Mondmosaik in Farbe

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sushidelic

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Hallo!

Am 14. Abends wollte ich eigentlich bei ENDLICH mal wieder klaren Bedingungen mit dem Hyperstar etwas Schmalband rumprobieren, aber da stand der Mond doch so schön hoch am Himmel, dass ich die Nase wieder abgeschraubt habe.
Und die Bedingungen waren echt nicht schlecht, wie oft hier am Alpenrand zwar mächtig großes Gewaber, aber die feinen Details waren da. Deswegen mit dem 610er Longpass und der ASI183MM in 14 Panels den Mond abgegrast, und dann mit einem Astronomik 2C L und der ASI183MC nochmal das Ganze. Am Ende hatte ich knapp 1.2TB Daten auf der Platte.
Geholfen hat mir dabei die wunderbare Software von Rolf Hempel, mit dem MoonPanoramaMaker habe ich die Aufnahme gesteuert, und mit dem LRGBAligner die beiden Bilder deckend gemacht.
Natürlich habe ich die Farbwirkung deutlich überhöht, wollte aber vermeiden, den krassen "mineral moon look" zu erzeugen, hoffentlich ist mir das gelungen.
Nicht alle Panels hatten die gleichen guten Bedingungen, aber bei einigen hat sich die volle Auflösung doch gelohnt, deswegen hab ich das Mosaik dann nativ belassen, kommt bei 3910mm Brennweite und der 183er dann auf ca. 14.000 Pixel Kantenlänge. Hier in der Galerie hab ich es mit den maximalen 3840x3840 eingestellt.


Hier gibt's den Lappen in FullRes (~200 Megapixel)

LG Michael
 
Hallo Michael,

viel Arbeit, aber die hat sich gelohnt. Die Farben sind zwar schwach, aber doch sichtbar - gut ausgewogen!

LG und CS Erich
 
Wow o_O
Ich weiß gar nicht, was ich zur Astrobin-Datei sagen soll - einfach wow (schließe mich Torsten Hansens Kommentar in der Bildergalerie an).
:y: :y: :y:
 
Hallo Erich, hallo Frank,

freut mich, dass Euch das Ergebnis gefällt! Nach gut zwei Monaten ohne klaren Himmel war das auch für mich ein echtes Highlight, wieder einmal mit der Kamera zu hantieren. Dass dabei auch noch echt gute Bedingungen herrschten, war dann natürlich um so schöner - kann jetzt aber gerne wieder häufiger so sein!

LG Michael
 
Hallo Michael,

echt beneidenswert !
Die Aufnahmegröße / Auflösung im Primärfokus übertrifft dank enormer Brennweite und kleinerer Kamerapixel ja schon meinen 12" F5 Dobson mit Q-Turret Barlow & Asi120mm.

Ist fast schon frustrierend, um mehr als einen Krater abzulichten muss ich mehrere Abschnitte abfilmen und mich ziemlich lange auf einen kleinen Mondbereich konzentrieren. Und das alles und noch viel mehr passt da auf nur eine Kachel. Aber egal, ist halt so bei günstigerer Kamera mit kleinem Sensor.

Besonders hoch aufgelöst finde ich die Region um Sinus Iridum / Plato. Wahnsinn wie viele der kleinen Krater du da erwischt hast, Gratulation.

Gruß,
Holger
 
Hi Holger,

die Pixel- und Sensorgröße der 183er ist schon recht optimal mit dem C14. Die 2.4µm liegen auch nach Nyquist und Co. bei F11 ziemlich genau an der Auflösungsgrenze, bei der Chipgröße habe ich über das ganze Feld noch eine richtig gute Spotsize, und bei den maximalen 18.9fps kommen 400MB/s an Daten rüber, das geht noch ganz gut, mehr würde aber schon schwierig.
Ein großes Problem mit der ASI und dem Rotfilter sind die Gitterstrukturen, die immer wieder auftauchen. Wenn man bei Autostakkert! das Alignment mit Preblur macht, kann man das etwas eliminieren, aber sobald man auf der kleinsten Waveletstufe schärfen will, kommen die Muster gerne wieder durch. Auch bei HA-Sonnenfotografie gibt es wohl das Problem mit dem Sensor, und die 183er wird da nicht empfohlen.
Genau um Plato herum sieht man die Problematik mit dem schwankenden Seeing - Plato habe ich aus der Kachel "geklaut", bei der er voll rechts am Rand lag. Die Kachel rechts daneben, bei der er eigentlich zentraler war, hatte nicht annähernd die Qualität. Leider war das Alpental genau und ausschliesslich in der Kachel, das musste ich also aus der nehmen. Naja, Rille ist ja noch zu erahnen, aber wenn man genau schaut, sieht man den Schärfeübergang zwischen Plato und Alpen.
Am Südpol war es auch nicht schlecht, Clavius kommt auch ganz gut rüber. Da gibt's die vier mini Krater unter Clavius C (die eigentlich noch mehr kleine Krater sind), aber wenn ich da die vier Punkte sehe, bin ich zufrieden ;).

