Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achromaten

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Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Stefan,

nun hör mal endlich auf, hier immer wieder zu provozieren ("gerüttelt Maß an Verbohrtheit") - war da nicht grad was mit tränschäm.

Wer sich weiter informiert, ist klar im Vorteil - Cai-Uso beschreibt selber seinen Werdegang als Jupiterbeobachter:

"Mein damaliges Gerät war ein neuerworbener 100mm-Refraktor, f/10, von Bresser auf einer EQ5-Montierung mit Alu-Stativ. Von der Qualität des Jupiterbildes war ich von Anfang an begeistert, hatte ich doch bisher mit maximal 80mm beobachtet. Den leichten Farbfehler habe ich sehr gut mit einem schwachen Gelbfilter bzw. auch einem Gelbgrünfilter unterdrückt. Mit diesem Gerät sieht man sehr schön den Großen Roten Fleck (GRF) und vier bis fünf Bänder (plus die dunklen Polregionen). Ferner sind, je nach Aktivität der Zonen, z.B. in der Äquatorzone (EZ) dunkle Projektionen und manchmal von Projektionen eingeschlossene helle Ovale zu sehen. Der Objektivdurchmesser von 100mm begrenzt die sinnvolle Vergrößerung auf ca. 150-fach (Abb. 1).
Zum Ende des Jahres 1999 gab es noch recht wenig Firmen, die diese Refraktoren (Hersteller ist die Firma Syntha aus China), massiv vertrieben. Der Markt war noch jung und die Geräte nicht sehr teuer. Daher entschloß ich mich kurzerhand, den 100mm-Refraktor gegen einen 120er (f/8,3) von Bresser, auszutauschen. Dies stellte sich dann auch als eine lohnenswerte Steigerung heraus. Ich sah im Gegensatz zum 100mm-Refraktor mit diesem Gerät ein bis zwei Bänder mehr auf Jupiter, die Anzahl der gesichteten Projektionen und Ovale in der EZ nahm zu und hin und wieder konnte ich sogar erkennen, wo das weiße Oval BA, ein langlebiges Objekt auf Jupiter, welches momentan allerdings recht kontrastarm ist, im südlichen gemäßigten Band (STB) eingebettet ist. Als für mich sinnvolle Maximalvergrößerung benutzte ich 143-fach (7mm orthoskopisches Okular von Vixen). Der Farbsaum um helle Objekte wie Mond und Planeten war nicht so schlimm wie befürchtet. Angesichts des Preises dieses Teleskopes ist der Farbfehler, verursacht durch das verwendete Glas in einem achromatischen (Fraunhofer-) Refraktor, meiner Ansicht nach durchaus zu verschmerzen (Abb. 2).
Diverse Details, die man auf guten CCD-Aufnahmen von Amateuren sieht, schafft allerdings auch dieses Gerät nicht aufzulösen und darzustellen. Speziell meine ich damit die drei hellen Ovale im SSTB (das Band südlich des STB), in Jupiter-Amateurkreisen auch die drei Ducks (Tick, Trick und Track) genannt. Ferner ist das dunkle Auge des GRF (der mittlere Teil des ‘Wirbels‘) nicht zu erkennen.
Also mußte ein besseres Teleskop her. Nach langen Überlegungen und Mobilmachung sämtlicher finanzieller Reserven habe ich mich für einen 102mm-Fluorit-Refraktor (f/9) von der Fa. Vixen entschieden. Dieses Gerät hat mich dann von der Bildästhetik her auch gleich in seinen Bann gezogen. Einen so knackig-scharfen Jupiter hatte ich vorher noch nicht gesehen. Allerdings kam die Enttäuschung mit zunehmender Beobachtung. Recht schnell stellte ich fest, daß ich die Details auf Jupiter zwar sehr viel abgegrenzter (und somit schärfer) sah, als im 120mm-Refraktor, aber ich sah kaum mehr Details als mit diesem (Abb. 3). Der 120mm-Refraktor war durch die größere Öffnung, und damit die Auflösung und das Lichtsammelvermögen, dem Fluorit was die Sichtung von Details anging (natürlich nicht an Bildästetik) fast ebenbürtig. Jedenfalls rechtfertigte es für mich nicht den ca. vierfach höheren Preis.
In dieser Zeit hatte ich einmal Gelegenheit, durch den 10“-Newton mit Lomo-Spiegel von Christian Harder (Leiter der GvA-Sektion Planeten) zu beobachten. Was soll ich sagen? Als eingefleischter ‘Refraktorianer‘ dachte ich, ich hätte da fast ein Riesen-Fluorit vor meinem Auge. Diese Bildqualität hätte ich von einem Newton nie erwartet (nein, ich habe doch keine Vorurteile). Abgesehen von einer Vielzahl mehr Details sah ich die EZ deutlich durch das Äquatorband (EB) geteilt, wobei die eine Hälfte der EZ leicht dunkler war als die andere. Deutlich war der WOS BA zu erkennen, usw. Das hatte ich zuvor wirklich nur auf Aufnahmen der Raumsonde Cassini gesehen, welche gerade beim Jupiter war. Nearly fluorit-like! In Sekunden der fast absoluten Bildruhe war die Fülle an Details nicht mehr so ohne weiteres zu zeichnen. Als Christian mir dann noch frei heraus anbot, mir einen dobson-montierten Newton zu bauen, war für mich klar, was mein nächstes Teleskop sein sollte. Nach kurzer Suche im Internet fanden wir einen gebrauchten 8“-Spiegel (f/7,5) samt Tubus von der Westerholt AG. Christian befand den Spiegel für gut, deckte sich noch im Baumarkt ein und fing an zu bauen. Keine vier Wochen später war der Dobson-Newton fertig. Ich besorgte mir dann noch auf Anraten von Christian ein Weitwinkel-Okular (LVW 8mm von Vixen) und der Jupiterbeobachtung mittels Newton stand nichts mehr im Weg.
Mein Eindruck nach dreimonatiger Nutzung dieses Teleskopes ist der, daß das Jupiterbild in Momenten der Luftruhe wirklich überwältigend ist. Ich sehe am Jupiter deutlich mehr, als damals mit dem 120mm FH-Refraktor. Auch kommt ein FH-Refraktor nicht mit der Schärfe dieses Spiegels mit (ich benutze, um die Obstruktion zu minimieren, einen 28mm-Fangspiegel). Wohlgemerkt spreche ich von diesem einen Newton. Es wäre fatal, das hier Geschriebene grundsätzlich auf alle Newtons der Größenklasse anzuwenden, denn gerade beim Spiegel hängt die Qualität des Bildes, mehr noch als beim Refraktor, vom Schliff ab. Im Vergleich zum Fluorit ist der 8“-Newton diesem überlegen, da er, zumindest in Momenten der Luftruhe, bei höherer Vergrößerung fast genauso scharf abbildet und mehr Details zeigt (Abb.4).
Alle Abbildungen habe ich aus meinen Zeichnungen dahingehend ausgesucht, daß sie den Eindruck im jeweiligen Teleskop möglichst realistisch wiedergeben. Aus meiner Sicht ist an den Zeichnungen nichts beschönigendes in Bezug auf die Abbildung im jeweiligen Teleskop und der geneigte Leser wird jeweils ein ähnliches Bild vorfinden. Allerdings muß auch gesagt werden, daß man die abgebildeten Details nicht unbedingt sofort und ohne jegliche Jupitererfahrung sehen wird.
Der Selbstbau-Dobson-Newton hat an Material ca. DM 1250.- gekostet und ist, verglichen mit dem Fluorit, für meine Beobachtungen gleichwertig. So entschloß ich mich, mich von dem Fluorit-Refraktor zu trennen. Es machte für mich keinen Sinn, ein fünfmal so teures Gerät zu besitzen, wenn es nicht besser war, als der Newton. Allerdings muß ich hier nochmals betonen, daß die Bildästhetik in einem Fluorit natürlich nicht zu überbieten ist. Mir kommt es allerdings bei der Jupiterbeobachtung eher auf die Menge der Details an, auch wenn ich sie, wie im Newton, nur blickweise in Momenten der Luftruhe sehe.
Da ich weiterhin als Zweitgerät auch einen Refraktor nutzen wollte, habe ich mir dann nach Verkauf des Fluorits einen achromatischen 150mm-Refraktor, (f/8), von Dörr/Danubia (auch von Syntha hergestellt) zugelegt. Auch dieser zeigt am Jupiter erstaunlich viel Detail, hat aber doch mehr Farbfehler als damals der 120er von Bresser (Abb. 5). Ich verwende diesen Refraktor jedoch genausooft wie den Newton, ist er doch auf der EQ5, mittlerweile mit Hartholzstativ, parallaktisch montiert und dadurch bequemer zu handhaben als der Dobson-Newton. Außerdem kann ich mit dem dobson-montierten Newton keine Zentralmeridianmessungen an Jupiterdetails vornehmen, da die Bänder und Zonen, je nachdem wo sich der Jupiter gerade am Himmel befindet, nicht immer waagerecht zur Einblickebene ausgerichtet sind. Ich habe für mich festgestellt, daß meine Zentralmeridianmessungen mittels parallaktisch montierten Teleskopen sehr viel genauer sind und daher ist der Refraktor ideal für diese Zwecke.
Allgemeingültige Schlußfolgerungen möchte ich aus meinen Beobachtungen mit den verschiedenen Instrumenten nicht ziehen, aber wenn dieser Artikel dem einen oder anderen ein wenig geholfen hat, seine Entscheidung für oder wider ein Instrument zu fällen, so hat er seinen Zweck erfüllt.
Meine sämtlichen Jupiterzeichnungen und noch ein wenig mehr ist auf meiner Homepage zu sehen: www.cuwohler.de."

