Natürlich auch Merkur...

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas swielsch
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

swielsch

Mitglied
Oh was ein Durchgang...
Um viertel vor Neun auf einer Wiese am Rande von Darmstadt: einige Sternengucker, jetzt Sonnengucker, mit ihren Röhren und Filtern und Digitalkameras und Spiegelreflexkameras und vielen Okularen stehen noch in Jacken (einer sogar in eine Decke) gehüllt und nutzen jede Wolkenlücke. Die Sonne: ein fast zentraler Sonnenfleck mit umhergehauchter Penumbra, am Südrand eine Sonnenfleckengruppe, die genug von der Erde hat; sie schickt sich an, aus dem Gesichtsfeld abzuhauen. Aber selbst verbogen auf der Sonnenkugel nimmt sie sich gewaltig aus.
Oben der Star (Star? Astronomisch nicht ganz korrekt...) des Morgens: Merkur. Kreisrund, winzig gegenüber den Sonnenflecken, hingetüpfelt aufs solare Gelb.
Der Durchgang: unspektakulär. Aber wenn ich mir vor Augen halte (etwa da, wo der Filter sitzt), dass ich den innersten Planeten sehe, rar wie er sich üblicherweise macht, und dann direkt vor der Sonne, wird mir ganz träumerisch.
Spaziergänger kommen vorbei. Fragen, was geguckt wird, und linsen durch. Faszination der Astronomie - des Beobachtens unserer Welt, die ein kleines bisschen über die Erde hinaus geht.
Dritter Kontakt: angeknabbert vom Merkur, hat di eSonne doch nicht an Glanz verloren. Die Bewölkung ist weggedampft.
Kurz nach halb zwölf: Merkur ist weg, und wir sind glücklich.
Gruss,
Sven
 
Hallo,
nach anfänglichen Ärger mit Wolken hatte ich auch noch eine Stunde... hier meine Eindrücke:

Vixen ED 102S
Vergr. 35x-122x
Ort: Halle
11.15 Uhr: jetzt wo ich eine Weile Zeit hätte für das Himmelsschauspiel ist alles voller dicker Wolken, die sich scheinbar nur in Blickrichtung Sonne immer neu bilden. Ich baue trotzdem auf und warte. Warten - hole mir erstmal ne Portion Schoko-Eis aus der Kühltruhe. Als ich ärgerlich wieder raus komme plötzlich heller Sonnenschein! Also weg mit dem Eis und ran ans Okular. JAA-super der kleine Merkur ist nun noch etwa eine irdische Stunde vom Durchgangsende entfernt. Die Luft wabert aber manchmal ist es richtig ruhig (für Sonnenbeobachtungs-Verhältnisse jedenfalls). Ein schöner Anblick im Übersichtsokular bei 35fach. Der recht zentrale große Sonnenfleck mit seinen ausgefransten Rändern und die hart begrenzte kreisrunde Planetenscheibe, die sich immer mehr dem Sonnenrand annähert ergeben einen schönen Anblick. Es hat sich also doch gelohnt auf Wolkenlöcher zu hoffen. Gegen Ende des Durchgangs scheint alles plötzlich sehr schnell zu gehen. Vergrößerung rauf. Der Abstand wird sichtbar geringer. Wolkenfetzen...-bitte jetzt nicht! Die erste Randberührung läßt den Planeten eine Brücke bilden. Die immer kleiner werdende schwarze Einbuchtung zerfließt endlich mit dem waberden Rand--wie mein Eis inzwischen, was vorhin plötzlich unwichtig wurde. Pünktlich mit dem Ende des Ereignisses machen die Wolken das Licht aus -DANKE, das war's.
Ich bin immer wieder beeindruckt wenn die Bewegungen in unserem Sonnensystem so direkt sichtbar werden wie heute. Und schön zu wissen, daß viele Gleichgesinnte zur selben Zeit irgendwo am Okular hängen um es zu beobachten.

Grüße von Steffen

 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben