Nachlese vom 17. HuTT 2026

MonteY

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Hallo zusammen,

und wieder ist es vorbei, das 17. Hunsrücker Teleskoptreffen 2026. Was war das für ein Wochenende: Sonnenfinsternis, Perseiden, viele Beobachtungsstunden, super Vorträge und Experimente, ein tolles Zusammensein mit vielen guten Gesprächen, aber am Ende auch Waldbrände, Aschewolken und ein erbarmungsloses Wetter, welches uns tagsüber sehr heiße und nachts kalte Temperaturen bescherte.

Es waren unendlich viele Eindrücke in einer sehr kurzen Zeitspanne. Ich möchte mit diesem Bericht versuchen, euch einen Eindruck vom 17. HuTT 2026 zu verschaffen…

Tag 0: Dienstag, der Aufbautag

Ich war bereits gegen 12 Uhr am Platz, machte die Schlüsselübergabe fertig und begann mit den Vorbereitungen. Die Toiletten werden bestückt, die Lampen werden gegen Rotlicht ausgetauscht, Strom noch verlegen, sind die Kühlschränke schon an?… Schon nach kurzer Zeit trudelten Guido, Aronno, Rainer und Loeni ein und unterstützten mich mit den letzten Vorbereitungen. So hatten wir schon am Aufbautag einen 25“ Dobson, mehrere Refraktoren und einige Ferngläser zur Verfügung. Ich selbst wollte den 16“ Dobson erst am kommenden Tag abholen. Das Auto hatte bei der letzten Fahrt leider keinen Platz mehr für den Dobson.

Ich selbst habe in dieser Nacht hauptsächlich mit dem 102/660mm ED-Refraktor beobachtet. Mehr als ein paar Standard-Objekte waren es dann aber nicht. Viel mehr hatte ich mich mit einem anderen Projekt beschäftigt, welches ich eigentlich in Form eines Vortrages auf dem HuTT präsentieren wollte, dann aber aufgrund von Zeitmangel nicht rechtzeitig fertig wurde: Eine Allsky-Kamera zur Dokumentation der Lichtverschmutzung auf Basis eines Raspberry Pi. Noch in dieser Nacht habe ich an der Software herumgeschraubt, damit ich wenigstens ein paar Messversuche während des Teleskoptreffens starten konnte.
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Ich möchte in diesem Rahmen nicht näher auf die Messgeräteeingehen, da diese bisher weder ordentlich kalibriert wurden, noch bisher zu Ende gedacht wurden. Nächstes Jahr auf dem HuTT dann vielleicht.

Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch:

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Die Nacht wurde sehr kalt. Schon direkt nach Sonnenuntergang hatte man dies gemerkt. Am Ende zeigte das SQM-L, welches auf unserem Beobachtungstisch lag, 6°C an. Das war unerwartet – zum Glück konnte mir Guido noch mit einer Jacke aushelfen. Es war dann auch sehr spät, bis ich ins Bett fiel. Um 4:22 Uhr fielen dann die Augen zu.
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Tag 1: Der offizielle Beginn des 17. HuTT 2026:

Der Schlaf war kurz, um 09:18 wurden wir von der Sonne „wach geküsst“. Der Wunsch nach Wärme verflog sofort nach dem Aufstehen. Gerade eben waren die Temperaturen noch einstellig – jetzt geht es wieder stramm in Richtung 30°C.
Ich fuhr schon am Vormittag nach Hause, um noch ein paar letzte Erledigungen zu machen. Insbesondere aber wollte ich meinen 16“ Dobson noch abholen und auf dem Platz in Gehlweiler aufbauen. Wieder angekommen, war der Platz bereits deutlich gefüllt – bei hochsommerlichen Temperaturen. Abends war es dann soweit – die großflächig angekündigtepartielle Sonnenfinsternis – mit einem Bedeckungsgrad von über 88%. „Das ist doch so viel, dass wir das bestimmt auch an der Helligkeit merken werden, oder?“, diskutierten wir, bereits bevor der Mond die Sonnenscheibe berührt. Der Platz war kurz vor Beginn der SoFi gut gefüllt. Was mich ganz besonders gefreut hat, waren die große Anzahl an Familien und Kindern aus der direkten Umgebung. Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass „die Sternengucker wieder im Lande sind“.
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Die Menschen konnten den abschüssigen Hang oberhalb des HuTT-Geländes quasi als Kinosaal verwenden. Wir hatten eine perfekte Sicht auf das Spektakel. Die SoFi-Brillen wurden im Rekordtempo verteilt. Daneben waren verschiedene Sonnenteleskope und Weißlichtteleskope im Einsatz, durch die wir einen wunderbaren Blick auf die Sonne genießen konnten. Schon bald merkten wir, dass die Temperatur unnatürlich schnell nach unten schoss. Die Umgebung war getaucht in ein seltsam anmutendes, dunkles Orange. Es schien ein wenig, als wenn die Sonne einem Theaterscheinwerfer gewichen ist. Die Beleuchtungsstärke der Sonne hat im Zeitraum der maximalen Bedeckung deutlich abgenommen. Blattwerk zeichnete klar sichelförmige Schatten. Ein interessantes Experiment hatte Isabel mitgebracht:
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Aus einer Pringles-Dose bastelte sie eine kleine Lochkamera, mit der man gefahrlos die Sonnenfinsternis betrachten konnte. Ein witziges Gimmick!
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Seltsames rot-oranges Dämmerlicht während der partiellenSonnenfinsternis. Im Lensflare erkennt man die halb abgedunkelte Sonne.

Hier eine schöne Collage der Phasen der SoFi, fotografiert von Aronno Mirdha auf dem HuTT 2026:
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Am Ende konnte ich die untergehende Sonnenfinsternis im Teleskop bestaunen. Ein faszinierender Anblick, wie die beiden Himmelskörper hinter der Horizontlinie, welche die auf der Gegenseite des Talsbefindlichen Baumreihe markiert, untergehen. Schon während derSonnenfinsternis wurde gegrillt, zusammen gegessen und sich auf die bevorstehende Beobachtungsnacht vorbereitet. Ein paar dünne Schleierwolken ziehen durch. Doch die Waldbrände in der Eifelmachten uns mehr Sorgen. Noch ist nicht viel von der Aschewolke zuerkennen. Schnell wurde es wieder kalt. Wieder standen in den frühen Morgenstunden einstellige Werte auf dem Thermometer. Die erste offizielle HuTT-Nacht bricht an.
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(Teil 2 folgt sofort)
 
Teil 2:

Eine ganze Reihe von Tagesgästen war in dieser ersten Nacht anwesend. Ich verbrachte die meiste Zeit damit, verschiedene Objekte den Besuchenden in meinem 16“ Dobson zu präsentieren. Leider war das Seeing wirklich schlecht, sodass eine höhere Vergrößerung kaum sinnvoll einsetzbar war. Selbst im 31mm Okular begannen die offenen Sternenhaufen im Fuhrmann oder in der Schildwolke, im Okular zu „tanzen“.
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Trotzdem wusste selbst ein unscharf-matschiger Saturn zu begeistern. Ich dachte mir dabei nur, dass ich mir eine ruhigere Luft wünschen würde, um den Leuten einen wirklich beeindruckenden Saturn anbieten zu können. Egal – für heute hat es wohl gereicht, denn ich komme in dieser Nacht praktisch kaum zum eigenen Beobachten. Messier 33 war mit drei Spiralarmen und dem prominenten Gasnebel NGC 604 sichtbar. Im 6“ Riesenfernglas von Klotzi war der Anblick von Messier 31 und Messier 45 absolut genial. Sehr beeindruckend waren übrigens in jeder HuTT-Nacht die Perseiden in der zweiten Nachthälfte. In dieser Nacht hat man Sternschnuppen im 10-Sekunden-Takt gesehen. Diese Intensität hatte ich bisher in keiner Nacht erlebt. Einige Boliden tauchten die Umgebung blitzartig in grün-weißes Licht. Einige wiederum schienen zu explodieren und wieder andere zeichneten lange Rauchspuren über den Nachthimmel. So war es dann auch recht schnell wieder 4 Uhr morgens. Ich fiel wie ein Stein ins Bett, denn die Nacht wird erwartbar kurz…

Tag 2: Es wird wieder heiß

Um 9:30 Uhr ist der kurze Schlaf vorbei. Ich fühle mich langsam gerädert, aber es geht noch. Kaffee macht’s möglich! Und der wurde in rauen Mengen konsumiert. Über den Tag hieß es: In der Hitze ausharren! Die Reibsteinhütte stellte sich als kühler Unterstand heraus. Nachts war es dort angenehm warm und tagsüber zumindest ein paar Grad kühler. So kam es auch, dass dort über die Tage einige Zuflucht vor den extremen Temperaturen gesucht haben.

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Hier wurden sich scheinbar differenzierte Gedanken gemacht...
Es trudeln immer mehr Leute mit ihren Teleskopen ein, sodass wir am Abend bereits eine stattliche Armada auf dem Feld stehen hatten.
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Auch in dieser Nacht kamen wieder viele Gäste aus der Umgebung zusammen, um das Universum mit dem eigenen Auge betrachten zu können. Die Milchstraße spannte sich über den Himmel und bot den Anwesenden einen beeindruckenden Anblick. Einige Stunden habe ich wieder mit dem 16“er die „Standardkerzen“ für unser Publikum angefahren. Begeisterte „Uhh!“ und „Ohh!“-Rufe waren zu hören. Die Klassiker wie M13, M22, M11, die Plejaden, die Andromedagalaxie und natürlich Saturn wurden bestaunt.
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Erst ganz am Ende der Nacht, als die allermeisten Gäste gegangen waren, habe ich mich an einem ersten Objekt der „HuTT Visual Challenge 2026“ probiert. An dieser Stelle nochmal ein fettes Danke an Rainer für die spannende Zusammenstellung der Beobachtungsliste.
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Der Kugelsternhaufen „Mayall II“, oder auch einfach „G1“ genannt, ist der hellste Vertreter seiner Art, welcher zur Andromedagalaxie gehört. Schon allein deshalb ein faszinierendes Objekt. Jedoch merke ich sehr schnell, wie müde ich bin. Es ist 4 Uhr morgens und Simon steht mit seinem 6“ Apo neben mir und versucht sich ebenfalls an G1. Trotz aller Mühen schaffe ich es nicht, die in der Aufsuchkarte der Visual Challenge hinterlegten Sternenmuster im Okular wiederzuerkennen. Simon hat mehr Erfolg und knackt ihn direkt in meinem 16“er. Ich muss passen und falle komplett übermüdet sehnsüchtig ins Bett.
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Auch diese Nacht wird wieder viel zu kurz. Und der „heiße“ Freitag steht an. Es soll der unangenehmste und heißeste Tag des HuTT werden. Die Dämmerung hat längst begonnen - um 05:10 schlafe ich ein…

Tag 3: Der heiße Freitag

Und auch dieser Schlaf endet viel zu früh. Um 9:32 wurdeaufgestanden – erst mal einen Kaffee… Es war bereits jetzt schon warm.

Heute beginnen auch die Vorträge! Die (noch) kühle Reibsteinhüttelockte einige Menschen zu dem gut gefüllten Vortragsprogramm des HuTT. Begonnen hat Martin mit einem super Vortrag über die Astroreise nach Namibia.
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Wir bekamen einige praktische Tipps mitgeteilt, die das Planen einer solchen Reise vereinfachen. Vielen Dank an Martin!

Im Anschluss hat uns Thomas von seinem Dobson mit analogen Teilkreisen zur Navigation am Himmel berichtet:
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Dazu viele praktische Tipps, wie man seinen eigenen Dobson kostengünstig tunen und verbessern kann. Vielen Dank Thomas, dass Du Dir die Zeit genommen hast!


(Teil 3 folgt sofort)
 
Teil 3:

Nach einer kurzen Pause begann Jonas mit einem „First HuTT Live Experiment“. Er hat für uns keine Kosten und Mühen gescheut und einen Detektor für kosmische Strahlung gebaut:
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Die Nebelkammer war extrem spannend anzusehen. Wir konnten alle eine große Anzahl an Teilchen detektieren. Ganz deutlich sah man dies im
Gegenlicht von einen der Lichtquellen:
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(Jonas konnte hier ein bedeutend besseres Video aufnehmen)

Vielen Dank an Jonas für dieses großartige Schauspiel!

Draußen war es mittlerweile mindestens 35°C. Aushalten war angesagt. Wir verkrümelten uns immer wieder in den Schatten und verbrachten die Tage in bester Gesellschaft:
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Es ging am Nachmittag dann mit Thomas’ Livepräsentation über „Bildbearbeitung in der Astrophotographie“ weiter. Hierbei wurde uns eine mögliche Bearbeitungsroutine präsentiert, welche in kurzer Zeit ansehnliche Ergebnisse zaubert.
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Danke an Klotzi für den interessanten Exkurs!

Rainer beendete die Vortragsserie am Freitag mit seinem spannenden Urlaubsbericht über den „Leviathan“, dem großen Spiegelteleskop von Lord Rosse aus Irland. Besonders spannend fand ich Rainers Vergleiche mit heutigen Amateurteleskopen, ausgeschmückt mit zeitgenössigen Zeichnungen.
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Großen Dank an Rainer für Dein seit vielen Jahren währenden Engagements! Es war wieder spannend, Dir zuzuhören. Der Tag neigte sich langsam aber sicher dem Ende zu.
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Es wurde wie an jedem Abend in guter Gesellschaft gegrillt und gegessen. Ich finde es generell schön, dass es auf dem HuTT sehr familiär zugeht und man viele Dinge gemeinsam statt in kleinen Einzelgruppen erlebt.
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Leckeres Allerlei auf dem Grillrost

(Teil 4 folgt sofort)
 
Teil 4:

Endlich wurde es Abend und die Temperaturen waren wieder in einem erträglichen Bereich angelangt. Die Nacht beginnt angenehm warm – das Seeing scheint hervorragend zu werden.
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Mittlerweile spitzen sich die Waldbrände der nördlich gelegenen Eifel zu. Vom Koppensteinturm aus können wir Rauchschwaden in der Entfernung aufsteigen sehen. Die Nächte sind weniger transparent, was jedoch von der Luftruhe wieder wettgemacht wird. Ein erster Blick auf den tiefstehenden Saturn: „Wie krass! Selbst direkt über dem Horizont: Knackescharf!“
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Die heutige Nacht wird ruhiger als die Nächte zuvor. Ich habe Zeit, Rainers „HuTT Visual Challenge“ durchzuarbeiten. Es folgt eine Abhandlung der Liste:

Challenge 1: Messier 13 + NGC 6207

Der „Mercedesstern“ in Messier 13 war für mich im 16“ Dobson nur schwierig zu erkennen. Am Ansatz einer nach außen verlaufenen Sternenkette erahnte man eine „Y“-förmige, dunkle Struktur. Mir fiel dies aber wirklich schwer. Andere hatten da scheinbar weniger Probleme als ich. Die kleine Hintergrundgalaxie NGC 6207 war hingegen sehr einfach zu sehen. Im 16“ Dobson und 11mm Nagler als auffälliges Nebelfleckchen.

Challenge 2: „Hercules Box“ und NGC 6229

Die sechs Sterne von „Hercules Box“ sind bereits im 4“ Refraktor zu erkennen. Im 16“ Dobson dann hell und klar. NGC 6229 war im 16“ sehr einfach, am besten im 11mm Nagler. Einzelsterne sind am Rand des KS gut sichtbar. Im 15x50 IS Fernglas ist er ebenfalls leicht als unscharfes Nebelfleckchen erkennbar – Easy!

