Nach langer Pause wieder am Himmel

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pem.fue

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Hallo zusammen,

Nach langer Pause und nach Reparatur meiner Montierung habe ich die Schönwetterperiode versucht auszunutzen. Was aber nicht so einfach war. Als erstes habe ich eine neue Polausrichtung mittels Pointingmodell durchführen müssen. Das hat auch gut geklappt. Nach Angaben der Ausgleichrechnung bin ich ca 2.5' vom Pol entfernt. Das reicht aus.

In der ersten Nacht hatte ich dann alles vorbereitet. Bin zum testen auf M57 (Ringnebel) gegangen. Der PN war auch schon gut zentriert, alledings habe ich mit APT nochmal nachjustiert, die ersten paar Aufnahmen abgewartet und bin dann ins Bett. Ich hatte die neueste Version von APT direkt auf meinen ZOTAC Steuerrechner für draußen heruntergeladen, sonst mache dich das immer über meinen Linux-Rechner und schiebe die Daten per Intranet auf den ZOTAC.

Das habe ich diesmal nicht gemacht. Ich hatte den ZOTAC (der sonst im Rooter für die Außenwelt gesperrt ist) freigegeben. Das war ein Fehler. Denn das hat Windows ausgenutzt und gleich ein paar Updates runtergeladen und installiert. Heimlich im Hintergrund und ohne Information. Das hatte dann zur Folge, dass kurz nachdem ich im Bett war, der Rechner herunterfuhr und neue bootete. Damit war die Messung dahin, wie ich am Morgen bemerkte. Ich liebe Windoof.

Ich habe dann im Rooter Windows wieder dicht gemacht und in der nächsten Nacht erneut einen Versuch gestartet. Das hat auch ohne reboot geklappt. Allerdings war es draußen bei Beobachtungsstart noch ca 29°C. Im Laufe der Nacht kühle es
sich auf 15° ab. Dadurch liefen die Bilder aber nach und nach aus dem Fokus.
Das Problem habe ich noch nicht gelöst.

Aber ich bin trotzdem begeistert von meinen Neuanschaffungen der letzten Monate: Ich hatte die Kameras von Atik Horizon zu ASI1600PRO gewechselt. Zu den ASI Kameras gibt es auch noch das richtige Beiwerk. Nämlich Zwichenringe und Spacer und auch eine kurzes USB2-Kabel zum Verbinden einer Guidingkamera. Das fehlte bei Atik. Die Zwischenringe sind so bemessen, dass sie zusammen mit der Kamera auf 55mm Backfocus kommen. Ganz praktisch.

Die andere Neuanschaffung war der sehr stabile Celeston AOG. Der kommt auch mit jeder Menge Zwischenringe und ist in der Beschreibung auch für 55mm Backfokus ausgelegt. Das heißt, es gibt den passenden 11.55mm Zwischenring. Dazu noch einen 11mm Zwischenring aus den Autoguider-Ausgang geschraubt und alles passt.

Ich liebe es, wenn Firmen mitdenken!

setup1.png

Hier ein Bild vom Setup. Ich habe allerdings die original Rändelschrauben von Celeston "plattgeklopft", d.h. gegen fache und breite ausgetauscht. Damit ich am Focuser vorbeikomme. Der Autoguider-Stutzen kann separat fokusiert werden. Ebenfalls sehr hilfreich und notwendig. Da hat sich auch noch eine Wespe mit aufs Foto geschlichen...