LG Michael
 
Hallo Michael,

das ist wirklich grandios. Man sieht sogar innerhalb von Plato die kleineren Sekundärkrater. Wenn man nur die Preview hier im Forum anguckt sieht das alles noch recht normal aus. Die Vollversion auf Astrobin ist aber klasse aufgelöst. Das kannst du dir locker auf 2m x 2m ausdrucken.

Wie kann ich mir das eigentlich mit dem Hyperstar vorstellen? Schraubt man da einfach das Teil rein und fotografiert munter Deepsky und dann wieder den Fangspiegel rein und kann super Mondaufnahmen machen? Ohne justieren oder so? Wie lange dauert den jeweils der Systemtausch?

Grüße,
Joachim
 
Hi Joachim,

in der Theorie ist das so. In der Praxis hat bei mir der Wechsel von Hyperstar zurück auf F11 bis jetzt immer problemlos ohne Neujustage funktioniert. Andersrum kann ich nur sagen, dass der Hyperstar einfach eine Diva ist, vor allem bei Vollformat. Wenn ich da mal alles im Griff habe, klappt das vielleicht auch so easy, aber da bin ich generell noch nicht zufrieden.

LG Michael
 
Hi Holger,

unter "Advanced -> Experimental Features and Parameter Tuning" kann man einen v/h Preblur einstellen, der nur beim Alignment verwendet wird, das Stacking ist dann wieder mit der Original-Footage. Das verhindert, dass Autostakkert! die Bilder auf das Schachbrettmuster alignt, hilft Dir bei der MC allerdings nicht weiter, da leider dann auch das Bayerpattern weggeblurt wird...

Edit: Hab wegen des Checkerboards grade Folgendes auf der Zwo-Website gelesen:

"Notice: After receiving user feedback, it has been brought to our attention that this IMX183 sensor has grid pattern noise when doing Ha solar imaging. To alleviate this issue, please take flat frames for calibration (out of focus or add a Barlow lens to take flat frames). We recommend our ASI1600/ASI174 mono camera for Ha solar imaging."

Das das Problem sich evtl. mit Flats korrigieren lässt, hätte ich nicht gedacht, das muss ich mal ausprobieren. Tritt auch nur im tiefen Rotbereich auf, aber eben deswegen echt nervig für HR Mondgeschichten.

LG Michael
 
Jetzt wollte ich gerade die M2 löschen, da habe ich doch noch zwei Krater vom selben Abend entdeckt, die ich einzeln aufgenommen hatte und noch nicht bearbeitet. Waren echt ordentliche Bedingungen, gerade zu Anfang, und nachdem ich die beiden vor dem Mosaik zum "Testen" aufgenommen hatte, war das Seeing da mit am Besten.
Also hier einmal Clavius und Plato:
clavius.jpg
plato.jpg


LG Michael
 
Hallo Michael,

und da sind sie, die feinen Krater im Inneren von Plato !
Ich beiße mir da schon seit Jahren die Zähne aus.

Gruß,
Holger
 
Hi Holger,

ja, die Kraterchen rauszuschälen hat diesmal recht gut funktioniert, ich hab sie aber in der Bearbeitung etwas gequält und doch einen Tacken überschärft. Ist halt immer so genugtuend, wenn etwas Kontrast in den Platoboden kommt. Letztendlich entscheidet einfach das Seeing - und da gilt die Regel: Meistens hat man Pech, und manchmal einfach kein Glück. Diesmal war es ausnahmsweise anders.
Wie häufig ich aufgebaut habe, Stunden gewartet und die Kamera laufen lassen, dann wieder ohne ein einziges Filmchen abgebaut, mag ich gar nicht wissen. Aber davon sieht man hier ja dann auch nix ;).

LG Michael
 
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