Challenge 3: NGC 6210 – Schildkrötennebel

Mit dem Dobson undeinem 7mm Okular ist der Nebel erkennbar. Mit einem hellen Kern und diffuser Nebelhülle. Es sind zwei Strukturen, eine auf 7 Uhr blickweise und auf 2 Uhr unsicher, erkennbar. Eine Zeichnung habe ich angefertigt. (Die Zeichnungen stammen direkt vom Feld und wurden nicht mehr nachgearbeitet. Dafür lag der Zeichenblock während dem Gewitter draußen, konnte also etwas aufweichen):
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Challenge 4: Die Farben von Ras Algethi

Ein Doppelstern mit einem deutlichen Farbkontrast. Der Hauptstern intensiv orange-gelb, der kleine Begleitstern eher minimal bläulich,fast weiß im Okular. Die Trennung beider Komponenten gelingt im 16“Dobson ohne Probleme. Ein schönes Objekt, welches ich bisher noch nie im Okular hatte.

Challenge 5: Der Lagunennebel

Vor einigen Tagen im 16“ mit dem Astronomik-OIII von Andreas intensiv ausladend, mit eingerahmten Sternenhaufen. Heute ist Messier 8 schon längst unter dem Horizont, sodass ich dieses Objekt skippe.

Challenge 6: M22 und M13 im scheinbaren Größenvergleich

Beide Kugelsternhaufen sind mit 31mm im 16“ Dobson bis ins Zentrum mit Einzelsternen übersät. Im direkten Vergleich wirkt M22 bedeutend größer, fast schon doppelt so groß wie M13, welcher jedoch einen höheren Bildkontrast aufwies, obwohl er eine niedrigere scheinbare Helligkeit aufweist.

Challenge 7: Anzahl der erkennbaren Roten Riesen im Sternhaufen Messier 11

Mit dem 16“ und Jonas’ 20mm APM Okular wunderbar funkelnd aufgelöst. Der markante, zentrale Stern ist im Okular deutlich orange zu erkennen. Doch ab jetzt wird es knifflig. Ich selbst bin im Vergleich zu einigen anderen eher schlecht im „Farb-Sehen“, kann jedoch noch zwei weitere Sterne ausmachen, welche zumindest in der Peripherie von Messier 11 selbst stehen und leicht orange-gelb erscheinen. Für mich war dies jedoch sehr schwer zu erkennen.

Challenge 8: IC 1295, ein Planetarischer Nebel im Sternbild Schild

Im 16er und 11mm Okular mit UHC-Filter nur relativ schwach zu erkennen. Selbst ohne Filter nicht viel schlechter zu sehen. Vermutlich wäre hier der OIII-Filter deutlich besser gewesen. Egal – hier ging es nur darum, ihn überhaupt zu erkennen. Und ja – er ist erkennbar. Für mich hier aber komplett strukturlos.

Challenge 9: NGC 6772, Planetarischer Nebel im Sternbild Adler

Nun ging es weiter nach oben ins Sternbild Adler. Der Planetarische Nebel ist in der Übersichtsvergrößerung auffällig zu erkennen:
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(Leider ist die Zeichnung etwas verschmiert. Gesehen wurde nur das runde Objekt selbst, nicht die „Wolke“ obendrüber.)

Mit 20mm sind Details sichtbar: Bei längerem Hinsehen schält sicheine halb-torusförmige Struktur heraus. Ich markiere mir die Stellemit umliegenden Sternen und siehe da: Es ist ein Teil der Schale. Ein sehr schönes Objekt, welches ich zum ersten Mal beobachtethabe.

Challenge 10: NGC7009, der Saturnnebel

Ein weiterer Planetarischer Nebel, den ich bereits mehrmals selbst beobachtet habe. Schon im 10“ in der Übersichtsvergrößerung als grünliches Scheibchen erkennbar – schälen sich mit 16“ und 7mm Okular die beiden „Ansen“ heraus. Im Okular war die Anse auf ca. 9 Uhr deutlicher ausgeprägt als die auf ca. 3 Uhr. Die 9-Uhr-Anse bog am äußeren Rand nach oben hin ab. Ein tolles Objekt für größere Teleskope!