Aus: http://www.cuwohler.de/artikel04.html


Tschüß+gute Nacht,
Dietmar
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo wasguggsuda.

nun hör mal endlich auf, hier immer wieder zu provozieren

Wen könntest du wohl meinen? Harald_M? Dann Zustimmung. In jedem Falle falsche Anrede.

Die Zeichnungen auf der zitierten Homepage sagen mehr aus als die tausend Worte deines Nachfolgeposts. Sie zeigen, daß Sternfreunde mit (relativ schnellen) Achromaten sehr wohl erfreuliche Jupiterobservationen durchführen. Soll heißen, daß es möglich ist. Entgegen anderslautender Thesen.

Darauf hinzuweisen ist nicht provokant, sondern im Sinne der Meinungsvielfalt und -freiheit geradezu notwendig. Nur so kann sich der Einsteiger ein unverzerrtes Bild machen. Gönne doch auch jenen das Wort, die nicht deiner Meinung sind.

Als vorläufiges Endergebnis würde ich einen sorgfältig gefertigten achromatischen Refraktor mit f/8 oder f/10 durchaus als universell nutzbares Einsteigergerät sehen wollen. Mit seinen Nachteilen. Denn andere Konstruktionen sind ebenfalls mit Nachteilen geschlagen. Und zwar solche, die für den Einsteiger weitaus gravierender sein können.

daguggsuwas?

Grüße
Paule
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hi Dietmar,
...Jedenfalls stuft er den 120-f/8.3-Achro als immer noch schwächer ein als den Vixen-Fluorit 102 (den man hier einfach als das praktisch beinahe "perfekte" Referenz-Teleskop betrachten kann). 120-f/8,3 entspricht vom Standpunkt der chromatischen Aberration aber einem 150-f/10,4, und ist also nicht mehr ein Achro kurzer, sondern bereits mittlerer Brennweite. Dennoch ist er offensichtlich weit davon entfernt, gegenüber einem Referenztelkeskop GLEICHER ÖFFNUNG praktisch keine Verluste an Low-Contrast-Auflösung zu zeigen, wie es hier durch Roger lang und breit suggeriert worden ist.
Was dies für einen f/5 oder f/6 Achro bedeutet, dürfte ja klar sein...
Grüsse: b.fankhauser
 
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Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Dietmar,

erlaube mir mal - ohne alle Provokationsabsichten - aus dem von Dir
gebrachten Text von Cai-Uso selektiv zu zitieren, damit die wesentlichen
Punkte gut rüberkommen:


