Nach sieben Jahren den nächsten Schritt...

#1
Hallo zusammen,

wie so viele andere habe ich vor sieben Jahren hier mit euch meinen Einstieg in die Astrophotographie geplant, es kamen viele Meinungen zusammen und ich habe vieles von euren Hilfestellungen berücksichtigt. Ein besonderer Dank geht an Shahin, der mir geraten hat, entspannter an die Sache heran zu gehen. Ich denke dieses Thema hier zeigt, dass ich dem gefolgt bin (auch wenn mein Einstieg aufgrund einer Gelegenheit anders verlief, als ich eigentlich gedacht habe).

Kurz zum Hintergrund, ich bin noch immer sehr ambitionierter Hobbyphotograph mit dem Schwerpunkt Landschaft, auch im analogen Großformat (wenn auch inzwischen seltener) und plane meine Aufnahmen schon immer sehr akribisch. Großer Aufwand für qualitativ viel und quantitativ wenig Ertrag sind mir also vertraut. Eingestiegen bin ich in die Astrophotographie aufgrund eines Zufalls mit dem Star Adventurer von Skywatcher und meiner normalen Photoausrüstung, erst im Brennweitenbereich von 50 mm bis 135 mm, später bis 300 mm. Inzwischen photographiere ich auch mit einem 600 mm Teleobjektiv, stoße damit aber an die Grenzen der Belastbarkeit (Kamera und Objektiv liegen bei 3,5 kg) der Montierung. Für mich ist es daher Zeit, den nächsten Schritt zu machen.

Ich war auf verschiedenen Teleskoptreffen und -messen, habe mir auch beim Händler und bei Bekannten schon Geräte angeschaut, und mir ist dabei immer wieder bewusst geworden, wie viel Mehraufwand nun folgen wird. Das schreckt ehrlich gesagt schon etwas ab. Da ich Mobil bleiben muss, soll es definitiv nicht zuviel werden.

Zwei Möglichkeiten habe ich mir jetzt gedanklich zurecht gelegt:

1) zum einen ist es eine leichte Montierung mit höherer Tragkraft als meinem Star Adventurer, mit der ich erstmal weitere Erfahrungen mit meiner Ausrüstung sammeln kann, auch mit dem Bereich Autoguiding. Die CEM25P kommt mir da als besonders leichter Vertreter beispielsweise in den Sinn. Vorteile wären kurzfristig geringere Kosten und aufgrund des geringeren Gewichts eventuell auch mehr Spaß und Muße bei der Nutzung.

2) zum anderen ist es direkt eine leistungsfähigere Montierung, mit der ich auch die von mir als eigene Grenze gesetzten Teleskopgrößen zumindest perspektivisch nutzen könnte, auch wenn ich erstmal bei meiner bisherigen Ausstattung bleiben würde. Vorteile wären hier die höhere Flexibilität bei der Ausrüstung und die langfristig geringeren Kosten.

Meine persönliche Schmerzgrenze bei Gewicht und Größe liegt im Bereich eines 8 Zoll RC, oder auch einem 8 Zoll F4 Newton, größer wird es definitiv auch langfristig nicht werden, solange ich mobil bleiben muss. Welche Montierungskategorie ist für diese Klasse an Teleskopen überhaupt noch sinnvoll, mit entsprechendem Autoguiding-Zubehör? Und auch rein Interessenshalber, wie wäre es eine Kategorie darunter (6 Zoll RC bzw. 6 Zoll F4 Newton)?

Vielleicht hat ja irgendwer die Muße, sich meiner und meinem zugegeben etwas merkwürdigem Anliegen anzunehmen? Natürlich muss letztlich ich die Entscheidung für mich treffen, trotzdem ist es interessant andere Meinungen dazu zu hören, besonders natürlich von jenen, die den einen oder anderen Schritt gemacht haben.

