Re: Wellenoptik und die Konsequenzen?
Hallo Roger,
als letzte Antwort bevor ich mich aus diesem Thread verabschiede,da er mir
wirklich nichts mehr bringt.
Die Betrachtung von Tailor oder deine Umsetzung hat einen oder mehrere Fehler.
ntwort: Ja, es ist die ganze Zeit von der Tag-Sehempfindlichkeit die Rede!
Maximum bei etwa 550...560 nm, starker (relativer) ABfall auf unter 10% bei 470nm und 650nm und auf unter 1% bei 430nm und 690nm. Genau damit habe ich gerechnet, also kein Widerspruch. Alle Angaben beziehen sich natürlich auf das relative Maximum bei 550...560nm.
Du beschreibst hier das skotopische Sehen,nicht das photopische Sehen!
In der Dunkelheit bei Stäbchensehen gilt das von dir gesagte,nicht im
hellen Licht (Planetenbeobachtung!Da siehst du Farbe,auch blau,ja auch
violett,denn die Rezeptoren sind da empfindlicher,nicht etwa 1%!) bei Zapfensehen.
Kleinster Blur? Siehst Du am Refraktor kein Beugungsscheibchen und einen ersten Beugungsring?
Ja,und dieses Beugungsscheibchen eines hellen Sternes ist beim schnellen FH
von einem Halo verschiedener Farben umgeben.Durch fokussieren kannst du nun
etwas in Richtung blau/rot gehen und der blauviolette Halo wird kleiner,
während irgendwann dann grün so stark aufgeweitet wird daß man nicht mehr
von einem "Schärfepunkt" sprechen mag.
Anders als beim sphärischen Spiegel haben wir es hier mit einem Blurr zu
tun der nicht durch verschiedene Brennweiten der Zonen sondern durch die
verschiedenen Brennweiten der Wellenlänegn hervorgerufen wird.
Dazu kommt dann noch der nachrangige Punkt daß die Nebenfarben Rot und Blau
zwar die gleiche Brennweite haben,beide aber in Hinsicht auf die sphärische
Aberration fehlkorrigiert sind,zum einen unterkorrigiert,zum anderen überkorrigiert.
Hier haben wir also zusätzlich den Effekt daß z.B. blaues Licht welches
in der Mitte und anderes welches von Randbereich des Objektives gebündelt
wird unterschielicheBrennweiten aufweisen (sphärische Aberration der Farben).
Ja, wat denn nu. Im oberen Bild im Suiter S. 188 (2.Auflage) siehst Du doch, daß es einen zylinderförmig (oder erdnußförmig) ausgedehnten Bereich im Fokus gibt, wo sich die Wellenfronten ohne Intensitätsverlust erstrecken.
Damit ist die Existenz des erweiterten Schärfentiefebereichs schon mal bewiesen. Es geht nur noch um den Zahlenwert!
Ja aber hallo,hast du denn nicht gelesen was ich geschrieben habe?
Da sind
8 Wellenlängen aufgetragen!
Das sind bei 550 nm 4400 Nanometer oder 4,4 Mikrometer.
Nicht Millimeter oder gar Zentimeter wie bei Großrefraktoren!
Und genau deshalb weil du bei schnellen Optiken den wellenoptisch relevanten Bereich von
etwa 10 Wellenlänegn direkt um den Fokus herum
verläßt sind bei f/4 oder f/5 so extrem präzise Fokussierer von nöten,
weil bei Defokussierung im Mikrometerbereich schon
der Bereich optimaler Schärfe verlassen wird.Da ist nichts mit erweitertem
Schärfebereich.
Um diese Grafik zu verstehen nehme man eine farbreine Optik ohne sphärische
Aberration an einem hellen Stern bei perfektem Seeing (oder einen künstlichen
Stern in großem Abstand).Man defokussiere
Wellenlänge für Wellenlänge.
Dies ist sehr leicht am Beugungsbild nachzuvollziehen.
Nun nehmen man eine künstliche Obstruktion und wiederhole das Spiel.
An dem Punkt an dem der Fangspiegel (bzw die künstliche Obstruktion)
als größere Fläche auftaucht ist es weitgehend vorbei mit der Wellenoptik.
Die Wellenoptik liefert sehr gute Beschreibungen in der Nähe des Brennpunktes,
aber nicht weit weg davon.
Sei vorsichtig mit der Umrechnung der Skalierung in der Abbildung!
"The slice is taken from defocusing aberration of -8 wavelength to
+8 wavelength.The corner angle is 32 lambda f/D
Außerdem schreibt Suiter:
"The picture has been squeezed until it resembles the cone of a f/1 system".
