Nachtrag zu meinem Jupiter vom 28.10.

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IngoHeide

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Hallo zusammen !

Ich wollte nach dem Schnellschuss vom 28.10 noch mal ein schärferes Bild nachliefern - hier sind gleich zwei:
Link zur Grafik: http://www.heidei.de/fotos/jupiter/Jupiter_20121028_0201.jpg
Jupiter am 28.10 um 02:01 MEZ, ZM I = 271,0° ZM II = 152,0°

Link zur Grafik: http://www.heidei.de/fotos/jupiter/Jupiter_20121028_0222.jpg
Jupiter am 28.10. um 02:22 MEZ, ZM I = 283,8° ZM II = 164,7°

Aufgenommen (wie üblich) wie folgt:

DMK 21/618 an Vixen R200SS mit Televue Powermate 4x und Vision Dimension 1,5x

R: 1/120 sec, G: 1/109 sec, B: 1/76 sec bei 60 Frames/sec
Je Kanal 1200 Frames, aufgenommen mit IC Capture (von TIS)

Gestackt mit AutoStakkert 2: 40 % der Frames verwendet, Rohstack zu 5 % ins geschärfte Bild eingeblendet, Alignment Points jedesmal explizit neu gesetzt: Ich habe die Größe der Alignment Points auf etwa ein Drittel des Durchmessers der Planetenscheibe eingestellt und 20 bis 22 APs gesetzt.

Geschärfte Bilder in Fitswork zum RGB zusammengesetzt, keine weitere Bearbeitung.

Ich hoffe, ihr könnt noch Jupiterbilder sehen !

Schöne Grüße aus Köln,
Ingo
 
Hallo Ingo, Hallo Peter,

ich finde aber schon, daß Ingo die Aufnahme gelungen ist und da ist ne echte Steigerung drinn.

Vielleicht noch nen ganz leichten Gaußfilter und dann ist das rauchen auch passé.

Super Ingo ;-)

Grüße.
Gerrit
 
Hallo Peter, hallo Gerrit,

erstmal zu den Barlows, lieber Peter: Du hast natürlich vollkommen recht, was das Hintereinanderschalten von Barlows angeht. Ich mache das, weil mir das Bild mit der 4x-Barlow einfach noch zu klein ist - die Bilder, die ich nur mit der 4x gemacht habe, zeigen weniger Details. Ich habe mit verschiedenen Barlows schon länger experimentiert und diese jetzige Kombination macht meiner Meinung nach ganz anständige Bilder. Übrigens: Auch wenn man denken sollte, dass man bei einem f/4-Rohr mit 4x-Barlow auf f/16 kommt, komme ich effektiv (wenn ich die Bilder ausmesse) lediglich auf etwa f/13.

Gerrit, danke für die Blumen ! Ich denke mal, eine Steigerung ist da in zwei- bis dreifacher Hinsicht drin: Erst einmal war das Rohr am 28.10. wahrscheinlich nicht ganz optimal kollimiert; zweitens war das Seeing besch...(eiden) - ich habe ja schon geschrieben, dass Jupiter ganz schön flatterte; drittens fehlt ja noch sämtliche Nachbearbeitung. Ich bin da nicht sonderlich erfahren drin - bis jetzt habe ich immer den Eindruck, dass meine Versuche der Nachbearbeitung auf Kosten der Details gehen, deswegen habe ich es in letzter Zeit sein gelassen.

Schöne Grüße aus Köln,
Ingo
 
Zitat von IngoHeide:
Ich mache das, weil mir das Bild mit der 4x-Barlow einfach noch zu klein ist - die Bilder, die ich nur mit der 4x gemacht habe, zeigen weniger Details.
Hallo Ingo,

die Aufnahmen sind doch schon sehr gut gelungen! Wenn sie Dir zu klein erscheinen, kannst Du statt der nachgeschalteten 1,5x Barlow vielleicht besser eine 1,5-fache Nachvergrößerung anwenden. Mit f/16 hättest Du im übrigen - wenn Du das richtig einstellst - eine günstigere Ankopplung der DMK21/618 als mit f/24, d.h. f/24 bringt bei dem feinen 5,6 µm Pixelraster der DMK beugungsbedingt (!) nicht mehr Details in die Abbildung als f/16.

Wenn Du mit der zusätzlichen Barlow am Bildschirm trotzdem mehr siehst, dann liegt das eher an der begrenzten Auflösung des Bildschirms, als an der Kameraauflösung. Aus diesem Grunde arbeite ich bei einigermaßen guten Sichtbedingungen während der Aufnahme grundsätzlich mit mindestens 1,5-facher datentechnischer Nachvergrößerung.

Vor einigen Tagen habe ich Jupiter gerade mit einer ALccd5 (5,2 µm) bei f/14 aufgenommen und in AutoStakkert (noch die Single-Area-Version) mit der dort angebotenen Drizzle-Funktion 1,5x nachvergrößert. Dieses Verfahren benutze ich eigentlich regelmäßig und gerne, es macht gleichzeitig auch eine für meinen Geschmack sehr brauchbare Schärfung. Vielleicht gibt es das auch in der neuen Version von AutoStakkert?

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

Zitat von Jan_Fremerey:
Die Aufnahmen sind doch schon sehr gut gelungen!

Danke für Dein Lob ! Ich bin selber nicht ganz zufrieden, ich hab's schon mal etwas schärfer hinbekommen, aber halt ohne Monde, ohne GRF, das habe ich hier noch gar nicht eingestellt. Das Seeing am 28.10. war ziemlich mies. Falls Interesse besteht ...

Zitat von Jan_Fremerey:
Wenn sie Dir zu klein erscheinen, kannst Du statt der nachgeschalteten 1,5x Barlow vielleicht besser eine 1,5-fache Nachvergrößerung anwenden. Mit f/16 hättest Du im übrigen - wenn Du das richtig einstellst - eine günstigere Ankopplung der DMK21/618 als mit f/24, d.h. f/24 bringt bei dem feinen 5,6 µm Pixelraster der DMK beugungsbedingt (!) nicht mehr Details in die Abbildung als f/16.

Tatsächlich bringt die 4x-Barlow - wenn man die Resultatbilder vermisst - bei mir kein f/16, sondern lediglich etwa f/13. Mit der 1,5x-Barlow danach komme ich auf ca. f/19. Ich bin also noch ein gutes Stück von den f/24 entfernt - eher bei f/16 als bei f/24.

Zitat von Jan_Fremerey:
Wenn Du mit der zusätzlichen Barlow am Bildschirm trotzdem mehr siehst, dann liegt das eher an der begrenzten Auflösung des Bildschirms, als an der Kameraauflösung. Aus diesem Grunde arbeite ich bei einigermaßen guten Sichtbedingungen während der Aufnahme grundsätzlich mit mindestens 1,5-facher datentechnischer Nachvergrößerung.

Nur um zu vermeiden, dass wir aneinander vorbeireden:
Mit der Aussage, dass ich am Bildschirm bei Verwendung der 1,5x-Barlow mehr Details sehe als ohne - auch bei mit 1,5x Drizzle hochgerechneten Bildern - meine ich die Resultatbilder und nicht die Anzeige während der Aufnahme.
Während der Aufnahme arbeite ich grundsätzlich mit 200% Zoom - ich habe mich für 200% entschieden, weil ich annehme, dass bei 150% jedes angezeigte Pixel nachträglich errechnet ist, während bei 200% wenigstens jedes 4. Pixel dem Originalpixel entspricht.
Noch mal zum Drizzle: Wenn ich Drizzle (oder Nachvergrößern) anwende, habe ich den Eindruck, dass die Bilder lediglich kontrastärmer und verwaschener sind. Ich habe es bisher noch nicht erlebt, dass Details dann besser zur Geltung kämen.

Ich bin natürlich - obwohl ich mich schon 40 Jahre für Astronomie interessiere - erst seit ein paar Jahren wieder aktiv und somit eigentlich ein blutiger Anfänger. Von daher bitte ich um Kritik (Was weiß ich, was ich alles falsch mache ? ) und freue mich über Anregungen. Vielen Dank also an Dich !

An dieser Stelle auch noch mal vielen Dank für die Anregung mit der Aufnahmereihenfolge G-R-B-R-G..... Ich fahre da sehr gut mit und habe sie schon weiterempfohlen.

Gerade noch zu AutoStakkert: Auch in der Version 2 gibt es sowohl den Single-Area-Mode als auch das Drizzle. Zum Drizzle siehe oben, zum Single-Area-Mode: Ich habe jetzt eine ganze Menge AVIs der letzten Zeit mit dem Multi-Area-Mode mit händisch vergebenen APs verarbeitet und gerade bei den Jupitermonden fiel mir auf, dass diese im Multi-Area-Mode deutlich besser herauskamen. Auf der Planetenscheibe selber waren die Unterschiede nicht so stark, aber auch hier kam der Multi-Area-Mode zu besseren Ergebnissen. Den Single-Area-Mode verwende ich übrigens, um alle AVIs einer Nacht im Schnelldurchlauf zu einer Voransicht zu verarbeiten.