In diesem Sinne ein angenehmes Wochenende
Sascha
 
#2
Hi Sascha,
wie man es nicht machen sollte:
ich hatte einen 8" F5 Newton. Der war schwer und relativ lang. Da ich den nur in die windstille Auffahrt tragen musste, war das egal. Im Set dazu gebraucht gekauft hatte ich eine EQ5, nachträglich mit Goto ausgestattet. Goto war klasse, denn ich war blutiger Anfänger, kannte mich mit nichts aus, auch nicht mit dem Nachthimmel. Goto = eine Sorge weniger.
Der schwere, lange Trumm, inkl. Kamera 9kg, hat die EQ5, belastbar lt Hersteller bis 12kg für visuell, in die Knie gezwungen. EIne Strichspuraufnahme wies dann richtige Haken auf, weil sich die Monti von einem Zahn zum nächsten schleppte...
Für meinen 9kg schweren, langen 8" F5 hätte ich aus meiner Schätzung am besten eine der EQ6-Varianten genommen, nicht mal der HEQ5 hätte ich dafür so richtig getraut. Obwohl die mit ihrer astrophotografischen Nutzlast = Herstellerangabe geteilt durch 2 noch so eben im rechnerischen Bereich gewesen wäre.

Jaja, es gibt Leute, die packen einen 8" auf HEQ5 und werden damit glücklich. Vll machen F4 da ne Menge aus. Ich weiss es nicht. Wegen Umzug hab ich damals beides !getrennt! verkauft und heute hab ich kein Interesse mehr an Astrophotographie. Ich mag heute das absolut intime Erlebnis von zweiäugier Beobachtung. Wie Kino, aber besser :)

Hätte ich noch mal Lust dazu, würde es eine HEQ5 oder deren aktuelle Variante. Und ein 6" F5 oder F4. Newton, nicht RC, weil wegen Geld, nech. Ich würde damit ebenfalls mobil bleiben müssen. Gewicht und Abmessungen wären bei dieser Zusammenstellung für mich handle-bar und nicht abschreckend. "Och nee, das schwere Zeugs jetzt erst wieder einpacken.... da bleib ich lieber zu Hause.", würde dabei nicht vorkommen.

Mit Guiding = Belichtungen von 5 Minuten oder so, würde ich dann nicht anfangen. Ich würde nämlich gucken, wie weit ich mit ca. 2 Minuten zusammen mit Belichtungszeiten !weit darunter! komme - und davon eben mehr Einzelframes machen, um eine gute Tiefe zu erreichen.
Ohne Guiding hab ich auch keinen Computer im Feld = weniger Fehlerquellen, weniger Aufbau, weniger Gedöns.

Jeder Jeck es anders. Ich bin übrigens ein weiblicher Jeck mit nur 159cm Körperlänge und dazu passender Muskelausstattung. :giggle:

Eine Frage noch am Schluss: "mobil", heisst das nach wie vor auch Verreisen? Kofferraum mit Gepäck und Teleskop? Oder heisst "mobil" abends mal heute 20km rausfahren, wenn der Himmel klar ist?

Liebe Grüsse und auf jeden Fall ganz viel Freude und clear skies wünscht
Silver
 
#3
Hallo Silver,
vielen Dank für deine Antwort, solch negative Erfahrungen und daraus gezogene Konsequenzen helfen mir natürlich ebenfalls weiter. Auch wenn ich mit fast zwei Metern und ebenso angemessener Muskulatur doch etwas andere körperliche Voraussetzungen mitbringe, sind meine Bedenken die gleichen. Diese Instrumentenkategorie bis etwa 8 kg war das, was ich auf den Treffen für maximal sinnvoll für mich persönlich hielt, weil ich natürlich auch den damit einhergehenden Rattenschwanz gesehen habe (den ich nach Möglichkeit reduzieren will). Ich weiß halt nur nicht, ob ich direkt auf eine Montierung gehen soll, mit der ich diese Kategorie nutzen könnte, oder ob ein Zwischenschritt die bessere Variante ist (bei dem es dann bleiben würde, wenn ich merke, dass mehr keinen Sinn mehr für mich ergibt).

Was deine Frage angeht, nein, "mobil" heißt nicht mehr verreisen. Das Thema habe ich ehrlich gesagt abgehakt, wenn ich die Möglichkeit habe Urlaube/Reisen nach meinen Hobbyanforderungen auszurichten, steht die irdische Photographie klar im Vordergrund. Dafür würde ich kein Teleskop mehr irgendwohin mitnehmen. Den Star Adventurer nehme ich bei Autoreisen zwar immer noch mit, er kommt da aber eher selten zum Einsatz. Zudem habe ich noch eine ganz kleine Montierung für Übersichtsaufnahmen, die ich auch auf Flugreisen mitnehmen kann und die ich häufiger einsetze, das reicht mir.
"Mobil" betrifft vor allem zwei Punkte, zum einen muss ich von meiner Mietswohnung gut dreihundert Meter auf die Wiese für akzeptable Bedingungen und Tests, zum anderen ein paar Kilometer rausfahren für gute Bedingungen. Für den Weg zur Wiese und zum Auto habe ich dabei jeweils Hilfe, das geht bisher Problemlos. Einen Garten oder eine feste Aufstellmöglichkeit habe ich allerdings nicht.

Nochmals vielen Dank für deinen Input :)
Sascha
 
#4
Hi Sascha
Du sprichst es selbst an, die "Lust am Transport".
Ich war früher ne Weile mit 8" f/4 und 8" f/5 auf HEQ5 mobil unterwegs, ohne Fotoequipment.
Woran auch immer es lag, ich weiß es nicht genau, aber es wurde mir nach ner Weile zu viel und seitdem bin ich was größere Geräte angeht Dobsonaut. Den Trend zu weniger Transportaufwand etc. sehe ich meinem Beobachterumfeld schon deutlich. Schwer zu sagen wie es bei Dir ist bzw sein wird.
Fotografisch kannst Du mit 6" f/4 oder 130 f/5 auf EQ5 sicher einen neuen Himmel erreichen.
Die Gewichtsersparnis gegen 8" ist nicht unerheblich.
Mal als Idee in den Raum geworfen
CS
 
#5
Hallo Sascha,

auch ich muss mobil sein, wenn ich mein Hobby ausüben will. Ich bin sowohl visuell als auch fotografisch unterwegs. Derzeit will ich mich etwas intensiver mit der Deep Sky Fotografie befassen, weshalb das Visuelle die letzten Monate zurückgestellt werden musste. Trotzdem versuche ich beides durchzuführen. Das Problem hierbei ist, dass ich fotografisch wenig Routine habe und mir Anleitungen erstelle, damit ich nichts vergesse.
Da ich nicht soviel Kraft habe, ist das Gewicht der Ausrüstung ein wichtiger Punkt. Da ich es manchmal mit der Perfektion übertreibe und auch nichts im Auto lassen kann, lade ich sehr viel ein und aus. Ich schätze, dass das mindestens 20 Minuten dauert. Die Schlepperei stört mich gar nicht. Ich sehe es eher als Abenteuer, weil ich so wenige Gelegenheiten habe.:love:
Stress gibt es bei mir auch nicht. Ich gehöre zu den Leuten, die lieber ein paar Stunden im Freien warten und noch den Sonnenuntergang genießen, als hastig etwas zusammenzubauen.
Am motiviertesten bin ich, wenn ich mich 1-2 Tage vorher auf eine klare Nacht einstellen kann. Das ist aber eher selten der Fall. Als unspontaner Mensch spontan zu reagieren, ist gar nicht so einfach, aber bei diesem Hobby lernt man es.(y)
Bei der Entscheidung, welche Montierung es sein soll, fiel meine Wahl vor einigen Jahren auf die HEQ5 Syntrek.
Glücklicherweise konnte ich zuvor die CGEM eines Kollegen, die wohl ähnlich viel wiegt wie eine EQ6, anheben. Es blieb beim Versuch. o_O
Irgendwie kann ich es gar nicht glauben, da ich ja auch Wasserkästen zum Auto trage. Daher würde ich es gerne noch ein zweites Mal versuchen. Aber mein Gefühl sagte mir, dass das Ding zu schwer für mich ist. Seither schließe Montierungen in der Gewichtsklasse einer EQ6 aus.
Somit war klar, dass die HEQ5 die schwerste Montierung ist, die ich anheben will. Diese transportiere ich in einem Koffer, der bestimmt auch nochmal 2,5 Kg wiegt.
Bei der Montierungsfrage würde ich die schwerste Montierung wählen, die ich noch schleppen kann. Mittlerweile gäbe es sogar für mich Alternativen. Die EQ45 und die CEM60 von iOptron könnten zu stemmen sein.
Meinen 200/1200er Dobson transportiere ich in einer Tragetasche. Das ist sehr angenehm. Anfangs musste ich ihn mit dem Verpackungskarton unter den Arm klemmen, was ich im schmalen Treppenhaus sehr nervig fand. Da fand ich ihn recht schwer.
Da dieser Dobson ähnlich viel wiegt wie ein 200/1000er, kann ich zumindest einschätzen, ob ich solch ein Teil irgendwann einmal auf eine Montierung packen möchte. Mit einem Griff am Teleskop könnte ich das Ding mit einem Arm zwar hochheben, aber gleichzeitig noch die Schrauben drehen und festklemmen, stelle ich mir derzeit unangenehm vor. Das müsste ich wirklich in der Praxis ausprobieren.
Fazit: Mein Körper gibt vor, welche Ausrüstung ich mobil verwenden kann.
Sollte ich tatsächlich irgendwann das Bedürfnis haben, mit einem Teleskop zu fotografieren, das mir eigentlich zu schwer ist und was auch eine sehr schwere Montierung braucht, würde ich mich vielleicht einem Verein mit Sternwarte anschließen und dessen Ausrüstung nutzen.

Gruß
Ronald
 
#6
Hallo Sascha,

du sprichst 2 sehr unterschiedliche Teleskope an...zum 2 Newton mit F/4 und zum anderen RCs mit F/8 bzw F/9.
Du solltest dir vorher im Klaren sein, daß die Brennweite die Auswahl der Objekte bestimmt.
Das ist dir wohl auch klar, das gilt ja auch bei der Tagesfotografie ;)
Und Nachts hat man wenig Licht, da ist Blende 8 bzw 9 schon heftig.
Bei der Montierung ist ja bereits einiges an Tipps zusammengekommen. Ich denke auch, daß du in der Gewichtsklasse der HEQ5 gut angesiedelt bist. Wobei die Montierung nie stabil genug sein kann :whistle:
Fotografisch sehe ich bei der HEQ5 8"F/4 als Obergrenze an, wenn kein Wind weht...

F/4 ist sehr anspruchsvoll, was Justage, Fokuspunkt und Verkippung angeht.Da weiss ich nicht, wie gut du da aufgestellt bist...ein 6"F/5 ist da vielleicht die bessere Wahl?

Grüße Rainer
 
#7
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten, die individuellen Ansätze zu meinem Problem helfen mir tatsächlich sehr gut weiter, weil sich für mich zwei Dinge herauskristallisieren: das Gewicht sollte bei aller Euphorie definitiv nicht unterschätzt werden, wenn es um langfristige Freude geht (was ich mir genau so auch schon gedacht habe), und es ist vermutlich wirklich besser, wenn ich montierungsseitig direkt danach schaue, wo auch langfristig meine (realistische) Grenze ist.

@CS/Antares: Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich schon mit einem 6-Zöller deutlich weiter kommen werden. Vermutlich selbst mit meiner jetzigen Ausrüstung, wenn ich die erstmal auf einer für die Belastung passenden Montierung nutzen kann. Ehrlich gesagt bin ich in dem Punkt ziemlich entspannt. Mein Fokus liegt wirklich auf der Frage nach der Montierung, und ob da ein (vielleicht) Zwischenschritt hin zum Maximum dessen, was mir noch Freude machen würde, richtig wäre. Vielen Dank übrigen auch für deine/eure Webseite, die war Anfangs eine große Hilfe!

@Ronald: Glücklicherweise bin ich ein recht spontaner Mensch, was das angeht (Spontanität und Leidensfähigkeit sind praktisch in der Photographie), sehe es allerdings auch ähnlich entspannt wie du. Ich bin gern in der Natur, schon jetzt kombinieren ich Landschaftsphotographie und Astro miteinander und habe viel Freude damit. Dein Hinweis, dass du die schwerste nehmen würdest, die du noch sinnvoll tragen kannst, ist mir genauso wie deine Hintergrundgeschichte eine wichtige Hilfe, danke!

