Neue hochwertige Astro-Ferngläser? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Neue hochwertige Astro-Ferngläser?

MikeS55

Mitglied
Hallo Holger,

neue (?) Porros?
Schauen gut aus. Japanischer Herkunft?

Markus, kläre uns auf :biggrin:

Gruß

Mike
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

R_Andreas

Mitglied
Hallo Holger,

besonders das 16x70 schaut interessant aus von den Werten her.

Markus, wann kommen die Infos?

Grüße
Andreas
 

Gottfried

Mitglied
Servus,
Infos habe ich auch keine, erinnern mich jedoch ein wenig an die Fuji-Clones, die es zB als TS-Marine gibt. Auch die Dimesnionen (Öffnung und Vergrößerung) klingen ähnlich. Statt 10,5x70 wird hier 11x70 geschrieben, wer misst den Unterschied. Nur eine Vermutung...

CS
Gottfried
 

MLudes

Mitglied
:)

Ich habe die ersten Testsamples in meinen Händen. Es sind komplett neue Ferngläser, eine überarbeitung der alten schweren Marine Klötze.
Einerseits wurde dem Gewicht rechnung getragen das ja durch viele Kunden bemängelt wurde.
Zum anderen wurde die Optik komplett neu Überarbeitet.

Nichtsdesto trotz sind wir entgegen unseren Erwartungen noch nicht Martkreif.

Dick Buchroeder , bekannter Optikdesigner aus USA, sowie Wolfgang Gryzbowski helfen uns noch beim reduzieren des noch störenden reststreulichtes.

Wir haben uns mit Lunt Engineering die Generalvertretung gesichert, müssen dafür aber auch beisteuern und jetzt bei der Verbesserung mithelfen.

Sobald wir zufrieden sind, gehen wir in Serien Produktion, also bitte noch etwas Gedult, dies kann durchaus nochmals ein paar Monate dauern, aber wir beeilen uns.
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Zitat von MLudes:
Es sind komplett neue Ferngläser, eine überarbeitung der alten schweren Marine Klötze. Einerseits wurde dem Gewicht rechnung getragen das ja durch viele Kunden bemängelt wurde. Zum anderen wurde die Optik komplett neu Überarbeitet. Nichtsdesto trotz sind wir entgegen unseren Erwartungen noch nicht Martkreif. Dick Buchroeder, bekannter Optikdesigner aus USA, sowie Wolfgang Gryzbowski helfen uns noch beim reduzieren des noch störenden reststreulichtes.
Hallo Markus, endlich mal etwas Bewegung im völlig erstarrten Fernglasmarkt ...

Hatten denn die "schweren Marine Klötze" auch schon dieses Streulichtproblem, oder ist das neu? Hat man etwa zur Gewichtsreduzierung auch noch die Prismen verkleinert? Das wäre dann nicht sehr clever. Was weißt Du zum Gesichtsfeld und zum Augenabstand (eye relief) dieser Gläser?

Mit freundlichen Grüßen, Peter


 

holger_merlitz

Mitglied
Zitat von MLudes:
:)

Ich habe die ersten Testsamples in meinen Händen. Es sind komplett neue Ferngläser, eine überarbeitung der alten schweren Marine Klötze.
Einerseits wurde dem Gewicht rechnung getragen das ja durch viele Kunden bemängelt wurde.
Zum anderen wurde die Optik komplett neu Überarbeitet.

Nichtsdesto trotz sind wir entgegen unseren Erwartungen noch nicht Martkreif.

Dick Buchroeder , bekannter Optikdesigner aus USA, sowie Wolfgang Gryzbowski helfen uns noch beim reduzieren des noch störenden reststreulichtes.

Wir haben uns mit Lunt Engineering die Generalvertretung gesichert, müssen dafür aber auch beisteuern und jetzt bei der Verbesserung mithelfen.

Sobald wir zufrieden sind, gehen wir in Serien Produktion, also bitte noch etwas Gedult, dies kann durchaus nochmals ein paar Monate dauern, aber wir beeilen uns.