Schöne Grüße von einem Ex-Bonner aus Köln nach Bonn,
Ingo
 
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Hallo Peter,

Zitat von Zyklop:
Vielleicht wäre eine Okular-Projektion in deinem Fall günstiger.
Zumindest wäre ein Vergleich der Ergebnisse interessant.

Das spukt mir auch schon im Kopf herum, damit ließe sich die Menge Glas zwischen Spiegel und Chip deutlich reduzieren. Nur welches Okular nehmen ? Ich bin da noch ganz der Ochse vor'm Berg.

Schöne Grüße aus Köln,
Ingo
 
Zitat von IngoHeide:
Tatsächlich bringt die 4x-Barlow ... bei mir kein f/16, sondern lediglich etwa f/13.
Hallo Ingo,

kannst Du da nicht einfach einen Distanzring zwischen Barlow und Kamera einsetzen, ich stelle meine Barlows gewöhnlich so ein, dass der Verlängerungsfaktor dem aufgedruckten Wert entspricht.

Zitat von IngoHeide:
Mit der Aussage, dass ich am Bildschirm bei Verwendung der 1,5x-Barlow mehr Details sehe als ohne - auch bei mit 1,5x Drizzle hochgerechneten Bildern - meine ich die Resultatbilder und nicht die Anzeige während der Aufnahme.
Das wundert mich - möglicherweise hat das aber auch andere Gründe? Hast Du denn da Aufnahmen miteinander verglichen, die in unmittelbarer zeitlicher Aufeinanderfolge entstanden sind?

Zitat von IngoHeide:
Noch mal zum Drizzle: Wenn ich Drizzle (oder Nachvergrößern) anwende, habe ich den Eindruck, dass die Bilder lediglich kontrastärmer und verwaschener sind. Ich habe es bisher noch nicht erlebt, dass Details dann besser zur Geltung kämen.
Nachvergrößern, ob nun mit Barlow oder datentechnisch, bringt natürlich keine zusätzlichen Details, wenn solche - seeingbedingt - nicht bereits im Bildmaterial vorhanden sind. Zur Veranschaulichung des Vergrößerungseffekts hier mal ein Beispiel mit 2-facher Nachvergrößerung.

"G-R-B-R-G ..." war in erster Linie für Animationen gedacht, wenn R mit den benachbarten Farbaufnahmen G und B als R-RGB ausgearbeitet wird. Wenn, was gelegentlich vorkommt, G geeigneter ist für das Luminanzbild und G-RGB, dann sollte die Folge "R-G-B-G-R ..." lauten. Der Luminanzkanal sollte - auch bei nicht animierten L-RGBs - zeitlich immer im Zentrum liegen.

Zitat von IngoHeide:
... gerade bei den Jupitermonden fiel mir auf, dass diese im Multi-Area-Mode deutlich besser herauskamen.
Das ist einleuchtend und nützlich, werde AS2 auch mal ausprobieren, ansonsten benutze ich für Multiarea, speziell am Mond, gewöhnlich AviStack.

Gruß aus Ippendorf, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von IngoHeide:

Hallo Ingo,
zur Projektion.
Ich habe gestern ein 26mm und ein 20mm Plössl bzw. RK-Oku benutzt für Jupiter.
Vielleicht poste ich das heute noch - gefällt mir noch nicht wirklich.
Mit dem 20mm hatte ich einen vergleichbar großen Jupiter wie mit einer 3x Barlow - war aber auch zu viel für die dunstigen Verhältnisse gestern.
Hängt auch vom Abstand Chip/Oku zusammen.
Herbert nimmt ein 12,5mm Ortho mit seinem 8" f8 - das wäre für meinen Adapter zu viel und ich nutzt ebenfalls einen 8" f8.
Ich nutze so einen Adapter gerade, gibt sicher besseres.
http://www.astrokatalog.de/ProjektionsadapterVA.htm

Jedenfalls habe ich nicht den Eindruck, dass die Qualität mit Okularprojektion schlechter wäre. Gestern waren es ungleichmäßige Verhältnisse durch den Nebel, aber ich hatte den Eindruck, dass ich mit Oku kürzere Belichtungszeiten fahren kann.
Manchmal filmt man besser eine kleinere Planeten-Scheibe mit kurzer Belichtungszeit statt eine große mit doppelter Zeit.
Das hochgerechnete Ergebnis sieht u.U. besser aus wie das aufgeblasene.
 