@Rainer: Genau genommen wollte ich noch gar keine Teleskope ansprechen, weil ich mich noch gar nicht an dem Punkt befinde. Ich finde zwar ein 8 Zoll RC reizvoll, aber aktuell plane ich da noch gar nichts. Ich habe sie lediglich erwähnt um zu verdeutlichen, wo ich für mich selbst größenmäßig das Maximum teleskopseitig sehe. Mehr als ein 8 Zoll Newton/RC (oder meinetwegen auch 5 Zoll Refraktor) werden es definitiv nicht werden, solange ich mobil bleiben muss. Ob es überhaupt in diese Größen geht, wird die Zeit zeigen. Mein Fahrplan: neue Montierung, um mit meiner jetzigen Ausrüstung wirklich an die Grenzen zu kommen, anschließend dann der nächste Schritt mit Teleskop, Autoguiding und Co. Deswegen ist mein Grunddilemma: hole ich mir eine "kleine" Montierung als Zwischenlösung, mit der ich weiter Erfahrungen sammeln kann, die mir aber kaum ein Aufwachsen erlaubt, oder hole ich mir eine "große" Montierung, mit der ich Teleskopseitig an mein persönliches Maximum gehen könnte, die dafür aber von Anfang an auch schwerer und teurer ist. Was du ansprichst ist aber gut, wichtig und richtig, ich werde mir mit der Frage nach dem passenden Teleskop auf jeden Fall Zeit lassen und genau informieren. Umgekehrt bin ich mir sicher, wenn ich die Astrophotographie auch im größeren Rahmen dauerhaft machen werde, wird es vermutlich nicht bei einem Teleskop bleiben (für meine Photographie habe ich ja auch verschiedene Objektive für verschiedene Motive). Danke auf jeden Fall!

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Meine Persönliche Übersicht (Gewicht Achsenkreuz und maximale Zuladung nach Händler, ich weiß natürlich, dass man realistisch photographisch eher bei der Hälfte landet):
Star Adventurer // 1,8 kg // 5 kg
CEM25P // 4,7 kg // 13 kg
iEQ30 // 6,8 kg // 13,5 kg
Sphinx SX2 // 7 kg // 12 kg
AVX // 7,7 kg // 14 kg
EQ5 // 7,8 kg // 10 kg
Sphinx SXD // 8,8 // 17 kg
HEQ5 // 10 kg // 14 kg
iEQ45 // 11,4 kg // 20 kg
CEM60 // 12,3 kg // 27 kg
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EQ6-R // 16 kg // 20 kg
CGEM // 18,6 kg // 20 kg


Kein Anspruch auf Vollständigkeit, das sind nur die Modelle, über die ich bei meiner Recherche gestolpert bin. Ziemlich sicher bin ich mir, dass mir die Kategorie unterm Strich zuviel werden würde, ich habe sie nur der Vollständigkeit halber mit hinzu genommen. Natürlich weiß ich, dass da noch einiges hinzu kommt (Stativ, Gegengewichte, Koffer, etc.) und die Unterschiede innerhalb der verschiedenen Größen etwas egalisiert.

Aktuell komme ich mit meinem 600er Tele (plus Kamera und Sucher) auf etwa 3,5 kg, die der Star Adventurer nur an "guten Tagen" packt. Mit der nächsten Größenstufe (Montierungsgewicht 5-8 kg) wäre das sicherlich kein Problem, aber was geht bei den dort typischen Zuladungen von 10-12 kg maximal (also wohl eher 5-6 kg nominal) wirklich teleskopseitig?
Die hier empfohlene HEQ5 als Grenze der Mobilität, was ich absolut einsehe und bei mir vermutlich ähnlich wäre, kommt auf maximal 14 kg Zuladung, also ~7 kg nominal. Für einen 6-Zöller würde das reichen, oder ist das schon grenzwertig? Würde eine Montierung wie die iEQ45 wirklich für einen 8-Zöller photographisch reichen? Denn dann stünde mir auch Teleskopseitig alles bis zu meinem persönlichen Maximum offen (und das wäre ja meine Variante 2).

Ich hoffe es ist verständlich, welche Gedanken ich mir mache.

Vielen Dank!
Sascha
 
#8
Hallo Sascha,

sehr gute Ideen und sehr analytisches Vorgehen! :cool:

Auswahl macht Kopfweh, und viele ähnliche Eckdaten machen auch konfus. Die schnellte und nicht ganz richtige Antwort: mit nichts machst Du alles richtig, und mit nichts machst Du alles falsch. Man kann mit allem halbwegs zurechtkommen, wenn man in einer vernünftigen Preisklasse guckt.

Meine persönliche Erfahrung: ich hab unter anderem auch die HEQ5, oder auch eine Losmandy 8, aber mein persönliches Limit sind für mich 10 kg. Mein TSA wiegt weniger, ein Montierungskopf darf nicht viel mehr wiegen (mein G-11-Kopf ist zB zerlegbar, keine der Komponenten hat 10 kg). Das Stativ ebenso. Und man muss ggf das Case, den Koffer, was auch immer dazurechnen. Wenn Dinge mehr wiegen, als 10 kg, mag ich sie nicht mehr tragen. Punkt. Wenn mein Equipment mich zwingen würde, dagegen zu leben, wäre das Erpressung. :oops:

Ich lebe also gerne damit, keinen 30-Zöller wo aufzustellen, selbst wenn dort alle erblassen und meine Astrofotos aussehen wie vom Hubble... aber ich kann mein Zeug auch alleine in der Dunkelheit um 2 Uhr früh abbauen und verräumen. Das zählt. :coffee: Nicht das Aufbauen. Da sind wir ja alle noch frisch. :)

HEQ mit 10kg geht übrigens: Tabelle Montierungen Fotografisch


lg
Niki
 
#9
Die CEM25P knallt voll ins Auge in der Liste, oder? Mit einem 6" und der CEM muss man zusammen nur so viel schleppen wie bei der HEQPro alleine am Montierungskopf ^^.
Ich würd die nehmen. Aber ich würde ja auch nicht mehr grösser als 6" F5 wollen, wenn ich überhaupt wollte. :)
Ich hab übrigens auch eine iOptron, den CubePro. Email support ist Blitz-mässig. Ist ja auch ein wichtiges Kriterium, nech.
 
#10
Hi Sascha,
danke schön.
Dann gehe auf HEQ5-Klasse . Mit 8" f/4 kommt sie locker klar und ist vom Gewicht her bei um 10 Kilo am Kopf.
Dazu 15 Kilo Gegengewicht fürs Fotografieren, damit Du die Gewichte nahe am Montierungskopf befestigen kannst. Das sind in der Summer über 40 Kilo aber nichts über 10 einzeln.
Wie gesagt, das muss man mögen, kommt ja noch einiges mehr dazu.
Stuhl, Batterie, Guiding, Camera, Atlas etc.
CS
 
#11
Hallo Niki,
danke auch für deine Beteiligung an der Lösung meines Problems. Grundsätzlich stimme ich dir mit deiner schnellen Lösung zu, astronomisch habe ich das ja auch mit dem Star Adventurer schon selbst erlebt. Allerdings weiß ich gerade deswegen auch, dass vermeintliche Grenzen auch durchaus noch sinnvoll überschritten werden können, es aber auf Dauer mehr Freude macht, wenn mehr Spielraum vorhanden ist. Deswegen habe ich auch viel gelesen, nicht um heraus zu finden, was jemand noch auf Montierung XYZ benutzen kann, sondern wo viele auf Schwierigkeiten stoßen. Und mit einem 8 Zoll RC (wie gesagt nur ein Beispiel, nach dem ich gesucht habe) auf der HEQ5 scheint es durchaus solche Schwierigkeiten zu geben, zumindest, wenn noch etwas an Zubehör hinzukommt (und da weiß ich ja noch gar nicht, wo die Route für mich hinführt, bezüglich Autoguiding, Filtern, etc.). Persönlich nachvollziehen kann ich es natürlich mangels Erfahrung nicht, deshalb bin ich auf Berichte angewiesen; würdest du deinen Mewlon 210 auf der Montierung photographisch dauerhaft nutzen wollen (ich orientiere mich an deiner Signatur, du hast ja augenscheinlich eine gute Übersicht)?

---

Die CEM25P hebt sich aus der Liste deutlich heraus, sie ist im Endeffekt Mitursache meines Problems. Ich habe inzwischen sehr viel über die Montierung gelesen, gerade auch die negativen Aspekte (was bei der Konstruktionsweise augenscheinlich besonders sinnvoll ist, um vernünftig mit ihr umzugehen). Ja, sehr attraktiv. Wie gut allerdings ein 6 Zoll F5 darauf funktioniert ist die andere Frage, es gibt offenbar Leute, die nutzt sie mit einem 8 Zoll RC photographisch (was vermutlich jenseits der Grenze liegt, die ich zuvor angesprochen habe), andere würden selbst für 6 Zoll Newtons eine größere Montierung empfehlen. Sehr schwierig. Ich denke schon, wie Antares ja auch geschrieben habe, dass ich mit einem 5- oder 6-Zöller sehr lange glücklich sein könnte - meine Bedenken sind halt, dass ich "zu glücklich" damit werde, eben wenn es zu gut funktioniert und ich mir dann den nächsten Schritt unnötig schwer gemacht habe (weil der dann wieder aus einer neuen Montierung mit entsprechenden Kosten bestehen würde).

