Murphys Law hat wieder zugeschlagen...

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BackyardImaging

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Liebe Community,

gleich zu Anfang sorry für den längeren Text, aber das muss jetzt mal raus.

Mit eurer Unterstützung und der meines Vereines habe ich nun seit längerem mein astrofotografisches Setup, konnte mit dem Guiding beginnen (dank des MGEN2 nahezu ein Kinderspiel) und seit einigen Tagen darf ich auch nach einem Spontankauf, bei dem viele schöne Fotos auf Astrobin und zugegebenermaßen auch etwas Wein im Spiel war, einen Optolong L-extreme Filter mein eigenen nennen. Was dann noch fehlte, waren klare Nächte...

Mittwoch Abend bot sich dann die Möglichkeit. Klar, am nächsten Tag war Arbeit angesagt, aber notfalls geht's auch mal mit 4-5h Schlaf. Die nächste Frage war die nach dem Objekt zum auf die Pelle rücken. So ein wenig hatte ich ja mein Augenmerk auf Wolf-Rayet-Gegenden gelegt und kam daher ziemlich schnell bei NGC 6888 an. Mit 432mm Brennweite zwar alles andere als "Fill the Frame", aber gab's da nicht nebenan noch so eine hübsche Soap Bubble? Die rauszukitzeln, das wäre doch mal was. Für eine Anfängerin ambitioniert, aber wenn's einfach wäre, könnte es ja jeder. Hätte ich mal gewusst, was das nach sich gezogen hat... Aber der Reihe nach.

Nacht 1: Ich habe mein Setup in der Dämmerung aufgebaut, was mir mittlerweile erfreulich schnell von der Hand geht, inkl. Einnordung ganz old school visuell über den Polsucher. Dann das Alignment. Erster Stern Arktur. Tja, irgendwie konnte ich dieses Mal kaum etwas über den Sucher der Kamera sehen. Das Peilen über das Fernrohr beherrsche ich auch nicht so gut, so dass ich mit der Handsteuerbox mehr oder weniger zielgerichtet über den Himmel fahre, bis das Sternchen sich in den Sucher verirrt. Hat es schlussendlich auch, allerdings viel mir das Zentrieren sehr schwer. Irgendwie seltsam... Oder auch nicht, wenn man daran denkt, dass man ja dieses Mal einen Schmalbandfilter in der Optik hat :rolleyes: Nach mehreren Anläufen hat es dann allerdings funktioniert. Dann das Zielobjekt aufgesucht, das Guiding angestellt, Testaufnahme und: Sterne aufgebläht. Fokus saß leider gar nicht, obwohl den - dachte ich zumindest - ganz gut eingestellt hatte. Leider waren in der Gegend die Sterne zu schwach für den Liveview der Canon, so dass ich erstmal wieder zu Deneb gefahren bin. Neu fokussiert, zurück zum Crescent-Nebel und dann erneuert eine Testaufnahme. Dieses Mal waren nur viele Striche zu sehen - das Guiding funktionierte offensichtlich nicht mehr. Gaaanz ruhig durchatmen, Ulrike... wird eben noch mal kalibriert, ist doch kein Hexenwerk. War es auch nicht. Hat aber auch nichts gebracht. Nun war guter Rat teuer. Aber wozu hat man nette Vereinskollegen, wovon einer auch noch ein Magier am MGEN ist? Das Problem wurde schnell analysiert: Der Leitstern wanderte immer wieder aus dem Blickfeld. MGEN ausgeschaltet, wieder an, kalibriert und nix... Mittlerweile war eine gute halbe Stunde mit vornehmlich Ratlosigkeit vergangen, bis er dann doch noch eine Idee hatte, die schlussendlich auch das Problem behob: Die Montierung hatte in eigener Verantwortung entschieden, dass die Nachführung in Sterngeschwindigkeit doch auf Dauer etwas langweilig ist und man dass doch mal umstellen könnte... höhöhö! Ganz großes Kino. Aber - so sagte ich mir - blieben ja trotzdem noch ein paar gute Stunden für die Aufnahme. Das Guiding funktioniert wieder und es wurde Zeit für die nächste und hoffentlich letzte Testaufnahme. Also auf's Knöpfen gedrückt und es passierte erstmal nichts. Kein Grund zur Aufregung - normalerweise macht mein MGEN ganz gerne mal 15 oder 20 Sekunden Pause statt der programmierten 5 Sekunden. Hier mal dithern, dort mal kurz durchatmen und nur keine Hektik! Man ist ja bei der Arbeit und nicht auf der Flucht. Dieses Mal dauerte die Pause aber verdächtig lange. Genau genommen ging es gar nicht los. Kabel überprüft, die Einstellungen und die Stromzufuhr der Canon - alles lief wie am Schnürchen. Die Canon sprach auch auf manuelles Auslösen an. Auch gegen den Fernauslöser hatte sie nichts einzuwenden. Nur mit dem MGEN mochte sie auf einmal nicht mehr reden. Oder er mit ihr. Wer weiß das schon so genau. Wieder verging viel Zeit mit testen, probieren und lautem Fluchen. Doch dieses Mal gab es keine Lösung. Da mittlerweile die Zeit auch schon recht fortgeschritten war, packte ich zusammen. Immerhin sollte auch die nächsten Nächte sternenklar werden. Und irgenwie hoffte auch auf kurzzeitige Beziehungsprobleme zwischen Kamera und MGEN. Eine Gras drüber wachsen lassen und dann mal schauen.

