Neptun - mit Strukturen

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Hallo Holger,

das sollte aber durch Dithering nicht mehr passieren, dass das Bild verpixelt wird.

Ein Neptun-Tag dauert 16h. Bei Deiner Auflösung spielt das keine Rolle mehr. Das sind 1.6h pro Airy-Scheibchen.
Wie funktioniert denn das Derotieren z.B beim Jupiter?

L d e f g h i j
R c d e f g h i
G b c d e f g h
B a b c d e f g

Bei Derotation entsteht dann diese Pattern:

L - - - d e f g h i j
R - - c d e f g h i -
G -b c d e f g h - -
B a b c d e f g - - -

Wird da noch Information "dazu geforscht"?

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

das weiß ich auch nicht genau wie das Programm die Bilder analysiert und dann derotiert. Bei meinem RG-RGB Bildern vom Jupiter muss ich ja die Farbaufnahme mit der Grün & IR Aufnahme kombinieren. Die liegen dann aber meist nur knapp über 5 Minuten außeinander. Damit es das Programm einfacher hat, schärfe ich die Bilder auch vorher und so erhalte ich insgesamt auch eine gute Abbildung am Planetenrand. Mir ist aufgefallen, das gerade dieser Bereich mit zunehmender Zeitdifferenz schlechter wird.

Aber zurück zum Neptun. Ich habe da inzwischen im Netz weiter geforscht. Könnte die helle Stelle eine weiße Wolke sein ?
Es sind auch Seiten zu finden wo 2 Bilder animiert sind und sich dieser weiße Spot bewegt. Da lagen dann z.B. 20 Min. zwischen den Aufnahmen.

Ich werde da weiter dran bleiben. Sollte ich die Kamera eine halbe Stunde später etwas im OAZ mitdrehen oder würdet Ihr die Position lassen und die Bildfelddrehung in Kauf nehmen ? Ich kann meine Plattform nicht eine halbe Stunde nachführen, deswegen würde sich die Planetenachse beim Zurückstellen und neu Aufsuchen im Teleskop ändern.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

die Bildfelddrehung hängt vom parallaktischen Winkel ab. Der ändert sich bei Auf- und Untergang relativ stark. Beim Meridiandurchgang eher nicht. Besonders stark natürlich in Zenitnähe, aber da stehen die Planeten eh nicht in unsereb Breiten. Da Neptun aber nahezu punktförmig ist, ist die Bildfelddrehung vernachlässigbar klein, wenn Du ansonsten nicht an der Aufstellung und Ausrichtung des Teleskops bzw der Kamera änderst.

Aber zurück zum Neptun. Ich habe da inzwischen im Netz weiter geforscht. Könnte die helle Stelle eine weiße Wolke sein ?
Es sind auch Seiten zu finden wo 2 Bilder animiert sind und sich dieser weiße Spot bewegt. Da lagen dann z.B. 20 Min. zwischen den Aufnahmen.

Das ist durchaus möglich. Das ist aber schwer einzuschätzen. Vielleicht gelingt Dir ja demnächst eine Serie von AVIs mit gutem Seeing, so dass Du die eventuelle Rotation über mehrere Stunden (die brauchst Du schon wegen der geringen Auflösung) verfolgen kannst.

Gruß,
Peter
 
Da Neptun aber nahezu punktförmig ist, ist die Bildfelddrehung vernachlässigbar klein

Ich denke auch, dass die Bildfelddrehung bei kurzen Belichtungszeiten hier wenig Rolle spielt, die langen Belichtungen von Damian sind derotiert, was bei der relativ schnellen Planeten-Rotoation nötig ist. Neptun rotiert mit knapp 16 Stunden, das sind 0,38 Grad pro Minute. Bei 5 min Aufnahmen bewegt sich eine Oberflächenstruktur in der Mitte des Planeten also um 1,88 Grad weiter. Bei der Größe am Chip von 16 x 16 px liegen diese Bewegungen also innerhalb desselben Pixels.

Bildschirmfoto 2019-08-30 um 10.56.45.jpg
Bei 30 Minuten wären das jedoch 11,4 Grad, da wandert eine Struktur bereits ins nächste Pixel - so sie zufällig mittig liegen würde.
Um alle Driften von möglichen Strukturen zu verhindern würde ich also versuchen, sämtliche möglichen Fehelerquellen ausschließen und mit parallaktischer Nachführung und ggf. Derotation arbeiten, wenn man lange belichtet. So das überhaupt Sinn macht, Damian gibt zB 40 Min LRGB an, da tut sich natürlich schon was... ob man da alle 4 Kanäle braucht, sei dahingestellt.

lg
Niki
 
Moin moin.
All jenen, denen der Glaube fehlt, dass wir mit Amateurteleskopen auf dem Neptun Wolkendetails nachweisen könnten, seien mal diese beiden Seiten zum Studium anempfohlen.
Da braucht man dann nicht mehr zu glauben, sondern bekommt bewiesen, weil die Rotation den Nachweis der Echtheit des aufgenommenen Details erbracht hat. Es geht sehr wohl (und das nicht erst seit Kurzem...)
CS
Rudolf (der auch schon Neptun-Sturm ablichten konnte)
 
Hallo Rudolf, der erste Link bringt:

Error
Search data has been lost, please try again.
Go Back

lg
Niki
 
Interessante Links, danke. Hab grad mal reingesehen in Neptune Image 2019/08/20(UT) - da sieht es bei der untenstehenden Animation aus, als würde sich eine Struktur von 21:55 zu 22:11 mindestens um eine Vierteldrehung bewegen (?), was irre schnell ist. Die Rotation des Planeten hätte damit dann nichts zu tun, über Stürme weiß ich zu wenig, wie schnell die wohl sind.