M57m.gif

Leider ist die Bildserie im Laufe der Nacht aus dem Fokus gelaufen aufgrund von starken Temperaturänderungen. Das Summenbild besteht aus 30 Einzelbildern a 300s. Das erste war noch im Fokus. Man sieht im Vergleich, dass die Sterne deutlich dicker werden. Allerdings erkennt man im Summenbild schon den erweiterten Ring um M57 und die Hintergrundgalaxien deutlicher als im Einzelbild. Zudem fällt am oberen rechten Rand ein kreisrundes Emmisionsgebiet auf. Da weiß ich nicht, ob das reell ist. Vermutlich schon, bin aber zu faul zum recherchieren.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Nachdem ich ein Defokusieren während der Nacht vermute, habe ich mir die Brennweiten der Einzelbilder mit Imagesolve in PI berechnen lassn:
focal.png

Tatsachlich nimmt die Brennweite um ca 1.5mm im Verlaufe der Zeit ab. Leider kann ich das nicht mit der Temperatur korrelieren, weil ich die nicht gemessen habe. Ich habe zwar ein Außenthermometer mit Funk (404 MHz) auf der Dachterrasse, bekomme die aber nicht in den Rechner. Gibt es einen USB-Empfänger dafür?

Das erste Bild sieht noch fokusiert aus, bis auf Trackingfehler. Es zeigt einen Ausschnitt in Originalgröße:
M57_01.png


Beim letzten Bild, das mit ca 1.5mm aus dem Fokus gelaufen ist, sieht es jedoch entsprechend schlimm aus:
M57_36.png

Was mich erstaunt: Die Sterne sind nicht gleichmäßig "donut-förmig". Hat sich da die Kollimation verstellt? Das müßte ich beim nächsten Mal nochmal kontrollieren.

Wie bekommt Ihr die Defokussierung über Nacht in den Griff?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Peter,

ich kontrolliere alle 5 bis 10 Aufnahmen - je nach BZ - akribisch auf Schärfe. Einfach das letzte Bild aufrufen, maximal vergrößern und genau hingucken. Da kann es schon vorkommen, daß ich nachstellen muß, besonders beim 10er RC mit seinem Stahlblechtubus, der ja einem SC generell ähnelt. Inzwischen habe ich einen Fokusmotor mit Temperaturkompensation (hat einen eigenen Fühler), kontrolliere aber trotzdem - trau schau wem! ;)

Thermofühler mit USB: schau mal bei ClewareControl, die Dinger haben wir in Rechnerschränken eingesetzt, um deren interne Temperatur per PC überwachen zu können. Der Sensor sitzt samt USB-Wandler in einem etwa zuckerwürfelgroßen Klötzchen und hat ein USB-Kabel dran. Die zugehörige Saftware kann nebst grafischer Darstellung auch Alarme und Aktionen auslösen. Hat gut funktioniert.

Gruß,
Okke
 
Moin Peter,
erstmal herzlichen Glückwunsch zum neuen Setup!
Es scheint sich ein Tilt eingeschlichen zu haben, ist auch schon im ersten Bild zu sehen!

Ich mache das mit dem Fokus so wie Okke: Regelmäßig von Hand nachfokussieren. Normalerweise zuerst ca. nach 30 Minuten, dann nach einer weiteren Stunde, dann nach weiteren Zwei. Ich behalte dafür immer die letzte Aufnahme im Blick (über VNC). Dazu muss man quasi daneben sitzen, aber das Setup kann ich nicht alleine lassen.
Wenn ich mit meinem 71mm Borg im Garten knipse, kann ich ohne Refokus durchlaufen lassen.

Ansonsten kommst du wohl um sowas, wie Okke schreibt, nicht herum. Sei es als Eigen-Arduino-Bastellösung, oder als gekauften Autofocus. Da gibt es eine ganze Reihe von Geräten mit einem oder mehreren Temperaturfühlern, die müssen für dein Setup dann kalibriert werden und machen dann automatisch. Eine Temperaturänderung wird da vermutlich linear in eine Fokusverstellung umgemünzt. Ich habe keinen und kenne mich nicht aus.
Ziemlich elegant finde ich übrigens die Lösung hier (is nur büschen teuer).

