AstroGerdt
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich habe im PixInsight Forum vor kurzem ein paar neue Scripte veröffentlicht, die bei der Bildverarbeitung und Analyse in PixInsight helfen sollen.
Der originale Post findet sich hier: New scripts: ExtensionToolset
Dort werde ich, wenn es Neuigkeiten gibt, diese auch veröffentlichen in Zukunft.
Dennoch wollte ich auch hier kurz drauf aufmerksam machen, falls es dort nicht alle Interessenten mitbekommen.
Hier eine Übersetzung für alle, die es auf Deutsch bevorzugen:
Features im ExtensionToolset:
- AdditiveColorCalibration: Ein hochpräzises und robustes Tool zur additiven Farbkalibrierung auf Basis einer Hintergrund-Preview. Im Gegensatz zu aktuellen Tools ist es robuster, wenn die Hintergrund-Preview Sterne enthält, was bei Weitwinkelaufnahmen häufig der Fall ist. Es soll SPCC oder andere Tools nicht ersetzen, sondern als weiteres Tool betrachtet werden, das einen bestimmten Problemfall besser als andere Tools lösen kann.
- BTM: Das Brightness and Transparency Meter ist ein Tool, mit dem man die Helligkeit des Nachthimmels in Magnituden pro Quadratbogensekunde und die Transparenz in Prozent anhand eines einzigen kalibrierten Bildes und einiger Aufnahmedetails messen kann. Zusammen mit diesen Werten berechnet es auch den USQ-Index (Unified Sky Quality), der ein Maß für die Qualität des Nachthimmels ist und später in diesem Beitrag näher erläutert wird.
- USQCalculator: Mit dem Unified Sky Quality Index Calculator kann man den USQ-Index auf der Grundlage bereits bekannter Werte für die Helligkeit und Transparenz des Nachthimmels berechnen. Dies erleichtert den Vergleich der Bedingungen zwischen mehreren Orten und Fotografen.
- GradientStrength: für eine Bildserie wird für jedes Bild der Gradienten-Stärken-Score berechnet, sodass automatisch eine ideale Teilmenge der Bilder bestimmt werden kann, um ein Referenzbild für LocalNormalization zu erstellen. Dabei erfolgt die Auswahl ausschließlich nach der Stärke der Gradienten, andere Faktoren wie SNR werden hierbei nicht betrachtet.
- ExtensionToolsetOverview: falls ein kurzer Überblick über die wichtigsten Informationen und Features benötigt wird, lassen sich diese hier finden.
Installation:
Fügt dieses Repository zu eurer PixInsight-Update-Repository-Liste hinzu: ExtensionToolset
Ihr könnt eure Update-Repository-Liste unter „Ressourcen“ -> „Updates“ -> „Repositorys verwalten“ -> „Hinzufügen“ verwalten.
Nachdem ihr das Repository hinzugefügt habt, sucht nach neuen Updates und folgt den Anweisungen.
Verwendung:
Nach der Installation findet ihr die Skripte im Menü „“Script“ unter dem Eintrag „ExtensionToolset“.
Jedes Skript enthält oben eine standardisierte Beschreibung, in der der Anwendungsfall, die Voraussetzungen und die Ergebnisse des Skripts erläutert werden.
Eine vollständige Dokumentation zu jedem Skript findet ihr in den Tooltips der einzelnen Elemente auf der Benutzeroberfläche des Skripts.
Bekannte Einschränkungen:
- Die Messung der Transparenz des Nachthimmels liefert oft genaue Ergebnisse, aber wenn Bilder mit einem sehr kleinen Sichtfeld, einem niedrigen SNR oder einer Kombination aus beidem verwendet werden, werden die Ergebnisse weniger genau. Im Allgemeinen sind Bilder mit größerem Sichtfeld und besserem SNR für eine höhere Genauigkeit von Vorteil. Ich hoffe, dies in Zukunft verbessern zu können.
Weitere Details zum USQ-Index:
Da der USQ Index ein neues Konzept ist, will ich diesen hier mit ein paar mehr Details erklären.
Meistens ist es schwer, die Himmelsqualität für Astrofotografische Zwecke über verschiedene Nächte oder Orte hinweg zu vergleichen. Offensichtlich sind dunklere Himmel besser, aber wie viel besser eigentlich, und wie viel besser ist ein dunkler Himmel noch, wenn er nicht genauso transparent ist wie ein hellerer Himmel?
Der USQ Index probiert dieses Problem zu lösen, indem beide Metriken in eine einzige Größe zusammengefasst werden. Der USQ Index ist ein Wert zwischen 0 und 100, wobei 0 der schlechtesten Himmelsqualität und 100 der bestmöglichen entspricht. Dabei ist er proportional zu dem SNR einer gut belichteten Aufnahme, die unter diesen Bedingungen aufgenommen wurde.
In der Praxis bedeutet das, dass wenn man für Standort A einen USQ von 20 hat und für Standort B einen USQ von 60, dann kann man davon ausgehen, dass das SNR eines gut belichteten Bildes, das an Standort B aufgenommen wurde 60 / 20 = 3 Mal so hoch ist wie das SNR eines gut belichteten Bildes von Standort A, sofern alles andere gleich ist. Das bedeutet auch, dass man an Standort A 3^2 = 9 Mal so lange belichten muss, um auf das gleiche SNR wie an Standort B zu kommen.
Natürlich gibt es dennoch ein paar Limitierungen dazu:
Der USQ Index ist nur definiert für Himmelshelligkeiten zwischen 16 und 22.5 Magnituden/Bogensekunde^2. Werte außerhalb dieses Bereichs sind zwar technisch möglich, aber liegen außerhalb des Bereichs von 0 bis 100.
Der USQ Index ist zwar proportional zum SNR von gut belichteten Aufnahmen, aber nicht zwangsläufig zu dem SNR von nicht gut belichteten Aufnahmen. Zusätzlich ist die Proportionalität nur gültig für Werte, die sich nicht unmittelbar an den Rändern des Wertebereichs befinden, der USQ Index bei einer Himmelshelligkeit von 16 liegt also zum Beispiel nicht genau im Bereich, wo der USQ Index noch proportional ist. Allerdings sind die Grenzen recht weit gewählt, sodass die praktische Relevanz hiervon klein sein dürfte.
Das SNR, auf das ich mich hier beziehe, ist das SNR von flächigen Objekten, nicht von Sternen oder anderen kleinen Objekten. Seeing-Effekte sind hier nicht berücksichtigt.
Ich habe die Hoffnung, dass der USQ Index in Zukunft ein etabliertes Maß für die Qualität des Nachthimmels werden kann und uns so ermöglicht, Standorte und Nächte besser miteinander zu vergleichen und ein besseres Verständnis für die Qualität der Bilder von anderen Astrofotografen sowie der Möglichkeiten vom eigenen Standort aus zu entwickeln.
Probleme und Feedback:
Solltet ihr Probleme oder Vorschläge haben, die ihr loswerden wollt, dann meldet euch bitte bei mir, entweder hier im Forum oder im PixInsight Forum.
Feedback und Ideen sind immer herzlich willkommen!
Ich habe die Hoffnung, das ExtensionTooslet in Zukunft noch weiter entwickeln zu können.
CS Gerrit
ich habe im PixInsight Forum vor kurzem ein paar neue Scripte veröffentlicht, die bei der Bildverarbeitung und Analyse in PixInsight helfen sollen.
Der originale Post findet sich hier: New scripts: ExtensionToolset
Dort werde ich, wenn es Neuigkeiten gibt, diese auch veröffentlichen in Zukunft.
Dennoch wollte ich auch hier kurz drauf aufmerksam machen, falls es dort nicht alle Interessenten mitbekommen.
Hier eine Übersetzung für alle, die es auf Deutsch bevorzugen:
Features im ExtensionToolset:
- AdditiveColorCalibration: Ein hochpräzises und robustes Tool zur additiven Farbkalibrierung auf Basis einer Hintergrund-Preview. Im Gegensatz zu aktuellen Tools ist es robuster, wenn die Hintergrund-Preview Sterne enthält, was bei Weitwinkelaufnahmen häufig der Fall ist. Es soll SPCC oder andere Tools nicht ersetzen, sondern als weiteres Tool betrachtet werden, das einen bestimmten Problemfall besser als andere Tools lösen kann.
- BTM: Das Brightness and Transparency Meter ist ein Tool, mit dem man die Helligkeit des Nachthimmels in Magnituden pro Quadratbogensekunde und die Transparenz in Prozent anhand eines einzigen kalibrierten Bildes und einiger Aufnahmedetails messen kann. Zusammen mit diesen Werten berechnet es auch den USQ-Index (Unified Sky Quality), der ein Maß für die Qualität des Nachthimmels ist und später in diesem Beitrag näher erläutert wird.
- USQCalculator: Mit dem Unified Sky Quality Index Calculator kann man den USQ-Index auf der Grundlage bereits bekannter Werte für die Helligkeit und Transparenz des Nachthimmels berechnen. Dies erleichtert den Vergleich der Bedingungen zwischen mehreren Orten und Fotografen.
- GradientStrength: für eine Bildserie wird für jedes Bild der Gradienten-Stärken-Score berechnet, sodass automatisch eine ideale Teilmenge der Bilder bestimmt werden kann, um ein Referenzbild für LocalNormalization zu erstellen. Dabei erfolgt die Auswahl ausschließlich nach der Stärke der Gradienten, andere Faktoren wie SNR werden hierbei nicht betrachtet.
- ExtensionToolsetOverview: falls ein kurzer Überblick über die wichtigsten Informationen und Features benötigt wird, lassen sich diese hier finden.
Installation:
Fügt dieses Repository zu eurer PixInsight-Update-Repository-Liste hinzu: ExtensionToolset
Ihr könnt eure Update-Repository-Liste unter „Ressourcen“ -> „Updates“ -> „Repositorys verwalten“ -> „Hinzufügen“ verwalten.
Nachdem ihr das Repository hinzugefügt habt, sucht nach neuen Updates und folgt den Anweisungen.
Verwendung:
Nach der Installation findet ihr die Skripte im Menü „“Script“ unter dem Eintrag „ExtensionToolset“.
Jedes Skript enthält oben eine standardisierte Beschreibung, in der der Anwendungsfall, die Voraussetzungen und die Ergebnisse des Skripts erläutert werden.
Eine vollständige Dokumentation zu jedem Skript findet ihr in den Tooltips der einzelnen Elemente auf der Benutzeroberfläche des Skripts.
Bekannte Einschränkungen:
- Die Messung der Transparenz des Nachthimmels liefert oft genaue Ergebnisse, aber wenn Bilder mit einem sehr kleinen Sichtfeld, einem niedrigen SNR oder einer Kombination aus beidem verwendet werden, werden die Ergebnisse weniger genau. Im Allgemeinen sind Bilder mit größerem Sichtfeld und besserem SNR für eine höhere Genauigkeit von Vorteil. Ich hoffe, dies in Zukunft verbessern zu können.
Weitere Details zum USQ-Index:
Da der USQ Index ein neues Konzept ist, will ich diesen hier mit ein paar mehr Details erklären.
Meistens ist es schwer, die Himmelsqualität für Astrofotografische Zwecke über verschiedene Nächte oder Orte hinweg zu vergleichen. Offensichtlich sind dunklere Himmel besser, aber wie viel besser eigentlich, und wie viel besser ist ein dunkler Himmel noch, wenn er nicht genauso transparent ist wie ein hellerer Himmel?
Der USQ Index probiert dieses Problem zu lösen, indem beide Metriken in eine einzige Größe zusammengefasst werden. Der USQ Index ist ein Wert zwischen 0 und 100, wobei 0 der schlechtesten Himmelsqualität und 100 der bestmöglichen entspricht. Dabei ist er proportional zu dem SNR einer gut belichteten Aufnahme, die unter diesen Bedingungen aufgenommen wurde.
In der Praxis bedeutet das, dass wenn man für Standort A einen USQ von 20 hat und für Standort B einen USQ von 60, dann kann man davon ausgehen, dass das SNR eines gut belichteten Bildes, das an Standort B aufgenommen wurde 60 / 20 = 3 Mal so hoch ist wie das SNR eines gut belichteten Bildes von Standort A, sofern alles andere gleich ist. Das bedeutet auch, dass man an Standort A 3^2 = 9 Mal so lange belichten muss, um auf das gleiche SNR wie an Standort B zu kommen.
Natürlich gibt es dennoch ein paar Limitierungen dazu:
Der USQ Index ist nur definiert für Himmelshelligkeiten zwischen 16 und 22.5 Magnituden/Bogensekunde^2. Werte außerhalb dieses Bereichs sind zwar technisch möglich, aber liegen außerhalb des Bereichs von 0 bis 100.
Der USQ Index ist zwar proportional zum SNR von gut belichteten Aufnahmen, aber nicht zwangsläufig zu dem SNR von nicht gut belichteten Aufnahmen. Zusätzlich ist die Proportionalität nur gültig für Werte, die sich nicht unmittelbar an den Rändern des Wertebereichs befinden, der USQ Index bei einer Himmelshelligkeit von 16 liegt also zum Beispiel nicht genau im Bereich, wo der USQ Index noch proportional ist. Allerdings sind die Grenzen recht weit gewählt, sodass die praktische Relevanz hiervon klein sein dürfte.
Das SNR, auf das ich mich hier beziehe, ist das SNR von flächigen Objekten, nicht von Sternen oder anderen kleinen Objekten. Seeing-Effekte sind hier nicht berücksichtigt.
Ich habe die Hoffnung, dass der USQ Index in Zukunft ein etabliertes Maß für die Qualität des Nachthimmels werden kann und uns so ermöglicht, Standorte und Nächte besser miteinander zu vergleichen und ein besseres Verständnis für die Qualität der Bilder von anderen Astrofotografen sowie der Möglichkeiten vom eigenen Standort aus zu entwickeln.
Probleme und Feedback:
Solltet ihr Probleme oder Vorschläge haben, die ihr loswerden wollt, dann meldet euch bitte bei mir, entweder hier im Forum oder im PixInsight Forum.
Feedback und Ideen sind immer herzlich willkommen!
Ich habe die Hoffnung, das ExtensionTooslet in Zukunft noch weiter entwickeln zu können.
CS Gerrit