Vielleicht sind andere Animationen gemächlicher, muss ich mir erst ansehen...

lg
Niki
 
Hallo Rudolf,

daß man grobe hell/dunkel-Kontraste detektieren kann und manchmal einem Sturm zuordnen kann, daran würde ich ja gar nicht zweifeln. Das zeigt auch die ALPO-Seite. Das andere "Gespeckel" was man auf dem Neptun beim starken Schärfen sieht, wird dort aber auch nicht als reale Strukturen angepriesen.
Wir wissen, Neptun hat Strukturen. Wir sehen, daß stark geschärfte Neptunbilder Strukturen zeigen. Das gilt für andere Planeten auch. Jetzt aber zu schließen, daß diese Strukturen überwiegend mit realen Neptunstrukturen identisch sind, da muß man vorsichtig sein, sonst ist man wieder bei Marskanälen und Marsgesichtern.
Das ist die gleich Logik, wie zu sagen, Beethoven war musikalisch, Indianer sind musikalisch - also muß Beethoven ein Indianer gewesen sein.

Gruß

*entfernt*
 
OK,
also, zuerst den Link nochmal:
Es ist das Archiv PVOL, leider geht es nicht direkt zur Seite, daher bitte auf der Search-Form-Seite oben bei Object Neptun auswählen und dann "Send" anklicken.

@Heiko: Die Betonung liegt auf "starkes Schärfen". An ein nur wenige Pixel großes Bild kann ich nicht mit Monsterfiltern rangehen. Zu erwarten, das finale Bild müsse knackscharf sein, wie das eines Mars bei 16 oder 24 Bogensekunden geschärft werden kann, ist der falsche Ansatz. Die Minikugel bleibt immer noch vergleichsweise unscharf. Mit eher gröberen Filtern werden allein flächigere Hell-Dunkelunterschiede zum Vorschein gebracht, die tatsächlich von Sturmflecken herrühren (wobei wir hier immer über Bilder im Roten reden, wo dafür genügend Kontrast da ist).
Wenn das kleine Neptunscheibchen mehrere kleine helle Pixel zeigt, ist's garantiert überschärft.
CS
Rudolf
 
Hallo,

kurzer Zwischenstand zu meinen weiteren Versuchen. Das Seeing, die Transparenz, da muss schon einiges passen um vernünftige Summenbilder zu erhalten. Am 2. und 3.9.19 zeigte schon der Saturn am Abend die dürftigen Bedingungen. Trotzdem habe ich später dann teilweise eine Stunde durchgehalten und fleißig Avis gesammelt. Naja, eigenltich Zeitverschwendung, denn die Summenbilder waren alle deutlich schlechter als das vom 25.08.19. Bei der Bearbeitung tauchten später sehr schnell wahllos verteilte Artefakte (helle und dunkle Pixel) auf.
Neptun_020919_010229.jpg

Da glaube ich auch nicht an Strukturen, zeigt mir aber auch, dass die erste Aufnahme vom 25.08. doch deutlich anders aussieht.

Am 31.08. war es etwas besser aber dennoch ist es schwierig da Strukturen zuzuordnen, sind auch eher Artefakte:
Neptun_310819_0043-0112ani.gif

So eine deutliche helle Stelle wie am 25.08. taucht nicht auf. Wenn das z.B. ein Wolkengebiet ist, wäre das natürlich nicht immer zu sehen. Kommt dann also zu den Komponenten Seeing / Transparenz auch noch Glück, dass die gerade um die Uhrzeit zu sehen ist.

Das wird noch ein schwieriges und langwieriges Unterfangen werden aber ich bleibe da weiter am Ball.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

mehr als eine Woche ist vergangen und natürlich bin ich dran geblieben. Am 10.09.19 wieder dürftige Bedingungen und verpixeltes Ergebnis. Nun aber gestern Nacht etwas besser und siehe da, die Helligkeitsunterschiede sind wieder großflächiger.
Leider waren die Bedingungen zu Beginn schlechter aber für einen Vergleich hat es gereicht:
Neptun_13u140919_ani.gif

Ich meine da eine Rotation zu erkennen, kann aber auch Wunschdenken sein. Schade, dass kein so heller Fleck wie am 25.08.19 zu sehen ist.
Hier noch die bessere Aufnahme von 1:05 Uhr in Farbe:
Neptun_140919_010527p200.jpg

Gruß,
Holger
 
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