CS Hoschie
 
Hallo ihr beiden,

danke für Eure Rückmeldung. Dann ist also nichts mehr mit "ins Bett gehen". Vermutlich sind die Temperaturunterschiede im Sommer zu hoch. Zu anderen Jahreszeiten hatte ich keine Problem mit dem Fokus. Allerdings hatte ich da immer eine Heizmanschette um die Schmidtplatte liegen. Vielleicht macht das den Unterschied und der Fokus verändert sich aufgrund der Temperaturverformung der Schmidtplatte? Also weniger der Hauptspiegel? Nach dem Verlauf der oben gezeigten Kurve nimmt der Fokus relativ schnell ab. Vielleicht weil die dünnere Schmidtplatte schneller auskühlt? Dann muß man sie warm halten. Alles nur Vermutungen.

Ich mache das ganze auch vom Wohnzimmer aus remote. Da habe ich die Aufnahmen immer im Blick und kann mir auch die letzte abgespeicherte Aufnahme anschauen. ich muß dann nur raus, um die Bahtinov-Maske aufzusetzen. Das Problem, was ich sehe bezüglich einer automatischen Fokusregelung per Temperaturfühler (das kann mein Starizona Micro-Fokuser sogar), ist, dass mein C925EHD über den Hauptspiegel fokussiert wird und damit einen beträchtlichen "Backlash" hat, wobei das Bild auch noch durch Spiegelshifting verschoben wird. Zusätzlich darf ich dann den Hauptspiegel nicht mehr arretieren und kommt zum Spiegelshifting während über Zeit, besonders beim überschreiten des Meridians. Natürlich kann man auch einen anderen Weg des Fokusierens finden, dann ist aber mein Setup mit den passenden Zwischenringen dahin.

Der Vertreiber des Teleskops (Baader) gibt an, immer "von oben" zu fokussieren, um den Hauptspiegel "gerade" zu halten. Jetzt weiß ich aber nicht, ob das die richtige Richtung für die Temperaturkorrektur ist.

Leider ziehen in den letzten Tagen Nachmittags immer Gewitterwolken auf, so dass ich mich nicht traue, aufzubauen. Am Abend, wenn es dunkel ist, lösen sich die Wolken wieder auf. Dann habe ich aber schon keine Lust mehr aufzubauen. ;)


Spiegelshifting ist für diese Art von Teleskopen immer ein Problem, es ist auch nicht reproduzierbar. Deshalb kann ich meine ASA DDM60Pro auch nicht frei laufen lassen (per Pointingmodell, so wie es vorgesehen ist), das geht nur kurzzeitig (1-2min) gut. ich kann zwar ein lokales Pointingmodell erstellen, indem ich den Stundenwinkel über die gesamte Belichtungsperiode abfahre. Das klappt aber auch nur bedingt gut, eben wegen des nicht gut reproduzierbaren Spiegelshiftings, und Philip Keller läßt nur eine begrentze Zeit (2-3 Stunden) für dieses lokale Pointing zu.

Gruß,
Peter

@ Hoschie: was meinst Du dennn mit:
Es scheint sich ein Tilt eingeschlichen zu haben, ist auch schon im ersten Bild zu sehen!
 
Vielleicht macht das den Unterschied und der Fokus verändert sich aufgrund der Temperaturverformung der Schmidtplatte?

Moin Peter,
da bin ich kein Experte, aber ich vermute mal: Nein. Die Schmidtplatte soll nur die Abbildungsfehler des sphärischen Hauptspiegels korrigieren. Die macht also keinen Fokus, sondern sphärische Aberration oder Koma.
 
Hallo Hoschie,

Stimmt. Das kann es also nicht sein. Ich hatte mein Teleskop über Tag draußen in der prallen Sonne auf der Montierung stehen. Der untere Teil, wo der Hauptspiegel sitzt, ist schwarz verkleidet. Vermutlich heizt sich das Teleskop dermaßen auf, dass der Spiegel lange braucht, um auszukühlen. Vielleicht sollte ich mal eine Rettungfolie drumherum wickeln.