Hallo Jan,

Zitat von Jan_Fremerey:
...kannst Du da nicht einfach einen Distanzring zwischen Barlow und Kamera einsetzen...

Das ist natürlich eine Idee - das einzige Problem, was ich habe, ist folgendes: Laut TeleVue ist die PowerMate 4x so konstruiert, dass der Vergrößerungsfaktor fast unabhängig vom Abstand Barlow - Kamera ist. Ich müsste wahrscheinlich viel Abstand einbauen, dementsprechend mit der Barlow auch noch weiter vor den Primärfokus kommen. Dummerweise arbeite ich mit dem momentanen Aufbau (Filterrad - Barlow - Kamera) schon mit fast vollständig eingezogenem OAZ. Da muss ich wohl den Aufbau ändern. Aber f/16 wäre schon interessant - da käme ich auch im Blaukanal auf kürzere Belichtungszeiten.

Zitat von Jan_Fremerey:
Hast Du denn da Aufnahmen miteinander verglichen, die in unmittelbarer zeitlicher Aufeinanderfolge entstanden sind?

Ich habe keine Aufnahmen etwa aus derselben Nacht zum Vergleichen - da können die unterschiedlichen Bedingungen mir durchaus einen Streich gespielt haben. Sollte ich mal machen ...

Zitat von Jan_Fremerey:
Nachvergrößern, ob nun mit Barlow oder datentechnisch, bringt natürlich keine zusätzlichen Details, wenn solche - seeingbedingt - nicht bereits im Bildmaterial vorhanden sind.

Das ist schon klar - deswegen die Formulierung "besser zur Geltung kommen", die war wohl etwas missverständlich. Dein Bespiel ist aber interessant - ich werde in die Richtung nochmal weiter machen. Die Empfehlung der Nachvergrößerung mittels "dsync" hattest Du ja schon einmal ausgesprochen.

Zitat von Jan_Fremerey:
"G-R-B-R-G ..." war in erster Linie für Animationen gedacht...

Bewährt sich aber bei mir, weil ich im Rotkanal durchgängig die besten Resultate erziele.

Da fällt mir noch etwas ein: Ich weiß ja nicht, wie Du es hältst - ich fokussiere jedes AVI von neuem (was bei Jupiter, wenn's schnell gehen soll, schon etwas in Stress ausartet). Das ist aber bei schlechterem Seeing immer problematisch, da die Fokuslage des Bildes - so mein Eindruck - dann immer deutlich schwankt. Ist wahrscheinlich auch Übungssache ...

Vielen Dank und schöne Grüße aus Sürth,
Ingo
 
Hallo Peter,

witzigerweise habe ich tatsächlich genau diesen Projektionsadapter. Aber es hapert noch an einem guten Okular - ich habe da lediglich das 20mm-Kellner-Okular von Vixen. Aber ausprobieren kann ich's ja mal.

Erst mal brauchen wir klaren Himmel !!

Schöne Grüße aus Köln,
Ingo
 
Zitat von IngoHeide:
Ich weiß ja nicht, wie Du es hältst - ich fokussiere jedes AVI von neuem ...
Hallo Ingo,

die von mir verwendeten RGB-Filter (Astronomik, Typ II) haben alle dieselbe Glasstärke und sollten mithin an einem Spiegelteleskop keine Nachfokussierung erfordern. Meistens stelle ich den Fokus mit dem Rotfilter ein und wechsle dann zügig, d.h. ohne Nachfokussierung, in der Reihenfolge GRB.

Gruß, Jan
 
hi ingo, nimm das kellner. du wirst dich wundern wie gut das im zentrum abbildet! auf den t2 anschluss machst du eine aufnahme fuer kamera und ab gehts. heute haette ich nochmal filmen koennen, wenn ich gewustt haette dass es bis jetzt klar bleibt. bloed das ich tagsueber arbeiten muss.
 
Hallo Jan,

ich verwende ebenfalls den Astronomik-TypII-Filtersatz. Wenn der homofokal ist, bleiben ja nur die Barlows als Verursacher unterschiedlicher Fokuslagen für R,G,B. Ich habe mir inzwischen überlegt, wie ich Barlow und Filterrad neu anordne, um 1) auf einen größeren Abstand Barlow - Kamera zu kommen und 2) die zweite Barlow zu vermeiden. Jetzt warte ich gespannt auf klaren Himmel und zermartere mir zwischenzeitlich das Hirn, wie ich mit einfachen Mitteln die Barlows auf chromatische Aberration testen kann.

Schöne Grüße aus Sürth,
Ingo
 
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