Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achromaten

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Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Paule,

genauso sehe ich das auch.

Nur wollte ich dem Grund für die Zufriedenheit der FH-Refraktor-Besitzer eine theoretisch untermauerte Begründung geben.

Kann ja nicht schaden, wenn diese sich jetzt beruhigt zur Beobachtung aufmachen können mit dem Wissen, daß es keine Hexerei ist, warum ihr Gerät "funktioniert".

C.S.

Roger
 
Re: Da isser ja wieder mal!

Hi Karsten

ein Problem ist Deine objektivität bemühende Ausschliesslichkeit, mit der Du formulierst ...

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naja,die beiden Teleskope würde ich nicht in einem Atemzug nennen.
Der 100/1000er ist etwas zu kurz um richtig überzeugen zu können,
der 150/1200er ist dagegen viel viel zu kurz um auch nur halbwegs annehmbar zu sein.
===========================

Der 100/1000er mag zu kurz sein ... um vielleicht DICH überzeugen zu können.

Andere (viele) sind davon überzeugt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

der 150/1200 ist für viele eben nicht "viel viel zu kurz" um halbwegs annehmbar zu sein. Die sind glücklich mit ihren Geräten.

Meine Frage: Willst Du denen die Freude und den Spass an diesen Geräten verderben? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Wer nicht so unterwandert im Thema ist, fängt dann an zu zweifeln und wird möglicherweise frustriert ... Ist es das, was Du erreichen möchtest? Manchmal macht das etwas den Anschein, aber glauben möchte ich das eigentlich nicht.

Versuch doch mal, Deine Einschätzungen und Bewertung auf DICH zu reduzieren und das deutlicher klarzustellen.

Gruss Hannes
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

mich hat der Farbfehler nie gestört, noch habe ich bisher die Erfahrung gemacht, daß (bei gut ausgeführten) Fraunhofern ich weniger auf den Planeten sehe, als mit Newtons.

Kannst du dabei schon direkt nebeneinander stehende Geräte gleicher
Öffnung und qualitativ gleicher Ausführung miteinander verglichen?
Sehr häufig kommt es nämlich vor, daß Besitzer ihre Newtons nicht
korrekt justieren oder die Geräte unter Tubusseeing leiden, das bei
aktiver Belüftung gar nicht vorhanden wäre.
Ein Teleskopvergleich bringt nur dann etwas, wenn die Geräte direkt
unmittelbar nebeneinander stehen, deren optische Qualität zuvor so genau
wie möglich bekannt ist (ein Sterntest genügt dazu, wenn man ihn richtig
interpretieren kann) und man sich zuvor selbst vom Zustand des Gerätes
sowie der verwendeten Okulare überzeugt hat.

Wenn du ganz konkret einen 150/1200mm FH-Refraktor und einen 150/1200mm
Newton von gleicher optischer Qualität (zb. Strehl 0,8) nebeneinander
stehen hast und beide Geräte exakt kollimiert und vollständig ausgekühlt
sind, wird dir der Newton sowohl am Mond wie auch am Planeten mehr Details
zeigen, und zwar sofort sichtbar und deutlich mehr!

Hast du solche direkten Vergleich schon selbst gemacht?

Wie erklärst Du, daß mit Farb-Scheinwerfern so Sachen wie die Encke-Keeler-Lücke im Saturn-Ring, Sirius B.... entdeckt wurden.

Das läßt sich ganz einfach erklären, nämlich alleine durch die große
Öffnung! Durch die große Öffnung dieser alten Refraktoren war natürlich
auch das Auflösungsvermögen sehr groß. Ein 1m-Refraktor hat eben auch bei
einem gewaltigen Farbfehler noch ein schönes Potential, das ist unbestritten,
liegt aber nicht darin begründet, daß der Farbfehler nicht so kontrastmindern
wäre wie angenommen, sonder einfach darin, daß ein 1m-Objektiv schon
alleine durch seine große Öffnung einen hohen Kontrast und die
entsprechende Auflösung liefert.
Je größer die Öffnung, umso weniger entscheidend ist die Qualität, das gilt
schon im Amateursektor mit seinen eher geringen Öffnungen.
Und es gilt genauso auch für Spiegelteleskope. Schau durch einen 24" Spiegel
mit 0,7 Strehl (also nichtmal beugungsbegrenzt) und durch einen 18"
Spiegel mit 0,99 Strehl und du wirst mit dem 24-Zöller deutlich mehr
Details auf Jupiter erkennen.
Im übrigen ist sowohl die Encke-Teilung wie auch Sirius B heute bereits mit
Reflektoren von 8" Öffnung auszumachen.

Es scheint mir so, daß deine Erfahrungen und meine sich in Bezug auf
schnelle Fraunhofer einfach wiedersprechen. Möglich wäre das durch
verschiedene Empfindlichkeiten der Augen über das Spektrum. Wer will
denn behaupten, daß alle Menschen hier die gleichen genetischen Bedingungen
aufweisen und zudem kann man durch Gewöhnung und Übung das Gehirn auf
Filterung trainieren und so die Wahrnehmung in eine Richtung hin verschieben.

Ich muß dir auch ehrlich sagen, daß mir diese Experimente die Taylor
hier gemacht hat ziehmlich sonderbar vorkommen. Zwar kann ich sie
mathematisch nicht nachvollziehen, aber vom Hausverstand her kann ich
mir nicht vorstellen, daß das Auge einen dermaßen großen Bereich
als Scharf wahrnehmen kann. Wenn es das kann, warum muß ich dann
beim FH extra auf Blau nachfokussieren? Das würde dann ja gar nicht
mehr notwendig sein.

Bino-Tom
 
Re: Eine Lanze für den langen Faltrefraktor

Hi,
Du sprichst mir aus der Seele <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
also 8" kannst du ruhig bei 4-5 m belassen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
7,5-9 m macht nur ab 11-12" Sinn <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> laut Tabelle.
was mein D&G 5"f20 an Montierung und Stativ braucht,das auch noch mobil bleiben soll-fast ein Ding der Unmöglichkeit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />-wie der Wind sich nach verbessungen verhält -mal schaun,ob da nicht doch noch Windschutz(ala mobile Kuppel) erforderlich ist
Faltrefraktor würd ich nur ab 8"f25;10"f20 einführen ,das ist aber ne knifflige Sache mit den Blenden und tubusrohr(wenn der eingermaßen ästhetisch aussehen soll)
@astroschmidt:deiner neuen Formel(0,025 mal D )^1,67 zufolge müsste ein 11"(mein Traum <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ) mind. f 25,61513997 haben ,ist ja gar so weit weg vom RC-Wert f 33(Lichtenknecker)deck man damit noch 485 nm ab?
was ja nichts anderes bedeutet,das der violett-Saum der venus erträglich bleibt.
was meinst du mit 2...14",lichtenknecker/steinheil)=14" steinheil im raum Aachen-ist mir neu
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />
PS: @Marthy:eingeschnappt nee,nur versessen ,die Formel zu begreifen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> wenn da einer mit der Antwort rumkaspert,werd ich schon mal ungnädig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Tom

Ich weis nicht jetzt habe ich das gefühl das es kriminell wird!

Je größer die Öffnung, umso weniger entscheidend ist die Qualität, das gilt
schon im Amateursektor mit seinen eher geringen Öffnungen.
Und es gilt genauso auch für Spiegelteleskope. Schau durch einen 24" Spiegel
mit 0,7 Strehl (also nichtmal beugungsbegrenzt) und durch einen 18"
Spiegel mit 0,99 Strehl und du wirst mit dem 24-Zöller deutlich mehr
Details auf Jupiter erkennen.

Sind wir jetzt nicht beim Lichteimer angelangt oder beim Badezimmerspiegel?!
Nur weil du dir nicht vorstellen kannst das es Qualitativ hochwertige Frauenhoferobjektive gibt die ein Kontrastreiches Bild liefern zündest du eine solche Bombe?
Wir wissen ja von dir das nur der Newton in der lage ist sein Theoretisches Auflösungsvermögen auch wirklich ins Auge zu bringen vorallem die Chinaböller.
Da fällt die Zentralabschatung, abgesunkene Kante, Fensterglasspiegel, schlechte Mechanik, schlechte Justierung, schlecht auspoliert, Streulicht, uvm...
schon auch mal unter den Tisch.
Ich glaube in deiner Jupiter Phobi weist du nicht mehr was du wo in welchem Teleskop gesehen hast <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Bitte entschuldige!