Aber was meinst Du mit: Es scheint sich ein Tilt eingeschlichen zu haben, ist auch schon im ersten Bild zu sehen!

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,
die Sterne sind nicht ganz rund. Könnte natürlich ein Nachührfehler sein, sieht für mich aber eher ähnlich wie eine Koma aus. Auf der unscharfen Aufnahme sieht man dann ganz deutlich, dass das Airy-Scheibchen nicht symmetrisch ist. Bei solchen Teleskopen hat man doch immer das Problem mit dem Tilt beim Hauptspiegel, wäre also plausibel...

Gruß,
Hoschie

Edit: Das mit dem Imagesolve werd ich mir merken. Ich frage mich manchmal, ob es sich bei dem APO (mit dem manuellen Nachfokussieren) tatsächlich um Temperatureffekte handelt, oder ob einfach nur der OAZ rausrutscht (muss ihn nämlich reindrehen)...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Hoschie,

Du meinst also, der Hauptspiel sitzt "schief". Ich hatte das Teleskop im letzten Jahr zum reinigen und kollimieren zu Baader eingeschickt. Dabei ist auch das Spiegelshifting nochmals verbessert worden. Das sollte also nicht passieren. Aber man weiß ja nie. Ich habe es seit dem auch vermieden, den Hauptspiegel zu arretieren, weil ich des öfferen in der Vergangenheit vergessen hatte, die Arretierung beim (nach)fokusieren zu lösen.

Aber danke für den Tipp. Ich werde das alles mal kontrollieren, ebenso die Kollimation und auch das Guiden. Bei letzterem waren die Fehler aber kleiner als 1", was aber bei der Pixelgröße von 3.8µm schon etwas ausmachen kann. Vielleicht habe ich auch von der falschen Richtung fokusiert (also von unten nach oben). Ich hoffe auch schönens Wetter am Abend, um das auszuprobieren. Sieht aber eher nicht danach aus....

Gruß,
Peter
 
Vermutlich sind die Temperaturunterschiede im Sommer zu hoch. Zu anderen Jahreszeiten hatte ich keine Problem mit dem Fokus
Das kann ich bestätigen, habe auch den Eindruck, in der kühlen Saison ist das deutlich weniger. Die lange Dunkelphase eröffnet einem aber auch die Möglichkeit, mehr als ein Objekt in der Nacht aufzunehmen. Dazwischen wird konsequent fokussiert und i.d.R. gibt es etwas nachzukorrigieren.

Rettungsfolie: ja, hilft, ABER: sorge für Durchzug, also nicht umwickeln, denn so kommt es zum Wärmestau, sondern lieber überdachen, sodaß Luftaustausch stattfinden kann. Dann wird der OTA nicht wärmer als die Umgebungsluft. ;)

Grüße,
Okke
 
Hallo Okke,

im letzten Jahr hatte mal eine Rettungsfolie oben am Teleskop mit einem Gummie befestigt und "tunterhängen" lassen, wegen des Luftaustauschs. Das hat aber ziemlich laut geknistert und wurde vom "Winde verweht", ist aber nicht weggeflogen. War nur laut. Auch keine Lösung. Am besten hole ich das im Sommer tagsüber in die Wohnung. Ist ja schnell auf die Montierung geschoben und das "Gerödel" am Backend ist ja fest verschraubt.

Da ich vor einiger Zeit gelernt habe (da gabs mal ein verlinktes Video von DocHighCo), dass sich langes Integrieren bei lichtverschmutzer Umgebung sowieso nicht mehr ab 4h lohnt, bleibe ich die Zeit über wach. Im Herbst/Winter kein Problem. Da wirds früh dunkel.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

ich kann Deine Erfahrung für meinen EdgeHD bestätigen. Ich bin da auch schon ein paar mal reingefallen - nach ein paar Stunden hatte ich Donuts statt Sterne. Vielleicht sind die SCs da anfällig und nicht sehr temperaturstabil.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo Heiko,

wie erklärst Du die das erste Bild, wo Hoschie meint es wäre ein Spiegeltilt? Hast Du auch schonmal diesen Effekt gesehen?