Schritt 1 - Ein mittellanger FH 100/1000mm:
Hört sich nicht nach einem für die Planetenbeobachtung völlig
ungeeigneten Teleskop an:
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Mit diesem Gerät sieht man sehr schön den Großen Roten Fleck (GRF) und vier bis fünf Bänder (plus die dunklen Polregionen). Ferner sind, je nach Aktivität der Zonen, z.B. in der Äquatorzone (EZ) dunkle Projektionen und manchmal von Projektionen eingeschlossene helle Ovale zu sehen. Der Objektivdurchmesser von 100mm begrenzt die sinnvolle Vergrößerung auf ca. 150-fach (Abb. 1).
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Schritt 2: Ein bereits größerer/kürzerer FH 120/1000mm
Das hört sich doch erst recht gut an, obwohl dieser FH
doch schon unbrauchbarer für Planeten sein sollte. Öffnung
ist halt wichtig, auch wenn der Farbfehler wächst:
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Dies stellte sich dann auch als eine lohnenswerte Steigerung heraus. Ich sah im Gegensatz zum 100mm-Refraktor mit diesem Gerät ein bis zwei Bänder mehr auf Jupiter, die Anzahl der gesichteten Projektionen und Ovale in der EZ nahm zu und hin und wieder konnte ich sogar erkennen, wo das weiße Oval BA, ein langlebiges Objekt auf Jupiter, welches momentan allerdings recht kontrastarm ist, im südlichen gemäßigten Band (STB) eingebettet ist. Als für mich sinnvolle Maximalvergrößerung benutzte ich 143-fach (7mm orthoskopisches Okular von Vixen). Der Farbsaum um helle Objekte wie Mond und Planeten war nicht so schlimm wie befürchtet.
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Schritt 3: Zwischenschritt
Auch mit einem APO oder gleichgroßen Spiegel sieht das Auge weniger
wie eine CCD-Kamera am gleichen Teleskop. Die CCD-Bilder werden ja
idR. intensiv nachbearbeitet:
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Diverse Details, die man auf guten CCD-Aufnahmen von Amateuren sieht, schafft allerdings auch dieses Gerät nicht aufzulösen und darzustellen. Speziell meine ich damit die drei hellen Ovale im SSTB (das Band südlich des STB), in Jupiter-Amateurkreisen auch die drei Ducks (Tick, Trick und Track) genannt. Ferner ist das dunkle Auge des GRF (der mittlere Teil des ‘Wirbels‘) nicht zu erkennen.
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Schritt 4: Ein 102/900mm APO
Hier die allgemein bekannte Erkenntnis das Öffnung wichtig ist,
und auch der Unterschied zwischen diesem FH und dem etwas kleineren
APO nicht sehr groß ist, was die Detailfülle anbelangt. Er sah zwar
alles etwas schärfer, aber kaum mehr.
Wenn Du behauptest der 120er FH sei kein geeignetes Planetenteleskop
muß man das von dem 100er APO wohl auch behaupten! Da werden
viele Leser hier nicht Deiner Meinung sein:
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Dieses Gerät hat mich dann von der Bildästhetik her auch gleich in seinen Bann gezogen. Einen so knackig-scharfen Jupiter hatte ich vorher noch nicht gesehen. Allerdings kam die Enttäuschung mit zunehmender Beobachtung. Recht schnell stellte ich fest, daß ich die Details auf Jupiter zwar sehr viel abgegrenzter (und somit schärfer) sah, als im 120mm-Refraktor, aber ich sah kaum mehr Details als mit diesem (Abb. 3). Der 120mm-Refraktor war durch die größere Öffnung, und damit die Auflösung und das Lichtsammelvermögen, dem Fluorit was die Sichtung von Details anging (natürlich nicht an Bildästetik) fast ebenbürtig. Jedenfalls rechtfertigte es für mich nicht den ca. vierfach höheren Preis.
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Schritt 5: Ein 250mm Spiegel
Tja, da sieht er nu mehr wie zuvor. Warum? Weil das Viech mehr als die
doppelte Öffnung hat wie sein 120er FH, nicht weil es ein Spiegel ist!
Was glaubst Du hätte er von einem 250mm FH entsprechender Baulänge
analog zum 120/f8.3 gesagt? Zumindest in etwa das Gleiche. Diese Textpassage
von Cai-Uso hat nichts damit zu tun daß ein Spiegel
viel brauchbarer ist wie ein FH, da der Öffnungsunterschied in diesem Falle
ja wohl gewaltig ist.
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10“-Newton mit Lomo-Spiegel von Christian Harder (Leiter der GvA-Sektion Planeten) zu beobachten. Was soll ich sagen? Als eingefleischter ‘Refraktorianer‘ dachte ich, ich hätte da fast ein Riesen-Fluorit vor meinem Auge. Diese Bildqualität hätte ich von einem Newton nie erwartet (nein, ich habe doch keine Vorurteile). Abgesehen von einer Vielzahl mehr Details sah ich die EZ deutlich durch das Äquatorband (EB) geteilt, wobei die eine Hälfte der EZ leicht dunkler war als die andere. Deutlich war der WOS BA zu erkennen, usw. Das hatte ich zuvor wirklich nur auf Aufnahmen der Raumsonde Cassini gesehen, welche gerade beim Jupiter war. Nearly fluorit-like! In Sekunden der fast absoluten Bildruhe war die Fülle an Details nicht mehr so ohne weiteres zu zeichnen.
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Schritt 6: Ein 200/1500mm Newtonspiegel
Mit einem 200mm Teleskop sieht man bei entspr. optischer Qualität
immer mehr wie an einem 120mm Teleskop. Was glaubst Du was man
auf Jupiter in unserem 206/1600mm Astro Physics APO sieht? Mehr wie
am parallel dazu betriebenen ausgezeichnten 200/1200mm Zacharias-Newton,
und dessen Optik war von Dieter Lichtenknecker selbst handgeschliffen
worden.
Und das der Newton seinem 100mm APO überlegen ist sollte ja auch von
der Öffnung her schon klar sein.
Das der FH in diesem Fall nicht mit der "Schärfe" des Spiegels mitkommt
liegt am unbestritten vorhandenen Farbfehler. Cai-Usos FH war sicherlich
keine Gurke, aber ein Vergleich mit einem 120er Newton wäre hier
aussagekräftiger.
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Mein Eindruck nach dreimonatiger Nutzung dieses Teleskopes ist der, daß das Jupiterbild in Momenten der Luftruhe wirklich überwältigend ist. Ich sehe am Jupiter deutlich mehr, als damals mit dem 120mm FH-Refraktor. Auch kommt ein FH-Refraktor nicht mit der Schärfe dieses Spiegels mit (ich benutze, um die Obstruktion zu minimieren, einen 28mm-Fangspiegel). Wohlgemerkt spreche ich von diesem einen Newton. Es wäre fatal, das hier Geschriebene grundsätzlich auf alle Newtons der Größenklasse anzuwenden, denn gerade beim Spiegel hängt die Qualität des Bildes, mehr noch als beim Refraktor, vom Schliff ab. Im Vergleich zum Fluorit ist der 8“-Newton diesem überlegen, da er, zumindest in Momenten der Luftruhe, bei höherer Vergrößerung fast genauso scharf abbildet und mehr Details zeigt (Abb.4).
Alle Abbildungen habe ich aus meinen Zeichnungen dahingehend ausgesucht, daß sie den Eindruck im jeweiligen Teleskop möglichst realistisch wiedergeben. Aus meiner Sicht ist an den Zeichnungen nichts beschönigendes in Bezug auf die Abbildung im jeweiligen Teleskop und der geneigte Leser wird jeweils ein ähnliches Bild vorfinden. Allerdings muß auch gesagt werden, daß man die abgebildeten Details nicht unbedingt sofort und ohne jegliche Jupitererfahrung sehen wird.
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Schritt 7: Ein 150/1200mm FH
Auch dieses unsägliche, von einigen hier "Chinarübe" o.ä. titulierte
Machwerk chinesischer Gurkenzüchter zeigt viel Detail am Jupiter,
ist also nach Cai-Usos Meinung nicht völlig ungeeignet für die
Planetenbeobachtung! Und er hat gegenüber dem 200er Spiegel auch
seine Handhabungsvorteile für seine Messungen.
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Auch dieser zeigt am Jupiter erstaunlich viel Detail, hat aber doch mehr Farbfehler als damals der 120er von Bresser (Abb. 5). Ich verwende diesen Refraktor jedoch genausooft wie den Newton, ist er doch auf der EQ5, mittlerweile mit Hartholzstativ, parallaktisch montiert und dadurch bequemer zu handhaben als der Dobson-Newton. Außerdem kann ich mit dem dobson-montierten Newton keine Zentralmeridianmessungen an Jupiterdetails vornehmen, da die Bänder und Zonen, je nachdem wo sich der Jupiter gerade am Himmel befindet, nicht immer waagerecht zur Einblickebene ausgerichtet sind. Ich habe für mich festgestellt, daß meine Zentralmeridianmessungen mittels parallaktisch montierten Teleskopen sehr viel genauer sind und daher ist der Refraktor ideal für diese Zwecke.
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Zusammenfassend kann man Cai-Usos Bericht und seine Zeichnungen doch
nur dahingehend interpretieren, daß mit mittellangen bis auch schon
recht kurzen FHs tadellose Planetenbeobachtung möglich ist. Ich kann
in seinem Bericht nichts erkennen, was auf das Gegenteil schließen
läßt. Natürlich ist ein gleichgroßer APO oder Spiegel bei sauberer
Ausführung besser, aber das war ja nicht das Thema dieses Threads,
und es wäre auch traurig wenn es nicht so wäre! Aber deshalb kann man
den gängigen FHs als Universalteleskope ohne Spezialisierung
doch nicht alle Brauchbarkeit absprechen, speziell nicht für
Anfänger, da diese nunmal justierstabiler und einfacher zu handhaben sind.
Wie bereits gesagt darf man die visuelle Leistung eines Teleskops nicht
mit CCD-Bildern vergleichen, da diese alle nachbearbeitet wurden. Das
ist dem Auge nun mal nicht möglich, und so sieht man an jedem Telskop
weniger wie auf den CCD-Bildern die damit gemacht wurden.

Stände ich jetzt vor der Wahl eines Erst-Teleskops so würde ich nach der
Sichtung von Cai-Usos Zeichnungen bedenkenlos eine (China-)FH nehmen,
Qualität der optischen Ausführung vorausgesetzt. Letzteres muß ich
aber bei einem Spiegelteleskop auch beachten.

Auf zum ITV, so lasset denn Taten sprechen anstelle der Worte; diese sind was für Weiber! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


MfG Coyote

PS: Oh, hab ich mich jetzt selbst geoutet als geschwätziges Weib???
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Dietmar

Cai-Uso beschreibt seinen Werdegang sehr genau in bezug auf die Jupiterbeobachtung. Ich finde man kann daraus sehr viel entnehmen und lernen.
Hier kann sich jetzt jeder ein sehr schönes Bild von der Sachlage machen.
Mal abgesehen von der was ist besser, was ist schlechter Diskusion, Spiegel oder Linse.
Wird doch daraus ersichtlich das die Ansichten und Probleme sehr viel vielschichtiger sind als hier so oft einfach beschrieben und das sich jeder selbst sein eigenes Bild von der Sache machen muss.
Geht es um feine Jupiterdetails und dann noch in Farbe, so ist der gute Newton oder der APO das unübertroffene System mit dem der Achromat nicht mithalten kann!
Doch ich finde Roger hat auch ein Stück weit Recht wenn er schreibt, dass mit Achromaten auch Detailbeobachtungen an Jupiter möglich sind und dennen wiederspricht die einem weis machen wollen ein Achromat tauge überhaupt nicht zur Planetenbeobachtung.