Sicher gibt es groten schlechte Frauenhofer zu hauf und ein 6" f/8 wäre auch nicht mein fall, doch auch du könntest einmal ein Zugeständnis machen und nicht jetzt behaupten nur Spiegelöffnung egal ob Beugungsbegrenzet oder nicht ist das Non-Plus-Ultra.

Gruß Uwe
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Roger

Hier konnte ich mich noch an einen zufriedenen Refraktorbesitzer erinnern, der hat einen TMB 8" f/9 den er auf 500fach hochzieht.
http://www.hobbies.privateweb.at/astro-light/

Ich denke Herr Ludes weis um die Qualitäten eines Frauenhofers nicht umsonst hätte er die TMB FHs auflegen lassen. Diese haben auch keine Koma oder Sphärische Abberation.

Gruß Uwe
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo.

Das läßt sich ganz einfach erklären, nämlich alleine durch die große
Öffnung! Durch die große Öffnung dieser alten Refraktoren war natürlich
auch das Auflösungsvermögen sehr groß. Ein 1m-Refraktor hat eben auch bei
einem gewaltigen Farbfehler noch ein schönes Potential, das ist unbestritten,
liegt aber nicht darin begründet, daß der Farbfehler nicht so kontrastmindern
wäre wie angenommen, sonder einfach darin, daß ein 1m-Objektiv schon
alleine durch seine große Öffnung einen hohen Kontrast und die
entsprechende Auflösung liefert.
Je größer die Öffnung, umso weniger entscheidend ist die Qualität, das gilt
schon im Amateursektor mit seinen eher geringen Öffnungen.

Wenn des Binoviewers


ins Spiel kommt, dann ist die Zeit für unterhaltsame Stunden gekommen. Kinder sind in Sicherheit zu bringen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Grüße vom
Paule
 
Die MTF entscheide!

Hallo Uwe,

nein,bei 0,7 Strehl im 24" snd wir keineswegs beim Badezimmerspiegel angelagt.

Es hat durch die Arbeit bestimmter Händler und "Opiktester" eine Verschiebung
der Wirklichkeit stattgefunden.
Es haben nicht alle Amateurinstrumente einen Strehl von 0.98 wie man in den
Foren gerne glauben machen möchte.
Gnadenlos getestet kannst du froh sein ein wirklich beugungsbegrenzt abbildendes
Teleskop zu haben.In diesem Lichte betrachtet fällt ein sehr großer Spiegel
mit 0,7 Strehl durchaus positiv auf(!)

Die Auswirkung der größeren Öffnung sowie der den Strehl mindernden Effekte
(Asti,abgesunkene Kante,Korrekturfehler,Zonen,...) kann man erfassen und
da muß man sich dann halt mal ansehen wie sich das dann im Endeffekt darstellt.

Wir wissen ja von dir das nur der Newton in der lage ist sein Theoretisches Auflösungsvermögen auch wirklich ins Auge zu bringen vorallem die Chinaböller.
Da fällt die Zentralabschatung, abgesunkene Kante, Fensterglasspiegel, schlechte Mechanik, schlechte Justierung, schlecht auspoliert, Streulicht, uvm...
schon auch mal unter den Tisch.

Du scheinst auch nicht lesen zu können oder was?!
Tom schreibt doch ganz klar und deutlich:

Wenn du ganz konkret einen 150/1200mm FH-Refraktor und einen 150/1200mm
Newton von gleicher optischer Qualität (zb. Strehl 0,8) nebeneinander
stehen hast und beide Geräte exakt kollimiert und vollständig ausgekühlt
sind, wird dir der Newton sowohl am Mond wie auch am Planeten mehr Details
zeigen, und zwar sofort sichtbar und deutlich mehr!

Keine Scherbe,keine abgesunkene Kante,keine Dejustage.Strehl 0.8 beim Newton
sowie Strehl 0.8 beim FH im grünen gemessen.Beide 150/1200er.So wars gemeint.

Der Newton zeigt dann am Planeten signifikant mehr als der farbfehlergebeutelte
zu-kurz-FH der direkt daneben steht und mit den gleichen Okularen gefüttert wird!
Und der Unterschied ist nicht etwa marginal,nein,jeder Anfänger sieht den
Unterschied sofort und ohne daß er in irgendeiner Weise danach suchen müßte.
Im FH scheint abgesehen vom auffälligen Farbsaum die Planetenscheibe von
einem Schleier überzogen zu sein.Das Bild im kurzenn dicken FH vermittelt
im Vergleich zum Newton gleicher Eckdaten den Eindruck von mangelnder Schärfe.
Ich kann dir da auch nichts anderes als Binoviewer berichten...

MfG,Karsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hi folks!

@astroschmidt:
Ich habe Deine Ausführungen und Argumentationskette mit großem Interesse verfolgt. Ein wirklich sehr sachlich geführter Artikel, der auch die Erfahrungen zahlreicher langjähriger Refraktor-Benutzer bestätigt.
Verfolgt man jedoch die Diskussion weiter hinaus, so scheint es mir schon fast vergebene Liebesmühe, besonders in diesem Forum, mit dem "harten Kern" eine sachliche Diskussion mit durchgängiger Argumentationskette zu führen. Wie bei vielen anderen Threads dieses Themas scheitert auch jenes letztlich an dem sachlich-logischen Unvermögen einiger Leute, Argumentationen und Beweisketten zu verfolgen und aufzuarbeiten.

Ich denke hier prallen auch zwei Welten aufeinander: zum einen Deine Diskussion über die Theorie der chromatischen Abberation und ihre praktische Auswirkung zum einen, und dem krampfhaften Vergleich mit mittelmäßigen FHs aus chinesischer Produktion als Maßstab auf der anderen Seite. Leider werden allzuoft persönliche Erfahrungen und mangelndes Wissen um die Zusammenhänge mit einem dogmatischen Fanatismus verteidigt, der solch fachlich schön ausgeführte Artikel (die auch zu einer "Eigendynamik" in den eigenen Gehirnzellen anstossen soll) in der alten Diskussion Refraktor/Reflektor untergehen lassen.
Ich erkenne Deine Mühen in der Führung dieser Diskussion mit Bewunderung an und freue mich schon auf weitere "Details" zu diesem Thema, da ich auch beruflich (als Fotograf und Fotofachlaborant, wie auch durch die Phsyik) in diesem Gebiet involviert bin.

cu ...
Luzy
 
Re: Da isser ja wieder mal!

Tom,
nee, sehe ich anders. Und sachlich soll es bleiben.
Und, ich habe den Thread schon aufmerksam gelesen.
Aber, wo ich das Problem sehe, ist diese Ausschliesslichkeit seiner Argumentation und die sich daraus ergebende Meinungsbildung.

Gerade, was den vieldiskutierten 102/1000er und nochmehr die 150/1200er FH betrifft: Wenn man seine Äusserungen liest, kann man es fast nur so verstehen, das diese Röhren nahezu Schrott sind und per se durch das "zu kurze Verhältnis" nichts taugen. Wenn es für IHN so ist, akzeptiert; das ist seine für ihn zu akzeptierende Einstellung. Nur, es gibt viele User dieses Scopes, die eben sehr glücklich mit genau diesen Röhren sind. Lasst diese doch und versucht nicht immer wieder, sie zum scheinbar Besseren zu bekehren. Denn genauso kommen diese fast schon "zwingend `richtigen´ ..." Bewertungen rüber.

Das Karsten unbestritten theoretischen Sachverstand hat - keine Frage. Aber, der Respekt vor dem Glücksein von Usern mit ihren "farbrestfehlerverseuchten und somit kontrastdezimierten" Geräten sollte auch vorhanden sein.

Da hier ein Thread zum Thema Farbrestfehler gestartet wurde, passt dies sehr wohl hier hinein.