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

ein einfaches Defokusieren ist das nicht und Koma sollte beim HD so nicht vorkommen, also halte ich einen Spiegeltilt auch für plausibel. Oder ein Kameratilt, aber ich weiß nicht wie genau sich das beim HD auswirken würde.

Gruß

*entfernt*

PS: Könnte auch eine Dekollimation sein. Das hatte ich auch schon durch hier: EdgeHD 8 Kollimierung und M51
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
So, gestern war es wieder mal klar und ich habe aufgebaut. Wieder das alte Setup. Ich habe zuerst ein erweitertes Pointingmodell aus ca 40 Sternfeldern erzeugt. Damit bin ich sehr zufrieden. Trotz "weichem" Teleskop, bekomme ich die Objekte ziemlich gut zentriert. Auch wenn ich die Montierung auf "West" stehen habe, aber einen Objekt östlich des Meridian anfahre. Das habe ich ausprobiert und geht bis ca 45° gut, ohne anzuschlagen. Das brauche ich nämlich, um einen Merdianwechsel zu vermeiden mitten in der Beobachtung.

Ich habe nochmals ein bißchen herumgespielt und auch mal den Fokus von unten nach oben probiert. Damit scheint der Spiegel-Tilt weg zu sein:

Screenshot_20190831_081701.png

Die Sterne sind nun schön rund. Das Bild wurde wieder 300s integriert. Bin zufrieden.

Dann habe ich noch ein paar Testbilder von M27 gemacht, um das System zu optimieren und zu schauen, wo die Probleme liegen. M27 war aber schon weit über den Meridian und hätte die Nacht nicht "überlebt". Deshalb bin ich zu M74 gewechselt. Die Galaxie war gerade so hoch, dass ich sie mit 45° östlichem Abstand zum Meridian gerade schon anfahren konnte (mit Westeinstellung der Montierung). Prima dachte ich. Da es zu nebeln drohte, habe ich die Heizmanschette montiert und aktiviert.

Damit war auch erstaunlicherweise kein Fokuswandern mehr zu erkennen, jedenfalls in der kurzen Zeit der Belichtungsserie nicht. Denn es kam wieder, wie es kommen mußte: Ich mußte Windows im Router nur ganz kurz freischalten, das reichte aber wieder aus, damit sich Windows wieder da reinzecken konnte um Updates herunter zu laden. Natürlich wurden die auch installiert und natürlich ist Windows auch wieder heruntergefahren pünktlich um 3:00. Da lag ich schon im Bett. Deshalb sind nur 14 Aufnahme von M74 entstanden.

Mittlerweile habe ich diesen Unsinn abgestellt: "Updates nicht autmatisch herunterladen" (not recommended) hieß es dann auch noch. Das ist doch die einzige Einstellung, die "recommended" sein sollte, ohne böse Überraschungen zu erleben. So macht das Linux auch. Und neben bei: booten tut Linux nie nach einem Update.

Jedenfalls habe ich nun ein 14x300s Ergebnis vin M74:

M74m_Dark_Flat_Median_DBE_stf.png

Das Bild ist jetzt nicht weiter bearbeitet, weil es an Substanz fehlt. Aber immerhin gibt es punktförmige Sterne und der Fokus stimmt auch über die gesamte Serie. Ich habe eigentlich nur einen Hintergrund abgezogen und gestretcht mit der STF Funktion.

Hintergrundabziehen mache ich immer so:
Screenshot_20190831_081319.png

Ich wähle einen relativ großen Sampleradius, stelle die Toleranz auch relativ hoch ein (siehe Abb.) und los gehts. Dann lösche ich noch Kästchen im Objekt bzw verschiebe welche, die zu nahe am Objekt sind. Wie macht ihr das?