Es ist wirklich nicht einfach.

Davon abgesehen finde ich es schon auffällig, dass die iOptron-Montierungen deutlich bessere Gewichts-Belastbarkeits-Verhältnisse haben, selbst die konventionelleren iEQ-Varianten. Da frage ich mich natürlich auch, skeptisch wie ich bin, übertreiben die nur maßlos (andererseits nutzen die Leute sie ja auch mit den entsprechenden Teleskopen), oder warum macht Skywatcher die Montierungen so schwer?

Vielen Dank abermals
Sascha
 
#12
würdest du deinen Mewlon 210 auf der Montierung photographisch dauerhaft nutzen wollen
Das Mewlon ist von der Brennweite her nicht vergleichbar mit einem f/5 Newton. Das hat um die 2,5 m Brennweite und wenn Du das mit dem Finger antippst dann fährt das Bild spazieren... ich hab damit auch auf der 8er Losmandy fotografiert, aber nur zur Not, eigentlich nehme ich dafür die G-11, wenn ich nicht schon beim Scharfstellen halb ausrasten will. ;)

Aber weitere Felder mit einem 8" f/4 Newton mit f= 800 mm sind ja etwas anderes.
Der 8" RC hat hingegen schon 1.600 mm - TS verkauft den übrigens sogar zusammen mit einer HEQ5.

Also: Brennweite = Gewackel, wenn die Montierung schwingt. Und Masse dämpft nun mal Schwingungen. Deshalb kann ein höheres Monti-Gewicht nicht wirklich schaden, wenn man es schleppen mag. Es hilft. Nicht nur, aber auch. Zu dem Thema gibts auch viele Threads.

Bei 2,5 Metern oder mehr (C11) würde ich keine HEQ5 nehmen. Vielleicht visuell ohne anzukommen, aber beim Fotografieren nicht. :coffee:
Man kann aber auch ein Gewicht unter die Monti hängen, das machen Fotografen ja gern bei längeren Brennweiten, letztlich soll das Stativ so steif und fest sein, wie möglich. Also: die Montierung darf und soll soviel wiegen, dass Du eine Freude an den Bildern hast. Alles andere ist Mumpitz. Letztlich musst Du es aber selbst probieren.

HEQ5 und 6" f/5 ist sicher problemlos. Es gibt aber auch Kollegen, die ihr Equipment super beherrschen und alles perfekt austarieren und dazu ein windstilles Plätzchen haben und, und, und... die schaffen auch mit etwas unterdimensionierten Montierungen saugute Bilder. Aber eben auch nicht das Unmögliche. ;)


lg
Niki
 
#13
Mir ist klar, dass der Mewlon 210 andere Anforderungen an die Montierung stellt als beispielsweise ein 8 Zoll f/5 Newton, aber letzteres ist ja genauso eine Fiktion für mich wie ersteres. Beiden gemein ist nur ihr Gewicht, das in einem Rahmen liegt, der für mich in Frage kommt. Wenn die HEQ5 gut mit einem 8 Zoll Newton funktioniert, bei längeren Brennweiten aber nicht empfehlenswert wäre, dann fällt sie bei mir aktuell eher in die Kategorie "Zwischenlösung". Das wäre wie erwähnt nichts schlimmes, im Gegenteil freunde ich mich immer mehr damit an, wirklich einen Zwischenschritt zu machen und nicht zu viel zu schnell zu wollen - aber wissen muss ich es halt, um mir eine vernünftige Meinung bilden zu können.

Und der Maßstab sind für mich aus eigener Erfahrung nicht die von dir erwähnten Kollegen, die es schaffen unter idealen Bedingungen auch mit unterdimensionierten Montierungen noch gute Aufnahmen hinzubekommen (das ist mir wie erwähnt mit dem Star Adventurer auch schon gelungen), sondern die vermutlich deutlich größere Gruppe, die mit passend dimensionierten Montierungen auch bei nicht so idealen Bedingungen noch anständige Ergebnisse mitbringt. Für das Hobby finde ich solch eine Variante schlicht entspannter, selbst wenn das qualitative Maximum etwas geringer ausfällt.

vielen Dank
Sascha
 

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