Wie mir Herr Birkmaier von ICS bei meinem Erstbesuch erklärt hat, geht es beim Teleskop nicht um die Vergrößerung, sondern um das Mehr an Licht, das es dem Auge zur Verfügung stellt. Insofern ist doch mit Teleskop immer mehr Licht vorhanden als ohne.

Oder meinst Du, dass pro Netzhautzelle nicht mehr Licht ankommt?

Freundliche Grüße
Christian
 

Christian_S2

Mitglied
Hallo Uwe,

Der Mond ist eine normale sonnenbeschienene Landschaft, und zwar eine eher dunkle, wie Asphalt. Wenn das Betrachten des Mondes schädlich ist, dann ist es auch das reine Umherschauen am Tage.

Ich denke schon, dass es darüber eindeutige Aussagen gibt (die auch glaubwürdig sind).
bei diesem Händler steht zum Mondfilter:

„Ein unverzichtbares Hilfsmittel zur Mondbeobachtung. Beobachtungen ohne Mondfilter werden nicht empfohlen und können dem Auge schaden.“

Hier der Link:
https://www.teleskop-spezialisten.de/shop/Teleskop-Zubehoer/Farbfilter-Mondfilter/Mondfilter-1-25::2651.html

Da der Filter sehr preiswert ist, richtet sich die Info wohl an Einsteiger mit eher kleinen Teleskopen.

Ich habe das bisher auch immer so gelesen, wie Du es geschrieben hast. Gewundert habe ich mich aber schon darüber, dass es nicht schädlich sein soll, weil mir tun die Augen ohne Filter ab 8 Zoll mächtig weh! Und wenn etwas schmerzt kann es doch nicht gesund sein??

Freundliche Grüße
Christian

PS: bei kleinen Teleskopen sehe ich keine Probleme. Mich wundert es auch, dass der Händler vom Link hier keine Unterscheidung nach Größe der Öffnung rmacht.
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Christian,

wir sollten mal differenzieren: Ein kleines, helles Objekt ist nicht sehr unangenehm, aber man erkennt auch keine Details darauf oder darin. Man ist aber durch die Helligkeit geblendet.
Je größer nun der helle Bereich ist, und je stärker der Wechsel für den Beobachter, umso unangenehmer wird das vom Helligkeitsempfinden her. Bei einem kleinen hellen Objekt stellt sich aber keine "Gewöhnung" ein, während sich das Auge bei einer großen Fläche schon darauf einstellt. Hat man Umgebungslicht, dann ist diese Einstellung gar nicht nötig. Kommt man aus dem Dunkel empfindet man das aber als störend und geht man danach wieder ins Dunkel, ist die Adaption natürlich futsch und man macht sich Gedanken, ob's denn nicht zu viel war.

Clear Skies
Sven
 

Christian_S2

Mitglied
Hallo Sven,

ich denke, Du siehst das Thema Blendung aus einer anderen Perspektive als ich. Du beziehst Dich auf die Detailerkennung bei der Mondbeobachtung. Da hast Du sicher recht und das ist ja auch ein wichtiger Punkt.

Mir ging es aber mehr um die Gesundheit und das angenehme bzw. schmerzfreie Beobachten des Mondes. Ich glaube, dass es auch dem Fragesteller darum geht, ob das Beobachten ohne Filter gefährlich ist. Er hat ja auch darauf hingewiesen, dass er mit Kind beobachtet.

Bei meinem ersten Teleskop (76/700) hatte ich überhaubt keine Probleme mit dem Mond. Beim zweiten Teleskop (114/900) tränten meine Augen bereits. Bei Beobachtung mit 108fach war es am stärksten. Aber es ging.

Bei meinem Achtzöller hatte ich richtige Schmerzen. Das gesamte Auge brannte immer stärker und das schon nach kurzer Beobachtungszeit. Ich habe dann das Auge gewechselt. Dann tat mir auch das zweite Auge weh! Das Schlimmste war aber, als ich bemerkte, dass ich, wenn ich nicht mehr den Mond betrachtet habe, zwei große blaugrüne kreisförmige Flecken sah. Als ich vom Balkon in das beleuchtete Zimmer ging, blieben diese Flecken und das Zimmer wirkte dunkler und farbloser.

Ich hatte wirklich Angst, da ja beide Augen betroffen waren. Es dauerte ca. eine halbe Stunde bis ich wieder normal sehen konnte.

Ich denke, dass die Größe der Öffnung eine wichtige Rolle spielt, ob die Mondbeobachtung schmerzfrei ist oder sogar gefährlich werden kann. Haben wir keinen Augenarzt unter den Foristen?

Freundliche Grüße von
Christian
 

Astrozoom GM

Mitglied
Hallo Christian,

ich hatte diese Extremblendung mit anschließenden bunten Geisterbildern, die auch durchaus 10 bis 15 Minuten anhielten, auch schon miit 8 bis 12 Zoll Öffnung, allerdings nur bei großer AP und vorheriger guter bis teilweiser Dunkeladaption, also an dunklen Beobachtungsplätzen.
Für mich ist dabei durchaus entscheidend, dass ich z..B. im Vergleich zu dem lange Jahre auf meinem 8" f/6 Newton aufgesattelten 102/500er bei gleicher AP von 7 mm die Vergrößerung von ca 15 fach auf 30 fach steigt und die blendend helle Scheibe entsprechend größer wird.

Mein Augenarzt hält das für unbedenklich und man muss auch sagen, dass es ja "nur" reflektiertes Licht ist. Jeder H 6 oder Xenon Autoscheinwerfer in der Nacht müsste "gefährlicher" sein.

Beobachte ich z.B. von der Dämmerung in die Dunkelheit hinein oder unter Umgebungslicht passiert das definitiv nicht.
Unterhalb von 4 mm AP in Richtung 3 mm AP lässt die Blendwirkungbei mir auch am dunklen Standort deutlich nach.

Gruß
Günther
 

dkracht

Mitglied
Hey Leute,
so kompliziert ist das doch gar nicht.
Ich habe ein Teleskop und das hat einen bestimmte Öffnung und damit ein bestimmtes Lichtsammelvermögen.
Nehme ich nun ein Okular mit wenig Vergrößerung, erscheint der beleuchtete Teil des Mondes sehr hell.
Nehme ich ein Okular mit höherer Vergrößerung, erscheint dieselbe Stelle auf dem Mond dunkler.
Betrachte ich auf dem Mond die Gegend des Terminators, ist es da wiederum dunkler.
Wenn ich mich "geblendet" fühle, schaue ich da nicht hin oder nehme einen Graufilter.
So jedenfalls mache ich das mit dem Mond in meinem Teleskop.
Clear Skies
Dietrich
 

Stathis

Mitglied
bei diesem Händler steht zum Mondfilter:

„Ein unverzichtbares Hilfsmittel zur Mondbeobachtung. Beobachtungen ohne Mondfilter werden nicht empfohlen und können dem Auge schaden.“

Hier der Link:
https://www.teleskop-spezialisten.de/shop/Teleskop-Zubehoer/Farbfilter-Mondfilter/Mondfilter-1-25::2651.html
Diese Aussage ist falsch. Der Händler täte gut daran, sie aus der Beschreibung zu löschen.
Das beobachten des Taghimmels durch ein Teleskop ist ja auch nicht schädlich für die Augen.
Niemand käme auf die Idee, die Mondbeobachtung bei Tag oder in der hellen Dämmerung als gefährlich zu bezeichnen.

Nachts sind die Augen an die Dunkelheit angepasst. Nur deshalb fühlt man sich geblendet. Man kann die Blendung vemindern, indem man die Umgebung einfach heller macht, wie hier bereits vorgeschlagen.

Oder man dämpft das Licht mit einen Filter. Problem dabei: Diese billigst gefärbten Fenstergläser sind leider nicht plan poliert und machen in der Regel unscharfe Bilder.
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Stathis,

hervorragendes Beispiel! Wer den Mond schonmal am Taghimmel gesehen hat, sollte bemerkt haben, dass normale Cumulus-Wolken deutlich heller weiß strahlen und erheblich großflächiger erscheinen, als der Mond.

Clear Skies
Sven
 

Christian_S2

Mitglied
hervorragendes Beispiel! Wer den Mond schonmal am Taghimmel gesehen hat, sollte bemerkt haben, dass normale Cumulus-Wolken deutlich heller weiß strahlen und erheblich großflächiger erscheinen, als der Mond.
Hallo Sven,

das stimmt, aber durchs Teleskop habe ich die Wolken noch nicht beobachtet. Vielleicht blenden sie dann noch stärker als der Mond bei Nacht…

Bei der Sonne ist es ja auch so, dass der kurze Blick ohne Teleskop nicht schadet. Mit Teleskop (besonders einem großen) ist auch ein kurzer Blich sehr gefährlich!

Und dass indirektes Sonnenlicht selbst ohne Teleskop schädlich sein kann, kennt man ja von dem Begriff Schneeblindheit. Ich habe das mal beim Bergwandern in den Alpen erlebt. Im September war auf einem Hochplateau (2.000m) unerwartet eine geschlossene Schneedecke. Die Sonne schien vom blauen Himmel und ich hatte keine Gletscherbrille dabei. Wir mussten etwa 2 Stunden durch den Schnee laufen. Nach etwa einer halben Stunde brannten mir die Augen, es wurde immer schlimmer und ich dachte, ich werde blind. Selbst mit vorgehaltener Hand brannten die Augen weiter.

Die Schmerzen waren ähnlich denen bei der Mondbeobachtung mit dem Achtzöller. Bei der Schneeblindheit „verbrennt“ offenbar die Hornhaut des Auges ähnlich wie beim Sonnenbrand auf der normalen Haut. Die kurzwelligen UV-Strahlen der Sonne sind das Problem.