Hallo Markus,

das ist ja sehr erfreulich! Ich finde es auch gut, dass Ihr Euch erst einmal Zeit nehmt, um die Geräte auf Leistung zu bringen, da hat dann jeder etwas davon.

Selbst die originalen Fujinon sind übrigens nicht besonders streulichtresistent, wenn man andere hochwertige Porros zum Maßstab nimmt. So waren etwa die alten 10x50 Hensoldt der Bundeswehr weit besser gegen Streulicht geschützt, vielleicht könnt Ihr solch ein Teil mal aufschrauben und nachsehen, wie die das gemacht haben. Ich denke aber, Buchroeder kriegt das schon hin. Wichtig ist auch: Die Kerbung an der Prismenbasis nicht vergessen, die hilft bereits viel!

Viele Grüße,
Holger
 

MLudes

Mitglied
Hi Peter, Hi Holger

ich habe von den alten Marine keines zur hand. Zudem habe ich von denen keine Optische Rechnung, keine Querschnittszeichnung und keine Prismenabmessungen. Von den neuen haben wir dies vorliegen.
Die neuen sollen Angeblich Fuji gleichwertig sein.

Wolfgang Gryzbowski bekommt die 4 Gläser nun und zusammen mit Dick Buchröder der eine Streuclicht und Reflexrechnng durchführt werden wir versuchen die jetzigen Gläser so zu verbessern das wir zufrieden sind. Ich hoffe das es keine erneuerung einiger optischen Bauteile bedarf, denn dann wird es länger dauern, bis wir Liefern.
Zu den Gesichtsfeld:
- 7 x 50 > 7,5 Grad, Augenabstand 23 mm
- 10 x 50 > 6,5 Grad ( weitwinkel ), Augenabstand 20 mm
- 11 x 70 > 4,8 Grad, Augenabstand 23 mm
- 16 x 70 > 4,1 Grad ( weitwinkel), Augenabstand 20 mm

IPD für alle 56 mm bis 74 mm
Dioptrien für alle +/- 6
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Markus, vielen Dank für diese Daten. Das korrespondiert dann wohl mit Absicht ziemlich genau mit den optischen Parametern der Fujinon FMT-SX Serie. Die weitwinkligen Modelle, also das 10x50 und das 16x70, haben dann also ein SGF von ca. 65°, während die anderen beiden eher ein Plössl-typisches SGF von ca. 53° haben. Gibt es schon ein preisliches Target, oberhalb oder unterhalb der Fujinons? - Gruß, Peter

 

MikeS55

Mitglied
Hallo Markus,

danke für die Info.

Worauf Ihr noch achten könntet, hochwertige Augenmuscheln!
Auf den Bildern erkennt man an deren Kanten Abschürfungen. Oder sind meine Augen zu gut (?).
Vielleicht kommt es auf den Bildern auch schlecht rüber.

Gruß

Mike
 

holger_merlitz

Mitglied
Oh ja, wenn wir gerade die Wunschliste zusammenstellen: Wie wäre es mit einem Innengewinde in den Objektivfassungen, zum Einschrauben von Astro-Filtern etc. (die okularseitigen Filter der Fujinon sind weniger praktikabel, weil sie den verfügbaren AP-Längsabstand versauen). Ein Beispiel wäre das Canon 10x42 IS, für das es auch passende Nebelfilter gibt.

Viele Grüße,
Holger
 

MLudes

Mitglied
Hi Mike

Augenmuscheln: nun was ich sah, sah gut aus, wie gut diese die Zeit überleben weiss ich nicht

Gewinde an der Objektivseite ist eine gute Idee, gebe ich mal weiter
 

MLudes

Mitglied
ich habe nachgefragt, Gewinde bei den 50 mm Gläsern wird gemacht.
Beim 70 mm Glas würde es zu einer Vignetierung führng , sodaß nur noch 68 oder 69 mm freie Öffnung nutzbar wären, warum dies so sein soll verstehe ich nicht ganz, aber der Hersteller sagt es so
 

MLudes

Mitglied
guten Morgen,

so Filtergewinde geht doch, habe soeben Zeichnung erhalten.

die 50 mm Gläser bekommen ein Gewinde von M 55.5 x 0.75 un die 70 mm Gläser ein Gewinde von M74.5 x 0.75

größere Gewinde sind leider nicht möglich ohne das Gehäuse zu ändern,. aber ich denke das reicht so
 

holger_merlitz

Mitglied
Hallo Markus,

das ist ausgezeichnet, endlich werden solche grundsätzlichen (und nicht teuren) Erweiterungen berücksichtigt. Eventuell wäre es gut, sich bei dem Gewinde an Standard - Filtergrößen (Wiki) aus der Fotoindustrie zu orientieren. So finde ich in der Liste, dass es ein M55 x 0.75 gibt. Bei den großen Ferngläsern ist es schwieriger, ich finde ein M72 oder M77, dazwischen leider nichts. Standardgewinde hätten natürlich den Vorteil, dass man sich für die Tagesbeobachtung schnell mal einen Polfilter besorgen könnte (bei Beobachtungen am Wasser), oder einen leichten Gelbfilter im Gebirge (Rayleigh-Streuung etc.).

Eine leichte Vignettierung könnte man dabei notfalls wohl verschmerzen, denn sobald man in perfekt dunkler Nacht wirklich mal dem letzten Photon nachjagen will, dann wird man die Filter ohnehin weglassen.


Viele Grüße,
Holger
 

MLudes

Mitglied
Hi Holger

danke für das feedback. Wir ändern ab, auf M 55 x 0.75 beim 50 mm Glas.
Beim 70 mm prüfen wir was geht M 77 oder doch nur M 72
 

holger_merlitz

Mitglied
Zitat von MLudes:
Hi Holger

danke für das feedback. Wir ändern ab, auf M 55 x 0.75 beim 50 mm Glas.
Beim 70 mm prüfen wir was geht M 77 oder doch nur M 72
Falls es schwierig wird, dann halt über einen Adapterring. Ich würde auf jeden Fall versuchen, in den Standardgrößen zu bleiben, denn eine Handvoll Filter speziell für diese Ferngläser herzustellen, würde sicher teuer werden.

Viele Grüße,
Holger
 

Nachtwaechter

Mitglied
Zitat:"
Falls es schwierig wird, dann halt über einen Adapterring.
Ich würde auf jeden Fall versuchen, in den Standardgrößen zu bleiben,
denn eine Handvoll Filter speziell für diese Ferngläser herzustellen,
würde sicher teuer werden.

Viele Grüße,
Holger

"

@Markus Ludes und @ Holger Merlitz

Diese Vorgehensweise erscheint auch für mich sinnvoll.

Hätte mir vorgestellt, an einem 10x50 zweimal 2" UHC- Filter vorzusetzen.

Diese sind sicher bei vielen Leuten zumindest schon 1x vorhanden.
Es muss dann lediglich ein weiterer Filter angeschafft werden, der aber
vergleichsweise günstiger ist, da nicht exklusiv nur für eine Fernglasreihe hergestellt.

Auch kann man dann durch Vergleich der Filterhersteller den optimalen Filter ermitteln.
An Öffnung verliert man zwar evtl. 3-4mm Durchmesser durch die Filterfassung, das
erscheint mir aber noch tragbar.

@ Markus Ludes
Wie randscharf wird denn das 10x50 im Vergleich zum Fujinon-FMT?

Wenn auch für Astroanwendung nicht besonders interessant,
wie Wasserdicht und Stossfest sollen die Gläser sein?

Viele Grüße, Ingo
 

R_Andreas

Mitglied
Wenn auch für Astroanwendung nicht besonders interessant,
wie Wasserdicht und Stossfest sollen die Gläser sein?
Hallo Ingo,

oh nein, bitte nicht irgendwelche überflüssigen Features fordern. Ein Astroglas braucht nicht

- wasserdicht zu sein,
- brillenträgertauglich zu sein und
- keine Zentralfokussierung.

Es sollte einigermaßen randscharf sein, da bin ich bei Dir. Den Ansatz finde ich sehr gut, der hier gemacht wird. Bleibt allerdings abzuwarten, ob in Sachen Streulichtunterdrückung und Transmission gute Were erreicht werden.

Markus, ich glaube es kommt den meisten Nutzern nicht auf 50 oder 100 Euro an, wenn endlich mal ein richtiges Astroglas geboten wird.

Grüße
Andreas

 

MLudes

Mitglied
Hallo an die Runde

also die 70 mm Gläser bekommen nun M72 x 0.75 Gewinde und die 50 mm Gläser M55 x 0.75 Gewinde.
Per Spec sind Sie Nitrogen gefüllt und Wasserresistance...ich hae damit aber kein Tauchbad Test durchgeführt.
Die Randschärfe sieht sehr gut aus, habe jedoch kein Fuji zur hand gehabt, um das zu vergleichen, kommt dann später
 

Stathis

Mitglied
Zitat von MLudes:
Denkt ihr auch an engstirnige Südeuropäer?
Ich habe 56 mm IPD und kenne inzwischen weitere Leute mit kleinem Interpupillenabstand - ist z.B. bei kleineren Frauen gar nicht so selten, wie mitteleuropäische und nordamerikanische Breitschädel- Binodesigner (wohl meist Männer?) glauben.

Bei den Fujinon FMT-SX kann man zwar 56 mm IPD einstellen, aber der Außendurchmesser der Augenmuscheln ist zu groß, so dass bei komplett zusammengeklappter Brücke die Nase nicht mehr zwischenpasst. Bei den TS / APM Marine Gläsern ist das noch schlimmer.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

leicam62003

Mitglied
Hallo,

sicher eine berechtigte Anmerkung.

Doch wie soll bei der konzipierten Prismengröße und adäquater Okularkonstruktion für das angedachte GF dies für ein PORRO umgesetzt werden?

Das ist bekannterweise ein Nachteil der Porros.
 

Stathis

Mitglied
Ist das wirklich konstruktionsbedingt, dass Weitwinkelokulare und genügend große Prismen nicht mit engem Interpupuillenabstand vereinbar sind? Dann werde ich nie mein optimales Fernglas finden.

Aber warum funktioniert das gute alte CZJ 10x50 Dekarem mit noch größerem Gesichtsfeld? 68°-70° Weitwinkel und trotzdem schön schlanke Okulare.
Warum sind die nicht weitwinkeligen Fujinon FMT-SX-2 7x50 und 10x70 genau so ungeeignet? Nach obiger Denkweise müsste man wenigstens dafür schlanker bauen können. Aber man hat ja offenbar dieselbe Okularmechanik verwendet.

Von außen betrachtet sehe ich die Prismen nicht als das begrenzende Element. Es sind diese fetten Okularmuscheln, die im Weg sind.
 

leicam62003

Mitglied
Gegenfrage: War das CZJ 10x50 Dekarem brillenträgertauglich?

Zu sehr in die Theorie will ich nun auch nicht verfallen.
Ich gebe dir hier im Zitat mal einen älteren Beitrag:

Sie müssen zwei Dinge auseinanderhalten:

1. Porro macht es etwas einfacher, ein großes Zwischenbild (und somit großen lichten Durchmesser der Feldblende) zu erzielen. Hier geht es also um Zusammenhänge die sich auf den vorderen Abschnitt des Fernglases vom Objektiv über das Prismensystem bis zum Zwischenbild beziehen. Ein ausreichend großes Zwischenbild, das letztlich vorgibt, wie groß der maximal mögliche (also mit einem ebenfalls für diese Zwischenbildgröße ausgelegten Okular) tatsächliche Sehwinkel bzw. das maximal mögliche Sehfeld (in Meter auf 1000 m) sein kann, ist notwendige Voraussetzung für einen großen scheinbaren Sehwinkel, aber dafür noch nicht hinreichend. Erst wenn dann auch noch ein entsprechendes Okular hinzukommt, wird ein großer SSW möglich.

2. Unabhängig davon, welcher Art das Prismensystem ist, gilt die Regel, daß es um so schwieriger ist, ein Okular mit großem AP-Längsabstand (= Pupillenabstand in Ihrem Text) zu konstruieren, je größer der scheinbare Sehwinkel ist*. Sie können sich das durch Betrachten des erforderlichen freien Hinterlinsendurchmessers plausibel machen: Je größer bei gleichbleibendem AP-Längsabstand der SSW ist, um so größer muß der freie Linsendurchmesser sein. Und je größer bei gleichbleibendem SSW der AP-Längsabstand ist, um so größer muß ebenfalls wieder der freie Linsendurchmesser sein. Sie sehen, daß beide Eigenschaften – großer SSW und großer AP-Längsabstand – genau dieselbe Forderung stellen, nämlich der der freie Linsendurchmesser groß sein muß. Um beides zu verwirklichen, muß der freie Linsendurchmesser also riesig groß werden. Und das ist, von den konstruktiven Schwierigkeiten bei der Aberrationsbeseitigung mal ganz abgesehen, nicht nur eine extrem preistreibende Sache, sondern stößt auch wegen des für die Nase zwischen den Okularen benötigten Platzes an Grenzen.

Sie sehen, daß das eigentliche Problem im Punkt 2 liegt und mit Porro oder Dachkant zunächst gar nichts zu tun hat. Nur wird dieses Problem bei den Porrogläsern eher relevant und darum auch für Sie sichtbar, weil dieses Prismensystem bezüglich der von ihm freigegebenen Zwischenbildgröße eher für besonders große Sehwinkel prädestiniert wäre (wenn es denn geeignete Okulare zu erschwinglichen Preisen und mit praxisgerechten Außendurchmessern gäbe, die sowohl einen großen SSW als auch einen großen AP-Längsabstand bieten). Außerdem gab es zu damaligen Zeiten, auf die Sie sich immer wieder beziehen, fast keine Dachkantgläser, weil sie deutlich teurer in der Fertigung und wegen des damals noch nicht bekannten Phasenbelags trotz des höheren Preises qualitativ unterlegen waren. Auch das hat in Ihrem Kopf die Meinung geprägt und verstärkt, daß Porroprismen an sich schon die Zauberformel für einen großen SSW seien.

* In früheren Zeiten, von denen Sie immer schwärmen, wenn Sie die großen Sehwinkel alter Militätferngläser (insbesondere der Marke Huet) zitieren, lag die Priorität auf großem SSW, und keiner scherte sich im die Bedürfnisse der Brillenträger. Damals waren junge Soldaten, die nur zu kleinem Prozentsatz Brillenträger waren, die Fernglasbenutzer. Heute aber sind gerade im hochpreisigen Qualitätssegment die kaufkräftigeren und qualitätsbewußteren „Senioren“ ab 45 Jahre die wichtigste Käufergruppe, und diese Menschen tragen zu mehr als 50% eine Brille. Also werden nicht brillentaugliche Ferngläser fast unverkäuflich. Und somit mußte man zugunsten eines größeren AP-Längsabstandes den SSW reduzieren. Daß man heute trotzdem 60° und mehr erreicht, ist ein riesiger Fortschritt. Durch die von Ihnen immer so vorbildhaft dargestellten Militärferngläser mit noch größerem SSW, aber AP-Längsabständen von oft weniger als 10 mm sieht ein Brillenträger oft nicht mehr als lächerliche 40°. Man sieht bei gleich hoher Vergrößerung mit einem SSW von 60° immerhin ziemlich genau die 2,5fache Fläche wie bei 40°!

Ich hoffe, Sie verstehen jetzt, was „zum Kuckuck“ vorher nicht in Ihren Kopf wollte.

Walter E. Schön
Quelle Jülich Forum
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Zitat von leicam62003:
Doch wie soll bei der konzipierten Prismengröße und adäquater Okularkonstruktion für das angedachte GF dies für ein PORRO umgesetzt werden?

Das ist bekannterweise ein Nachteil der Porros.
Die Größe der Prismen und Okulare begrenzt natürlich das Gesichtsfeld und den minimalen lateralen Augenabstand (IPD), aber das gilt grundsätzlich in gleicher Weise für Dachkanten wie für Porros. Qualitativ hochwertige Dachkantenprismen sind aber aufwändig in der Herstellung. Für astronomische Anwendungen mit Öffnungen oberhalb von ca. 56 mm wird ein seitlicher Okularversatz wie beim Porro ohnehin zwingend, weil sonst der Außendurchmesser der Optik den minimalen IPD diktiert.

Ich besitze ein älteres 7x35 Porro von Celestron mit ziemlich gewaltigen Prismen, das wiegt immerhin ein ganzes Kilogramm, liegt aber trotzdem gut in der Hand. Mit einem Feld von 11° lässt es die Dachkantenliga ziemlich alt aussehen. Trotz der großen Prismen lässt sich das Glas auf einen minimalen IPD von 52 mm zusammenschieben, und dabei ist noch immer 8 mm Luft zwischen den großen (42 mm) Okularen. Insofern spielt die Größe der okularseitigen Umlenkprismen wohl eher eine untergeordnete Rolle beim IPD.



 

MikeS55

Mitglied
Zitat von Stathis_Kafalis:
Ist das wirklich konstruktionsbedingt, dass Weitwinkelokulare und genügend große Prismen nicht mit engem Interpupuillenabstand vereinbar sind? Dann werde ich nie mein optimales Fernglas finden.

Aber warum funktioniert das gute alte CZJ 10x50 Dekarem mit noch größerem Gesichtsfeld? 68°-70° Weitwinkel und trotzdem schön schlanke Okulare.
Warum sind die nicht weitwinkeligen Fujinon FMT-SX-2 7x50 und 10x70 genau so ungeeignet? Nach obiger Denkweise müsste man wenigstens dafür schlanker bauen können. Aber man hat ja offenbar dieselbe Okularmechanik verwendet.

Von außen betrachtet sehe ich die Prismen nicht als das begrenzende Element. Es sind diese fetten Okularmuscheln, die im Weg sind.
Hallo Stathis,

probiere doch mal das Docter Nobilem 10x50. Knapp 68° Weitwinkel. Hier könnte es mit dem Augenabstand funktionieren.

Gruß

Mike
 

R_Andreas

Mitglied
Zitat von Stathis_Kafalis:
Zitat von MLudes:
Denkt ihr auch an engstirnige Südeuropäer?
Ich habe 56 mm IPD und kenne inzwischen weitere Leute mit kleinem Interpupillenabstand - ist z.B. bei kleineren Frauen gar nicht so selten, wie mitteleuropäische und nordamerikanische Breitschädel- Binodesigner (wohl meist Männer?) glauben.

Bei den Fujinon FMT-SX kann man zwar 56 mm IPD einstellen, aber der Außendurchmesser der Augenmuscheln ist zu groß, so dass bei komplett zusammengeklappter Brücke die Nase nicht mehr zwischenpasst. Bei den TS / APM Marine Gläsern ist das noch schlimmer.
Wenn 56 mm noch passt, ist es kein Problem des IPD, sonders des Designs der Augenmuscheln. Vielleicht kann man zwei Typen anbieten, z.B. diese tollen geflügelten nach Steiner Art, bzw. wie es sie auch bei den Baader Eudiaskopischen Okularen gibt. Und eben die Standardokulare.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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