Respekt vor der Zufriedenheit anderer. Es versucht hier auch
keiner, Dir Deinen MN 78 bzw. Karsten seinen "Silberdobby" madig zu machen.
Gruss Hannes
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Dirk,

was willst du erwarten?Wer hat hier schon einen wissenschaftlichen Background?
Wer willsich schon mit den Auswirkungen verschiedener Aberrationen
einschließlich des Farblängsfehlers auf die MTF befassen?

Eben,Statt dessen wird Optikschrott schöngeredet und die Anfänger für blöd verkauft.
Wohl dm der vor einem Kauf vergleicht und sich so erhebliche finanzielle Verluste
erspart.Ich fürchte daß ein Astroboard leider auch dazu dient den Mist
der heutzutage produziert wird den Leuten auch schmackhaft zu machen.

Peinlich,ja kriminell fast,wenn APO-Besitzer den Sternfreunden zur 6"f/8
"Blausau" raten.Aber was willst du machen.Heutzutage werden verpilzte,
nicht auspolierte,in der Fassung schlackernde Flauhofer unters Folk geworfen
die nichtmal annähernd an das Leistungspotential der früheren langen FH vom
Schlage Lichtenknecker,Wachter oder gar Zeiss heranreichen.
Mir wurde vor einigen Monaten ein 4"f/15 Wachter vor der Nase weggeschnappt.
Es gibt sie also noch,die Sternfreunde die wissen wie ein FH beschafen
sein muß damit er richtig gut ist.
Die heute anfangen haben leider keinen Vergleich und glauben daß die
derzeitigen flauen bunten Teile das zeigen was ein FH zeigen kann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Spätestens beim direkten Vergleich zu einem Zeiss AS gleicher Öffnung
fällt Einigen dann der Kitt aus der Brille <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

In diesem Sinne weiter happy Marketing für den bunten Schrott wünscht Euch
allen

Karsten
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hi Uwe,
da liegt Tom warscheinlich nicht falsch. Ein Sternfreund von mir vertritt diese Auffassung auch. Und ich traue seinem Urteil, da er sich auskennt und beide Teleskope komplett vom ihn gemacht wurden. Es besteht also keinen Grund eines schlecht zu machen.
Sein selbstgeschliffener 18" ist von sehr guter Qualität, während der 21" nach seiner Aussage deutlich schwächer ist ( nach Eigenmessung nicht beugungsbegrenzt). Tortzdem behauptet er mit dem 21" mehr und besser zu sehen. Wo er sich mit dem 18" die Augen verbogen hat, das ist im 21" einfach da ohne große Anstrengung. Auch sind mehr Details zu sehen, nach seiner Aussage. Dies bezieht sich im wesentlichen auf DS.
Wenn ich mir dann im 21" Jup reinziehe, dann hauts mich von den Socken und das trotz f/4,2.
Ich konnte beide nebeneinander leider nie erleben, sondern habe immer nur separat durchgesehen.
Dies mag sich möglicher Weise nur auf richtig große Geräte beziehen, denn einen 12" Vergleich, den wir beide gemacht haben offenbarte deutlich - besonders am Planeten - was unterschiedliche Optikgüte zu leisten vermag - und das dieses mal parallel.
Es scheint also in der Tat ab einer gewissen Größe, vielleicht ab 20" aufwärts, nicht mehr so relevant zu sein, wie gut der Lichtsammler ist.
Eine, wie ich finde, interesantere Sache.
CS
 
Re: Da isser ja wieder mal!

Hi Hannes,
immer diese absoluten Formulierungen. Von Schrott habe ich nichts gelesen.
Lediglich davon das ein 6"f/8 Chinamann nicht das ideale Planetengerät ist und ich denke genau darum geht es. Planeten sind nicht der spezielle Anwendungsbereich für diese Teleskope. Da bist Du mit einem 6" Apo , einem guten MN oder einem guten visuell ausgelegten Newton besser dran.
CS
 
mach mal halblang bitte!

Uwe,

es tut mir leid, aber wie ma in den Wald ruft so schallt es heraus.
Daher muß ich dir sagen, daß du anscheinend noch zu wenig
Erfahrung in der visuellen Beobachtung hast.

Du glaubst also nicht, daß mein Beispiel mit dem 18- und dem
24-Zöller richtig ist? Dann geb' ich dir nen Tipp: frag mal den
Stathis Kafalis was er dazu sagt, vielleicht glaubst du ihm ja mehr
als mir, einem "Kriminellen" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />

Warum habe ich dieses Beispiel gebracht? Um klarzumachen, warum
man durch Riesen-Fraunhofer-Refraktoren trotz dem enormen
Farbfehler soviele Details sieht. Da leider nur wenige solche großen
Fraunhofer besitzen, habe ich die Erklärung anhand von Spiegeln
verdeutlicht, die im Amateurbereich häufiger anzutreffen sind.
Einverstanden?

Jetzt darfst du mich verhaften, wenn dir dann wohler ist!

Bino-Tom
 
Re: Da isser ja wieder mal!

Tom,

darf ich mal zitieren:

===============================

Hallo Dirk,

was willst du erwarten?Wer hat hier schon einen wissenschaftlichen Background?
Wer willsich schon mit den Auswirkungen verschiedener Aberrationen
einschließlich des Farblängsfehlers auf die MTF befassen?

Eben,Statt dessen wird Optikschrott schöngeredet und die Anfänger für blöd verkauft.
Wohl dm der vor einem Kauf vergleicht und sich so erhebliche finanzielle Verluste
erspart.Ich fürchte daß ein Astroboard leider auch dazu dient den Mist
der heutzutage produziert wird den Leuten auch schmackhaft zu machen.

Peinlich,ja kriminell fast,wenn APO-Besitzer den Sternfreunden zur 6"f/8
"Blausau" raten.Aber was willst du machen.Heutzutage werden verpilzte,
nicht auspolierte,in der Fassung schlackernde Flauhofer unters Folk geworfen
die nichtmal annähernd an das Leistungspotential der früheren langen FH vom
Schlage Lichtenknecker,Wachter oder gar Zeiss heranreichen.
Mir wurde vor einigen Monaten ein 4"f/15 Wachter vor der Nase weggeschnappt.
Es gibt sie also noch,die Sternfreunde die wissen wie ein FH beschafen
sein muß damit er richtig gut ist.
Die heute anfangen haben leider keinen Vergleich und glauben daß die
derzeitigen flauen bunten Teile das zeigen was ein FH zeigen kann

Spätestens beim direkten Vergleich zu einem Zeiss AS gleicher Öffnung
fällt Einigen dann der Kitt aus der Brille

In diesem Sinne weiter happy Marketing für den bunten Schrott wünscht Euch
allen

Karsten
=============================

Sachlich? Respekt vor zufriedenen Nutzern der von ihm gebrandmarkten Geräte? Hmmh??

Eigentlich bedauerlich, dass er sein Know-How derart entwertet.

Gruss Hannes
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Roger,
Du hast Dir viel Mühe gemacht mit Deinen Tabellen. Trotzdem hab ich Zweifel ob denn die Zahlenwerte wirklich die Minderung der Kontrastübertragung richtig repräsentieren. Man kann z. B. bei „Aberrator“ Teleskopöffnung und Öffnungsverhältnis eingeben und dann um ganz konkrete Werte defokussieren. Das würde ja der Tatsache eines echt vorhandenen Farblängsfehlers entsprechen. Wenn man z. B. 5“ f/8 eingibt und nur 0,2 mm defokussiert (entsprechend 0,02 % Farblängsfehler), dann rauscht die MTF ganz drastisch in den Keller. Bei normierter Ortsfrequenz von 0,5 ist danach nur noch ca. 3% Kontrastübertragung vorhanden statt theoretisch möglicher 41%. Vermindert man das Öffnungsverhältnis auf f/16 und erhöht entsprechend die Defokussierung auf 0,04% dann hat man immerhin schon 22% statt 3% Kontrastübertragung.

Entweder stimmt „Aberrator“ nicht oder Deine Tabelle nicht oder beides nicht oder ich hab Mist eingegeben. Jedenfalls nach meinen Beobachtungen mit 5“ f/8 und 6“ f/6,7 „FH“ zu urteilen tendiere ich eher zu dem Ergebnis von „Aberrator“. Nach Deinen Tabelle dagegen wäre selbst ein 6“ f/6 „FH“ für Planeten noch OK. Ich kenne mehrere Amateure persönlich die tatsächlich genau wie ich direkt mit nahezu farbreinen, fehlerarmen Teleskopen ähnlicher Öffnung direkt verglichen haben und die sind allesamt der Meinung, dass obige Dimensionierungen von FHs bei Planeten, Sonnen und auch vielen DS Beobachtungen sehr deutlich abfallen. Das gilt auch für solche, die außer Farbfehler OK sind.

Gruß Kurt
 
schau doch lieber GZSZ!

Lieber Stefan,

ist dir wieder mal zuwenig los im Nachbarforum?
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Wie wärs, wenn du GZSZ schaust, statt hier unsachliche Kommentare
zu bringen die, wie bekannt nur eines zum Ziel haben, Feuer zu
schüren und wirklich nichts mehr sind als lächerlich.

Wenn jemand wie du zuhause nur APOs und High-End-Maks (TEC)
rumstehen hat, sollte er, wenn es um FH's mit zu kurzer Brennweite
geht, etwas weniger Vorlaut zu Werke gehen. Meinst du nicht auch?

Bino-Tom
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hey Leute,

klasse Stimmung in diesem Thread!

@astroschmidt:
Wenn ich nochmal versuchen darf zusammenzufassen, dann besteht die Kernaussage darin, dass
1) die wellenoptische Schärfebedingung weniger stark ist als die der geometrischen Optik und
2) die Eigenschaften des Auges die Wahrnehmbarkeit des Restfehlers weiter reduzieren,
und damit insgesamt der kurze Achromat visuell gar nicht schlecht ist. Speziell wird argumentiert, dass N gern kleiner als 15 sein darf, jedoch auch darauf hingewiesen, dass dann andere Abbildungsfehler stärker in Erscheinung treten. Wo liegt denn dann das Optimum?

Mit den mechanischen Schwierigkeiten meinte ich die Probleme mit grossen Linsen, wo ab knapp einem Meter Durchmesser das Eigengewicht zu Verbiegungen der Linse führt.

Die Tiefenschärfe hängt in der Praxis eben nicht nur vom Öffnungsverhältnis ab, sondern auch von der Qualität der Optik. Das von Dir erwähnte Beispiel mit dem lichtstarken Objektiv gilt nur für hochwertige Objektive. Schlechtere Exemplare bleiben "irgendwie soft". Daher auch die Frage, ob hier analog Apos und Achros betrachtet werden können.

Mein Unverständnis darüber, was D^1.67 in der Realität bedeutet, bleibt leider bestehen wenn ich für D 1mm einsetze. Dann bekomme ich 1*(mm^1.67). Steckt der Kehrwert in der (nicht angegebenen) Dimension der 0.025 Konstante?

Weiss man eigentlich wirklich ob die zu Grunde gelegten Erkenntnisse von Taylor vergessen wurden, oder hat vielleicht nur deswegen niemand auf sie Bezug genommen, weil sie schlicht falsch sind? Immerhin ist auch Cooke&Sons selbst nicht wegen seiner kurzen Achromaten berühmt geworden. Auch werden die Veröffentlichungen des Chef-Optikers des führenden Herstellers astronomischer Teleskope von einem grossen Publikum gelesen worden sein, und alle haben das einfach vergessen?

Meiner Kenntnis nach waren die Irisblenden schon mehr als nur eine Mode, da damalige Filmemulsionen wohl stark blauempfindlich gewesen sein sollen. Auch haben durchaus einige Sternwarten Spiegel- und Linsenteleskope gleichzeitig eingesetzt, wobei damals wie heute der Löwenanteil der Kosten auf die Refraktoren entfiel.

Zum Schluss muss ich gestehen immer noch nicht verstanden zu haben, wieso der Farbfehler nur wenig Ausswirkungen auf die Detailerkennbarkeit haben soll. Natürlich macht der Farbsaum nicht viel aus, da dadurch nur ein "bischen" Licht verloren geht. Aber durch die fehlende Fokussierung geht doch sowohl Kontrast im blauen Bereich flöten, als auch auch Detailerkennbarkeit in anderen Farbbereichen, da dunkele Flächen mit getreutem blauen Licht aufgehellt werden. Ausserdem wird doch jeder Objektivkonstrukteur die Korrekturfehler in's Blaue verschieben, da dort ja sowieso nie richtig fokussiert ist, oder?

zzzip
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hi,

Zitat:
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Hey Leute,

klasse Stimmung in diesem Thread!
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<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

ja, genau! Spitzenklasse! Wer von euch ist auf dem ITV? Da können wir im
MASH-Zelt weiterdiskutieren und evtl. auch testen? Ich bin jedenfalls
dabei...... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />


In der Zeit der großen Refraktoren waren für photographische Zwecke
oft Doppelrefraktoren im Einsatz, einer korrigiert für den visuellen
Gebrauch, der andere mehr im Blauen zur Photographie. Das war notwendig
wegen der hohen Farbfehler großer Fraunhofer - wenn ich mich recht
entsinne hat der 1m Yerkes-Refraktor eine Fokaldifferenz zwischen
Rot und Blau von 2.4 Zentimetern !

Aber zurück zu den Amateurgeräten: Ich glaube das die weit verbreitete
Einstellung Refraktoren seien besser auch daher rührt das im Feld zwei
Teleskope (Reflektor/Refraktor) miteinander verglichen werden die man
nicht vergleichen dürfte. Es gibt sicher eine Menge mehr nicht exakt
justierter Spiegelteleskope im Einsatz draußen wie Refraktoren da diese
mechanisch justierstabiler sind und die Transporte besser 'überstehen'.
Mal ehrlich, wer macht sich wirklich die Mühe, sein Teleskop vor dem
Einsatz wirklich zu prüfen und zumindest so exakt zu justieren wie der
durchschnittliche Refraktor 'freiwillig' aus dem Auto steigt? Wohl nur
wenige Spiegelteleskopbenutzer, denke ich.

Also nützt alle Theorie nichts wenn in der Praxis die vorhandenen
Vorteile der Spiegelteleskope gegenüber kurzen Achromaten auf diese Art
verspielt werden! Daher bin ich bei Aussagen wie "Mein Achro hat den
doppelt so großen Spiegel locker in die Pfanne gehauen" doch sehr
skeptisch. Sicherlich hat er das oft, aber warum? Weil das nebendran
stehende Spiegelteleskop nicht gleichgut justiert/temperiert war, etc.
etc.

Fazit: Die kurzen Achros sind sicherlich nicht die idealen Planetengeräte,
aber auch Spiegelteleskope mit Temperier-/Justierproblemen nicht!
Trotzdem werden sie alle auch zur Planetenbeobachtung eingesetzt und
es macht den meisten Besitzern Spaß. Das ist die Hauptsache, denke ich.

Bleibt mal locker, laßt alle zum Beobachten - egal womit - leben und seht
die Sache so locker wie wir Kölner:

1) Et es wie et es,
2) Et kütt wie et kütt,
3) Et es noch emmer jot jejange! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

In diesem Sinne - auf zum ITV


Gruß Coyote
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hi!

Coyote, tja und das können hier halt einige wenige nicht. Da wird immer wieder mit großer Energie auf dem Farbfehler rumgeritten und die kontrastverschlechternden Probleme des eignen Systems, z.B. Fangspiegelabschattung kleingeredet. Auch wird einfach ignoriert, das es genug Stimmen gibt, die sagen, das sie in einem Refraktor MEHR sahen. Und selbst wenn das an einer dejustierten Spiegeloptik lag ist das gerade ein Argument FÜR den Refraktor. Eben weil ich rausgehe damit, aufbaue und gleich los legen kann. Und nicht erstmal x Stunden warten muß...

