StKorth_privat
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Perfekter Vorstadt-Deep-Sky-Himmel bedeutet bei mir in Meerbusch: Fleckige, verwaschene Milchstraße vom Adler bis in die Cassiopeia, fast durchgängig sichtbar. Klingt nicht spektakulär, ist aber für mich schon etwas Großes, ich wohne halt nun einmal 17 km vom Düsseldorfer Stadtzentrum entfernt am Westrand des größten Ballungsraumes in Mitteleuropa. Nebelbeobachtung geht trotzdem!
Weil wir über das Wochenende meine Nicht mit Familie zu Besuch hatten, konnte ich erst nach Mitternacht mit der Beobachtung starten. Da hatte ich auch keinen Nerv, den Dobson in den Garten zu rumplen, stattdessen einfach nur den 60/360mm-Mini-Apo geschnappt, 31mm-Nagler + H-beta-Filter in Okularauszug – und ab mit dem Fotostativ in die dunkle Nacht.
Segen und Fluch zugleich, trotz meiner Gartenaktivitäten in den letzten zwei Wochen steht nach natürlich immer noch viel Gebüsch und Baum um meinen Beobachtungsplatz herum. Aber: Das hält mir auch den letzten Rest nachbarliches Streulicht vom Leib.
Zu Anfang gibt es wieder die Gamma Cygni – Region, was also geht mit dem Refraktorzwerg heute?
IC 1318 B und DWB 81 direkt östlich von Sadr: Sofort als knollige, längliche Nebel gesehen, der östliche Balken ist noch etwas leichter. Auch die Dunkelwolke LDN zwischen den beiden kann man wahrnehmen.
Westlich von Sadr geht´s dann auf (von Norden nach Süden, das gilt auch für die relativen Helligkeiten) IC 1318 A, DWB 59 und DWB 35/41 sind indirekt sofort zu erkennen. Die Dunkelwolke B 343 kann ich leider nicht ausmachen. Alle Nebelkonturen sind verwaschen und ohne weitere Struktur.
Südlich von Sadr dann DWB 34 – ist indirekt ebenfalls fast sofort sichtbar, etwas fleckig.
Über Nordamerika- und Pelikan-Nebel rutsche ich nur herüber, mein Hauptaugenmerk gilt IC 5068 südlich vom Pelikan. Es dauert etwas, aber dann schält sich dieser Nebelkomplex als längliche, ganz leicht fleckiger Balken aus dem Hintergrund hervor.
Für´s Erste mache ich einen Haken an die Regionen des Schwan, die nächste Runde im Sternbild gilt dann vielleicht noch ein paar PNs und Sternhaufen, dass dann aber wieder mit dem Dobson.
Auf geht´s in den hohen Norden – Cepheus! Dummerweise wandert das Sternbild gerade durch den Zenit, das macht das Starhopping per azimutaler Montierung zu einem Krampf. Dazu dann noch das seitenverkehrte Bild im Zenitspiegel – ich bin gernevt!
Aber dann …. IC 1396 steht im Feld, knappe 2 Grad groß und sofort auch direkt sichtbar – so schön hatte ich ihn noch nie! Man sieht eine unregelmäßige und rundliche Kontur, der Nebel selber ist ziemlich fleckig. Ein einfaches Objekt!
Und dann? Eine Premiere – Sharpless 132 an der Grenze zum Sternbild Eidechse, bekannt auch als Löwennebel. Im Deep-Sky-Atlas wird OIII-Befilterung empfohlen, ich bleibe aber erst einmal beim H-beta-Filter – sofort erkannt! Der längliche Nebel hebt sich deutlich von den Sternwolken der Milchstraße ab.
Zum Abschluss noch ein Hüpfer zu NGC 281 – schon ein alter Bekannter auch im Dobson, im Refraktor ebenfalls ziemlich einfach zu sehen als leicht rautenförmiger Nebel mit aufgehelltem Kern. Auch da werde ich noch einmal einen OIII-Blick riskieren – nächstes Mal…
Was bleibt, das ist die Erkenntnis, dass man sich mit passender Befilterung auch unter Bortle 5-6-Himmel an ausgedehnte Emissionsnebel trauen darf. Das fette Nagler-Okular wirkt ein wenig wie ein Overkill an dem kleinen TS-Apo, aber das riesige Feld und die irrsinnig scharfen Sterne machen Spaß.
