Neues "altes" Fernglas

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Haueha

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Hi,

ich habe von einem Bekannten ein Fernglas überlassen bekommen. Leider habe ich vergeblich versucht, dazu die entsprechenden Daten zusammenzutragen. Es wurde früher von "Bundesbehörden" verwendet.

"Hensoldt Wetzlar Dialyt 7x50".

Es entspricht genau dem hier.

Kann jemand was dazu sagen? Angeblich soll es auch "Nachtsichtfähigkeit" (?) besitzen.

CS
Andreas
 
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Re: Neues "altes" Fernglas

Hey,

das habe ich von meinem Opa bekommen. Dieses Fabrikat ist schon ein wenig in die Jahre gekommen aber eins der besten was es gab. Deswegen wird es schwer sein Daten zu finden.
Es ist ein sehr sehr gutes Glas. Die Vergütung war früher besser (made in germany) kein China glas.Ich beschäftige mich schon einige Zeit und beobachte fast alles damit (Kometen, Sternhaufen etc.) Ich benutze es um den Himmel abzusurfen z.B. für eine Reise in die Milchstraße. Das Fernglas leistet viel selbst wenn man neben einer Straßenlaterne stehen würde
Nachtsichtfähigkeit..sagen wir so..das Fernglas sammelt viel Licht auch im dunkeln. Bei Himmelsbeobachtungen in der Nacht wird der Himmelshintergrund hervorgehoben und Man erkennt Sterne in einer brillianten Schärfe.
Auch Tiere lassen sich gut in einigen 100 Metern noch im dunkeln erkennen, wen man weiss wo sie stehen oder laufen, habe es hier schon an einigen Rehen ausprobiert.
 
Re: Neues "altes" Fernglas

7x50 zählt als Nachtglas, egal welcher Hersteller. Das Gerät bietet eine Austrittspupille von 7mm und zeigt damit flächige Objekte (also alles außer Sternen) in der maximal möglichen Flächenhelligkeit. Von paar Prozent Lichtverlust mehr oder weniger im innern verschiedener Fabrikate mal abgesehen.
 
Re: Neues "altes" Fernglas

Ja so kann mes auch sagen!
aber das Ding zu benutzen lohnt schon
 
Hi,

also ich habe mich gestern erstmals mit dem Fernglas beschäftigt (Himmel war ja nicht, aber habe mich auf die Terrasse gesetzt und über Nachbarsgärten hinweggespäht) und muß schon sagen. Ich bin begeistert. Das Ding ist super scharf bis zum Rand. Die Qualität der Linsen hat trotz des Alters (?) nicht gelitten. Aber ich denke, mit einem Fernglas muß man üben. Erstmal ruhighalten, aus dem Gartenstuhl aufgelehnt geht das wunderbar.

Ich habe leider keinen wirklichen Vergleich zu anderen Gläsern, nur 2 Billigteile vom Grabbeltisch, die man besser nicht als Fernglas bezeichnet.

Ich habe das Gefühl, das beim Schwenken durch näherliegende Objekte das Auge versucht, die aktuelle Schärfeeinstellung zu kompensieren und "selbst" scharfstellt, völlig neues Gefühl. Am Teleskop hat man das Problem so ja nicht. :augenrubbel:

Ich will nicht unken, aber es scheint derzeit die qualitativ beste Optik im Hause zu sein.

Frage: Rein rechnerisch -> Das Lichtsammelvermögen bei 2 x 50 mm Fernglas ist ja größer (ca. 30%) als z.B. bei meinem Celestron Refraktor 60mm. Darf man das so direkt vergleichen?

blackhawks61: Kannst du mir sagen, wie groß das Sehfeld ist (Grad, Meter)?

CS
Andreas
 
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Re: Neues "altes" Fernglas

Hallo Andreas,

allgemein "anerkannt" scheint ein Faktor von 1,4 zu sein. D.h. ein Fernglas 50 mm würde einer monokularen 70 mm Öffnung entsprechen. In der Praxis spielen aber noch viele andere Dinge eine Rolle, siehe dazu z.B. auch mal das hier:

Skandal - 7x50 Fernglas schlägt 8" Dobson

Viele Grüße
Adson
 
Re: Neues "altes" Fernglas

Hallo Adson,
ich habe da auch schon von gehört, finde es aber trotzdem erstaunlich. 40% mehr (also Faktor ca. Wurzel(2)) deutet darauf hin, dass man die kombinierte Fläche der Objektive als effektive Öffnung umrechnet. Andererseits kommt in das einzelne Auge nur jeweils das Licht *eines* Objektivs. Was passiert denn da im "Präprozessor" Auge bzw. im Gehirn, dass es da zu dieser "Signalverstärkung" kommt?. Schließlich sollten doch Signale unterhalb der Reizschwelle des einzelnen Auges gar nicht wahrgenommen geschweige denn verstärkt werden können.

Klar, dass man mit dem FG entspannter und "schöner" beobachten kann (das zeigt die Erfahrung), aber was ist der Grund dafür, dass man tatsächlich *mehr* sehen kann?

(Neugierig) Thomas
 
Re: Neues "altes" Fernglas

Hallo Thomas,

das ist eine interessante Frage. Ich glaube, dazu gab es hier auch schon irgendwann mal Diskussionen - ob nun diese Angabe über die Herleitung ca. Wurzel aus 2 stammt oder Erfahrung ist oder Kaffeesatzleserei. Ich habe für mich mangels besserer Erklärung das mal als "Faustregel" im Hinterkopf behalten.

In der Literatur ist mir spontan nur P. Harrington bekannt, der exakt diese Angabe auch so macht (in "Touring the Universe ...").

Das "mehr Sehen" könnte z.B. daher kommen, dass ja unsere Augen sowohl optisch als auch mechanisch gewisse Fehler enthalten. Stehen nun dem Gehirn zwei Bilder zur Verfügung, kann die (scheinbar?) höhere Auflösung gewissermaßen interpoliert werden. Unser Sehzentrum berechnet dann aus zwei für sich betrachtet "guten Bildern" ein "noch besseres Gesamtbild".

Das wäre meine laienhafte Erklärung bzw. Vorstellung dazu. In der Praxis ist mir das aber eigentlich egal. Ich bin auch einer, der lieber mit 50 mm Fernglas unter wirklich dunklem Himmel beobachtet als mit 10" in der Vorstadt ...

cs
Adson
 
Re: Neues "altes" Fernglas

Deine Erklärung leuchtet mir ein. Da werden ja 2 Bilder "gestackt" und die Astrofotographen wissen, was das bedeutet. Vielleicht ist es ja so etwas wie Rauschunterdrückung und die 40% sind nur ein Erfahrungswert der garnix mit meiner geometrischen Herleitung zu tun hat.

Thomas
 
Hi,

schon interessant, der Diskussion zu folgen.

Auf jeden Fall wird die an der Bilderzeugung beteiligte Netzhaut verdoppelt. Komisch ist, dass die wahrgenommene Information dabei doch eigentlich die gleiche bleibt, ausser dass mit 2 Augen räumliches Sehen möglich ist. Für unseren Fall also nicht relevant, da die betrachteten Objekte zu weit weg sind. Geht damit das Auflösungsvermögen der Netzhaut/des Gehirns nach oben?

Macht Stacken bei 2 Bildern eigentlich Sinn? Wie erkenne ich da denn den Fehler?

Noch eine Frage:
Macht es eigentlich einen Unterschied, ob ich das Objekt wirklich 2 x technisch erfasse (Fernglas) oder das System das Bild verdoppelt (Binoansatz am Teleskop). Die Systeme müssen natürlich irgendwie vergleichbar sein (also z. B. das Lichtsammelvermögen ist identisch).

CS
Andreas
 
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Nun, unsere Netzhaut ist eben auch nicht 100 %, ebenso wie das gesamte optische System gewisse Fehler aufweist. Es könnten "Hotpixel" vorhanden sein (nicht voll funktionsfähige Rezeptoren auf der Netzhaut) oder auch Beeinträchtigungen z.B. durch Glaskörpertrübungen. Diese treten jedoch nicht auf beiden Augen identisch auf, so dass der Zentralrechner in unserem Kopf das Bild dann neu rechnen kann. Das Bild entsteht eben auch erst durch die Berechnung in unserem Gehirn (wir würden sonst bedingt durch die optische Konstruktion unseres Auges auch alles "auf dem Kopf" sehen - dass wir trotzdem alles "richtig herum" sehen ist die Rechnerleistung unseres Sehzentrums).

Faszinierend ... meine Augen haben übrigens einen Strehl-Wert von 0,61 und sind vermutlich immer der schwächste Teil im gesamten optischen System, wenn ich den Himmel beobachte.

Gruß
Adson
 
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