Und bevor jetzt wieder zur Obstruktion kommt, das es so schlimm nicht ist... ich bin vor kurzem über diese Seite gestolpert und finde sie wirklich sehr interessant!
http://www.astro-siggi.de/Artikel/Obstruktion.htm

Gruß...
Vader
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hi Zzzip (oder so),
Jawohl, der blaue Farbsaum findet nicht nur am Rand eines flächigen Objekts statt, sondern rund um jeden einzelnen Punkt der gesamten Fläche. Dadurch wird der gesamte Flächenkontrast herabgesetzt. Und nicht zu vergessen: Es sind bloss vor allem, aber keineswegs ausschliesslich blaue Farbtöne, die nicht im selben Fokus ankommen wie zum Beispiel Rot und Grün (bei einem R-G-Achromaten). Gelb und andere Zwischentöne streuen auch...
Für die klassischen Gläser stellt für mich der 4-Zoll-f/10, der 5-Zoll-f/12 und der 6-Zoll-f/15 FH die Grenze dessen dar, was nicht bloss für Planeten "brauchbar" (ahem!), sondern auch gut ist. Nur mit einem solchen, und keinem kürzeren FH (wenn es denn überhaupt einer ist...) wird man in die Nähe kommen von 90% der Apo-Abbildungsleistung. Gemäss W.P.Zmek (siehe meine früheren Postings!) hat ein solcher Achromat sogar noch einen Farbfehler, der seine MTF erst gleich gut sein lässt wie ein gerade einmal "beugungsbegrenztes " (Strehl = 0,8), aber chromatisch perfektes Objektiv gleichen Kontrastdurchmessers, d.h. erst 80% Apo...
Es grüsst: beat fankhauser
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hi!

Wieso wird hier eigentlich immer wieder der APO zum Vergleich herangezogen? Die typischen Chinarefraktoren sprechen eine ganz andere Käuferschicht an, als ein APO. Ich hab ja auch "nur" einen Chromaten, mir fehlt schlicht und einfach die nötigen zig Tausend Euro mir das gleiche als APO zu kaufen. WENN ich das täte, würde ich aber sehrwohl einiges mehr erwarten wollen für das Geld.
Ich denke das ich da nicht der einzige bin, der erst garnicht auf die Idee kommt APOs mit Achromaten zu vergleichen.

Man könnte auch so argumentieren: Wenn ein Achromat 80% der Leistung eines Apochromaten erbringt, der dafür aber mehr als 10x so teuer ist, ist das doch keine schlechte Wahl. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Gruß...
Vader
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Vader,
In diesem Posting habe ich den Apo bloss deshalb als Vergleich herangezogen, weil dies einfacher ist, als wenn ich dauernd schreiben müsste: Hauptspiegeldurchmesser minus Fangspiegeldurchmesser = Kontrastdurchmesser. "Apo" hier also einfach als einfachste Schreibweise für "perfektes Teleskop" - o.k.?
Und nicht vergessen: bloss die von mir erwähnten langbrennweitigen FHs erbringen diese 80 bis 90% - und kein dickbäuchiger China-Kracher...
Beat F.
 
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Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Binoviewer,

Ich muß dir auch ehrlich sagen, daß mir diese Experimente die Taylor
hier gemacht hat, ziehmlich sonderbar vorkommen. Zwar kann ich sie
mathematisch nicht nachvollziehen, aber vom Hausverstand her kann ich
mir nicht vorstellen, daß das Auge einen dermaßen großen Bereich
als Scharf wahrnehmen kann. Wenn es das kann, warum muß ich dann
beim FH extra auf Blau nachfokussieren? Das würde dann ja gar nicht
mehr notwendig sein.


Das ist schade, da ich mich bemüht habe, im Rahmen der begrenzten grafischen Darstellbarkeit im Forum, die Ableitung so nachvollziehbar zu erklären, daß auch ein physikalisch/optischer Laie sie nachvollziehen kann.
Wenn Du Dir bestimmte Sachen "nicht vostellen kannst" oder Dir "etwas sonderbar vorkommt" oder Dir "Experimente, die Taylor gemacht hat, sonderbar vorkommen" (es war kein Experiment, sondern eine Messung!), dann kannst Du eben nicht Deinen "Hausverstand" benutzen. Damit kommen wir nicht weiter.
Auch die pauschale Anzweiflung der Astronomen der letzten 400 Jahre ist wenig sachlich. Glaubst Du, die waren alle blöd? Bis Anfang des 20. Jahrhundertes mußte ein Astronom sich in allen Bereichen der Optik und Beobachtungspraxis bestens auskennen, um mit den bescheidenen Öffnungen das Maximum an Information aus den Geräten herauszuholen. Ich behaupte sogar, daß die großen beobachtenden Astronomen bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Ihrer theroetischen und praktischen Instrumentenkunde den meisten heutigen Amateuren
überlegen waren. Ich selbst bin vom ehemaligen Direktor des Observatorium Hoher List (ein Astronom "alter Schule") auf viele heute vergessene Phänomene der Optik hingewiesen worden, die teilweise bis auf Fraunhofer zurückgehen.

Daher letztmalig eine zusammenfassende Replik von mir, die Dir anhand einer für jedermann nachvollziehbaren Ableitungskette und Beispielen aus der täglichen Astropraxis
auch von Spiegeloptiken (!) zu Denken geben sollte.
Wenn Du einen sachlichen Einwand an einem der gleich angeführten Beispiele bzw. Ableitungen hast, äußere Sie bitte. Auf Pauschal-Aussagen gehe ich aber nicht mehr ein.



Die ursprüngliche Herleitung des überschätzten Einfluss des Farbfehlers von Fraunhofer-Achromaten auf Auflösung und Kontrast stützt sich auf 5 Punkte:

1.) linearer Durchmesser des Beugungsscheibchens im Fokus = 0,0013 * f (unbestritten, da Physik)
2.) Verlauf der Brennweite eines Fraunhofer-Achromaten in Abhängigkeit von der Wellenlänge (unbestritten, da Physik+Glaseigenschaften von Kron- und Flintglas)
3.) Spektralempfindlichkeit des Auges (unbestritten, da Physiologie)
4.) Wahl des Fokuspunktes durch das Auge nicht im Minimumfokus, sondern in der "Mitte" der “Fokusschicht” (experimentell bestätigt und von jedem mit einem Grünfilter nachzuvollziehen, s. auch weiter unten)
5.) erweiterter Schärfentiefebereich für das Beugungsscheibchen gegenüber der klassischen, geometrischen Optik aufgrund wellenoptischer Phänomene: Delta f = 0,02 * N^1,6 anstelle von Delta f = 0,0013 * N^2 (bisher unbestritten; als Computersimulation im Suiter-Buch, S. 188 zu sehen; s. auch weiter unten)

Man könnte nun noch einwenden, daß Taylor bei der (empirischen) Angabe seines erweiterten Fokusbereichs sich vermessen hat, oder seine Beziehung nur begrenzte Gültigkeit hat oder der Exponent 1,6 nur begrenzt genau durch die Messung zu ermitteln war.

Ersteres können wir mal getrost ausschließen. Taylor hat mit großer Akribie und großer praktischer wie theoretischer Sachkenntnis an 4 ganz unterschiedlichen Refraktoren (N=8....60) die Schärfentiefe am realen Beugungsscheibchen gemessen, und zwar bis zu dem Punkt, an dem das Beugungsscheibchen das erste Anzeichen von "Diffusität" zeigte (also ungefähr bis zur Grenze Lambda/2...Lambda/4-Wellenfrontfehler).
Eine gewisse Unsicherheit liegt sicherlich in der Größe des Exponenten 1,6. Aufgrund Meßungenauigkeit könnte der auch zwischen 1,5 oder 1,7 liegen, was aber der grundsätzlichen Ableitung und der Größenordnung aller angesprochenen Effekte keinen Abbruch tut.
Ich selbst kann sogar aus Erfahrungen mit der photographischen Schärfentiefe an 2 lichtstarken Schmidtkameras (N=2,2 und N=4) bestätigen, daß selbst hier noch der Schärfentiefebereich 3...5 mal größer ist, als es die geometrische Optik vorhersagt!!!

Taylor gibt als Gültigkeit nur den Bereich N=8....N=60 an.
Damit ist die prinzipielle Gültigkeit der erweiterten Schärfetiefe m.E. experimentell und theoretisch bewiesen.
Weitere Stützen aus der praktischen Erfahrung von jedermann folgen weiter unten.

Wenn nun alle 5 Punkte unbestritten sind, muß die gesamte weitere Ableitung richtig sein, sofern kein Rechenfehler in den Zwischenschritten vorliegt. Da ich die Ableitung mehrfach gegengecheckt habe und sie auch unabhängig davon perfekt mit Taylors Zahlen und Meßergebnissen übereinstimmt, scheint also kein Rechenfehler beim Umformen der Gleichungen vorzuliegen.

Für die Richtigkeit des wellenoptisch erweiterten Schärfenbereiches sprechen:

-Abbildung in Harold R. Suiter: Star Testing Astronomical Telescopes, 2. Auflage, S. 188

-Die Fokussiertoleranzen am Okularauszug einer lichtstarken Optik sind erheblich größer als die geometrische Optik es erfordert. Geometrisch dürfte die Fokussiertoleranz am Okularauszug eines Newtons mit N=5 nur 33 Mikrometer sein für beugungsbegrenzte Abbildung. Damit ließe sich mit einem normalen Okularauszug "von Hand" kein Gerät mit N=5 genau genug in den Fokus bringen. Man bräuchte eine motorisch betriebenen Mikrometer-Fokussiereinheit um jemals genau den Fokus zu treffen.
Der erweiterte Fokussierbereich nach Taylor liefert aber bei N=5 eine Fokussiertoleranz von 0,26 mm. Das entspricht der Realität und ist an jedem Teleskoptyp nachvollziehbar. Damit kommt der Punkt 5) allen Teleskop-Besitzern visuell und photographisch zuhilfe.

- In den klassischen Lehrbüchern für Optik wird bei der Herleitung der Mindest-Blendenzahl für ausreichende Achromasie bei einem Refraktor aus der geometrischen Optik immer an irgendeiner Stelle ein unbegründeter "Toleranzfaktor" eingeführt. In "Telescope Optics" von Rutten/van Venroiij heißt es z.B., daß eine Defokussierung um 3 Beugungsscheibchen zulässig ist, wo ansonsten ja immer Lambda/4 gefordert wird. Wo dieser Faktor 3 plötzlich herkommt oder auf was er sich physikalisch gründet, bleibt unbegründet. Das zieht sich durch die gesamte Optik-Literatur. Mal ist es ein Faktor 3, mal ein Faktor 5, um den man plötzlich mehr defokussieren darf, als die Autoren aus der geometrischen Schärfentiefe vorher abgeleitet haben.
Die Autoren hat wohl kollektiv ein ungutes Gefühl beschlichen, daß bei konsequenter Anwendung der geometrischen Schärfentiefe die Achromasie-Bedingung so streng ausfallen würde, daß kein Refraktor mit "klassischen" Abmessungen sie erfüllen würde. Also wird einfach ein Faktor 3...5 aus dem Hut gezaubert. Scheinbar sind die Autoren nicht auf die Idee gekommen, mal anstatt den geometrischen Strahlenverlauf in Fokusnähe den Wellenfrontverlauf in Fokusnähe zu untersuchen. Dies war eben erst seit den 70er Jahren mit Computer-Berechnungen möglich. Nur sind die meisten Optik-Lehrbücher eben älter und die neueren haben meist von den älteren kritiklos abgeschrieben.

- Auch bei einem farbreinen Astrosystem (Newton, Cassegrain etc.) gibt es immer noch zwei Elemente, die einen Farbfehler verursachen: Das Okular und das Auge. Okulare haben gerade bei lichtstarken Optiken ebenfalls einen nicht zu vernachlässigendenFarbfehler, der aber aufgrund der o.g. Punkte 3) und 4) dem Auge weniger "auffällt" als einem spektral linearen Detektor (wie Film und CCD).
Selbst wenn wir ein "perfektes" Okular hätten, bleibt noch das Auge. Das Auge hat eine extreme chromatische Aberration. Diese könnte, wenn Sie nach der geometrischen Optik voll durchschlägt, niemals vom Gehirn "weggerechnet" werden. Das Auge erzielt aber im Hellen (Pupillendurchmesser 2 mm) sein theoretisches Auflösungsvermögen von 1 Bogenminute!
Wie ist das möglich, wenn nicht durch die Realität der Effekte 3),4) und 5) ???
Was zählt ist, was hinten raus kommt. Und wenn bei der Einlinser-Optik “Auge” (=Chromat) das theoretische Auflösungsvermögen erreicht wird, zeigt das ja schon, daß der Farbfehler keine oder kaum auflösungsverschlechternde Auswirkungen hat. Und irgendwo muß dieser Effekt ja herkommen.
Früher wurde der chromatische Fehler des Auges sogar durch eine gegenläufige Farb-Korrektur des Objektivs und/oder Okulars berücksichtigt. Auch das ist heute in Vergessenheit geraten.
Würde heute natürlich auch keinen Sinn machen bei Geräten, die auch photographisch eingesetzt werden sollen. Außerdem würde ein solcher (für visuellen Gebrauch überkorrigierter) "Kompensations-Achromat" durch jedes Prüfprotokoll durchfallen und hätte damit eher geringe Marktchancen. Zumindest so lange, bis sich diese gewollte Überkorrektion rumgesprochen hätte und zum astronomischen Allgemeinwissen zählen würde.
(Das ist so ähnlich wie bei der Überbewertung des “Star-Tests” für komplex zusammengesetzte optische Systeme. Da läuft auch gerade ein Thread im Forum zu diesem Thema. Auch hier ist es so, daß der Markt eine Abbildung mit identischen intra- und extrafokalen Sternbildern fordert, auch wenn bei bestimmten komplexen optsichen Systemen die Beugungsbilder intra- und extrafokal unterschiedlich sein müssen.)

Damit profotieren nämlich also alle Fernrohr-Besitzer von den Effkten 3)-5). Auch der Spiegel-Besitzer hätte keine Chance auf "manuelles" Treffen des Fokus und farbreine Abbildung (wg. Okular und Auge), wenn ihm nicht die Punkte 3)-5) zu Hilfe kämen. Freu Dich also, daß auch Du als Spiegel-Besitzer von der physikalisch/physiologischen Realität der Punkte 3)-5) profitierst und damit unbewußt die Effekte bestätigst.

- Wo wir schon beim Einlinser (Chromat) sind. Gehen wir mal zu den ersten astronomisch genutzten Fernrohren zurück, nämlich Galileis Originalinstrumente, die bekanntlich nur aus einer einzelnen Objektiv-Linse bestanden plus einem einlinsigen Okular, was auch noch mal chromatische Aberration erzeugt. 3 von Galileis Original-Instrumenten sind mehrfach hinsichtlich der optischen Qualität untersucht worden. Hier mal die Daten zu einem:

D=16mm (!) N=83 f=1320 mm

Das theoretische Auflösungsvermögen bei 16 mm Öffnung liegt bei 8´´. Nachgemessen wurde ein reales Auflösungsvermögen von 10´´ , also praktisch beugungsbegrenzt und das bei einem extremen "Farbscheinwerfer"!!!
Das Beugungsscheibchen im Fokus hat bei diesem Gerät einen Durchmesser von 0,11 mm.
Die geometrische Schärfentiefe ist bei N=83 dann 9,2 mm.
Die Fokusdifferenz eines Einlinsers zwischen Rot (C-Linie) und Blau (F-Linie) ist einfach die Brennweite geteilt durch die Dispersion, also hier bei einer Dispersion von z.B. 50:
1320mm/50=26mm.
Diese Galilei-Fernrohr ist also nach der geometrischen Herleitung um den Faktor 3 von der Achromasie entfernt und erreicht trotzdem sein theoretisches Auflösungsvermögen. Das es “nur” 10´´ anstelle der theoretischen 8´´ erreicht, ist wohl eher auf die noch vorhandene sphärische Aberration und leichte Schlieren im Glas zurückzuführen.

-Die visuell farbreine Abbildung von APOchromaten spricht ebenfalls für die Richtigkeit der Punkte 3)-5). Die Farb-Korrektion aller visuell korrigierten Apos verläßt (spätestens) unterhalb von 450 nm den geometrischen Schärfentiefebereich, die meisten bereits schon bei etwa 500nm. Trotzdem ist kein oder nur ein minimaler Blausaum visuell sichtbar. Warum? Eben weil auch Apos durch die Punkte 3)-5) zu visuell dem Auge perfekt "erscheinenden" Instrumenten werden.