Ich hoffe auf diese Nacht. Ab Sonntag soll es ja schon wieder bewölkt sein.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
ein einfaches Defokusieren ist das nicht und Koma sollte beim HD so nicht vorkommen, also halte ich einen Spiegeltilt auch für plausibel. Oder ein Kameratilt, aber ich weiß nicht wie genau sich das beim HD auswirken würde.

PS: Könnte auch eine Dekollimation sein. Das hatte ich auch schon durch hier: EdgeHD 8 Kollimierung und M51

Hallo Heiko,

ja, die Kollimation habe ich gestern Abend auch nochmal überprüft. Die war aber in Ordnung. Ich überprüfe die immer mit dem Programm AstroRaster. Damit kann man auch leicht die Korrekturen finden:

HyperStarColimation.png


Hier ein Bild, wo ich erfolgreich den Hyperstar kollimiert habe. Die beiden "Schläuche" sind USB-Kabel und Stromkabel, die ich bei der Aufnahme dann aber im 90° Winkel festmache. Damit man schöne Spikes bekommt

Gruß,
Peter
 
Heute Abend sollte es nach Wetterbericht die Nacht über klar werden. Leider hat es nur bis ca 23:00 gehalten, was versprochen wurde. Dann zogen Wolken auf und ich mußte abbrechen. Trotzdem sind mir 12 Aufnahmen a 300s mit der ASI1600MCPro gelungen. Diesmal wollte ich was Buntes machen. Ein paar von den ausgewählten Bildern hatten schon Wolkenschieren. Die habe ich aber trotzdem noch dazugenommen. Sonst wären es zu wenige geworden.

M27c_Dark_Flat_RGB_Median_ABE_DBE_STF.png


Ich bin aber erstaunt, was aus einem Stadthimmel heraus alles machbar ist in knapp einer Stunde. Auch hier lohnt sich keine lange Bearbeitung. Ich habe nur den Hintergrund abgezogen, farbkalibriert und ein bißchen die Farbsättigung hochgezogen. Da lohnt es sich aber nochmal mit Luminanz nachzulegen.
 
In (oder besser vor) Messier M27 gibt es einen variablen Stern names Goldilock. Interessanterweise war der gestern Abend wohl in oder nahe dem Maximum. Ich habe im Internet eine Aufnahme von Siggi Kohlert vom 3. Oktober 2011 gefunden, wo dieser Variable im oder nahe dem Minimum war.

M27anim.gif


Goldilock (schöner Name ;)) ist mitte-links unten im Bild am blinken zu erkennen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wähle einen relativ großen Sampleradius, stelle die Toleranz auch relativ hoch ein (siehe Abb.) und los gehts. Dann lösche ich noch Kästchen im Objekt bzw verschiebe welche, die zu nahe am Objekt sind. Wie macht ihr das?

Moin Peter, ich mache das im Prinzip genauso: Großer Sampleradius, hohe Toleranz. Allerdings versuche ich möglichst, keinen oder wenig Hintergrund abzuziehen bzw wenn, dann nur eine Konstante oder einen Kipp (klappt nur nicht immer), und breche mir deswegen immer einen ab mit Flats. Im Idealfall setze ich dann nur wenige Samples, und stelle die Continuity Order auf 1.

CS Hoschie
 
Hallo Hoschie,

eigentlich ist es ja überflüssig, noch einen Hintergrund abzuziehen, wenn man sauber kalibriert hat. Das gelingt mir nur nie. Es bleibt immer noch eine Rest-Vignettierung übrig. Das kann nach (L-D)/F nur sein, wenn Light und Flat nicht mehr linear zueinander sind. Ich messe die Flats immer um die 40000 ADUs, wegen des besseren Singal/Rauschen. Ende ist ja bekanntlich bei 2**16 = 65536 ADUs. Da liege ich ungefähr bei 60%. Da sollte der AD-Wandler noch linear arbeiten, oder?

Ich mache mein Flat mit einer dimmbaren Faltfield-Box. Vielleicht ist das Licht der Flatfield-Box nicht gleichmäßig verteilt und nimmt zum Rand hin ab. Meine Flatfieldbox hat einen Durchmesser von 295mm. Die freie Öffung meines Teleskops beträgt 235mm.

Wie klappt das bei Dir? Wie machst Du Flats?

Bei kleinen Objekten kann ich noch einen nichtlinearen Hintergrund abziehen. Wenn die sich Himmelsstrukturen über das gasamte Blickfeld ausdehnen, geht das nicht mehr.

Bei der Farbkamera ziehe ich als allererstet immer eine 1. Ordung ab (ABE), um den Farbstich durch die Bayer-Matrix zu eliminieren.

Gruß,
Peter
 
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Moin Peter nochmal,
ich habe mich bisher geweigert, eine Flatfield-Box zu kaufen. Bin mir auch nicht sicher, wie gut die mit Schmalbandfiltern funktioniert - wenn sie auf Leuchtstoffbasis arbeiten. Deswegen mache ich meine Flats gegen den Himmel, im Notfall durch ein Stück Papier. Dann hat man allerdings den Effekt, dass die ersten Aufnahmen heller sind als die Letzten (abends). Besonders, wenn man mit einer Kamera mit mechanischem Shutter arbeitet, wo man nicht zu kurz belichten sollte.

Es gibt aber immer wieder Situationen, in denen ich das Ergebnis auch nich verstehe. Im Moment versuche ich mich am Pacman-Nebel, da musste ich mein HII-Flat etwas korrigieren, und zwar etwa so:
Flat(neu) = (Flat(alt) + 3)/4
Parameter herausgefunden durch Ausprobieren. Bei OIII ist es sogar noch krasser. Ohne die Korrektur würden Staubartefakte hell dargestellt und die Ecken wurden ebenfalls hell. Vielleicht habe ich irgendwo einen Fehler, aber da ich die Einstellungen als Prozess-Icons abgespeichert habe wäre das komisch. Vielleicht kommt tagsüber irgendwo noch Licht in die Image Train, wo es nicht sollte.

Edit: Natürlich werden alle Flats dunkelkalibriert. Die Dunkelbilder werden direkt nach den Flats erstellt mit identischer B-Zeit. Falls die Lichtundichtthese stimmt, würde dann aufgrund fortschreitender Dämmerung u.U. weniger Licht einfallen.
 
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Ich habe auch schon oft mit der Kalibration herumgespielt. Ich habe versucht, einen Offset an die Lights anzu bringen, also
(Light-Dark+offset) / Flat. Es bringt übrigens nichts, Dein Flat(neu) mit einem Faltor 4 zu strecken. Das ist nur eine Skalierung. Ein enfaches Flat(neu) = Flat(alt) + 3 tut es in Deinem Fall genauso. Das Ergebnis sind nur um einen Faktor 4 größer.

Ich habe gestern Abend unabsichtlich ein paar Flats gemessen. Ich hatte nohmal M57 im Visir, als wieder Wolken aufzogen. Das ist aber nicht schlecht. Jetzt kann ich diese Flats durch mein Flatbox-Flat dividieren und sehen, was übrig bleibt. Gerade mach ich ein paar Flat-Serien mit unterschiedlich langen Belichtungszeiten. Von 2000ms bis 10ms. Mal sehen, ob es da auch Variationen gibt. Möglicherweise finde ich ja eine Abhängigkeit von der Zeit. mal sehen.

Bei Kurzzeitdarks nehme ich den Bias zum abziehen, das sollte reichen. Es geht, wie Du auch schon schreibst, nur um den Offset im Flat, der eine Rolle spielt. Die Hoffung ist, dass er über die Bildfläche konstant ist. Das werde ich herausfinden.
 