Ich finde es halt unfair alles Schlechte in einen Topf zu schmeißen einmal umgerührt und heraus kommt ein schlechter Achromat für die Planetenbeobachtung.
Wenn ich so vorgehe kann ich alles kaputt reden, doch das nützt keinem was auser vieleicht einem Sadisten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

Und wer sich einen f/5 Achromaten für die schwerpunktmäsige Planetenbeobachtung kauft dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Gruß Uwe
 
Farbeimer bleibt Farbeimer - Da hilft kein Gerede

Geht es um feine Jupiterdetails und dann noch in Farbe, so ist der gute Newton oder der APO das unübertroffene System mit dem der Achromat nicht mithalten kann!
Zustimmung. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Im Übrigen ist es mir schnurzegal, ob sich manche Leute partout einen Achromaten kaufen möchten. Wer das macht, bestraft sich schliesslich nur selber. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Mein Rat an Einsteiger: Lasst Euch keinen Bären aufbinden. Wenn ihr ein wirklich gutes Planetenbild sehen wollt, dann ist entweder eine Spiegeloptik, ein langer FH mit Blende >= 15 oder ein APO notwendig. Gurken gibt es manchmal zwar auch bei diesen Geräten, aber bei billigen f/8 Achromaten mindestens genauso - das kommt dann zum miesen Farbfehler noch dazu!


Gruß Harald
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Uwe,

wow, wir sind fast einer Meinung! Schön.


@Gerd:
Dachte ich mir doch, daß wieder jeder liest was er will <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... nur noch eine Randbemerkung - DAS hier:
"Wenn Du behauptest der 120er FH sei kein geeignetes Planetenteleskop muß man das von dem 100er APO wohl auch behaupten! Da werden viele Leser hier nicht Deiner Meinung sein."
...nix davon habe ich irgendwo geschrieben oder gesagt ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
Deine recht freie Interpretation des sehr lesenswerten Erfahrungsberichts scheint mir auch sonst etwas, äh, naja, halt selektiv. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Egal: Meinen "FH"120/1000, es war sicher nicht mein erstes Scope, und es wird sicher nicht mein letztes sein, nehme ich am liebsten für die Sonne, abgeblendet auf 100mm-f10 und auch mit Grün- nebst Sonnenfilter ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />, will sagen, je weitgefächerter die Beobachtungsinteressen, desto zahlreicher die anzuschaffenden Teleskope, und Cai-Usos wunderbare Beschreibung seiner Erfahrungen vermittelt jedem astronomisch Interessierten einen schönen Eindruck, was auf seine Geldbörse zukommen kann.


@Beat:
D'accord - zu bedenken möchte ich abschließend noch geben, daß uns wie meist nicht bekannt ist, ob es sich hier um durchschnittliche oder sehr gute Einzelexemplare der beschriebenen Teleskoptypen handelte. Aber darum geht es hier nicht.


@Stefan:
Eine Antwort darauf scheint mir überflüssig, mach mal lieber wieder schöne Fotos.



Beste Grüsse an alle+cs,
Dietmar
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Also ich habs mir am Wochenende auch mal angetan bei nahezu perfektem Seeing unseren TMB Achromaten 152/1200 mit hochkarätigen Apos zu vergleichen. Als Apo mußten herhalten NIKON 100 mm F/12 und Takahashi FS 128 und Takahashi TOA 130

Meine persönlichen Ergebnisse , wenn der Achro top in Ordnung ist, heißt keine Zonen, keine abgesunkene Kante, keine Zentrierfehler und somit keine Koma und kein Astigmatismuss ( worunter die allermeisten China Achros leider leiden )

1, Doppelsterne: Öffnung siegt , keine Frage , auch wenn das Bild im Apo schwarz weiss war und im Achro schon etwas Bunt ( da sehr hohe Vergrößerung bis 2.5 x Objektivdurchmesser).

2, Jupitermonde: gilt das Gleiche wie für die Doppelsterne, hier noch erwähnenswert : Unterschiedliche Größe der Monde kommen im größeren Achro besser raus, aber die Apos zeigen die Monde schwarz/weiss und somit Edler :-)

3, Jupiter selbst: Der Achro verträgt bis 150 Fach förderliche Vergrößerung, dann erfolgt durch die Farbfehler ein Kontrasteinbruch, aber kein Schärfeeinbruch. Farbfilter Blau und Grün waren sehr förderlich, Minus Violett habe ich nicht benutzt. Bis 250 Fach war das Bild gut, brachte teilweise die beiden großen Wolkerbändfer sogar besser zum Vorschein, wobei die großen Bänder eher so um die 200-Fach am besten waren. Leider gingen durch die Farbfehler im Achro sowohl die White Oval Spots weitgehenst verloren als auch die Farben im großten Roten Fleck. Die Jupiteroberfläche hielt sich bei kritischer Beobachtung bis ca. 130-Fach neutral weiss mit blau Halo darum, danach sah mann bei genauem Hinschauen das eine ganz leichte Gelbeinfärbung losging.

100 mm Apo, auch höchste Qualität ist ein guter Start, aber 128 mm Apo wenn auch nicht ganz so perfekt Farbkorregiert zeigt einfach so viel mehr an White Oval Spots und im großen roten Fleck. In der Detailerkennung feinster Details und großer Details konnte der Achro wirklich mit dem Apo 100 mm ganz gut mithalten, auch wenn das Apo Bild natürlich schöner ist. Die großen Details im 6" Achro liegen irgentwo zwischen 4" und 5" Apo, in Sachen feinster Details versägt der 5" Apo jedoch den 4" Apo und den Achro knadenlos.

Nun nochmals, denn dies muß mann wirklich erkennen und herausheben, wir sprachen hier von einem hervorragenden perfekt Zentrierten 6" Achro, die 6" Achros die sonst aus China kommen, können hiermit kaum verglichen werden und zeigen auf alle Fälle weniger Details.
 
Woher kommt der TMB Achromat ?

Hallo Markus,

woher kommt denn der TMB Achromat,wo wird er produziert?

MfG,Karsten
 
Re: Woher kommt der TMB Achromat ?

Optik made in China Mechanik made by Feinmechanischer Werkstatt im Osten Deutschlands. Fassung der Linsen stammt von uns
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Markus,
Also ich habs mir am Wochenende auch mal angetan bei nahezu perfektem Seeing unseren TMB Achromaten 152/1200 ...
für mich hört sich Dein Bericht völlig glaubwürdig an. Ich möchte trotzdem ein wenig nachstochern:

1. Warum benutzt Du denn nicht die tollen Formeln zur Wegbetung des Farbfehlers und nimmst statt dessen Filter? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

2. Mal etwas ernsthafter:

1, Doppelsterne: Öffnung siegt , keine Frage , auch wenn das Bild im Apo schwarz weiss war und im Achro schon etwas Bunt ( da sehr hohe Vergrößerung bis 2.5 x Objektivdurchmesser).
Das beweist mal wieder, dass die Trennung von Doppelsternen kein Maß für Planetenbeobachtung ist.