Mit anderen Worten die Bildchen der "slice pattern" sind gestaucht,so daß deinen Aussage:
Der Durchmesser ist das Beugungsscheibchen, die Länge des Zylinders die Fokusschicht (=wellenoptisch erweiterte Schärfentiefe)
Die geometrische Optik sagt hier bei einem f/1-System nur ein Längen zu Durchmesser-Verhöltnis von 1:1 voraus. Damit zeigt das Suiter-Bild einen um den 4-...5-fach erweiteren Schärfentiefebereich gegenüber der geometrischen Optik!
leider unhaltbar und unzutreffend ist.
Ja, wat denn nu. Im oberen Bild im Suiter S. 188 (2.Auflage) siehst Du doch, daß es einen zylinderförmig (oder erdnußförmig) ausgedehnten Bereich im Fokus gibt, wo sich die Wellenfronten ohne Intensitätsverlust erstrecken.
Nun kannst du diesen Bereich mithilfe der präzisen Angabe von Suiter
sogar ausmessen!Hmm,eine knappe Wellenlänge?!Oder wie siehst du das?!
Die Abbildung Seite 189c zeigt einen "slice" (einen {Längs-}Schnitt)
durch den Fokusbereich eines zu 33% obstruierten Teleskopes mit 1/2 Wellenlänge sphärischer Aberration.
Hier ist der Bereich annähernd gleichbleibender Intensität im Zentrum des
"Blurr" über mehrere Wellenlängen annähernd gleich.
Und in der Tat,an einem solchen Teleskop fällt es in der Praxis schwer zu
sagen,wo denn genau der Fokus liegt?!
Denn über einen größeren Bereich scheint sich nicht viel an der Helligkeits-
konzentration zu ändern,wegen der sphärischen Aberration.
Einen in gewisser Weise vergleichbaren Zustand haben wir bei der chromatischen
Aberration vorliegen.Auch hier ist der Bereich größerer Energiekonzentration beiseits des Fokus (hier: Der Bereich des kleinsten Blurr)
erheblich ausgedehnt.
Die Abbildungen im Suiter machen deutlich was die Beobachter von den besten
Teleskopen berichten:
"Snap into Focus".Das "einschnappen2 in den Fokus,den einen ganz eng begrenzten Bereich optimaler Schärfe der bei geringer Abweichung vom Fokus
sofort verlassen wird.
Es ist ein Gütekriterium des hochwertigen Teleskopes genau diesen einen
exakten Fokus zu haben,an dem sich die maximale Intensität im Beugungsscheibchen
ergibt.Dies gilt für Reflektoren wie für Refraktoren (hier: Apochromaten).
Eine große Obstruktion(hier: 33%) führt zu einem etwas vergrößerten Bereich
gleichbleibender Intensität des Beugungsscheibchens,laut Suiter etwa doppelt so lang wie beim Idealfall farbreine,aberrationsfreie,nicht
obstruierte Optik.
Der vergrößerte Bereich gleichbleibender Intensität im Zentrum der Beugungsfigur ist also
kein Gütezeichen,sondern
ein auffälliger Mangel anhand dessen schon immer engagierte Sternfreunde
mangelnde Optikqualität festgemacht haben.
Das ist dann etwas frech, vorschnell zu bestreiten und zu behaupten, wenn man die Erwiderung seiner Gegen-Argumente nicht abwartet.
Ich nahm an daß deine Argumente im Ausgangsposting dargelegt seien.
O.K.,nenn mich frech.
Ich nenne das was du hier vorträgst unzutreffend.Weder heutige Theorie noch
heutige Praxis können deine Thesen stützen.Taylor`s Text kenne ich nicht
im Original,deshalb will ich den nicht werten.
Vielleicht hast du den ja nur wie H.R.Suiter einfach mißverstanden?!
Ich fasse für mich zusammen:
- die angenommene spektrale Empfindlichkeit des Auges ist für Planetenbeobachtung
einfach nur falsch.Hier gilt photopisches Sehen!
- Die Verlängerung des Bereiches eines "ungefähren Fokusses" deutet auf eine
minderwertige Optik (im vergleich zur aberrationsfreien Optik) hin.
Siehe dazu Suiter S.188 bis 190.
- die auf der Wellennatur des Lichtes beruhenden Beugungserscheinungen
erklären das aussehen der Beugungsfigur im Fokus sowie in unmittelbarer
Nähe des Fokus.
MfG,Karsten