Clear Skies,
Stefan Korth
Weil wir über das Wochenende meine Nicht mit Familie zu Besuch hatten, konnte ich erst nach Mitternacht mit der Beobachtung starten. Da hatte ich auch keinen Nerv, den Dobson in den Garten zu rumplen, stattdessen einfach nur den 60/360mm-Mini-Apo geschnappt, 31mm-Nagler + H-beta-Filter in Okularauszug – und ab mit dem Fotostativ in die dunkle Nacht.
Segen und Fluch zugleich, trotz meiner Gartenaktivitäten in den letzten zwei Wochen steht nach natürlich immer noch viel Gebüsch und Baum um meinen Beobachtungsplatz herum. Aber: Das hält mir auch den letzten Rest nachbarliches Streulicht vom Leib.
Zu Anfang gibt es wieder die Gamma Cygni – Region, was also geht mit dem Refraktorzwerg heute?
IC 1318 B und DWB 81 direkt östlich von Sadr: Sofort als knollige, längliche Nebel gesehen, der östliche Balken ist noch etwas leichter. Auch die Dunkelwolke LDN zwischen den beiden kann man wahrnehmen.
Westlich von Sadr geht´s dann auf (von Norden nach Süden, das gilt auch für die relativen Helligkeiten) IC 1318 A, DWB 59 und DWB 35/41 sind indirekt sofort zu erkennen. Die Dunkelwolke B 343 kann ich leider nicht ausmachen. Alle Nebelkonturen sind verwaschen und ohne weitere Struktur.
Südlich von Sadr dann DWB 34 – ist indirekt ebenfalls fast sofort sichtbar, etwas fleckig.
Über Nordamerika- und Pelikan-Nebel rutsche ich nur herüber, mein Hauptaugenmerk gilt IC 5068 südlich vom Pelikan. Es dauert etwas, aber dann schält sich dieser Nebelkomplex als längliche, ganz leicht fleckiger Balken aus dem Hintergrund hervor.
Für´s Erste mache ich einen Haken an die Regionen des Schwan, die nächste Runde im Sternbild gilt dann vielleicht noch ein paar PNs und Sternhaufen, dass dann aber wieder mit dem Dobson.
Auf geht´s in den hohen Norden – Cepheus! Dummerweise wandert das Sternbild gerade durch den Zenit, das macht das Starhopping per azimutaler Montierung zu einem Krampf. Dazu dann noch das seitenverkehrte Bild im Zenitspiegel – ich bin gernevt!
Aber dann …. IC 1396 steht im Feld, knappe 2 Grad groß und sofort auch direkt sichtbar – so schön hatte ich ihn noch nie! Man sieht eine unregelmäßige und rundliche Kontur, der Nebel selber ist ziemlich fleckig. Ein einfaches Objekt!
Und dann? Eine Premiere – Sharpless 132 an der Grenze zum Sternbild Eidechse, bekannt auch als Löwennebel. Im Deep-Sky-Atlas wird OIII-Befilterung empfohlen, ich bleibe aber erst einmal beim H-beta-Filter – sofort erkannt! Der längliche Nebel hebt sich deutlich von den Sternwolken der Milchstraße ab.
Zum Abschluss noch ein Hüpfer zu NGC 281 – schon ein alter Bekannter auch im Dobson, im Refraktor ebenfalls ziemlich einfach zu sehen als leicht rautenförmiger Nebel mit aufgehelltem Kern. Auch da werde ich noch einmal einen OIII-Blick riskieren – nächstes Mal…
Was bleibt, das ist die Erkenntnis, dass man sich mit passender Befilterung auch unter Bortle 5-6-Himmel an ausgedehnte Emissionsnebel trauen darf. Das fette Nagler-Okular wirkt ein wenig wie ein Overkill an dem kleinen TS-Apo, aber das riesige Feld und die irrsinnig scharfen Sterne machen Spaß.
Clear Skies,
Stefan Korth