-Die atmosphärische Dispersion fällt den meisten Beobachtern
erst auf, wenn Sie Venus in Horizontnähe als unten blaue und oben rote Sichel sehen. Die Dispersion von blau bis rot ist aber bei 45 Grad Horizonthöhe immer noch ca 1 Bogensekunde.
CCD-Fotografen kennen diesen Effekt und lassen ihn mittlerweile automatisch per Software korrigieren, indem die 3 Farbkänale nachträglich wieder "übereinander geschoben" werden. Im Programm "Giotto" von Georg Dittie ist z.B. eine solche Funktion eingebaut.
In allen Großteleskopen sind heute Kompensations-Optiken für die atmosphärische Dispersion eingebaut. Es gibt die mittlerweile sogar für den Amatuerbereich z.B. von Michael Koch in Deutschland.
Bei der diesjährigen Saturnopposition hätten damit Spiegelbesitzer eine auffällige Beobachtung machen müssen. Der Saturnring hätte am unteren Rand einen blauen Saum und am oberen Rand einen roten Saum zeigen müssen. Hat aber wohl keiner gesehen. Nicht weil der Effekt nicht da war, sondern weil das Auge wiederum für den blauen und roten Saum wegen der verminderten relativen Empfindlichkeit diesen nicht mehr wahrnimmt. Ein CCD mit linearer Spektralempfindlichkeit aber schon. Wieder ein Beweis für Punkt 3)

-Wie konnte Fraunhofer das nach ihm benannten Fraunhofersche Beugungsscheibchen mit einem seiner Achromate überhaupt entdecken. Ein Stern müßte ja bei einem von Fraunhofers Original-Refraktoren ein einziger Farbmatsch im Fokus sein, wenn man nach der Schärfentiefe der geometrischen Optik geht und die Physiologie des Auges außer Betracht läßt.

-Auch ein Spiegelbesitzer dürfte niemals ein Beugunsscheibchen sehen. In Wirklichkeit gibt es ja auch beim Spiegel im perfekten Fokus eine Überlagerung unendlich vieler Beugungsscheibchen- und –ringe: nämlich für jede Wellenlänge eines mit unterschiedlichem Durchmesser.
Bei einem von 400-700nm spektral linearen Detektor bekommen wir ein aus allen Wellenlängen aufaddiertes “Beugungsscheibchen”, das in der Mitte Blau und am Rand Rot ist. Außerhalb gibt es keine scharf definierten Beugungsringe, sondern einen Matsch von Regenbogen-Beugungsringen.
Was sieht aber das Auge? Aufgrund der augen-physiologischen Effekte 3) und 4) “sieht” das Auge ein fast farbreines (weißes) Beugungsscheibchen und scharf begrenzte weiße Beugungsringe.
Damit bestätigt auch der Spiegelbesitzer unbewußt bei der Betrachtung seiner (hoffentlich) schön perfekten Beugungsringe und –scheibchen die Realität der Effekte 3) und 4)

-Du stelltst alle historischen Beobachtungen in Frage. Ich frage Dich im Gegenzug: Wie war es möglich, daß...

-...Doppelsternbeobachter wie Struve, Burnham, Dawes etc. das theoretische Auflösungsvermögen Ihrer Refraktoren erreicht haben?
Teilweise gehen die Beziehungen für das Auflösungsvermögen einer Optik (z.B. Dawes-Kriterium) als Erfahrungs-Tatsachen auf reale Doppelsterntrennungen an Refraktoren zurück. Die (ungünstigeren!) Rayleigh- und Airy-Kriterien sind m.W. im Gegensatz dazu theroretisch abgeleitet!

-...Innerhalb des “Blausaums” lichtschwächste Objekte mit riesigem Kontrastunterschied mit Refraktoren gefunden wurden. z.B.: Sirius B (10mag Differenz zu Sirius A) mit einem 18,5-Zöller von Clark; Phobos und Deimos im Blausaum von Mars von Hall; Amalthea im Blausaum von Jupiter von Barnard etc. etc.???
Dein Einwand, daß man die heute schon mit 8´´ sehen kann, ist wenig hilfreich. Schon Herschel hat erkannt, daß, wenn ein Objekt erstmal bekannt ist, es in Nachhinein mit viel kleineren Instrumenten gesehen werden kann. Die Kunst ist, erst mal was zu finden, wenn man vorher garnicht weiß, daß etwas da ist. Außerdem geht Dein Einwand wieder am Thema vorbeit. Die großen Refraktoren müßten eigentlich nach der klassischen Herleitung für die Schärfentiefe chromatisch schlechter sein, als kleine!!! Und trotzdem wurden diese Dinge erst mit den größten Refraktoren gefunden. Verwechsel bitte auch nicht die Encke-Lücke mit der keeler-Lücke im Saturn-Ring. Die Keeler-Lücke hat glaube so um die 0,1...0,2
Bogensekunden Durchmesser. Unmöglich für einen "Farbscheinwerfer"

-...schwächste Planetendetails (Antoniadi, Schiaparelli, Barnard, Lowell, Mellish... auf Mars; Keeler-Lücke am Saturn-Ring, Speichen auf Saturnringen usw. usf.) mit “Farbscheinwerfern” entdeckt werden konnten? Darunter auch “blaue” Details.

-...viele der historischen Mondkartographen (Lohrmann, Beer&Mädler...) feinste Details auf dem Mond mit ihren Fraunhofers sahen, die bis zur theoretischen Auflösung reichten?

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Dein Argument, daß Groß-Refraktoren soviel "Reserve" an Auflösung haben, daß trotz "Blausaum" noch etwas gesehen werden kann, müßtest Du mal konkret begründen.
Eine Steigerung des Objektivdurchmessers D bringt nur dann Gewinn, wenn sich im gleichen Verhältnis die Blendenzahl erhöht, wenn die Betrachtung aus der geometrischen Optik stimmen würde.
Wenn also ein D=100mm N=10 schon als "Farbwerfer" gilt, müßte ein D=900mm Refraktor (Lick) mindestens N=90 (!) haben, um nicht noch schlechter als der kleine Farbwerfer zu sein. Der Lick hat aber N=19 und erreicht theoretisch und praktisch etwa 70% seines theoretischen Auflösungsvermögens bei visueller Beobachtung. Da ist also nichts mit "Reserve".
Interessanterweise ist gerade für dieses Gerät eine photographische "Vorsatzlinse" von 33 Zoll Durchmesser von Clark geschliffen worden, um ihn photographisch überhaupt irgendwie einsetzen zu können. Trotzdem ist das Gerät auch mit Vorsatzlinse photographisch eine Katastrophe, weil dem Film nicht Punkt 3) zuhilfe kommt (außer mit Schmalbandfiltern, aber die gab´s damals noch nicht und hätten wegen zu langer Belichtungszeiten auch wenig Sinn gemacht).

Viele heutige Fraunhofer-Besitzer erreichen spielend das theoretische Auflösungsvermögen Ihres Gerätes und zwar sowohl für Doppelsterne als auch für kontrastarme Planetendetails, sofern die Optik nur handwerklich gut ausgeführt ist, bei Montierung und Okularen keine Qualitäts-Abstriche gemacht wurden und die äußeren Bedingungen (Seeing etc.) das Erreichen der theoretischen Auflösung überhaupt zulassen.