Challenge 11: Mayall II oder G1 in der Andromedagalaxie

In der letzten Nacht noch gescheitert, versuche ich einen neuen Anlauf mit viel besserem Seeing und… noch viel wichtiger… einer anderen Aufsuchkarte. Der Deepsky-Beobachteratlas (wenn mich nicht alles täuscht) hat hier eine deutlich bessere Alternative anzubieten. Und mit dieser Karte habe ich keine zwei Minuten gebraucht, um vom Kern der Andromedagalaxie, über die beiden Staubbänder hinweg per Starhopping zu G1 zu gelangen. Und was soll ich sagen? Mit einer guten Karte ist G1 einfach zu finden! Im 11mm Okular als Nebelfleckchen klar von den umliegenden Sternen zu unterscheiden. Simon meldet mir im Laufe der Nacht eine erfolgreiche Sichtung bereits mit 6“ Öffnung. Mayall II – Check!

Challenge 12: Der „Bubble-Nebula“, NGC 7635

Über den offenen Sternhaufen Messier 52 und OIII-Filter mit 20mm Okular sehr leicht zu finden. Deutlich ist ein halbkreisförmiger Nebelfetzen zu erkennen:
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In der Mitte dieses Nebelfetzens steht ein gut sichtbar eingebetteter Stern. Wesentlich viel mehr Nebelstruktur konnte ich jedoch nicht erkennen. Ergibt jedoch einen schönen Kontrast mit dem voll aufgelösten Messier 52 in direkter Nachbarschaft.

Challenge 13: Der kleine Orion im Nordamerikanebel

Da ich den kleinen Orion oft als Aufsuchhilfe für NGC7000 verwende, habe ich mir das Aufsuchen heute Abend erspart und dieses Objekt geskippt.

Challenge 14: Simeis 3-188 Pickerings Triangular Wisp

Die Herausforderung hier ist das Verfolgen des „dünnen Fadens“, welcher von Triangular Wisp aus parallel zum Sturmvogel (NGC 6960) verläuft:
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Mit dem 31mm Nagler und dem hier überragenden Astronomik-OIII waren vielfältige Nebelstrukturen im gesamten Gesichtsfeld zu sehen. Der dünne Faden lässt sich durchgehend bis zur „Schwinge des Sturmvogels“ hin verfolgen. Der Nebelkomplex scheint sich im Okular nach Norden hin zu verschließen. Ein wirklich toller Eindruck, der natürlich deutlich detaillierter im Okular erscheint, als meine „Quick n’ Dirty“-Zeichnung hier zeigt.

Challenge 15: Cassiopeia A: Der Supernovaüberrest

Hier kann ich keine erfolgreiche Sichtung vermelden. Selbst mit 25“ war es uns nicht vergönnt, etwas zu sehen. Nach der Challenge waren meine Augen müde. Zufrieden fiel ich in einen Liegestuhl und genoss eine Weile das Leuchten der Milchstraße.
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Saturn erhebt sich immer weiter und steht nun fast genau im Süden. Das müssen wir uns zum Abschluss noch gönnen. Wir gehen in die Vollen und beobachten einen knackescharfen Saturn mit dem 3,5mm Okular. Mit über 500x Vergrößerung stand der Planet wie ausgestanzt da. Gar kein Vergleich zu dem miesen Seeing der letzten Nächte! Ein wunderbarer Anblick, und so augenentspannend! Auch Simons 6“ Apo lässt bei diesen Bedingungen die Muskeln spielen und zeigt ein hochdetailliertes Planetenscheibchen inklusive Cassini-Teilung. Wir genießen noch eine Weile den Anblick. Die Nacht geht für mich erst um 05:30 Uhr zu Ende. Und natürlich wird auch dieser Schlaf kurz…

Tag 4: Der Abreisetag, oder der Tag vor dem Gewitter

Der Tag begann schwül – viele Gäste wollen heute aufgrund der schlechten Wettervorhersage bereits abreisen. Aus diesem Grund wird Christopher seinen Vortrag über Kugelsternhaufen bereits am Vormittag halten.
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Eine spannende, einstündige Reise von der griechischen und römischen Mythologie, hin zu den Sternbildern und schließlich eine Brücke zu den verschiedenen Arten von Kugelsternhaufen - humorvoll und kurzweilig verpackt! Vielen Dank an Christopher für den wieder mal klasse Vortrag! Wir haben es sehr genossen.

