Die Preise der Alphas sind inzwischen durch die Bank weg extrem angezogen: Zeiss neues 8x32 soll 2.300 Euro kosten, Leicas Noctivid 8x42 wird für 2.200 Euro verkauft und Nikons EDG 8x42 steht für mehr als 2.500 Euro in der Liste.
Das neue Swarovski übertrifft alle, was das Sehfeld betrifft, und das teilweise extrem. Nach allem, was man liest, leistet es sich dabei keine Schwächen in anderen Bereichen. Daher meint man wohl, den Preis am Markt durchsetzen zu können.
Das Problem ist vielschichtig: Optik - wenn sie gut gemacht ist - ist teuer. Man braucht sehr spezialisierte Leute, die wenigen sehr guten sind begeht. Man braucht Erfahrungen in der Fertigung, weil das beste Design nichts nützt, wenn es nicht konsistent produzierbar ist. Man muss Verbindungen zu den Glasherstellern und anderen Spezialisten haben und pflegen. Und das Ergebnis muss immer ein wahrnehmbares Quäntchen besser sein, als die breite Mittelklasse aller Hersteller.
Swarovski geht dabei so weit, die eigene Mittelklasse künstlich zu beschränken. So haben sie erst beim SLC 42 die Nahgrenze nach hinten verlegt und jetzt sogar beim ehemaligen Topmodell EL 42.
Also, es ist wie so oft im Leben nichtlinear. Man kommt mit wenig Geld schon sehr weit, gute Produkte für wenige hundert Euro erreichen vielleicht 80% des technisch machbaren. Will man etwa 90%, muss man sich schon in der 1.000-Euro-Klasse umsehen und in die 95% sind dann halt zwischen 2.000 und 3.000 Euro angesiedelt.
Manchmal bringt auch jemand einen „Technologiedemonstrator“ auf den Markt, der noch besser ist und vielleicht an 98% kratzt. Das wäre z.B. Nikons WX, für das über 6.000 Euro fällig sind.
„Überteuert“ ist daher relativ und nicht einfach als abgehobene Willkürentscheidung abzutun. Ob man persönlich das braucht oder den Preisunterschied zu den anderen Klassen nutzbringend einzusetzen vermag, ist eine andere Frage.
Viele Grüße
Sebastian