Über den schädlichen Einfluß auf Farbkontraste von Blaudetails habe ich in einem anderen Posting schon geantwortet. Hier aber nochmal eine andere Darstellung:

Wenn alle ungünstigen Bedingungen zusammen kommen:

1.) ein visuell wahrgenommen "Blauschleier" von 10% des Gesamtlichtes, wie ihn z.B. ein bereits extrem lichtstarker D=150mm N=6 Fraunhofer hat.
2.) Ein Detail, daß nur im Blauen einen Objektkontrast zur Umgebung hat, nicht aber im Grünen und Roten (als “rein” blau ist)
3.) Dieses Detail weniger als 2...3 Beugungsscheibchen Druchmesser hat

Dann kann dieses Blaudetail unter die Kontrast-Wahrnehmungsschwelle des Auges sinken. Bei einem Beugungsscheibchen gehen auch mindestens 17% als Streulicht ("Grauschleier") verloren. 10% Blauschleier würden unter ungünstigsten Bedingungen also etwa eine Wirkung haben, wie eine um 30% verkleinerter Auflösung aber nur für Obejtdetails, die rein blau und weniger als 2...3 Beugungsscheibchen groß sind. Da muß aber schon viel zusammen kommen.
Das heißt aber eben nicht, daß im Blauen die Auflösung völlig flöten geht, sondern im schlimmsten Fall um 30% vermindert ist. Wie Du der in einem anderen Posting von mir hier eingestelten Tabelle entnehmen kannst, muß man schon sehr extreme Öffnungen nehmen, um 10% Farb-Streulicht beim FH zu erhalten.
Genau diese Tatsache habe ich (und von vornherein Taylor) ja nie bestritten, sondern immer betont.
Das ist aber schon eine extreme Situation, wenn alle 3 Faktoren des obigen Beispiels zusammenkommen.

Trotzdem besteht die Gefahr, “Blaukontrast-Verlust” mit “Auflösungsverlust” oder allgemeinem Kontrastverlust gleichzusetzen
Die gleiche Gefahr besteht, von der Sichtbarkeit von blauen Höfen um helle Objekte auf allgemeinen Kontrast- und Auflösungsverlust zu schließen.
Da überschätzt das “Gefühl” die praktische Erfahrung und die Theorie.
Von daher taugt das Einbringen von "Hausverstand" nichts, wenn man den Ausführungen aufgrund meiner begrenzten Darstellungsmöglichkeiten hier im Forum nicht folgen kann.

C.S.

Roger



 
Obstruktion,die 384ste,Aufnahme....

Hallo Vader,

Da wird immer wieder mit großer Energie auf dem Farbfehler rumgeritten ...

ja,ist echt übel,der Farbfehler eines 6"f/8 China-Chromaten!

... und die kontrastverschlechternden Probleme des eignen Systems, z.B. Fangspiegelabschattung kleingeredet.
Nö,wird exakt erkannt:
D(Kontrast) = D - d
Der Kontrastdurchmesser eines obstruierten Systems enstpricht
für Objektdetail mit niedrigem Kontrastumfang von etwa 20%
dem Durchmesser der Optik minus dem Durchmesser der Obstruktion.

Der Vergleich gilt selbstverständlich für ansonsten fehlerfreie ideale Systeme!
Als nicht Reflektor vs Refraktor,wobei letzterer womöglich einen üblen
Farbfehler hat der seinen Kontrast stark einschränkt.
Zur Veranschaulichung hier ein Link zu einer Seite aus der obersten Liga:
http://legault.club.fr/obstruction.html

Auch wird einfach ignoriert, das es genug Stimmen gibt, die sagen, das sie in einem Refraktor MEHR sahen.
Nö,es wird nicht ignoriert.Wenn man aber mal einige Jährchen dabei ist
sieht man den Fehler (Dejustage) und beseitigt den Fehler,et voilá,die
vermeintliche Spiegelgurke war nur dejustiert...
Hilfreich in dem Zusammenhang auch das Buch:

H.R.Suiter: Star testing astronomical Telescopes

Und selbst wenn das an einer dejustierten Spiegeloptik lag ist das gerade ein Argument FÜR den Refraktor.
Das sieht Hannes exakt genauso!Wir Spiegeluser sehen da ein Argument für die Beshäftigung mit den justierschrauben,denn die haben wir schließlich
beim Kauf mitbezahlt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> !

. Eben weil ich rausgehe damit, aufbaue und gleich los legen kann
Sorry,hier wäre es ratsam auf die Bedeutung der Temperaturdifferenz hinzuweisen.
Ist diese marginal kannst du mit 6" Spiegel und 6" Linse sofort beobachten.
Ist die Temperaturdifferenz groß muß auch die große Linse austemperieren.

Und nicht erstmal x Stunden warten muß...
Wenn du den 18" Spiegel aus dem Wohnzimmer in den verschneiten Garten setzt.
Ein 6" Spigelel ohne Belüftung kann bei diesen Temperaturdifferenzen nach
1 Stunde für höhere Vergrößerungen eingesetzt werden.
Ein 10" f/6 Zerodurspiegel-Newton mit Zwangsbelüftung konnte in meinem
beisein nach 7 Minuten bei 18" Temperatiurdifferenz mit 300x am Planeten
genutzt werden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Auf der Wiese neben dem Haus,im bergischen Land.

Zur Auswirkung der Obstruktion empfehle ich wie schon gesagt die Profis.

Hier nochmal ein Bild enstanden mit furchtbarer Obstruktion von über 33%
(schauder,schlotter,zähneklapper):
http://www.astrosurf.com/ubb/Forum3/HTML/005816.html

Zum Schluß nochmal das was den Spiegel tatsächlich schlecht macht und was
man dagegen tun kann:

- Dejustage (justieren)
- Tubusseeing (Zwangsbelüftung)
- fehlende Verblendung (verblenden/Veloursauskleidung)
- nähe des Beobachters zur Tubusöffnung (Taukappe)
- Spiegel nah am Boden,also in einem Bereich eines größeren Temperaturgradienten
(da kann man nix machen,das ist ein echter Nachteil des Newton...)

Grüße ins finstere Mittelalter der Obstruktionsphobie von

Karsten
 
Re: Eine Lanze für den langen Faltrefraktor

Hallo Clark,
also ein 11´´ müßte nach der modifizierten Fraunhofer-Bedingung mindestens N=25,6 haben.
Richtrig gerechnet.
Du hättest dann ein Gerät, wo ich jede Wette eingehe, daß Du spielend die Auflösungsgrenze erreichst.
Bei diesen Werten überschneiden sich ungefähr die vereinfachte geometrische Ableitung und die wellenoptisch-augenphysilogische.


Wie der Lichtenkneckersche RC-Wert definiert, habe ich gerade nicht im Kopf. Der ist aber garantiert auch aus der alten geometrischen Herleitung definiert und es ist Zufall, daß sich in dem von Dir genannten Bereich die Werte gerade fast gleichen.

Mit "2...14",lichtenknecker/steinheil)=14" steinheil im raum Aachen" meinte ich:

Erster Gerät mit 15 Jahren: Lichtenknecker LW 50 (D=50 mm, N=10)
Dann: Astronomische Beobachtungsstation II der Sternwarte Bochum: Lichtenknecker FH: D=125 mm N=10
dann: Gast-Beobachtungen am Observatorium Hoher List/Eifel am Doppelrefraktor Steinheil (Visuelles Rohr: D=360 mm N=15)

Ich wohne nicht schon immer in Aachen

C.S.

Roger

 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Uwe,

von Ultra-Hoch Vergrößerungen kann ich auch ein Lied singen.

Mit dem w.o. angesprochenen Lichtenknecker FH 125 N=10 habe ich Doppelsternbeobachtungen mit 750fache Vergößerung gemacht. Damit habe ich problemlos auch bei mäßigem Seeing das Dawes-Limit erreicht.
O.K. Doppelsterne sind nicht Planeten, aber wir haben in Bochum
damit auch auf Sonne. Mond und Planeten das Auflösungslimit erreicht, allerdings eher bei 200fach.

C.S.

Roger
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hi Reverend,

Mal ehrlich, wer macht sich wirklich die Mühe, sein Teleskop vor dem
Einsatz wirklich zu prüfen und zumindest so exakt zu justieren wie der
durchschnittliche Refraktor 'freiwillig' aus dem Auto steigt
ähem,ich? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />

Weil die Dejustage der Killerfaktor Nr 1 beim Newton ist.
Der Newton kann wirklich nur eines:
Annähernd ideal (ideal minus Obstruktion) auf der Achse abbilden!
Neben der Achse läßt er stark nach.Wie stark hängt von Öffnung,
f/ratio sowie dem Grad der Dejustage ab.Wer seinen Newton dejustiert
betreibt verschleudert dessen großes Potential für die Planetenbeobachtung.

Gruß und viel Spaß beim ITV,

Karsten
 
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