Nacht 2: Ein bisschen müde aber motiviert kam ich an der Sternwarte an. Das Aufbauen ging wieder problemlos. Dieses Mal machte ich das Alignment ohne Filter und schraubte ihn erst danach ein. Das ging wesentlich einfacher. Dann besonders sauber und sorgfältig fokussiert und zum Objekt. MGEN angeschaltet, Kalibration, Guiding und das Testfoto. Und oh Wunder: MGEN und Kamera kommunizierten ohne Probleme, als wäre die letzte Nacht nicht gewesen. Was so ein wenig Abstand voneinander manchmal bringt... Dann stellte ich das Blickfeld an, so wie ich mir das in etwa vorstellte: Widefield mit Soap Bubble, deren Standort wie natürlich nur abschätzen konnten. Und dann Feuer frei. Es lief wirklich gut. Ich war sogar motiviert genau, etwas Zeit für Darks zu opfern, die ich bisher noch nie gemacht hatte. Gegen 1 Uhr musste ich dann allerdings aufhören, da ich am nächsten Tag wieder früh raus musste. Also noch kurz die Flats machen. Dazu brachte ich das Teleskop in die senkrechte und legte die Flatfieldmaske oben auf. Dann AV-Modus zum Errechnen der Belichtungszeit angeschaltet und mit einem leisen Plopp verabschiedete sich die Kamera aus dem OAZ und folgte den Gesetzen der Schwerkraft - gottseidank ins weiche Gras, so dass nichts kaputt ging (auch der Schwenkdisplay nicht). Nur für vernünftige Flats war es jetzt natürlich zu spät. Wie sich die Kamera lösen konnte, bleibt ihr Geheimnis, denn da ich achte immer sehr darauf, die Kamera wirklich vernünftig am OAZ zu fixieren. Ich hab dann trotzdem noch ein paar Flats und Biases gemacht, denn das war kein Aufwand mehr. Trotzdem fühlte ich mich langsam veralbert vom Leben, dem Universum und dem ganzen Rest...

Nacht 3: Am Wochenende ist ausschlafen angesagt, also Grund genug, noch einen Versuch zu starten. Die übliche Arbeitsroutine ließ sich gut an. Bis um Alignment, denn dafür muss man erstmal die Montierung anschalten. Was nicht funktionierte. Also das Einschalten schon, nur tat sich da nix. Mmh... was war es dieses Mal? Wilder Streik? Die Kabel saßen, auch der Akkupack war aufgeladen. Der MGEN bezog Strom, die Kamera, nur die Monti nicht. Was natürlich in Sachen Nachführung eher suboptimal ist. Hilfe nahte in Form meines Vereinskollegen, der das Problem schnell analysierte: Kabelbruch. Nun war guter Rat teuer. Allerdings erinnerte ich mich daran, dass der MGEN2 die gleiche Verkabelung hat, wie die Montierung. Und mein Verein verfügt, wie ich, über einen MGEN2. Heureka! Schnell den MGEN rausgekramt, das Kabel geschnappt und die Montierung verkabelt, eingeschaltet - wie Sie sehen, sehen Sie nix. Keine freundliche Begrüßung der Handsteuerbox. Es war einfach nur ein Trauerspiel. Das Kabel wieder entfernt und den Zigarettenanzünderanschluss (was für ein Wort!) unter die Lupe genommen - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn dort, am Vereins-MGEN, war zwar das Kabel in Ordnung, aber die Sicherung am Anzünder defekt. Nach einem Telefonat mit einem weiteren Vereinskollegen konnten wir trotzdem noch ein Kabel auftreiben, mit dem es endlich funktionierte. Es war leider schon wieder einige Zeit ins Land gezogen. Also fix das Objekt eingestellt (mehr oder weniger fix, denn wir versuchten natürlich, den Ausschnitt des vorherigen Tages zu rekonstruieren). Schlussendlich hat aber auch das geklappt, wenn auch mit minimaler Bildfelddrehung. Testaufnahme: Perfekt. Also Feuer frei. In der Sternwarte erstmal Kraft getankt, ein paar Chips genascht und ein Schwätzchen gehalten. Zwischendurch immer mal raus um zu schauen, ob alles noch lief. Das tat es. Nach rund einer Stunde stoppe ich die Aufnahme kurz, um zu schauen, wieviel der Kameraakku mittlerweile verbraucht hatte. Also die Nebel sahen auf den Aufnahmen schon echt toll aus! Wahnsinn, was der Optolong so alles kann - vor allem, wenn man die ganze Zeit bei ISO 6400 fotografiert, weil man nach der Testaufnahme das zurückstellen vergessen hat _affeaugen:. Arrrghhhhh! ISO schnell zurückgedreht und die Aufnahme wieder gestartet. Wenigstens ein paar Fotos sollten mir doch vergönnt sein... Nach einer weiteren halben Stunden bemerkte ich, dass aufgrund der Wahl des Objektes nun leider die Kamera drohte, am Stativ hängen zu bleiben. Das erste Stativbein nahm sie noch mit Bravour, aber rund eine dreiviertel Stunde später scheiterte sie am zweiten Stativbein. Da war jetzt nicht mehr viel zu machen. Ich habe die Nachführung gestoppt und eine Runde Darks fotografiert. Zum Schluss noch Flats und Biases, bei denen - wie sollte es auch anders sein - die Kamera wieder ihre eigenen Wege (nämlich ins Gras) ging. Natürlich vor (!) den Flats. Dieses Mal hatte sogar mein Kollege sie angezogen am OAZ.

Tja, das waren meine drei Nächte, die mich vor allem Demut gelehrt haben. Die Lust an der Fotografie ist nicht vergangen und letztlich hat jeder Fehlschlag auch einen Lerneffekt. Vielleicht sogar für den ein oder anderen , der das hier liest.

Clear skies,
Ulrike

P.S.: Eine quick-and-dirty Bearbeitung der Aufnahmen möchte ich auch dennoch nicht vorenthalten. Soap Bubble - ich komme wieder!
 

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Hallo Ulrike,

für solch Nächte fehlt hier ein "über den Kopf streicheln - wird alles wieder gut" Button und in der Sternwarte eine Ausgabe von Ernst N.egers "Heile,heile Gänsle" ...