2, Jupitermonde: gilt das Gleiche wie für die Doppelsterne, hier noch erwähnenswert : Unterschiedliche Größe der Monde kommen im größeren Achro besser raus, aber die Apos zeigen die Monde schwarz/weiss und somit Edler :-)
Kenn ich irgendwie von Spiegeloptiken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> . So weit ich weiß ist der Himmel rundherum um die Monde tatsächlich pechkohlrabenschwarz für unsere Augen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" /> . Apo zeigt also nix anderes als die Wahrheit.

... dann erfolgt durch die Farbfehler ein Kontrasteinbruch, aber kein Schärfeeinbruch...

Ich glaube nicht so recht dass sich der der Kontrast oder genauer gesagt die Kontrastübertragung messtechnisch ermittelt tatsächlich mit der Vergrößerung ändert. Hast Du oder sonst jemand vielleicht eine Idee, ob man für Schärfe zumindest näherungsweise ein irgendwie besser fassbares Maß angeben kann? Zur Verdeutlichung: "Bild A ist schärfer als Bild B", damit kann man ein wenig anfangen. Wenn man sagen könnte: "Bild A ist schärfer als Bild B , obwohl A die um so und so viel mm kleinere Öffnung hat", das wäre schon wesentlich aussagekräftiger.

3. Zuletzt noch eine Frage: Hattest Du mal irgendwann den Versuch gemacht den 152/1200 Achro auf 100 mm abzublenden und dann direkt mit dem 100/1200 Apo zu vergleichen?

4. Wenn es Dir demnächt für solche Vergleiche zu langweilig, zu anstrengend oder zu zeitraubend sein sollte übernehme ich das gerne. Du müsstest mir dazu nur die Teleskope kostenlos liefern. Den 152/1200 Achro kannst aber gerne aus Kostengründen bei Dir belassen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

5. Eine besondere Anerkennung für Deine ungetrübte Wahrnehmung von Farfehlern. So unmißverständlich hab ich das bisher noch von keinem Händler gelesen.

Gruß Kurt



 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Kurt

was meinst du damit : 1. Warum benutzt Du denn nicht die tollen Formeln zur Wegbetung des Farbfehlers und nimmst statt dessen Filter?

??? Welche Formeln meinst du ?

weiterhin schreibst du : Ich glaube nicht so recht dass sich der der Kontrast oder genauer gesagt die Kontrastübertragung messtechnisch ermittelt tatsächlich mit der Vergrößerung ändert.

Ich meine in diesem Fall, ab einer gewissen Vergrößerung verliere ich Details anstatt hinzu zu gewinnen. Ist dies für dich verständlicher ?

du fragst: 3. Zuletzt noch eine Frage: Hattest Du mal irgendwann den Versuch gemacht den 152/1200 Achro auf 100 mm abzublenden und dann direkt mit dem 100/1200 Apo zu vergleichen?
In diesem falle nicht, ich habe aber schon edle 100F/12 Achros gehabt,. optisch nahezu perfekte Pentax 100 mm F712 achros, funktionieren wie Vixen 80/1200, durch größere Öffnung sind Farbfehler dennoch deutlicher. Hilft mit sicherheit mehr sich dem Apo zu nähern aber ab einer gewissen Vergrößerung die unter der des Apo liegt ist dennoch schluß mit Lustig.
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Markus,
ja, wenn Du als Refraktor- Kenner die nicht kennst....gibt die wahrscheinlich gar nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />
Ich meine in diesem Fall, ab einer gewissen Vergrößerung verliere ich Details anstatt hinzu zu gewinnen. Ist dies für dich verständlicher ?
Wenn man die Optik + Sinneswahrnehmung gemeinsam betrachtet kommt das wohl so hin.
aber ab einer gewissen Vergrößerung die unter der des Apo liegt ist dennoch schluß mit Lustig.
Dann haste wahrscheinlich noch nicht hoch genug vergrößert. Hab mal irgendwo gelesen: "512x mit einem 5" f/8 "FH" an Jupiter absolut knackscharf... ":)

Gruß Kurt

 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Kurt

verstehe nun was du meinst :-)

Hier in Deutschland höre ich beim 6" Apo an Jupiter bei ca. 220 bis 250 Fach auf, dann hört die Detailzugewinning auf. Ich kenne aber durchaus leute die auf 600-Fach gehen und sagen Knackscharf .

ich denke wir verstehen uns :-)
 
Hallo,

ich finde es durchaus interessant, über optische Schärfentiefe und die foocal shift verbunden mit der Augenempfindlichkeitskurve eine FH Optik neu in einen mathematischen Denkansatz formulieren zu wollen, just die selben Berechnungen resp. Überlegungen füllen bei mir auch schon einige Zettel...

Was ich aber immer wieder interessant finde, ist daß sich das panta rhei der alten Griechen - das "Alles ist im Fluß" immer wieder bewahrheitet:

Im selben Forum auf astronomie.de - das war noch zu Zeiten der alten Forensoftware, noch bevor das Beobachtungsforum nach zäher Argumentationsschlacht dann doch generiert und eröffnet wurde - also schon vor einigen Jahren, da verhielt es sich just umgekehrt! Hier wurden die 120/1000er FHs, die neuen 150/1200er FHs, die 102/1000er etc. als das absolute Übermaß verargumentiert, da hatte man als Spüiegelbesitzer echt so schlechte Karten wie heut als Refraktorbesitzer. Das war auch einer der Gründe, warum ich unbedingt mal einen FH 150/1200 haben wollte, weil es mich einfach mal langfristig interessier hat und ich nicht bloß schnell mal durchschauen wollte.

Meine Erfahrung damit: Größenordnungen besser am Planeten als mein vorheriger sphär. 130/900er Newton, klar hat er Schwächen an Jupiter, schon weniger an Saturn und kaum am Mond, dafür ist er bei deep sky umso schöner von der Abbildung. Ein guter allrounder also. Und guter allrounder bedeutet halt oftmals, in allen Gebieten gut bis sehr mithalten zu können, daß es bei gleicher Öffnung am Planeten Besseres gibt, leugnet niemand, genausowenig, wie es bei gleicher Öffnung auch schlechtere Planetenteleskope gibt.

Gruß

Markus

 
Was so geschrieben wird

Hallo Lotz,

Im selben Forum auf astronomie.de - das war noch zu Zeiten der alten Forensoftware, noch bevor das Beobachtungsforum nach zäher Argumentationsschlacht dann doch generiert und eröffnet wurde - also schon vor einigen Jahren, da verhielt es sich just umgekehrt! Hier wurden die 120/1000er FHs, die neuen 150/1200er FHs, die 102/1000er etc. als das absolute Übermaß verargumentiert, da hatte man als Spüiegelbesitzer echt so schlechte Karten wie heut als Refraktorbesitzer.
daran kann ich mich auch noch gut erinnern!
Ich nehme an daß die Teile die damals mit Macht auf den Markt kamen durch
einige "User" gepusht wurden.Anhand von praktischer Beobachtung kann es ja
nicht erklärt werden daß man damals einen 150/1200er so in den Himmel gehoben
hat,während der 8" Newton dagegen fast schon vedammt wurde.

Deshlab sollte sich jeder der sich mit dem Gedanken einer Teleskopanschaffung
trägt unbedingt selbst ein Bild von verschiedenen Teleskopen machen und nicht
auf das verlassen was alles so in den Foren geschrieben wird.

Selbst wenn der schreibende keinen Hintergedanken hegt weis man nicht wie
es um die Beobachtungserfahrung und die Beobachtungsfähigkeiten der Schreibenden
bestellt ist.Also besser selbst durchsehen!

Gruß,Karsten
 
Re: Was so geschrieben wird

Sagt mal, spielt mir meine Ignoranz mal wieder einen Streich, oder wird wirklich rein zufällig gerade dann ein Artikel über die Grossartigkeit von Achromaten gepostet, wenn bei APM eben solche lieferbar geworden sind?

zzzip
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo "Paule",

irgendwie mußte ich neulich an dich denken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />, als ich las, was der weltberühmte Astrofotograf S. Seip, der Meister der Masken, in einem bunten Blatt so zu Refraktoren schreibt:

"Einer der Nachteile von Refraktoren ist ihr Farblängsfehler, auch Farbfehler oder chromatische Aberration genannt. Er rührt daher, daß eine Linse nicht in der Lage ist, alle Farben des Spektrums in einem gemeinsamen Brennpunkt zu vereinen. Je ausgeprägter der Farbfehler ist, desto deutlicher erscheint um helle Objekte herum ein blauer bis violetter Lichthof. Bei der Beobachtung von Venus oder Mond sieht ein solcher Farbsaum nicht schön aus, bei Mars und Jupiter vereitelt er gar das Erkennen feiner Details. ...
Für Vergleiche zog ich einen Skywatcher-Achromat mit 120mm Öffnung heran, den ich mit Pappblenden auf hundert und achtzig Millimeter reduzierte ...
Schon bei fünfzigfacher Vergrößerung wurde klar, daß der Achromat für die Beobachtung von Planeten kaum geeignet ist. Zu sehen war (von Mars) nur ein orangeroter Fleck, umgeben von einem hellen, blauvioletten Hof. An Oberflächendetails war nicht zu denken. Noch schlimmer wurde es, als ich die Vergrößerung steigerte: Je nach Fokuslage war das Marsscheibchen von kunterbunten Ringen umgeben und überlagert. Besser hätte man den Farbfehler nicht demonstrieren können!"

So ist das mit den "Achromaten" ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Beruhigend fand ich aber, daß ebenderselbe dort auch eine "Schwäche für Refraktoren" bekennt, und daß er vor kurzem auch mal anderswo seine Marsdetailbeobachtungen mit einem nicht abgeblendeten FH-75mm-Refraktor bei 300facher Vergrößerung beschrieben hatte.

Gruß+cs,
Dietmar


P.S. @all: Nein, ich will diesen Thread nicht wieder aufwärmen, hatte mich aber einfach köstlich amüsiert.
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Dietmar

Habe den Bericht in der Anfängerzeitschrift "Astronomie Heute" auch gelesen.

Für Vergleiche zog ich einen Skywatcher-Achromat mit 120mm Öffnung heran, den ich mit Pappblenden auf hundert und achtzig Millimeter reduzierte ...
Schon bei fünfzigfacher Vergrößerung wurde klar, daß der Achromat für die Beobachtung von Planeten kaum geeignet ist. Zu sehen war (von Mars) nur ein orangeroter Fleck, umgeben von einem hellen, blauvioletten Hof. An Oberflächendetails war nicht zu denken.

Dazu kann ich nur sagen, entweder hatte der Autor Tomaten auf den Augen, oder er hat Gurken mit Birnen verglichen!

Jedenfalls sehe ich in meinem 5" f/9 Achromaten von TS ohne abzublenden, doch etwas mehr wie nur ein "orangeroter Fleck".
Zum Glück bezeichnet er die ED`s am Schluss nicht noch als Apochromat!

Gruß Uwe
 
Hallo,

ich kann ja auch mal meinen Senf dazugeben. Ich bin Besitzer eines 152/1200-Achromaten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> und kann nicht sagen, dass mich irgendein Farbfehler bisher gestört hat. Das beste visuelle Bild vom Mars hatte ich mit einem 3,6mm Okular. Dafür hatte ich aber das Teleskop von abends bis morgens auf einem Balkon(also noch nicht mal ideale Voraussetzungen) stehen lassen, es konnte also einige Stunden auskühlen. Auch bei Jupiter konnte ich sehr feine Details erkennen, z.B. einen Mondschatten auf einem der dunklen Wolkenbänder. Saturn sieht in meinem Teleskop gelblich mit weißen Ringen aus. Cassini und dunkler Streifen auf Planetenkugel sind auch schön scharf zu erkennen. Dafür reichte aber schon ein 7mm Okular. Mir ist ein Achromat also detailreich genug.
Außerdem: In einer aktuellen Astrozeitschrift hat jemand zwei Bilder vom Orionnebel zur Verdeutlichung der "Farbsäume von Achromaten" gegenübergestellt.Also wenn da ein Farbfehler zu sehen ist, dann weiß ich , dass mir soetwas im Leben nicht aufgefallen wäre! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach2.gif" alt="" />Ich glaube schon, halbwegs gute Augen zu haben, aber ich sehe da nix.(Jedenfalls keinen für mich nennenswerten Unterschied in den Farbsäumen der beiden Bilder) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach.gif" alt="" />

Liebe Grüße

Sascha
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Also ich will deine Freude an deinem Gerät nicht schmälern, aber:

- Jupitermondschatten sehe ich schon in meinem 60mm-Refraktor
- Cassiniteilung und ein dunkles Band sehe ich ebenfalls in meinem 60mm-Refraktor
- mit einem Bildbearbeitungsprogramm kann ich dir jeden Farbfehler völlig beseitigen, sogar am Planeten.

Bino-Tom
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hi Tom,

ich schrieb "dunkler Mondschatten auf dunklem Wolkenband", um anzudeuten, dass durchaus feine Details mit so einem Gerät zu sehen sind, aber selbstverständlich ist es schön, dass Du so etwas auch mit einem 60mm-Rohr siehst. Was für Details siehst Du denn sonst noch so am Saturn, die Encke-Teilung?

Gruß

Sascha
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Freunde,

Was für Details siehst Du denn sonst noch so am Saturn, die Encke-Teilung?
Sascha, der war gut! Es war doch der 60 mm Refraktor gemeint, oder? Also dann hätten wir es endlich. Man nehme noch das Super-Farbcreatiosprpogramm von Bino- Tom dazu.
- mit einem Bildbearbeitungsprogramm kann ich dir jeden Farbfehler völlig beseitigen, sogar am Planeten.
Das muss wohl Farbdetails dorthin bringen wo sie ein Fraunhofer gar nicht mehr abbilden kann. Aber was solls, Physik spielt bei Astro- Optik ohnehin keine nennenswerte Rolle <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> Ich wette das alles zusammen zeigt bei Saturn glatt die "white Spots" sowie die Polarlicht- Aurora in prachtbunt.

Frage an die Moderation: Kann man diesen Thread nicht in ein neues Blödel- Board packen?

Gruß Kurt
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Sascha,

erst einmal ein herzliches "Willkommen!" in diesem Forum - mögest auch Du so viel Spaß daran haben, wie an Deinem 150/1200er. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Und keine Sorge, wenn du eine Digitalkamera an dein Teleskop hängst, wirst du weniger Probleme haben, die bunten Lichthöfe um überbelichtete Sterne zu erkennen, als auf den erwähnten, offensichtlich ins winzige verkleinerten Bildern.
Dafür habe ich, trotz etwa f5, visuell das Oriontrapez auch schon im russischen 20x60 Feldstecher aufgelöst gesehen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
"Beweisen" läßt sich mit Digitalbildern übrigens so manches - ich unterbiete Tom hiermit (Saturn im FH50/800) mit Cassini und Wolkenband im 50(fünfzig)mm-Röhrchen ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

Also, laßt uns fleißig Möhrchen futtern, damit wenigstens der augeninterne Gelbfilter weiter funktioniert!

Gruß+cs,
Dietmar
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Kurt,

Frage an die Moderation: Kann man diesen Thread nicht in ein neues Blödel- Board packen?

Da hätt ich doch gleich eine retour Frage, warum könnt ihr nicht einfach beim Thema bleiben und Sachlich darüber diskutieren? Würde uns Arbeit ersparen und euch das jammern. Aber das schönste daran wäre, dass alle wieder ein Stückerl gescheiter werden und ihr Wissen erweitern können <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Also Leute zurück zum Thema bitte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

LG,
Michi
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hi Michi,

ich hatte gehofft, zum Thema etwas beitragen zu können.

Gruß

Sascha
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Michi,
Da hätt ich doch gleich eine retour Frage, warum könnt ihr nicht einfach beim Thema bleiben und Sachlich darüber diskutieren? Würde uns Arbeit ersparen und euch das jammern. Aber das schönste daran wäre, dass alle wieder ein Stückerl gescheiter werden und ihr Wissen erweitern können
hat denn jemand gejammert? So lange es Spaß macht muss man doch nicht zwingend sachlich bleiben. Vorschlag zum Kompromiss: wir geben diesem Board einen neuen Namen, z.B. "Teleskop- Optik das Jux- Board mit der hohen Einschaltquote", zumindest für die Dauer der 5. Jahreszeit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />. Ich gestatte mir weiterhin die Mehrzahl der Beiträge hier (die eigenen inclusive) nicht ernst zu nehmen.

Gruß Kurt
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hi Kurt,

das ganze soll ja auch Spaß machen, nur wenn alle Threads nach dem 5 Posting mit dem eigentlichen Thema nichts mehr zu tun haben wirds auch mühsam. Das Streitpotential über Optiken habt ihr ja in der Vergangenheit schon genügend oft gesehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

CS,
Michi
 
Re: Neue Argumente zugunsten des Fraunhofer-Achrom

Hallo Sascha,

warum beschreibst du grobe Details, um damit anzudeuten das du feine Details
beobachtet hast? Beschreibe doch gleich die feinen Details, das ist logischer
und auch glaubhafter für Aussenstehende.

Jene Details die du beschrieben hast sind allesamt mit 60mm Öffnung zu
sehen und, wie Dietmar mit seinem Foto gezeigt hat, sogar mit nur 50mm
Öffnung abzulichten per Webcam.

Die Leistungsfähigkeit eines Instrumentes kannst du eben nur dann betonen,
wenn du Details beschreibst, die dem maximalen Vermögen des Instrumentes
auch gerecht werden. Dein FH 6"f8 kann auch deutlich mehr, als du hier
beschrieben hast. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, da ich dieses Gerät
gut kenne.

@Dietmar: *ggggrrrrrr*, mußt du mich wieder daran erinnern, daß du mich
an Saturn mit nur 50mm unterboten hast!? Aber warte nur, diese Saison
zeige ich dir die Cassiniteilung mit nur 45mm!! *harrharr* <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

Bino-Tom
 
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