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Ich habe das Wolken-Flat (Belichtungszeit 300s) von gestern Abend hergenommen und es mit zwei FlatBox-Flats mit 300ms und 2000ms Belichtungszeit und jeweils ca 40000 ADUs dividiert:

FlatTest300ms.png

Hier das Ergebnis, wenn ich das Wolken-Flat durch das 300ms-Flat dividiere.

FlatTest2000ms.png

Und hier das Ergebnis, wenn ich Wolken-Flat durch das 2000ms-Flat dividiere.

Offensichtlich gibt es einen Unterschied in der Wahl der Belichtungszeit des FlatBox-Flats, der mir so noch nicht geläufig war. Ich werde mal mit noch langeren Belichtungszeiten für das FlatBox-Flat arbeiten. Mal sehen, ab wann es optimal wird.
Das finde ich auf jeden Fall interessant.

Ergänzung:

Hier habe ich das 300ms-Flat durch das 2000ms-Flat dividiert:
FlatTest_300_2000.png

Neben den Staubdonuts sieht man auch diverse Schlieren auf dem Chip. Eigentlich hatte ich die Kamera wegen dieser Schlieren zum säubern eingeschickt. Das ist wohl nur bedingt passiert.
 
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Vielleicht wird die FlatFieldBox bei geringer Beleuchtung (hohes Dimmen) besser ausgeleuchtet.

FlatTest10ms.png

Ganz vergessen habe ich das 10ms Flat, das aber mit deutluch weniger als 40000ADUs aufgenommen wurde. Das scheint nun optimal zu sein. Hier ist das Wolken-Flat durch das 10ms-Flat dividiert. Das 10ms-Flat wurde ohne Dimmung, also mit hellster Beleuchtung durchgeführt. in allen Fällen wurde aber kein Bias oder Dark abgezogen, weder vom Wolken-Flat noch von den anderen verwendeten Flats. Damit werde ich demnächst herum experimentieren.
 
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Das würde ja bedeuten, dass der AD-Wandler nicht linear arbeitet? Sieht ja fast so aus, oder gibt es eine andere Erklärung?
Um meine alten Daten zu korregieren, versuche ich mal, eine Funktion zu finden, die die Nichtlinearität beschreibt. Ich werde mal eine feste Helligkeit an der FlatFieldBox einstellen und mit verschiedenen Belichtungszeiten arbeiten, um so unterschiedliche ADUs (Maximum) zu erzeugen. Mal sehen, ob was rauskommt. Dazu braucht man ja kein schönes Wetter, was eindeutig ein Vorteil ist.
 
Mir ist es tatsächlich gelungen, die Flats zu optimieren, so dass ich keinen Hintergrund abziehen brauche. Nur ist mir noch nicht ganz klar, warum das so ist, wie ich es mache. (?)

M74m_Dark_Flat_Median_STF.png

Jetzt ist der Hintergund so glatt, dass man tatsächlich noch das Pattern des Chips sehen kann. Da ich meine Darks bislang bei -15°C gemessen habe, aber die Lights neuerdings nur mit -10°C, kann das sicher daran liegen. Ich brauche neue Darks.


Am Flat der Farbbilder arbeite ich noch. Ich hatte mich am Histogramm von APT orientiert. Das kann man aber nicht machen. Ich habe bei der Datenanalyse bemerkt, dass das FarbFlat teilweise in der Sattigung ist.
 
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Hatte doch vergessen, das Dark abzuziehen... Das passiert, wenn man die Datenreduktion so nebenbei macht. Hier das Bild mit Darkabzug. Dark ist aber bei -15°C gemessen und die Lights und Flats bei -10°C. Aber so groß ist der Unterschied nicht.

XM74_Flat_Median_STF.png

Der rechte Rand ist wohl nach was zu hell. Ist aber mehr eine Sache des Darks schätze ich.
 
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