Apropos genossen... Am Nachmittag gab es auch wieder leckere Waffeln, auch wenn zu diesem Zeitpunkt sich bereits ein Großteil der Besuchenden auf den Heimweg gemacht hat. Und das haben sie aus gutem Grund: Die bevorstehende Nacht wird nicht nennenswert klar. Die Aschewolken haben den Hunsrück endgültig erreicht. Immer wieder riecht es nach verbrannter Kohle. Darum ließen wir im mittlerweile kleineren Kreise den Tag und den Abend ausklingen. Es war ein tiefenentspannter Abend, oder wie Jonas zu sagen vermochte:
„Das heute Abend ist wirklich ein Geheischnis.“ Geheischnis bedeutet so viel wie das Gefühl von Geborgenheit, angekommen zu sein und sich rundum wohl zu fühlen. Nach so viel Sternenlicht lässt es sich auch sehr bequem um kurz nach Mitternacht ins Bett fallen. Als krönender Abschluss zieht ein lange ersehntes und abkühlendes Gewitter über unsere (mittlerweile nur noch WoMos und Wohnwagen) Behausungen. Man merkt, dass man nah an der Natur ist, wenn der Donner die Wände zum Beben bringt. Das Naturschauspiel ist nach kurzer Zeit vorbei und ich schlief gegen 02:10 Uhr ein.

(Teil 5 folgt sofort)
 
Teil 5:

Tag 5: Sonntag –Das HuTT 2026 geht zu Ende

Um halb 9 Uhr morgens war es dann wieder Tag. Unten im Tal hing ein angenehmer Nebel – die Luft war viel angenehmer als die an den heißen und trockenen
Tagen zuvor. Am letzten Morgen, kurz vor der Abfahrt, wertete Rainer und ich die eingereichten „HuTT Visual Challenges“ aus und kamen zu dem Ergebnis, dass Thomas Klotzbücher aka „Klotzi“ die meisten Punkte holte, dicht gefolgt von Jonas Kemmer. Daher: Herzlichen Glückwunsch, Klotzi! Möge dieses edle Schmuckstück auf ewig deine Heimat erleuchten! Ich versuche das gute Stück bald zur mPost zu bringen.

Im Laufe des Tages verabschiedeten sich die letzten Gäste. Gegen 15 Uhr war der Spuk dann vorbei. Die Reibsteinhütte in Gehlweiler ist wieder aufgeräumtm und es sieht aus, als ob nie jemand dagewesen ist.
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Die mittlerweile sehr dichten Aschewolken trübten merklich den Blick in die Ferne. Der Geruch nach verbranntem Holz ist durchgehend in der Nase. Hoffentlich bekommen wir die Feuer in den Griff… Ich habe bestimmt viele viele spannende Eindrücke liegen gelassen. Denke ich nur an Guidos Komplett-Selbstbau-Doppelrefraktor mit selbstgebauter Montierung, selbstgebautem OAZ und selbstgebautem Stativ – Und es hat funktioniert! Oder sein „Flak“, eine 4-fach-Kameraanordnung, gesteuert mit einem Raspberry und einem Intel NUC. Oder das klasse Selbstbau-Bino von Gerd, oder oder oder…. Ich habe noch ein YouTube-Video mit Fish-Eye-Aufnahmen meiner Nikon D610 zu Dokuzwecken erstellt. Ich hoffe, dass ihr dadurch noch etwas mehr Eindruck vom diesjährigen HuTT gewinnt:

17. HuTT 2026: Zeitraffer und SoFi

Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen Gästen, den vielen helfenden Händen und den vielen Menschen, die mich das Wochenende begleitet haben, bedanken. Es war aus meiner Sicht eine rundum gelungene Veranstaltung, welche sehr höflich, sehr sauber und sehr angenehm über die Bühne ging. Das ist es, was das HuTT ausmacht. Danke!

Viele Grüße und CS,
Nils

PS: Ich würde mich sehr über weitere Eindrücke und Bilder von Gästen freuen. Postet sie doch gerne hier im Thread.
 
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