Mitfühlende Grüße,
Peter

[Vorname korrigiert und einen Punkt im Namen von der Moderation eingefügt, um einen falschen Automatismus zu umgehen.]
 
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Und da wo dein agitatorischer Beitrag im Smalltalk stand, ist jetzt eine Lücke, die deinen Beitrag vollständig ersetzt. :y:
Danke an die Moderation.
 
@RaBaeh

Du hast ja Recht: Immerhin sind von [Moderation wegen Beleidigung gelöscht] nicht zensiert. Also weitergehen. Hier gibt es nichts zu sehen.

Und warum DU Deinen Beitrag nicht in Smalltalk postest, wo er hingehört, weißt wohl nur Du.
 
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Liebe Nutzer,

Leider hat hier die Automatik zugeschlagen und den Namen des bekannten Mainzer Karnevalsängers Ersnst N.egers (denkt euch den Punkt weg) zensiert. Das ist nicht in Ordnung.

Bitte tretet deshalb keine Diskussion und auch kleine politische Auseinandersetzung los. Wir werden uns dem Problem annehmen.

Euer Moderatorenteam
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, was heutzutage alles schiefgehen kann ist schon bemerkenswert.:cool: Als ich vor 50 Jahren mit der Astronomie begann, gab es nicht so viele Möglichkeiten des Scheiterns aber auch nicht so tolle Astrofotos von Amateuren. Für solche schönen Bilder musste ich in die Bücherei und mir ein Astro-Buch ausleihen.

Was Murphys Law angeht - nach meiner Meinung gibt es nur eine Sache, bei der mir Murphys Law helfen kann, nämlich bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Da muss ich mich dann nur reinsetzen.:)

Helmut
 
Ja, was heutzutage alles schiefgehen kann ist schon bemerkenswert.:cool:
Faszinierend ist außerdem, dass das alles in genau den drei nutzbaren Nächten passiert ist. Die nächsten Nächte versprechen zwar auch gutes Wetter, aber da bin ich leider unterwegs und kann keine Fotos machen. Außerdem muss ich erstmal neue Kabel bestellen :rolleyes:

Mal abgesehen vom technischen Versagen war da natürlich auch noch eine gute Portion menschliches Versagen dabei. Das ist schon okay, man kann ja nicht erwarten, dass alles immer zu 100% glatt läuft. Und die ISO nicht wieder runterzudrehen, ist sicher eine Sache, die häufiger mal passiert - wie zB auch die Bathinov-Maske nicht abzunehmen und ähnliches. Die Klassiker halt.
 
***Achtung Spassmodus***

@casati Hehehe, geb's zu, du hast den ollen Ernst PeopleofColor doch nur aus der Mottenkiste gekramt, um mal die Forensoftware zu foppen.:):)Ulrike verfügt ja über die Gnade der späten Geburt, und dürfte aufgrund ihres jungen Alters besagten Meenzer Fasnachtsbänkelsänger sicher nicht mehr live erlebt haben. Aber evtl. tue ich ihr auch unrecht, und sie ist mir der Narrenkappe geboren, oder hat sonstwie Sitzungspräsidenten wir den legendären Meenz bleibt Meenz Rolf Braun oder andere ehrenswerte Karnelvalisten in ihrem Familienstammbaum. Apropos, Rolf Braun, wieder so'n heute politisch bedenklicher Namen, Hilfe, aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus ...

@Ulrike2312 Lustiger Bericht, aber ich würde eigentlich sagen, das ist normal, alles noch im grünen Bereich.
Außerdem muss ich erstmal neue Kabel bestellen
Wieso? Einfach aufschnippeln, und die Enden zusammepfriemeln, und dann Tape drum.
Übrigens, auch das mit der dauernd 'rausfallenden Kamera ist nix schlimmes. Aber irgendwas scheint zu blockieren oder sonstwie zu klemmen, d.h. du kannst die Schraube anziehen wie eine Besessene, aber Druck kommt nicht dahin, wo er soll. Nimm dir den Schraubsel mal vor und untersuche ihn von allen Seiten, meistens sieht man recht schnell, wo's hängt, dann evtl, etwas 'rumfeilen, oder was halt zu machen ist, bin sicher, das lässt sich schnell fixen.

-cb

PS: ohne Worscht, ohne Woi, geht e räschte Meenzer oi !! Und noch'n Narhallamarsch!! Umtatata umtata, bald ist wieder 11.111....
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ulrike,

schöner Bericht und so realitätsnah ;).

Ich hätte da mal einen Tipp für Dich:
Wegen der Befürchtung, dass auch mir mal die Kamera (DSLR) aus dem Okularauszug raus fallen könnte, habe ich mir schon vor langer Zeit aus einem Schnürsenkel eine lange Schlaufe an einer der Ösen für den Tragegurt befestigt. Die lege ich immer um den Fokussierungsknopf des Teleskops. So würde im Falle des "Falles" (wörtlich zu nehmen) die Kamera vor dem Aufprall abgefangen. Hat bei mir funktioniert, sie ist noch nie raus gerutscht :giggle:.

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Danke für eure aufmunternden Worte; die konnte ich nach den drei Nächten gut gebrauchen :)

@Reinhard_Lauterbach
Hi Reiner,

danke für den Tipp! Eine Befestigung um den Fokussierer war auch eine Idee. Ein Schnürsenkel war auch griffbereit und so habe ich das gleich umgesetzt. Die Kamera ist zweimal ins weiche Gras gefallen aus nicht allzu großer Höhe. Daher ist nichts weiter passiert, sieht man mal davon ab, dass ich keine brauchbaren Flats mehr machen konnte. Falls ich aber mal mit der Monti auf härterem Grund stehe, könnte das anders ausgehen.

@Cpt.Boiler
Da die Sternwarte jetzt auch ein neues Stromkabel für den MGEN braucht, bestelle ich gleich alles zusammen. Außerdem ist bei dem RJ45-Kabel nach zwei Anwendungen der Pin abgebrochen. Hat mein Vereinskollege zwar repariert, aber sicherheitshalber kaufe ich da auch nach. Ich stehe ja nicht jedes Mal neben der Sternwarte, wo es notfalls Nachschub gibt :-)
Und danke auch für die "Gnade der späten Geburt" - Typisch Frau mache ich mich gerne jünger und feiere schon seit geraumer Zeit jedes Jahr meinen 29. Geburtstag. Allerdings ohne Narrenkappe. Das war und ist in meiner Heimat nicht sehr verbreitet.

Das Thema fallende Kamera muss noch untersucht werden. Daneben habe ich auch meist ein kleines Verkippungsproblem, was ich meist selbst überhaupt nicht diagnostizieren kann beim Aufbau (obwohl ich mich bemühe) und das dann erst auf dem fertigen Foto bemerke. Der Fokus klappt ganz gut. Später (oder vielleicht in gar nicht allzu langer Zukunft) werde ich auf Plate Solving setzen, denn bei mehreren Nächten Belichtungszeit ist es ein einziges Grauen, das ursprüngliche Gesichtsfeld zu reproduzieren. Vor allem, wenn die Tasten der Handsteuerbox nicht das machen, was sie versprechen (also Taste oben - Teleskop fährt nach oben) - Neee, das wäre ja zu einfach... :rolleyes:

Genießt die Schönwetterkatastrophe! Bei ruht das Equipment vorerst. Aber hoffentlich nicht all zu lange.

CS,
Ulrike
 
Crescent mit Soap Bubble war das Ziel (nicht zu verwechseln mit dem Bubble Nebula). Natürlich unter dem leider nicht so dunklen Himmel sehr ambitioniert. Keine Ahnung, ob es überhaupt hätte klappen können mit ausreichend Belichtungszeit. Aber Versuch macht kluch.
 
Es wird Zeit, mal meinen alten Thread wieder hochzuholen - nach der ersten klaren Nacht seit ungefähr 4 Monaten. Und natürlich ging alles schief, was nur schiefgehen konnte. Aber der Reihe nach. Ich stand bereits seit Beginn der Dämmerung auf der Wiese; dick eingepackt in mehrere Schichten Kleidung. Der Aufbau gestaltete sich reibungslos, ebenso wie die Einnordung ("classic style" mit Polsucher). Am Start war meine neu erworbene Asiair plus, die ja alles "as easy as 1...2...3" machen sollte. Nun ja, in den Videotutorials sah das auch alles ganz einfach aus. Entweder ist das alles Propaganda, oder ich stelle mich an wie der erste Mensch. Ich tippe auf letzteres. Ich kann nicht mal genau sagen, woran es gelegen hat, aber letztlich ist es bereits an der Fokussierung gescheitert. Irgendwie bin ich wahrscheinlich auch zu kopf- und planlos durchgestartet. Jedenfalls lag meine Frustrationstoleranz nach den ganzen Monaten im Einheitsgrau auch entsprechend niedrig und ich dachte mir, lieber noch ein paar Bilder mit dem alten Setup, sprich dem Guiding via MGEN machen. Alles alles wieder auf Null und das Alignment durchgeführt. Man, ist die Monti meterweit an Rigel vorbei gefahren - irgendwo in die Nähe vom Sirius. Egal, rübergeschwenkt, zentriert und den zweiten Stern eingestellt. Eigentlich war der Rosettennebel geplant, aber da war der Mond zu nahe, also habe ich h&chi angepeilt. Dann noch mit Testbildern zentriert, Fokus mit der Bahtinovmaske und den MGEN eingeschaltet. Star search gedrückt und nix... "Wrong camera mode". Mmh, was sollte nun wieder bedeuten? :unsure: Alle Kabel überprüft, alles saß fest. Trotzdem neu verkabelt, ohne anderes Ergebnis. Zur Sicherheit habe ich die Kabel gewechselt (habe immer zwei Paar vorrätig). Zum Schluss viel mir nur noch ein, den MGEN selbst zu tauschen und zwar mit dem aus unserer Sternwarte. Glücklicherweise ebenfalls ein MGEN2. Das hat aber alles nichts gebracht. Immer wieder "wrong camera mode".

Der Abend schritt voran, ich war maximal genervt und entschied mich, ohne Guiding einfach draufzuhalten. Also ein Testbild mit 30 Sekunden Belichtungszeit geschossen. Die Nachführung war mehr als grauenhaft. Sterne deutlich elongiert; teilweise sogar doppelt (und nein, das waren keine Doppelsterne!). Also habe ich die Polausrichtung überprüft, wozu ich die Achse aber verstellen musste, um den Blick auf den Polsucher freizugeben. Meine provisorische Polsucherbeleutung, bestehend aus einem kleinen Partylicht wurde angebracht - und fiel IN das Polsucherfernrohr. Klasse! Da half nur noch rausschrauben und neu einsetzen, was glücklicherweise sehr unproblematisch war. Neue Einnordung, aber auf das Alignment hatte ich keinen Bock mehr. Mir wurde von meinen Kollegen geholfen, die auch so auf Sicht h&chi einstellen konnten. Das zentrieren gestaltete sich dann allerdings etwas kompliziert. Aber auch das war nach nur einer halben Stunde erledigt :rolleyes: Testfoto...ging so. Fehlte nur noch der Fernauslöser, den ich nicht dabei hatte. Glücklicherweise hat die Stw einen eigenen - mit leeren Batterien. Aber auch damit ging ein Dauerfeuer, allerdings beschränkt auf die maximale Belichtungszeit meiner Canon (30 Sekunden). Egal. Also alles rangesteckt, Schieber eingestellt und los ging's. Ein Bild wurde ausgelöst, aber auch nicht mehr... Mmh. Das nächste Rätsel? Aber nein, in der Kamera waren die Einstellungen auf Einzelbild statt auf Serienbild. Darauf muss frau auch erstmal kommen. Dann gab es schließlich doch eine halbe Stunde Dauerfeuer, aber ich war schon ziemlich bedient, hundemüde und wollte auf den verlorenen Abend nur noch zwei bis zwanzig Gläser Wein trinken. Also raus, die Aufnahme gestoppt und nachgeschaut - die Nachführung war ein einziges Grauen. Mein Vereinskollege tippt auf die Hardware, die ich die nächsten Tage mal überprüfen lasse. Flats und Biases habe ich mir gespart und habe zusammengepackt.

Eben habe ich die Einzelbilder des Dauerfeuers angesehen und muss sagen, dass die zum (wahrscheinlich größeren) Teil sauber nachgeführt worden sind. Nur die letzten beiden Fotos waren unbrauchbar. Ich werde alles noch mal prüfen und schauen, wieviel Ausschuss ich insgesamt hatte. Und auch wenn ich gestern maximal frustriert war, würde ich mich heute wieder raus stellen. Leider hat von den Kollegen keiner Zeit und allein ist der Gruselfaktor zu groß. Also werde ich wohl noch warten müssen.

CS,
Ulrike
 
Hallo Ulrike,

dass zu lesen tut mir aber leid. Jetzt hast du dir schon die neue Technik zugelegt (EQ5 und ASIAIR) und nutzt sie nicht.. Wieso den Polsucher überhaupt noch anschauen. Die ASIAIR macht ja fast alles allein. Aber schau dir mal diese neue Videoanleitung ASIAIR deutsch an. Hier wird der wesentliche Ablauf wunderbar erklärt. Damit wird sicher Frust abgebaut.
 
und wollte auf den verlorenen Abend nur noch zwei bis zwanzig Gläser Wein trinken.
Zum Trost: WENN etwas bei mir nicht funktioniert, dann auch meist ALLES. Egal, was man fixt, es ist nur die Grundlage für das nächste Problem, das freudig auf den Auftritt wartet. Ich glaube, manche Setups sind wie ein Waffenmagazin. Feuert man ein Problem raus, wird das nächste nachgeladen. :eek::y:

lg
Niki
 
Hi,
ja nu, shit happens. :( Und was jemand nach einem solchen Bericht garantiert nicht hören/lesen will, sind dumme Sprüche. Also, hier kommt einer: :ROFLMAO:
Die ganzen technischen Gagdets und Gimmicks helfen einem, Probleme zu lösen, die man ohne sie gar nicht hätte ! :) (ok, etw. alt, aber immer wd. aktuell....)
Kopf hoch, beim nächsten mal wird alles besser!.
-cb
 
Hallo Ulrike,

dass zu lesen tut mir aber leid. Jetzt hast du dir schon die neue Technik zugelegt (EQ5 und ASIAIR) und nutzt sie nicht.. Wieso den Polsucher überhaupt noch anschauen. Die ASIAIR macht ja fast alles allein. Aber schau dir mal diese neue Videoanleitung ASIAIR deutsch an. Hier wird der wesentliche Ablauf wunderbar erklärt. Damit wird sicher Frust abgebaut.
Hi Harald,

ich habe gar nicht erwartet, dass das alles beim ersten Mal funktioniert. Wie immer bei der ganzen Technik steht am Anfang der Lernprozess. Wenn man das alles dann beherrscht, wird mir das meine Fotografie wahrscheinlich erleichtern. Nur leider kann ich mangels CS nicht so viel üben. Und wenn dann tatsächlich mal einen klare Nacht ist, will man natürlich auch mal ein Foto machen. Aber danke für den Link! Werde ich mir gleich anschauen.

CS,
Ulrike
 
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