Wie ich oben schon geschrieben habe, was weh tut kann eigentlich nie gesund sein. Deshalb bin ich vorsichtig geworden. :cool:

Freundliche Grüße

Christian
 
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Christian_S2

Mitglied
Hallo Günther,

Mein Augenarzt hält das für unbedenklich und man muss auch sagen, dass es ja "nur" reflektiertes Licht ist. Jeder H 6 oder Xenon Autoscheinwerfer in der Nacht müsste "gefährlicher" sein.
ist Dein Augenarzt auch Hobby-Astronom? Dann würde es mich noch mehr überzeugen.

Reflektiertes Licht kann auch gefährlich sein (Schneeblindheit). o_Oo_O
Und in den Scheinwerfer siehst Du nur kurz und das ohne Teleskop!

Beobachte ich z.B. von der Dämmerung in die Dunkelheit hinein oder unter Umgebungslicht passiert das definitiv nicht.
Unterhalb von 4 mm AP in Richtung 3 mm AP lässt die Blendwirkungbei mir auch am dunklen Standort deutlich nach.
Das werde ich mal probieren. Ich bin offenbar empfindlicher was das Mondlicht betrifft. Bereits ab einer AP von 1 empfinde ich es unangenehm. Bei einer AP von > 2 unerträglich.

Vielleicht probiere ich es auch mal mit Sonnenbrille oder SoFi-Folie... :cool::cool:

Freundliche Grüße
Christian
 
Zuletzt bearbeitet:

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Christian,

ach, das ist schade, ich hatte oben ausgeführt, dass die Flächenhelligkeit eines Objekts im Teleskop niemals heller sein kann, als die mit bloßem Auge erfahrene Helligkeit, und da ein Teleskop Punktquellen zu einem Beugungsscheibchen verschmiert, werden diese auch nicht heller. Der Blick in die Sonne ist auch ohne Teleskop sehr gefährlich (daher die Sofi-Brillen) und der Blick auf "Schönwetterwolken" ist harmlos.

Hier sollte es einfach reichen, danke. Blah...

CS
Sven
 

Astrozoom GM

Mitglied
Hallo Christian,

......ist Dein Augenarzt auch Hobby-Astronom? Dann würde es mich noch mehr überzeugen.
nein, er ist nur Facharzt.

.......Reflektiertes Licht kann auch gefährlich sein (Schneeblindheit). o_Oo_O.......
In der Tat. Auch ein Teleskopspiegel bringt Dir nur reflektiertes Licht ans Auge, das habe ich in in dieser Argumentation nicht berücksichtigt.
Schnee besteht aus Eiskristallen und das sind lauter kleine Spiegel.
Der Mond weicht m.E. in seiner Oberflächenbeschaffenheit allerdings genügend davon ab.

.......Und in den Scheinwerfer siehst Du nur kurz und das ohne Teleskop!....
Das kommt sehr auf die Länge der Geraden an auf der Dir so ein Fernlichtfanatiker entgegen kommt......und mit dem Teleskop wird NICHTS HELLER.

Das werde ich mal probieren. Ich bin offenbar empfindlicher was das Mondlicht betrifft. Bereits ab einer AP von 1 empfinde ich es unangenehm. Bei einer AP von > 2 unerträglich.
Genau Christian, das richtige Zusammenspiel zwischen Umgebungshelligkeit und/oder Lichtfilterung mit der AP ist der Schlüssel zu
1. blendfreier Mondbeobachtung
2. Mondbeobachtung mit allen Details die Dir gegebene (Fernrohr)Öffnung und Qualität (der kompletten Kette vom Mond bis zu Deinem Auge, Deinem Visus) zeigen können.

Manchen Menschen (mir auch) gelingen da z.B. auch ganz erstaunliche Steigerungen mit einem Binoansatz.

Gruß
Günther
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Werner,

der absolute Durchmesser wird kleiner, aber das resultierende Öffnungsverhältnis sorgt im Rahmen des nutzbaren AP-Bereichs wieder, dass die Minimalvergrößerung ansteigt: Bei der maximalen Irisöffnung ist Schluss, AP-Werte darüber führen zu Öffnungsbeschneidung: Und nix is mit heller!

Was faktisch passiert: Die Helligkeit der Beugungsfigur nähert sich der Flächenhelligkeit des Objekts an, je geringer der Größenunterschied zwischen Beugungsfigur und Originalbild ist. Bei ca. 4m Spiegeldurchmesser bekommst Du Betelgeuse so langsam auf Originalgröße und dann hast Du da einen Punkt mit der Flächenhelligkeit dieses Sterntyps (wie das nun mit der Flächenhelligkeit unserer Sonne zusammenpasst, weiß ich nicht). Betelgeuse ist reichlich groß und nah.

Also ehrlich gesagt soll doch jeder Panikschieben, der will, und losrennen und Filter kaufen. Das will ja auch keiner, die Mondtotale mit 7mm AP ins Auge brezeln macht einfach kein Spaß. Aber wenn, dann bitte konsequent und bei Mondlicht auch die Sonnenbrille mit UV Filter aufsetzen. Ganz wichtich.

Clear Skies
Sven
 
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