Mondmosaik vom 21.04.2018 (with IR-pass)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Ehemaliges Mitglied 31195
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Ehemaliges Mitglied 31195

Hallo,

am 21.4. hatte ich auch noch ein Mondmosaik mit einem IR-Passfilter aufgenommen. Aufnahmekamera war wieder die ASI178MM an dem GSO 200/800-Newton mit 2,25x-Barlow.
Der IR-Pass soll ja besser fürs Seeing sein. Ich weiß aber nicht, ob das wirklich besser ist als ohne. Andererseits, meine ich, war es noch dunstiger als vor einem Monat. Vielleicht habe ich das Limit für meinen 8-Zöller unter meinem Himmel erreicht.

Groß und Daten auf Astrobin: https://astrob.in/345020/0/

Gruß

*entfernt*
 

Anhänge

  • 2018-04-21_Mondmosaik_small.jpg
    2018-04-21_Mondmosaik_small.jpg
    109,1 KB · Aufrufe: 269
Hallo Heiko,

ja die Wirkung eines IR-Pass Filters sollte wohl nicht überbewertet werden. Ich habe zwar nur einen RG610 Rotfilter aber auch damit wird nur eine geringe Verbesserung erzielt:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/janssen-kamera-verglegrs32.jpg

Das Seeing ist nun mal der wichtigste Faktor und das war bei Dir bestimmt noch nicht optimal. Dein System ist noch lange nicht ausgereizt. Bei besseren Bedingungen geht da noch einiges mehr.
In voller Auflösung sieht es schon leicht verwaschen aus aber etwas kleiner kommt auch das Mosaik scharf rüber. Genau so mache ich das bei meinen Aufnahmen. Ich passe die Größe den Bedingungen an um noch einen schönen scharfen Gesamteindruck zu erhalten.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

hast wohl recht. Ich denke auch, den Vorteil den man durch den IR-Passfilter hat, geht wieder dadurch verloren, daß man etwas länger belichten muß und dadurch das Seeing weniger "einfrieren" kann. Das mag bei Deep-Sky-Aufnahmen anders sein, wo man sowieso kein Seeing "einfrieren" kann.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo zusammen,

nicht vergessen sollte man auch, dass bei Fotografie in den längeren roten / infraroten Wellenlängen die Auflösung signifikant sinkt. Dazu gibt's einige Abhandlungen.
Was also das Seeing beruhigt, reduziert leider auch die Auflösung.
Na ja, in der Physik gibt's halt nichts umsonst.
 
Hallo Heiko!

Die 178er Kamera mit 2,4µ Pixel ist ab einer Blende 3,6 x 2,4 = 8,64 optimal angepasst. Deine 2,25fach Barlow wird wegen der bei einer Kamera weiter hinten liegenden Bildebene (im Vergleich zu einem Okular) einen Faktor von etwa 2,5 bringen (zumindest wenn Du die Kamera in die 5/4" Hülse der Barlow an Stelle eines Okulars einsetzt. Damit hast Du bei der Aufnahme eine Brennweite von 2 Meter, und eine Blendenzahl von 10. Damit liegst Du sogar über dem Wert von 8,64 auf der sicheren Seite.

Diese Rechnung gilt allerdings für 550nm Wellenlänge. Bei IR reduziert sich die Auflösung bei einem normalen IR-Passs Filter um etwa 30%. Daher verkleinere ich alle IR-Pass Bilder auf 70%, dann sollte das Bild nach üblichen Kriterien einen gut scharfen Eindruck machen. Selbst in Anbetracht dieser Tatsache ist dein Mosaik noch lang nicht an der möglichen Schärfe angekommen, da ist also noch deutlich Luft drin.

Die Belichtungszeit verlängert sich bei der 178er Kamera bei der Nutzung von IR-Pass auf das Dreifache, ist aber immer noch kurz genug für ordentliche Bildschärfe. Der Gewinn durch "Einfrieren" wird oft überschätzt, die Verzerrung bekommst Du auch durch kurze Belichtung nicht weg. Schon bei mittlerem Seeing ist der Gewinn durch ein IR-Pass Filter höher als der 30% Verlust an Auflösungsvermögen der Optik.

Ich habe seit Monaten mäßiges Seeing gehabt, musste aber wegen Tests unbedingt Mondaufnahmen fertigen. Dabei ergab sich ohne Filter oder mit IR/UV Blockfilter keine Chance für eine brauchbare Aufnahme. Mit dem Baader IR-Pass oder dem Astronomik IR-Bandpass 642-842 nm ergaben sich jedoch noch durchaus nutzbare Resultate, ebenfalls aufgenommen bei f = 10. Als Beispiel schaue den unten stehenden Beitrag über "Mondfotografie bei Tageslicht" an. Ein weiteres Beispiel habe ich unten angehängt. Ein Rotfilter reicht zu solchen Bildern übrigens nicht, ein sehr tief im IR liegendes Filter würde ich auch nicht nutzen, es verlängert die Belichtung bei normalen Kameras zu sehr, und reduziert die theoretische Auflösung noch weiter.

Die Bilder wurden bei f = 10 mit der 178er Kamera und IR-Pass aufgenommen, und dann auf 70% verkleinert (wie oben erläutert), und sind trotz recht miesem Seeing noch brauchbar. Ohne IR-Pass hätte ich keine Chance gehabt, alle Videos im sichtbaren Licht habe ich sofort wieder gelöscht. Ich benötige allerdings keine Barlow, weil die 178er an mein C11 optimal angepasst ist. Eine gegebenenfalls erforderliche Barlow sollte apochromatisch (also mindesten 3-linsig) sein. Auch die Optik muss gut sein, und bestens(!) kollimiert, die Bildverarbeitung (besonders die Schärfung) muss stimmen.

Für weitere Info (Kameraanpassung, Filter, Kameravergleich, Bildbearbeitung......) lies im unten verlinkten Tutorial!

Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/Schattenwurf.jpg

http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/Schattenwurf.jpg

Gruß, Peter



 
Hallo Peter(s),

danke für eure teilweise ausführliche Antwort. Ich sehe, es gibt noch Potential nach oben, die Physik selbst kann man aber nicht beschummeln.
Das Tutorial von Peter W. kannte ich sogar schon vorher. Ich glaube, das gab mir sogar die Idee den IR-Passfilter einzusetzen. Ich werde mir das jetzt noch einmal anschauen und versuchen, zunächst die Bildbearbeitung zu verbessern. Beim nächsten Mal werde ich dann noch mehr auf Kollimation und Fokusierung achten.
Wenn das Seeing und der Hochnebel aber zu stark sind, muß ich wohl akzeptieren, dadurch keine topscharfen Bilder machen zu können.

Viele Grüße

*entfernt*
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben