Montierung für Astrophotographie

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zwent

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Hallo zusammen,
ich bin auf der Suche nach einer Montierung für den Einstieg in die nachgeführte Astrophotographie.

Visuell steht mir der 130er Newton auf Exos-1 meiner Partnerin zur verfügung. Photographisch habe ich mit meiner Ausrüstung (D3100, 18-200mm, Kugelkopf, Berlebach-Stativ) bisher solange statisch belichtet, wie es die Brennweite eben hergab. Das ganze ist auch noch nicht ausgereizt, aber ich mache mir seit einigen Wochen Gedanken um eine geeignete Montierung für Langzeitaufnahmen.

Anfangs soll die kleine Nikon mit vorhandenen Objektiven darauf Platz finden. Später soll die Montierung aber auch einen APO tragen (~500mm) und vorzugsweise noch etwas Reserven für ein Guiding-Rohr und Kamera bereit halten.

GoTo ist eigentlich nicht notwendig, würde mich aber nicht stören. Soweit ich das sehe, ist bei Optionen mit vorbereiteter Guiding-Funktionalität aber meist ohnehin GoTo mit an Bord (außer z.B. SynTrek). Da ich die DSLR mit einem Laptop steuere, könnte ich z.B. das Teleskop auch gleich mittels Rechner ansprechen, bei einer SynTrek bin ich dann ja mit EQMOD auch schon fertig.

Ein weiteres Kriterium ist das Gewicht. Ich möchte die Montierung gerne und ohne größeren Aufwand transportieren können.

Preislich bin ich recht flexibel. Eine Marke liegt so um die 1000€. Gerne weniger. Bei entsprechender Argumentation ist das Budget aber auch erweiterbar. Es soll einfach etwas qualitativ vernünftiges herauskommen. Etwas womit ich Spass habe. Preiswert im Wortsinn.

Bisher sind mir die folgenden Produkte untergekommen, allerdings habe ich Probleme, die Montierungen qualitativ einzuordnen.
Da wären z.B. Skywatchers EQ3-5. Wobei die EQ3 Pro SynScan preislich recht interessant ist (~420€), aber mit einem APO photographisch wohl an der Grenze ist (Tragkraft 7kg). Für 150€ mehr gibt es die EQ5 mit nominell 3kg mehr Tragkraft, für wieder 150€ mehr geht es dann mit der HEQ5 los, die nocheinmal 2(?)-4kg drauflegt, aber doch schon recht massiv ist.
Dann gibt es da Celestron mit der CAM oder AVX zwischen 800 und 1000€ und mit einer Nutzlast entsprechend der HEQ5 (wenn man den Angaben glauben kann). Die CAM finde ich durch das Plastikgehäuse etwas 'billig'., Die AVX schon ganz interessant, zumal etwas leichter als die HEQ5.
Interessant finde ich auch die Vixen GP2 ggf. in der Photo Guider Variante. Letztere lässt wohl kein Autoguiding zu, damit müsste man sich das ganze händisch zusammenstellen und landet mit einer SkyScan-Steuerung, Stativ, Polsucher, Schiene & Co. bei etwas über 1000€
Dann wäre da Bressers Exos-2 GoTo. Deren Spezifikationen entsprechen wie der Preis etwa der EQ5 PRO (Nutzlast 10kg, ~660€). Oder auch die iOptron ZEQ25, die Preislich wieder bei einer HEQ5 SkyScan liegt, aber etwas leichter ist.

Vor diesem Berg stehe ich nun. Es scheint, als seien die Skywatcher recht prominent in deutschsprachigen Gefilden, anderswo halt deren Orion Gegenstücke. Über eine Celestron AVX oder die iOptron ZEQ25 findet man weniger. Folgendes interessiert mich nun konkret:
- Wie verhält es sich Qualitativ mit diesen Herstellern und Montierungen? Sowohl hinsichtlich der Hardware selbst als auch der Software der Steuergeräte. Ist z.B. der bei einer Vixen zu zahlende Aufpreis relativ zu einer (H)EQ5 gerechtfertigt? Inwiefern macht sich das bemerkbar?
- Gibt es wesentliche Unterschiede im Handling?
- Habe ich Alternativen vergessen?
- Soll ich mir eine Polaris oder das iOptron-Pendant auf das Berlebach schrauben und den Rest in Bier investieren? (Wobei, da bleibt auch nicht viel übrig. Unfug.)
- Liege ich überhaupt völlig daneben mit meinen Plänen (die anderen Fragen hätte ich trotzdem gerne erörtert)?

So da gäbe es bestimmt noch mehr, aber die Wand aus Text ist nun auch erstmal hoch genug für einen ersten Post. In diesem Sinne hoffe ich auf konstruktive Kommentare. Danke und Prost.

Sven



 
Hi Sven
Zitat von zwent:
Ein weiteres Kriterium ist das Gewicht. Ich möchte die Montierung gerne und ohne größeren Aufwand transportieren können.
Wie schätzt Du da deine Exos-1 ein (die praktisch einer EQ-3 bzw. NEQ-3 bzw. EQ 3-2 entspricht)?
Ist da vom Handling her noch viel Luft nach oben?
Ansonsten gäbs ja noch die Option, deiner Partnerin Polsucher sowie Motorkit zu spendieren und darauf dann einfach die Kamera aufzusatteln.

cs
Jürgen
 
Hi Jürgen,
diese Antwort habe ich vergessen vorwegzunehmen ;).
Grundsätzlich eine valide Idee, aber ich hätte das ganz gerne getrennt.

Als Referenz finde ich die 4,6kg der EXOS-1 ganz angenehm. Ein wenig Luft ist da noch.
Grundsätzlich findet sich bei der EXOS-1 ein klein wenig Spiel in den Achsen (mit 130/1000mm Newton), was ich aber mangels Vergleichsmöglichkeit nicht bewerten möchte.
 
Hallo Sven,

Ich würde mal die Vixen GPD2 in den Ring werfen. Mit der Zweiachsensteuerung liegst du im Rahmen deines Limits, bekommst eine qualitativ gute Montierung mit der Option sie später mit Goto auszustatten. Als Nachfolger der alten DX sicher keine schlechte Wahl!

CS,
Martin
 
Hi Martin,

Zitat von astromartin:
Hallo Sven,
Ich würde mal die Vixen GPD2 in den Ring werfen. Mit der Zweiachsensteuerung liegst du im Rahmen deines Limits, bekommst eine qualitativ gute Montierung mit der Option sie später mit Goto auszustatten.

Sicherlich auch eine Alternative. Trägt bis zu 14kg, wie die HEQ5. Allerdings kostet mich die Vixen mit Stativ und Skywatcher SynScan schon über 1500€. Dabei weiß ich nicht was sie besser kann und ob ich mir diese Vorteile durch 'günstige' Motoren und GoTo-Steuerung wieder zunichte mache.
 
Hi Sven,

was du ansprichst ist sehr richtig und wichtig. Nicht alleine die Montierung ist ausschlaggebend sondern auch die Motoren und vor allem die Getriebe. Eine Montierung kann man im Rahmen auch noch optimieren, bei Getrieben wird das schwierig. Als vor mehr als 10 Jahren die ersten EQ6en auf den markt kamen wurde schnell klar, das die Schwachstelle nicht die Monti selbst ist sondern die verbauten Getriebe. Damals gab es Bastelprojekte um die Getriebe gegen bessere von Conrad aus zu tauschen:-)

Grundsätzlich solltest du wenn du Astrofotografie betreibst an der Montierung so wenig wie möglich sparen. Ich neige da zu etwas zu groß zu dimensionieren aber besser so als andersherum.

Aus jüngster Erfahrung kann ich dir sagen ein 500mm Apo mit hochauflösender CCD geht noch auf einer GPDX/ GPD2 mit entsprechender Steuerung und Motoren. Etwas Steigerung würden noch hochwertigere Motoren bzw Getriebe bringen. Danach wird aber die Luft dünn. Ich habe mir gerade eine Losmandy G11 gekauft mit ESCAP Motoren. Da sind wir preislich schon in einer ganz anderen Dimension. Und darüber hinaus sind wir dann schnell im 7000€ Bereich, da wird es dann ultimativ:-)

Du musst im Prinzip die Entscheidung treffen zwischen HEQ5 und GPD2. Da ich erstere nie hatte kann ich dir dazu nichts sagen. Evtl. kann dir hier aber tatsächlich ein Händler weiter helfen. Oder andere Forenuser.

Alternativ könntest du versuchen eine gebrauchte EQ5 (das sind exakte Klone der GPDX) zu bekommen und sie selber optimieren. Dabei lernst du sehr viel über die Montierung und lernst ihre Stärken und Schwächen kennen. Das hilft dir bei der Einschätzung weiter. Unter Umständen kannst du mit solch einer Montierung und guten Motoren/Getrieben genau so gute Ergebnisse erzielen wie mit der GPD2 im neu Zustand. Also ich würde es fast vermuten.

CS Frank
 
Hallo zusammen,

Sven, du hattest für mich nicht so deutlich gesagt dass Goto für dich ein Hauptkriterium ist. Daher mein Rat.

Was die Qualität angeht: Ich hatte sowohl die EQ 5 als auch die GP (nicht DX) als auch die HEQ5 Pro Synscan. Qulitativ war die GP deutlich besser als die beiden anderen. Auf einer Säule habe ich damals die ersten Aufnahmen mit einem Vixen R200 SS gemacht. Das war mit 12 KG grenzwertig (inkl Leitrohr etc.). Auf die HEQ5 kannst du mehr laden, keine Frage. Aber du solltest nicht davon ausgehen dass du sofort ein System hast mit dem du loslegen kannst. Von der Justage des Schneckenspiels bis hin zum Tausch von Lagern und Fett gibt es da durchaus Baustellen die man abarbeiten kann. Nicht dass ich jetzt sagen wollte dass es ohne nicht geht. Aber ein bisschen Glück muss man haben.

Bei der GPD2 würde ich den Verbesserungsspielraum kleiner einschätzen. Die Montierung ist gut gemacht und wird fast unverändert seit 20 Jahren eingesetzt. Auch dass sie selten gebraucht zu bekommen ist würde für mich dafür sprechen. Vielleicht liegt das aber auch daran dass sie nicht mehr gekauft wird - dass kann ich leider nicht sagen.

Wenn Goto für 1000 € inkl. sein soll und du Tragkraftmäßig nach oben noch Luft haben willst, kommst du um die HEQ5 m.E. nach nicht herum. Weder die EQ 3-irgendwas noch die EQ5 sind da eine ernsthafte Alternative.

CS,
Martin
 
Hi Martin,
tatsächlich ist Goto auch kein Hauptkriterium, das war ein wneig ungeschickt formuliert. Die Möglichkeit zum Guiden sollte allerdings schon gegeben sein. Soweit ich das bisher verstehe, ist es ja egal, ob die Steuerung nun über die Handbox (SynScan) einen Auto-Guider oder einen Rechner kommt. Die SynScan schein da die günstigste Motorisierung zu sein, und hat halt auch noch Goto an Board.

Grüße, Sven
 
Hallo Sven,

das Goto Kit für die die EQ 5 (das auch für die GPD2 passt) liegt bei 379€ insgesamt kommst du also auf 1.278€. Bei der HEQ5 gibst du sicher nochmal 300€ Euro für Verbesserungen aus. Ich bin nach wie vor der Ansicht, das man damit besser fährt. Jemand anderer Meinung?

CS,
Martin
 
Ich seh gerade dass das Stativ nicht dabei ist. also stimmt deine Rechnung...

CS,
Martin
 
Hi,
trotz Martin und Franks Anraten zu etwas Massiverem habe ich mich gerade ein wenig in die Celestron AVX verguckt. In den entsprechenden englischsprachigen Foren [1] kommt die Dame ganz gut weg, auch mit Equipment das teilweiser schwerer ist, als das von mir geplante (Ich überschlage DSLR + APO500 + Guiding auf max 7-8kg).

Außer der Empfehlung zu HEQ5, GP-DX & Co gab es bisher leider kaum Feedback bezüglich meiner eigentlichen Fragen. Naja, evtl sind das ja auch tatsächlich die einzigen Alternativen.

Ich werde die Tage evtl. mal ein paar Händler ansprechen, evtl. gib es da ein wenig mehr Infos und Empfehlungen. Eben solche sind hier natürlich auch weiter sehr willkommen.
Es eilt ohnehin nicht.

Danke und Grüße,
Sven

[1] http://www.cloudynights.com/ubbthreads/showflat.php/Cat/0/Number/5613234/
 
Viel Glück damit, Sven!

CS,
Martin
 
Hallo,

wenn das so ist wie Martin schreibt und man an einer neuen Montierung Lager und diverse Teile auswechseln muss, dann würde ich bei einem Preis von über 1000 Euro doch davon abraten von diesem Hersteller überhaupt eine Montierung zu kaufen.

Gruß Jens
 
Hi Jens,
das sehe ich ähnlich. 1000€ sind nun auch kein Pappenstiel und dann hätte ich das ganze gerne schon aus der Kiste vernünftig konfiguriert.

Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass das sich das bei der AVX genauso Verhält. Oder überhaupt bei Montierungen in diesem Preissegment. Oder wie es mit der Serienstreuung ausschaut.

Gestern beim Recherchieren ist mir auch noch einmal die iOptron ZEQ25 aufgefallen. Die wird in ein paar englischsprachigen Foren angepriesen, aber viel Substanz ist da auch noch nicht dahinter.

Also bin ich wieder (fast) am Anfang. Aber wie gesagt, es eilt ja nicht.

Apropos, wieviel legt man für eine gebrauchte Vixen GP-DX so üblicherweise auf den Tisch (nur Montierung)?

Grüße, Sven
 
Hallo,

egal von welchem Hersteller, wenn eine Montierung nicht das hält was Sie verspricht, sofort zurück damit und ausstauschen lassen.
Sowie Du da selbst handanlegst oder Teile wechselst, war es das mit dem Garantieanspruch. Bei den Preisen würde ich mir das zweimal überlegen.

Gruß Jens
 
Hallo zusammen,

bitte nehmt das ganze Optimierungsgedöns nicht so wichtig. Hier wird meiner Meinung nach ein wenig übertrieben. Klar wenn das Fett sehr alt und zäh ist kann man es wechseln. Viel wichtiger ist die richtige Einstellung des Schneckenspiels, das kann zum Geduldsspiel werden, da zumindest bei der DX und deren Klone das Lager der Schnecke eigentlich den Namen Schneckenlager nicht verdient hat. (Wird bei den EQs nicht anders sein).

Dann beachtet bitte noch das auch die Motoren, Getriebe und die Steuerung nicht unerheblich zur Genauigkeit beitragen.

Also sollte man das ganz realistisch betrachten: Eine Monti in der Preisklasse ist KEIN mechanisches Sahnestückchen! Dementsprechend sollten die Erwartungen sein.

Einen 500mm APO mit einer DSLR nach zu führen sollte für keine der genannten Montis eine große Schwierigkeit darstellen.
Zur Ioptron sei gesagt das sie mir von einem Händler (!) nicht empfohlen werden konnte. Celestron kenne ich nicht, hat mich aber immer abgeschreckt wegen des Plastiks. Heisst aber nicht unbedingt was.

CS Frank
 
Hallo allesamt,

ich dachte ich hätte mein Statement klar genug gemacht. Ich habe nicht gemeint, die HEQ5 sei ohne Modifikationen grundsätzlich nicht für Astrofotografie nutzbar. Das ist sie sicher, und es gibt viele Beispiele hier im Forum die das zeigen. Allerdings würde ich einschränken dass diese Montierung nicht dafür prädestiniert ist - zumindest nicht im Vergleich zu anderen ähnlich teuren Montierungen.

Es geht hier um die Eignung zur Astrofotografie. Und wenn ich eine solche Montierung mit 10 oder mehr kg belasten will - und der damit verbundenen Brennweite, stoße ich mit der HEQ5 schnell an Grenzen die ich ohne diese Modifikationen nicht überwinden kann. Meine Erfahrungen mit Vixen oder auch Losmandy sagt mir dass die Produktqualität dort eben höher ist und der Verbesserungsspielraum kleiner. Also sind auch die zu erwartenden Gesamtkosten niedriger - wahrscheinlich auch der Frustlevel wenn ich nicht erst Meterweise Erfahrungs- und Optimierungsberichte lesen muss bevor ich auf die Spur komme.

Ich will nicht pauschal sagen, die GPD2 sei besser - zumal ich keine eigenen Erfahrungen mitbringe. Aber die Tatsache dass es recht wenige (negative) Berichte über diesen Hersteller gibt, bringt mich schon zur Überzeugung dass sie mehr richtig als falsch machen. Ich habe auch selbst die HEQ5 eingesetzt war mir aber immer der Limitierungen bewusst. Der Preisunterschied ist also durchaus relativ zur gebotenen Leistung zu sehen.

Genauso wie jedes Teleskop seinen Himmel hat, hat den auch jede Montierung. Der Eine ist größer, der andere kleiner.

CS,
Martin
 
Hallo Sven,

alle genannten Montierungen sind primär für visuelles Beobachten gerechnet/geplant/gebaut.

Das kann bei den "Popelpreisen" um 1000 Euro garnicht anderst sein.

Die Händler bewerben alle diese Montierungen mit "fototauglich". Das stimmt, weil man ohne Optimierung, also "out of the Box" Fotos von Sonne, Mond und Planeten machen kann.

Wenn man sie selber etwas optimiert, sind sie auch für Deepsky und den damit einhergehenden langen Belichtungszeiten fototauglich. Die original Vixen Montierungen (GP, GP-DX, GP-D2) brauchen etwas weniger Optimierungsaufwand, die anderen etwas mehr. Aber bei allen muß spätestens vor dem ersten kalten Winter das zähe, spottbillige Chinafett raus und durch qualitativ deutlich besseres ersetzt sowie das Schneckenspiel in beiden Achsen je nach Temperatur (Sommer-/Winterbetrieb) neu justiert werden.

Durch die reine Justage des Schneckenspiels verlierst Du keineswegs die Garantie, und neues Fett ist auch kein Grund für Garantieverlust. Laß Dir da von keinem Händler einen Bähren aufbinden. Solange diese Arbeiten mit Sachverstand ausgeführt werden und Du nichts an der Mechanik/Elektronik beschädigst, ist alles ok.

Ich habe alle meine Montierungen (neu und gebraucht erworben) entsprechend behandelt und bin jetzt fotografisch sehr zufrieden mit ihnen...

Dein Ansatz:
1 Montierung für Fotografie
1 Montierung für visuelles Spechteln

ist sehr gut. So könnt Ihr beide spechteln, während auf der 2. Montierung die Fotografie läuft. :super:

Wenn es bei den 500 mm Brennweite bleiben soll, brauchst Du definitiv kein "Guidingrohr". Dann reicht der 9x50 Sucher samt einer empfindlichen Guidingcam allemal. Das spart Gewicht... :)
 
Servus,
besitze die HEQ5pro (gebraucht über e-bäh gekauft). Halte die Monti in der Größenordnung durchaus tauglich für die Astrofotografie. Bin gerade noch am laborieren, um das Autoguiding einzurichten, ohne guiding kann ich mit dem kleinen 130/650pds Skywatcher Newton ca. 90sec ohne viel Ausschuß belichten, mit guiding dürfte deutlich mehr drin sein. Im Vergleich zur EQ5 (hat meine Frau) ist das schon eine andere Liga. Ebenfalls im Vergleich zu der Vixen SP, die ich früher einmal hatte. Und im Vergleich zu der Ur-EQ6, die ich besaß, habe ich das Gefühl, die HEQ5 ist von einem anderen Hersteller, funktioniert ohne Modifikationen einfach gut. Das Goto kann ich für astrofotografischen Einsatz nur empfehlen, macht die Positionierung erheblich einfacher (ich hab es lange ohne goto probiert).
Hier ein Beispielbild, der Komet mit dem kleinen Newton auf HEQ5, 23 frames a90sec (von 27 frames habe ich vier aussortieren müssen) bei 800iso, eos1000da, mpcc:

Link zur Grafik: http://cdn.astrobin.com/images/f8213250-b5b5-46de-a6fa-b3c45dfbae34_thumb.png

Viele Grüße,

Gottfried
 
Hallo zusammen,

ich und ein Freund haben 3 verschiedene Montierungen im Einsatz. Alle ohne Modifikationen. Alle ausgepackt , calibriert und losgelegt. Meade LXD75, Celestron CAM AS-GT,
Skywatcher HEQ5 SkyScan. ALLE schaffen das Equipment was du da drauf packen willst locker. Mit einem MGEN kannst du easy durch den Sucher guiden und mit deinem APO belichten bis der Hintergrund weiß wird. Die Aufschaukelei nach immer noch mehr Reserven bringt ja nix, da landet man sonstwo. Grundsätzlich gibt es in dieser Gewichtsklasse noch die Losmandy GM-8 für schlappe 3000.- Euro. Mehr Qualität kostet sicher auch mehr Geld. Wenn du aber im Rahmen von 1000.- Euro bleiben möchstet, reichen die üblichen verdächtigen alle und bei einem kleinen APO allemal.
 
Danke für eure Erfahrungen und Hinweise.

Relativ zu anderen Montierungen mag es sich um 'Popelpreise'
handeln, teilweise komme ich aber noch nicht hinter die Kalkulation, besonders bei den eben diesen 1000€ Montierungen. Hinter den Syntha-Montierungen stehen doch Stückzahlen, oder sehe ich das falsch?

Zu meiner Entscheidungsunfähigkeit, errm ,-findung; Ich liebäugele zwar immer noch mit VAX und ZEQ25 (das Gewicht!) aber HEQ-5 bzw. Sirius EG-G steigen bei mir gerade stark im Kurs. EQMOD und die Fülle an Erfahrungen und Informationen im Netz sind für mich zwei ganz stichhaltige Argumente.

Gleichzeitig schaue ich aber auch nach einer gebrauchten Vixen GP DX, evtl. findet sich ja auch in dieser Richtung noch etwas.

Bis dahin bastel ich mir wohl eine kleine Barndoor-Montierung und harre den Dingen die da kommen.

Grüße, Sven
 
Eben noch Tommys Beitrag gesehen;

das Bestätigt auch was oben schon erwähnt wurde und eigentlich auch Sinn ergibt. Was sollen sich diese Montierungen auch gegenseitig nehmen? Wenn da ein Knaller dabei wäre, der alles so viel besser macht als die anderen, dann würde sich das wohl auch jemand entsprechend vergüten lassen.

Danke und Grüße, Sven
 
Hallo,

darf ich mal meinen Senf dazugeben. Ich habe die HEQ-5 syntrek (ohne goto) nun seit 3 Jahren im Einsatz und mache damit denke ich was die Montierung angeht Astrofotographie am Limit.
Ich würde sagen bis unter 10kg funktioniert sie gut. Ich habe einen 200/800 allderings aus carbon + OAG im Einsatz, was ohne viel Wind gut geht (als der noch aus stahl + leitrohr war, hatte ich sprünge in DEC). Mit dem 107/700 apo spielt sich die monti natürlich.
Einzig sei zu sagen dass die HEQ5 einen kurzperiodischen RA fehler hat was guide-belichtugnen von maximal 1s fordert. In Deklination hatte ich immer mal wieder probleme mit backlash, den ich dahingehend überliste dass ich ein wenig falsch einnorde damit die poldrift nur in eine richtung läuft und so nie umgeguided werden muss.
Getriebespiel locker einstellen dann passt alles.
Mit oberen Tricks bin ich gut beugungs und seeing begrenzt denke ich und komme an die bild-qualität von wesentlich teureren Montierungen ran.
Bei deutlichem Wind fotografiere ich ohnehin nicht weils nix bringt (seeing und aufgeblasene Sterne). Bei gutem Seeing hatte ich schon mal FWHM werte von 2.1-2.2" (Schmalband h-alphe 10-20min einzelbelichtungen). Denke da kann man sagen dass die Monti ordentlich läuft für Mitteleuropa.

Hört sich jetzt auf den ersten Blick nach großer Baustelle an. Ja out of the box geht sie schon aber ich wollte halt optimieren. Ich trau mich aber wetten dass Du ein ähnliches Spielchen mit den anderen Montierung auch machst. Außer deine Ansprüche sind nicht so wie meine.

Fazit: für den Preis in meinen augen eine gute Montierung wenn man gewillt ist mit dem etwas lästigen RA lauf und dem Dec-backlash umzugehen. Wenn man das nicht macht dann verliert man vlcht 10% performance oder vielleicht maximal 20. Also nicht so dass gleich garnix geht.

hoffe geholfen zu haben.

bilder gibts auf www.sternenbann.at

lg Bernhard

 
Hi Bernhard,
danke für Deinen Senf. Ich denke ohnehin, dass ich als Anfänger ersteinmal andere Probleme haben werde als ein wenig zähes Fett oder Lagerspiel. Und da man derlei Dinge nach euren Berichten ja ganz gut in den Griff bekommt, ist das in Ordnung. Zuweilen verliert man bei der Recherche ein wenig die Perspektive.

Sollte ich in den kommenden Tagen nicht irgendwo doch noch das ein oder andere schlagende Argument für eine andere bzw. gegen eine HEQ-5 auftreiben, so wird es wohl letztere werden. Evtl. auch nur in der SynTrek Variante die ich dann via EQDirect goto-fähig bekommen. Der Markt für gebrauchte GP-DX schaut gerade mau aus.

Grüße, Sven

PS.
Bernhard, schöne Bilder auf Deiner Seite!
 
Hallo Sven,

meine Empfehlung nach eigener Erfahrung.
Ich habe die HEQ5 Synscan von Martin gekauft.
Ohne Optimierung und Guiding waren schon recht passable Aufnahmen drin, allerdings haben Montierungen dieser Preisklasse starke Qualitätsschwankungen, da die QS Kontrolle halt nicht so exakt ausfällt, man weiß also erst hinterher, was man bekommt.
D.h., bei einer höheren/besseren Kontrolle gibt es mehr Ausschuss und somit steigt der Preis, defakto machst Du mit der HEQ5 am Anfang nicht viel verkehrt. Überlege doch mal, ob Du nicht eine gebrauchte kaufst, kostet nur ca. die Hälfte und Du kannst erstmal den Umgang üben.
Wenn Du handwerklich geschickt bist, kannst Du die Optimnierungen auch selbst vornehmen, das spart auch nochmal Geld. Auf der Seite von den DS Brothers ist ein Link zu einer guten Anleitung. Kaufe dazu gute FAG Lager und gutes Fett, der Austausch ist wirklich kein Hexenwerk, inzwischen nehme ich die Montierung blind auseinander.
Nachdem ich die Lager und das Fett ausgetauscht hatte, und das Schneckenspiel neu eingestellt habe, läuft sie merklich um einiges ruhiger, somit sind nun auch größere Belichtungszeiten möglich.
Dazu noch eine gute Guiding Cam, ich habe mich auch lange geträubt, aber die Empfehlungen hierzu sind sicherlich begründet, selbst bei teureren Montierungen. Hier bietet sich die Alccd5L-IIm an, für das gesparte beim Gebrauchtkauf, ist die Guiding Cam sozusagen inkl. :-)
Später kann man immer noch bessere Montierungen kaufen, wenn die Ausrüstung größer wird oder die Ansprüche steigen.
Nach der ATT ist mein Ziel eine ASA oder Avalon Montierung, die haben es mir angetan, besonder die M-Uno, ein Traum.

Auf der ATT habe ich mir auch die neue LX80 von Meade angeschaut. Ich war wirklich erschrocken von der Verarbeitungsqualität, so hat mich die Technik gar nicht weiter interessiert.

Gruss Roland
 
Hallo Roland,
halber Preis für HEQ5 schaut im Moment schlecht aus. Hier und auch in andere Foren werden bzw. wurden kürzlich verschiedene Varianten angeboten, die eher bei 60-70% des (ursprünglichen) Neupreises lagen. Außerdem sollte es zumindest eine Version mit SynTrek (bzw. dazu kompatibel) sein, da ich eben EQmod verwenden möchte.
Genauso ging gestern eine 11 Jahre alte Vixen GP für 430€ in der Bucht weg. Tatsächlich kann ich aber auch verstehen, dass man seine ggf. gepflegten Geräte nicht verramschen möchte.

Aber da es nicht eilt, halte ich die Augen offen. Evtl. ist ja demnächst ein Schnäppchen dabei. Und die Gewindestange für den ersten Barndoor-Versuch liegt auch schon auf dem Schreibtisch.

Grüße, Sven
 
Hallo Sven,

ja da muss man Geduld haben oder einfach nur Glück.

Ich drück Dir die Daumen. (Und schau Dir mal die M-Uno an, ist echt eine Augenweide, wenn auch obsolut nicht in Deinem Preisbereich)

Gruss Roland
 
Hallo zusammen,
ich habe mir jetzt eine gebrauchte GP mit Holzstativ geholt (ein 135 Newton von Vixen war auch noch dabei).

Ich habe die letzten Wochen sehr viel über die verschiedenen Möglichkeiten sinniert und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich keine fertige, für einen Anfänger relativ hochgezüchtete Komfortlösung (HEQ5/EQ6) möchte. Ich glaube den entsprechenden Stimmen, dass man damit weniger Probleme hat und schneller ans Ziel kommen kann. Aber der Weg ist ja mitunter ganz interessant und die Erfahrung möchte ich mir nicht nehmen.
Ich warte bis die neue alte Montierung hier eintrudelt, mache mich parallel auf die Suche nach fehlendem Kleinkram und entsprechenden Motoren und Steuerung für die Nachführung (Vorzugsweise EQmod kompatibel) und harre den Dingen die da kommen.

Danke für eure Beiträge.

Beste Grüße, Sven
 
Gutes Gelingen! Über die GP braucht man ja eigentlich nicht mehr viel sagen. Mit passenden Motoren und Steuerung kann man auch damit bereits viele schöne Bilder gewinnen. Für den Einstieg ist das in Ordnung. Je weniger Brennweite umso besser für den Anfang, umso leichter und schneller die ersten Erfolge!

http://www.astrobin.com/gear/79/

Darf man fragen wieviel Du für die GP und den 135er Newton noch auf den Tisch gelegt hast?

Liebe Grüße Klemmi
 
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